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	<title>STADTKIND - hannovermagazin &#187; ein offener brief an&#8230;</title>
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		<title>&#8230;an alice schwarzer</title>
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		<pubDate>Fri, 01 Jul 2011 12:57:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[ein offener brief an...]]></category>
		<category><![CDATA[2011-07]]></category>

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		<description><![CDATA[Liebe Alice, der Prozess mag verloren sein, aber der Kampf geht weiter. Lass dich jetzt bitte nicht beirren! Wir sind voll auf deiner Seite. Kachelmann ist ein Mann, was ja an sich schon reichen würde, aber er ist darüber hinaus auch noch einer von dieser speziellen Sorte]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Alice, der Prozess mag verloren sein, aber der Kampf geht weiter. Lass dich jetzt bitte nicht beirren! Wir sind voll auf deiner Seite. Kachelmann ist ein Mann, was ja an sich schon reichen würde, aber er ist darüber hinaus auch noch einer von dieser speziellen Sorte, einer der Frauen das Blaue vom Himmel verspricht, nur um sie ins Bett zu kriegen. Genau deswegen ist er so oder so schuldig, vielleicht nicht schuldig wegen Vergewaltigung, aber auf jeden Fall schuldig, ein Arschloch zu sein. Und das hast du mit phänomenaler Menschenkenntnis und vor allem Männerkenntnis von Anfang an gewusst – und geschrieben. Dazu brauchtest du gar nicht den Prozess, all die Aussagen der getäuschten und enttäuschten Ex-Kachelmann-Freundinnen über die diversen sexuellen Vorlieben des Wettermanns, über seine psychischen Macken.</p>
<p>Kachelmann hat jahrelang mit den Frauen gespielt, er hat ihnen die Ehe versprochen, ein Häuschen im Grünen, ein gemeinsames Leben. Reihenweise sind sie auf ihn hereingefallen. Er hat eine Schneise der Enttäuschung durch die Frauenwelt geschlagen. Und so einer gehört eingesperrt, auch wenn er nicht im Sinne der Anklage schuldig ist. Allein schon deshalb, weil jetzt andere Frauen, die tatsächlich eine Vergewaltigung erleben müssen, diese nun wahrscheinlich nicht mehr anzeigen werden, aus Angst, dass ihnen niemand glaubt. Besser einen Wettermann unschuldig in den Knast stecken, als künftig all die Vergewaltiger Deutschlands ungeschoren davonkommen lassen, so deine einfache Gleichung. Sie ist nicht aufgegangen. Stattdessen ist das Worst-Case-Szenario eingetreten. Kachelmann ist frei, aus Mangel an Beweisen. Und hunderttausende Männer in Deutschland reiben sich bereits die Hände und planen Böses. Männer sind so, das weiß man.</p>
<p>„Und übrigens: Auch nette Männer vergewaltigen manchmal, Kollege Kachelmann“, hast du auf deiner Internetseite geschrieben. Ja, liebe Alice, so sieht’s aus. Männer sind im Grunde ihres Herzens böse, die nette Seite ist immer nur Maskerade, sie sehnen sich permanent danach, Frauen zu unterdrücken, sie zu erniedrigen. So sind Männer. Wir sind da ganz bei dir. Deswegen gehören sie auch eigentlich alle in den Knast, nicht nur der Kachelmann. Sie sind alle potenzielle Vergewaltiger, genauso wie Soldaten potenzielle Mörder sind. Aber die Justiz hat mal wieder versagt. Mal wieder hat das Opfer die Vergewaltigung beweisen müssen, und nicht der Täter, dass er es nicht war. Genau wegen dieser einseitigen Herangehensweise bei solchen Prozessen werden die Herren der Schöpfung dann freigesprochen. Ist das gerecht?</p>
<p>Mal ehrlich, dieser Kachelmann-Prozess hat sich doch nun wirklich im Klein-Klein verloren. Nur weil keine DNA zu finden war, dort wo man unbedingt welche hätte finden müssen, nur weil die Verletzungen am Körper der Frau ihren Erzählungen vom Tathergang widersprachen, nur weil ein paar Gutachter der Meinung waren, sie hätte sich die Verletzungen selbst zugefügt, nur weil sie ein bisschen hier und ein bisschen da gelogen hat, nur deshalb ist Kachelmann jetzt frei, nur wegen solcher Lappalien. Das ist ein Skandal. Was ist mit der Kernaussage des Opfers? Wenn eine Frau sagt, dass sie vergewaltigt worden ist, dann ist sie auch vergewaltigt worden. Frauen denken sich so was doch nicht einfach aus. Und wenn sie sich so etwas ausdenken, dann haben sie dafür einen triftigen Grund, der allemal ausreichen sollte, einen Mann auch ganz ohne Beweise hinter Gitter zu bringen.</p>
<p>Kachelmann hätte auf jeden Fall verurteilt werden müssen, so oder so. Aber nicht in Deutschland und nicht mit dieser Justiz. Da werden nur die Männer geschützt. Und du, liebe Alice, hast all das kommen sehen, den medialen Budenzauber, den Kachelmann veranstalten würde, all die einseitigen Kommentare in den Schmierenblättern Spiegel und ZEIT, eindeutig pro Kachelmann, nur wegen ein paar nebensächlicher Fakten. Es war richtig, über deinen Schatten zu springen, und für deine Sache die BILD zu instrumentalisieren, trotz der nackten Mädchen auf Seite 1. Es war richtig, mit der Angeklagten zu mailen und ihr zu einem Medienanwalt zu raten, der auf Kachelmann mit gleicher Münze hätte antworten können. „Sie brauchen dringend noch einen Medienanwalt, der eine knallharte Medienstrategie für Sie entwirft“, hast du ihr geschrieben. Es ist richtig, jetzt ein Buch über die ganze Geschichte zu schreiben, um noch einmal klarzustellen, dass es in diesem Prozess um weit mehr gegangen ist als um die Wahrheit. Und deswegen ist es auch richtig und wichtig, das Opfer – ja, wir sagen ausdrücklich und auch nach dem Freispruch immer noch Opfer – im Buch zu zitieren, einfach damit sich zu deinem objektiven Blickwinkel noch ein weiterer objektiver Blickwinkel hinzugesellt. Liebe Alice, wir wiederholen es gerne noch einmal: Lass dich nicht beirren. Du bist auf dem richtigen Weg. Der Kampf muss weitergehen!</p>
<p><strong>GAH</strong></p>
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		<title>&#8230;an rainer brüderle</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Jun 2011 08:49:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[ein offener brief an...]]></category>
		<category><![CDATA[2011-06]]></category>

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		<description><![CDATA[„Gute Nacht Freunde, es wird Zeit für mich zu geh’n“, textete einst Reinhard Mey, und wie man hört, ist dieses Lied inzwischen zwar nicht zur Hymne des FDP-Nachwuchses geworden, aber ein paar jüngere Mitglieder sollen die Melodie in deinem Beisein...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Gute Nacht Freunde, es wird Zeit für mich zu geh’n“, textete einst Reinhard Mey, und wie man hört, ist dieses Lied inzwischen zwar nicht zur Hymne des FDP-Nachwuchses geworden, aber ein paar jüngere Mitglieder sollen die Melodie in deinem Beisein, lieber Rainer, beim letzten Parteitag gepfiffen haben. Was mit Verlaub gesagt eine unglaubliche Unverschämtheit ist. Was bilden sich all diese gelbschlipsigen Ex-Jurastudenten eigentlich ein? Die FDP kann doch froh sein, dass sie dich noch hat. Einen Altgedienten, einen erfahrenen Politik-Profi. So jemanden verbannt man nicht einfach in den Ruhestand. Das wäre ja so, als würde Lothar Matthäus sich herablassen, in der 3. Kreisklasse zu kicken, um dann schon vor Ende der ersten Halbzeit ausgewechselt zu werden. So geht’s ja nun nicht! Ein bisschen Kompetenz sollte sich die FDP bei allen Umbauplänen dann doch erhalten. Zumal mit Rösler an der Spitze, … aber das ist ein anderes Thema.</p>
<p>Nein, lieber Rainer, wir sind heilfroh, dass du bleibst, dass alle politischen Lösungsmittel dem Kleber zwischen dir und deinem Stuhl in der FDP nichts anhaben konnten. Sie haben es ja versucht, all die jungen, karrieregeilen, gelbgestrichenen Nachwuchsstrategen in deiner Partei. Ausgerechnet deine Äußerungen zum Atomausstieg haben sie kritisiert. Da kann man mal sehen, wessen Geistes Kind die sind. So kurz vor einer Wahl könne man doch nicht in der Öffentlichkeit, – ja, was denn eigentlich? Die Wahrheit sagen? Ist das etwa Politik, wie sie heute modern ist? Muss man jetzt als Politiker seinen Hut nehmen, weil man ehrlich ist? Das Atom-Moratorium sei reines Wahlkalkül, sollst du gesagt haben. Ja, und? Was denn sonst? Natürlich war die Zustimmung der FDP zum Atom-Moratorium kurz vor der Wahl in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz reines Wahlkalkül. Weiß doch jeder. So dämlich sind die Wähler nun auch wieder nicht. Offensichtlich fehlte der jungen Riege bei all dem einfach der Weitblick. Was ist denn bitte ein grüner Ministerpräsident gegen die nächste gewonnene Bundestagswahl? Schon jetzt zeigt sich in den Umfragen, dass die nach Fukushima breite Mehrheit für einen schnellen Ausstieg allmählich bröckelt. Jetzt wo offenbar wird, dass all das auch Geld kostet. Du, lieber Rainer, kennst deine Klientel, du hast es kommen sehen. Du hast geahnt, dass sich viele, sehr viele, eines Besseren besinnen würden, wenn erst das eigene Portemonnaie ins Spiel kommt. Das Potenzial ist riesengroß. Und es braucht zumindest eine Partei, die nun nicht einknickt, die der Kernkraft die Treue hält und nicht hysterisch umsteuert.</p>
<p>Keiner kann im kommenden Wahlkampf sagen, dass du irgendwann nicht für die Atomenergie gewesen bist. Du warst gegen das Moratorium, du bist gegen den schnellen Ausstieg – so etwa 30 Prozent Zustimmung müssten damit locker drin sein. Du hast alles richtig gemacht. Man kann nur hoffen, dass das irgendwann auch die junge Riege begreift. Dass sie jetzt nicht weiter an deinem Stuhl sägen. Denn es geht nun im Grunde nur noch darum, die FDP als Garant für den „vernünftigen Weg“ aufzustellen, rechtzeitig zur nächsten Bundestagswahl. Sicher, mit Rösler an der Spitze wird das … – doch das ist wieder ein anderes Thema. Aber sie haben ja immerhin noch dich. Sie sollten drei Kreuze machen, diese jungen Wirrköpfe.</p>
<p>Wir jedenfalls sind froh, dass deine Vertreibung nicht gelungen ist, trotz aller Spatzenpfiffe. Dank dir, lieber Rainer, hat die FDP nun wieder eine echte Chance als feste Größe in der Parteienlandschaft. Vielleicht wird sie bei den anstehenden kleineren Wahlen Leidensfähigkeit beweisen müssen, aber spätestens wenn es im Bund zur Sache geht, sollte das Profil wieder ausreichend geschärft sein, um für eine echte Überraschung zu sorgen. Wie Phönix aus der Asche wird die FDP sich dank dir erheben und – natürlich als Ein-Themen-Partei – all den sparfüchsigen Atomkraftfreunden eine politische Heimat geben. Was daran liberal ist? Gar nichts! Aber das macht nichts. Liberal sind sie ja inzwischen alle, damit kann man eh nicht mehr punkten. Wahlen gewinnt man mit klaren Ansagen. „Günstiger Strom ist mehr netto vom brutto für alle“, so muss der kommende Slogan lauten. Hoffentlich begreifen das demnächst auch deine Junior-Parteifreunde. Wir drücken die Daumen!</p>
<p><strong>GAH</strong></p>
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		<title>&#8230;an sonja zietlow</title>
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		<pubDate>Sun, 01 May 2011 11:18:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[ein offener brief an...]]></category>
		<category><![CDATA[2011-05]]></category>

