Mit Bewegung souverän im Alltag

Während der vergangenen Monate haben wir unser Hauptaugenmerk an dieser Stelle – vor dem Hintergrund sportlicher Großereignisse wie der Fußball-EM oder den Paralympics – auf den leistungsorientierten Sport gelegt. Sport mit Handicap bedeutet jedoch weit mehr als nur die Möglichkeit für behinderte Menschen, an Wettkämpfen teilzunehmen. Der Behinderten-Sportverband Niedersachsen e.V. (BSN), der seinen Sitz in Hannover in direkter Nachbarschaft zur AWD-Arena hat, kümmert sich ganz besonders auch um den Rehabilitations- und Breitensport. Wie ist er organisiert, wie kommen Menschen mit Handicap zum Sport, und was sind die Ziele des Behindertensports?

Udo Schulz ist beim BSN zuständig für den Kinder-und Jugendsport und kennt die Bedingungen rund um das Thema Sport für Menschen mit Handicap. „Unser Ziel ist es, von Behinderung betroffenen oder bedrohten Menschen durch den Rehasport in der Gesundheitsförderung voranzubringen und sie zu lebenslangem Sporttreiben zu motivieren“, erläutert er. Um aber beispielsweise in eine Gruppe für Herzkranke aufgenommen zu werden und die Kosten dafür von der Krankenkasse erstattet zu bekommen, muss der Patient eine  Verordnung vom Arzt erhalten. Dann sucht er sich einen Verein, der den entsprechenden Sport anbietet oder wendet sich an den BSN, der ihm eine Übersicht über das Angebot der einzelnen Vereine zur Verfügung stellt.

Doch die Hilfe, die der Verband leistet, richtet sich auch an Vereine. „Wenn ein Verein Interesse daran hat, Rehasport anzubieten, kümmern wir uns um organisatorische und auch finanzielle Unterstützung“, erklärt Schulz. Das gilt jedoch nur für bestimmte  Sportarten, da nicht jede für den Rehasport geeignet ist. „Es gibt fünf gesetzlich definierte Rehasportarten: Leichtathletik, Schwimmen, Bewegungsspiele in Gruppen, Gymnastik und Herzsport, zum Beispiel für Schlaganfallgeschädigte.“ Für diese Gruppen bildet der BSN gezielt Fachübungsleiter aus, die einen medizinischen Hintergrund haben, kümmert sich um regelmäßige Fortbildung und regelt die finanziellen Angelegenheiten mit den Krankenkassen und Versicherungsträgern, mit denen spezielle Verträge ausgearbeitet werden. „Wenn wir uns um die formal-juristischen Angelegenheiten kümmern, nehmen wir den Übungsleitern eine Menge Druck, so dass sie sich auf ihre eigentlichen Aufgaben konzentrieren können“, sagt Schulz. Darüber hinaus hilft der BSN auch beim Ausfüllen von Verordnungen und Folgeverordnungen. „Besonders bei Kindern sind diese Folgeverordnungen wichtig, da es bei ihnen – auch durch die Behinderung bedingt – länger dauert, bis sie den begonnenen Sport eigenständig weiter betreiben können.“ Optimal wäre es, wenn beispielsweise Kinder, die mit einer Behinderung geboren werden, durch welche sie auf den Rollstuhl angewiesen sind, bereits im jungen Jahren in Mobilitätskursen an Bewegung herangeführt werden. Die Kinder gilt es dann zu fördern und nach und nach herauszufinden, welche Sportart für sie geeignet ist und welches Talent sie mitbringen. „Wenn die Unterstützung durch die Eltern gegeben ist, haben sie die Möglichkeit, einmal in den Bereich des Leistungssports zu kommen, wenn sie das möchten“, sagt Schulz. In diesem Fall übernimmt Leistungssportkoordinator Ralf Lindschulten die Betreuung der Athleten.

Das Ziel des Breitensports für Menschen mit Handicap ist es, die Beteiligten durch den Spaß, den sie an der Bewegung haben, zum weiteren Sporttreiben zu motivieren und durch die gewonnene Mobilität eine gewisse Selbstständigkeit im Alltag zu erwerben. Die Bemühungen des BSN haben in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass immer  mehr Menschen mit Handicap an den aktiven Sport herangeführt werden. Dennoch ist die Gründung neuer Gruppen nach wie vor schwierig, weil es zu wenige Menschen gibt, die sich für den Aufbau neuer Vereinssparten interessieren. Trotz großen Engagements aller Beteiligten gibt es also immer noch Bedarf an  Unterstützung und Initiative, um Menschen in Bewegung zu bringen und damit Folgeerkrankungen vorzubeugen.
Behinderten-Sportverband Niedersachsen e.V.
Ferdinand-Wilhelm-Fricke-Weg 10
30169 Hannover
Tel.0511 / 1268-5100

Text: Heike Werner, langeleine.de
Fotos: pixelio.de


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Ein Kommentar für “Mit Bewegung souverän im Alltag”

  1. Rolf Michels Rolf Michels sagt:

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    bin neu in Hannover und auf der Suche nach einem Sportverein. Bin Oberschenkelamputiert und die Handgelenke sind auch nicht in Ordnung und die Wirbelsäule hat auch schon bessere Zeiten erlebt.
    Empfehlen Sie mir bitte einen Verein
    MfG Rolf Michels

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