kinder sind die beste therapie

Fernsehen und Kleinkinder – für mich sind das zwei Dinge, die sich wunderbar vereinen lassen. Ich sehe zum Beispiel kein Problem darin, in Anwesenheit meines 3-Jährigen mal den Fernseher einzuschalten, um nachzusehen, was in der Welt passiert ist. Ihn interessiert das immer herzlich wenig, es sei denn ich lande aus Versehen beim Einschalten auf einem Sender, auf dem grad eine Zeichentrickserie läuft. Egal was es ist, bei Zeichentrick denkt mein Sohn, es sei etwas für ihn, wobei ich manchmal schon bezweifle, ob South Park wirklich das Richtige ist. Alles was nicht Zeichentrick ist, guckt er jedenfalls nicht mit dem Arsch an. Bis auf eine Ausnahme: Ausgerechnet in dem Moment, als ich den Fernseher anmachte, wurde ein äußerst anschaulicher Beitrag über Giraffe Marius gezeigt, die im Kopenhagener Zoo vor den Augen der Besucher geschlachtet und an andere Tiere verfüttert wurde. Ich finde es im Übrigen sehr pietätvoll, dass diese junge Giraffe nicht als „die geschlachtete und zum Fraß vorgeworfene Giraffe“ im Gedächtnis geblieben ist, sondern schlichtweg als „Giraffe Marius“. Zumindest in meinem Gedächtnis ist das so. Was meinen kleinen Sohn betrifft, der plötzlich mit weit aufgerissenem Mund neben mir vor dem Fernseher stand und mit piepsiger Stimme „Giraffe!“ schrie, bin ich mir allerdings nicht ganz sicher. „Ja, mein Schatz, das ist eine Giraffe. Sehr gut!“, lobte ich zunächst seinen klugen Beitrag und schaltete dann ganz schnell die Kiste aus. Er protestierte umgehend. „Mach das an!“ Zugegeben, ich hätte nur zu gerne die Kiste wieder angemacht, um noch ein bisschen mehr über das seltsame Spektakel zu erfahren. Aber ich befand, dass dies ein geeigneter Moment sei, um dem Jungen ein paar ganz klare Grenzen aufzuweisen. „Du kannst heute Abend noch das Sandmännchen gucken, meinetwegen auch noch Yakari, und vor dem Sandmännchen in Gottes Namen auch noch den ganzen anderen Quatsch, aber jetzt ist erst mal Feierabend.“ „Ich will kein Sandmännchen gucken. Ich will die Giraffe sehen!“ Oh Gott, er war sicher traumatisiert, und ich war schuld daran. Voll des schlechten Gewissens, versuchte ich mich in Schadensbegrenzung. Ganz wichtig, wenn so etwas passiert ist: Viel mit dem Kind reden und versuchen, eine kindgerechte Erklärung zu liefern. Das tat ich dann auch. „Schatz, wenn wir jetzt wieder einschalten, ist von dieser Giraffe nicht mehr viel übrig. Die wurde ja komplett zerhäckselt und anschließend zerfleischt. Wenn du nicht vorhin noch zufällig das Tier bei halber Häutung und dabei auch teilweise noch das hübsche Giraffenmuster gesehen hättest, würdest du jetzt gar nicht mehr erkennen können, welches Tier das mal war.“ Mit diesen Worten schob ich ihn in die Küche, holte eine Tüte Gummibärchen aus dem Schrank und gab sie ihm. Umgehend stopfte er sich mit dem Gummizeug den Mund voll, so dass es auch gar nicht mehr möglich war, sich weiter zu unterhalten, insbesondere nicht über Giraffen.

Der Rest im aktuellen Heft!


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  • @der_werbetexter Die Nummer passt in jeglicher Hinsicht. #Superweib #Supertyp
    29 Tagen ago
  • Franchisenehmer wehrt sich gegen Kündigung von #BurgerKing. Ein Kim Jong-un äh Yi-Ko lässt sich seine Schreckensherrschaft nicht verbieten!
    29 Tagen ago
  • Hach, wenn am Welttoilettentag die Feuchttücher zur Neige gehen... Das ist wie Geburtstag ohne Kuchen. Sehr, sehr traurig.
    30 Tagen ago
  • Nicht dass die Ferres dem #Lanz jetzt an die Wäsche geht. Sieht aus wie der junge Maschmeyer, in den sie sich einst verknallt hat. #Movember
    30 Tagen ago