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		<description><![CDATA[Als Dschungelcamp-Moderatorin hast du einfach eine gewisse Verantwortung. Du bist die Ikone des Unterschichtenfernsehens, deine Meinung ist wichtig in Deutschland. Was du sagst, daran glauben die Leute.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Sonja, bist du denn verrückt? Wir sind ja ganz bei dir mit deiner Meinung über Thomas Gottschalk, den König der Grabscher. Natürlich ist er ein Selbstdarsteller der übelsten Sorte, natürlich stellt er viel zu lange Fragen, weil er vor allem sich selbst gerne reden hört, und natürlich interessieren ihn die Antworten nicht im Geringsten, allein schon, weil er meistens viel zu beschäftigt damit ist, seinen weiblichen Gästen ins Dekolletee zu gaffen. Und mal ehrlich, was der so anzieht, sieht meistens auch scheiße aus. Wir dürfen das sagen. Wir sind nur ein kleines, unwichtiges Stadtmagazin in Hannover. Aber du hast gesellschaftlich doch eine ganz andere Relevanz. Du musst wirklich ein bisschen vorsichtiger sein.</p>
<p>Als Dschungelcamp-Moderatorin hast du einfach eine gewisse Verantwortung. Du bist die Ikone des Unterschichtenfernsehens, deine Meinung ist wichtig in Deutschland. Was du sagst, daran glauben die Leute. Nebenbei übrigens ein Kompliment für deine Moderation bei dieser Freak-Show. Was du da teilweise mit diesem kleinen, fetten Zwerg (der Name fällt uns gerade nicht ein) zum Besten gibst, wäre allemal einen Grimme-Preis wert. Aber den bekommt in Deutschland nun mal Thomas Gottschalk für sein Lebenswerk. Und das hat einen guten Grund. Die Bevölkerung braucht einfach ihre Lichtgestalten. Sie brauchen die Thomas Gottschalks, Günther Jauchs und Karl-Theodor zu Guttenbergs (war ja auch mehr ein Fernsehmensch als alles andere) dieser Welt. Das sind die authentischen Lieblinge der Nation. Sie sind wichtig für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Sie müssen gelobt und geehrt werden. Wenn du diese Lichtgestalten beschädigst, dann kommt am Ende ein Teil der Bevölkerung auf die Idee, dass es eigentlich gar keine Lichtgestalten gibt. Dass die da oben allesamt nur mit Wasser kochen. Dass Thomas Gottschalk immer nur ein notgeiler Bock war, der alles angefasst hat, was in seiner Show mit zwei Brüsten durch die Tür kam. Das kannst du denken, das darfst du aber nicht laut sagen.</p>
<p>Wenn erst die TV-Lichtgestalten entzaubert sind, dann ist der Weg zu unseren Politikern auch nicht mehr weit. Dann droht irgendwann Revolution. Ganz ehrlich. Zieh gerne weiter über deine Dschungel-Kandidaten her, bei diesen E-, F-, G- und H-Promis ist der Flurschaden gering. Aber die heiligen Kühe musst du in Ruhe lassen. Sie stabilisieren Deutschland. Zu Guttenberg hat da gerade schon genug angerichtet. Lass dem Volk die wenigen heiligen Kühe, sonst fangen sie irgendwann an, tatsächlich mal Fragen zu stellen. Es gibt einfach Tabus, um der richtigen Sache willen. Bestimmte Dinge sagt man nicht. „Papst Johannes Paul II. hat mit seiner ablehnenden Haltung zu Kondomen mehr Menschen umgebracht als Adolf Hitler“, sagt man nicht. „Kreuze gehören nicht in Schulklassen“, sagt man nicht. „Günther Netzer nervt und hat keine Ahnung von Fußball“, sagt man auch nicht. Die Basis unserer Gesellschaft, das sind unsere Gewissheiten. Geraten sie ins Wanken, kann das ganze Schiff kentern. Das müssen wir dir doch nun wirklich nicht erklären. Du hast einen IQ von 132, du bist im ersten Leben Pilotin, du bist verdammt klug. Privat engagierst du dich sogar für den Tierschutz, besonders für Hunde. Hab nicht nur ein Herz für Tiere, hab auch ein Herz für Menschen. Wir können verstehen, dass man bei deiner Arbeit über kurz oder lang zur Misanthropin wird. Aber bleib stark, auch wenn du demnächst die elfte Staffel von Big Brother moderierst. Denk immer daran, dass wir alle mit drinhängen. Mach einfach mit und lass die Lichtgestalten leben. Damit es ruhig bleibt in Deutschland. In ein paar Jahren bist du selbst so eine Lichtgestalt. Aber nur, wenn du weiter brav mitspielst. Dann bekommst auch du zur Belohnung irgendwann den Grimme-Preis.</p>
<p>GAH</p>
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		<title>…an hans-peter friedrich</title>
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		<pubDate>Fri, 01 Apr 2011 11:53:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[ein offener brief an...]]></category>
		<category><![CDATA[2011-04]]></category>

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		<description><![CDATA[Lieber Hans-Peter, herzlichen Glückwunsch zum neuen Amt und zum bemerkenswerten Start. Mit welchem Feingefühl du gleich zum Amtsantritt das Thema Integration angefasst hast, das war wirklich einmalig.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Hans-Peter,</p>
<p>herzlichen Glückwunsch zum neuen Amt und zum bemerkenswerten Start. Mit welchem Feingefühl du gleich zum Amtsantritt das Thema Integration angefasst hast, das war wirklich einmalig. Gleich zu Beginn dieses deutlichen Bekenntnisses zur islamischen Bevölkerung. Dass die gegenwärtig in der Bundesrepublik lebenden Menschen islamischen Glaubens natürlich zu Deutschland gehören, hast du gesagt. Ja, das hast du gesagt. Doch doch. Und das als Mitglied der CSU. Wer hätte das gedacht? Man muss ja auch bedenken, wo du herkommst.</p>
<p>Deine Heimat ist Bayern und Bayern ist nicht Deutschland. Bayern ist kein Einwanderungsland, da hängen die Kreuze noch in den Schulklassen und die Mütter kümmern sich um die Kinder, da gibt es noch so etwas wie Tradition und Werte, da steht die Kuh noch auf der Wiese. Da hätte man ganz andere Töne erwartet. „Deutschland ist kein Einwanderungsland, und wer sich nicht unserer Leitkultur anschließt, der fliegt raus“, etwas in der Art. Stattdessen leise Töne. Staatstragend. Gleich dieser ministrable Blick für das Große und Ganze. Hut ab! Und dann dieses historische Wissen: „Dass aber der Islam zu Deutschland gehört, ist eine Tatsache, die sich aus der Historie nirgends belegen lässt.“</p>
<p>Ein sehr gelungener, kluger Einstieg in die Integrationspolitik, denn damit hast du zunächst einmal klar gemacht, dass der Islam in Deutschland ein jüngeres Phänomen ist, womit sich natürlich auch gewisse Schwierigkeiten erklären lassen, hinsichtlich des gemeinsamen Zusammenlebens. An der Formulierung ist nicht zu rütteln. Sie stimmt. Zwar gab es bereits 1732 die erste Moschee auf deutschem Boden und in der preußischen Armee 1762 sogar ein islamisches Korps, in Berlin entstand 1798 der erste islamische Friedhof und 1807 kämpften deutsche Muslime gegen Napoleon, aber all das sind natürlich Randerscheinungen. Muslime haben die deutsche Gesellschaft, Politik und Geistesgeschichte in der Vergangenheit kaum geprägt. Jedenfalls nicht so maßgeblich wie andere Religionen. Das ist eine Tatsache. Und indem du diese Tatsache benannt hast, hast du gleichzeitig offen gelegt, dass die Befangenheit im Umgang mit anderen Kulturen, die Ressentiments gegen den Islam, nicht von ungefähr kommen. Du hast uns allen den Spiegel vorgehalten. Wir in Deutschland müssen einfach noch dazulernen, wir haben uns noch nicht genug geöffnet im Geiste. Oder hast du das gar nicht so gemeint?</p>
<p>Nein, du musst es so gemeint haben. Warum sonst gleich darauf dieses Bekenntnis zu den hier lebenden Muslimen. Sie gehören zu Deutschland, hast du gesagt. Sie werden also demnächst nicht alle aus dem Land gejagt, weil jetzt ein Mitglied der CSU Innenminister ist. Entwarnung! Gut so! Was uns mal wieder wundert ist, was anschließend in deine Rede hineininterpretiert wurde. Rätselhaft, was die Opposition und die Vertreter des islamischen Teils unserer Gesellschaft da nun alles zu kritisieren haben, merkwürdig, dass sie dich als konservativen Hardliner beschimpfen, der ohne Not die Gräben wieder aufreißt, nachdem unser Bundespräsident das alles so schön gekittet hatte. „Der Islam gehört zu Deutschland“, hatte der gesagt. Hast du ihm widersprochen? Nein, du hast lediglich gesagt, dass er früher nicht zu Deutschland gehört hat. Und trotzdem sind sie alle über dich hergefallen. Warum? Ganz einfach, weil ihnen im Hinblick auf die Konservativen in Deutschland genau das fehlt, was der deutschen Bevölkerung im Hinblick auf den Islam fehlt: Empathie!</p>
<p>Man muss doch auch mal ein bisschen Verständnis entwickeln für die gebeutelte, konservative Seele. Man darf nicht vergessen, dass wahrscheinlich nur ein Bruchteil dieser Menschen überhaupt jemals direkten Kontakt zu einem Migranten gehabt hat. Sie haben Angst. Deine Parteifreunde, viele in der CDU. All die Sarrazin-Fans. Das wissen natürlich auch die Kritiker. Aber was tun sie? Sie machen gleich wieder Wahlkampf daraus. So kommen wir nicht zusammen in Deutschland. Habt bitte Verständnis für die Konservativen! Sie sind noch nicht so weit. Genau das, lieber Hans-Peter, hast du uns sagen wollen, oder? Es gibt keine gemeinsame Geschichte, diese neuen Muslime sind erst 50 Jahre hier. Das ist fast nichts. Gebt mir, gebt meinen Parteifreunden und allen, die mit dem Islam nichts anfangen können, die Angst haben, noch ein bisschen Zeit, um zu lernen und zu verstehen! Helft uns, damit auch wir uns endlich in diese neue Gesellschaft integrieren können! Wir haben diesen Hilferuf verstanden. Warum eigentlich nur wir?</p>
<p><strong>GAH</strong></p>
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		<title>&#8230;kristina schröder</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Mar 2011 14:27:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[ein offener brief an...]]></category>
		<category><![CDATA[2011-03]]></category>

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		<description><![CDATA[Liebe Kristina, Herzlichen Glückwunsch! Zuerst das jüngste Kabinettsmitglied überhaupt und jetzt auch noch schwanger, als Bundesministerin. Alle Achtung! Das gab’s auch noch nie.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Kristina, Herzlichen Glückwunsch! Zuerst das jüngste Kabinettsmitglied überhaupt und jetzt auch noch schwanger, als Bundesministerin. Alle Achtung! Das gab’s auch noch nie. Eine Ministerin in Amt und Würden bekommt ein Kind und lächelt, wenn sie danach gefragt wird, ob das denn zu schaffen sei. „Wir werden dann vor den gleichen Herausforderungen stehen wie viele andere Paare in Deutschland, bei denen beide beruflich gefordert sind“, hast du gesagt. Mit dem Unterschied, dass bei vielen anderen Paaren in Deutschland die finanzielle Basis nicht ganz so rosig sein dürfte, aber das kann man dir ja nicht zum Vorwurf machen. Du hast hart gearbeitet, Karriere gemacht. Und jetzt kannst du dir als Bundesministerin halt ein Kind leisten, zusammen mit deinem Mann Ole, der als Parlamentarischer Staatssekretär ebenfalls ein bisschen was dazuverdient. Es ist ja immer der Neid der Besitzlosen und Karriere-Versager, der solche erfolgreichen werdenden Mütter trifft. Ursula von der Leyen kann ein Lied davon singen.</p>
<p>Schluss damit! Wir alle sollten froh sein, dass es Frauen gibt, die unserer Gesellschaft vormachen, dass Karriere und Kinder sich nicht widersprechen. Und die der Meinung sind, dass die Frauen nicht immer nur nach dem Staat rufen sollten, nach irgendwelchen Quoten und einer gleichberechtigten Bezahlung von Mann und Frau bei gleicher Leistung. Wozu das alles per Gesetz regeln, wenn doch solche Frauen wie du, liebe Kristina, leuchtende Beispiele dafür sind, dass es auch ohne gesetzliche Feminismus-Eingriffe geht? Da kann die Schwarzer reden, bis sie schwarz wird. Karriere mit Kind ist machbar! Und manchmal ist ein Kind sogar ganz hilfreich, wenn die Karriere ins Stocken gerät, so wie zuletzt bei dir. Was hast du dir nicht alles sagen lassen müssen von den Damen der Opposition. Dass du in der Vorstellungswelt der Union der achtziger Jahre lebst, dass du vor allem durch soziale Kälte auffällst, weil du zum Beispiel das Elterngeld für arbeitslose Mütter gestrichen hast, dass du als Ministerin kein eigenes Profil hast sondern lediglich mehr schlecht als recht weiterführst, was Ursula von der Leyen angestoßen hat, kurz, dass dir für das Thema Frauenpolitik jegliche Empathie fehlt. Böse Zungen sollen noch einen Schritt weitergegangen sein und behauptet haben, dass du im Grunde deines Herzens eigentlich ein Mann bist. Immerhin, dieses Gerücht ist jetzt wohl endgültig aus der Welt.</p>
<p>Sie haben sogar in deiner Vergangenheit gewühlt. „Ich bin verfressen, selbstverliebt, unsportlich, streberhaft, skrupellos, arrogant, geltungssüchtig, egoistisch, eitel, karrieregeil, maßlos, spießig, dekadent und irgendwie einfach liebenswert“, hast du über dich selbst in der Abiturzeitung von 1997 geschrieben. So what? Ein bisschen Selbstironie wird ja wohl noch erlaubt sein. Außerdem können sich Menschen ändern. Du gehst regelmäßig laufen, unsportlich bist du also nicht mehr.</p>
<p>Dann war da zuletzt auch noch die Geschichte mit deiner Doktorarbeit, in der du untersucht hast, inwieweit die Wertevorstellungen von Bundestagsabgeordneten der CDU mit denen der CDU-Mitglieder übereinstimmen. Gut, das Konrad-Adenauer-Haus hat für diese Arbeit die repräsentative Stichprobe gezogen und die Fragebögen an die Abgeordneten verschickt, aber wer von uns würde sich denn nicht helfen lassen, wenn sich Hilfe anbietet, ja förmlich aufdrängt?</p>
<p>Was da so alles ausgegraben wurde, ist doch nichts weiter als der billige Versuch, einer erfolgreichen Frau ans Zeug zu flicken. Natürlich ist es für manche befremdlich zu lesen, dass du früher auf Sitzungen der Jungen Union gehockt hast, während andere Teenager auf Partys gingen, dass eine Kohl-Büste in deinem Zimmer gestanden hat und dass du in Rock und Bluse zur Schule gegangen bist und nicht in Jeans und T-Shirt, wie all die anderen. Doch sind diese anderen heute Bundesministerin?</p>
<p>Wie schon gesagt, das alles ist nur der Neid der Besitzlosen. Aber jetzt herrscht ja Gott sei Dank erstmal Ruhe an der Kritik-Front. Alle, die noch vor ein paar Wochen kein gutes Haar an dir gelassen haben, wollen plötzlich öffentlich nicht mehr zitiert werden, denn Schwangere genießen einfach einen besonderen Schonraum. Und das ist gut so, das verschafft dir Zeit, dich neu aufzustellen, ehe du nach den 14 Wochen des gesetzlichen Mutterschutzes wieder ins Büro zurückkehrst, wobei du auch während dieser Zeit natürlich immer erreichbar sein wirst, allein schon, damit Staatssekretär Josef Hecken, den Angela Merkel dir beizeiten wegen drohender Erfolglosigkeit zur Seite gestellt hat, dir in der Zwischenzeit nicht den Job streitig machen kann – er hat ja auf einer Präsidiumssitzung schon von „seinem Haus“ gesprochen.</p>
<p>Liebe Kristina, wir wünschen dir eine schöne Schwangerschaft, ein gesundes Kind und starke Nerven. Letztere natürlich auch und vor allem dem Kindermädchen, dass sich um den Nachwuchs kümmern wird, während du dich als Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend wieder dem Thema der Gefahr durch Islamismus und Linksextremismus zuwendest (deiner Meinung nach mindestens genauso bedrohlich wie der Rechtsextremismus in Deutschland), also dem ureigenen Aufgabenbereich deines Amtes.<strong> GAH</strong></p>
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		<title>ein offener brief an&#8230;</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Feb 2011 13:46:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[ein offener brief an...]]></category>
		<category><![CDATA[2011-02]]></category>

