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	<title>STADTKIND - hannovermagazin &#187; 40plus</title>
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		<title>Lebenserfahrung</title>
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		<pubDate>Fri, 01 Jul 2011 10:30:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Regina Kohn</dc:creator>
				<category><![CDATA[40plus]]></category>
		<category><![CDATA[2011-07]]></category>

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		<description><![CDATA[Schon gut, schon gut, ich habe gelernt seit der letzten Ausgabe. Es gibt Partys für meine Generation in Hannover. Und das schon ziemlich lange, zum Beispiel im Capitol. Nennt sich „Forever Young“. Jetzt zerbreche ich mir natürlich den Kopf, warum ich davon nichts gewusst habe. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/03/06-43_Stadtkind_Feb_10.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-6033" title="Regina Kohn" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/03/06-43_Stadtkind_Feb_10-300x205.jpg" alt="" width="300" height="205" /></a>Schon gut, schon gut, ich habe gelernt seit der letzten Ausgabe. Es gibt Partys für meine Generation in Hannover. Und das schon ziemlich lange, zum Beispiel im Capitol. Nennt sich „Forever Young“. Jetzt zerbreche ich mir natürlich den Kopf, warum ich davon nichts gewusst habe. Vielleicht weil ich nicht nach Ü-Partys Ausschau halte. Denn im Grunde möchte ich ja kein Ü-Irgendwas sein. Und ich möchte auch gar nicht „Forever Young“ sein. Das wäre ja ganz schrecklich. Eigentlich möchte ich Sex and Cake all Areas. Aber ich werde mir diese „Forever Young“-Party jetzt mal ansehen – wehe, es gibt dort keinen Kuchen!</p>
<p>Ich lasse mich ja gerne überraschen. Vor allem, weil man ab einem gewissen Alter kaum noch Überraschungen erlebt. Wenn man mal ehrlich ist. Wenn Frauen meiner Generation ihr Single-Dasein beenden und mal wieder einen Mann in ihre Wohnung lassen, dann tun sie ja manchmal ganz überrascht, dass Männer so sind, wie sie sind. Und erzählen zuerst ständig davon, was die Herren der Schöpfung so treiben, den lieben langen Tag. Wobei sie eigentlich ganz genau wissen, dass Männer eben sind, wie sie sind. Sonst wären die Frauen ja wohl kaum (manchmal jahrelang) als Singles unterwegs gewesen. Aber klar, ein neuer Mann, das ist so ein bisschen wie ein neues Haustier, wenn man lange kein Haustier hatte. Man muss sich einfach erst wieder dran gewöhnen, und das ist natürlich immer wieder spannend. Obwohl es, wie gesagt, letztlich immer gleich ist. Männer haben halt so ihre Eigenarten. Sie drehen zum Beispiel niemals die Zahnpastatube richtig zu. Und wenn sie duschen gehen, wird sich zuerst irgendwo in der Wohnung splitterfasernackt ausgezogen, die Klamotten landen dort, wo gerade Platz ist, dann geht es im Adamskostüm durch die Wohnung zum Badezimmer, und wenn sie unterwegs auf Frau oder Freundin treffen, kann man ziemlich sicher mit einladenden, kreisenden Hüftbewegungen rechnen. Wenn sie unterwegs einen Spiegel treffen, kann man ebenfalls mit diesen Bewegungen rechnen, wobei der Blick sich dabei auf das „Gemächt“ fixiert. Meistens folgt dann noch ein ausgiebiges Kratzen an eben dieser Stelle.</p>
<p>Und – jetzt wird es ein bisschen widerlich – 99 Prozent aller Männer riechen danach an ihren Fingern, um sich an ihrem herben, männlichen Duft zu berauschen. Im Badezimmer angekommen fällt den Männern meistens ein, dass sie vor der Dusche noch etwas anderes erledigen könnten, und es folgt die Suche nach der Tageszeitung, bis erledigt werden kann, was erledigt werden muss. Da Männer gerne andere Menschen an ihrem Tagewerk teilhaben lassen und sogar ein bisschen stolz sind auf das, was sie während der ausgedehnten Lektüre der Zeitung produzieren, lassen sie meistens die Badezimmertür offen. Eventuelle Geräusche werden dabei mit staunenden Ausrufen kommentiert. Danach folgt der Gang unter die Dusche und die rituelle Waschung, wobei wieder das „Gemächt“ eine Hauptrolle spielt. Falls nach dem Toilettengang noch Luft im Körper verblieben ist, entledigen sich Männer dieser Restluft spätestens unter der Dusche – und freuen sich über die phänomenale Resonanz in der Duschkabine. Nach dem Ignorieren eventueller Haarrückstände im Abfluss folgt ein flüchtiges Abtrocknen und das Handtuch landet irgendwo. Je nach Typ folgt im Anschluss die Rasur nass oder trocken, auf jeden Fall verbunden mit einer Riesensauerei im Waschbecken samt Stoppeln in der Seife. Zuletzt betrachten sich Männer noch einmal ausgiebig im Spiegel, spannen dabei ihre Muskeln an und ziehen den Bauch ein, ignorieren alle körperlichen Makel, zwinkern sich zufrieden zu, kehren zurück zum Kleiderhaufen und stellen durch ausgiebiges Riechen fest, welche Kleidungsstücke noch einmal tragbar sind – und fertig ist der Mann für den Tag.</p>
<p>Wenn man als Single lange keinen Mann in der Wohnung hatte, ist das alles schon bemerkenswert. Aber dieser anfängliche Zauber verfliegt schnell. Schon nach ein paar Tagen hat man sich daran gewöhnt und ein paar Wochen später fällt einem auch wieder ein, warum man sich von seinem ersten und zweiten Mann hat scheiden lassen. Es ist immer aufs Neue die Summe aller Kleinigkeiten, verbunden mit dem nicht gelöschten Verlauf auf dem Computer, „harmlosen“ nächtlichen Touren mit den besten Freunden und dem vorprogrammierten Sündenfall, wenn er mit deiner besten Freundin ins Bett steigt. Schön ist, dass man all das ab einem gewissen Alter nicht mehr so schlimm findet. Das nennt man Lebenserfahrung. Und mit dieser Erfahrung kann man auch ganz beruhigt für eine Weile kein Single mehr sein, vielleicht sogar nie wieder. Man muss nur seine Erwartungen entsprechend anpassen. Und vielleicht zwischendurch mal mit dem besten Freund des Mannes ins Bett steigen. Danach ein leckeres Stück Kuchen, und alles ist schön.</p>
<p><strong>VA in Vertretung für Regina Kohn</strong></p>
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		<title>Sex and Cake all Areas</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Jun 2011 14:13:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Regina Kohn</dc:creator>
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		<category><![CDATA[2011-06]]></category>

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		<description><![CDATA[Man gewöhnt sich ja an alles. Auch an die Diskriminierung. Nein, nicht generell als Frau. Wer damit Probleme hat, der sollte sich in munteren Teezirkeln treffen und sich gegenseitig sein Leid klagen. Ich meine die schleichende Diskriminierung nach Jahresringen...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/03/06-43_Stadtkind_Feb_10.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-6033" title="Regina Kohn" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/03/06-43_Stadtkind_Feb_10-300x205.jpg" alt="" width="300" height="205" /></a>Man gewöhnt sich ja an alles. Auch an die Diskriminierung. Nein, nicht generell als Frau. Wer damit Probleme hat, der sollte sich in munteren Teezirkeln treffen und sich gegenseitig sein Leid klagen. Ich meine die schleichende Diskriminierung nach Jahresringen. Und will jetzt gar nicht von all den Zeitschriften mit den Treppenlifteranzeigen sprechen, obwohl man sich schon fragen darf, wer solche Konzepte für die älteren Generationen erfindet. Irgendwann muss irgendjemand festgestellt haben, dass Menschen mit zunehmendem Alter automatisch verblöden. Wie sonst soll man solche Machwerke erklären?</p>
<p>Ich vermute, dass all diese Ü-Irgendwas-Konzepte von sehr jungen Menschen gemacht werden, die bei Google mal was über ältere Menschen gelesen haben. Obwohl, bei Google findet man zum Beispiel kaum etwas darüber, dass ältere Menschen sich nicht mehr für Sex interessieren (eher im Gegenteil), sondern nur noch für Königshäuser und Krankheiten. Das steht da nirgends. Ich habe nachgesehen. Eigentlich steht da fast überall, dass sich ältere Menschen (für jüngere Menschen geht es mit den älteren Menschen bekanntlich ab 40 los) recht heftig und immer heftiger für Sex interessieren, manche auch für Politik oder Tiere, aber das müssen sie ja selbst wissen.</p>
<p>Natürlich interessieren sie sich auch für Kuchen. Also: Kuchen und Sex, ihr lieben Ü-Irgendwas-Konzepte-Macher, das wäre ein echtes Erfolgsmodell. Ein paar leckere Rezepte, sowohl als auch, damit könnte man Auflage machen. Und wo wir gerade bei Erfolgsmodellen sind: Ein Partykonzept für die Ü-40er, Ü-50er, Ü-60er und so weiter, wäre auch mal was. Hannover (und nicht nur Hannover) ist für diese Generationen eine Partywüste.</p>
<p>Ich höre oft, dass die älteren Generationen nicht mehr so gerne vor die Tür gehen, schon gar nicht auf Partys, sondern lieber zu Hause vor dem Fernseher sitzen. Ja, viele sitzen vor dem Fernseher – und müssen sich all die Formate gefallen lassen, die sich irgendwelche jungen Spinner für ältere Zielgruppen ausgedacht haben. Notgedrungen. Denn es macht noch viel weniger Spaß, auf die Partys in Hannover zu gehen. Wenn man dort von alkoholisierten Ü-18-Menschen angeglotzt wird und jemand „Ist das ekelhaft!“ flüstert, nur weil man seinen Liebsten an der Theke mal kurz küsst, dann verzichtet man lieber. Natürlich nicht aufs Knutschen, aber auf die nächste Party.</p>
<p>Es gibt keine Party-Location für die älteren Semester. Für die Partymacher in Hannover scheinen alle Menschen Ü-40 bereits tot zu sein. Oder zumindest scheintot. Was einem in unserer geliebten Stadt bleibt, sind eine Handvoll Ü-30-Partys – und da gaffen und flüstern dann die Ü-30er. Wenn man in Begleitung da ist, dann allerdings meistens eher aus Neid, weil diese Veranstaltungen sich ja hauptsächlich an die frustrierte Ich-habe-ewig-nicht-mehr-gevögelt-Gemeinde richten. Ich will eine Party für meine Generation, auf der niemand flüstert, sondern auf der alle nach Herzenslust überall knutschen dürfen! Mit guter Musik und netten Leuten in meinem Alter. Sofort!</p>
<p>Denn ich will mit meinem Liebsten demnächst mal abends angeben gehen. Das gehört einfach dazu, wenn man frisch verliebt ist. Man führt sich gegenseitig aus, fühlt sich sexy, und denkt, dass die ganze Welt einem bewundernde Blicke zuwirft. Was natürlich nicht so ist, aber wen interessiert das. Flaniert haben wir jetzt genug, mein Engländer und ich, die Märkte und Cafés in Hannover haben wir durch, was uns fehlt, ist das Nachtleben. Kann sich da bitte mal jemand was einfallen lassen? Nur, nennt es dann nicht Ü-40-Party oder Ü-50-Party. Sonst kommt keiner. Nennt es wegen mir „Sex and Cake all Areas“, das klingt verlockend für mich.</p>
<p><em><strong>VA in Vertretung für Regina Kohn</strong></em></p>
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		<title>tomaten auf den ohren</title>
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		<pubDate>Sun, 01 May 2011 09:07:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Regina Kohn</dc:creator>
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		<category><![CDATA[2011-05]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich habe viele Schwächen. Neben der größten von allen, den Männern, neige ich dazu, mir ausgerechnet dann neue Schuhe oder Taschen zu kaufen, wenn ich pleite bin. Wer mich kennt, weiß, dass das so gut wie immer der Fall ist...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/03/06-43_Stadtkind_Feb_10.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-6033" title="Regina Kohn" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/03/06-43_Stadtkind_Feb_10-300x205.jpg" alt="" width="300" height="205" /></a>Ich habe viele Schwächen. Neben der größten von allen, den Männern, neige ich dazu, mir ausgerechnet dann neue Schuhe oder Taschen zu kaufen, wenn ich pleite bin. Wer mich kennt, weiß, dass das so gut wie immer der Fall ist. Obendrein scheint es auf meine Stirn tätowiert zu sein, dass ich nicht mit Geld umgehen kann. Neuerdings sogar in Englisch, denn mein Lieblingsangelsachse hielt mir vorgestern ganz spontan beim Skypen einen kleinen Vortrag über den sinnvollen Umgang mit der Kohle. Auslöser war meine neue Designerbrille, die ich ihm stolz als Schnäppchen von einem Discounter unterjubeln wollte. Er hat aber im Gegensatz zu mir und trotz seiner Ü45 noch scharfe Augen, mein Sugarcake. So konnte er selbst über Webcam sofort sehen, dass es sich um eine „Gucci“ handelt. Sie ist sehr klassisch und man kann das Markenzeichen im Grunde gar nicht erkennen, was Absicht ist – wegen Understatement.</p>
<p>Meine Tarnung ist trotzdem aufgeflogen, weil dieser Mann Style hat und nicht so ein modisches Wrack ist, wie die meisten seiner deutschen Geschlechtsgenossen hier an der Leine. Fast in Tränen aufgelöst musste ich ihm schließlich in meinem mittelmäßigen Schulenglisch erklären, dass meine sämtlichen Lese- und Arbeitsbrillen einem kleinen Unglück zum Opfer gefallen sind, als ich versucht habe, sie zusammen mit meinen Jeans bei 95 Grad Celsius zu waschen. Natürlich habe ich ihm auch erzählt, dass ich meinen Optiker Herrn Nordmeyer in der Nordstadt gegenüber der Christuskirche bis an dessen Schmerzgrenze herunter handeln konnte, weil ich ihm damit gedroht habe, ansonsten über seinen hervorragenden Service zu schreiben. Er wollte das auf keinen Fall, da er dadurch einen Ansturm auf seinen Laden befürchten muss, und gab mir die Brille lieber zum Spottpreis.</p>
<p>So ist das, wenn man über Medienmacht verfügt. Es ergeben sich ganz neue Einsparpotenziale durch den Austausch von Augengläsern, Strumpfhaltern oder künstlichen Wimpern gegen Schreibe. Mein kluger Engländer hat mir inzwischen den Rat gegeben, mich als Expertin für „Guerilla Marketing“ auszugeben, damit wir uns öfter Kuchen leisten können. Natürlich wusste ich zunächst nicht, was das ist. So hatte ich doch akustisch immer „Gorilla Marketing“ verstanden. Eine Recherche bei Google hat wie immer zur schnellen und oberflächlichen Aufklärung geführt, und ein Twitterfollower schickte mir innerhalb von drei Minuten nach einem naiv fragenden Tweet  „Hilfe, was ist Guerilla Marketing?“ einen 10-seitgen Link auf sein Blog „Guerilla Dreams“.</p>
<p>Nach der Lektüre fiel mir der juristische Ratgeberartikel wieder ein, den ich anlässlich der Fußball WM 2006 in diesem Blatt für die Rubrik „Stadtrecht“ über das Thema  „GM“ geschrieben hatte. Der Herausgeber rezensierte ihn damals quasi weg, weil er ihn zu unverständlich und zu langatmig fand. Nun schließe ich daraus, dass ich vielleicht gar nicht qualifiziert genug bin, um als Guerilla zu manövrieren. Das soll nämlich kein Außenstehender merken. Habe ich die Skills für eine Frau, die sich und anderen alles beschafft, ohne großartig Geld für teure traditionelle Werbung ausgeben zu müssen?</p>
<p>Die Frage beantwortet sich von selbst, denn ich schreibe diesen Beitrag mit meiner neuen „Gucci“ auf der Nase. Insgeheim hoffe ich dabei, dass diese Italiener meine Hauptsponsoren für die Kolumne und mein erstes Kabarett am 10. November 2011 im SofaLoft werden. Bis dahin brauche ich sicher auch noch ein Hörgerät. Und ich weiß jetzt schon, woher ich das bekommen könnte. Die müssen mich aber zunächst als Fachfrau für „Guerilla Marketing“ autorisieren. Wenn nicht, dann frage ich Frau Uhse. Das wollt ihr doch aber alle nicht, liebe Unternehmer in Hannover, oder? Überweisungen bitte auf mein Konto bei der Guerilla Bank of Success, BLZ 9000800, Kto. Nr. 000000013777.</p>
<p><strong>Regina Kohn</strong></p>
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		<title>ich fühle mich so aufgebläht</title>
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		<pubDate>Thu, 31 Mar 2011 22:00:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Regina Kohn</dc:creator>
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		<category><![CDATA[2011-04]]></category>

