aktuelle ausstellungen im dezember

sprengel museum – michael schmidt
Michael Schmidt (1945–2014) zählt zu den wichtigsten Fotografen der Nachkriegszeit. Mit seinen Serien Waffenruhe (1984–1987), Ein-heit (1991–1994), Frauen (1997–1999), Irgendwo (2001–2004) oder Lebensmittel (2006–2010)  schuf er wegweisende Arbeiten von zeitgeschichtlicher Bedeutung. Das Sprengel Museum Hannover zeigt Michael Schmidt in diesem Jahr mit der Serie Frauen, die in Hannover und mit Unterstützung der Niedersächsischen Sparkassenstiftung entstanden ist. Charakteristisch für die Serie sind ausschnitthafte Ansichten unterschiedlichster Frauen in verschiedenen Haltungen. Reduzierte Aufnahmen, deren Nacktheit von geradezu medizinisch anmutender Nüchternheit ist, deren Ausstrahlung existentielle Fragen aufwirft – nach dem Blick auf uns selbst und dem Blick der anderen auf uns. Zu sehen bis 14.12. Außerdem zeigt das Museum derzeit die Ausstellung „Zeichnung Ost“ mit neuen Arbeiten aus der eigenen Sammlung. Mithilfe der FAMAKunststiftung  konnte der Bestand zum Thema Zeichnung  um 121 Werke aus der ehemaligen DDR seit 1945 erweitert werden, darunter Blätter von Gerhard Altenbourg, Christa Böhme, Lothar Böhme, Manfred Böttcher, Hermann Glöckner, Dieter Goltzsche, Joachim John, Gerhard Kettner, Walter Libuda, Michael Morgner und Hanns Schimansky, zu sehen bis 4.1. Abb. Michael Schmidt, o.T. aus FRAUEN, 1997-1999, © Stiftung für Fotografie und Medienkunst mit Archiv Michael Schmidt

 

02geschichten für kinder
Kinder mögen Bildergeschichten. Der Urvater der Comics, Wilhelm Busch hat vor 150 Jahren die Geschichte von Max und Moritz gezeichnet. Anlässlich dieses Jubiläums zeigt das Museum Wilhelm Busch – Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst derzeit eine Ausstellung mit Meisterwerken der Kinderbuchillustration. Neben Wilhelm Busch sind weitere Werke von Zeichnern wie Volker Kriegel (Abb.), F. K. Waechter und Tomi Ungerer zu sehen, die inzwischen ebenfalls zu Klassikern avanciert sind. Eine Entdeckung dürfte Philip Waechter sein, dessen fantasievollen Werke erstmals gemeinsam mit denen seines Vaters gezeigt werden. Die Ausstellung vereint neben Werken aus der eigenen Sammlung auch verschiedene Leihgaben, u.a. aus dem Museum Tomi Ungerer in Straßburg, bis 1. März.

 

stufen zur kunst
Seit 2010 im finden im Treppenhaus im Ostflügel des Künstlerhauses regelmäßige Kunstinstallationen unter dem Titel „Stufen zur Kunst“ statt. Nach Heike Mutter und Ulrich Genth (2013), Lothar Götz (2012), Esther Stocker (2011) und Christian Helwing (2010) wählte die Jury der Stiftung Niedersachsen und des Kunstvereins Hannover nun die Berliner Künstlerin Kathrin Sonntag (*1981) mit ihrem Konzept „WHAT´S LEFT WHEN YOU´RE RIGHT“ aus. In der Hannoverschen Gegenwartsschau Made in Germany Zwei war die konzeptuell arbeitende Künstlerin mit der Diaprojektion „Blame it on Morandi“ zu sehen. Für das eindrucksvolle Treppenhaus ersann Sonntag eine Vielzahl von Gesten, mit denen uns Hände den Weg weisen, die Richtung zeigen, willkommen heißen, abweisen und weitere Mitteilungen machen. Eröffnung: Mittwoch, 26. November 2014, 19 Uhr.

 

kestnergesellschaft
Bekannt wurde Heimo Zobernig (*1958) in den 1980er Jahren mit nüchternen Skulpturen, die sich auf der Grenze zum Design-Objekt bewegen. Die Arbeiten des Wien lebenden Künstlers umfassen aber auch Malerei, Video und Performance. Die kestnergesellschaft präsentiert derzeit in Kooperation mit dem MUDAM in Luxembourg eine umfangreiche Schau des mehrfachen Documenta-Teilnehmers, der im kommenden Jahr den Österreichischen Pavillon auf der Biennale in Venedig bespielen wird. Die Ausstellung umfasst neben skulpturalen Arbeiten auch eine Reihe abstrakter Bilder aus den letzten Jahren. Parallel ist die Ausstellung des Leipziger Maler Jochen Plogsties (*1974 in Cochem) zu sehen. Plogsties reproduziert die Reproduktion. Kleine Kunstpostkarten und andere Vorlagen sind Ausgangspunkt seiner künstlerischen Untersuchungen. In der wiederholten Verschiebung der Dimensionen und in der eigenen malerischen Umsetzung werden daraus eigene Interpretationen, die ebenso mit dem Originalitätsversprechen der Moderne wie auch mit der Frage nach dem Zugang zu Kunstwerken spielen. Die Ausstellung ist zugleich eine Reise durch die Kunstgeschichte und durch zeitgenössische Bildwelten. Es finden sich historische Porträts vom späten Mittelalter bis zur Klassischen Moderne ebenso wie De Chiricos „Melancholia“ oder Magrittes „Verrat der Bilder“, Details aus den „Versuchungen des Heiligen Antonius“ von Hieronymus Bosch, aber auch Tierabbildungen aus Wikipedia Commons oder Fotografien von Cindy Sherman. Beide Ausstellungen sind zu sehen bis zum 15.2. Abb. Heimo Zobernig, ohne Titel, 2012


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