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	<title>STADTKIND - hannovermagazin &#187; dr. süden</title>
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		<title>der arztroman in extra großer schrift</title>
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		<pubDate>Mon, 31 May 2010 22:00:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[dr. süden]]></category>

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		<description><![CDATA[Das große Finale!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #808080;"><strong>Dr. Sebastian Süden spürte, dass ihm der Schweiß auf die Stirn trat, und einen Moment lang war er darüber so erstaunt, dass er den Faden verlor. Seit wann kam er bei einem öffentlichen Vortrag ins Schwitzen? Er, der bereits vor hunderten Leuten, eine Hand locker in der Tasche, charmant doziert hatte? Sein Blick streifte kurz den Bürgermeister, der ihm auffordernd und freundlich zunickte, so als wolle er ihm Mut machen. Lächerlich! Das war einfach lächerlich! Niemand von diesen Leuten dort unten musste ihm Mut machen. Dr. Sebastian Süden erinnerte sich an die kleine Rede, die er für diesen Anlass vorbereitet hatte. Gab es irgendetwas, das er noch zu verlieren hatte? Warum sollte er nicht einfach sagen, was er über dieses ganze kleingeistige, erzkatholische Volk dachte?</strong></span></p>
<p><span style="color: #808080;"><strong>„In den letzten Tagen ist mir einiges klar geworden&#8221;, sagte er und räusperte sich. „Ich glaube, ich habe in meinem Leben vieles falsch gemacht.&#8221; Vereinzelt wurde vergnügt gelacht. Dr. Sebastian Süden hob verwundert die Augenbrauen. Dann verstand er. Sie konnten sich nicht vorstellen, dass er einen Fehler machte. Nicht wenige seiner Gäste hatten auf seinem Operationstisch gelegen, hatten ihm ihr Leben anvertraut. Er würde ihnen jetzt sagen, wer er war. Sie würden sich wundern. Nein, er würde sie nicht beleidigen. Er würde ihnen einfach nur die Wahrheit sagen. Maria stand nun weiter vorne, fast in der ersten Reihe, und Dr. Süden sah mit Erstaunen, dass sie ebenfalls lachte. Doch sie lachte nicht wie die anderen. Die Genugtuung stand ihr ins Gesicht geschrieben. Sie schien sehr zufrieden mit dem, was er gerade gesagt hatte. Und in diesem Augenblick meinte er, ihren Plan zu durchschauen. Sie hatte nichts vorbereitet, keine Rede, keinen Brief an die Gäste.</strong></span></p>
<p><strong>Sie hatte es von Anfang an darauf abgesehen, dass er sich ganz von allein bloßstellen würde. Dr. Sebastian Süden lächelte. Alles fügte sich nun für ihn zusammen. Er suchte Marias Blick. Und als sie ihn lächeln sah, versteinerte sich ihre Miene. Nichts würde geschehen, wenn er einfach zu allem schwieg.</strong></p>
<p><span style="color: #808080;"><strong>„Ich hätte viel früher auf die Idee kommen müssen, eine meiner Geburtstagsreden zum Anlass zu nehmen, um meiner Frau zu danken. Sie hat diese Feier organisiert. Wir sollten ihr gemeinsam danken.&#8221; Er wartete, bis der Applaus leiser wurde. „Und damit will ich es für heute auch schon bewenden lassen und Ihrem und eurem Hunger nicht mehr im Wege stehen. Das Buffet ist eröffnet. Guten Appetit und eine schöne Feier.&#8221;</strong></span></p>
<p><span style="color: #808080;"><strong>Dr. Sebastian Süden genoss den Applaus, während er beobachtete, wie Maria die Treppen zur Bühne hinaufhastete, einen Kasten vom Bühnenrand griff und zu ihm kam. Er breitete die Arme aus, und es schien fast so, als würde sie mitspielen. Doch Maria blieb vor ihm stehen.</strong></span></p>
