Die Rückkehr von Selig ist die deutsche Musiksensation des Jahres. In den 90zigern brachten sie drei sehr erfolgreiche Alben raus und gewannen den Echo.Dann kam der Bruch und 1999 war alles vorbei. Was sich nach 10 Jahren alles geändert hat und wie sich das Comeback anfühlt, fragte Birk Grüling die Band um Jan Plewka.
Ihr wart 10 Jahren lang getrennt. Anfang des Jahres habt ihr ein neues Album rausgebracht und seid jetzt auf Tour. Wie ist das Gefühl der Reunion?
Das Gefühl ist unglaublich. Wir haben gerade eine wahnsinnige Zeit zusammen. Wir spielen viel Auftritte und haben Spaß. Man könnte fast sagen, dass Selig endlich unendlich ist und wir legen alles daran, dass es auch so bleibt.
Vor 10 Jahren seid ihr ja nicht gerade im Frieden auseinandergegangen. Warum kann euch das heute nicht noch einmal passieren?
Zuerst einmal haben wir miteinander Frieden geschlossen und das ist sehr wichtig. Man ist ja auch als Mensch reifer und älter geworden, wir gehen heute bewusster mit dem Medienrummel um und haben unsere Familien als Rückhalt. Damals war ich fast gar nicht zu Hause. Heute genießen wir jede Sekunde und leben einfach nicht mehr nur auf der Überholspur.
Wie muss man sich das genau vorstellen? Was macht ihr anders?
Naja, zum Beispiel legen wir keine Auftritt in die Schulferien, sondern fahren mit unseren Familien weg. Früher gab’s nur Selig, Selig, Selig. Heute ist das klar anders. Jeder hat sein Leben und seine Familie, wenn auch Selig ein großer Teil des Lebens ist.
Ihr habt heute ja eure Familie sogar mitgenommen. Ist das normal und wie wichtig ist Familie für euch?
Wir sind eine sehr kinderreiche Band, wir sind fünf Männer und haben insgesamt 12 Kinder. Wenn es die Zeit zulässt, nehmen wir die Familien schon mit, aber natürlich nicht immer. Unsere Kinder lieben auch den Trubel auf Tour, Familie kommt bei uns aber noch vor der Musik.
War das Album „Endlich Unendlich“ nur ein einmaliges Ding oder kann man von euch noch mehr erwarten?
Wir haben ja im April eine kleine Clubtour gemacht und die Resonanz war überwältigend. Wieder zusammen auf der Bühne zu stehen und vor so vielen Menschen zu spielen, war einfach eine unglaublich emotionale Erfahrung. Das hat uns bestärkt, weiter zu machen, und vielleicht ist unser Albumtitel ja doch richtungweisend für unsere Zukunft. Denn bei der Tour haben wir wirklich da angeschlossen, wo wir aufgehört haben.
Wird also Selig endlich unendlich?
Ja definitiv, vielleicht sogar etwas länger.
Ihr hatte ja auch ziemlich viele Nebenprojekte und habt euch auch als Schauspieler versucht. Laufen diese Projekte weiter?
Uns sind die Nebenprojekte sehr wichtig und die laufen auf jeden Fall weiter. Sie helfen uns schließlich auch, unseren Kopf frei zu kriegen für Selig.
Ihr habt jetzt die Festivaltour fast hinter euch gebracht und im Herbst geht es dann auf Clubtour. Was erwartet ihr von der Tour?
Relativ viel, die Festivals zu spielen war sehr schön. Vor 20.000 Menschen spielen ist unglaublich, aber eine Clubtour ist immer intensiver. Die Fans kommen bewußt zu Selig und singen die Texte mit. Bei unserer Auftakttour haben wir schon die Euphorie gespürt, und das macht die Vorfreude natürlich besonders groß.
Habt ihr schon eine neue Platte in Planung?
Ja, nach der Tour geht es auf jeden Fall ins Tonstudio und im nächsten Jahr wird es ein neues Seligalbum geben. Wir haben das Gefühl, dass dieses große Fest noch weiter gehen sollte.
Interview: Birk Grüling

