Über Glauben

Über Glauben habe ich in dieser Ausgabe mit Margot Käßmann gesprochen. Nicht so leicht für mich, ich bin schon früh in eine andere Richtung abgebogen. Mein Kirchenaustritt liegt bereits viele Jahre zurück. Ich bin damals aus der evangelischen Kirche ausgetreten, gar nicht so sehr, weil mich die Institution Kirche sonderlich gestört hätte – das habe ich erst später immer kritischer gesehen. Bei mir war es schlicht die Feststellung, dass ich nicht glaube. An keinen Gott, auch nicht, dass es irgendein Kraft gibt oder Ähnliches. Macht mich das nun zu einem schlechteren Menschen?

Nun hatte ich mir also überlegt, mit Margot Käßmann über Glauben zu sprechen. Weil mich das interessiert hat. Insbesondere in Zeiten, in denen wir zunehmend eine gespaltene Gesellschaft erleben. Sind Glaubensgemeinschaften vielleicht eine gute Medizin für mehr Gemeinsamkeit? Mehr Achtsamkeit? Mehr Miteinander? Ich lehne Religion nicht rundheraus ab. Ich habe durchaus Respekt und auch Achtung vor dem Glauben anderen Menschen. Ein bisschen grantig werde ich nur, wenn mich jemand bekehren will. Oder wenn es fundamentalistisch wird. Religionen können auch großes Leid verursachen – und sie verursachen in genau diesem Augenblick großes Leid.

Trotzdem blicke ich – dabei erwische ich mich manchmal – fast ein bisschen neidisch auf religiöse Menschen, auf Menschen, die an so etwas wie Gott oder was auch immer glauben (können). Denn diese Sorte kommt mir manchmal wesentlich gelassener vor. Diese Gelassenheit, die ich meine, habe ich auch bei Margot Käßmann gespürt. Da ist so eine Basis, so ein fester Grund. So eine Ruhe. Da ist sich jemand einfach sicher. Während ich an allem zweifle und mir den Kopf zergrüble. Und meine zu wissen, dass es ganz vorbei ist, wenn es irgendwann vorbei ist. Mehr zum Thema ab Seite 54.


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