Schöne Aussichten – das Neue Rathaus

„Zehn Millionen Mark, Euer Majestät, und alles bar bezahlt!“ – so verkündete Bürgermeister Heinrich Tramm im Juni 1913 die Einweihung des hannoverschen Neuen Rathauses. Sicherlich wäre Kaiser Wilhelm II. nicht so begeistert gewesen, wenn er geahnt hätte, was dem Deutschen Kaiserreich in den kommenden fünf Jahren bevorstehen sollte.

Der Bau des berühmten Verwaltungsgebäudes an der Leine war schon 1895 beschlossene Sache. Im Jahre 1901 wurde schließlich der erste von 6026 Buchenpfählen in den sumpfigen Maschboden getrieben, und es sollte weitere zwölf Jahre dauern, bis der Bau so schön wurde, wie ihn die Hannoveraner heute noch bewundern können.

Trotzend überlebte der wilhelminische, schlossähnliche Prachtbau das Kaiserreich, die Weimarer Republik und die NS-Diktatur. Durch amerikanische Bombenangriffe im letzten Weltkrieg stark beschädigt, wurde im Neuen Rathaus 1946 die Entstehung des heutigen Bundeslandes Niedersachsen ausgerufen.

Einzigartig in seiner Technik ist der Bogenaufzug, der den Besucher 50 Meter hoch in die Kuppelgalerie befördert und während der Fahrt einen horizontalen Versatz um 8 Meter zurücklegt – seit April 2008 mit modernster Fahrstuhl-Variante. Oben aus dem „schiefen Fahrstuhl“ ausgestiegen, geht es noch ein paar Meter eine Wendeltreppe hoch, und schon befindet man sich knapp 100 Meter über den Dächern der Landeshauptstadt. Die Aussicht ist nicht nur bei Sonnenschein eine Augenweide, auch bei schlechteren Wetterbedingungen ist der Blick beeindruckend – gerade nach Süden und Westen und über den Maschsee ins Calenberger Land. Bei gutem Wetter sieht man auch ohne Probleme den Harz. Sehenswert sind auch die Miniaturmodelle der verschiedenen Geschichts-Epochen in der Rathaushalle, die dem Betrachter eindrucksvoll den Wandel der hannoverschen Stadtarchitektur sowie die weitreichende Zerstörung der Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg zeigen.

Eintritt: 2,50 Euro
Öffnungszeiten: täglich von 10 bis18 Uhr
www.hannover.de


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