<p><span style="color: #808080;"><strong>„Das war nur Plan B, mein Lieber&#8221;, zischte sie ihm ins Ohr. „Aber es ist noch nicht vorbei. Sieh mal an die Decke. Siehst du die Luftballons in dem Netz? Siehst du die Briefumschläge, Sebastian? Unsere Gäste werden heute noch eine nette Überraschung erleben.&#8221; Dr. Süden erstarrte, als er die Briefe an den Luftballons entdeckte. „Und jetzt hast du wieder Angst. Wirst dich sicher gleich doch noch schnell durch die Hintertür verdrücken, oder?&#8221; fragte sie. „Du bist nichts wert, Sebastian. Du bist einfach nichts wert. Und du hast nichts verstanden. Sophie hat so geweint, als ich ihr erzählt habe, dass wir uns trennen. Und ich habe auch geweint. Wir haben alle geweint. Diese Rede gerade, das war deine letzte Chance. Ich wollte so gerne ein einziges Mal die Wahrheit aus deinem Munde hören. Jetzt ist es vorbei, Sebastian. Du wirst die Kinder nie mehr wieder sehen.&#8221; Sie machte sich von ihm los. „Warte, ich habe noch ein Geschenk für dich. Nur eine Kleinigkeit.&#8221; Sie trat zum Mikrofon und verschaffte sich Gehör. „Mein Vater hat mir vor ein paar Jahren diesen Kasten hier in die Hand gedrückt&#8221;, sagte sie und reichte ihn Dr. Süden. „Er hat gesagt, dass die beiden alten Duellpistolen darin für ihn immer wie zwei gute Freunde waren, die ihn stets daran erinnert haben, dass man manchmal Entscheidungen treffen muss in seinem Leben und dass man dafür einstehen muss, was man getan hat. Deswegen waren diese beiden Pistolen immer geladen. Und sie sind es noch. Ich möchte diese Pistolen heute meinem Mann schenken. Denn ich glaube, er kann sie wirklich gut gebrauchen.&#8221; Dr. Sebastian Süden nahm eine der Pistolen heraus und betrachtete sie von allen Seiten. „So, jetzt kannst du wegen mir verschwinden&#8221;, zischte Maria. „Niemand wird dich vermissen.&#8221; Dr. Sebastian Süden nickte und lächelte, dann richtete er die Pistole gegen seine Schläfe und drückte ab.</strong></span></p>
<p><span style="color: #808080;"><strong>Ende!!!</strong></span></p>
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		<title>der arztroman in extra großer schrift</title>
		<link>http://www.stadtkind-hannover.de/2010/05/der-arztroman-in-extra-groser-schrift-5/</link>
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		<pubDate>Fri, 30 Apr 2010 22:00:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[dr. süden]]></category>
		<category><![CDATA[2010-05]]></category>

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		<description><![CDATA[Er wollte das alles hinter sich bringen. Er sprach mit irgendwelchen Leuten, nickte beiläufig anderen zu. Er hörte kaum hin, was sie sagten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Und dann sah Dr. Sebastian Süden Maria. Sie stand etwas abseits, sprach mit ein paar Leuten vom Personal, gab Anweisungen, aber ihr Blick ruhte dabei unentwegt auf ihm. Sie ließ ihn nicht aus den Augen. Das Raubtier hat seine Beute ins Visier genommen, dachte Dr. Süden. Aber Marias Blick glich nicht dem eines Raubtiers. Sie schien nachdenklich. Fast ein bisschen traurig. Als würde ihr schon jetzt leid tun, was noch kommen sollte.</strong></p>
<p><strong>„Mein lieber Doktor Süden, was für eine Freude. Dieses Jahr alles noch eine Nummer größer, oder? Den Südens scheint es wohl ganz gut zu gehen.“</strong></p>
<p><strong>Dr. Sebastian Süden konnte den Bürgermeister der Stadt nicht ausstehen. Ein fürchterlich herzlicher Zeitgenosse, der einem immerzu freundschaftlich auf die Schulter schlug und diese seltsame Angewohnheit hatte, die Hand desjenigen, den er begrüße, einen Moment länger festzuhalten, als das normalerweise üblich war. Heute meinte er es anscheinend besonders gut mit ihm. Er ließ seine Hand gar nicht mehr los. „Dann wünsche ich mal alles Gute für die nächsten Jahre. Werden ja noch einige kommen. Sie stehen ja noch voll im Saft. Wo ist denn eigentlich Ihre reizende Frau Gemahlin. Ach, da hinten steht sie ja.“</strong></p>
<p><strong>„Meine Hand“, sagte Dr. Süden.</strong></p>
<p><strong>Der Bürgermeister sah ihn verständnislos an. „Was ist mit ihrer Hand?“</strong></p>
<p><strong>„Sie halten sie immer noch fest.“</strong></p>
<p><strong>„Ach so, natürlich. Ihre Hand.“</strong></p>
