frames

Als ich das erste Mal von frames gelesen habe, war ich zugegebenermaßen etwas irritiert. Post-Alternative-Rock, aber ohne Sänger? Reine Instrumentalmusik? Die eignet sich doch eher zum Unterlegen von Filmszenen oder für den Fahrstuhl. Aber Rock? Auf richtigen Bühnen? Als Konzert? Kaum vorstellbar. Dank Internet und MySpace hatte ich jedoch innerhalb weniger Minuten die Möglichkeit, meine Vorurteile zu revidieren. Die Musik klingt unkonventionell und natürlich, mal melancholisch schön und dann wieder aufregend finster.

Es ist natürlich erstaunlich, dass sich eine Band, vor allem eine relativ junge – die Bandmitglieder sind zwischen 20 und 24 Jahren –, der instrumentalen Musik verschrieben hat. Wie kam es dazu?
Manuel, der Keyboarder, verrät mir, dass sie es bei der Gründung der Band (Herbst 2007) eigentlich gar nicht darauf angelegt hatten, reine Instrumentalmusik zu machen. Im Gegenteil. „Jonas hat am Anfang ganz viele Songtexte geschrieben. Dann haben wir eine Zeit lang mehrere Sänger vorsingen lassen. Aber niemand war dabei, der wirklich gepasst hat. Deshalb haben wir uns erstmal entschieden, ohne Sänger weiterzumachen.“

framesEs gibt sie also, die Songtexte. Und die Musiker schließen auch gar nicht aus, dass der eine oder andere Song irgendwann mit Gesang ausgestattet wird. „Ich könnte mir schon vorstellen, dass wir mal einen oder mehrere Songs mit einem Gast-Sänger aufnehmen“, so Manuel. Aber einen „richtigen“ Neuzugang wird es nicht geben. Das Kapitel „Ausstieg – Neuzugang“ haben die Jungs hinter sich.

Am Anfang bestand frames noch aus Manuel (Keys), Jonas (Guitar), Kyrill (Drums) und Greger (Bass). Letzterer verließ die Band jedoch schon nach einem Jahr. Zum Glück fand sich schnell der perfekte Nachfolger: Moses, so der Spitzname von Julian. Denn die Zeit drängte. Die Anmeldung sowie der Termin für den ersten Auftritt standen bereits fest: Dezember 2008.

„Wir wollten mal testen, wie die instrumentalen Songs beim Publikum ankommen“, begründet Manuel die Teilnahme an dem SixPack Bandcontest Hannover. Dass die Musiker dann gleich bei ihrem Debüt-Gig als Sieger von der Bühne gehen würden, hatte niemand von ihnen erwartet. Trotz einigen Zuspruchs aus dem Familien- und Freundeskreis. Natürlich wollten sich die Jungs darauf nicht verlassen, denn spätestens seit „Deutschland sucht den Superstar“ weiß man, wie viel das Urteil dieser privaten Fangemeinde meistens wert ist. In ihrem Fall lag die Verwandtschaft aber richtig. Manuel, Jonas, Kyrill und Julian haben sich mit ihrem Sieg beim SixPack Bandcontest gleichzeitig für das Local Heroes Halbfinale qualifiziert. Seitdem spielten frames auf diversen Bühnen in Hannover und veröffentlichten im Februar ihre neue „124EP“ per Eigenvertrieb, die wiederum vom Visions und dem Rock Hard Magazin zum Demo des Monats gekürt wurde.

Bald folgen auch ihre ersten Open-Air-Auftritte: Auf dem Fährmannsfest ist die Band am 1. August und auf dem Maschseefest am 7. August live zu erleben.
Knapp einen Monat später heißt es dann Daumen drücken beim Local Heroes Niedersachsen-Halbfinale im MusikZentrum (4. September). Kurz darauf folgen bereits die Aufnahmen zum Debüt-Album. Ein passender Vertrieb dafür wird noch gesucht. Das sollte jedoch bei dem Potential dieser Band kein Problem sein.

Jedem, der bei dem Gedanken an rein instrumentalen Post-Alternative-Rock noch immer skeptisch die Augenbrauen verzieht, empfehlen wir, mal bei www.myspace.com/framesband reinzuhören oder eines der nächsten Konzerte zu besuchen. Es lohnt sich.

Gulaim Ahangri


Schlagwörter:

Diesen Beitrag kommentieren