warp-antrieb

Der Weltraum – unendliche Weiten. Mit Überlicht-
geschwindigkeit fliegt das Raumschiff Enterprise scheinbar mühelos durchs Universum. Heute in der Galaxie, morgen in einer anderen. Und wir hier auf der Erde im 21. Jahrhundert können gerade mal ein kleines Fahrzeug zum Mars schicken, das aussieht wie das ferngesteuerte Spielzeugauto eines Siebenjährigen. In Science Fiction Serien und Filmen wird uns ständig die Zukunft vor Augen gehalten, wie sie sein könnte: Raumschiffe, außerirdisches und dazu noch intelligentes Leben, Beamen, Replizieren, Traktorstrahl, Warp Antrieb, sehr weit fortgeschrittene Medizin.

Das sind natürlich schöne Aussichten, aber wie sieht es mit der Machbarkeit aus? Sind diese Technologien nichts mehr als Fiktionen, die einzig auf der Phantasie durchgeknallter Freaks in dunklen amerikanischen Kellern fußen? Oder sind dies realistische Visionen der Zukunft? Inwiefern beispielsweise der Warp- Antrieb des Raumschiffs Enterprise ein Produkt der ersten Art ist, haben wir in den unendlichen Weiten des B-Wissens unserer Welt erforscht. Der Warp-Antrieb ist, wie der Name schon sagt, eine Antriebstechnologie für Star Trek Raumschiffe. Dabei ist das Schiff tatsächlich schneller als das Licht (!), indem es die Raumzeit künstlich deformiert. Denn im Gegensatz zu anderen Antriebsarten funktioniert der Warp-Antrieb nicht auf dem Rückstoßprinzip.

Das englische Verb „to warp“ bedeutet verzerren, und daher kommt auch der Name „Warp-Antrieb“. Der Weltraumflitzer verzerrt also den Raum, so dass der Weg zum Ziel künstlich kürzer wird. Kluge Köpfe ahnen, wie Chuck No ähh… Captain Picard den Raum krümmen muss: an der Vorderseite des Schiffs wird die Raumzeit zusammengezogen, so dass der Abstand zum Ziel kleiner wird, und an der Hinterseite wird der Raum gedehnt, so dass sich der Abstand zum Startort erhöht.

Hört sich komisch an, ist aber so. Und es ist gar nicht so weit hergeholt – selbst ohne Raumkrümmung. Auf dem Raumschiff Enterprise wird, wie Zuschauer der Serie sicherlich wissen, die Energie, die im Warp-Kern erzeugt wird (es ist unglaublich viel Energie), in einen Subraum verschoben, die dort Verzerrungen hervorruft, welche sich auch auf den Normalraum auswirken. Je schneller das Schiff, desto größer die Raumzerrung. Außerdem befindet sich das Schiff in einem Warp-Feld, das man sich als eine Blase vorstellen kann, in dem sich das Schiff befindet.

Gut, es gibt so etwas wie einen Subraum in der Wirklichkeit nicht. Aber dieser Subraum ist eine geschickte Erfindung der Star Trek-Macher, um physikalische Ungereimtheiten zu retuschieren. Wie im Subraum-Beispiel, werden an vielen anderen Stellen auch theoretische Lücken der realen Physik mit Fiktion gefüllt – ist doch toll! Das Pendant zum ausgedachten Subraum ist die Annahme negativer Energie in der realen Physik. Denn negative Energie wurde bisher nicht direkt nachgewiesen. Indirekt wurden jedoch schon Effekte gemessen, die darauf hindeuten, dass es negative Energie tatsächlich doch gibt. Ist also gar nicht so doof, was sich die Star-Trek-Leute da ausgedacht haben. Selbst das Reisen mit Überlichtgeschwindigkeit ist – obwohl Albert Einstein zu sagen pflegte, kein Signal sei schneller als Licht – nicht pure Fiktion. Durch die Raumverzerrung nimmt das Licht nämlich nur eine Abkürzung. Also haben unsere Trekkis sogar die spezielle Relativitätstheorie berücksichtigt.

Auch Phänomene wie Wurmlöcher, Beamen und Replizieren sind kein galaktischer Bullshit, sondern schon an die reale Physik angelehnt. Es wird eben nur noch etwas dazugedichtet oder ersetzt. Denn selbst, wenn solche Errungenschaften an die reale Physik angelehnt sind, so gibt es gute Gründe dafür, dass wir sie bisher noch nicht umgesetzt haben. Forscher haben ausgerechnet, dass für die Erzeugung einer Raumkrümmung solcher Ausmaße (so dass ein Raumschiff hindurchfliegen könnte) so viel negative Energie benötigt werden würde, dass sie dem Zehnmilliardenfachen der Masse des bekannten Universums entspräche! Super, wie soll man sich das denn bitte überhaupt vorstellen? Und vor allem: wie kann man so was ausrechnen? Kann man da überhaupt von „rechnen“ sprechen? Da muss man doch staunen. Und ganz ehrlich: wer allein schon von sich behaupten kann, so etwas auszurechnen, oder einen „Computer“ zu bauen, der das kann, der grenzt nicht nur an außerirdische Intelligenz, sondern auch an einen meta-kosmologischen Super-Freak, oder?

Bettina Riekenberg


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