Dr. Sebastian Süden fühlte, wie die Wut in ihm brannte.
„Und du bist eine Schlampe, Maria. Seit wann treibst du es denn mit diesem Kowalsky?“
Dieser Kowalsky war ein Glatzkopf, eine Niete. Warum ausgerechnet der?
„Wenn man dich so hört, könnte man ja fast denken, du bist eifersüchtig, Sebastian. Findest du das nicht ein bisschen lächerlich?“
Dr. Süden ballte die Fäuste. Maria wich ein paar Schritte zurück.
„Was kommt denn jetzt?“ fragte sie. „Willst du mich schlagen? Dann schlag ruhig zu.“
„Ich mache mir doch nicht an so einer Schlampe die Hände schmutzig“, zischte Dr. Süden.
„Ach, Sebastian, du hast dir doch schon an so vielen Schlampen die Hände schmutzig gemacht. Auf eine mehr kommt es da jetzt wohl nicht mehr an, oder? Übrigens ist Peter ein ausgesprochen guter Liebhaber. Vielleicht liegt es auch an seinem Schwanz. Bei ihm habe ich zum ersten Mal überhaupt was gemerkt. Er ist wirklich gut gebaut. Nicht so wie du.“
Dr. Sebastian Süden traute seinen Ohren nicht. War das wirklich seine Frau, die da vor ihm stand? War das wirklich Maria? Seine frigide, erzkatholische Maria? Was hatte dieser Kowalsky mit ihr angestellt?
„Den anderen Schlampen hat mein Schwanz immer gereicht, Maria. Darauf kannst du dich aber verlassen“, sagte er.
„Kann ich mir eigentlich nicht vorstellen. Susanne jedenfalls nicht. Sie hat gesagt, du hättest so ziemlich den Kleinsten, der ihr in ihrer Karriere jemals untergekommen wäre. Naja, wie auch immer, du weißt es ja sowieso besser. Du bist derjenige, der die Weisheit mit Löffeln gefressen hat. Du bist der große Doktor, der berühmte Chirurg. Zwar kein Professor, dafür hat es dann doch nicht gereicht. Und das Krankenhaus, in dem du arbeitest, ist relativ klein und unbedeutend. Aber für kleinstädtische Verhältnisse bist du auf jeden Fall ein bedeutender Mann. Ein bedeutender Mann ohne Frau, ohne Kinder und ohne Geld. Ein bedeutender Mann mit einem wirklich ausgesprochen kleinen Schwanz. So, und nun geh ein bisschen in dein geliebtes Arbeitszimmer und freu dich auf deinen Geburtstag. Du bist doch sicher schon ganz aufgeregt. Keine Angst, Sebastian, ich habe eine wirklich nette Feier für dich arrangiert. Und du bekommst ein ganz tolles Geschenk.“
Maria wandte sich ab und widmete sich wieder der Arbeit in der Küche. Dr. Süden starrte sie an. Das konnte doch alles nicht wahr sein. Wer war diese Frau? Er starrte auf ihren Rücken, auf ihre durch die drei Schwangerschaften ein wenig ausladender gewordene Hüfte.
„Ich zeig dich an, Maria. Ich hole mir mein Geld auf jeden Fall zurück. Das ist Diebstahl. Damit kommst du nicht durch. Keinen einzigen Cent wirst du von mir bekommen.“
„Das siehst du nicht ganz richtig, Sebastian. Erstens dürfte es das Geld von dem Konto in der Schweiz eigentlich gar nicht geben. Also kannst du auch nichts zurückfordern. Zweitens haben wir keinen Ehevertrag. Und ich glaube, bei deinem Lebenswandel wird der Scheidungsrichter es sicher ganz gut mit mir meinen. Meinst du nicht?“
„Aber du hast mich mit diesem Kowalsky betrogen, Maria. Du warst ebenfalls untreu. Vor dem Richter wirst du nicht besser dastehen.“
„Kowalsky? Ach, du meinst diesen netten Galeristen. Ja, den habe ich mal flüchtig kennen gelernt.“
Fortsetzung folgt…