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		<description><![CDATA[Als ich jung war, fühlte ich mich immer zu dünn und hatte schlechten Sex ohne multiple Orgasmen. Jetzt fühle ich mich an manchen Stellen zu fett, habe aber deutlich mehr Spaß. Ist die Liebe daran schuld oder die überschüssigen Kalorien?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/03/06-43_Stadtkind_Feb_10.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-6033" title="Regina Kohn" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/03/06-43_Stadtkind_Feb_10-300x205.jpg" alt="" width="270" height="185" /></a>Während ich das hier schreibe, werde ich ständig von Heulkrämpfen unterbrochen. Sein Flieger geht um 19:35 Uhr. Wir waren zweineinhalb Wochen Tag und Nacht zusammen, und ich kann mir gerade überhaupt nicht vorstellen, wie ich es die nächsten Wochen ohne ihn und unsere gemeinsamen Mahlzeiten aushalten soll. Nach dem Frühstück hat er mir noch einen kleinen Vortrag über Ernährung gehalten und gemeint, dass er bloß meinetwegen so viel essen würde und in Deutschland ohnehin alles viel fetthaltiger und ungesünder sei als in England. Es stimmt. Wir haben tierisch zugenommen, seit wir uns kennen.</p>
<p>Als ich jung war, fühlte ich mich immer zu dünn und hatte schlechten Sex ohne multiple Orgasmen. Jetzt fühle ich mich an manchen Stellen zu fett, habe aber deutlich mehr Spaß. Ist die Liebe daran schuld oder die überschüssigen Kalorien? Oder gibt es da einen Zusammenhang? Fragen über Fragen, die ich gar nicht beantworten kann.</p>
<p>Gerade fällt mir ein, dass ich sowieso über Networking schreiben wollte. Deswegen habe ich am letzten Wochenende einen meiner besten Freunde, der ein anerkannter Social-Media-Visionär ist, zum Kaffeetrinken heimgesucht und ihn gefragt, was er davon hält. Er meinte „nichts“, und dass er es in Wahrheit ziemlich blöd findet. Aber es sei trotzdem sehr wichtig. Es gab übrigens einen Berg Kuchen, den seine Frau selbst gebacken hatte, und er sprach mir aus der Seele mit seiner Einschätzung. Networking ist ein notwendiges Übel.</p>
<p>Man muss Leute treffen, die man nicht kennt und die man meistens nicht mag, und man muss sich mit ihnen über Synergieeffekte unterhalten, die nur in den seltensten Fällen entstehen. Was für ein gruseliges Wort: SYNERGIEEFFEKTE. Meistens findet das vernetzte Grauen in regionalen Gruppentreffen von XING oder bei spontan organisierten Tweetups statt. Selbstverständlich gibt es immer etwas zu essen. Auch bei Facebook erhalte ich regelmäßig Einladungen, die ich meistens ignoriere, wenn nicht ein aufreizendes Mittag- oder Abendessen avisiert wird. Networking und Essen gehören zusammen wie die Faust aufs Auge. Manche Leute kenne ich inzwischen nicht nur im richtigen Leben, sondern habe sie als Follower-, Friends- oder XING-Kontakte im Netz. Hinzu kommt, dass ich weiß, wie sie mit Petersilie oder Mohnkörnchen zwischen den Zähnen aussehen.</p>
<p>Ein regelrechtes Wirrwarr von Beziehungen und Speiseresten, dem ich mich manchmal nicht mehr gewachsen fühle. Jeder kennt jeden und taucht in diversen Vorschlagslisten mit Namen wie „similar to you“ oder „Folgende Profile könnten Sie auch interessieren“ auf. Und mit einem winzigen Klick bin ich dabei, mir noch einen neuen nutzlosen Networker nebst Fingerfood aufzuhalsen.</p>
<p>Wer meine Kolumne regelmäßig liest, weiß natürlich längst, dass ich besonders Twitter im privaten Bereich schätzen gelernt habe. Beruflich hat es mir allerdings nichts außer zweifelhaften Angeboten im Bereich „Rotlicht“ gebracht. Deshalb denke ich schon länger über einen Imagewechsel nach und suche per Statusmeldung auf XING nach geeigneten Beratern. Das Problem ist, dass es real und virtuell davon so viele gibt. Manche gehen nach der Nase, andere nach den Füßen oder der Stimmung, die ich in meinen Tweets zum Ausdruck bringe. Sobald ich aus Jux twittere  „I feel depressed“, bekomme ich Spams von Wellnesstanten und Fettabsaugern.</p>
<p>Und nun fällt mir leider keine Pointe ein, denn ich muss meinen Liebsten zum Flughafen bringen. Vorher mache ich ihm noch ein paar Brote mit Leberwurst und Harzer Käse, damit er mich nicht vergisst.</p>
<p><strong>Regina Kohn</strong></p>
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		<title>darf es noch ein bisschen mehr sein?</title>
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		<pubDate>Mon, 28 Feb 2011 22:00:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Regina Kohn</dc:creator>
				<category><![CDATA[40plus]]></category>
		<category><![CDATA[2011-03]]></category>

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		<description><![CDATA[Hannover alias Hangover ist die Hauptstadt einer Servicewüste, in der schlechte Manieren und Rücksichtslosigkeit gegenüber Gästen und Kunden Vorrang haben. Ich schreibe deshalb heute über kackfreche Einheimische...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/03/06-43_Stadtkind_Feb_10.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-6033" title="Regina Kohn" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/03/06-43_Stadtkind_Feb_10-300x205.jpg" alt="" width="300" height="205" /></a>Es ist Tag 3 nach meinem ersten richtigen Valentinstag am 14. Februar und ich liege im Bett und schreibe diese Kolumne. Nicht, weil ich gefesselt bin, sondern weil ich mich so wohl fühle. Wer jetzt etwas Versautes denkt, hat recht! Das Bett ist voll von Keks- und Kuchenkrümeln. Wahre Liebe ist wie Schwarzwälder Kirschtorte.</p>
<p>Hinzu kommt, dass ich das beste Feedback von Lesern ernte, wenn ich über das schreibe, was ich gerade erlebe und denke. In Hannover hält sich das Erleben zwar in Grenzen, doch ab und zu führen kleine Ausflüge mit befreundeten Engländern dazu, dass ich mich tierisch über diese Stadt und die Leute hier aufrege. Sie sind nicht nur dröge und provinziell, sondern überwiegend unfreundlich und nervig. Obendrein können sie keine Fremdsprachen. Hannover alias Hangover ist die Hauptstadt einer Servicewüste, in der schlechte Manieren und Rücksichtslosigkeit gegenüber Gästen und Kunden Vorrang haben. Ich schreibe deshalb heute über kackfreche Einheimische vom Fischverkäufer bis zur studentischen Kellnerin. Mein Lieblings-DJ JayAre verzeiht mir bestimmt, dass ich nicht wie geplant das Thema „Tanztee“ verhackstücke. Das kommt noch an die Reihe, wenn Frühlingsgefühle mich wieder um die Häuser treiben.</p>
<p>Jetzt zurück in die Wüste. Ich wollte meinem englischen Freund, der zum ersten Mal in Deutschland war, etwas Leckeres kochen. Weil ich das gar nicht kann, dachte ich an Fisch, der schnell und einfach zu braten ist. Da es keine Fischstäbchen sein durften, gingen wir in eine „Nordsee“-Filiale in der City. Es war wie immer voll, und wie gewöhnlich drängelten sich Hinz und Kunz massenhaft vor. Wir bildeten quasi als Einzige eine Schlange zusammen mit einer jungen Frau aus China, die auch frischen Fisch kaufen wollte. Nach 30 Minuten Warterei und unzähligen Vordränglern, verlor ich die Geduld und schrie den Verkäufern zu, warum sie sich nicht endlich um die Kunden kümmern, die sich ehrlich und aufrichtig anstellen. Der Filialleiter blökte zurück, dass es ihm egal sei, wen er zuerst und zuletzt bediene, und schickte mir eine Verkäuferin, die ich meinem ärgsten Feind nicht als Kindermädchen empfehlen würde. Sie fletschte mich nahezu an und hackte mir ein Stück schottischen Lachs in zwei Teile, so dass es uns eiskalt den Rücken herunter lief. Immerhin verpackte sie den Fisch, bevor sie ihn mir über den Thresen beinahe ins Gesicht warf, nachdem ich ca. 16 Euro dafür bezahlen durfte. Mein angelsächsischer Begleiter fragte mich draußen, warum ich in diesem unmöglichen Laden überhaupt einkaufe, und ich versuchte ihm zu erklären, dass der Fisch dort sehr gut sei.</p>
<p>Bevor ich mich an die Bratpfanne begeben wollte, hatte ich noch Lust auf einen „Latte“ und ein Stück Kuchen. Wir trotteten also mitsamt Fisch in mein Lieblingscafé in der Altstadt, das fast leer war. Dort rückte ich uns 2 kleine Tische zusammen, damit wir schön nebeneinander sitzen konnten und mehr Platz hatten. Natürlich tauchte prompt die Bedienung auf und ordnete im Tonfall einer Politesse an, alles wieder so hinzustellen, wie es war. Es würden schließlich noch andere Gäste kommen usw. Ich war sprachlos, und mein Engländer wunderte sich. Wir sind natürlich geblieben, weil der Kuchen da so lecker ist. Ganz besonders die Schwarzwälder Kirschtorte.</p>
<p>Und wie gesagt, ich bin daran gewöhnt, vom Personal unmöglich behandelt zu werden. Dafür bezahle ich gerne zuviel und gebe sogar Trinkgeld. Bin ich etwa eine Masochistin? Nein, ich lebe in Hanover, Germany.</p>
<p><strong>Regina Kohn</strong></p>
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		<title>bin ich noch single?</title>
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		<pubDate>Mon, 31 Jan 2011 22:00:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Regina Kohn</dc:creator>
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		<category><![CDATA[2011-02]]></category>

