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	<title>STADTKIND - hannovermagazin &#187; geschäftsidee</title>
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		<title>Beziehungshilfe</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Mar 2009 19:23:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>annika</dc:creator>
				<category><![CDATA[geschäftsidee]]></category>
		<category><![CDATA[2009-04]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir bleiben optimistisch, trotz allem! Auch in düsteren Zeiten bleibt der Aufschwung machbar. Wir brauchen nur gute Ideen und ein bisschen Mut. Stadtkind hilft mit monatlichen Vorschlägen für die ausgekochte Geschäftsidee, damit vielleicht doch noch alles gut wird. Jetzt erst recht! Mal ehrlich, dieser ganze Quatsch mit der monogamen Beziehung ein Leben lang, das gehört [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir bleiben optimistisch, trotz allem! Auch in düsteren Zeiten bleibt der Aufschwung machbar. Wir brauchen nur gute Ideen und ein bisschen Mut. Stadtkind hilft mit monatlichen Vorschlägen für die ausgekochte Geschäftsidee, damit vielleicht doch noch alles gut wird. Jetzt erst recht!</p>
<p>Mal ehrlich, dieser ganze Quatsch mit der monogamen Beziehung ein Leben lang, das gehört doch ins Reich der Märchen. Ehepaare, die 40 Jahre und mehr zusammenleben, sind kein leuchtendes Beispiel, sie haben einfach längst aufgegeben, sich mit ihrem Schicksal abgefunden. Glücklich sind sie jedenfalls nicht. Allenfalls tun sie so. Dieser ganze monogame Schwindel ist doch nur eine Erfindung der Katholischen Kirche. In der Realität sind Menschen eine Weile zusammen, und trennen sich wieder. Bis zu dieser Trennung laufen verschiedene Prozesse ab. Phase eins ist die Liebe. Ein paar chemische Reaktionen im Gehirn, dann ist es passiert. Das dauert dann Wochen, Monate, manchmal auch Jahre, aber irgendwann funktioniert das Gehirn wieder normal, und an die Stelle der Liebe tritt die Gewohnheit.</p>
<p>Man lebt so nebeneinander her, hat sich vielleicht mit ein paar Kindern eine gemeinsame Aufgabe geschaffen, oder baut sich zusammen ein Haus, oder hält sich zumindest gemeinsam ein Haustier. Im Bett läuft nichts mehr, oder es läuft mit Routine. Und die Augen, egal ob bei Mann oder Frau, wandern umher, auf der Suche nach einem neuen, frischen Lebensabschnittgefährten. Manche wissen das, andere wollen es sich nicht eingestehen. Dann folgt irgendwann der Sündenfall, und wenn es nicht geheim bleibt, folgt bald darauf die Trennung.</p>
<p>Natürlich folgt die Trennung auch, wenn es geheim bleibt. In dem Fall nur ein bisschen später. So ist das. Und eigentlich könnten die Menschen sich doch mit diesem Wissen anfreunden, jeweils eine Weile glücklich miteinander Leben, und sich dann rechtzeitig und einvernehmlich trennen, ohne Trauer, ohne Rosenkrieg, ohne Liebeskummer. Schade ist nur, dass so viele Menschen die Realität nicht sehen wollen. Und für diese Menschen braucht es einen Crash-Kurs in Sachen Realität. Also bitte, ihr lieben Geschäftsleute in spe, gründet eine Escort-Agentur.</p>
<p>Natürlich nicht irgendeine, sondern eine ganz besondere. Bei dieser Agentur können sich realitätsferne Menschen einen Partner mieten, sagen wir mal für eine Woche. Dieser Partner hat dann die Aufgabe, die menschliche Beziehung im Zeitraffer mit dem jeweiligen Kunden zu durchleben. Ganz viel Liebe und richtig guter Sex am ersten Tag, Liebe und annähernd guter Sex am zweiten Tag, wachsendes Desinteresse und routinierter Sex am dritten Tag. Kein Sex, noch mehr Desinteresse und ein bisschen Streit am vierten Tag, handfester Streit am fünften Tag. Hassgefühle am sechsten Tag und wahlweise eine Affäre. Trennung am siebten Tag.</p>
<p>Dem Kunden sind nun die Augen geöffnet, und er kann realistisch und abgeklärt in die nächste Beziehung gehen. Er genießt die ersten drei Tage, so lange sie auch immer dauern, und trennt sich, bevor es traurig wird. Da es noch immer unglaublich viele Menschen gibt, die in Sachen Liebe jeden Sinn für die Realität vermissen lassen, müsste die Nachfrage eigentlich immens sein. Nicht nur bei den Katholiken.</p>
<p>GAH</p>
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		<title>Leben lernen</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Feb 2009 21:11:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>annika</dc:creator>
				<category><![CDATA[geschäftsidee]]></category>