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		<description><![CDATA[Lieber Rainer, da bist du ja wieder, zurück in der Öffentlichkeit, endlich angekommen im Dschungelcamp auf RTL zur besten Sendezeit. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>…Rainer Langhans</p>
<p>Lieber Rainer, da bist du ja wieder, zurück in der Öffentlichkeit, endlich angekommen im Dschungelcamp auf RTL zur besten Sendezeit. Und wir hören sie schon stöhnen, die Altlinken, die Weggefährten von damals, die 68er: Wie kann er nur? Das ist doch Verrat! Er darf doch nicht bei dieser Freak-Show mitmachen! Unterschichten-Fernsehen! Ekel-TV! Idiotenfutter! Wer so einen Mist guckt, der kann doch nicht ganz dicht sein! Gut, das alles ist nicht unbedingt falsch. Über den Sinn dieser Sendung muss man nicht lange diskutieren. Es gibt keinen.<br />
Ein paar C-Promis werden zusammengepfercht, aufeinander und auf diverses Gewürm losgelassen, niemand denkt an all die armen, geschändeten Insekten, die zwischen frisch operierten Brüsten verenden, und am Ende stimmt wenigstens das Konto bei Gitta Saxx, Katy Karrenbauer und Co. Durchschnittlich 7,28 Millionen Zuschauer, sprich Idioten, waren bei der ersten Folge dabei. Ganz schön viele Idioten. Sensationell viele Idioten, mehr als beim Finale der Vorgänger-Staffel. Beim Stadtkind gibt es jetzt sogar eine „Guck-Gruppe“. Und wem hat RTL das zu verdanken?<br />
Dir, lieber Rainer. Denn natürlich haben all die Altlinken, die Weggefährten von damals, die 68er diesmal eingeschaltet, um es mit eigenen Augen zu sehen. Rainer Langhans, der intellektuelle Vielredner, der Frauenversteher, der Beziehungsarbeiter, begibt sich hinab auf das denkbar niedrigste Niveau. Was kommt als nächstes? Günther Grass als Kolumnist in der BILD? Ist das nun der endgültige Untergang des Abendlandes? Ihr lieben Altlinken, Weggefährten und 68er, unter welcher Käseglocke habt ihr euch denn verkrochen in den letzten Jahren? Der Zug ist doch längst abgefahren. Das Abendland ist mittlerweile vollständig im Quotenkrieg abgesoffen. Der Kampf ist verloren.<br />
Fast! Denn es gibt einen, der nun den Fehdehandschuh aufnimmt. Rainers Schritt in den Dschungel kann man gar nicht hoch genug bewerten. Der Mann hat einen Plan. Er macht es nicht des Geldes wegen, er macht es auch nicht, weil er all das für ein spannendes Experiment hält. Er will viel mehr. Während ihr in den letzten Jahren eure Kinder in den Waldorfschulen Deutschlands untergebracht habt, um sie vor den Auswüchsen unserer zunehmend verblödenden Gesellschaft zu schützen, hat sich Rainer nämlich in seinem Harem den Kopf zerbrochen. Stimmt doch, oder nicht, Rainer?<br />
Du hast darüber nachgedacht, was zu tun ist, wenn sich immer mehr Menschen vom alltäglichen Fernsehwahnsinn das Hirn verkleben lassen. Und du hast eine Idee gehabt: Wenn die Menschen dich nicht in deiner Kommune besuchen, um das Große und Ganze zu diskutieren, wenn insgesamt immer mehr Menschen den wahren Sinn aus den Augen verlieren – und das ist natürlich die Suche nach der eigenen Größe in sich selbst – dann muss man sich auf den Weg zu den Menschen machen, dann muss der Intellektuelle auch mal das Buch aus der Hand legen und sich hineinstürzen in den Irrsinn.<br />
Nun bist du also das Kuckucksei im RTL-Nest. Die werden sich noch wundern! Gleich in der ersten Folge hast du mit deiner Einzelgänger-Attitüde für den richtigen Einstieg gesorgt. Schaut her, hier ist jemand, der macht zwar mit, aber er macht eben nicht so mit, wie all die anderen, sondern er macht auf seine individuelle Art und Weise mit, die Hände in den Taschen, das Gesicht ein bisschen zweifelnd. Er beteiligt sich nicht bei der Arbeit am Lagerfeuer, sondern streunt lieber ein bisschen durchs Camp. Und doch ist da diese seltsame Offenheit, die alle spüren, vor allem die Frauen.<br />
Klug, wie du schon vor Beginn der Staffel Indiras Busen kritisiert hast. Das war keine Kriegserklärung, das war der Beginn echter Beziehungsarbeit – sie weiß es nur noch nicht. Aber schon bald werden sie alle mit dir ums Lagerfeuer sitzen, Gitta, Sarah, Indira, Eva und Katy, und sie werden sich mit dir vor laufenden Kameras auf die Suche machen, ihr werdet dort im Dschungelcamp eure eigene kleine Kommune gründen, Tränen werden fließen, während alle von Tag zu Tag ein bisschen klüger werden.<br />
Und dann ist das Dschungelcamp plötzlich etwas ganz anderes, nämlich eine Therapiesitzung mit Freund Rainer. Eva wird sich eingestehen, dass die Liebe zu ihrem Pudel immer nur eine Flucht vor echten menschlichen Beziehungen war, Indira wird sich die Implantate entfernen lassen, Katy begreift, dass sie eigentlich immer schon ein Mann gewesen ist – im Grunde kann alles passieren. Und ganz am Ende wirst du den Kopf heben, in die Kamera lächeln und sagen, dass deine Arbeit nun beendet ist, und die Altlinken, Weggefährten und 68er werden demütig das Haupt neigen und feststellen: „Der Rainer, er kann aus Scheiße Gold machen!“<strong> GAH</strong></p>
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		<title>&#8230;hartmut möllring</title>
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		<pubDate>Sat, 01 Jan 2011 12:48:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[ein offener brief an...]]></category>
		<category><![CDATA[2011-01]]></category>

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		<description><![CDATA[Lieber Hartmut, jetzt mal unter uns: Was du für ein Fuchs bist! Und was wir hier in Niedersachsen für ein Glück haben! Endlich ein Finanzminister, der nicht nur gut aussieht, sondern den Unternehmen vormacht, wie es funktioniert. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Hartmut, jetzt mal unter uns: Was du für ein Fuchs bist! Und was wir hier in Niedersachsen für ein Glück haben! Endlich ein Finanzminister, der nicht nur gut aussieht, sondern den Unternehmen vormacht, wie es funktioniert. Solche Vorbilder haben der niedersächsischen und vor allem der hannöverschen Wirtschaft bisher gefehlt. Standorttreue war gestern. Alle müssen sparen, warum also nicht bei der Gewerbesteuer? Warum nicht in Groß Berßen 25 Quadratmeter mieten, ein Firmenschild an die Tür nageln und vom landesweit niedrigsten Hebesatz profitieren? Was ist dagegen einzuwenden? In Hannover liegt der Hebesatz bei unerträglichen 460 Prozent, in Groß Berßen dagegen bei nur 270 Prozent. Noch Fragen?</p>
<p>Aber von Anfang an. Wir müssen hier kurz die ganze Geschichte erzählen, damit jeder (und vielleicht auch endlich die Opposition) versteht, warum man dich, lieber Hartmut, demnächst mindestens mit dem Bundesverdienstkreuz auszeichnen sollte, das bekanntlich Menschen verliehen wird, die sich in besonderer Weise auf politischem, wirtschaftlichem, kulturellem, geistigem oder ehrenamtlichem Gebiet verdient gemacht haben. Bisher hatte die Hannoversche Beteiligungsgesellschaft (HanBG) ihren Sitz in Hannover. Sie verwaltet die Beteiligungen des Landes an Unternehmen wie VW, Nord/LB, Stahlwerk Salzgitter, Messe AG und Flughafen Hannover. Auf rund 3,5 Milliarden Euro belaufen sich die Aktiva. Diese Gesellschaft ist gewerbesteuerpflichtig geworden, mit rund 3,5 Millionen Euro in diesem Jahr. Und weil die Gewerbesteuer, wie jeder weiß, zumindest in Hannover sowieso nur für irgendeinen Unsinn verpulvert wird (im Rathaus sitzen die Roten, die können mit Geld nicht umgehen und geben am Ende alles für irgendwelche sozialen Geschichten aus), hast du, lieber Hartmut, mal kurz im Internet gegoogelt, wo in Niedersachsen günstigere Konditionen locken. In Groß Berßen bist du fündig geworden.</p>
<p>In der emsländischen 658-Einwohner-Gemeinde wird der Spaß künftig um etwa 1 Millionen Euro günstiger. Und damit nicht genug. Auch die Miete im Dorfgemeinschaftshaus ist mit 100 Euro im Monat ungleich erschwinglicher, das spart jährlich noch einmal etwa 5000  Euro. Fazit: Alles ist besser in Groß Berßen. Der Schritt ist bereits vollzogen, seit dem 1. Dezember residiert die HanBG  nun im gelobten Land. Der Umzug war relativ unproblematisch. Der Aktenbestand der Gesellschaft passte nach Angaben eines Sprechers deines Ministeriums in einen Kofferraum. So einfach kann also ein pragmatischer Sparkurs aussehen. Was ist dagegen einzuwenden? Letztlich war das alles eine „ganz normale finanztechnische Entscheidung“, die unser aller Geld spart. Auf 2,5 Millionen Gewerbesteuer darf sich Groß Berßen in Zukunft freuen, genauer auf ungefähr 17 Prozent davon, denn der Rest fließt als Umlage in die Samtgemeinde Sögel und den Landkreis Emsland. Das sind für die kleine Gemeinde letztlich schmale 425.000 Euro, rund 645 Euro pro Kopf.</p>
<p>Wir in Hannover sollten uns nicht darüber aufregen, sondern in Demut das Haupt senken vor dieser finanzpolitischen Weitsicht. Was für Niedersachsen gut ist, kann doch für Hannover nicht schlecht sein. Nein, lieber Hartmut, wir machen nicht mit bei der Kampagne Richtung „Steuerflucht“, die gerade in den großen hannöverschen Medien gegen dich läuft. Wir schlagen dich, wie gesagt, für das Bundesverdienstkreuz vor. Nicht nur auf einem Gebiet, auf allen Gebieten gleichzeitig hast du dich verdient gemacht. Politisch, weil du allen gezeigt hast, wie man schnell und effizient sparen kann. Vielleicht nimmt sich die Merkel ein Beispiel an dir und verlagert demnächst ein paar Bundesunternehmen ins Ausland (zuzutrauen ist dieser Regierung ja eigentlich alles). Wirtschaftlich, weil du den Unternehmen ein leuchtendes Beispiel bist. Niemand in Hannover muss jetzt noch Skrupel haben, den Firmenstandort zu verlegen. Kulturell, weil du ein Zeichen gesetzt hast für eine neue Kultur des Jeder-ist-sich-selbst-der-Nächste-damit-es-allen-besser-geht. Genau das hat gefehlt in Deutschland! Geistig, weil du den Umzug derart profund und einleuchtend erklärt hast, dass nun wirklich keine Fragen mehr offen sind. Und nicht zuletzt auch ehrenamtlich, weil sich nun in Hannover aufgrund der wieder ein bisschen klammeren Stadtkasse noch mehr Menschen ehrenamtlich betätigen müssen – und ehrenamtliches Engagement ist ja eine gute Sache. Hut ab, lieber Hartmut. Und wenn es mit dem Bundesverdienstkreuz doch nicht klappt, ärgere dich nicht. Ehrenbürger von Groß Berßen wirst du ganz gewiss irgendwann.  <strong>GAH</strong></p>
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		<title>&#8230;wolfgang schäuble</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Dec 2010 10:16:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[ein offener brief an...]]></category>
		<category><![CDATA[2010-12]]></category>