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		<description><![CDATA[Bin ich noch Single, oder nicht? Äußerlich ja, aber innerlich nicht mehr. Ich kann es nicht erklären, aber ich habe das Gefühl, wieder mit jemandem zu „gehen“. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich sitze im verspäteten ICE nach Berlin, weiß nicht, worüber ich schreiben soll, und mich interessiert sowieso nur eins: ER. Er kommt zu mir, nachdem wir uns über drei Wochen nicht gesehen haben. Und dabei kennen wir uns erst seit dem 29. Dezember 2010. Ich habe ihn in London getroffen, und er ist meine große Liebe, mit der ich nicht mehr gerechnet habe.</p>
<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/03/06-43_Stadtkind_Feb_10.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-6033" title="Regina Kohn" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/03/06-43_Stadtkind_Feb_10-300x205.jpg" alt="" width="300" height="205" /></a>Vor mir sitzt eine Frau in meinem Alter, die ihre Süddeutsche vergewaltigt und lauter damit raschelt, als der Medienheini gegenüber in die Tasten seines Laptops haut. Seit Hannover wohlgemerkt. Er hüstelt ständig und klingt dabei wie ein Mädchen. Ich versuche, locker zu bleiben und die beiden ganz klein werden zu lassen. Den Trick hat mir mal irgendein Coach verraten. Es klappt leider nicht. Raschel, raschel, hack, hack, hüstel, hüstel. Mein anonymer Fan „Jüngling“ denkt nun wieder, dass ich zu selten flach gelegt werde. Stimmt genau.</p>
<p>Wie soll das auch gehen in einer drei Wochen alten Fernbeziehung? Dabei weiß ich doch noch gar nicht, ob es überhaupt schon eine Beziehung ist. Weil ich solange keine mehr hatte – ungefähr seit 2003 – habe ich keine Ahnung, wie das geht. Und ich habe keine Zeit mehr, bis zum 3. oder 4. Date zu warten, denn ich gehe stark auf die Fünfzig zu.<br />
ER übrigens auch, was erstaunlich ist, denn normalerweise interessieren sich Männer in meinem Alter für Frauen Anfang bis Mitte zwanzig. Habe ich vielleicht die berühmte Nadel im Heuhaufen gefunden oder bin ich nur geblendet?</p>
<p>Ich weiß bloß, dass es sich mit IHM vom ersten Moment an richtig und ganz anders angefühlt hat als sonst. Natürlich bin ich mit ihm sofort ins Bett gegangen, obwohl mir meine älteste und beste Freundin den altjüngferlichen Ratschlag gegeben hat, mindestens ein Jahr bis zum ersten Sex zu warten.</p>
<p>Nun steigt endlich das Hüstelmännchen aus und ich habe noch 20 Minuten  bis Ostbahnhof. Hack, hack, hack. Ich bin nicht besser als alle anderen.</p>
<p>Meine alte beste Freundin hat gestern am Telefon zu mir gesagt: „Früher warst du bloß nervend, jetzt bist du unerträglich!“ Diese telefonische Beleidigung hat mich veranlasst, nun erst recht wieder Unnötiges zu schreiben und nicht wie geplant, etwas über Verhütungsmethoden der 80er Jahre und mein neues Diaphragma. Die Rascheltante telefoniert lautstark und sagt ständig „Ich flippe aus“ und „Ach, ich bin ja so glücklich“. Berlin Hauptbahnhof. Sie steigt endlich aus.</p>
<p>Zurück zu mir und meiner Ausgangsfrage. Bin ich noch Single, oder nicht? Äußerlich ja, aber innerlich nicht mehr. Ich kann es nicht erklären, aber ich habe das Gefühl, wieder mit jemandem zu „gehen“.</p>
<p>Als Teenager hieß es zu meiner Zeit so schön: „Willst du mit mir gehen?“ Daran hat mich mein Twitterfreund Markus aus der Schweiz erinnert, der nur ein bisschen älter ist als ich. Das waren romantische Zeiten. Wir tanzten Klammerblues und hatten Petting und Coitus Interruptus.<br />
Engtanz und Missionarsstellung sind längst verpönt und alle stehen auf Oralsex und sind wenigstens ein bisschen bi, aber mein neuer Freund und ich sind sehr altmodisch. Wir schreiben uns Gedichte und sagen „Making Love“, anstatt das F-Wort zu benutzen. Gehen wir jetzt zusammen? Er hat mich nicht gefragt und ich ihn auch nicht, aber ich glaube JA.</p>
<p>Sollte dieser Zustand andauern, würde das auf jeden Fall das AUS für meine Single-Kolumne bedeuten. Ich würde mir dann etwas Neues einfallen lassen müssen, wie zum Beispiel „50Plus und wieder in einer Beziehung mit regelmäßigem Sex. Was nun?“. Ich könnte aber auch ganz aufhören und eine englische Hausfrau werden. Cheers!<strong></strong></p>
<p><strong>Regina Kohn</strong></p>
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		<title>auf der suche nach der strategie 2011</title>
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		<pubDate>Fri, 31 Dec 2010 22:00:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Regina Kohn</dc:creator>
				<category><![CDATA[40plus]]></category>
		<category><![CDATA[2011-01]]></category>

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		<description><![CDATA[Vielleicht sollte ich erwähnen, dass wir uns vorgenommen hatten, nicht an Männer zu denken. Das ist im Übrigen einer meiner Hauptvorsätze...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/03/06-43_Stadtkind_Feb_10.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-6033" title="Regina Kohn" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/03/06-43_Stadtkind_Feb_10-300x205.jpg" alt="" width="300" height="205" /></a>Am 16. Dezember bin ich zusammen mit meiner Freundin, Fotografin und Lifestyle-Beraterin Evangeline in den Harz aufgebrochen. Wir wollten uns in Wernigerode zwei schöne Tage im Harzer Kultur- und Kongresshotel machen und nebenbei an einigen meiner Baustellen arbeiten. Insbesondere wollten wir endlich ein Blog für mich einrichten und natürlich ein paar neue Fotos schießen.</p>
<p>Ich hatte Wernigerode ausgesucht, weil es dort sehr schön und auch ein bisschen mystisch ist.</p>
<p>Der Brocken ist nahe, und die Energien kommen von den Hexen, die dort wohnen. Nein, ich bin nicht endgültig übergeschnappt. Einige Leute können das bestätigen, die so wie ich Ende August in Wernigerode auf dem Landesanwaltstag Sachsen-Anhalt waren. Oben auf dem Schloßberg gibt es Geister. Es müssen gute Geister sein, denn sie haben mich immerhin zurück in dieses Nest gelockt.</p>
<p>Die Hinfahrt mit der Deutschen Bahn war trotz 1.-Klasse-Ticket noch kein Highlight, denn wir mussten uns von einem grottenhässlichen Freak anpöbeln lassen, den ich am liebsten aus dem Zug geworfen hätte. Meine Stimmung war also nicht die allerbeste. Das änderte sich, als wir in Wernigerode ankamen. Idyllisch eingeschneit, ein sehr netter Taxifahrer, mit dem man sich angenehm und fließend sächsisch verständigen konnte und ein sehr schönes Zimmer im Hotel. Nachdem wir zuerst sicher gestellt hatten, dass wir beide mit unseren MacBooks auch ins Internet konnten, was für uns lebenswichtig ist, machten wir uns auf zum Weihnachtsmarkt. Wir fraßen uns von Bude zu Bude und landeten schließlich beim leckeren Spanferkel und Schlehenfeuer. Alles war so richtig romantisch. Keine Horden von stockbesoffenen grölenden Kegelvereinen aus Garbsen oder Buchhaltungsabteilungen aus Döhren, wie sie in Hannover über den Weihnachtsmarkt ziehen. Kein Kommerz. Es war einfach schön. Vollgefressen und mit glühenden Wangen gingen wir früh ins Bett und konnten endlich wieder ausschlafen.</p>
<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/01/42-50_Januar_2011.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-9593" title="Auf der Suche nach der Strategie" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/01/42-50_Januar_2011-221x300.jpg" alt="" width="231" height="320" /></a>Vielleicht sollte ich erwähnen, dass wir uns vorgenommen hatten, nicht an Männer zu denken. Das ist im Übrigen einer meiner Hauptvorsätze auf dem Sheet, dass ich dabei hatte und das auf einem Brainstorming mit meiner Münchner Freundin Christine von Anfang November basiert. 2011 endlich ohne Männergeschichten. Ich möchte stattdessen noch mal richtig die Ärmel hochkrempeln und es allen Ü30ern im Job zeigen. Nach einem üppigen Frühstück am Morgen nach unserer Ankunft, wollten wir los, um im Ort Fotos zu machen. Doch es kam alles anders, denn ganz plötzlich wurden wir eingeschneit und konnten aufgrund des wütenden Schneesturms „Petra“ keinen Fuß vor die Tür setzen. Wer jetzt denkt, wir hätten nun kreativ und konstruktiv in unserem Hotel gearbeitet, liegt falsch. Wir tranken russischen Kakao mit viel Rum, fühlten uns warm und wohlig und redeten pausenlos über die beiden Männer, in die wir uns verknallt hatten. Die ließen uns natürlich nicht in Ruhe, sondern skypten, twitterten oder facebookten uns an. Meistens parallel und auf allen Kanälen zuzüglich SMS und E-Mail.</p>
<p>Es war herrlich, denn wir waren voller Liebe und Zuversicht. Mein Blog haben wir auf Anfang Januar verschoben, und die vier neuen Schnappschüsse von mir hat Evey ganz nebenbei gephotoshoppt, während sie pausenlos mit ihrem Lover chattete. Kichernd und seufzend. Habe ich denn nun überhaupt eine neue Strategie? Lasst euch überraschen, Lieblingsleser. Folgt mir weiter auf Twitter und Facebook und wartet auf die Ankündigung meiner ersten Lesung im Mai 2011 im Salon von Ciro. Happy new year!</p>
<p><strong>Regina Kohn</strong></p>
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		<title>frauen am rande des nervenzusammenbruchs&#8230;</title>
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		<pubDate>Tue, 30 Nov 2010 22:00:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Regina Kohn</dc:creator>
				<category><![CDATA[40plus]]></category>
		<category><![CDATA[2010-12]]></category>