		<category><![CDATA[2009-03]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir bleiben optimistisch, trotz allem! Auch in düsteren Zeiten bleibt der Aufschwung machbar. Wir brauchen nur gute Ideen und ein bisschen Mut. Stadtkind hilft mit monatlichen Vorschlägen für die ausgekochte Geschäftsidee, damit vielleicht doch noch alles gut wird. Jetzt erst recht! Es gibt Menschen, die gerade jetzt unsere Hilfe brauchen. Für uns „normale Menschen“ ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir bleiben optimistisch, trotz allem! Auch in düsteren Zeiten bleibt der Aufschwung machbar. Wir brauchen nur gute Ideen und ein bisschen Mut. Stadtkind hilft mit monatlichen Vorschlägen für die ausgekochte Geschäftsidee, damit vielleicht doch noch alles gut wird. Jetzt erst recht!</strong></p>
<p>Es gibt Menschen, die gerade jetzt unsere Hilfe brauchen. Für uns „normale Menschen“ ist es selbstverständlich, uns eigenhändig das Frühstück zu machen, mit dem Auto, Bus oder Fahrrad zur Arbeit zu fahren, unsere Sozialkontakte zu planen, zwischendurch die Wäsche zu waschen, die Kinder zur Schule zu bringen, die Hemden zu bügeln, eben ein ganz normales Leben zu führen.</p>
<p>Doch was machen jetzt all die arbeitslosen Manager, die in Zeiten der Finanzkrise ihre Posten haben räumen müssen? Die nun vergeblich an die Türen der verarmten Branchenriesen kratzen und keinen Einlass mehr finden? Die selbst all ihr Geld in hochspekulativen Geschäften verloren haben? Sie sind die geächteten Sündenböcke unserer Zeit und ihr gesellschaftlicher Absturz ist geradezu vorprogrammiert. Gut, ein paar werden gewusst haben, mit was sie da handeln. Und rechtzeitig in Immobilien oder ein Bett aus purem Gold investiert haben, statt in heiße Luft. Aber was ist mit den anderen? Was machen diese armen Menschen? Plötzlich ohne Hausangestellte, ohne Kindermädchen, ohne Sekretärin, ohne Fahrer. Die Kinder sind auch nicht länger im Internat, dafür reicht das Geld nicht mehr. So sitzen sie alle zusammen morgens vor leeren Tellern. Natürlich würde die Stütze vom Staat reichen, diese Teller halbwegs zu füllen, aber woher bekommt man die Stütze? Und woher die Nahrungsmittel? Und wie bereitet man sie zu? Die Erinnerung an die eigene Kindheit ist schon reichlich verschwommen.</p>
<p>Ja, damals ist die Mutter aus dem Haus gegangen, und mit vollen Einkaufstüten zurückgekehrt. Aber wo sie genau war, das ist längst vergessen. Und die Eier hat sie irgendwie in einen Topf mit Wasser gelegt. An mehr erinnert sich auch die Frau des Managers nicht mehr.</p>
<p>Diese Menschen müssen noch einmal ganz neu alles lernen. Sie müssen von vorne anfangen. Kein Fahrer, der sie zur Agentur für Arbeit fährt. Niemand, der ihnen sagt, wie ihre Kinder heißen und wann sie Geburtstag haben. Schon bald verlässt die Frau den Manager, und lässt auch die Kinder zurück, denn eine echte Beziehung zu den Kleinen hatte sich da sowieso nie wirklich aufgebaut. Sie sucht sich einen anderen Manager, einen, der mehr Glück hatte. Und nun gesellt sich zum Hunger die Einsamkeit. Und Freund Alkohol lauert schon. Aber auch hier stellt sich zuerst die Frage, wo der zu kriegen ist. So eine Hausbar ist schnell ausgetrunken, wenn niemand sie auffüllt. Am Ende werden diese armen, geschassten Manager zu einem Problem für die Gesellschaft. Sie werden verrückt oder laufen Amok, die Kinder werden kriminell, und am Ende legen sie sich die Manager zum letzten Schlaf auf Bahngleise und wir alle müssen für die Behandlung traumatisierter Zugführer aufkommen. Das darf nicht sein! Wir müssen diesen Menschen jetzt die Hand reichen. Und dazu nun hier unsere Geschäftsidee: Einen Kurs an der Volkshochschule zu geben, ist bereits für viele Menschen ein angenehmer Nebenverdienst. Allerdings musste man dafür bisher die nötigen Qualifikationen nachweisen können. Das fällt nun weg, denn die Qualifikation (einfach leben) bringt ja fast jeder Normalsterbliche mit. Ein Lehrplan ist schnell geschrieben. Was ist ein Supermarkt, wie liest man einen Busfahrplan, wie bedient man einen Herd oder eine Waschmaschine? All das könnten mögliche Inhalte sein. Moment, wird nun mancher sagen, wenn die jetzt so arm sind, werden sie sich wohl kaum einen Kurs an der Volkshochschule leisten können und wollen.</p>
<p>Der Einwand ist durchaus berechtigt. Der Gang zum Amt muss daher auf dem Lehrplan ganz oben stehen. Man sollte dann natürlich darauf achten, dass die Ex-Manager dieses Geld nicht gleich wieder in windige Geschäfte stecken, sondern zunächst mal in den Kurs investieren. Und wo erreicht man nun diese verarmten Manager mit dem Kurs-Angebot? Sie müssen ja zuerst davon erfahren, um buchen zu können. Nun, von Verbrechern weiß man, dass es sie zum Tatort ihres Verbrechens zurückzieht. Bei den Managern reicht also ein Aushang in den Bankenvierteln unserer Großstädte völlig aus.  GAH</p>