<p><strong>Er ließ Dr. Süden los, der sich eilig abwandte und noch im Weggehen seine Hand am Ärmel abwischte. Der Bürgermeister sah ihm verständnislos hinterher, hob ratlos die Schultern und machte sich auf den Weg, auch Marias Hände für eine Weile zu schütteln. Dr. Sebastian Süden seinerseits vergrub seine Hände tief in den Taschen seiner Anzughose. Er würde niemandem mehr die Hand geben. Freilich sorgte er mit dieser Totalverweigerung für einiges Stirnrunzeln bei jenen Gästen, die eifrig auf ihn zustürmten und mit ausgestreckter Hand zum Geburtstag gratulieren wollten. Die in ihm einen guten Freund sahen, oder zumindest einen näheren Bekannten, und die er mit einer angedeuteten Verbeugung abspeiste. Die Musik begann zu spielen. Dr. Sebastian Süden wusste, dass nun seine Frist ablief. Etwa zehn Minuten würden sie die Gäste unterhalten und ihn dann zur Begrüßungsrede auf die Bühne bitten. Danach würde er von den Gästen die Geschenke überreicht bekommen, teuren und unnützen Kram, der den Keller verstopfte. So war es immer gewesen. Aber vielleicht würde Maria ihm ja zuvorkommen, würde jetzt gleich ans Mikrofon treten und sagen, was sie zu sagen hatte. Dr. Sebastian Süden hoffte, dass es so kommen würde. Er wollte das alles hinter sich bringen. Er sprach mit irgendwelchen Leuten, nickte beiläufig anderen zu. Er hörte kaum hin, was sie sagten. Dann brach die Musik plötzlich ab. Hoffnungsvoll blickte er zur Bühne. Doch dort stand nur der Bandleader, der ihm nun freundlich winkte. „Herr Dr. Süden“, sagte er, „kommen Sie jetzt zu uns auf die Bühne. Alle warten auf Ihre Begrüßung.“</strong></p>
<p><strong>Applaus ertönte, als sich Dr. Süden mühsam in Bewegung setzte, vorbei an all den Menschen, die ihm freundlich und erwartungsvoll zunickten. Er bestieg die Bühne, trat zögernd ans Mikrofon. Maria war nirgends zu sehen. Doch, da stand sie, an der Seite im Hintergrund, aber ganz in der Nähe. Lange sah er ihr in die Augen, versuchte ihr irgendeine Regung zu entlocken, vielleicht einen Funken Mitleid, eine kleine Geste, dass sie auf ihre Rache verzichten würde, dass sie ihn einfach so gehen lassen würde. Ihr Gesicht blieb versteinert. Die einsetzende Unruhe zwang ihn zurück in die Wirklichkeit. Sein Blick wanderte ziellos über die vielen erwartungsvollen Gesichter. „Meine lieben Freunde“, sagte er, „ich heiße euch alle herzlich Willkommen.“ Er wartete ab, bis der  Applaus aufhörte. „Es ist ja schon beinahe Tradition, dass ich an meinem Geburtstag hier oben stehe und ein paar Worte spreche. Nun, Traditionen sollten auch mal gebrochen werden. Ich habe heute einfach keinen so guten Tag erwischt, deswegen werde ich es ganz kurz machen.“</strong></p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Fortsetzung folgt&#8230;</strong></span><strong></strong></p>
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		<title>der arztroman in extra großer schrift</title>
		<link>http://www.stadtkind-hannover.de/2010/04/der-arztroman-in-extra-groser-schrift-4/</link>
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		<pubDate>Wed, 31 Mar 2010 22:00:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[dr. süden]]></category>
		<category><![CDATA[2010-04]]></category>

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		<description><![CDATA[Er fühlte ein Stechen in der Brust. Waren das die Symptome eines drohenden Herzinfarkts? Und wenn, wäre das nicht egal? Sein Leben war doch sowieso nichts mehr wert. Niemand würde ihn vermissen. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #808080;"><strong>Dr. Sebastian Süden saß noch einige Minuten still an seinem Schreibtisch und betrachtete das Foto mit seinen drei Töchtern. Was hatte er da eigentlich angerichtet? Was hatte er getan? Was würde nach diesem Tag bleiben? Was würde er mit seinem Leben anfangen? In eine andere Stadt gehen, ein neues Leben beginnen? Wollte er das? Wozu? Natürlich, er würde auch in einem anderen Krankenhaus unterkommen und dort sicher schnell aufsteigen. Er würde neue Krankenschwestern kennen lernen, sie wie Trophäen sammeln, sein Leben genießen, wie er es immer genossen hatte. Verzweifelt versuchte er, sich ein paar seiner Affären in Erinnerung zu rufen, sich die Gesichter der Frauen vorzustellen, mit denen er so viel Spaß gehabt hatte. Doch die Gesichter blieben schemenhaft und blass. All das war nichts wert. Es hatte keine Bedeutung. Was für einer Illusion war er da eigentlich nachgerannt in all den Jahren? Hatte er wirklich gelebt? Er erinnerte sich an die Geburt seiner ersten Tochter, an die ersten Monate, ihren ersten Geburtstag. Hatte er diese Zeit wirklich erlebt? Nein, er war immer nur Zaungast gewesen, ein unbeteiligter Zuschauer. Kalt und emotionslos. Er hatte sich nie wirklich auf seine Familie eingelassen, hatte sie nicht zu diesem Leben bekannt.</strong></span></p>
<p><span style="color: #808080;"><strong>Er erinnerte sich, wie er vor vielen Jahren, Sophie war gerade zwei Jahre alt geworden, seiner Tochter morgens in der Küche einen flüchtigen Abschiedskuss auf die Stirn gedrückt hatte. Er war damals regelrecht erschrocken über ihren Mundgeruch. Er hatte sich beinahe geekelt vor seiner Tochter. Aber wovor? Vor ihrem Atem, oder davor, dass ihm das wirkliche, das echte Leben für einen Augenblick zu nahe gekommen war? Hätte er nicht ihren Mundgeruch lieben müssen? So wie alle Eltern ihre Kinder vorbehaltlos mit Haut und Haaren lieben? Dr. Sebastian Süden erhob sich mühsam von seinem Schreibtischstuhl. Er wankte leicht, musste sich kurz am Tisch festhalten, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Er hatte alles verdorben und jetzt gab es kein zurück mehr. Die Kinder waren schon aus dem Haus, sonst wäre er jetzt zu Sophie gegangen, um sich bei ihr zu entschuldigen. Dafür, dass er niemals ein Vater für sie gewesen war, nur jemand, der morgens zur Arbeit fuhr und abends zurückkehrte, jemand, der sich an den Wochenenden gerne in sein Arbeitszimmer zurückgezogen hatte und dort nicht gestört werden wollte. Er nahm das Bild seiner Kinder in die Hand. Kurz wanderte sein Blick zum Papierkorb. Nein, nicht dieses Bild gehörte in den Papierkorb. Sein Leben gehörte dort hinein. Entsorgt, weggeworfen. Er stellte das Bild zurück an seinen Platz und schloss die Tür zu seinem Arbeitszimmer. Die Stufen hinauf zum Schlafzimmer bereiteten ihm plötzlich Mühe. Er wusch sich im Badezimmer das Gesicht mit kaltem Wasser, wechselte noch einmal das Hemd, legte die Manschettenknöpfe, die Maria im geschenkt hatte, zurück in die Schublade und wählte stattdessen die alten, goldenen seines Vaters. Er wagte einen letzten, flüchtigen Blick in den Spiegel, kontrollierte den Sitz seines Anzuges, seine Frisur, mied seine Augen. Dann atmete er tief ein und machte sich auf den Weg zu seinen Gästen. Er würde das jetzt durchstehen müssen. Auf dem oberen Treppenabsatz wurde ihm wieder schwindelig. Er fühlte ein Stechen in der Brust. Waren das die Symptome eines drohenden Herzinfarkts? Und wenn, wäre das nicht egal? Sein Leben war doch sowieso nichts mehr wert. Niemand würde ihn vermissen. Maria nicht, und erst recht nicht die Kinder. Jeder Schritt die Treppe hinab fiel Dr. Süden unendlich schwer. Er hörte bereits das Stimmengewirr der inzwischen laufend eintreffenden Gäste. War es vielleicht einfach Angst, was da in seiner Brust stach? Dr. Sebastian Süden atmete noch einmal tief ein und brachte sich in eine gerade Haltung. Er würde wenigstens eine gute Figur machen. Als er den großen Saal betrat, wandten sich ihm sogleich allerlei Köpfe zu. Sofort belagerten ihn die ersten Gäste, gratulierten, griffen ungestüm nach seiner Hand. Würden sie diese Hand auch schütteln wollen, wenn sie wüssten, wie viel Dreck an ihr klebt, fragte sich Dr. Süden, vollbrachte dabei die notwendigen Gebärden und sah doch durch die Gesichter der Leute hindurch, irgendwo ins Nichts.</strong></span></p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Fortsetzung folgt&#8230;</strong></span></p>