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		<description><![CDATA[Er hat Karriere gemacht und ich nicht, was sich damals schon abzeichnete. Er weiß, wie man sich benimmt, und ich weiß es nicht. Und jetzt komme ich endlich zu meinem größten Fauxpas in diesem Jahr:...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/03/06-43_Stadtkind_Feb_10.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-6033" title="Regina Kohn" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/03/06-43_Stadtkind_Feb_10-300x205.jpg" alt="" width="300" height="205" /></a>&#8230;sind total am Ende, wie die Lassie Singers so trefflich grölen. Der Song ist hörenswert und ich dudele ihn schon den ganzen Tag, während ich versuche, diese Kolumne zu schreiben. Wie immer „en retard“ und mit einem Migräneanfall, weil es brotlose Kunst ist. Natürlich kennen meine Leser Ü30 auch den berühmten Film von Almodóvar. In dieser Tragikomödie von 1988 geht es um eine Frau mitten im Chaos. Ich dachte, als ich den Film zum ersten Mal sah, dass Teile meines Lebens ohne mich zu fragen, verfilmt worden sind.</p>
<p>Die Handlung finde ich nach wie vor keine Sekunde lang „strange“, denn ich erkenne mich und meinen Freundeskreis sowie einzelne Familienangehörige wie meinen Bruder in ganz alltäglichen Situationen darin wieder. Und nun ist es soweit. Ich stecke mitten im November-Blues.</p>
<p>Wie jedes Jahr um diese Zeit versuche ich mir einzureden, es könne nicht mehr schlimmer werden. 2010, ein Albtraumjahr, das noch nicht zu Ende ist. In meinem Jahreshoroskop von „Astrowoche“ heißt es sogar, dass der Dezember mein schwierigster Monat wird und ich in Urlaub fahren soll, damit ich aus der Schusslinie bin. Womit habe ich das verdient? Mein Plan, mich mit 50 zur Ruhe zu setzen, scheint jedenfalls nicht aufzugehen, denn ein wichtiges Beratungsmandat wird im Hinblick auf 2011 nicht mehr verlängert. Die jungen Männer haben beschlossen, mich endlich zu entsorgen. Der hier von mir verkörperte Trash hat nichts in Konferenzräumen internationaler Konzerne zu suchen. Ich habe zu offenkundig getwittert und in meinem Profil steht „Out of law! Out of order!“, obwohl ich Rechtsanwältin bin.</p>
<p>Ich will gar nicht jammern, denn immerhin habe ich am 19. November 2010 den 1. Niedersächsischen Landesanwaltstag gerissen. Mit diesem Baby war ich seit Februar schwanger und besonders in den letzten zwei Monaten hat es mir Tag und Nacht keine Ruhe mehr gelassen. Hat gestrampelt wie verrückt und mich sogar dazu gebracht, im Traum nur mit einem Duschlaken bekleidet, über dem Congress Centrum Wienecke XI in Hannover herumzuschweben, in dem die von mir organisierte Anwaltstagung dann endlich stattgefunden hat. Sogar Herr Busemann, unser Justizminister in Niedersachsen und Herr  Jagau, der Regionspräsident, waren da, um Keynotes an die über 200  Teilnehmer zu richten. Letzteren habe ich fast nicht wiedererkannt im  Gegensatz zu früher, als wir noch in der „Hanomacke“ Partys gefeiert  haben. Das war während des Jurastudiums in den 80ern.</p>
<p>Er hat Karriere gemacht und ich nicht, was sich damals schon abzeichnete. Er weiß, wie man sich benimmt, und ich weiß es nicht.<br />
Und jetzt komme ich endlich zu meinem größten Fauxpas in diesem Jahr: Ich habe den Regionspräsidenten von Hannover zur Begrüßung umarmt und auf die Wange geküsst, obwohl er mir ganz demonstrativ seine Hand entgegengestreckt hielt.<br />
Ich bin noch gar nicht darüber weg und werde es wohl nie schaffen, mich mit dieser Königin all meiner Fettnäpfchen zu arrangieren.</p>
<p>Hauke war einer meiner Lieblingsstudis. Wir beide waren zusammen in der Redaktion der Fachbereichszeitung „Fluchtgefahr“, die nur ein einziges Mal erschienen ist. Dank unserer gemeinsamen Freundin Maria, habe ich noch ein gut erhaltenes Exemplar von 1983, in dem neben meiner damaligen Kolumne „Zwischen Schönfelder und Leidenschaft“ ein vor mir knieender späterer Regionspräsident auf einem Foto zu erkennen ist. Ich hätschele übrigens seine Wange. Time goes by.</p>
<p>Meine Freundin Christine in München, der ich diese Kolumne nachträglich zum Geburtstag widme, hat recht. Ich bin eine Provinzdiva am Rande des Nervenzusammenbruchs, und alles muss sich immer nur um mich drehen. Tut es aber nicht!</p>
<p><strong>Regina Kohn</strong></p>
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		<title>träume sind turnschuhe</title>
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		<pubDate>Sun, 31 Oct 2010 22:00:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Regina Kohn</dc:creator>
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		<category><![CDATA[2010-11]]></category>

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		<description><![CDATA[Ist das Leben nicht tatsächlich wie in einem Film von Woody Allen? Was hätte der wohl gemacht, wenn er mit Anfang Vierzig das Web 2.0 zur Verfügung gehabt hätte?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/03/06-43_Stadtkind_Feb_10.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-6033" title="Regina Kohn" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/03/06-43_Stadtkind_Feb_10-300x205.jpg" alt="" width="270" height="185" /></a>Seit zwei Jahren schreibe ich diese Kolumne. Das sind zwei Jahre zu viel! Mein erster Beitrag hatte die Überschrift „iPhone statt Botox“ und wurde zu 80% vom Herausgeber umgetextet. Na und? Ich rede mir Niederlagen gerne schön. Im November 2008 war ich sowieso noch zu feige, meinen richtigen Namen preiszugeben. Ich war „SAM“. Fast ein ganzes Jahr durfte ich anonym Phrasen dreschen und mir Peinlichkeiten ausdenken. Ich konnte damals noch unerkannt in der Nordstadt oder in Linden herumlaufen.</p>
<p>Im März 2009 fing ich dann mit Twitter an und lernte Leute kennen, die überhaupt keine Probleme damit haben, irgendwelchen esoterischen Käse in zahllosen überflüssigen Blogs zu verhackstückeln und obendrein noch Lesungen zu veranstalten. Gegen Eintritt natürlich. Das hat mir Mut gemacht, über die folgende Frage zu meditieren: „Warum bin ich noch nicht berühmt?“</p>
<p>Ich kam zu dem Ergebnis, dass meine Kolumne einfach zu gut war. Ich schrieb also schlechter und trashiger und setzte meinen eigenen Namen unter das Geschmiere über Porno, anrüchigen Sex mit jüngeren Männern oder die Wechseljahre. Die Rechnung ging auf. Ich erhielt plötzlich anonyme Emails und Postings, gutgemeinte und gleichzeitig ermahnende Anrufe von Anwaltskollegen. Internationale Cyberstalker hackten sich sogar in mein MacBook ein, um mich gefügig zu machen. Mehr Aufmerksamkeit durfte ich gar nicht erwarten.</p>
<p>Das Ganze zerrte in diesem Sommer so an mir, dass ich nachts nicht mehr schlafen konnte und irgendwann einen Nervenzusammenbruch erlitt. Ende August erkannte ich endlich, wie hoch der Preis vermeintlicher Popularität ist. Von da an reduzierte ich meine Internetaktivitäten und fing wieder mit Tai Chi und Nordic Walking an. Ich wollte zurück zu meiner Mitte. Haha. Wer&#8217;s glaubt, wird selig. Wo ist überhaupt die Mitte eines Menschen? Ich habe dieses ganze Geschwafel satt.</p>
<p>Ist das Leben nicht tatsächlich wie in einem Film von Woody Allen? Was hätte der wohl gemacht, wenn er mit Anfang Vierzig das Web 2.0 zur Verfügung gehabt hätte? Lange Rede, kurzer Sinn. Ich griff zu meiner letzten Waffe(l), meiner Kreditkarte, und buchte einen Flug nach London. Ich wollte keine Sonne und gelangweilt an einem Strand liegen. Ich wollte Geld ausgeben und mich in Pubs besaufen, Englisch sprechen, Fish &amp; Chips essen und Queen Elsbeth besuchen.</p>
<p>Insgeheim hatte ich die Hoffnung, einen arabischen Ölscheich Mitte 60 zu treffen, der es mir ermöglichen würde, aus meinem jetzigen Leben auszusteigen und nur noch Romane zu schreiben. Da saß ich nun am Sonntag, den 17. Oktober 2010, im Tearoom von „Liberty“ und wartete auf den Hype. Es gab nur einen Scheich, der dort mit einer seiner verschleierten Frauen abhing. Sie hantierte ständig mit ihrem iPhone herum und war am Quatschen, während er gelangweilt zu mir herüber sah. Ich war wie üblich allein und hatte mir Champagner, Single Tea und eine leckere Cherry Tarte bestellt.</p>
<p>Ich zog meinen Pullover aus – es war zu warm – und es geschah NICHTS. Anschließend kaufte ich mir Schuhe für 500 Pfund und setzte mich in den 73er Bus zurück nach Stoki in meinen Pub, über dem ich gewohnt habe. In Gedanken war ich bei einem „Turnschuh“, den ich im Internet in einem Musikforum kennen gelernt hatte. Das war im März. Ich wollte ihn in London zum ersten Mal treffen, aber er ist nicht aufgetaucht.</p>
<p>Ich liebe ihn. Meine besten Freunde, einschließlich aus der Redaktion, halten mich deshalb für verrückt und ihn für einen surrealen Freak. Das ist mir scheißegal! Push Push in the Bush&#8230;</p>
<p>Love You my LSG und dieser Text ist nur für dich!</p>
<p><strong>Regina Kohn</strong></p>
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		<title>öfter mal raus hier</title>
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		<pubDate>Thu, 30 Sep 2010 22:00:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Regina Kohn</dc:creator>
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		<category><![CDATA[2010-10]]></category>

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		<description><![CDATA[Bin ich eine Versagerin innerhalb dieser Gesellschaft, die keine Kinder, keine Familie, keine geregelten Arbeitszeiten und keinen Urlaub hat? Die Antwort lautet JA!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mein letzter richtiger Urlaub liegt über fünf Jahre zurück, und ich habe selbstverständlich im Anschluss daran einen skandalösen Reisebericht verfasst. Der kann im Internet nachgelesen werden. Titel: „Lastminute zu den Göttern: Reiserecht oder Liebe?“ Ich war damals zum ersten Mal ganz allein im Urlaub und zwar auf Kreta. Während ich diesen Satz schreibe, klingelt mich mein 75-jähriger Nachbar raus und bittet mich, bis zum 11. Oktober auf seine Wohnung und seine Post aufzupassen. Er fährt nämlich mit seiner Frau in diesem Jahr zum dritten Mal in Urlaub. Typisch Ü70! Zur Belohnung bekomme ich dann wieder Herzkirschen von Sarotti.</p>
<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/03/06-43_Stadtkind_Feb_10.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-6033" title="Regina Kohn" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/03/06-43_Stadtkind_Feb_10-300x205.jpg" alt="" width="300" height="205" /></a>Bin ich eine Versagerin innerhalb dieser Gesellschaft, die keine Kinder, keine Familie, keine geregelten Arbeitszeiten und keinen Urlaub hat? Die Antwort lautet JA! Urlaube sind für mich Damoklesschwerter, seit ich mit Exmann Nr. 1 zum ersten und letzten Mal in der Toskana war.</p>
<p>Das ist Jahrzehnte her, aber ich erinnere mich noch sehr gut daran. Ich hatte uns eine Ferienwohnung in einem Ort namens Albinia gebucht. Natürlich glaubte ich damals noch an TUI.</p>
<p>Wir hatten uns wahnsinnig darauf gefreut, und das, obwohl Freunde uns in einem Reiseführer dick angemarkert hatten, dass man Albinia als Ferienort in Italien unbedingt meiden sollte.<br />
Mein Ex und ich wollten nichts davon wissen und verdrängten in unserer jugendlichen Naivität, dass unser erster Traumurlaub ein absoluter Griff ins Klo werden könnte. Albinia hatte ungefähr dieselbe Ausstrahlung wie Gorleben, und unsere „Wohnung“, die einem Kellerloch nicht unähnlich war, lag direkt neben einer riesigen Kläranlage: der drittgrößten in ganz Italien. Unsere damals noch vorhandene Liebe wurde auf eine harte Probe gestellt. Schließlich war ich an allem schuld, weil ich gebucht hatte. Nach 5 Tagen und schlaflosen Nächten fuhren wir zurück und verbrachten den restlichen Urlaub im Ferienhaus einer Freundin in Reimersbude, Nordfriesland, wo es zehn Tage am Stück regnete. Danach hatte ich nur noch wenig Lust, auf Reisen zu gehen. Das ist bis heute so geblieben, und ich muss mich regelrecht zwingen, Hannover ab und zu doch zu verlassen.</p>
<p>Zuletzt habe ich das im größeren Stil getan, als ich zwischen Weihnachten und Silvester 2009 in Tel Aviv war. Ganz allein und ohne einen Menschen zu kennen, außer einen Twitterfreund namens Avi, dem ich es verdanke, dass ich dort eine wunderbare Wohnung fast direkt am Strand hatte. Der Vermieter heißt Odi und ich hielt ihn die ganze Zeit für den Hausmeister, weil er immer so herum lief. Erst kurz vor meiner Abreise hat er mir offenbart, dass ihm fast die ganze Straße gehört. Ich hätte es schon am ersten Tag bemerken müssen, denn er wusste nicht, wie wir die Waschmaschine anhalten konnten, die seine nagelneuen und noch nicht gewaschenen Handtücher, die er mir hingelegt hatte, zum zwanzigsten Mal kochte und schleuderte. Immerhin blieben ein paar Fäden übrig. Diese Aktion kostete mich jedenfalls einen ganzen Urlaubstag.</p>
<p>Ach, letztes Wochenende war ich zwei Tage in Holland. Das war auch schön. Ein Tag im Zug, wenn ich Hin- und Rückfahrt zusammenrechne, und 24 Stunden unter Strom, weil ich nicht in meinem eigenen Bett schlafen konnte. In fremden Betten brauche ich grundsätzlich drei Nächte, um mich daran zu gewöhnen. Trotzdem hatte ich Urlaubsfeeling als ich zurück kam. Ich verkündete überall: „Ich war übers Wochenende in Holland bei Freunden und Samstagabend auf einer Disko-Beachparty in Almere bei Amsterdam.“</p>
<p>Kaum habe ich mich davon erholt, steht schon wieder das nächste Abenteuer an. Vier Tage London im Oktober. Es könnte sogar passieren, dass ich nicht zurück komme, denn ich habe mich in einen Engländer verliebt.</p>
<p><strong>Regina Kohn</strong></p>
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		<title>heiße jahre</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Aug 2010 22:00:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Regina Kohn</dc:creator>
				<category><![CDATA[40plus]]></category>
		<category><![CDATA[2010-09]]></category>