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		<title>Die Blender-Agentur</title>
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		<pubDate>Sat, 31 Jan 2009 22:25:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>annika</dc:creator>
				<category><![CDATA[geschäftsidee]]></category>
		<category><![CDATA[2009-02]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir bleiben optimistisch, trotz allem! Auch in düsteren Zeiten bleibt der Aufschwung machbar. Wir brauchen nur gute Ideen und ein bisschen Mut. Stadtkind hilft mit monatlichen Vorschlägen für die ausgekochte Geschäftsidee, damit vielleicht doch noch alles gut wird. Jetzt erst recht! Kleine Männer haben es schwer. Sie werden einfach nicht so wahrgenommen wie die großen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir bleiben optimistisch, trotz allem! Auch in düsteren Zeiten bleibt der Aufschwung machbar. Wir brauchen nur gute Ideen und ein bisschen Mut. Stadtkind hilft mit monatlichen Vorschlägen für die ausgekochte Geschäftsidee, damit vielleicht doch noch alles gut wird. Jetzt erst recht!</p>
<p>Kleine Männer haben es schwer. Sie werden einfach nicht so wahrgenommen wie die großen Exemplare ihres Geschlechts. Man diffamiert sie in Randgruppenbeleidigungen, nur weil sie (wie viele andere auch) große Hunde mögen, so geschehen in der letzten Stadtkind-Ausgabe, der Türsteher vor der Disko fragt nach ihren Ausweisen, die Frauenwelt wendet sich ab (in fast allen Kontaktanzeigen muss der Mann groß sein). Der kleine Mann hat  tatsächlich nur zwei Chancen, die Liebe seines Lebens zu finden. Erstens kann er Glück haben, und zufällig eine sehr kleine Frau kennen lernen. Zweitens kann er über den Umweg der Karriere so erfolgreich werden, dass für die Frauen die Körpergröße keine Rolle mehr spielt. Der kleine Mann ist also eigentlich dazu verdammt, erfolgreich zu sein. Auch wenn man ihm dann manchmal böswillig eine Profilneurose unterstellt. Er hat gar keine andere Wahl.</p>
<p>Putin zum Beispiel ist nur 1,70m groß, Medwedew sogar nur 1,62m, Gerhart Schröder misst 1,72m, Sylvester Stallone ebenfalls. Aber sie haben durchaus Chancen bei den Frauen. Vielleicht waren sie alle ihr Leben lang nur auf der Suche nach Liebe. Und waren und sind deswegen mächtig oder erfolgreich geworden. Nun kann nicht jeder kleine Mann erfolgreich werden. Sie haben es von Anfang an schwer. Das beginnt schon in der Schule. Ihre Meldungen werden bereits in der Grundschule schlicht übersehen, folglich sind die mündlichen Noten miserabel, ruckzuck landet dann so ein kleiner Mensch auf der Hauptschule und die rettende Karriere rückt in weite Ferne. Dann stehen diese kleinen Männer in der Disko, sind eigentlich ganz feine Kerle, aber werden von der Frauenwelt ignoriert. Meistens sind sie über die Jahre auch noch schüchtern geworden, sodass sie sich noch dazu niemals trauen würden, eine Frau anzusprechen.</p>
<p>Dabei wären sie vielleicht ganz angenehme Gesprächspartner, hätten möglicherweise Humor, würden Verantwortung für die gemeinsamen Kinder übernehmen, würden sich ein Bein ausreißen für die Frau ihres Herzens, würden sie unter allen Umständen und auf jeden Fall glücklich machen. Wenn sie nur Gelegenheit hätten, einen ersten Kontakt herzustellen. Nun könnte man hier anregen, eine Singlebörse speziell für kleine Männer einzurichten.</p>
<p>Dort könnten dann gezielt kleine Frauen, und große Frauen, die sich trotzdem für kleine Männer interessieren, auf die Suche gehen. Auch eine Geschäftsidee, und sie ist hiermit gerne preisgegeben. Aber diese Idee hilft ja nicht jenen Frauen, die ihr Leben lang auf der Suche nach dem Mr. Right den großen Männern hinterherlaufen und dann reihenweise enttäuscht werden. Es braucht eine Geschäftsidee, die all diesen Frauen ermöglicht, über ihren Schatten zu springen, sie zwingt, sich auch mal mit einem kleinen Mann zu unterhalten, sie quasi zunächst hintergeht, damit sie danach glücklich werden können. D.h. es braucht eine Geschäftsidee, die den kleinen Männern hilft, die Frauenwelt zu blenden. Wie wäre es also mit einer Blender-Agentur. Dort können sich kleine Männer für einen Abend eine Luxuslimousine und diverse Bodyguards mieten, große Männer in schwarzen Anzügen mit dunkeln Sonnenbrillen.</p>
