Hannovers Schüler tauchen ein in die Welt des Tanztheaters
Die Anti-Hobby Generation. Viele Kinder beschäftigen sich heutzutage lieber mit dem Fernseher, als zusammen mit anderen etwas zu unternehmen. Statt Bewegung ist Couch-Surfing angesagt und anstelle von sozialen Kontakten macht sich Langeweile breit. Was jedoch, wenn diese jungen Menschen einfach gefordert und auch gefördert werden möchten und nur auf die richtige Unterstützung warten?
Dieser Aufgabe hat sich die Compagnie Fredeweß angenommen und bereits im vergangenen Jahr die Initiative MOTS – Moderner Tanz in Schulen ins Leben gerufen. Insgesamt drei Jahre lang begleitet das Projekt mit professionellen Tänzern und Choreographen dabei fünf Schulklassen und macht sie mit Modernem Tanz vertraut. Trotz leichter anfänglicher Skepsis und Unsicherheit der Schüler und Lehrer ist MOTS mittlerweile ein großer Erfolg und begeistert vor allem die daran teilnehmenden Kinder. Dabei geht es nicht allein um den Modernen Tanz, die Kinder lernen ihre eigene Bewegungsfähigkeit kennen, und ihre musikalischen und sozialen Kompetenzen werden geschult.
Von klassischer Musik bis hin zu HipHop sind der kreativen Bewegungsgestaltung dabei keine Grenzen gesetzt, das wichtigste ist, dass die Kinder trotz geforderter Disziplin den Spaß an Bewegungen entdecken.
Um dieses Potential und die Freude zu fördern, startet die Initiative in diesem Monat mit ihrem neuen Projekt „Merkur tanzt!“ durch. Hierbei nehmen erstmals 70 Schüler und Schülerinnen einer Grundschule und zweier Förderschulen aus Hannover gemeinsam am Tanzunterricht teil.
Die Kinder lernen unter professioneller Anleitung spielerisch das Stück „Die Abenteuer des Merkur“ von Eric Saties kennen und werden dabei behutsam sowohl an die klassische Musik als auch an die tänzerischen Standards herangeführt.
Tanzen bedeutet zum einen vor allem Bewegung, gleichzeitig soll jedoch ein Erlebnis geschaffen werden. Ein Erlebnis des gemeinsamen Lernens, das weitab und unabhängig von Alter und Lernniveau steht und hinweg über sämtliche Unterschiede den Kindern ihre Gemeinsamkeiten aufzeigt.
MOTS soll den Schülern eine Chance bieten, Wertschätzung und gegenseitige Akzeptanz zu erfahren, anstelle eines Gefühls der Benachteiligung und Intoleranz, welches besonders Förderkindern oftmals entgegengebracht wird. Verantwortung statt Vorurteilen und Hilfsbereitschaft statt Konkurrenz werden den Kindern während und besonders auch durch das gemeinsame Tanzen vermittelt. Jedoch werden nicht nur soziale Kompetenzen innerhalb der Gruppe ausgebaut, die Initiatoren sehen es als ihre Aufgabe, den individuellen Ansprüchen jedes Kindes gerecht zu werden und sowohl schwächere Schüler zu fördern als auch stärkere Schüler zu fordern.
Das Projekt „Merkur tanzt!“ ist in zwei Etappen aufgebaut, die insgesamt ein Schulhalbjahr dauern. In dieser Zeit können die Kinder mit ihren Bewegungen experimentieren, miteinander lernen und Erfolgserlebnisse teilen. Die erste Etappe von „Merkur tanzt!“ beginnt diesen Monat mit einer Aufführung der Compagnie Fredeweß. Und ähnlich wie ein Kind, das zum ersten Mal einen Zaubertrick sieht, wird auch diese Darbietung von Tanzkunst die Kinder faszinieren und zum Mitmachen motivieren. Wenig später, zum Ende des Schulhalbjahres im kommenden Januar, werden es die Kinder selber sein, die ihre Bewegungen, ihre Emotionen und ihr Können auf der Bühne darstellen, um ihr eigenes Publikum zu begeistern.
Ziel und Motivation der Initiative MOTS als auch des Projekts „Merkur tanzt!“ ist es, die Programme für Tanz und Bewegung nicht nur kurzzeitig an Schulen anzubieten, sondern dauerhaft und nachhaltig als festen Bestandteil in den Schulalltag einzubinden, um die Integration unter Kindern zu fördern und ihnen einen Zugang zu Tanz und Musik zu verschaffen.
Pia Pinkawa
Mehr Infos:www.compagnie-fredewess.de

