tremendo

Urlaub, verreisen – das ist dieses Jahr nicht drin. Darum wollen wir uns kulinarisch in die Ferne träumen, bei leckerem Essen und gutem Wein: Unsere Restaurant-Wahl fällt schnell auf das Restaurant Tremendo. Karibische Küche: Das klingt nach Sommer, Sonne, blauem, wolkenlosem Himmel, gebratenem Fisch, ausgefallenen Gewürzen und köstlichen Cocktails. Mal was anderes. Gespannt finden wir uns vor dem Restaurant in der List ein, suchen uns ein schönes Plätzchen auf der einladend gestalteten Außenterrasse und beginnen, die Karte zu studieren. Für ein Getränk haben wir uns relativ schnell entschieden – meine Kollegin bestellt ein Ingwer-Bier, ich nehme einen Chardonnay. Bei der Wahl des Essens tun wir uns dann sichtlich schwerer: Nachdem uns die freundliche, geduldige Bedienung mehrfach nach unseren Wünschen fragt, bestelle ich schließlich ein Panini Havanna als Vorspeise: getoastetes Weißbrot mit Avocado-Krebsfleisch Cocktail. Was wir als Hauptspeise wählen, wollen wir noch überlegen. Mein Avocado- Cocktail-Toast entpuppt sich als ordentliche, sättigende Portion: Das knusprige und doch fluffige Brot ist auf einer kleinen delikaten Salatbeilage angerichtet, den Cocktail selbst hatte ich mir anders vorgestellt: Viel Sauce und wenig Geschmack. Ich schmecke keine Avocado, dafür aber viel Papaya, die nicht auf der Karte erwähnt und auch nicht ganz mein Fall ist. Dafür koste ich mehrfach vom großen Salat meiner Begleiterin – mit gekochten Bananenscheiben: Der hätte mehr meinen Geschmack getroffen.

Um im Folgenden auf Nummer Sicher zu gehen, fällt die Wahl für das Hauptgericht leichter: Wenn Zutaten verwendet werden, die nicht auf der Karte stehen, entscheide ich mich lieber nicht für etwas, das ich nicht kenne, und bestelle Pavo Marooni: gegrilltes Putenfleisch mariniert mit karibischer Honig-Jerk-Gewürzmischung und pikantem Dip, dazu Süßkartoffeln. Meine Kollegin nimmt Papageifisch mit Maniokwurzeln. Ich koste davon, aber sie sind mir viel zu fade und holzig. Diesmal bin ich also vollends zufrieden mit meiner Wahl: Das Gericht ist nicht nur üppig, mit drei Stück Pute auf delikater Sauce mit Paprikastücken und jeder Menge Kartoffeln dazu, sondern auch ausgesprochen lecker. Die exotischen Gewürze schmecke ich zwar ebenso wenig heraus wie den Honig, darum könnte es genauso gut ein nicht-karibisches Gericht sein, doch ich wollte ja auch nicht experimentieren. Satt und gut gelaunt verlassen wir das Lokal. Für einen Cocktail hat leider die Zeit nicht mehr gereicht – wir haben uns zu lange mit der Wahl aus all den köstlichklingenden Gerichten aufgehalten. Das nehmen wir uns aber fest für’s nächste Mal vor.
Denn unser Fazit lautet einstimmig: Wenn man sich einmal etwas Besonderes gönnen möchte, kann man es sich hier in südlicher Atmosphäre defintiv gut gehen – und schmecken-lassen.

Christine Meier

Mit Karibik assoziiere ich glühende Hitze, erfrischende Cocktails und die Erfüllung des Fernwehs. Aber an die karibische Küche habe ich nie gedacht. Bis zu dem Moment, als meine Freundin das Tremendo vorschlägt. Das Restaurant befindet sich am Lister Platz, abgeschirmt von Straßenlärm und Autogasen. Die Kulisse sieht traumhaft aus: einige wenige Treppen führen zu der Außenterrasse, die zwar nicht besonders groß ist, aber einen unvergleichlichen Charme ausstrahlt. Weitere Treppen führen in den Innenraum, der überraschenderweise sehr geräumig ist. Die Wände sind mint-farbig und passen zum dunklen Holzinventar. Es sieht sehr einladend aus, ist es aber leider nicht für alle, wie ich enttäuscht feststellen muss: eine Rampe sucht man hier vergebens. Nach kurzer Zeit nimmt eine freundliche Kellnerin unsere Bestellung auf. Ich entscheide mich für das Ingwer Bier. Die karibische Limonade hat geschmacklich nichts gemein mit einem herkömmlichen Bier, außer der Farbe sowie dem Schaumkopf. Bei der Vorspeise fällt mir die Wahl einfach, da ich die meisten Angebote – aufgrund meiner persönlichen Abneigung gegenüber Meeresfrüchten – eliminiere. Der „Ensalada Activio“ für 6 Euro klingt verlockend: Blattsalat mit Kochbananen, Papaya, Rote Beete und Avocado mit Mango-Vinaigrette. Die Kochbananen sind noch warm und nicht zu trocken oder zu weich, die fruchtige Papaya in kleine Kügelchen geformt und die Avocado lecker-cremig.

Für den kleinen Hunger ist die Vorspeise vollkommen ausreichend: von Geiz keine Spur. Beim Hauptgericht haben wir die Wahl zwischen Fisch, Rind, Lamm und Geflügel. Dass kein Schweinefleisch angeboten wird, stört uns nicht weiter. Vegetarier müssten womöglich auf eine Vorspeise zurückgreifen. Auf die Empfehlung der Kellnerin hin entscheide ich mich für den Papageifisch, der den Namen seiner rötlich glänzenden Farbe zu verdanken hat. Zum „Loro Mambo“ (14 Euro) gesellen sich Papaya und Paprika sowie Kokosmilch in Honig-Soja-Sauce. Eine Beilage darf ich selbst auswählen: Süßkartoffeln, Reis und Salat sind mir zu schlicht. Deshalb entscheide ich mich für die Maniokwurzeln, die frittiert und vergleichbar mit „großen Pommes“ seien, jedoch trockener, teilt mir die Bedienung mit. So schmecken sie auch leider: fad, trocken und nach frittiertem Öl. Auch meiner Begleitung kann ich sie nicht schmackhaft machen, denn nach einem Biss hat sie die Wurzeln als „toten Astbaum“ deklariert. Der Papageifisch hingegen schmeckt sehr lecker, vor allem gut gewürzt. Zwischendurch beiße ich auf etwas Scharfes, was meinen Gaumen besonders erfreut. Weniger erfreulich sind hingegen die Scampis, die als kleines Bonbon gedacht sind. Bereitwillig biete ich sie meiner Begleitung an, die die Krabben genüsslich verzehrt. Als Stammgäste konnte das Tremendo uns nicht für sich gewinnen, aber gegen einen Ausflug in die karibische Küche ist nichts einzuwenden. Auch wenn das Restaurant noch entwicklungsfähig ist. Vielleicht tröstet ja die Cocktail-Karte über den einen oder anderen Fehlgriff hinweg.

Gulaim Ahangri

Karibische Nacht
Tremendo
Oskar-Winter-Str.8
30161 Hannover
0511 – 66 02 97


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