<p>Diese Agentur ruft auch in der Zieldisko an und vermittelt, dass der Geschäftsführer unseren kleinen Mann mit Handschlag begrüßt. Sie muss in der jeweiligen Stadt dazu natürlich einige Promis unter Vertrag haben, die unseren kleinen Mann im Vorbeigehen grüßen. In Hannover grüßen dann zwar lediglich Klaus Meine und Mousse T., aber das ist ja auch schon was. Ganz sicher bekommt der kleine Mann so Gelegenheit, mit recht vielen Frauen ins Gespräch zu kommen. Er sollte dann aber genau diese Frauen ignorieren. Und die Augen offen halten nach jenen Frauen, die zwar interessiert gucken, aber nicht gleich seine Nähe suchen. Unter dieser Sorte könnte dann eine sein, die mit ihm später über den netten Spaß lacht.</p>
<p>Und Lachen öffnet ja bekanntlich die Herzen.</p>
<p>GAH</p>
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		<title>Party-Animal</title>
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		<pubDate>Thu, 23 Oct 2008 15:55:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Karsten Violka</dc:creator>
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		<category><![CDATA[2008-10]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist mal wieder soweit. Der Aufschwung kommt nicht fühlbar an. Ideen müssen her, tragfähige Konzepte, Erfolgsmodelle. Jetzt sofort! Und Stadtkind hilft gerne. An dieser Stelle machen wir monatlich Vorschläge, wie vielleicht doch noch alles gut wird. Es ist ein sehr unangenehmes Gefühl, wenn man auf einer Party war, und danach die Leute über einen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist mal wieder soweit. Der Aufschwung kommt nicht fühlbar an. Ideen müssen her, tragfähige Konzepte, Erfolgsmodelle. Jetzt sofort! Und Stadtkind hilft gerne.</p>
<p>An dieser Stelle machen wir monatlich Vorschläge, wie vielleicht doch noch alles gut wird. Es ist ein sehr unangenehmes Gefühl, wenn man auf einer Party war, und danach die Leute über einen reden, weil man sich mal wieder total daneben benommen hat. Zwar gilt es in gewissen Kreisen als schick, gerade als Gastgeber Tagesvollster zu sein, auf den Tischen zu tanzen, mit der Plattensammlung Frisbee zu spielen, den Hund mit Sekundenkleber an der Decke zu befestigen, sich ins Aquarium zu erbrechen und auch sonst keinen Spaß auszulassen, um dann am nächsten Morgen nur mit Toilettenpapier spärlich bekleidet in der Badewanne aufzuwachen und denjenigen zu bedauern, dessen Wohnung man derart verwüstet hat, bis einem allmählich schwant, dass es die eigenen vier Wände sind. Wie gesagt, in manchen Kreisen wird dann anerkennend mit dem Kopf genickt und es fallen Begriffe wie Partylöwe oder Dancing-Animal. In anderen Kreisen gilt es dagegen schon als Fauxpas, mit dem Stuhl umzukippen oder mit der Sprache etwas nachlässiger zu werden. Wie auch immer der Freundes- und Bekanntenkreis nun die Grenzen zieht, es ist immer gut, wenn jemand auf der Party ist, der sich noch ein bisschen mehr daneben benimmt, als man selbst, denn im Nachhinein werden die Leute über ihn sprechen und seine Ausfälle in Erinnerung behalten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Und genau das ist in diesem Monat unsere Geschäftsidee: Entweder man bietet sich selbst als Ein-Mann-Unternehmen zur Party-Begleitung an, oder man geht es gleich eine Nummer größer an und gründet eine Agentur, die Party-Begleitungen vermietet. Wichtig ist in beiden Fällen, dass die Geschichte zur Party-Begleitung stimmt. Denn wenn man jemanden mitbringt, der eigentlich nicht eingeladen ist, dann fällt das Fehlverhalten dieses Menschen auf einen selbst zurück. Also gehört zur Vermietung immer folgende Geschichte: Die Begleitung ist ein alter Schulfreund oder eine alte Schulfreundin deines Chefs und unerwartet einen Tag früher aus Bielefeld zu Besuch angereist. Dein Chef ist gerade noch im Ausland, und er hat dich telefonisch gebeten, ihm oder ihr für den einen Tag ein bisschen Gesellschaft zu leisten. Mit dieser Geschichte ist der Kunde auf jeden Fall raus aus der Nummer, für seine Begleitung in die moralische Pflicht genommen zu werden. Er kann nach Herzenslust feiern, der Gastgeberin an den Busen grabschen, weil er sich sicher sein kann, dass sein Begleiter ihr kurz darauf in den Schritt fassen wird, er kann sich im Nichtraucher-Zimmer eine Zigarette anstecken, weil sein Begleiter dort kurze Zeit später eine Zigarre rauchen wird, und so weiter. Party ohne Ende ohne Reue und üble Nachrede. Alles, was so eine Party-Begleitung mitbringen sollte, ist eine ausreichende Trinkfestigkeit und ein dickes Fell, denn im Zweifel droht ihm sogar körperliche Gewalt. Die Bezahlung der Dienste sollte entsprechend der notwendigen Entgleisungen angepasst werden. Sich ins Aquarium zu erbrechen, bedeutet natürlich viel mehr Ärger, als einfach nur mit dem Stuhl umzukippen.</p>
