„Wir bitten Sie, den Gefahrenbereich bis 09:00 Uhr verlassen zu haben. Ab diesem Zeitpunkt wird das Einfahren in diesen Bereich nicht mehr möglich sein. Personen, die dann noch im Gefahrenbereich angetroffen werden, wird ein Platzverweis nach § 13 des Polizei- und Ordnungsbehördengesetz (POG) erteilt.
Bitte verschließen Sie Ihre Häuser/Wohnungen, schließen Sie Ihre Fenster und lassen Sie – falls möglich – die Rollläden an den Fenstern herab. Bitte denken Sie daran, eventuell benötigte Medikamente in ausreichender Menge mitzunehmen. Falls spezielle Nahrung (z.B. Baby- oder Diabetikernahrung) benötigt wird, bitten wir daran ebenso zu denken wie an Windeln und Ersatzkleidung.
Bitte schalten Sie Zeitschaltuhren ab und denken Sie an ihre Haustiere, um unnötige Kontrollmaßnahmen einzelner Wohnungen zu verhindern, die den Entschärfungszeitpunkt verspäten könnten.“
Was sich liest wie die Durchsage in einem Katastrophenfilm Marke Roland Emmerich, ist ein Teil des Infozettels an die Bürger der Stadt Koblenz. Dort angelaufen ist die größte Evakuierungsaktion wegen einer Bombenentschärfung in Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg.
Im Rhein bei Koblenz war eine 1,8 Tonnen schwere Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Wegen der Entschärfung dieser sowie einer weiteren kleineren US-Bombe und eines Nebelfasses müssen am Sonntag, den 4. Dezember rund 45.000 Koblenzer (fast die Hälfte der Einwohner) ihre Häuser für mehrere Stunden verlassen. Bereits am gestrigen Mittwoch wurden die ersten Patienten aus Krankenhäusern verlegt, die sich in der Sperrzone befinden.
Die Stadt plant mit rund 2.500 Einsatzkräften.
Sicher ist schon jetzt, dass es aufgrund der Evakuierung am Sonntag auf der Rheinstrecke zu erheblichen Störungen im Bahnverkehr kommen wird. Wobei Störungen im Bahnverkehr grundsätzlich täglich bombensicher sind…


https://twitter.com/#!/profi_youth/status/142198931105910784