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		<description><![CDATA[Lass dir das nicht gefallen, lieber Wolfgang. Bleib so, wie du bist, hart und unerbittlich gegen dich selbst und gegen alle anderen. Denke immer daran, es geht um die deutschen Finanzen, nicht um irgendwelche Menschen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Wolfgang, es reicht! So geht es einfach nicht! Respektlos ist das! Es gibt Grenzen, die man nicht überschreiten darf. Es ist schlicht eine Frechheit. So kann es jedenfalls nicht weitergehen. Wie du gerade in den Medien fertig gemacht wirst, das entbehrt doch nun wirklich jeder Form von Anstand und Achtung. Und das dir. Dem eisernen Wolfgang, der fast sein Leben hingegeben hat für die Politik, für Deutschland, der jetzt im Rollstuhl sitzen muss, nur weil damals so ein durchgeknallter Psychopath in der Gegend herumballern musste. Du hast nach dem Attentat einfach weitergekämpft, bist zurückgekehrt in die große Politik, du hast dich nicht unterkriegen lassen. Warum? Weil es ohne dich nicht geht. Weil du einer der wenigen bist, die den Durchblick haben. Was wäre denn Deutschland ohne dich? Pleite, verarmt, restlos am Ende. Du bist einfach ein ganz eigenes Kaliber, ein Schwergewicht. Es gibt eben Menschen, die sind allen anderen haushoch überlegen. Warum denn daraus ein Geheimnis machen? Zuerst kommt Wolfgang Schäuble, dann kommt lange, lange, wirklich lange rein gar nichts, und dann kommt das Fußvolk, dann kommen die Dienstboten, die Lakaien. So, wie zum Beispiel dieser Offer, der es ja nicht mal gebacken kriegt, pünktlich zur Pressekonferenz ein paar Kopien zu verteilen. Von diesen Offers wimmelt es nur so in Deutschland. Austauschbare, gesichtslose Zuträger, die leider nur auf kleiner Flamme funktionieren, die gar nicht in der Lage sind, das intellektuelle Tempo eines deutschen Finanzministers mitzugehen, denen man wirklich alles zweimal erklären muss und die es trotzdem nicht begreifen. Da hilft nur die harte Hand, da muss man auch mal ein bisschen den Finger in die Wunde legen, die Leute entsprechend unter Druck setzen, so ein Finanzministerium hierarchisch straff durchorganisieren, damit jeder weiß, was ihm blüht, wenn er nicht das bringt, was er bringen muss. Sollen sie ruhig Angst haben und nur im Flüsterton deinen Namen aussprechen. Das nennt man einfach autoritären Führungsstil. Es gibt eben unterschiedliche Herangehensweisen, den modernen Weichei-Führungsstil, bei dem jeder machen darf, was er will, und deinen Führungsstil, bei dem die Weicheier eben auch mal auf der Strecke bleiben, so wie jetzt dieser Offer. Wenn er Rückgrat hätte, wäre er ja wohl kaum zurückgetreten wegen so ein bisschen öffentlicher Schelte. Immerhin hat er ja die Geschichte auf der Pressekonferenz verbockt und nicht du. Aber jetzt reden sie natürlich alle nur über dich, davon, dass du diesen Offer gedemütigt hättest, ihn unmenschlich behandelt hättest, in aller Öffentlichkeit, und dass du dich dafür entschuldigen solltest. Das liegt dir fern, und das hast du auch schon verlauten lassen. Recht so! So weit kommt das noch. Das wäre ja so, als würde sich ein Reiter bei seinem Pferd entschuldigen, weil das Pferd gestolpert ist. Ein Reiter muss sich hundertprozentig auf sein Pferd verlassen können, und wenn es stolpert, dann kann man es getrost erschießen und auf den nächsten Gaul umsatteln. Reiter oben, Pferd unten, Pferd zu lahm, nächstes Pferd. Ganz einfach. Wer ist eigentlich Michael Offer?</p>
<p>Dass auch ein Bundesfinanzminister manchmal sehr belastet ist und Nerven hat, diese Erklärung haben sie dir inzwischen abgerungen. Natürlich alles gelogen, denn so jemand wie du hat selbstverständlich keine Nerven und steht folglich auch nicht unter Druck. Aber damit die Menschlein Ruhe geben, musste diese Notlüge her. Ein Fehler. Du hättest einfach sagen sollen, wie es wirklich ist. „Der Offer ist mir vollkommen egal, Pressesprecher gibt es wie Sand am Meer, und ich habe weiß Gott anderes zu tun, als mich mit unfähigen Normalsterblichen herumzuschlagen. Wenn man die wirklich großen Probleme löst, gibt es schon mal Kollateralschäden.“ Das wäre es gewesen, die Wahrheit. Wegen der Notlüge vom gestressten Minister sägen sie jetzt alle schon wieder fleißig an deinem Stuhl, sprechen scheinheilig von deiner Gesundheit und machen sich Sorgen, dass du auf der politischen Weltbühne demnächst ebenso undiplomatisch und womöglich sogar aggressiv agieren könntest. Lass dir das nicht gefallen, lieber Wolfgang. Bleib so, wie du bist, hart und unerbittlich gegen dich selbst und gegen alle anderen. Denke immer daran, es geht um die deutschen Finanzen, nicht um irgendwelche Menschen.</p>
<p><strong>GAH</strong></p>
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		<title>&#8230;horst seehofer</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Nov 2010 10:53:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[ein offener brief an...]]></category>
		<category><![CDATA[2010-11]]></category>

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		<description><![CDATA[Aber jetzt hast du einfach mal die Gunst der Stunde erkannt und redest Tacheles. „Es ist doch klar, dass sich Zuwanderer aus anderen Kulturkreisen wie aus der Türkei und arabischen Ländern insgesamt schwerer tun.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Horst, ein großes Lob! Da hatten wir schon gedacht, wir müssten auf den durchdachten und konstruktiven Beitrag eines deutschen Spitzenpolitikers zur Integrationsdebatte bis ans Ende aller Tage warten, und nun kommst du um die Ecke, zuerst mit ein paar klaren Sätzen zu den Fakten (deinen ganz persönlichen natürlich) und jetzt sogar mit einem Sieben-Punkte-Plan zur Integration. Natürlich, Deutschland ist kein Zuwanderungsland, schon gar nicht für Muslime. Dazu bräuchte es zuerst eine weltoffene und fremdenfreundliche Gesellschaft. Das sind wir nicht. Das zeigen gerade alle Umfragen. Der Deutsche an sich mag keine Muslime und kein Multi-Kulti. Im Grunde war all das Gerede von einem friedlichen Miteinander und Nebeneinander der Kulturen und Religionen in Deutschland die ganzen Jahre nur der feuchte Traum einiger linker Spinner und Gutmenschen, denen man aber nicht die Wahrheit sagen durfte, weil sie dann immer gleich empört „Nazi“ geschrien haben. Das weißt du sicher nicht erst seit der Sarrazin-Debatte. Aber jetzt hast du einfach mal die Gunst der Stunde erkannt und redest Tacheles. „Es ist doch klar, dass sich Zuwanderer aus anderen Kulturkreisen wie aus der Türkei und arabischen Ländern insgesamt schwerer tun. Daraus ziehe ich auf jeden Fall den Schluss, dass wir keine zusätzliche Zuwanderung aus anderen Kulturkreisen brauchen.&#8221;</p>
<p>Eine geradezu brillante Analyse. Die Menschen aus anderen Kulturkreisen sind keine Bereicherung für die deutsche Gesellschaft, sie ordnen sich nicht unserer Leitkultur unter, wollen kein Deutsch lernen, sie wollen sowieso nichts lernen, und darum können wir sie hier auch nicht gebrauchen. Punkt! Immerhin ist unsere Gesellschaft auf Leistung ausgerichtet – und wer nichts leisten will, der hat folgerichtig bei uns nichts verloren. So ist&#8217;s rechts&#8230; Entschuldigung, recht. „Wir wollen nicht zum Sozialamt für die ganze Welt werden&#8221;, hast du gesagt. Ganz genau, die Zuwanderer aus der Türkei und sonstwo liegen uns seit Jahren ausnahmslos auf der Tasche. Gegenbeispiele gibt es nicht. Aygül Özkan hin oder her, die hat ja auch schon verraten, was sie eigentlich im Schilde führt. Die Kreuze wollte sie aus den Klassenzimmern verbannen. Eine Frechheit! Zwar sind die Deutschen mehrheitlich konfessionslos, aber nicht im schönen Freistaat, wo die Welt eben noch in Ordnung ist und die Kruzifixe in die Schulen gehören. Wie hat Alexander Dobrindt damals so treffend gesagt? So eine könne – jedenfalls in Bayern – nicht Ministerin werden. Nein, bestimmt nicht. Lieber Horst, auf deine klaren Worte hat Deutschland gewartet. Jetzt aber schnell die Grenzen dicht. Und lass dich bloß nicht irre machen von der Opposition und den Kritikern aus den eigenen Reihen, all den Wirtschafts- und Arbeitsmarktexperten innerhalb der Koalition in Berlin. Der FDP-Arbeitsmarktexperte Johannes Vogel mit seinem Ruf nach mehr gesteuerter Zuwanderung ist einfach ein Spinner, genauso Sachsens Innenminister Markus Ulbig, der ins gleiche Horn stößt. Und die IHK mit ihren angeblich 400.000 fehlenden FacharbeiterInnen hat auch keine Ahnung. Alles nur billige Meinungsmache. Wir brauchen hier niemanden, außer Deutsche, die sich verheiraten und möglichst viele kleine Messdiener zeugen, damit unsere christlich geprägte Leitkultur nicht ausstirbt. Wer künftig rein will, der müsse neben seiner Qualifikation auch seine Integrationsbereitschaft und Integrationsfähigkeit nachweisen, so dein Vorschlag. Das bekommen wir hin. Wer künftig an der Grenze den Verzehr einer Currywurst verweigert, der kann gleich wieder nach Hause fahren. Ganz einfach. Aber was machen wir bloß mit alle denen, die schon hier sind und die es trotz unseres hervorragenden Bildungssystems zu nichts gebracht haben? Einreisen, Deutsch lernen, Schweinefleisch essen, Abitur machen, Bier trinken, studieren, Facharbeiter werden. Ist das denn wirklich so schwer? Warum haben die sich all den Chancen verweigert? Warum sind sie alle immer ausgerechnet in einen Stadtteil gezogen, haben dort ihre Parallelgesellschaften gegründet, ihre Frauen unter Kopftüchern versteckt und ihre Kinder auf die Haupt- und Sonderschulen geschickt? Wer hat sie dazu gezwungen? Niemand! Und jetzt bekommen sie deswegen Gegenwind und beklagen sich auch noch. Wahrscheinlich hocken bereits einige in ihren Stadtteilen zusammen und planen aus lauter verletztem Stolz die nächsten Terroranschläge auf eine deutsche Gesellschaft, die es immer nur gut mit ihnen gemeint hat. Was machen wir mit all diesen Leuten? Da muss uns noch dringend irgendwas einfallen. Wir setzen da ganz auf deinen messerscharfen Verstand, lieber Horst. Immerhin, die Debatte ist nun endlich auf dem richtigen Weg. Jetzt braucht es eigentlich nur noch eine neue Partei, die sich dieser ganzen Geschichte mal ernsthaft annimmt. Kannst du nicht zusammen mit Thilo Sarrazin und Eva Herman irgendwas Neues gründen? Wir hier in Niedersachsen dürfen ja nicht die CSU wählen. Wir hätten da auch schon einen schönen Vorschlag: Neues Sammelbecken des ausländerfeindlichen Populismus, kurz NSDAP. Das passt doch.   <strong>GAH</strong></p>
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		<title>&#8230;die tea party</title>
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		<pubDate>Thu, 30 Sep 2010 22:00:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Manuela Sender</dc:creator>
				<category><![CDATA[ein offener brief an...]]></category>
		<category><![CDATA[2010-10]]></category>

