Wir bleiben optimistisch, trotz allem! Auch in düsteren Zeiten bleibt der Aufschwung machbar. Wir brauchen nur gute Ideen und ein bisschen Mut. Stadtkind hilft mit monatlichen Vorschlägen für die ausgekochte Geschäftsidee, damit vielleicht doch noch alles gut wird. Jetzt erst recht!
Mal ehrlich, dieser ganze Quatsch mit der monogamen Beziehung ein Leben lang, das gehört doch ins Reich der Märchen. Ehepaare, die 40 Jahre und mehr zusammenleben, sind kein leuchtendes Beispiel, sie haben einfach längst aufgegeben, sich mit ihrem Schicksal abgefunden. Glücklich sind sie jedenfalls nicht. Allenfalls tun sie so. Dieser ganze monogame Schwindel ist doch nur eine Erfindung der Katholischen Kirche. In der Realität sind Menschen eine Weile zusammen, und trennen sich wieder. Bis zu dieser Trennung laufen verschiedene Prozesse ab. Phase eins ist die Liebe. Ein paar chemische Reaktionen im Gehirn, dann ist es passiert. Das dauert dann Wochen, Monate, manchmal auch Jahre, aber irgendwann funktioniert das Gehirn wieder normal, und an die Stelle der Liebe tritt die Gewohnheit.
Man lebt so nebeneinander her, hat sich vielleicht mit ein paar Kindern eine gemeinsame Aufgabe geschaffen, oder baut sich zusammen ein Haus, oder hält sich zumindest gemeinsam ein Haustier. Im Bett läuft nichts mehr, oder es läuft mit Routine. Und die Augen, egal ob bei Mann oder Frau, wandern umher, auf der Suche nach einem neuen, frischen Lebensabschnittgefährten. Manche wissen das, andere wollen es sich nicht eingestehen. Dann folgt irgendwann der Sündenfall, und wenn es nicht geheim bleibt, folgt bald darauf die Trennung.
Natürlich folgt die Trennung auch, wenn es geheim bleibt. In dem Fall nur ein bisschen später. So ist das. Und eigentlich könnten die Menschen sich doch mit diesem Wissen anfreunden, jeweils eine Weile glücklich miteinander Leben, und sich dann rechtzeitig und einvernehmlich trennen, ohne Trauer, ohne Rosenkrieg, ohne Liebeskummer. Schade ist nur, dass so viele Menschen die Realität nicht sehen wollen. Und für diese Menschen braucht es einen Crash-Kurs in Sachen Realität. Also bitte, ihr lieben Geschäftsleute in spe, gründet eine Escort-Agentur.
Natürlich nicht irgendeine, sondern eine ganz besondere. Bei dieser Agentur können sich realitätsferne Menschen einen Partner mieten, sagen wir mal für eine Woche. Dieser Partner hat dann die Aufgabe, die menschliche Beziehung im Zeitraffer mit dem jeweiligen Kunden zu durchleben. Ganz viel Liebe und richtig guter Sex am ersten Tag, Liebe und annähernd guter Sex am zweiten Tag, wachsendes Desinteresse und routinierter Sex am dritten Tag. Kein Sex, noch mehr Desinteresse und ein bisschen Streit am vierten Tag, handfester Streit am fünften Tag. Hassgefühle am sechsten Tag und wahlweise eine Affäre. Trennung am siebten Tag.
Dem Kunden sind nun die Augen geöffnet, und er kann realistisch und abgeklärt in die nächste Beziehung gehen. Er genießt die ersten drei Tage, so lange sie auch immer dauern, und trennt sich, bevor es traurig wird. Da es noch immer unglaublich viele Menschen gibt, die in Sachen Liebe jeden Sinn für die Realität vermissen lassen, müsste die Nachfrage eigentlich immens sein. Nicht nur bei den Katholiken.
GAH