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		<description><![CDATA[Es handelt sich dabei um die Wechseljahre, in denen ich mich seit geraumer Zeit befinde und die, wie ich inzwischen weiß, mit der Pubertät ganz viel gemeinsam haben.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am 11. August postete ein „Würge Reitz“ folgenden Kommentar unter meine letzte Kolumne:<br />
„Sorry Regina, wenn man dich kennt, sind deine peinlichen Auftritte überall im Web einfach nur das Letzte. Du scheinst echt die Pubertät noch nicht hinter dir zu haben, siehst aber aus wie Anfang 50. Dein ganzes Getwitter und Co. sind einfach nur peinlich… Gruß Würge.“</p>
<p>Etwas später antwortete ihm darauf „Elfriede“:<br />
„Liebe Regina, wieder wahrhaftig klasse! Wir beide werden noch mit 80 – und zum Entsetzen von Leuten wie Würge Reitz wie 90 aussehend – den Pater Ralphs und anderen vermeintlichen Sahneschnitten dieser Welt nachschmachten! Die Frauen, die das nicht tun, sind bigott oder tot! Sei umarmt, aber zieh besser keine Hot Pants mehr an! Elfriede“</p>
<p>Elfriede ist übrigens meine älteste und beste Freundin und sonst größte Kritikerin. Würge ist einer meiner Ex-Männer oder womöglich ein Anwaltskollege. Allerdings könnte diese Theorie an seiner schlechten Rechtschreibung scheitern (wir haben das oben ein bisschen korrigiert).</p>
<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/03/06-43_Stadtkind_Feb_10.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-6033" title="Regina Kohn" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/03/06-43_Stadtkind_Feb_10-300x205.jpg" alt="" width="300" height="205" /></a>Trotzdem möchte ich mich bei dir bedanken, Lieblingsdisser, denn du hast mir Mut gemacht, über ein sehr heikles Thema zu schreiben. Es handelt sich dabei um die Wechseljahre, in denen ich mich seit geraumer Zeit befinde und die, wie ich inzwischen weiß, mit der Pubertät ganz viel gemeinsam haben. Das Mädchen bzw. die Frau knallt sozusagen durch.</p>
<p>Meine Pubertät habe ich noch gut in Erinnerung. Mit 12 die erste Menstruation, mit 13 das erste Petting und mit 15 die Entjungferung.</p>
<p>Das war für meine Generation, die wie Anfang 50 aussieht, sich aber noch wie 40Plus fühlt, ganz normal.</p>
<p>Ich interessierte mich in dieser aufregenden Zeit für die Schule, für meinen Sport, für Jungs und Musik. Erwachsene fand ich blöd und wollte nur mit Gleichaltrigen zusammen sein. Körperliche Veränderungen nahm ich wahr, aber sie störten mich nicht. Ich fand sie selbstverständlich. Und albern waren wir vor uns hin Pubertierende sowieso. Zwischen Pubertät und Wechseljahren, in denen ich mich seit etwa 5 Jahren befinde, liegen Jahrzehnte, in denen ich mich meistens angepasst und gelangweilt habe. Ich hatte die falschen Männer und den falschen Beruf. Und ich hatte viele falsche Freunde und Kollegen. Von mir wurde immer nur genommen, und ich war zu doof, NEIN zu sagen.</p>
<p>Mit Anfang Vierzig, als meine Wechseljahre einsetzten, hatte ich zwei Schlüsselerlebnisse: Eine mehrjährige Beziehung zu einem Mann ging in die Brüche, und ich wurde aus meinem Job heraus gemobbt. Mein Leben lag in Trümmern. So dachte ich jedenfalls. Ich wollte nicht mehr, igelte mich monatelang ein und bemitleidete mich. Mit Hilfe von Freunden, die deutlich jünger sind als ich und eine eigene Medienagentur haben, fing ich wieder an zu arbeiten und begann Neues auszuprobieren. Es gab kleine Erfolge und große Niederlagen. Mein Leben wurde zur Achterbahn, aber ich hatte plötzlich wieder Spaß daran und ich fing an, mich wieder zu trauen. Ich wurde wieder ICH.</p>
<p>So kam ich tatsächlich zurück in das wunderbare pubertäre Feeling. Darunter hatten einige Menschen zu leiden. Offenbar Würge, der sich meinen peinlichen Mist bestimmt nur durchliest, weil er dazu gezwungen wird, oder der Herausgeber, den wir zärtlich „Sklaventreiber“ nennen. Er musste sich nämlich von mir vor 2 Jahren diese Kolumne aufschwatzen lassen und gab mir eine Chance, meinen alltäglichen realsatirischen Blödsinn in seinem Magazin zum Besten zu geben. Ich danke dir. Und hab keine Angst, ich gehe nicht zur VOGUE.</p>
<p>Meinen Leserinnen vor oder in den Wechseljahren möchte ich das Buch „Heiße Jahre“ von Sigrid Engelbrecht empfehlen und diese Kolumne meiner Frauenärztin widmen, die so heißt wie die Hauptstadt von Österreich. Sie macht mir immer wieder Mut, wenn ich sie frage, warum die Wechseljahre so schön scheiße sind.</p>
<p><strong>Regina Kohn</strong></p>
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		<title>hot time summer in the city</title>
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		<pubDate>Sat, 31 Jul 2010 22:00:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Regina Kohn</dc:creator>
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		<category><![CDATA[2010-08]]></category>

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		<description><![CDATA[Bei 40 Grad im Schatten befreite ich mich nämlich von sämtlichen Skrupeln und Moralvorstellungen, die ich noch besaß, und zog praktisch NICHTS an, um mich sodann auf die Straße zu begeben.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/03/06-43_Stadtkind_Feb_10.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-6033" title="Regina Kohn" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/03/06-43_Stadtkind_Feb_10-300x205.jpg" alt="" width="300" height="205" /></a>Mitte Mai bin ich in Aachen auf dem Deutschen Anwaltstag noch mit Wollkostüm, Stiefeln und meinem goldgelben Kuschelschal von @ranipink herum gelaufen. Gefühlte Temperaturen wie im November. Dann im Juni, als der Sommer sich endlich traute, war ich die Erste, die sich bei Twitter über die Tittenschau von Hannovers Girlies aufgeregt hat. Ich erinnere mich, dass ich noch nie so viele Replies hatte, als ich dort fragte: „Sind die andauernden Teenie-Möpse nicht die reinste Körperverletzung?“ Die meisten Feedbacks bekam ich von Männern, die mir mitteilten, dass die nahezu unverhüllten Brüste von jungen Frauen doch eine Augenweide seien. Ein Twitterfreund aus Wien schrieb netterweise, dass er sich auch regelmäßig über die nackten Tatsachen von Ü40 freuen würde.  Sind halt charmanter die Österreicher. Insgesamt aber Hut ab vor so viel Ehrlichkeit seitens der Männerwelt. Und sie können doch auch nichts dafür, denn das Glotzen – manchmal auch das Grapschen –  ist ausschließlich IHRE Veranlagung. Das dachte ich jedenfalls bis gestern.</p>
<p>„Gestern“ war der französische Nationalfeiertag (14. Juli) und nicht nur in Frankreich ein Tag der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Bei 40 Grad im Schatten befreite ich mich nämlich von sämtlichen Skrupeln und Moralvorstellungen, die ich noch besaß, und zog praktisch NICHTS an, um mich sodann auf die Straße zu begeben. Ich hatte um 13.30 Uhr einen wichtigen Termin am anderen Ende von Hannover, und da ich kein Auto habe, musste ich die üstra benutzen. Ich also in Hotpants und einem kurzärmeligen, sehr tief ausgeschnittenen T-Shirt, worunter ich immerhin einen BH trug, raus in die glühende Mittagshitze. An den Füßen mit den rot lackierten Nägeln hatte ich nur meine Schlangenledersandalen und auf dem Kopf eine olivgrüne Herrenschirmmütze von H&amp;M. Bereits auf den 150 Metern von meiner Wohnung bis zur Haltestelle Schaumburgstraße kamen mir 3 sehr leicht bekleidete Adonisse entgegen. Einer hatte sein Hemd fast ganz offen, trug eine Kette und war ansehnlich tätowiert. Er bewegte sich trotz der Hitze gazellenartig, und ich merkte, wie ich ihn angierte. Vielleicht hatte ich ja schon Halluzinationen, aber in der U-Bahn ging es weiter. Die jungen Herren der Schöpfung wollten sich anscheinend an erotischer Ausstrahlung überbieten. Ich lächelte die Süßen mit einem Augenzwinkern an und sie grinsten prompt zurück. Meistens in meinen Ausschnitt. Was für ein Tag! Sexy Männer ohne Ende in einer Stadt wie Hannover. Mein Blut fing an zu kochen und ich revidierte mein Urteil über die Tristesse der Männer an der Leine. Es wird noch besser.</p>
<p>Nach meinem Termin stand an der Haltestelle Noltemeyerbrücke eine wahre Schönheit. Er erinnerte mich an den Hauptdarsteller der Serie „Sandokan“, in den ich als Vorpubertierende verliebt war. Exotisch, rassig und sportlich. Wir nahmen dieselbe Bahn und er setzte sich mir gegenüber, obwohl noch überall Plätze frei waren. Ich sank fast in Ohnmacht, als ich seinen Blick  auf mir spürte. Ich war schließlich halbnackt. Und er? Er hatte leider seinen Rucksack über dem Körperteil liegen, das ich gerne noch näher begutachtet hätte. Von seinen Armen fühlte ich mich in meiner Fantasie bereits umfangen&#8230; Als ich am Bahnhof ausstieg, sahen wir uns sehr tief in die Augen. Lechz.</p>
<p>Natürlich war ich zu blöd, ihm meine Nummer zu geben. Die Bahn fuhr gnadenlos mit ihm weiter. <strong></strong></p>
<p><span style="color: #ff00ff;">Bitte   melde   dich,   wenn   du   das   hier   liest,   Babe!</span></p>
<p><strong><br />
Regina Kohn</strong></p>
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		<title>like a peachflower</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Jun 2010 22:00:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Regina Kohn</dc:creator>
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		<category><![CDATA[2010-07]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie kommt es, dass ich trotz meines ungesunden und lasterhaften Lebenswandels noch so oft für eine Enddreißigerin gehalten werde, wenn das Licht stimmt? Gerade deshalb!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/03/06-43_Stadtkind_Feb_10.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-6033" title="Regina Kohn" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/03/06-43_Stadtkind_Feb_10-300x205.jpg" alt="" width="300" height="205" /></a>Ich gehöre zu den Frauen jenseits des Verfallsdatums, die sich ständig anhören müssen, wie jung sie noch aussehen. Das Highlight war im letzten Urlaub auf Kreta der süße 22-jährige Barkeeper, der mich auf 35 geschätzt hat. Da war ich schon fast 45 und hielt ihn für 27. Ich hatte nach ein paar heißen Küssen schließlich doch Skrupel, ihn zu vernaschen, weil ich mich zu fett fühlte und Angst hatte, ihn beim Sex zu zerquetschen. Der Altersunterschied – ich hätte seine Mutter sein können – spielte selbstverständlich keine Rolle für mich.</p>
<p>Wäre ich ein Mann und wie mein Freund Tom, würde ich mich bestimmt bei Twitter und anderswo auch @profi_youth oder so ähnlich nennen, denn meine jugendliche Ausstrahlung ist reine Makulatur.</p>
<p>Mein richtiges Alter kennen außer mir nur sehr wenige Menschen, die mir dabei helfen, es zu vertuschen: mein Friseur Ciro, mein Zahnarzt an der Noltemeyerbrücke, meine Kosmetikerin Aicha in der Nordstadt und meine Fotografin @CooperVisual, die ich hiermit alle herzlich grüße, um weiterhin Prozente und bevorzugte Behandlung einzuheimsen. Gegenüber Männern trete ich ähnlich auf wie Jane Fonda oder Sophia Loren. Ich gebe ihnen stets eine Illusion von immerwährender Schönheit und unendlichem Sexappeal. Dabei muss ich mich nicht anstrengen, denn es liegt mir im Blut. Ich war schon immer so. Mein Lieblingsroman ist „Das Bildnis des Dorian Gray“. Viele jüngere Frauen beneiden mich und hoffen, dass sie später ähnlich altern wie ich. Nämlich nie! Manchmal plaudere ich gegenüber meinen Freundinnen unter Vierzig ein bisschen aus dem Nähkästchen und verrate ihnen, dass es im Leben einer Frau in den Wechseljahren lediglich auf die richtige Einstellung und auf gewisse Kniffe ankommt. Das Wichtigste ist, total eingebildet und selbstverliebt zu sein und sich permanent Anerkennung von allen Seiten zu holen.</p>
<p>Dabei bietet das Web 2.0 mit den entsprechenden Social-Media-Networks   hervorragende Möglichkeiten, sich zu entfalten.</p>
<p>Ich bin bei Twitter inzwischen ein kleiner Publikumsliebling, der von seinen besten „Freunden“ „Pfirsichblüte“ genannt wird. Bei Blip.fm spiele ich in der obersten DJ-Liga mit, was Black Music angeht.  Es ist mir inzwischen egal, was die Freunde von früher darüber denken. Sie können weiterhin ihre frustrierten Langweilerleben ohne die neuen Medien führen und in die Röhre gucken, was Spaß und Lifestyle angeht.</p>
<p>Nun aber ganz im Ernst: Wie kommt es, dass ich trotz meines ungesunden und lasterhaften Lebenswandels noch so oft für eine Enddreißigerin gehalten werde, wenn das Licht stimmt? Gerade deshalb!</p>
<p>Ich beschreibe jetzt einen ganz normalen Tag in meinem Leben zwischen meiner realen und meiner surrealen Welt: Aufstehen zwischen 6 und 8 Uhr morgens; 3 – 5 Becher Kaffee; MacBook anschalten und schauen, was an E-Mails, Tweets, Blips und Freundschaftsanfragen bei Facebook eingegangen ist; Schreiben und Telefonieren bis mittags, während zwischendurch ab und zu getwittert wird; zwischen 13.00 und 14.00 Uhr Frühstück und danach wird ein Zahn beim Arbeiten zugelegt. Zwischendurch immer wieder Rauchen, Fluchen und Schokolade. Mein absoluter Beauty-Tipp lautet schließlich: „Sport ist Mord!“ Wann ich Feierabend mache, bestimme ich und arbeite manchmal bis spät in die Nacht. Müde werde ich erst gegen Eins oder Zwei, so dass ich im Schnitt jede Nacht 4 Stunden Schlaf genieße. Dabei bin ich mal mehr oder weniger allein.</p>
<p>There’s nothing more to say. Schließlich kommt wahre Schönheit von innen, oder? Übrigens widme ich diese Kolumne meiner Freundin Grit aus  Halle (Saale), die letztes Jahr versehentlich 40 geworden ist.</p>
<p><strong>Regina Kohn</strong></p>
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		<title>rechtsanwältinnen sind sexy</title>
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		<pubDate>Mon, 31 May 2010 22:00:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Regina Kohn</dc:creator>
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		<category><![CDATA[2010-06]]></category>