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		<description><![CDATA[Amerika ist mal wieder zu beneiden. Sie haben gleich eine neue Bürgerbewegung für all die unzufriedenen Unterbelichteten mit der Stimme Sarah Palins und dem Geld der Öl-Milliardäre David und Charles Koch,...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Amerika ist mal wieder zu beneiden. Sie haben gleich eine neue Bürgerbewegung für all die unzufriedenen Unterbelichteten mit der Stimme Sarah Palins und dem Geld der Öl-Milliardäre David und Charles Koch, wir hier in Deutschland haben nur einen schnauzbärtigen Kauz namens Thilo Sarrazin und Internet-Foren, in denen sich die unzufriedenen Unterbelichteten nun völlig ungehemmt austoben dürfen, weil es ja einer von „denen da oben“ so nett vorgemacht hat. Der Unterschied ist einfach die Vision. In Amerika geht es immer gleich um das Große und Ganze. Um was es bei der Debatte zu Sarrazins Thesen geht, weiß dagegen niemand so genau. Das alles hat keine Richtung und damit auch kein Ziel.</p>
<p>Die Tea Party in Amerika ist da schon ein ganz anderes Kaliber.</p>
<p>Steuersenkungen, weniger Staat, kein Abzug im Irak und in Afghanistan, sondern Kampf bis zum Sieg, keine Gesundheitsreform, keine Legalisierung der Homosexuellen-Ehe, keine Abtreibung, keine Amnestie für illegale Einwanderer, ein Bekenntnis zur völlig freien Marktwirtschaft, keine Auflagen bei Ölbohrungen und vor allem: Weg mit Barack Obama! Das klingt doch gleich ganz anders.</p>
<p>Ihr lieben Leute, die ihr euch als Mitglieder der Tea Party bezeichnet, wir blicken mit Anerkennung und Bewunderung über den großen Teich.</p>
<p>Es macht einfach Spaß, euch zuzusehen. Ihr macht wenigstens Nägel mit Köpfen. Einen zehn Punkte umfassenden Katalog politischer Positionen habt ihr erarbeitet, und Politiker, die acht dieser Positionen vertreten, werden von euch unterstützt. Ganz einfach. So gewinnt man politischen Einfluss. Obama, dieser gottlose Sozialist, wird sich noch wundern, spätestens wenn sich einer aus euren Reihen entschließt, angefeuert von den Scharfmachern an den Rednerpulten, dem Treiben im Weißen Haus mit Waffengewalt ein Ende zu setzen. Es kann ja so nicht weitergehen in Amerika. Von der Weltmacht zum Sozialstaat europäischer Prägung mit weichgespülten internationalen Interessen und blasphemischen Moralvorstellungen, das geht nicht. Es wird höchste Zeit, dass mit all dem Schluss ist.</p>
<p>Alle Illegalen raus und die Grenzen sichern, jedem Amerikaner seine Waffe, damit er im Zweifel die Einwanderer vertreiben kann, alle Homosexuellen in die Psychiatrie, der Staat hält sich aus allem raus und springt nur ein, wenn irgendwo auf der Welt amerikanische Interessen gefährdet sind, Steuern fließen nur noch direkt an die Armee, für den Iran gibt es vorsorglich erstmal die Atombombe auf Teheran, damit der Rest der Welt gewarnt ist, die Todesstrafe wird wieder in ganz Amerika eingeführt und zügig umgesetzt, Auge um Auge, Zahn um Zahn, übrigens auch bei Frauen, die abtreiben, denn das ist Mord, die Klimakatastrophe, den Gesundheitsnotstand und das Bildungselend gibt es nicht, all das sind nur linke Phantasien, also Schluss mit den „grünen“ Ideen und dem Klimaschutz, Schluss mit der medizinischen Grundversorgung einer Schicht, die sich ihr Elend ja selbst eingebrockt hat, denn in Amerika kann es bekanntlich jeder zu etwas bringen, und keine Ausgaben mehr für die Schulen der Kinder all dieser faulen Sozialschmarotzer, alle Macht der Wirtschaft, die wird es schon richten, denn wenn es den Unternehmen gut geht, geht es auch den Menschen gut. Und wenn all das erledigt ist, dann sollte man sich auch noch mal zusammensetzen und ganz grundsätzlich über die Muslime, die Schwarzen und die Juden im Lande reden. Am Ende stellt sich vielleicht heraus, dass sie „unamerikanisch“ sind, so wie der amtierende Präsident. Dann müsste man gemeinsam an einer Lösung arbeiten, die das Problem endgültig beseitigt, also sozusagen an einer „Endlösung“.</p>
<p>Ja, ihr lieben Leute von der Tea Party, ihr seid da wahrlich auf einem ganz bemerkenswerten Weg. Falls ihr zwischendurch wissen wollt, wo das endet, dann ruft doch mal bei uns in Deutschland an. Wir haben da echtes deutsches Know-how zu bieten. Wir waren ja nicht immer ein Sozialstaat mit weichgespülten internationalen Interessen und blasphemischen Moralvorstellungen. Das haben uns diese Amerikaner eingebrockt.</p>
<p><strong>GAH</strong></p>
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		<title>&#8230;an christian wulff</title>
		<link>http://www.stadtkind-hannover.de/2010/08/an-christian-wulff/</link>
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		<pubDate>Sun, 01 Aug 2010 12:06:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[ein offener brief an...]]></category>
		<category><![CDATA[2010-08]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<p>Jetzt hat sich ja doch noch alles zum Guten gewendet. Der neue Bundespräsident heißt Christian Wulff und von einem Tag auf den anderen ist auch die Mehrheit der Deutschen mit dieser Wahl ganz zufrieden. Also wollen wir mal nicht so sein und uns anschließen, auch wenn wir finden, dass ganz grundsätzlich und in Zukunft dieses Amt von einer Person besetzt werden sollte, die keiner Partei angehört. Dann könnte man sich nämlich einfach mal all die parteipolitischen Pokerspielchen im Vorfeld sparen und gemeinsam einen Kandidaten suchen, der tatsächlich so etwas wie präsidiale Qualitäten mitbringt. Und jetzt bitte kein Gerede davon, dass ein Kandidat, der sich nicht jahrelang auf der politischen Bühne abgeschliffen hat, dem Druck nicht gewachsen sei. Das ist kompletter Humbug. Druck baut sich auf, wenn jemand sagt, was er denkt, und andere (zum Beispiel Journalisten) damit nicht einverstanden sind. Wenn die Lösung dieses Problems aber heißt, dass wir im Schloss Bellevue jemanden brauchen, der möglichst nichts sagt oder zumindest nicht das, was er denkt, dann können wir uns den Präsidenten eigentlich auch sparen. Ein Bundespräsident darf ruhig eine Meinung haben. Und er darf auch mal ganz bewusst keine Meinung haben. Er ist ja ein Mensch, kein Politiker. Das wäre doch mal was, zum Beispiel beim Thema Afghanistan-Einsatz. Die einen sagen: „Raus! Besser heute als morgen.“ Die anderen sagen: „Wir bleiben drin.“ Und unser Präsident sagt: „Wisst ihr was? Ich weiß es nicht. Ist nämlich eine verdammt schwierige Kiste. Gute Argumente gibt es auf beiden Seiten. Und meine Aufgabe als Präsident ist es, euch die Argumente beider Seiten zu erklären. Entscheiden müsst ihr dann schon selbst.“</p>
<p>Aber zurück in die Realität und zu Christian Wulff, unserem neuen Bundespräsidenten. Entgegen unserer Gewohnheit verzichten wir in diesem Brief mal auf das übliche Du, um unseren Respekt zu bekunden. Einen Bundespräsidenten duzt man nicht. Also, lieber Herr Wulff, zuerst mal unsere Gratulation zur Wahl. Es hat ja am Ende doch noch gereicht im dritten Wahlgang. Zufrieden können Sie damit sicher nicht sein. Erstens ist es bestimmt kein angenehmes Gefühl, für etwas abgestraft zu werden, was Angela und Kollegen verbockt haben und zweitens ist es sicher nicht schön zu wissen, dass Sie bei einer Direktwahl keine Chance gehabt hätten. Aber Schwamm drüber. Jetzt sind Sie Präsident. Jetzt gilt es, dieses Amt auszufüllen. Und da haben wir ganz im Sinne unserer kleinen Vorrede weiter oben ein paar bescheidene Wünsche: Seien Sie ab jetzt bitte kein Politiker mehr. Vergessen Sie alles, was Sie in all den Jahren als Parteisoldat gelernt haben. Machen Sie sich frei von den Interessen Ihrer Partei. Sagen Sie nein, wenn demnächst ständig die Angela anruft und fordert, dass Sie dem Volk die Dinge erklären, aber bitte so, dass das Volk die Argumente der CDU am besten versteht. Geben Sie Ihrer alten Chefin einen Korb und damit der Bevölkerung in Deutschland keinen Korb. Wir möchten unbedingt von Ihnen überrascht werden. Wir möchten erleben, dass Sie der Opposition keine Angriffsfläche bieten. Wir möchten, dass Sie sich nicht von der Regierungskoalition instrumentalisieren lassen, auch wenn Sie dieser Koalition ihr Amt verdanken. Denken Sie daran, das Sie immer noch Präsident sind, wenn diese Koalition längst abgewählt ist. Wir wünschen uns, dass Sie, wenn Sie sich in fünf Jahren zum zweiten Mal zur Wahl stellen, von allen gewählt werden, von der SPD, den Gründen und vielleicht sogar von den Linken, weil alle sagen: Der Wulff war bisher ein guter Präsident, wir brauchen keinen neuen. Das wäre doch was, oder nicht?</p>
<p>Na ja, wahrscheinlich kommt es anders, aber man wird ja noch mal träumen dürfen. Sie glauben gar nicht, wie sehr wir uns wünschen, dass Sie ein guter Präsident werden. Wir haben nämlich Angst. Man stelle sich nur mal vor, Sie wären in den kommenden Jahren nichts weiter als das Sprachrohr Ihrer Partei, am Ende also nur ein Klientel-Präsident oder Klüngel-Präsident. Wir müssten ja in spätestens fünf Jahren an dieser Stelle noch einen Brief an Sie schreiben und der würde bestimmt mit „Lieber Christian&#8230;“ anfangen. Uns steht bei diesem Gedanken schon jetzt der kalte Schweiß auf der Stirn. Wir wären gezwungen, den Bundespräsidenten zu duzen, weil wir jeden Respekt verloren hätten. Das darf nicht sein! Wir haben schon vor so vielen Institutionen in Deutschland den Respekt verloren. Bitte nicht auch noch das!</p>
<p><strong>GAH</strong></p>
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		<item>
		<title>&#8230;roland koch</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Jun 2010 22:00:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Manuela Sender</dc:creator>
				<category><![CDATA[ein offener brief an...]]></category>
		<category><![CDATA[2010-07]]></category>

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		<description><![CDATA[Lieber Roland, das kann doch nicht dein Ernst sein! Was sollen wir denn jetzt bloß anfangen ohne dich? Du kannst dich doch nicht einfach so von heute auf morgen aus allen politischen Ämtern zurückziehen. Über wen sollen wir uns denn jetzt noch aufregen?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Roland,</p>
<p>das kann doch nicht dein Ernst sein! Was sollen wir denn jetzt bloß anfangen ohne dich? Du kannst dich doch nicht einfach so von heute auf morgen aus allen politischen Ämtern zurückziehen. Über wen sollen wir uns denn jetzt noch aufregen? Gut, über Westerwelle, das geht immer. Aber gegen dich ist Westerwelle ja nur ein müder Möchtegern-Populist, eher amüsant als gefährlich. Ein Waisenknabe. Ein echter verbaler Brandstifter wie du zündelt auch mal dort, wo es richtig brennen kann. Um dann später zu verkünden, niemals von aufhängen, sondern immer nur von ausweisen gesprochen zu haben.</p>
<p>So und nicht anders funktioniert Populismus, der diesen Namen auch  verdient. Wer Ziele hat, der muss auch bereit sein, die wirklich „schmutzigen“   Themen für sich zu instrumentalisieren. Und dafür warst du, lieber Roland, dir nie zu schade. Im Gegenteil. Schwarz und Weiß, das waren deine Farben, mit Zwischentönen hast du dich nie abgegeben. Du warst immer jemand, bei dem man wusste, woran man ist. Im Grunde also eine ziemlich ehrliche Haut. Dir stand es ja förmlich ins Gesicht geschrieben, das Konzept Koch. Die dunkle Seite der Macht ohne Darth-Vader-Helm, wenn man so will.</p>
<p>Wie kaum ein anderer warst du das Paradebeispiel für den skrupellosen Machtmenschen, der im Gewand des Politikers seine persönlichen Ambitionen jederzeit über das Gemeinwohl stellt.</p>
<p>Eine herrlich einfache Sache, für den Wähler, für die Journalisten und für den politischen Gegner. Klar positioniert, ein Politiker, der in Zeiten immer beliebigerer Ansichten auch mal eine klare Meinung vertreten hat, der Orientierung bot. Jemand, an dem man sich reiben konnte, für den man durchaus auch mal echte Gefühle entwickeln konnte, dem man zwischendurch gerne mal Tiernamen gab. Jemand, von dem man immer annahm, er würde erst zufrieden sein, wenn das höchste Amt im Staate ihm gehört. In Hessen war das alles mehrheitsfähig. Und im Bund hättest du es auch irgendwann, irgendwie geschafft – mit was für einer Kampagne auch immer. Wenn da nicht die Merkel gewesen wäre. Du hast es versucht, zuletzt mit deinen Vorschlägen zu Kürzungen in der Bildung, direkt nach der Wahl in NRW. Ein kurzes Antesten, wie fest die Reihen um die Kanzlerin noch geschlossen waren. Sie waren ziemlich fest geschlossen.</p>
<p>Also keine Chance in naher und wohl auch keine in ferner Zukunft. Das höchste Amt unerreichbar und die CDU sowieso nicht mehr das, was sie mal war, mit all diesen liberalen Ansichten. Dazu die Krise, in der man eigentlich nur schlecht aussehen kann. Also nichts wie weg.</p>
<p>Vielleicht ist dein Rückzug aber auch so etwas wie deine persönliche logische Konsequenz aus der Finanzkrise. Man sagt dir ja nach, dass du mit durchaus scharfem Verstand die Dinge analysierst. So ist dir wahrscheinlich aufgefallen, dass Politik und Macht inzwischen gar nicht mehr unbedingt etwas miteinander zutun haben. Die wahrhaft Mächtigen sitzen offensichtlich in der Wirtschaft. Und wo die Macht ist, da darf der Roland nicht fehlen. Also müssen wir Abschied nehmen vom Politiker Koch und hoffen für die Zukunft auf andere Charakterköpfe, an denen wir uns reiben dürfen, auch wenn die Aussichten auf einen legitimen Nachfolger im Augenblick recht trostlos scheinen. Lieber Roland, es war schön mit dir, gerade weil es so oft nicht schön war. Wir drücken dir die Daumen für deine zweite Karriere in der Wirtschaft, mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Denn mal unter uns, was kann der deutschen Wirtschaft gerade Besseres passieren? In Krisenzeiten braucht es kalte Lenker und Denker, skrupellos und ohne Gewissen, die im Zweifel auch mal über Leichen gehen. Wir setzen jeden Betrag auf deine steile Karriere.</p>
<p><strong>GAH</strong></p>
]]></content:encoded>
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		<title>&#8230;josef ackermann</title>
		<link>http://www.stadtkind-hannover.de/2010/06/josef-ackermann/</link>
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		<pubDate>Mon, 31 May 2010 22:00:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[ein offener brief an...]]></category>
		<category><![CDATA[2010-06]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn du zweifelst, dann fühlen sich andere in ihrer Skepsis bestärkt, dann zweifeln am Ende alle wild durcheinander. Und dann ist Griechenland erledigt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Josef,</p>
<p>jetzt sind wir aber wirklich verwirrt. Kein Jahr ist es her, da hast du mit Angela und Freunden deinen Geburtstag im Kanzleramt gefeiert und jetzt zweifelst du öffentlich, dass Griechenland seine Schulden jemals zurückzahlen kann: ein böser Dolchstoß in den Rücken unserer Kanzlerin. „Ob Griechenland über die Zeit wirklich in der Lage ist, diese Leistungskraft aufzubringen, das wage ich zu bezweifeln“, hast du gesagt. Gut, Zweifel haben wir alle, wir hier unten. Aber ihr da oben, ihr solltet eure Zweifel doch besser für euch behalten, oder? Angela zweifelt nicht, Guido auch nicht, die Vorstandsvorsitzenden in den Banken halten sich zurück, selbst die SPD und die Grünen zweifeln weitgehend nicht öffentlich.</p>
<p>Aber du, du zweifelst im Fernsehen zur besten Sendezeit. Warum? 99 Prozent von all dem ist Psychologie. Wer, wenn nicht du, müsste das wissen. Wenn du zweifelst, dann fühlen sich andere in ihrer Skepsis bestärkt, dann zweifeln am Ende alle wild durcheinander. Und dann ist Griechenland erledigt. Und wenn Griechenland erledigt ist, dann gibt es wahrscheinlich kein Halten mehr, dann sind noch ein paar andere Länder dran. Und letztlich auch wir in Deutschland, weil wir überall mit drin hängen. So wie die Deutsche Bank. Die hängt doch auch überall mit drin, oder nicht? Na ja, in Griechenland nicht so sehr. Sie besitzt kaum griechische Staatsanleihen. Aber trotzdem kann doch ein zahlungsunfähiges EU-Land nicht in deinem Sinne sein. Hast du dann ja auch selbst noch gesagt. Keine „Kernschmelze“ bitte! Aber wa-rum dann diese Zweifel? Da beißt sich doch die Katze in den eigenen Schwanz. Was ist da schief gelaufen? Warst du nicht auf der SMS-Liste von Angela? Oder verfolgst du mal wieder einen ganz eigenen Plan?</p>
<p>Wie gesagt, wir sind verwirrt. Nun waren wir in deinem Fall ja schon öfter verwirrt. Zum Beispiel damals, als du gesagt hast, dass die Selbstheilungskräfte des Marktes in dieser Krise nicht mehr funktionieren würden und die Banken auf die Hilfe der Notenbanken und Regierungen angewiesen seien. Aus deinem Munde klang das zuerst recht befremdlich. Inzwischen haben wir es verstanden. Ist ja auch eigentlich ganz einfach: Der Kollaps großer Banken muss in Finanzkrisen vermieden werden, weil der sonst drohende Vertrauensverlust die gesamte Branche erfassen könnte und alles nur noch schlimmer machen würde. In besseren Zeiten sollte sich die Politik aber tunlichst heraushalten. Wie hast du gerade noch so schön verlauten lassen: „Wir müssen der Versuchung widerstehen, zu glauben, ein sich einmischender, paternalistischer Staat sei der Weg der Zukunft.“ Eine schöne runde Sache. Mit dem Wissen, in einer Krise vom Staat gerettet zu werden, lässt es sich natürlich wunderbar sorglos spekulieren. Wobei man ja zugeben muss, dass die Deutsche Bank anscheinend mit ein bisschen mehr Risikobe-wusstsein unterwegs war als viele andere. Immerhin hast du keine Staatshilfe für die Deutsche Bank in Anspruch nehmen müssen. Oder hast du einfach zur richtigen Zeit für die Not gespart? Wie war das noch damals 2005 mit dem Rekordergebnis der Deutschen Bank und der gleichzeitigen Ankündigung, 6.000 Arbeitsplätze einzusparen? Die paar Milliarden Verlust aus dem Jahr 2008 hat die Deutsche Bank jedenfalls recht locker weggesteckt. Anscheinend bist du doch ein echter Fuchs. Brillant war auch deine Idee, 2008 so ganz freiwillig und öffentlichkeitswirksam auf deinen gewinnabhängigen Bonus zu verzichten. Endlich ein Gutmensch unter den Bankern. Bekommen hättest du bei dem Ergebnis zwar sowieso nichts, aber die Geste zählt. Hast du 2009 eigentlich auch verzichtet?</p>
<p>Wie auch immer, zurück zu Griechenland und deinen Zweifeln. Vielleicht sind sie auch ganz leicht zu erklären. Du bist einfach schon wieder drei Schritte weiter als alle anderen. Den Banken gehört die Zukunft, nicht den Staaten. Sie sind allenfalls noch Brückentechnologie. Griechenland? Peanuts! Der Kuchen ist die Welt. Möge Hellas untergehen, die Deutsche Bank wird bleiben.</p>
<p>GAH</p>
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		<title>&#8230;bischof walter mixa</title>
		<link>http://www.stadtkind-hannover.de/2010/05/bischof-walter-mixa/</link>
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		<pubDate>Fri, 30 Apr 2010 22:00:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[ein offener brief an...]]></category>
		<category><![CDATA[2010-05]]></category>

