ein offener brief an kim jong-un

Lieber Kim Jong-un, hoffentlich lebst du noch, wenn Ende April unser neues Mai-Heft erscheint. Das ist jetzt gar nicht böse oder zynisch gemeint, ich mache mir einfach Sorgen. Nicht, dass irgendjemand in den nächsten Tagen sagt: „Tollwut, klarer Fall.“

Ich hatte mal einen Yorkshire-Terrier, der sich bei einem Spaziergang sehr unglücklich in die Wade eines Radfahrers verbissen hat. Damals hieß es auch Tollwut, und er bekam eine Spritze. Wobei ich heute denke, dass das mit der Tollwut nur ein Märchen war, weil zu dem Zeitpunkt bereits die gesamte Gemeinde plus Tierarzt das bissige kleine Frettchen loswerden wollte. Das war tragisch. Mein kleiner Hund konnte damals eigentlich nichts dafür, das weiß ich heute. Ich hatte ihn einfach völlig falsch erzogen. Ich hatte mir nämlich damals überlegt, dass so ein kleiner Hund sicher einen Minderwertigkeitskomplex hat.

Und darum habe ich ihm nicht nur die größten Kauknochen gekauft, die es in der Kleintierabteilung gab, ich habe auch so einen Zerrspiegel angeschafft, in dem der kleine Kerl riesengroß aussah. Fast wie ein Monster. Mit dem Ergebnis, dass er selbst dem Bernhardiner von gegenüber an die Beine gegangen ist. Das war schon ein sehr selbstbewusstes, wildes Kerlchen. Natürlich auch total irre; ich musste ihn ständig an die Leine nehmen, wenn er sich mal wieder mit irgendeinem Schäferhund oder Dobermann angelegen wollte. Aber ich mochte den kleinen Teufel. Er war so niedlich. Naja, wenn er nicht gerade zugebissen hat. Da konnte man sich nie so sicher sein. Gekläfft hat er eigentlich ständig.

Der Rest im aktuellen Heft!

Foto: Jorma Bork / pixelio.de
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