Dank der Länderspielpause

Krisen ohne Ende

Da hätten wir zuerst das erste und aktuell schwerwiegendste Problem – eine Ergebniskrise. Die letzten drei der bisher fünf Liga-Matches gingen verloren. Und leider kann es auch noch so weitergehen – die kommende Partie in Frankfurt birgt ebenfalls mehr Gefahren- als Wendepotenzial. Trotzdem kein Grund zur Panik, denn die Saison begann verworren. Dank der Länderspielpause, des Pokals zu Beginn der Saison und des schweren Auftakts mit den gehäuften Auswärtsspielen, ist nicht wirklich irgend etwas richtungsweisendes passiert. Hannover 96 scheint, so die Tendenz trotz der Holperstarts, eine wettbewerbsfähige Mannschaft zusammen zu haben, die am 18. Mai nächsten Jahres mindestens zwei, vielleicht drei Teams hinter sich lassen kann. Wie immer zu Beginn der Saison hatte ich die Spieltage 1-34 komplett durchgetippt. Wir landen wie letzte Spielzeit auf Platz 13. Erster wird der FCB, 2. der BVB und Dritter Bayer Leverkusen. Die Absteiger heißen Düsseldorf und FC Augsburg, die Eintracht aus Frankfurt muss in die Relegation. Gladbach und Leipzig beenden auf Platz 5 und Platz 6. Nürnberg wird nach starker Rückrunde Neunter.

Die zweite Krise: Eine Stürmerkrise. Die ist bedingt durch das miese Abschneiden der Nationalmannschaft bei der WM in Russland. Nach dem Abschied von Miroslav Klose 2014 und den beiden übriggebliebenen halbguten Stürmern Gomez (der dann auch nach der WM zurücktrat) und Timo Werner, der zu viel Verantwortung zu tragen hatte (weil Marco Reus und Thomas einfach keine klassischen Stürmer sind) kam erst der zur WM aussortierte Nils Petersen und jetzt logischerweise unser Fülle in den Focus. Und das schon, als er noch kein Mal in der aktuellen Saison getroffen hatte. Diese Diskussion kommt meiner Meinung nach völlig zu früh. Niclas Füllkrug muss erst mal wieder regelmäßig treffen und 96 ins gesicherte Mittelfeld der Tabelle bringen. Dann können wir über eine Nominierung reden. Aus reiner 96-Sicht wäre es mir allerdings viel lieber, keiner unserer Spieler würde für sein Nationalteam berufen, das erhöht die Verletzungsgefahr und bringt Reisestress. Für Ausfälle scheint unser Kader momentan nicht gerüstet. Man stelle sich zum Beispiel vor, Füllkrug und Anton fielen aus…
Die dritte Krise ist eine Versorgungs- und Getränkekrise. Beim Spiel gegen Hoffenheim am Dienstag konnte ich (aus diversen Gründen) kein Bier im Stadion trinken und „musste“ zwei Alster trinken. Für 4,30 € gab es ein Gemisch im Plastikbecher, das wie Apfelschorle mit sehr wenig Kohlensäure aussah und wie abgestandene Club-Mate mit einem Schuss Biergeschmack daherkam. Pfui Deibel! Wer jetzt einwendet, dass es vielleicht an der Getränkestation lag, dem muss ich sagen, dass ich im Block W 18 saß und beim Spiel gegen Dortmund zwei Wochen vorher in O1. Auch dort schmeckte es fürchterlich. Leider aber auch schon vorherige Saison auf meinem angestammten Platz in N2. Das gilt dummerweise oft auch für das Bier, das gerne keine oder sehr wenig Kohlensäure hat. Mein Vorschlag: Profis an die Zapfhähne, die vernünftig durchzapfen und nicht erst anfangen, wenn geordert wird. Die lassen sich aber natürlich nicht mit dem Mindestlohn abspeisen.

Vierte Krise: Ich hätte nie gedacht, dass ich Dete Kuhlmann als Live-Interpret von „Alte Liebe“ vermissen würde. Anca Graterol an der Seite von Osssy Pfeiffer ist aber leider eine ganz schöne Fehlbesetzung. Mein Vorschlag: Osssy tritt immer mit einem Gast auf. Könnten Olli Perau, Kai Wingenfelder, Micro von den Brieftauben, vielleicht sogar Klaus Meine sein. Auch der neue Stadionsprecher Henrik Hanses hat noch nicht so in seine Rolle gefunden. Möglicherweise muss mal das Konzept mit einem Radiosprecher des Medienpartners (NDR 2) überdacht werden. Gute Moderatoren, die den Ton der Fans treffen könnten, gibt es in Hannover bestimmt genug. Ihr seht, Krisen ohne Ende. Aber ich bin guter Hoffnung, dass die Verantwortlichen das vielleicht zeitnah in den Griff kriegen.

Bis bald im Block

Euer Peter


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