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		<description><![CDATA[Gut, dass es dich gibt, lieber Walter. Du bist ein leuchtendes Beispiel für den Umgang mit der Schuld in der katholischen Kirche.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Haben wir es denn nicht schon schwer genug in der heutigen Zeit? In einer Welt ohne Moral und Gewissen? Muss man jetzt auch noch auf die letzte Instanz einprügeln, die für Werte steht, für das Gute im Menschen? Muss man nun die gesamte katholische Kirche verteufeln, nur weil ein paar Kollegen sich von der Freizügigkeit in der modernen Medienwelt haben infizieren lassen? Wie ein Virus hat die so genannte „sexuelle Revolution“ die Menschen erfasst. Da ist es doch kein Wunder, wenn auch Priester irgendwann den Versuchungen erliegen. Das sind doch auch nur Menschen. Es ist doch nicht schwer, diese Zusammenhänge zu begreifen. Zu viel Freiheit, zu viel Freizügigkeit, das ist das Problem unserer Welt.</p>
<p>Und das hast du, lieber Walter, dankenswerter Weise erkannt. Ohne dieses Teufelszeug in Fernsehen und Internet hätte sich bestimmt kaum ein Priester jemals an irgendwelchen Kindern und Jugendlichen vergriffen. Als die Kirche noch eine echte Macht war, damals im Mittelalter vor der unheiligen Aufklärung, hat es so etwas nicht gegeben. Ja, die guten alten Zeiten, sie werden wohl nicht wiederkommen. Aber es ist gut, solche Menschen wie dich, lieber Walter, unter uns zu haben, Menschen, die uns immer wieder daran erinnern, dass es mal eine bessere Welt gegeben hat. Eine Welt, in der Frauen noch wussten, welcher Platz in der Gesellschaft ihnen zustand. In der die Sünde noch Konsequenzen hatte. In der Kinder noch Respekt vor Erwachsenen hatten und „die eine oder andere Watschen“ nicht schmerzhaft war, sondern lehrreich.</p>
<p>Es muss sich schrecklich anfühlen, nun derart ins Licht der Öffentlichkeit gezerrt zu werden, lieber Walter. Du hast unser Mitgefühl. Es ist ja nicht deine Schuld, dass du offensichtlich einfach in der falschen Zeit geboren wurdest. Diese Welt des 21. Jahrhunderts ist einfach nicht deine Welt. Und trotzdem hat Gott dich mitten ins Sodom und Gomorrha geworfen, mal wieder ein Schaf unter die Wölfe geschickt. Sie nageln dich augenblicklich ans mediale Kreuz, haben sich an deine Fersen geheftet wie Bluthunde, graben alte Geschichten aus, um dich immer weiter zu diskreditieren. Bleib stark, lieber Walter. Es sind verirrte Schäfchen, die es nicht besser wissen. Es sind die gleichen, die einst „Barrabas“ gerufen haben. Sie werfen dir vor, gelogen zu haben und fordern deinen Rücktritt. Doch nur einer kann dich dazu zwingen, eben jener, der dich auf diesen Platz gesetzt hat. Du bist den Menschen keine Rechenschaft schuldig. Nur vor Gott wirst du dich verantworten müssen. Natürlich, es gibt einen gewissen Widerspruch zwischen der Aussage „zu keiner Zeit körperliche Gewalt in irgendeiner Form angewandt“ zu haben und der, dass du „als langjähriger Lehrer und Stadtpfarrer im Umgang mit sehr vielen Jugendlichen die eine oder andere Watschen von vor zwanzig Jahren natürlich nicht ausschließen“ kannst. Aber ist das eine Lüge? Kann man jemanden belügen, der die Wahrheit sowieso nicht verstehen würde? Wie sollten fehlbare Menschlein dein Handeln begreifen? Deine Hand hat Gott geführt. Er hat dich gelenkt, zu allen Zeiten. Da ist es doch nur recht und billig, wenn du die weltlichen Instanzen nicht anerkennst. Diese Menschlein verstehen nicht, dass du dich so verhalten hast, wie es in der guten, alten Zeit üblich war. Du gehörst nicht in diese Zeit, nicht zu dieser Welt, du stehst für die alte, die bessere Moral. Und wenn du davon sprichst, dass solche Schläge damals „ganz normal“ gewesen seien, dann meinst du natürlich nicht das Jahr 1990, dann sprichst du von eben jenen Zeiten, an denen du dich orientierst, in denen man eine Claudia Roth, die dich einen „durchgeknallten, spalterischen Oberfundi aus Augsburg“ genannt hat, als Hexe verbrannt hätte. Ach ja, die guten alten Zeiten, sie werden wohl nicht wiederkommen. Gut, dass es dich gibt, lieber Walter. Du bist ein leuchtendes Beispiel für den Umgang mit der Schuld in der katholischen Kirche. Sie gehört in den Beichtstuhl, nicht in die Öffentlichkeit. Auch wenn die Menschen das nicht verstehen wollen. Die fehlbaren Priester in der katholischen Kirche, die sich wie auch immer an Kindern und Jugendlichen vergriffen haben, sie werden jedenfalls ihre Lehren aus Deinem Vorbild ziehen. Hut ab, Walter Mixa.</p>
<p><strong>GAH</strong></p>
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		<title>&#8230;margot käßmann</title>
		<link>http://www.stadtkind-hannover.de/2010/04/margot-kasmann/</link>
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		<pubDate>Wed, 31 Mar 2010 22:00:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[ein offener brief an...]]></category>
		<category><![CDATA[2010-04]]></category>

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		<description><![CDATA[„Bleibe bei dem, was dein Herz dir rät“, gibst Du uns mit auf den Weg. Ja, wir wollen Dir diese Zeilen zukommen lassen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Margot,</p>
<p>lange haben wir überlegt, ob wir diesen Brief an Dich schreiben sollen. Denn in der Regel sind an dieser Stelle Unsitten, Wahnwitz und Kapriolen der politischen Zunft Gegenstand unserer Gedanken, adressiert an die Banausen aus Politik und Gesellschaft. Können wir Dir also ruhigen Gewissens einen offenen Brief widmen? „Bleibe bei dem, was dein Herz dir rät“, gibst Du uns mit auf den Weg. Ja, wir wollen Dir diese Zeilen zukommen lassen. Nicht, weil wir in die mediale Kerbe deines Fauxpas schlagen möchten. Bis ins kleinste Detail ist über dein Fehlverhalten berichtet worden. Don&#8217;t drink and drive, das weiß jeder. Auch Du. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Sicher sind wir uns einig: Dein Ausrutscher – die verhängnisvolle Autofahrt – war eine Schnaps-idee! Fertig, aus.</p>
<p>Warum dann dieser offene Brief? Weil Du uns als selbstbewusste, mutige, politische und dennoch überzeugend menschliche Wegbereiterin fehlen wirst. Weil du mit Charisma und forscher Aufrichtigkeit nicht nur der Evangelischen Kirche eine moderne und respektierte Stimme warst. Deine Themen verloren sich nicht im innersten klerikalen Kleinklein, sondern waren, wie etwa dein Beitrag zur Afghanistan-Debatte, von gesamtgesellschaftlicher Relevanz. Anders als die meisten institutionellen Oberhäupter, sei es in Kirche oder Politik, hast Du eine authentische Nähe geschaffen, mit paritätischer Unmittelbarkeit mit und für Menschen gesprochen. Kurzum: Man hatte stets das Gefühl, dass Du „eine von uns“ bist.</p>
<p>Nicht zuletzt, weil Du bereit warst, Deine Schwächen und Krisen öffentlich zu machen. Dazu gehörten das Scheitern deiner Ehe und Deine Krebserkrankung. Du hast Dich stets zu Deiner eigenen Unzulänglichkeit bekannt. Auch eine Bischöfin ist keine Heilige!</p>
<p>Andere feilen am Nimbus ihrer eigenen Unfehlbarkeit, selbst dann, wenn ein Fehlverhalten offensichtlich ist. Jürgen Rüttgers versucht seinen Fauxpas als Sponsoren-Callboy einem Bauernopfer in die Schuhe zu schieben. Die katholische Kirche ist traditionell schlecht darin, die Fehlbarkeit ihrer Würdenträger zuzugeben. Die aktuellen Missbrauchsskandale in katholischen Einrichtungen zeigen ansatzweise die Dimensionen der jahrzehntelangen Vertuschung und Leugnung. Auch Banker und Finanzgrößen haben sich nach dem großen Crash nicht durch Selbstkritik und nachhaltiges Agieren mit Ruhm bekleckert. Lange Rede, kurzer Sinn: In Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gibt es zahlreiche Personen, die sich weitaus schlimmere Verfehlungen zu Schulden kommen ließen und als Sesselkleber eine Ausdauer und Hartnäckigkeit an den Tag legen, die Pattex und Tesa alt aussehen lassen.</p>
<p>So gesehen, war Dein Rücktritt eine Demonstration für Anstand, moralische Integrität und Verantwortungsbewusstsein. Der Häme und Demütigung bist Du mit Reue und Einsicht begegnet und nicht mit Ausreden! Anstatt die Sache auszusitzen – die Rückendeckung hättest Du dafür gehabt – hast Du sowohl die Würde deiner Person sowie die des Amtes gewahrt.</p>
<p>Doch gerade, weil dafür dieser Rücktritt notwendig war, müssen wir uns auch der Frage stellen, welche Fehler bei Interessenvertretern und Vorbildern zu tolerieren sind. Wir sind als Menschen nun mal nicht unfehlbar! Wer bleibt als Führungskraft und Verantwortungsträger übrig, wenn die moralische Meßlatte durch mediale  Hysterie und Allgegenwärtigkeit ins Unmenschliche gesetzt wird, wenn Verkehrsdelikte – so unvernünftig sie auch immer sein mögen – gesellschaftliche und politische Kompetenz sowie menschliche Qualitäten einer herausragenden Persönlichkeit überwiegen? Die Schuld wäre mit den rechtlichen Konsequenzen zu sühnen gewesen. Wem, wenn nicht Dir, hätte man einen solchen Fehler verzeihen können? Wer, wenn nicht Du, hätte glaubhaft bereuen und die eigene Fehlbarkeit auch in diesem Fall in das Amt integrieren können, ohne langfristig weder an Strahlkraft noch an Autorität zu verlieren?</p>
<p>Aber ein Rücktritt muss ja nicht unbedingt das Ende aller öffentlichen Aktivitäten bedeuten. Wir sind zuversichtlich, dass Du eines Tages an anderer Stelle wieder Verantwortung übernehmen wirst, Dich einmischen und mit Deinem Charisma sowie Deiner erfrischenden Direktheit der Öffentlichkeit erhalten bleiben wirst.</p>
<p><strong>Sven Appel</strong></p>
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		</item>
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		<title>&#8230;erika steinbach</title>
		<link>http://www.stadtkind-hannover.de/2010/03/erika-steinbach/</link>
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		<pubDate>Sun, 28 Feb 2010 22:00:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Manuela Sender</dc:creator>
				<category><![CDATA[ein offener brief an...]]></category>
		<category><![CDATA[2010-03]]></category>

