das Auge hört mit – horus sound studio hannover

Subway to Sally, Guano Apes, Scorpions, Donots und kürzlich nun auch Revolverheld: Es sind keine unbekannten Namen, die bereits in den Horus Sound Studios in Hannover ihre Alben eingespielt haben. Kein Wunder, denn das bereits seit Anfang der Achtziger Jahre versteckt auf einem Hinterhof im Herzen Hannovers existierende Studio genießt einen erstklassigen Ruf, auch weil es sich mit einem fachkundigen Produktionsteam schmückt, u.a. bestehend aus Fabio Trentini und Frank Bornemann, dem Inhaber der Studios. Trotz all dem Ruhm versteht sich das Tonstudio als ein schlichtes Dienstleistungsunternehmen, das also prinzipiell von jedem (gegen entsprechenden finanziellen Aufwand) gemietet werden kann. „All inclusive“ erhält hierbei ganz neue Dimensionen, dann stellt das Studio nicht nur kompetente Toningenieure zur Verfügung, sondern zudem zwei voll ausgestattete Appartements, die den morgendlichen Gang zum Studio für den gemeinhin als eher faul bekannten Musiker zu einem Fußweg von höchstens sechzig Sekunden werden lassen. Einen musikalischen Schwerpunkt gibt es natürlich trotzdem, denn es sollte Musik sein, „die ich verstehe“, so Martin Kleemann, Mitarbeiter des Labels Artist Station Records, das sowohl räumlich als auch geschäftlich eng mit den Horus Sound Studios kooperiert. „Verständliche“ Musik meint fast alles von Rock bis Pop; besonders gern gehört wird Heavy Metal. Gefragt sind jedoch nicht nur etablierte Bands, sondern auch Künstler, die sich noch im Aufbau ihrer Karriere befinden: „Wichtig ist nur, dass sie einen hohen professionellen Standard und eine künstlerische Authentizität mitbringen“, so Ruben Loos, Leiter des Horus Sound Studios.

Die vielseitige Auswahl an Aufnahmeräumen macht es jedoch leicht, musikalisch und vor allem soundtechnisch nicht eingleisig zu fahren. Der neuste Raum trägt den sympathischen Namen „horus: livingroom“ und sieht einem echten Wohnzimmer zum Verwechseln ähnlich. Ohne das verräterische Fenster, das Einblick gewährt zu einem winzigen Raum mit Mikrofon, wäre die Illusion perfekt. Eine schwarze Sofagruppe, ein tiefer Tisch und das obligatorische Gemälde an der Wand lassen eben fast keinen Zweifel zu. Ganz ohne Tine und ihr RTL-Einrichtungsteam haben die Mitarbeiter den Raum stilvoll eingerichtet. Selbst das Gemälde ist von eigener Hand gemalt und unterstreicht den 70er Jahre Loungecharakter, der gezielt das gewisse Flair entstehen lässt. Eben diese Atmosphäre stellt einen krassen Kontrast zum hoch-technisierten Studio dar und eignet sich daher zum Beispiel perfekt für die Aufnahme eines Unplugged-Albums. Die so genannte „Kernzelle“ ähnelt dann schon eher dem, was der gemeine Laie sich unter einem Tonstudio vorstellt: Ein monströses Mischpult mit einer Reihe von kryptischen Schaltern, Drehknöpfen, Reglern und eine breite Glasfront, hinter der Gitarrenhälse, Kontrabass und Mikrofonköpfe hervorlugen. Der letzte und dritte Aufnahmeraum schafft durch seine Größe einen natürlichen Hall und somit eine Naturatmosphäre, die das Ensemble an Klangmöglichkeiten komplettiert.

Trotz des technisch hohen Niveaus sollten junge, finanziell meist eher bescheiden ausgestattete Bands sich nicht abgeschreckt fühlen, an die Türen der Horus Sound Studios zu klopfen. Der kleine „Record Place“, in dem Signale aus allen drei Aufnahmeräumen verarbeitet werden können, wird inklusive technischer Betreuung bereits ab 300 Euro netto am Tag vermietet und will damit bewusst Low Budget Produktionen unterstützen, damit diese trotz ihres begrenzten Etats im Wettbewerb bestehen können. Die Aufnahme eines ganzen Albums kann man sich bei durchschnittlich vier Wochen Studiozeit möglicherweise trotzdem nicht leisten, aber für ein hochwertiges Demoband ohne das Gekläffe von Nachbars Dalmatiner im Hintergrund lohnt sich die Investition ganz bestimmt.

Raha Emami Khansari

HORUS SOUND STUDIO GmbH

Osterstrasse 36

30159 Hannover

Tel.: 0511 – 360 697 – 0

Mail@Horus.de

www.horus.de


Schlagwörter:

Diesen Beitrag kommentieren