Fast fünf Monate Warten auf das nächste Pflichtspiel: Für die Fans der Hannover Indians geht am 11.9. eine lange Sommerpause zu Ende, die anders war als die der letzten Jahre. Nach dem furiosen Aufstieg in die zweite Bundesliga war die Vorfreude auf die Auftritte „ihrer“ Indians in der neuen Spielklasse den ganzen Sommer über zu spüren.
Neben der Freude über den sportlichen Erfolg für den Fanindianer wichtig: Endlich konnte der Fluch der „Unaufsteigbaren“ abgestreift werden und endlich warten neue, attraktive Gegner! (Wer will schon drei Heimspiele pro Saison gegen die Eisbären Juniors sehen?) Wobei beim Studium der Gegner in der neuen Liga auffällt: Freiburg, Dresden, Heilbronn… sieben der Gegner in der zweiten Liga sind Mannschaften, die in den letzten Jahren an den Indians vorbei aus der Oberliga aufgestiegen waren. Zeit für Revanche…
Wie heiß Hannover auf seine Indians in der zweiten Bundesliga ist, zeigte das erste Testspiel: 3.600 Zuschauer wollten das Debüt der neu formierten Indians sehen – trotz Freibadwetters. Und sie wurden nicht enttäuscht: Lange konnte man den klassenhöheren Kölner Haien Paroli bieten und unterlag am Ende nur knapp mit 1-3. Ein Unsicherheitsfaktor sind stets die neuen ausländischen Spieler. Wie werden sie sich integrieren? Wie stark sind sie wirklich? Entwarnung gab es bereits nach den ersten Spielen. Nick Martens entpuppte sich als fleißige Verstärkung für die Abwehr, bei den Schlagschüssen von P.J. Atherson fühlte sich manch einer an die Schussgewalt eines Robby Sandrock erinnert, und Josh Olson und Preston Mizzi stellten gemeinsam mit ihrem Sturmpartner Dan del Monte öfter die Verteidigungen der Testspielgegner vor unlösbare Aufgaben.
Auch die wichtige Torwartposition scheint im Jahr eins nach Indianslegende Roman Kondelik gut besetzt. Sowohl die neue Nr. 1 Marek Mastic als auch Backup Benjamin Voigt konnten in den ersten Spielen überzeugen. Die Vorbereitung hatte es in sich. Testspiele vor allem gegen Vertreter aus der DEL forderten das Team und sorgten mit guten Ergebnissen für ein neues Gefühl bei den Fans: Hoppla, wir können da mithalten! DEL? Da war doch noch was in Hannover… Genau! Auch den örtlichen Vertreter der ersten Liga fordern die Indians heraus. Am 30.8. treffen sich die Hannover Scorpions und die Hannover Indians zur inoffiziellen Stadtmeisterschaft in der TUI Arena. Die letzten Vergleiche gewannen die Indians haushoch – allerdings nur im Vergleich der Stimmgewalt der Fangruppen. Sportlich war der Nachbar aus Laatzen deutlich überlegen. Diesmal ist das vielleicht anders. Auch, wenn es keiner offen ausspricht: Das Indians-Lager rechnet sich durchaus Chancen aus, zumindest für ein offenes Spiel zu sorgen. Und beim Rückspiel im Oktober im Hexenkessel am heimischen Pferdeturm scheint alles möglich…
Letztendlich zählen aber nur die Ergebnisse in der Liga. Experten trauen den Indians als Aufsteiger eine Platzierung zwischen den Plätzen vier und acht zu, verbunden mit der Qualifikation für die Play Offs. Das dürfte bei eingefleischten Fans eine neue Angst hervorrufen: Es könnte ja ein Aufstieg in die ungeliebte DEL drohen! Doch dieses minimale Risiko gehen alle gerne ein für die Mission der Indians auf dem Kriegspfad 09/10: Zweite Eishockey Bundesliga!
DMVB