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		<title>Diätbrühe</title>
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		<pubDate>Thu, 23 Oct 2008 14:43:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Karsten Violka</dc:creator>
				<category><![CDATA[geschäftsidee]]></category>
		<category><![CDATA[2008-11]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist mal wieder soweit. Der Aufschwung kommt nicht fühlbar an. Ideen müssen her, tragfähige Konzepte, Erfolgsmodelle. Jetzt sofort! Und Stadtkind hilft gerne. An dieser Stelle machen wir monatlich Vorschläge, wie vielleicht doch noch alles gut wird. Dem Jugend- und Schlankheitswahn ist es zu verdanken, dass Frauenzeitungen mit diversen Diät-Tipps und Gesprächskreise für Bulimiegeschädigte ab [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist mal wieder soweit. Der Aufschwung kommt nicht fühlbar an. Ideen müssen her, tragfähige Konzepte, Erfolgsmodelle. Jetzt sofort! Und Stadtkind hilft gerne. An dieser Stelle machen wir monatlich Vorschläge, wie vielleicht doch noch alles gut wird.</p>
<p>Dem Jugend- und Schlankheitswahn ist es zu verdanken, dass Frauenzeitungen mit diversen Diät-Tipps und Gesprächskreise für Bulimiegeschädigte ab 9 Jahren gerade genauso boomen, wie Internetfirmen, die Entwässerungspillchen  anbieten. Deutschland nimmt ab oder will abnehmen oder hat es sich im nächsten Jahr zumindest fest vorgenommen. Nun können wir lange darüber streiten, ob dieser Trend gut und gesund ist und ob Geschäfte mit diesem Trend moralisch zu verurteilen sind. Aber in dieser Rubrik geht es ums Geldverdienen, und da hat die Moral bekanntlich wenig Chancen, ein Wörtchen mitzureden. Also lassen wir sie mal beiseite. Und außerdem wollen wir immerhin ein handfestes Produkt anbieten. Da könnten sich etliche Bänker mal ein Beispiel dran nehmen. Was wäre schöner für all die Mädels mit dem Finger im Mund, als ein Produkt, das gesund ist, die Haut bräunt und schlank macht? Gar nichts, ganz genau.</p>
<p>Was der angehende Geschäftsmann braucht, ist zunächst nichts weiter als herkömmliche Gemüsebrühe in Pulverform. Die gibt’s im Supermarktregal günstig zu kaufen. Für unseren Zweck reicht die billigste aus dem untersten Regal. Weil klar ist, dass unser Produkt reißenden Absatz finden wird, kann man sich auch gleich mehrere Paletten aus dem Großmarkt besorgen. Zusätzlich braucht man Mohrrüben, und zwar ebenfalls reichlich. Mit diesen zwei Zutaten ist man schon ein großes Stück weiter. Die Mohrrüben putzen und in kleine Stücke schneiden, die Hälfte der Brühe durch die Rübenschnitzel ersetzen, schon kann man zwei der Vorteile unseres Produkts mit voluminösen Buchstaben auf das Etikett schreiben. Gemüsebrühe ist gesund. Und die Karotten unterstützen den natürlichen Selbstbräunungseffekt (durch natürliches Karotin). Eigentlich würde das schon reichen, denn wenn man den Kunden jetzt noch rät, sich eine Weile ausschließlich von dieser Brühe zu ernähren, nehmen die sicher auch ein bisschen ab. Aber das zu erklären ist viel zu kompliziert, und außerdem müsste der Kunde sich an die Brühe-Diät halten. Was der Kunde nicht tun wird. Sein Übergewicht hat ja einen Grund – Disziplin bei der Nahrungsaufnahme wird nicht zu seinen herausragenden Eigenschaften gehören. Also muss eine weitere Zutat her, die für eine schnelle Gewichtsabnahme sorgt. Mit dieser weiteren Zutat hat es zu tun, dass unser Angebot höchstens eine Lebenszeit von 4 Monaten haben darf. Spätestens dann muss das Konto für die Überweisungen aufgelöst und die Angebotsseite im Internet gelöscht sein.</p>
<p>Wer ganz sicher gehen will, klaut sich vorher einen Pass und eröffnet das Konto unter falschem Namen. Denn die geheime Zutat, die man auf dem Etikett am besten als B-Formel bezeichnet, das sind die Eier des Bandwurms. Die bekommt man ganz einfach im Internet. Mit diesen Eiern ist die Gewichtsabnahme garantiert. Liegt das Produkt versandfertig bereit, kann man sich daran machen, alle Internetforen zum Thema Diäten und Essstörungen abzuklappern und dort seinen Erfahrungsbericht zu hinterlassen: „Ich habe die Diätbrühe ausprobiert, und ich habe nicht nur in wenigen Wochen einige Kilo verloren, ich bin auch richtig schön braun geworden. Und das mit nur einer Tasse am Tag.“ Dazu die Internet-Adresse mit dem Angebot, und innerhalb weniger Tage werden Tausende von kaum skeptischen Diät-Junkies dem mutigen Geschäftsmann das Produkt förmlich aus der Hand reißen. Und wenn man ganz viel Glück hat, macht sogar die BILD eine Meldung zur neuen Wunderdiät. Spätestens bei der zweiten Meldung zu den Wurmeiern in der Brühe sollte man sich dann aber ins Ausland abgesetzt haben.</p>