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		<description><![CDATA[In Sachen Unbeliebtheit bist und bleibst Du die Größte. Wie machst Du das? Was ist das Geheimnis der Erika Steinbach?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Erika,</p>
<p>wir sind zutiefst beeindruckt! Du lässt keine Gelegenheit aus, Dir eine imposante Anzahl an Gegnern, Kontrahenten und Kritikern jeglicher Couleur zuzulegen. Dieter Bohlen, Wirtschaftsbosse, die ihr Geld lieber in der Schweiz anlegen, Banker, die sich ungehemmt die Taschen voll machen, alles Sympathen gegen Dich. In Sachen Unbeliebtheit bist und bleibst Du die Größte. Wie machst Du das? Was ist das Geheimnis der Erika Steinbach?</p>
<p>Unsere Nachbarn in Polen zum Beispiel verfallen regelrecht in Angststarre, wenn Dein Name erklingt. Wirklich! Eine Umfrage hat ergeben, dass Du für die Erdenbürger zwischen Stettin und Krakau mitunter DER Grund für schlaflose Nächte bist.</p>
<p>Daran hast Du natürlich hart gearbeitet, setzt Dich zum Beispiel als Vorsitzende des Bundes der Vertriebenen vehement für Entschädigungen für die „verlorenen“ (Land-)Güter ein. Nachvollziehbar.  Recht muss Recht bleiben, und klauen darf man nicht. Dann wenigstens eine Entschädigung. Und wer, wenn nicht Du, ist für diese Ansprüche genau die richtige Botschafterin, das Sprachrohr Nr.1 der Vertriebenen. Immerhin konnte dein Vater in seiner Zeit bei der Wehrmacht Deiner Familie ein schönes Fleckchen (polnischer) Heimat sichern. Dass Du diesen Besitz anstatt nach 1.000 schon nach nur zwei Jahren wieder verlassen musstest, erklärt Deinen emotionalen Einsatz. Das ist ja wohl auch eine Frechheit! Warum die Polen das anders sehen, weiß nur der liebe Gott. Nein, liebe Erika, wir haben Verständnis dafür. Immerhin hat Dein Vater um dieses Land gekämpft. Daher wohl auch Dein Votum als CDU-Bundestagsabgeordnete gegen die Anerkennung der Oder/Neiße-Grenze 1991. Unser heutiger Bundesverkehrsminister Ramsauer war damals übrigens auch dagegen. Vielleicht triffst Du Dich mal mit ihm zum Ideenaustausch auf einen Kaffee. Ein Ausbau der Autobahnen Richtung Osten wäre doch ein schönes Thema.</p>
<p>Nun, die Polen sind also nicht so gut auf Dich zu sprechen. Das ist ja schon mal eine ganze Menge. Viel Feind, viel Ehr. Einleuchtend, dass Du auch in Deutschland an Deinem Ruf als Master of Desaster arbeiten wolltest.</p>
<p>Leider stehen wir hier in Deutschland manchmal so ein bisschen auf der langen Leitung. Kaum einer hat sich zunächst für Deine Versuche interessiert. So bist Du beispielsweise aus der Evangelischen Kirche ausgetreten, weil ihre Haltung zu gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften nicht Deinen Vorstellungen entsprach. Doch kaum jemand hat sich darüber aufgeregt. Also der nächste Versuch. Weil es sich auf dem Rücken von sozial Schwachen und Minderheiten immer gut polarisieren lässt, gibt es seit geraumer Zeit die Sammelbewegung „Stimme der Mehrheit“, ein Zusammenschluss von fragwürdigen Schriftstellern, Journalisten, Verlegern und Wissenschaftlern, die dem „Linkskartell innerhalb großer Teile der schreibenden Zunft eine schlagkräftige Alternative“ entgegen setzen möchte. Da wird dann z.B. der „epidemische Sozial- und Asylmissbrauch“ angeprangert und mit dem weiteren Zuzug von Ausländern der Untergang des Abendlandes prognostiziert. Natürlich hast Du es Dir nicht nehmen lassen, als Gründungsmitglied dabei zu sein. Auch das ein Fehlversuch. Fast niemand hat bisher etwas von diesem Verein mitbekommen.</p>
<p>Gott sei Dank gab und gibt es die Debatte um die Gedenkstätte „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“. Endlich eine vielversprechende Gelegenheit, Deinen Ruf auch im eigenen Land zu festi-gen. Ein kleines Mahnmal zur Erinnerung an die vertrieben Deutschen, das war Dir nicht genug. Immerhin haben die Juden jetzt ein großes Mahnmal. 2004 wurde die letzte Stele gesetzt. Das wolltest Du auch. Stelen! Vielleicht auch ein bisschen stehlen – die Show. Selbstverständlich mit guten Argumenten. Die Vertriebenen hätten ein „Anrecht auf eine pflegliche Behandlung, wie alle anderen Opfer auch“, hast Du uns wissen lassen. Und hattest damit endlich die Aufmerksamkeit in Deutschland, die Du Dir immer gewünscht hast. Die anderen Opfer, also die Juden, Homosexuelle, die polnische Intelligenz, zahllose Zwangsarbeiter, viele andere, sie mit den zwölf Millionen Deutschen zu vergleichen, die nach ihrem Angriffskrieg und Genozid aus den ehemaligen Ostgebieten vertrieben wurden, das hat in Deutschland tatsächlich einige Gemüter erregt. Klar, dass Du um (D)einen Platz im Stiftungsrat der kommenden Gedenkstätte „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ gekämpft hast.</p>
<p>Wenn Opfer nicht gleich Opfer ist, wenn hier mit zweierlei Maß gemessen wird, dann sollte jemand wie Du auf jeden Fall mit von der Partie sein, auch wenn Westerwelle und Co. Deine Person absolut nicht mit dem Kontext „Versöhnung“ in Zusammenhang bringen konnten. Eigentlich seltsam, denn gerade die FDP müsste ja Verständnis für Lobby- und Klientelarbeit haben. Wie auch immer, mit diesem Thema hast Du es endlich geschafft. Nicht nur den ganz Großen hast Du viele schlaflose Nächte beschert. Um nun doch auf Deinen Sitz zu verzichten. Aber natürlich wird das nicht Dein letzter Auftritt sein.</p>
<p>Die Zecke ist draußen, aber der Kopf steckt noch drin, könnte man sagen. Immerhin sitzt Du noch im Bundestag. Übrigens als „Sprecherin für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion“. Natürlich – wer, wenn nicht Du?</p>
<p><strong>Sven Appel</strong></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>&#8230;franz josef jung</title>
		<link>http://www.stadtkind-hannover.de/2010/02/franz-josef-jung/</link>
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		<pubDate>Sun, 31 Jan 2010 22:00:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[ein offener brief an...]]></category>
		<category><![CDATA[2010-02]]></category>

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		<description><![CDATA[... nur für Dich, dieser Brief, oder eher Nachruf, obwohl sich für Dich nach Deinem Rückzug nun wirklich absolut niemand mehr interessieren dürfte. Uns ist das egal. Wir wissen, was sich gehört.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Franz Josef,</p>
<p>nun darfst Du also nicht mehr bei den Großen mitspielen. Und kaum jemand scheint davon bisher so richtig Notiz genommen zu haben. Das ist ungerecht! Auch wenn man in Amt und Würden nahezu unsichtbar agiert, ein bisschen Aufmerksamkeit hat jeder verdient. Immerhin warst Du Minister. Wir geben natürlich zu, dass es schwierig ist aufzufallen, wenn man in der gleichen Mannschaft wie Deutschlands allerbeste Supermutter und Karriere-Rakete Ursula v.d.L. und ACDC-Luftgitarren-Freiherr zu Guttenberg spielt. Die kennt man! Die bekommen sogar Spitznamen! Aber die Selbstinszenierung war eben nie so Dein Ding. Es hätte natürlich auch einen zweiten Weg gegeben. Neben einer Kerner-kompatiblen Ausstrahlung und medial inszenierter Popularität können Politiker auch auf andere Weise auffallen: Mit Kompetenz! Mit Ideen, Visionen und Führungsstärke! Gut, das war jetzt ebenfalls nicht so Dein Ding. Du hattest eben Deinen ganz eigenen dritten Weg. Und der war halt eher unauffällig. Aber wie gesagt, ein bisschen Aufmerksamkeit ist trotzdem nur recht und billig als scheidender Minister. Darum, nur für Dich, dieser Brief, oder eher Nachruf, obwohl sich für Dich nach Deinem Rückzug nun wirklich absolut niemand mehr interessieren dürfte. Uns ist das egal. Wir wissen, was sich gehört.</p>
<p>Wir erinnern uns: Noch nie in der Geschichte der Republik war das Amt des Verteidigungsministers so wichtig wie während Deiner Amtszeit. In einer Zeit, in der Soldaten in den Krieg&#8230;, Verzeihung, &#8230;in Stabilisierungseinsätze ziehen, wäre es mehr als notwendig gewesen, Orientierung und Antworten zu geben. Du hast Dich um anderes verdient gemacht, hast Dich stattdessen der Semantik gewidmet und dabei einen ganz neuen Terminus geschaffen: den „Kein-Krieg“. Auch das ist eine Leistung. Der Afghanistan-Einsatz zum Beispiel ist ein Kein-Krieg. Entgegen den Wahrnehmungen deiner Untergebenen warst Du Dir da sicher. Und dank der Bilder, die Abend für Abend über Deutschlands Fernsehschirme flimmern, wissen wir nun auch, wie ein Kein-Krieg aussieht.</p>
<p>Doch wir wollen mal nicht zu hart mit Dir ins Gericht gehen. Schließlich hast Du Dich nicht gerade um den Job gerissen, sondern eigentlich auf das Landwirtschaftsressort gesetzt. Wäre auch nur logisch gewesen, denn lange warst Du weinbaupolitischer Fachmann der CDU-Fraktion in Hessen. Und das musst Du wirklich sehr gut gemacht haben. Klagen aus jener Zeit gibt es keine. Da ist sie wieder, Deine Begabung zur Unauffälligkeit. Nur einem kleinen Kreis waren Deine energischen Kein-Kriege gegen die gemeine Reblaus und die Stabilisierungseinsätze gegen Borkenkäfer bekannt. Du hättest unter den Kollegen eben nicht damit angeben dürfen. Ganz unfreiwillig hast Du Dich damit für den Posten des Verteidigungsministers ins Spiel gebracht. Und ihn bekommen, denn qualifizierte Leute werden in der Politik immer gesucht.</p>
<p>Du hast dann einfach das Beste daraus gemacht und versucht, die Vorgaben der Kanzlerin umzusetzen. Vorausgesetzt sie lauteten, dass Du Dich ruhig verhalten und nicht auffallen solltest (und wir glauben, die lauteten wirklich so!). Nur hin und wieder bist Du ein wenig widerspenstig geworden und hast Dich aus der Deckung gewagt. So zum Beispiel im Vorfeld der WM 2006 mit der Idee, leere Plätze im Stadion mit Soldaten zu besetzten. Ja, da hast du für einiges Schmunzeln gesorgt. Bravo! Weniger zum Lachen war Deine Absicht, entführte Passagierflugzeuge abschießen zu lassen. Eher ein Aufruf zum Verfassungsbruch. Aber mit diesem ominösen Grundgesetz standst Du ja immer ein klein wenig auf Kriegsfuß. So hat man Dir sogar verfassungswidrigen Einsatz der Bundeswehr im Inneren anlasten wollen, nur weil während des G8-Gipfels in Heiligendamm Kampfflugzeuge über Protest-Camps gedonnert sind. Eine Frechheit, wegen ein paar Hippies so einen Aufstand zu machen! Mmh, was noch? Ach ja, Du hast Dich eisern für ein „Ehrenkreuz der Bundeswehr für Tapferkeit“ eingesetzt, hast immer zu Diesem Vorschlag gestanden, trotz all der kritische Stimmen. Aber manchen kann man es einfach nie recht(s) machen.</p>
<p>Und dann endete in Folge des Kein-Kriegs am Tanklaster deine Karriere mit einem Knall. Völlig untypisch für Dich, diese Lautstärke. Aber im Grunde hattest Du ja auch gar nichts damit zu tun. Wie hast Du es so schön in deiner Rücktrittserklärung zu Protokoll gegeben: „Ich habe sowohl die Öffentlichkeit als auch das Parlament über meinen Kenntnisstand korrekt unterrichtet.“ Auf gut deutsch: Du wusstest nichts! Bleibt die Frage, ob sich diese Aussage allein auf den „militärisch angemessenen“ (Guttenberg, 6.11.2009) bzw. „militärisch nicht angemessenen“ (Guttenberg, 3.12.2009) Tanklastervorfall bezieht, oder auf dein gesamtes Wirken als Verteidigungsminister!</p>
<p>Aber mehr bleibt nicht. Nur ein paar kleine Randnotizen und ein leiser Wechsel ins Bundesministerium für Arbeit, ganz nach Deinem Geschmack. Nur blöd, dass die Medien Dich danach nicht in Ruhe gelassen haben. Plötzlich hattest Du jede Menge mit dem Thema Verteidigung zu tun. Du musstest Dich selbst verteidigen. Immer wieder hat man Dich in die Öffentlichkeit gezerrt. Wir wissen, das ist nicht so Dein Ding. Und darum hast Du nach nur vier Wochen nach der Vereidigung zum Bundesminister für Arbeit und Soziales Deinen Rücktritt bekannt gegeben. Am Ende Deine größte Leistung. Der schnellste Rücktritt in der Geschichte der deutschen Bundesminister. Franz Josef, Du bist Rekordhalter! Immerhin!</p>
<p><strong>Sven Appel</strong></p>
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		<title>&#8230;karl-theodor zu guttenberg</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Sep 2009 22:00:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[ein offener brief an...]]></category>
		<category><![CDATA[2009-10]]></category>

