Mittwoch:Theater

Ein kleines, aber feines Theater, das in rasanten Zeiten und Multi-Media-Beschallung im kommenden Jahr sein 50-jähriges Bühnenjubiläum feiert? Worin liegt das Geheimnis? Warum ist das Mittwoch:Theater seit vielen Jahren inmitten einer qualitativ hochwertigen hannoverschen Theaterlandschaft de facto permanent ausverkauft?

Den Lindener Theater-Enthusiasten mit Leib und Seele fällt es schwer, ihren Spielplan samt dramaturgischer Vielfalt in eine Schublade zu pressen; man fühlt sich wohl im Spagat zwischen Klassikern, zeitgenössischer Kunst und Experiment. Natürlich sind Bertolt Brecht, Friedrich Schiller, Yasmina Reza und immer wieder Franz Kafka heißgeliebte Schätze. Und doch leistet man sich auch das künstlerische Risiko, im Dramaturgen-Kreis eigene Stücke zu schreiben und nach meist einjähriger Recherche- und Vorbereitungszeit erfolgreich auf die Bühne zu bringen. Das 30-köpfige Ensemble hält es dabei mit Karl Valentin: „Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit.“

Die HAZ nannte das Mittwoch:Theater einmal „die wahrscheinlich professionellste freie Bühne des Landes“. Ein paar Hinweise auf das Geheimnis für den Erfolg. Man sollte es vor Ort dennoch unbedingt selbst erkunden! Das Mittwoch:Theater freut sich auf Ihren Besuch!

Am Lindener Berge 38
30449 Hannover
www.mittwochtheater.de
0511 456205

 

Vorschau

Lange Nacht der Theater: 04.05. um 18, 19, 20 und 21 Uhr
Aufführungstermine: 11.05., 15.05., 25.05. und 05.06., 12.06., 19.06., 22.06.,weitere Aufführungen ab Herbst 2019
Foto: MittwochTheaterBunbury
Als Wilde am 25. Mai 1895 vom Schwurgericht wegen Homosexualität und Sodomie zu zwei Jahren Zuchthaus mit schwerer Zwangsarbeit verurteilt wurde, brach im Gerichtssaal spontaner Beifall aus. Es folgten ein Schreibverbot und die Absetzung aller Stücke.

„Bunbury oder Ernst sein ist wichtig“ ist Oscar Wildes letzte Bühnenarbeit. Hier holt er zum Rundumschlag gegen die bigotten Moralvorstellungen seiner Zeitgenossen aus. Ob Geburt oder Tod, Hochzeit oder Scheidung, Taufe oder letzte Salbung: Immer wieder entlarvt Wilde mit spitzer Feder die gesellschaftlichen Konventionen als inhaltlose Hüllen. Sein Stück spielt in der so genannten ‚besseren Gesellschaft‘:
Algernon und Jack sind Freunde. Beide verbindet, dass sie von Zeit zu Zeit den strengen Moralvorschriften der Gesellschaft entfliehen, indem sie jeweils eine Person erfunden haben. Algernon kümmert sich selbstlos um seinen schwächlichen Freund „Bunbury“ auf dem Lande, Jack besucht regelmäßig seinen amoralischen Bruder in London. Dort nennt sich Jack allerdings „Ernst“, denn Algernons Cousine Gwendolen verliebt sich in ihn wegen seines Namens. Als Algernon erfährt, dass Jack/Ernst auf dem Lande der Vormund der attraktiven jungen Cecily ist, macht er sich heimlich dorthin auf, um sich als Ernst, der lasterhafte Bruder von Jack, auszugeben. Auch Cecily hat sich geschworen, nur einen Mann zu heiraten, der Ernst heißt. Schnell müssen beide Frauen feststellen, dass sie mit demselben Mann verlobt zu sein scheinen.

Eines der unzähligen Bonmots von Oscar Wilde bringt das Stück, das er selbst als „A trivial play for serious people“ bezeichnet hat, auf den Punkt:
„Wer die Wahrheit sagt, wird früher oder später dabei ertappt.“

Es spielen:
Marita Bading,
Heinrich Baxmann, Janet Doant,
Philina Hartmann, Judith Jungfels,
Sonja Lück,
Frederic Oberheide, Andreas Sedlag
Regieassistenz:
Gundula Fechner
Regie: Jörg Lange

Foto: MittwochTheater


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