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		<title>Polemiker</title>
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		<pubDate>Thu, 28 Aug 2008 11:54:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Karsten Violka</dc:creator>
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		<category><![CDATA[2008-06]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist mal wieder soweit. Der Aufschwung kommt nicht fühlbar an. Ideen müssen her, tragfähige Konzepte, Erfolgsmodelle. Jetzt sofort! Und Stadtkind hilft gerne. An dieser Stelle machen wir monatlich Vorschläge, wie vielleicht doch noch alles gut wird. Es ist heutzutage nicht mehr so leicht für die Damen und Herren aus den etablierten Parteien, mal richtig [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist mal wieder soweit. Der Aufschwung kommt nicht fühlbar an. Ideen müssen her, tragfähige Konzepte, Erfolgsmodelle. Jetzt sofort! Und Stadtkind hilft gerne. An dieser Stelle machen wir monatlich Vorschläge, wie vielleicht doch noch alles gut wird.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;">Es ist heutzutage nicht mehr so leicht für die Damen und Herren aus den etablierten Parteien, mal richtig Dampf abzulassen. Zu schnell entfährt einem an unpassender Stelle ein falsches Wort und schon stürzen sich die Medien wie die Geier auf den Unvorsichtigen und zerreißen ihn vor laufender Kamera. Selbst in den Niederungen der Kommunalpolitik muss man inzwischen aufpassen, was man sagt. Denn immerhin ist man auch hier Parteimitglied, ist Teil eines Größeren, und sollte darum auf seine Worte achten. Da sagt man ein einziges Mal, dass man die meisten Hartz IV-</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Empfänger für arbeitsscheue Gesellen hält, schon ist die politische Karriere versaut. Oder dass die Rentner allmählich genug Puderzucker in den Hintern bekommen hätten, oder dass der Türke an sich gar kein Interesse daran hat, sich zu integrieren, oder dass die meisten Schüler dumm wie Brot sind, oder dass Arbeitnehmer, die auf die Barrikaden gehen, weil sie eine halbe Stunde in der Woche mehr arbeiten sollen, eigentlich nach Afrika ausgewiesen werden müssten, oder dass die Todesstrafe für manche Straftäter doch ganz angemessen wäre. Und so weiter. Sprüche eben, die manchmal einfach so einem Politiker entgleiten, wenn er kurzzeitig vergisst, dass es nicht darum geht zu sagen, was er wirklich denkt. Sprüche, die seinen wahren Charakter verraten, die zeigen, wie vorurteilsbehaftet und rückständig er wirklich ist. Sprüche, bei denen die Medien zu Recht empfindlich reagieren. Aber diese Empfindlichkeit hat inzwischen zu einer Vorsichtigkeit auf der Politiker-Seite geführt, die verhindert, dass Politiker überhaupt noch etwas sagen. Keiner lehnt sich mehr aus dem Fenster und so sitzen wir gelangweilt vor den Fernsehern, wenn sie sich in den üblichen Runden treffen, um sich gegenseitig leere Floskeln an den Kopf zu werfen. Damit ist jetzt Schluss. Denn wir haben eine Geschäftsidee, die gerade in den Talkrunden Deutschlands für einigen frischen Wind sorgen wird: Hol Dir einen Gewerbeschein und werde „Polemiker“. Bleib parteilos und lass Dich auf Honorarbasis buchen. Du wirst sehen, der Bedarf wird ungeheuer sein. Dann setzt Du Dich breit lächelnd in alle möglichen Gesprächsrunden und bist der eine, der kein Blatt vor den Mund nimmt. Du kannst dabei eigentlich sagen, was immer Dir in den Sinn kommt, Du kannst jeden erdenklichen Schwachsinn verzapfen, denn Dir geht es ja nicht um echte Standpunkte, sondern schlicht und ergreifend um ein gutes Honorar für eine gute Show. Du kannst gegen die Ehe unter Homosexuellen sein, Du kannst sagen, dass es alle Moslems böse meinen, Du kannst die Kastration von Triebtätern fordern, Du kannst die Frauen zurück an den Herd wünschen. Und wenn Dir die Ideen ausgehen, dann gehst Du in die nächste Kneipe und schaust dem Volk auf den Mund. Oder Du rufst den Koch an, der hat immer ein paar schöne Ideen in der Richtung und immerhin hat er eine ganze Weile mit genau dieser Masche jede Menge Geld verdient.  GAH</p>
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		<title>Arbeitsplatz-Briefer</title>
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		<pubDate>Thu, 28 Aug 2008 10:01:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Karsten Violka</dc:creator>
