Als Kraftwerk 1981 ihren Song „Computerwelt“ herausbrachten, mag sich das für viele noch wie eine überzogene Anti-Utopie angehört haben. Heute müssen wir uns eingestehen, dass der Überwachungsstaat teils bereits bittere Realität ist. Das Handy, die Payback-Karte und die Weiten des Internets sind ein alltäglicher Teil unseres Lebens geworden. Doch hinter den hochgepriesenen Vorteilen verbergen sich auch immense Risiken. Datenschutz und die Wahrung der persönlichen Privatsphäre bleiben im World Wide Web allzu häufig auf der Strecke. Für den User vor dem heimischen PC sind diese Risiken kaum noch zu überblicken.
Genau hier setzt das Geschäftsmodell von Peter Leppelt (32) und Wulf Bolte (29) an. „Privatsphäre und Jugendschutz für alle!“, so lautet das Motto des Unternehmens praemandatum (lat. „Steckbrief“). Mit einer speziellen Jugendschutzberatung und einem Medienkompetenztraining stehen die IT-Profis insbesondere Verbrauchern zur Seite.
Was passiert wirklich mit meinen persönlichen Daten, wie kann ich mich vor Missbrauch schützen? Was geschieht, wenn ich mir ein Profil bei Social-Networking-Seiten wie MySpace oder studiVZ anlege? Ist mir bewusst, dass mein Reisepass einen passiven Sender enthält, der durch beliebige Personen mit dem entsprechenden Wissen ausgelesen werden kann? Dass eine Ortung meines Mobiltelefons zu jedem Zeitpunkt bis auf wenige Meter genau möglich ist? Was tut sich bei der Internet-Flatrate im Hintergrund, an wen werden welche Daten gesendet? Welche Suchwörter stehen bei Suchmaschinen automatisch auf einer Überwachungsliste? Wer liest mit, wenn ich im Internet Texte oder E-Mails schreibe? Wer interessiert sich für meine Surfgewohnheiten? Und warum bekomme ich Angebote per E-Mail, die zu meinen Hobbys passen?
Solche und viele andere Fragen werden in Beratungsgesprächen direkt vor Ort beantwortet, hilfreiche Tricks und Tipps vermittelt. Auch technische Installationen zum Schutz privater Daten gehören zum Angebot.
Wie aktuell dieses Angebot ist, davon zeugen nicht nur die vielen Datenschutzskandale der vergangenen Monate. Telekom, Lidl oder Deutsche Bahn sind nur die großen Namen in einer ganzen Reihe von Datenmissbrauchsfällen und Angriffen auf die Privatsphäre. Seit dem 1. Januar 2008 ist darüber hinaus das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung in Kraft. Auch der Staat kann sich nun also im Zweifel auf heimischen PCs einklinken. Mit ihrem Angebot besetzt praemandatum eine bestehende Marktlücke, denn das Unwissen über die Risiken scheint ebenso grenzenlos wie das Internet. Viele verlassen sich auf den freundlichen PC-Verkäufer und den „versierten“ Bekannten, der den heimischen PC installiert. Das Angebot der Jungunternehmer beginnt daher schon bei der Einrichtung des Computers.
Sicherheit, Datenschutz und Benutzerfreundlichkeit, das sind die wesentlichen Eckpunkte, auf die praemandatum besonderen Wert legt. Natürlich gehört auch eine dauerhafte Unterstützung und Beratung dazu. Wer wissen möchte, wie es um die eigene Privatsphäre im Netz bestellt ist, der sollte den Kurztest auf der Homepage der Jungunternehmer machen. Zumindest für die kostenlose Erstberatung dürfte sich danach eigentlich jeder interessieren.
Interessiert haben sich für das Konzept übrigens auch die Juroren des Gründerförderungsprojekts „GründerCampus Niedersachsen“ des niedersächsischen Wirtschaftsministeriums. Dort gewann das im März 2008 aus der Universität Hannover ausgegründete Unternehmen Fördergelder in Höhe von 18.000 Euro.
Tamy Kahlert
praemandatum
Auf dem Brinke 15
30453 Hannover
Tel. 0511-9694986
Öffnungszeiten:
Mo-Sa 9-20 Uhr
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