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		<description><![CDATA[„You must have balls“ sagen die Amis so schön. Und sie haben Recht! Wer seine Eier im Bauch hat, ist weniger gefragt und kommt nur selten nach vorne.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/06/Regina_72dpi.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-8013" title="Immerhin auf Platz 10!" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/06/Regina_72dpi-300x202.jpg" alt="" width="300" height="202" /></a>Letztes Jahr kollidierte mein dritter 45. Geburtstag mit den Bundestagswahlen. Bei strahlendem Sonnenschein und noch unentschlossen, ob ich wählen sollte, war ich bereits am Morgen in Champagnerlaune. Und am Nachmittag wollte ich mit einem befreundeten Paar – Tomas und James – zum Kaffeeklatsch hinter dem Wilhelm-Busch-Museum gehen. Als Geschenk bekam ich von den beiden eine Art hippen „Lederstring“, den sie mir in London gekauft hatten. Leider war er zwei Nummern zu klein, wie sich später herausstellte.</p>
<p>An jenem Nachmittag saßen wir jedenfalls wie im Paradies in der glühenden Spätsommersonne bei „Latte“ und Kuchen. Wir lästerten über Gott und die Welt und hatten kindischen Spaß. Mittendrin rief mich plötzlich ein befreundeter Kollege an, um mir zu gratulieren. Wir plauderten ein bisschen, und ganz en passant fragte er mich, ob ich nicht Lust hätte, abends noch zur Wahlparty der FDP ins Brauhaus Ernst August zu kommen. Das ist da, wo sonntags immer die peinlichsten Single-Partys in ganz Hannover stattfinden. Ich zögerte also nicht lange mit meiner Zusage, zumal ich meine Leute mitbringen durfte und es dort jeglichen Alkohol umsonst geben sollte. Wer jetzt glaubt, dass ich die FDP gewählt habe, nur weil ich Rechtsanwältin bin, ist auf dem Holzweg! Als ehemalige Anhängerin der hiesigen Hausbesetzer-Szene stehe ich politisch ganz nah bei meinem Herzen, und meine Augen sind grün.</p>
<p>Doch nun auf zur Wahlparty am Abend. Die Stimmung im Ernst August war nach dem Wahlerfolg von Westerwave &amp; Co. entsprechend gut. Man stand dicht gedrängt auf dem Bürgersteig und prostete sich zu. Mein Lieblingskollege nahm mich sofort herzlich in Empfang und just im nächsten Moment kam eine junge Reporterin von ffn mit gezücktem Mikro auf mich zugerannt.<br />
„Wie fühlen Sie sich jetzt nach Ihrem großen Erfolg?“ wurde ich gefragt. Natürlich war ich bereits beschwipst und antwortete, ohne mit der Wimper zu zucken: „Ich bin völlig entspannt.“</p>
<p>Da ich offensichtlich wie eine wichtige Politikerin aussah, fragte sie mich weiteres Zeug, was ich im Einzelnen aber vergessen habe. Ich habe noch das Konterfei meines Kollegen vor Augen, das in leichte Gesichtslähmung überging. Er stand mit seinem kleinen Abzeichen direkt neben mir und wurde von der Medienvertreterin keines Blickes gewürdigt. Autsch.</p>
<p>Sowas tut weh, und im Nachhinein kann ich das sehr gut verstehen. Schließlich bin ich eine Frau und habe gelernt, dass Lobbyarbeit und Networking und die sich daraus ergebenden Lorbeeren männlich sind. „You must have balls“ sagen die Amis so schön. Und sie haben Recht! Wer seine Eier im Bauch hat, ist weniger gefragt und kommt nur selten nach vorne. Es sei denn, ich zeichne mich durch Beharrlichkeit aus und gehöre zu einer Gruppe von Alpha-Weibchen – den Rechtsanwältinnen. Wir werden immer mehr, und erst kürzlich hat eine Umfrage der „Astrowoche“ ergeben, dass unser Beruf sogar sexy ist.<br />
Ganz genau!</p>
<p>In einem Ranking der 20 Frauenberufe, die Männer anziehend finden, liegen wir immerhin auf Platz 10. Noch vor der Kosmetikerin und der Prostituierten. Auf Platz 1 ist die Stewardess gelandet, die es den Herren der Schöpfung auf Reisen und anderswo ermöglicht, ihre Eier ordentlich baumeln zu lassen. Gelernt ist gelernt, und dann kommt die Karriere als TV-Moderatorin oder Tagesschau-Sprecherin ganz von selbst.</p>
<p>Bin ich neidisch? Nein, denn ich habe einen freien Beruf, meine eigene Kolumne im „Stadtkind“ und ganz viel echten Spaß. Und vor allen Dingen muss ich mich nicht zwingen, von morgens bis abends Männer anzulächeln, die ich in Wahrheit blöd finde.</p>
<p><strong>Regina Kohn</strong></p>
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		<title>schöne männer an der leine</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Apr 2010 22:00:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Regina Kohn</dc:creator>
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		<category><![CDATA[2010-05]]></category>