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		<category><![CDATA[2008-07]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist mal wieder soweit. Der Aufschwung kommt nicht fühlbar an. Ideen müssen her, tragfähige Konzepte, Erfolgsmodelle. Jetzt sofort! Und Stadtkind hilft gerne. An dieser Stelle machen wir monatlich Vorschläge, wie vielleicht doch noch alles gut wird. Was macht eigentlich jemand, den dieser ganze Mist nicht interessiert? Der abends zu Hause den Fernseher gleich nach [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Es ist mal wieder soweit. Der Aufschwung kommt nicht fühlbar an. Ideen müssen her, tragfähige Konzepte, Erfolgsmodelle. Jetzt sofort! Und Stadtkind hilft gerne. An dieser Stelle machen wir monatlich Vorschläge, wie vielleicht doch noch alles gut wird. </strong></p>
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<p style="margin-bottom: 0cm;">Was macht eigentlich jemand, den dieser ganze Mist nicht interessiert? Der abends zu Hause den Fernseher gleich nach den Nachrichten wieder ausschaltet und ein gutes Buch zur Hand nimmt oder sich dem Bau seiner Modelleisenbahn widmet? Der lieber seine Briefmarkensammlung sortiert oder versucht, Hebräisch zu lernen? Der auf der Arbeit nicht mitreden kann, weil er nicht weiß, wer Topmodel oder Superstar geworden ist oder wer den Raab geschlagen hat?</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Was macht einer, der sich nicht dafür interessiert, dass irgendwelche Idioten versuchen, in Spanien ein neues Leben anzufangen und die sich, dort angekommen, darüber wundern, dass man in diesem Land tatsächlich Spanisch spricht? Was kann so jemand machen, um nicht unangenehm aufzufallen? Immerhin interessieren sich auf der Arbeit fast alle für diesen ganzen Mist.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Die BILD lesen? Gut, das wäre eine Möglichkeit, aber für manche Menschen ist die Lektüre dieser Zeitung körperliche Qual. Wie kann man solchen Menschen helfen? Denn sie brauchen Hilfe. Ganz schnell wird man ohne ein gewisses Grundwissen über den täglichen Mist auf der Arbeit zum Außenseiter. Zumal wenn man versucht, mit den Kollegen über seine Modelleisenbahn ins Gespräch zu kommen. Oder wenn herauskommt, dass man auf der Toilette heimlich Rilke liest. Die Kollegen tuscheln dann hinter dem Rücken des Außenseiters, sie denken sich vielleicht grobe Späße aus, verbrennen irgendwann seinen Rilke im Mülleimer. Ein Mist-Verweigerer wird schnell zum Mobbing-Opfer.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Was diesen Menschen fehlt, ist eine Art Vorsager, ein Service, den man vor der Arbeit anrufen kann, um sich kurz und bündig einige Tipps für die Konversation im Büro abzuholen. Ein solcher Service muss nicht grundlegend über alles informieren, er muss dem Klienten lediglich auf den Weg geben, was er in bestimmten Gesprächssituationen sagen muss, um zu signalisieren: &#8220;Ich bin einer von euch.&#8221; Wenn sich zum Beispiel das Gespräch um Heidi Klums Germanys next Top Model dreht, so muss der Service folgenden Satz vorschlagen: &#8220;Das war doch eh klar, dass die Jenni gewinnt.&#8221; Wenn es um den Superstar geht, heißt der &#8220;Ich-weiß-Bescheid&#8221;-Satz: &#8220;Okay, der Godoj war ja von Anfang an der Favorit, aber der Maalouf war auch gar nicht so schlecht.&#8221; Und bei Schlag den Raab: &#8220;Ich hätte nicht gedacht, dass der Olufeni nach der Klatsche im Wasser doch noch gewinnt.&#8221;</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Für so einen Service braucht man Menschen am Fernseher und ein Callcenter, um die vielen Tausend Anrufe in der Stoßzeit kurz vor Schichtbeginn zu bewältigen. Hier sind einige Investitionen gefragt, aber die Nachfrage wird gewaltig sein, so dass sich das Risiko in Grenzen hält. Wir wünschen viel Glück.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Und nicht vergessen, die Menschen am Fernseher sollte man erstens gut bezahlen und zweitens sollte man ihnen spätestens nach drei Tagen jeweils drei Tage Urlaub gönnen, sonst ist die dauerhafte Verblödung vorprogrammiert, Arbeitsunfähigkeit ist die Folge und das zahlt ganz sicher keine Versicherung.</p>
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<p style="margin-bottom: 0cm;">GAH</p>
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		<title>Agentur Quasimodo</title>