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		<description><![CDATA[wie fühlt man sich denn so, da ganz oben? Das muss doch ganz angenehm sein, an der Spitze zu stehen. Zu wissen, wäre man Bundeskanzlerkandidat, die Leute würden einen mit Kusshand wählen. Ausgerechnet einen wie Dich.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Lieber Karl-Theodor,</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">wie fühlt man sich denn so, da ganz oben? Das muss doch ganz angenehm sein, an der Spitze zu stehen. Zu wissen, wäre man Bundeskanzlerkandidat, die Leute würden einen mit Kusshand wählen. Ausgerechnet einen wie Dich. Einen, in dessen Adern blaues Blut fließt. Einen, der nicht gerade zum verarmten Adel gehört. Der im Gegenteil stinkreich ist. Der eigentlich nicht viel wissen dürfte, über die Sorgen und Nöte normaler Menschen in Deutschland. Hineingeboren in eine Welt ohne Mangel. Abitur in Rosenheim, Wehrdienst bei den Gebirgsjägern, Studium der Rechts- und Politikwissenschaften in Bayreuth und München, die Promotion, natürlich summa cum laude (denn Du musstest Dich sicher nicht mit ärgerlichen Studentenjobs herumplagen). Schließlich ein bisschen Arbeit in der Leitung der familieneigenen Münchner Beteiligungsgesellschaft Guttenberg GmbH und später geschäftsführender Gesellschafter. Übrigens ein interessantes Unternehmen, bei dem es darum geht, das eigene Vermögen zu verwalten. Ein schöner Job. Dann noch mal kurz ein Posten im Aufsichtsrat der Röhn-Klinikum AG und im März 2002 Dein Ausstieg und gleichzeitig der Verkauf der Anteile Deiner Familie an die HypoVereinsbank (immerhin 26,5 Prozent der Stammaktien).</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Was treibt so einen Menschen ausgerechnet in die Politik? Millionen auf dem Konto, da gäbe es doch nun weiß Gott Angenehmeres, was man mit seiner Zeit anfangen könnte. Gerade in der Politik steht man doch zwangsläufig in der Öffentlichkeit. Hattest Du keine Angst vor all den Neidern, die Dir Dein Vermögen nicht gönnen? „Eure Armut kotzt mich an“, hättest Du sagen und Dich auf irgendeine Südseeinsel verdrücken können. Das verstehen wir nicht. Mit Dir kann doch irgendwas nicht stimmen. Die große Vision von der gerechteren Welt, einer besseren Gesellschaft, kann es ja auch nicht sein. Du bist in der CSU, die haben bekanntlich andere Ziele. Aber was hat Dich dann in die Politik getrieben? Geltungssucht? Das wollen wir Dir nicht unterstellen. Gut, vielleicht ein bisschen. Immerhin war Dein Vater eine bekannte Persönlichkeit. Da wolltest Du eben gleichziehen. Ist ja nicht schlimm. Und jetzt hast Du es sogar zum Wirtschaftsminister gebracht. Bei dem Job mehr zu glänzen als dein Vorgänger, war natürlich nicht weiter schwer. In welchem Altersheim hat der eigentlich Unterschlupf gefunden? Egal. Fragen wir uns lieber, warum Du gerade so beliebt bist.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Märkte sind „erwiesenermaßen effizient“, hast Du gesagt, und vor einer Ausweitung der Rolle des Staates gewarnt. Okay, diese Meinung kann man haben. Sie erscheint ein wenig seltsam, angesichts der Finanzkrise, aber gut, vielleicht weißt Du mehr. Aber macht das beliebt? Gegen den Mindestlohn bist Du auch. Das kann es also ebenfalls nicht sein. Ach ja, dann warst Du noch gegen die Opel-Rettung und hast ein Insolvenzverfahren favorisiert. Kein Geld vom Staat, keine Einmischung, keine Beteiligungen. Vielleicht war es das. Wenn der Staat dem Bürger ständig in die leeren Taschen greift, um Unternehmen zu retten, die von irgendwelchen unfähigen Managern gegen die Wand gefahren wurden, dann ist so ein klares „Nein“ natürlich populär, obwohl Du dann ja doch am Ende dafür warst, natürlich zähneknirschend. Anscheinend hast Du zu manchen Dingen eine klare Meinung. Das ist ungewöhnlich für einen Politiker in der heutigen Zeit. Das fällt auf. Und es macht beliebt. Nun bist Du also unser „Baron der Herzen“. Die Medien lieben Dich. Sie feiern Dich. Und wir feiern natürlich mit. Deutschland hat den Super-Politiker gesucht und gefunden.</p>
<p>Wir wünschen Dir, dass Du lange dort oben bleibst. So eine Medien- Meinung kann ja schnell kippen. Aber Du wirst nicht das Schicksal der meisten Superstar-Show-Kandidaten teilen und irgendwann als Bedienung in einer Kölner Kneipe arbeiten müssen. Glücklicherweise musst Du Dir darüber keine Sorgen machen. Vielleicht brauchen wir einfach mehr Politiker, die sich noch nie Sorgen haben machen müssen. Die sind einfach gelassener. Die sagen dann auch mal „nein“. Und sonst? Wie geht’s den Kindern? <strong> </strong></p>
<p><strong>GAH</strong></p>
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		<title>&#8230;mahmud ahmadineschad</title>
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		<pubDate>Mon, 31 Aug 2009 22:00:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Manuela Sender</dc:creator>
				<category><![CDATA[ein offener brief an...]]></category>
		<category><![CDATA[2009-09]]></category>

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		<description><![CDATA[So, lieber Mahmud, jetzt ist ja alles wieder einigermaßen im Lot. Allah sei Dank. Was wollten die eigentlich alle von Dir? Dass Du Dein Amt aufgibst und diesem hergelaufenen Mussawi überlässt? Warum?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>So, lieber Mahmud,</p>
<p>jetzt ist ja alles wieder einigermaßen im Lot. Allah sei Dank. Was wollten die eigentlich alle von Dir? Dass Du Dein Amt aufgibst und diesem hergelaufenen Mussawi überlässt? Warum? Immerhin hast Du mit überragender Mehrheit die Wahlen gewonnen. Von Fälschung oder Betrug kann überhaupt keine Rede sein.</p>
<p>All das ist doch nur bewusst gestreute Propaganda der Amis gewesen. Sie haben sich darüber gewundert, dass Du selbst in den Hochburgen Mussawis unglaublich viele Stimmen bekommen hast, und Bedenken geäußert. Aber was ist daran ein Wunder? Du warst einfach der bessere Kandidat, und die Wähler haben das anscheinend ähnlich gesehen. Und falls nicht, so ist es manchmal eben notwendig, die Wahrheit so zu gestalten, dass sie zur besten aller möglichen Wahrheiten wird. Und die beste aller möglichen Wahrheiten für den Iran bist Du. Gut, ein paar haben das anders gesehen. Jetzt liegen zwei Monate Aufruhr hinter Dir, eine anstrengende Zeit. Wir hoffen, Du wirst Dir ein paar Tage Urlaub nehmen können, um Dich zu wappnen für die großen Aufgaben.</p>
<p>Was waren das aber auch für Wochen. Es ist ja nicht leicht, den Menschen Vernunft beizubringen. Wir wollen nun hier nicht noch mehr böses Blut vergießen und Deine Methoden anzweifeln. Jedes Land, jede Kultur hat so seine Gepflogenheiten. Es wäre anmaßend, das vom westlichen hohen Ross zu beurteilen oder gar zu verurteilen. Anscheinend war einfach eine gewisse Härte notwendig, um die Ordnung wieder herzustellen. Das geht ja uns und die restliche Welt auch eigentlich gar nichts an. Und hätten die Amis nicht mit ihrer teuflischen Technik die Opposition in die Lage versetzt, irgendwelche wahrscheinlich inszenierten Bilder um die ganze Welt zu schicken, niemand hätte von all dem Notiz genommen. Im Grunde hat ja auch erst all die Aufregung im Ausland dazu geführt, dass es im Iran zu diesem Aufruhr gekommen ist. Die Opposition hat sich dadurch bestärkt gefühlt. Aber nun ist ja wie gesagt alles wieder einigermaßen unter Kontrolle und Du bist endlich für weitere vier Jahre in Dein Amt als Staatspräsident der Islamischen Republik Iran eingeführt. Da freuen wir uns.</p>
<p>Auf vier weitere spannende Jahre Konfrontation mit den USA, mit Israel, und wenn es nicht anders geht, dann eben mit dem gesamten Rest der Welt. Dafür kennen wir Dich, mögen wir Dich, schätzen wir Dich. Wer sonst traut sich denn noch, den Mächtigen dieser Welt die Stirn zu bieten? Wollen wir trotzdem hoffen, dass Dir bei all dem noch ein bisschen Zeit bleibt, Dich wie ein guter Vater um Dein Volk zu kümmern.</p>
<p>Mit der gerechteren Verteilung des Ölreichtums hat es ja bisher noch nicht so ganz geklappt. Deine Wirtschaftspolitik war insgesamt nicht unbedingt erfolgreich. Aber wir sind uns sicher, Du hast einen Plan für all das. Einen großen, vernünftigen Plan. Etwas, was langfristig alles gut werden lässt. Richtig? Genau deswegen stellst Du Dich taub gegenüber führenden iranischen Ökonomen, die ständig vor den schädlichen Folgen Deiner Politik warnen. Das sind doch am Ende auch wieder nur von den USA gekaufte Verräter. So wie alle, die gegen Dich sind. Selbst in konservativen Kreisen haben sie jetzt schon ihre Leute eingeschleust. Einer davon ist ganz sicher Ajatollah Ahmed Dschannati, der Vorsitzende des mächtigen Wächterrats, der die Frechheit hatte, in seiner Freitagspredigt Kritik an Dir zu äußern. Du würdest nur Dir selbst zuhören wollen, aber niemand anderem und schon gar nicht dem Volk, so etwas in der Art hat er erzählt. Deshalb müsse er Dir die Stimme des Volkes überbringen. Ausgerechnet der. Weiter weg vom Volk geht es ja fast gar nicht. Wer stammt denn aus einfachen Verhältnissen? Das bist ja wohl Du.</p>
<p>Lieber Mahmud, lass Dich von all dem bloß nicht aus dem Konzept bringen. Bleib Dir selbst treu. Sei ein kleiner, starker, unerbittlicher Mann, bis irgendwann auch das Volk Dir wieder treu ist. Koste es, was es wolle.</p>
<p><strong>GAH</strong></p>
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		<title>&#8230;oskar lafontaine</title>
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		<pubDate>Fri, 31 Jul 2009 22:00:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Manuela Sender</dc:creator>
				<category><![CDATA[ein offener brief an...]]></category>
		<category><![CDATA[2009-08]]></category>

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		<description><![CDATA[Realpolitik nützt niemandem was, gerade in diesen Zeiten. Psychologie ist jetzt ganz wichtig. Man muss den Menschen wieder Hoffnung machen...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="margin-bottom: 0cm; text-align: left;">Lieber Oskar,</p>
<p>da habt ihr euch ja was vorgenommen, du und deine Partei. Weil es so schön ist, fassen wir euer Programm mal kurz zusammen: Ihr wollt einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn, der in der nächsten Wahlperiode auf zehn Euro pro Stunde ansteigen soll, eine Ausweitung des Kündigungsschutzes, Hartz IV wird abgeschafft, und bis dahin soll der Regelsatz auf 500 Euro steigen. Mit insgesamt 200 Milliarden Euro wollt ihr rund zwei Millionen neue Arbeitsplätze schaffen. 100 Milliarden Euro gibt es für Bildung, Gesundheit, Klimaschutz, Infrastruktur und Verkehr, weitere 100 Milliarden für einen Zukunftsfonds, der Unternehmen unterstützt, Produkte und Verfahren sozial und ökologisch weiterzuentwickeln.</p>
<p>Bei der Steuer gebt ihr den Armen und nehmt den Reichen: Ein Grundfreibetrag von 9.300 Euro, ein Spitzensteuersatz von 53 Prozent, eine Millionärssteuer und eine Börsenumsatzsteuer als Beitrag zur Regulierung der Finanzmärkte. Private Banken werden vergesellschaftet, der Finanzsektor der öffentlichen Kontrolle unterworfen und strikt reguliert. Belegschaften werden an großen Unternehmen beteiligt, Massenentlassungen bei nicht-insolvenzgefährdeten Betrieben verboten, der öffentliche Personenverkehr oder die Energie- und Wasserversorgung werden in öffentlicher Hand organisiert. Die gesetzliche Rentenversicherung wird zur Erwerbstätigenversicherung, in die auch Selbstständige, Beamte und Politiker einzahlen, die Anhebung des Rentenalters auf 67 Jahre wird rückgängig gemacht, stattdessen gibt es flexible Ausstiegsmöglichkeiten aus dem Job, ohne Abschläge schon vor dem 65. Lebensjahr. In die gesetzliche Krankenversicherung sollen alle Berufsgruppen und Einkommensarten einbezogen werden.</p>
<p>Ihr wollt eine gebührenfreie öffentliche Kinderbetreuung und einen Rechtsanspruch auf einen kostenlosen Platz für eine Ganztagsbetreuung ab dem ersten Lebensjahr. Dazu Anspruch auf je zwölf Monate Elterngeld für Mütter und Väter. Und zu guter Letzt werden alle Auslandseinsätze der Bundeswehr beendet, die Nato wird von einem „kollektiven Sicherheitssystem unter Beteiligung Russlands&#8221; ersetzt und die Wehrpflicht wird abschafft. So weit in aller Kürze und uns ist schwindelig. Das ist ja wirklich mal ein richtig solides, ambitioniertes Programm ohne Wenn und Aber. Keine Kompromisse. Kompliment.</p>
<p>Was für ein Glück, dass sich bei euch nicht auch diese schrecklichen Realos durchgesetzt haben, die immer alles mies machen, nur weil sie in irgendeinem Provinznest ein bisschen mitregieren. Das braucht kein Mensch. Dieses dumme Gerede von Bodo Ramelow, dass schon acht Euro Mindestlohn für die Friseuse in Thüringen reine Utopie sei und dass sie bei solchen Vorgaben reihenweise schließen müssten. Wen interessieren denn bitte Friseure in Thüringen? Es geht ja nicht um das, was ist, sondern um das, was sein könnte. Die Linke steht für einen Traum, eine Vision, nicht für die Wirklichkeit.</p>
<p>Nein, wir bezeichnen dich nicht, wie all die anderen, als Märchenonkel an der Spitze. Du hast einfach erkannt, dass nur durch maximale Forderungen minimale Änderungen möglich sind. Und darum ist Realpolitik mit dir nicht zu machen. Recht hast du. Realpolitik nützt niemandem was, gerade in diesen Zeiten. Psychologie ist jetzt ganz wichtig. Man muss den Menschen wieder Hoffnung machen, man muss ihnen etwas geben, woran sie glauben, wovon sie träumen können. Völlig egal, ob das alles finanzierbar ist oder ob man sich international isoliert. Dazu kommt es ja sowieso nicht, denn die absolute Mehrheit wird die Linke trotz allem nicht schaffen. Da ist es ja wohl umso mehr erlaubt, ein bisschen zu träumen.</p>
<p>Sollen eure Kritiker sich ruhig darüber aufregen. Und die Realos in der Partei ruhig davor warnen, dass die meisten Wähler gerade nicht mal mehr an den Lieben Gott glauben. Und dass es vielleicht besser wäre, neben all dem Populismus auch ein paar echte Alternativen zu bieten. Das müsst ihr nicht. Das müssen nur die anderen.</p>
<p>Und du, lieber Oskar, hast all das messerscharf erkannt. Hut ab!</p>
<p><strong>GAH</strong></p>
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