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		<description><![CDATA[Den Spruch „Die Schönheit liegt im Auge des Betrachters“ fand ich schon immer fadenscheinig. Bereits als Jugendliche las ich darin zwischen den Zeilen die Botschaft, dass man sich einen Typen auch schön reden kann, wenn es sein muss.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Den Spruch „Die Schönheit liegt im Auge des Betrachters“ fand ich schon immer fadenscheinig. Bereits als Jugendliche las ich darin zwischen den Zeilen die Botschaft, dass man sich einen Typen auch schön reden kann, wenn es sein muss. Umgekehrt kannte ich bereits von meinen männlichen Zeitgenossen die Redewendungen „Die Frau habe ich mir schön gesoffen“ oder „Einfach eine Decke über’s Gesicht geht immer“. Ich persönlich kann nicht klagen, da ich nur wirklich attraktive Männer hatte.</p>
<p>Bis auf eine Ausnahme.</p>
<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/03/06-43_Stadtkind_Feb_10.jpg"><img class="size-medium wp-image-6033 alignright" title="Regina Kohn" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/03/06-43_Stadtkind_Feb_10-300x205.jpg" alt="" width="270" height="185" /></a>Bei meinem Ex Nr. 2 nahm ich die Pille als wir uns kennenlernten, und dadurch war die Welt der Pheromone aus dem Gleichgewicht geraten. Ich konnte ihn fälschlicherweise so gut riechen, dass ich erst viel später gemerkt habe, wie scheiße er in Wahrheit aussah. Das allein war es aber nicht. Er hatte obendrein einen miesen Charakter, war geizig, humorlos und unsensibel. Niemals stand er hinter mir, und ich war ihm regelmäßig peinlich, wenn wir unter Leuten waren. Aus dieser kleinen „Abrechnung“ ergibt sich bereits mein erstes Anforderungsprofil an den potenziellen Lebensabschnittsgefährten.</p>
<p>Doch woher nehmen, wenn nicht stehlen? Und das in Hannover, einer Stadt, in der die Schönheit von Single-Männern deutlich unter dem Bundesdurchschnitt liegt. Nebenbei: verheiratete oder liierte Männer sind inzwischen absolut tabu für mich, da ich zuletzt von zwei „Desperate Housewives“ &#8211; einer Krankenschwester  und einer Lehrerin &#8211;  mit dem Marianne Rosenberg Titel „Marleen“ bedroht wurde. Sie riefen im Wechsel stündlich bei mir an und spielten laut „Eine von uns beiden muß nun geehn&#8230;“  in meine Mobilbox. Woher sie meine Nummer hatten, kann ich nur ahnen. Männer, die fremd gehen, sind zu blöd, ihre Handys nicht auf dem Küchentisch liegen zu lassen. Klappe zu, Affe tot.</p>
<p>Was ist ein schöner Mann? Meine beiden besten Freundinnen – die eine Ü50 und die andere Ü20 – haben völlig andere Schönheits-ideale. Während ich eher auf den dunklen, immer glühenden Typ stehe, bevorzugen sie sportliche blonde blauäugige Recken bzw. kleine Katzenbändiger mit Bauchansatz. Wir kommen uns dadurch zwar nie in die Quere, aber es bringt mich auch nicht weiter, sie um Rat zu fragen.</p>
<p>Zum Glück hat ein befreundeter  Filmjournalist und Autor – Joachim Kurz – ein neues Buch mit dem Titel „Der schöne Mann“ geschrieben, in dem es um ausgewählte Playboys, Dandys und Lebenskünstler geht, die er porträtiert. Darunter sind David Bowie, Rupert Everett, Cary Grant oder David Beckham. Alles Männer, die ich nicht von der Bettkante stoßen würde. Rein theoretisch, denn sie sind ja entweder schwul, verheiratet oder tot.</p>
<p>Aber da wäre schließlich noch James Bond, der unverheiratete sagenhafte Playboy im Auftrag ihrer Majestät, der von Joachim als eine Art fiktiver Womanizer in allen Facetten beschrieben wird. Ich mag ihn besonders in der Gestalt des smarten Pierce Brosnan. Seufz. Und mit dieser Wunschvorstellung soll ich im Mai wieder auf die Jagd nach dem ultimativen Kick unter Hannovers Junggesellen gehen? Das wird nicht einfach.</p>
<p>Notiz an mich selbst: Bleib Dir treu, achte nur aufs Aussehen und nicht auf innere Werte, und dann klappt es auch mit den Frühlingsgefühlen in der Provinzhauptstadt des Nordens. Und wenn nicht, dann habe ich ja noch meine internationalen Reserven im Web 2.0&#8230;</p>
<p><strong>Regina Kohn</strong></p>
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		<title>a funky space reincarnation</title>
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		<pubDate>Wed, 31 Mar 2010 22:00:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Regina Kohn</dc:creator>
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		<category><![CDATA[2010-04]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie konnte ich ihn so schnell vergessen? Das fragten sich nicht nur meine Freunde, die mich nach früher gescheiterten Beziehungen manchmal monatelang als liebeskummergeschädigte Nervensäge ertragen mussten. Der Grund dafür: es gab bereits einen Neuen!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/03/06-43_Stadtkind_Feb_10.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-6033" title="Regina Kohn" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/03/06-43_Stadtkind_Feb_10-300x205.jpg" alt="" width="300" height="205" /></a>In meiner letzten Kolumne drehte sich noch alles um die Liebe zu einem gewissen „Bärchen“. Das ist Vergangenheit! Das Bärchen- Feeling war nämlich eine Art Selbsttäuschung von mir, wie ER mir jüngst auf Twitter in Form einer letzten Direct Message mitgeteilt hat. Natürlich hatte ich wieder die Arschkarte. Warum verliebe ich mich auch in einen Mann, der der Auffassung ist, dass daraus automatisch Ansprüche entstehen, die er nicht erfüllen kann? Ganz nach dem Motto „Toll gewesen, voll gewesen“, ließ ich umgehend meine Gefühle den Bach runter gehen.</p>
<p>„Bärchen“ hauchte seinen Geist aus und wurde von mir in Gestalt einer Voodoo-Puppe beigesetzt, nachdem ich diese noch ein wenig gefoltert habe. Wie konnte ich ihn so schnell vergessen? Das fragten sich nicht nur meine Freunde, die mich nach früher gescheiterten Beziehungen manchmal monatelang als liebeskummergeschädigte Nervensäge ertragen mussten. Der Grund dafür: es gab bereits einen Neuen!</p>
<p>Er ist plötzlich und unerwartet am 19. Februar als „Minnesänger 2.0“ in meinem virtuellen Musiknetzwerk blip.fm aufgetaucht und spielte mir zunächst einen Lieblingssong nach dem anderen vor. Seine stärkste Waffe hieß „Soul“, und damit belagerte er mich nächtelang zusammen mit Barry White, den Dramatics, Bill Withers und mit MARVIN GAYE. Dabei benutzte er dessen Bild mit der weißen Mütze als Avatar. Offenbar hatte er ein Gespür dafür, dass ich bereits als frühreife Göre nichts anderes als Soul und R&#8217;n'B gehört habe und Marvin Gaye schon damals für meinen Traumbarden hielt.</p>
<p>Nach Real Love und Twitterlove startete nun also meine erste virtuelle Lovestory mit einem musikalischen Gespenst, das mir „Spirit“ und „Sexual Healing“ in Form von Musikblips schickte.<br />
„Marvin“ sah für mich nicht nur so saugut aus wie Mr. Gaye, er hatte obendrein dieselbe Ausstrahlung und die nonchalanten sexy Vibes. Ganz klar konnte es sich bei ihm nur um einen farbigen Angloamerikaner aus New York handeln, der in etwa gleichaltrig mit mir sein musste. Ein Akademiker mit Humor, Musikverstand und Feeling.</p>
<p>Noch nie hatte ich eine derart sexuelle Beziehung zu meinem MacBook wie in den letzten Februartagen und Anfang März.</p>
<p>Der Marvin-Fake und ich wurden ein blippendes Liebespaar und nannten uns gegenseitig „my Boo“. Ich schwebte auf Wolken und alles andere war mir egal. Mein Zeitgefühl ging verloren, denn ich hatte ihm immer 6 Stunden voraus und musste eigentlich schlafen gehen, wenn er gegen Abend mit dem „Funky Jam“ anfangen wollte. Ich tat es aber nicht und blieb bei ihm. Als ich bemerkte, dass wir schon abhängig voneinander waren, bekam ich hohes Fieber. Ich phantasierte im Halbschlaf und konnte Traum und Wirklichkeit nicht mehr unterscheiden.</p>
<p>Marvin Gaye kam in dieser Nacht – es war der 5. März 2010 – zu mir, legte sich neben mich, nahm mich in seine Arme und fing an, für mich zu singen: „two thousand and seventy three , two thousand and eighty four, two thousand and ninety three, light years ahead you and me gone be getting down on a space bed&#8230;we gone get married in june&#8230;we gonna be getting down on the moon&#8230;“.<br />
Am nächsten Tag wartete ich auf meinen DJ. Sein letztes Lebenszeichen kam mittags. Es war „A Funky Space Reincarnation“ von Marvins legendärem Album „Here, my Dear“ aus 1978, in dem er die gescheiterte Liebe zu seiner ersten Frau verarbeitet. Genau das Lied, das er in meinem Traum für mich gesungen hatte&#8230;</p>
<p>Ich habe eine ganze Woche nur geweint. Inzwischen bin ich froh, dass der Spuk vorbei ist. Ich habe jetzt einen Lieblings-DJ, der real ist und sein eigenes Gesicht zeigt. Durch ihn habe ich neue wunderschöne Musik entdeckt. Das genieße ich im Stillen und nicht im „Space Bed“.</p>
<p><strong>Regina Kohn</strong></p>
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		<title>keine dreier mehr</title>
		<link>http://www.stadtkind-hannover.de/2010/03/keine-dreier-mehr/</link>
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		<pubDate>Sun, 28 Feb 2010 22:00:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Regina Kohn</dc:creator>
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		<category><![CDATA[2010-03]]></category>

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		<description><![CDATA[Man liebt vermeintlich nur einen Mann (oder eine Frau), und plötzlich taucht Nr. 2 auf und fängt an, zu verwirren. Möglichst zu einem Zeitpunkt, wo überhaupt kein Anlass besteht, sich anderweitig zu orientieren.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am Valentinstag – Sonntag, 14.02.2010 – habe ich mir ein paar Grundsatzgedanken über die Liebe und mein aktuelles Liebesleben gemacht. Ich hatte dabei keine rosarote Brille auf, sondern wollte der knallharten Wirklichkeit ins Auge sehen. Gleich zwei Lover, die beide nicht anwesend waren! Und das am Tag der Liebenden. Mein Herz war schwer, auch wenn ich das niemals zugegeben hätte.</p>
<p>Natürlich fehlten sie nicht unentschuldigt, und wer mich kennt, ahnt bereits, dass mindestens einer der Herren „en famille“ und der andere wie gewöhnlich „busy“ und gestresst im Job unterwegs war. Das änderte nichts daran. Ich hatte keine Blumen, keine Pralinen und keine Küsse, und ich war traurig. Ich hörte melancholische Musik, telefonierte und twitterte nur mit Freundinnen, die auch gerade allein und sehnsuchtsvoll waren und stopfte über den Tag verteilt eine Tüte Gummibärchen und zwei Tafeln Schokolade in mich hinein. Das alles bloß wegen „Jules und Jim“. So nenne ich die beiden einfach mal und hoffe, dass hier jemand den gleichnamigen Film von Truffaut kennt, in dem es um eine Menage á Trois zwischen einer Frau und zwei Männern geht. Wenn nicht, ist es auch egal, denn derartige Verhältnisse gibt es nicht bloß im Kino.</p>
<p>Man liebt vermeintlich nur einen Mann (oder eine Frau), und plötzlich taucht Nr. 2 auf und fängt an, zu verwirren.<br />
Möglichst zu einem Zeitpunkt, wo überhaupt kein Anlass besteht, sich anderweitig zu orientieren.<br />
Es geschieht trotzdem, und schon bricht ein Gefühlschaos aus, das auf der einen Seite schön und auf der anderen schrecklich ist. Es stellt sich nämlich die Frage nach dem „Wieso?“.</p>
<p>Besonders, wenn in der bisherigen Beziehung alles stimmt.<br />
Mit 13 war ich das erste Mal in einer ähnlichen Situation. Ich war in zwei Jungs verliebt, mit denen ich mich abwechselnd irgendwo in Hildesheim traf. Beide waren sehr süß, und ich konnte mich nicht entscheiden. Zum Glück ergab sich dann alles wie von selbst, als ich eng umschlungen mit dem einen über die Steuerwalder Straße ging und uns der andere auf seinem Mofa entgegen kam. Der entsetzte und zutiefst enttäuschte Blick ging mir bis ins Herz, und ich wusste plötzlich, dass ER der einzig Richtige für mich war. Er wurde meine erste große Liebe, durfte mich entjungfern und wir waren acht Jahre lang zusammen.</p>
<p>In diesen acht Jahren – ich war 19 – verliebte ich mich in einen seiner besten Freunde. Er war der schönste junge Mann, den ich jemals gesehen hatte, und ich konnte nicht widerstehen. Wir trafen uns immer heimlich, während mein fester Freund bei der Bundeswehr war. Beide hatten wir permanent ein schlechtes Gewissen, obwohl wir uns leidenschaftlich geliebt haben. Schließlich hatte das Versteckspiel ein Ende, weil der Schöne mich ganz für sich haben wollte. Ich entschied mich wieder für meine 1. Liebe. Wir haben uns kurze Zeit später getrennt, als ich mit dem Jurastudium anfing. Da gab es zu viele neue spannendere Männer. Seither war ich nie wieder in einer Dreierkiste.</p>
<p>Zurück zum „Jetzt“ und zum „Wieso?“, und mit Blick auf die Erlebnisse in meiner Jugend, stelle ich fest, dass ich mich nicht geändert habe. Ich kann und will nicht parallel lieben. Meine Liebe und meine Leidenschaft lassen sich nicht teilen, und süße Versuchungen und Verwirrspiele gehen vorüber, weil ich weiß, für wen mein Herz schlägt. Und auch, wenn dieser Mann am Valentinstag lieber am Ende der Welt seinen Job erledigt, anstatt mit mir wenigstens virtuell oder telefonisch „Sexy Talk“ zu machen, weiß ich, dass er meine Gefühle auf seine Art erwidert. Ich habe mich deshalb für ihn entschieden. Hundert Prozent und Alles nur für Dich, Bärchen!</p>
<p><strong>Regina Kohn</strong></p>
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		<title>manchmal haben frauen ein bisschen porno gern</title>
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		<pubDate>Sun, 31 Jan 2010 22:00:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Regina Kohn</dc:creator>
				<category><![CDATA[40plus]]></category>
		<category><![CDATA[2010-02]]></category>