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		<pubDate>Mon, 18 Aug 2008 14:48:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Karsten Violka</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es ist mal wieder soweit. Der Aufschwung kommt nicht fühlbar an. Ideen müssen her, tragfähige Konzepte, Erfolgsmodelle. Jetzt sofort! Und Stadtkind hilft gerne. An dieser Stelle machen wir monatlich Vorschläge, wie vielleicht doch noch alles gut wird. Es ist ein Kreuz, wenn man nicht dem entspricht, was heutzutage auf den Laufstegen dieser Welt als schön [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="margin-bottom: 0cm;">Es ist mal wieder soweit. Der Aufschwung kommt nicht fühlbar an. Ideen müssen her, tragfähige Konzepte, Erfolgsmodelle. Jetzt sofort! Und Stadtkind hilft gerne. An dieser Stelle machen wir monatlich Vorschläge, wie vielleicht doch noch alles gut wird.</p>
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<p style="margin-bottom: 0cm;">Es ist ein Kreuz, wenn man nicht dem entspricht, was heutzutage auf den Laufstegen dieser Welt als schön empfunden wird. Natürlich kann man sich dem allgegenwärtigen Diktat der Mode und des Körperkults entziehen, kann sogar mahnend den Zeigefinger erheben, weil man mager- und heroinsüchtige Models nicht attraktiv, sondern bedauernswert findet. Aber letztlich steht man dann doch morgens vor dem Spiegel, zerrt betroffen an den Bauchlappen oder massiert das Doppelkinn und findet sich einfach irgendwie zu dick. Denkt sich, alles schön und gut, mein Charakter ist im Großen und Ganzen in Ordnung und mein Humor ist auch kein schlechter, aber das erfährt leider niemand, weil niemand je auf die Idee kommt, auch nur eine Minute länger als nötig mit mir zu verbringen. Da kann man noch so oft zu den Trionauten rennen und sich stylische Strähnchen machen lassen oder eine Flasche Wasser durch die Gegend tragen, um den Supermodels zumindest in einer Angewohnheit ähnlich zu sein, man bleibt ein hässliches Menschlein. Zu klein, zu dick, die Nase zu groß, die Haut zu unrein. In jeder Kneipe und jeder Disko geht man schlicht unter, neben all den hochgezüchteten Super-Models, die nur noch nicht entdeckt worden sind. Ein schwacher Trost, dass diese hübschen Menschen wahrscheinlich alle arbeitslos sind und nur deswegen ausreichend Zeit für Sonnenbank und Fitnessstudio haben. Schnell steckt man in der tiefsten Depression, verbringt die Tage lieber vor dem Fernseher und erfreut sich daran, dass sich in den täglichen Talkshows Menschen zur Schau stellen, die doch noch ein bisschen hässlicher sind als man selbst. Wie schön wäre es, wenn all diese hässlichen Talkshow-Menschen mal in der eigenen Stammkneipe wären. Dann wäre man mal nicht der kaum wahrgenommene kleine Gnom. Dann wäre man der Hübscheste unter den Hässlichen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Es soll sie geben, dem Gerücht nach mehr Frauen als Männer, die sich ihre Freunde nach genau diesem Prinzip aussuchen. Bist Du hässlich, dann umgebe Dich mit Menschen, die noch ein gutes Stück hässlicher sind. Im Vergleich zu den anderen bist Du dann zumindest verhältnismäßig schöner. Und das kann bei der Partnersuche durchaus entscheidend sein. Nun ist die Suche nach hässlichen Freunden ein mühsames Geschäft. Je hässlicher die Natur einen gemacht hat, desto schwieriger ist es, noch hässlichere Menschen aufzutreiben, neben denen man mal gut aussehen kann. Und hier haben wir eine Geschäftsidee, die Abhilfe schaffen könnte. Eine Agentur, die hässliche Freunde vermietet. Das Geschäft ist dem einer Model-Agentur nicht unähnlich. Auch hier müsste es eine Kartei geben mit all den Quasimodos. Die Kunden heißen dann freilich nicht Karl Lagerfeld, sondern Lisa Müller und die Models kosten nicht ganz so viel Geld. Ein Kunde wählt aus der Kartei drei oder vier Begleiter für den Abend in der Kneipe oder Disko (selbstverständlich zahlt er auch alle Getränke), natürlich fachkundig beraten, damit sich der Hässliche auch richtig einschätzt, also sich nicht für zu schön oder auch zu hässlich hält. Wenn er die eigenen Qualitäten überbewertet, kann das am Ende heißen, dass er doch der Hässlichste unter den Hässlichen ist. Findet er sich zu hässlich, ist der Abstand zwischen ihm und den anderen vielleicht zu groß – und der potentielle Partner fürs Leben fragt sich, was denn dieser eigentlich doch gar nicht so schlecht aussehende Mensch unter all diesen Freaks zu suchen hat. Für unseren Existenzgründer, der diese Idee aufgreift, geht es also um mehr als das bloße Ansprechen von hässlichen Menschen auf der Straße, um sie in die Kartei zu bekommen (ohne dabei etwas auf die Fresse zu kriegen). Es geht um ein feines Gefühl für die Zusammenstellung, um Menschenkenntnis, um den richtigen Blick. Genau davon wird die Erfolgsquote abhängig sein. Wir wünschen viel Glück!</p>
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