funkel, ich hör dir trapsen…


Man muss kein Prophet sein, um zu erkennen, dass die Roten vor einer schweren Saison stehen. Jeden Tag der Sommerpause guckte ich hoffnungsfroh ins World Wide Web, ob unser neuer Manager nicht vielleicht allem Understatement zum Trotz einen oder zwei Überraschungstransfers tätigt. Typen vielleicht wie Alexander Frei (der geht dann lieber in die Schweiz zurück), Lewis Holtby (von Aachen zu Schalke) oder wenigstens Shootingstars wie der Ex-St. Paulianer Alexander Ludwig.

Aber nein, niemand will zu uns, beziehungsweise ist einfach nicht genügend Geld im schwarzweiß-grünen Sparstrumpf, die fehlende Attraktivität nichtig werden zu lassen. Und so entfachen weder die bisherigen Neuzugänge, noch die Beteuerungen der „alten“ Spieler, kommende Saison mehr zu bringen als in der vergangenen, ein Feuerwerk der Vorfreude. Wenn man Profifußballer ist, muss man so etwas in Hinsicht auf das meist üppige Gehalt wohl sagen. Genauso verständlich ist die Aussage von Neu-Abwehrmann Haggui, der in völliger Verklärung der Möglichkeiten Hannover 96 am Ende irgendwo zwischen dem fünften und achten Tabellenplatz erwartet. Träum weiter, Karim. Dein neuer Verein kämpft im besten Fall um die goldene Ananas, im schlechtesten gegen den Abstieg.

Da hilft nur beten...Mich beschleicht die Angst, eine Uff- und Puh-Saison zu erleben, die dann mit viel Mühe und garantiert nicht mehr unter Trainer Hecking auf dem ersten Nichtabstiegsplatz (15.) endet. Auch wenn Dieter Hecking endlich 4-4-2 spielen lässt, wird es nichts daran ändern, dass Typen wie Mike Hanke oder auch Mikael Forsell allerhöchstens mittelbegabte Fußballer sind, die vielleicht mal einen Sahnetag erwischen können, sich ansonsten aber freuen dürfen, in der deutschen Eliteliga zu kicken.

Unser Verein muss endlich großflächiger auf die Jugend setzen, auch wenn Rückschläge aufgrund fehlender Erfahrung folgen würden. Wenn so wie jetzt weiter gearbeitet wird, sind wir auf dem Weg, eine richtig graue Maus zu werden (oder sind wir die bereits?). Alle Jugendmannschaften des DFB sind Europameister. Potential ist also da in Deutschland. Das gilt es frühzeitig zu erkennen und auch für 96 auszuschöpfen.

Aber solange mutlose Verwalter des Status Quo (7 Jahre Erstligazugehörigkeit) die Geschicke leiten, holt und agiert man lieber mit Hankes oder Hagguis und lässt Eigengewächse ziehen. Die Stagnation des Teams in der letzten Saison war frühzeitig zu erkennen und hätte eigentlich Warnung genug sein müssen, so nicht weiter zu machen. Man entschied sich aber für den Spatz in der Hand, und so werden wir wieder die Flüche und Pfiffe der 96-Anhängerschaft erwarten dürfen, einen womöglichen Regen/Traufe-Wechsel von Hecking zu einem Übungsleiter der Marke Funkel und ein Pokalaus in der zweiten Runde beim FC Schalke 04.

Eigentlich sollte man sich als Fan doch freuen auf die neue Saison, aber, sorry, ich kann es nicht so recht.

Trotzdem bis zum Mainz-Spiel im Block,

Peter Staade

Euer Peter


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