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		<description><![CDATA[Weil ich zu diesem Zeitpunkt bereits daran dachte, diese Kolumne über „Porno“ zu schreiben, musste ich mithören.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/03/06-43_Stadtkind_Feb_10.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-6033" title="Handschuhe - im Winter ein Muss!" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/03/06-43_Stadtkind_Feb_10-300x205.jpg" alt="" width="300" height="205" /></a>Neulich war ich bei „Liebhabereien“ in der Altstadt. Ich wollte ein Toy für den Mann meines Herzens kaufen. Eine Verkäuferin, die ich noch nicht kannte, war bei meinem Eintreffen in ein Erstberatungsgespräch mit einer Frau in den besten Jahren vertieft, die sich ihren ersten Dildo zulegen wollte.<br />
Weil ich zu diesem Zeitpunkt bereits daran dachte, diese Kolumne über „Porno“ zu schreiben, musste ich mithören. Nebenbei las ich mir die Anleitungen für diverse Schwanzringe durch und stöberte ein bisschen im Bücherregal.</p>
<p>Erotische Fachliteratur gehört neben Jura zu meiner Lieblingslektüre. Meine Ohren wurden länger, nachdem die Verkäuferin mit der Technik fertig war und auf den Wellness-Faktor zu sprechen kam.</p>
<p style="text-align: center;"><strong><em>Meinen ersten Ersatzdödel hatte ich mir schon vor 10 Jahren im Internet bestellt.<br />
Er war riesig, knallrot und ich konnte nur ansatzweise etwas damit anfangen.<br />
Ich gab ihn kurzerhand an einen schwulen Freund weiter, der gut damit umgehen konnte.<br />
Einen so blöden Anschaffungsfehler habe ich danach nie wieder gemacht und bin jetzt dank der fachkundigen Ladies in meinem Erotikshop mit geeigneten Werkzeugen ausgestattet.</em></strong></p>
<p>Sie führte aus, dass ein Dildo in erster Linie dazu beitragen soll, sich neu aufzuladen und wieder fit für alles Mögliche zu werden.<br />
Ich war begeistert und genoss diese vornehme Umschreibung für „Ich kann es mir mit meinem Vibrator selber besorgen, so oft und so lange ich will.“ Meinen ersten Ersatzdödel hatte ich mir schon vor 10 Jahren im Internet bestellt. Er war riesig, knallrot und ich konnte nur ansatzweise etwas damit anfangen. Ich gab ihn kurzerhand an einen schwulen Freund weiter, der gut damit umgehen konnte. Einen so blöden Anschaffungsfehler habe ich danach nie wieder gemacht und bin jetzt dank der fachkundigen Ladies in meinem Erotikshop mit geeigneten Werkzeugen ausgestattet.</p>
<p>Als die Einsteigerin sich endlich für ein Modell entschieden hatte, konnte ich meine Fragen zu dem batteriebetriebenen Cockring loswerden, den ich spannend fand. Inzwischen waren noch zwei weitere Frauen im Laden aufgetaucht, die sich interessiert umschauten. Wir alle sahen sehr normal und kein bisschen nuttig aus. Frauen aus Hannover halt. Mitten aus dem Leben und mit Lust auf Lustgewinn. Da ich schon immer sehr aufgeschlossen für alles war, was mit Sex und Pornos zu tun hat, war ich völlig begeistert, als die Erstdildofrau noch einen stimulierenden Film haben wollte. Die Verkäuferin kam etwas ins Schleudern. Sie war relativ neu und kannte die Filmpalette nicht vollständig.</p>
<p>Zufällig verfüge ich über einschlägige Kenntnisse und eine kleine Sammlung erotischer Filme auf DVD, und ich konnte helfen. Ich erzählte allen im Laden anwesenden Frauen, dass ich meinen ersten Pornofilm mit 15 gesehen habe. Das war damals im Hildesheimer Sexkino in der Schuhstraße. Es existiert schon lange nicht mehr. An den „Film“ kann ich mich zum Glück nicht erinnern, nur an das leichte Ekelgefühl. Es war Schund und ausschließlich für Männer gemacht, die vereinzelt in den Reihen saßen, stöhnten und sich einen herunter nudelten. Alles, was wir schon immer über Sex wissen wollten&#8230; Frauen wollen etwas anderes sehen, um sich anzutörnen, als Blasen und Abspritzen ohne Handlung.</p>
<p>Natürlich mögen wir Pornos, aber es ist uns wichtig, dass wir uns in eine verführerische Rolle hinein fallen lassen können, in der wir die Sexgöttin sind, die von allen Seiten verwöhnt wird. Und das von ausnahmslos ansehnlichen Akteuren des anderen oder desselben Geschlechts. Am Ende meines pornografischen Rückblicks bekam ich Applaus. Der an Pornofilmen interessierten Frau konnte ich obendrein meinen Lieblingsfilm „Constance“ empfehlen. Mit den Worten: „Da kommst Du garantiert.“ Natürlich hat sie den Film gekauft. Ich nahm den Silikonring mit Batterien und ein Bondage-Set und zog freudig erregt los.</p>
<p>Endlich wurde mir klar, dass ich eine Alternative zu meinem zeitweise öden Anwaltsjob habe. Ich werde Pornoexpertin.</p>
<p><strong>Regina Kohn</strong></p>
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		<title>die unerträgliche leichtigkeit des seins</title>
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		<pubDate>Thu, 31 Dec 2009 22:00:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Regina Kohn</dc:creator>
				<category><![CDATA[40plus]]></category>
		<category><![CDATA[2010-01]]></category>

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		<description><![CDATA[Aufeinander zugehen und sich wieder voneinander entfernen ohne Besitzansprüche und Eifersucht. Geht das überhaupt?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie immer und auf den letzten Drücker ändere ich das Thema für meine aktuelle Kolumne und fange von vorne an. Eigentlich wollte ich über schöne Männer in Hannover schreiben und vorneweg mein Freund Stefan, der den Spitznamen „Hedoniker“ trägt, möge es mir verzeihen. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben! Dann liebäugelte ich damit, dem Herausgeber dieses Magazins eine Art versteckte Liebeserklärung zu machen. Das lasse ich aber doch schön bleiben, denn mir ist zum Glück wieder eingefallen, dass er durch seine Heirat im letzten September definitiv bei mir verschissen hat.</p>
<p>Nun sitze ich an meinem MacBook, kaue an meiner Nagelhaut und höre „Use Me“ von Bill Withers. Das ist einer meiner Lieblingssongs, den ich schon mit 13 gerne gehört habe. Vielleicht ahnte ich damals bereits, dass ich eines Tages leicht S/M-lastig sein würde. Das heißt jetzt nicht, dass ich auf Lack und Leder abfahre, aber ich neige dazu, mich ausnutzen zu lassen und andere ein bisschen zu quälen. Stets im Wechsel. Im Beruf gilt das inzwischen weniger. Da mache ich kaum noch einen Finger krumm ohne vorherige schriftliche Vereinbarung über „Billable Hours“, und meine Auftraggeber trage ich auf Händen. Aber im Privaten komme ich mir manchmal wie eine Mischung aus Mutter Theresa und Theresa Orlowski vor. Einige Männer haben dafür einen ganz besonderen Riecher. Und umgekehrt scheine ich auf sie abzufahren &#8211; sowohl im „Real Life“ als auch im Web 2.0.</p>
<p>Ich kann mich nicht dagegen wehren, denn ich strahle etwas aus, das besonders fest gebundene Herren mit Hang zu einer oder mehreren Geliebten anmacht. Ich bin DIE selbstständige Powerfrau in den besten Jahren, die noch attraktiv genug ist, sich hin und wieder mit ihr zu vergnügen. Ich stelle keinen Anspruch auf Familiengründung mehr – Menopause – und ich kann gut zuhören. Natürlich bin ich charmant und witzig, beruflich viel unterwegs und ansonsten in Hannover. Also am Arsch der Welt! Das hängt damit zusammen, dass meine Womanizer, die ich irgendwo auf einer Tagung, im ICE 1. Klasse oder bei Twitter kennen lerne, aus Stuttgart, Frankfurt oder Köln kommen. Weit genug weg, um mir nicht ernsthaft gefährlich werden zu können? Sie haben tolle Jobs, entsprechen meinem Niveau und sind äußerst attraktiv. Hier gibt es solche Männer nicht. Bloß den Mann im gestreiften Hemd, der bei mir um die Ecke wohnt und Ähnlichkeit mit Christian Ulmen hat. Selbstverständlich in seiner Rolle als Nerd bei Comedy Central.</p>
<p>Leider bin ich nicht die Frau nebenan, die er sucht, sondern eine „Sabina“ wie in dem Roman „Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins“ von Milan Kundera, in dem es um einen Mann geht, der seine Frau ein Leben lang mit anderen betrügt. Sabina ist Malerin und führt ein freies Leben. Das erscheint zumindest so. Lena Olin spielt sie in der Verfilmung von Philip Kaufman als verständnisvolle Femme Fatale, die beim Sex den Hut aufbehält, trotzdem voller Traurigkeit. Leben und lieben für den Moment und ohne vermeintlich falsche Moralvorstellungen. Aufeinander zugehen und sich wieder voneinander entfernen ohne Besitzansprüche und Eifersucht. Geht das überhaupt? Machen wir uns nicht alle etwas vor?</p>
<p>Immer mehr Männer und Frauen gehen fremd. Ich weiß das, weil ich nicht nur Anwältin bin, sondern auch die jeweilige Rolle der Ehefrau und der Geliebten kenne. Ich kenne auch die Sichtweise der Männer, die sich mir anvertrauen. So oder so. Bin ich damit glücklich? Ich weiß es nicht. Mit der Zeit haben sich meine eigenen Wertvorstellungen geändert. Ich möchte Nichts und Niemand mehr verpassen.</p>
<p>Auch wenn ich hier bei vielen Lesern Empörung hervorrufe: Lieber teile ich einen wunderbaren Mann, als auf ihn zu verzichten. Ich werde nicht mehr jünger und im Vordergrund stehen für mich das Leben und die Liebe.</p>
<p><strong>Regina Kohn</strong></p>
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		<title>einen an der waffel</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Nov 2009 22:00:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Regina Kohn</dc:creator>
				<category><![CDATA[40plus]]></category>
		<category><![CDATA[2009-12]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich drehte mich um und hielt ihn für das Highlight des Nachmittags. Ohne Weiteres hätte ich kohlschwarze Kekse aus seinen Händen gegessen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am 5. Dezember wird mein Freund David 30. Ich schenke ihm diese Geschichte über einen Sonntagnachmittag, den wir gemeinsam verbracht haben. David ist auch Single, und wir haben einen ähnlichen Männergeschmack. Wir achten beide auf eine schlanke Linie, und wenn wir zusammen Essen gehen, dann nur beim Thailänder unseres Vertrauens. An diesem Sonntag im November war das anders. Er rief mich morgens an, um mir mitzuteilen, dass er Lust auf Kaffee und Kuchen hatte.</p>
<p>Wir kasperten ein bisschen herum und einigten uns auf einen Bummel durch die Altstadt und auf frische Waffeln im „Teestübchen“. Gegen 15 Uhr kamen wir dort an, um festzustellen, dass es ganz entgegen unserer Erwartung gerappelt voll war. Die knapp 20 Plätze teilten sich mindestens 70 Leute. Sie hatten sich sogar auf dem Schoß. Genervt von dem Trubel, machten wir sofort kehrt und gingen in Richtung Marktkirche. Dort gibt es ein ruhiges Café, das vorzugsweise von älteren Damen frequentiert wird. Vor dem Eingang stand eine Tafel mit folgender Verheißung: „Warmer Apfelstrudel mit Vanillesoße“. Auch nicht schlecht, dachten wir und gingen hinein. Hinter dem Kuchenthresen erwartete uns die etwas unfreundlichere Variante von Else Kling. Meine Frage, ob der gelblich fade Apfelspacken in der Vitrine der Strudel sei, beantwortete sie mit den Worten: „Apfelstrudel gibt es heute nicht. Den da kann ich Ihnen auch warm machen.“ Da uns alles andere ebensowenig gefiel wie der Kuchen, flüchteten wir. Else schrie noch etwas hinter uns her.</p>
<p>Unsere Nerven lagen allmählich blank. Sollten wir doch besser nach Linden oder in die List fahren, um uns da dem Geschrei von Akademiker-Kleinkindern auszusetzen? Nö. Und außerdem standen wir neben der Marktkirche. Mir fiel spontan eine Gaststätte am Aegi ein, in der ich zuletzt vor ca. 20 Jahren war. Damals feierte die Oma meines Ex-Mannes dort ihren 75sten Geburtstag. Nachhaltig beeindruckt hatten mich anscheinend die leckeren frischen Waffeln mit Sahne oder Quark, Kirschen oder Heidelbeeren, die es als Dessert gab. Wir also schnell hin. Inzwischen war es nach 16 Uhr. Bis auf 3 bis 4 Gäste im fortgeschrittenen Rentenalter und dem Service-Personal war es leer. Die Einrichtung sah unverändert aus. Und da stand tatsächlich: „Kaffee endlos und frische Waffeln, 5,40 Euro“. Wir setzten uns an einen der vielen leeren Tische und warteten lange auf die charmanteste Kellnerin der Stadt. Sie erinnerte uns an eine Walküre. Als ich dann endlich zweimal die „Waffel-Flatrate“ bestellen durfte, tat sie so, als würde sie es nicht verstehen. David klärte sie auf, dass ich mit „Flatrate“ den „Kaffee endlos“ meinte. Wir waren zu schwach und ausgehungert, um nochmal abzuhauen. Sie akzeptierte schließlich grundgütig und wir fügten uns in unser Schicksal.</p>
<p>Würde sie die Waffeln womöglich selbst zubereiten? Es dauerte und dauerte. Plötzlich durchzog ein angenehmer Duft das Lokal. Es roch leicht angebrannt nach frischen Waffeln.<br />
Davids Augen fingen an zu glänzen. Er wurde zappelig. Während ich mit dem Rücken zur Küche saß, hatte er längst den schönen Jüngling entdeckt, der mit Teig und Waffeleisen herumhantierte. Ich drehte mich um und hielt ihn für das Highlight des Nachmittags. Ohne Weiteres hätte ich kohlschwarze Kekse aus seinen Händen gegessen. Und so kam es, dass wir die leckersten Waffeln genossen haben, die Hannover zu bieten hat. Das Angebrannte kratzten wir einfach ab. Nach 27 Tassen Kaffee bat man uns zu gehen.</p>
<p>What a wonderful Sunday afternoon!</p>
<p><strong>Regina Kohn, <a href="http://twitter.com/reginakohn">http://twitter.com/reginakohn</a></strong></p>
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