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		<title>der arztroman in extra großer schrift</title>
		<link>http://www.stadtkind-hannover.de/2010/03/der-arztroman-in-extra-groser-schrift-3/</link>
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		<pubDate>Sun, 28 Feb 2010 22:00:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Manuela Sender</dc:creator>
				<category><![CDATA[dr. süden]]></category>
		<category><![CDATA[2010-03]]></category>

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		<description><![CDATA[Merle starrte ihn weiter an, die ganze Zeit. Er wurde die Augen seiner jüngsten Tochter nicht los. Diese großen, braunen, enttäuschten und ängstlichen Augen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Dr. Sebastian Süden hatte sich in sein Arbeitszimmer zurückgezogen. Er machte Ordnung in den Schubladen seines Schreibtisches, obwohl es dort eigentlich nichts aufzuräumen gab. Er war kein Mensch, der an Erinnerungen hing. Was erledigt war, gehörte in die Ablage P. Nach einiger Mühe entdeckte er schließlich den Schriftverkehr zu einem Verkehrsunfall – so ein Trottel war ihm auf dem Parkplatz des Krankenhauses in die Quere gekommen. Er hatte den Prozess damals verloren. Zufrieden zerriss er die wenigen Blätter in kleine Stücke und warf sie in den Papierkorb.<br />
Merle starrte ihn weiter an, die ganze Zeit. Er wurde die Augen seiner jüngsten Tochter nicht los. Diese großen, braunen, enttäuschten und ängstlichen Augen. Sein Blick wanderte über den Schreibtisch zu dem kleinen Bilderrahmen, aus dem ihm seine drei Töchter entgegen lächelten.</strong></p>
<p><strong>Sie hatten ihm das Foto vor genau einem Jahr zum Geburtstag geschenkt.<br />
Dann klopfte es kurz an der Tür und Maria öffnete, bevor er sie hereinbitten konnte. „Wenn Du nicht zu spät zu Deiner eigenen Party kommen willst, dann solltest Du Dich jetzt allmählich fertig machen“, sagte sie. „Oder willst du dich doch lieber drücken?“ Dr. Sebastian Süden hätte in diesem Augenblick nichts lieber getan als das. Seine Rede, über die er sich vor ein paar Stunden noch so köstlich amüsiert hatte, sie schien ihm jetzt lächerlich, ja kindisch. Warum sollte er sich vor aller Welt bloßstellen? Und vor allem vor seinen Kindern? Sie würden vielleicht noch nicht denn Sinn seiner Worte verstehen, aber sie würden an den Gesichtern der Gäste ablesen können, dass ihr Vater genau das war, was sie ohnehin längst über ihn dachten: ein Monster.</strong></p>
<p><strong>„Bevor ich jetzt zu meiner Hinrichtung gehe, möchte ich dir noch etwas sagen, Maria.“ „Das klingt aber spannend, Sebastian. Richtig dramatisch.“ „Ich möchte, dass du weißt, dass ich verstehen kannst, was du tust. Du hast vollkommen recht damit. Du hast recht mit allem, was du getan hast und tun wirst. Ich bitte dich nur um einen Gefallen. Lass die Kinder nicht dabei sein. Sie müssen das nicht sehen, was immer du auch vorhast.“ „Da kann ich dich beruhigen, Sebastian. Die Kinder habe ich gerade abholen lassen. Sie kommen erst zurück, wenn du deine Koffer gepackt hast und verschwunden bist.“ Werde ich sie sehen dürfen?“ fragte Dr. Süden und kannte die Antwort, die seine Frau ihm jedoch schuldig blieb. „Ich muss mich jetzt weiter um die Vorbereitungen kümmern“, sagte Maria stattdessen und wandte sich zum gehen. „Ich bin ein ziemlicher Idiot“, stellte Dr. Süden fest. „Eine späte, aber durchaus richtige Einsicht, Liebling. Ach, was kommt denn jetzt. Weinst du etwa? Die Masche ist nun wirklich ganz neu. Ich hätte nicht gedacht, dass du zu Tränen überhaupt fähig bist. Was ist denn passiert?“ Maria war ehrlich erstaunt. Sie hatte ihn in all den Jahren ihrer Ehe niemals weinen sehen. „Ich komme gleich“, sagte er und drehte den Kopf zur Seite. „Lass mich jetzt bitte alleine.“ „Verlass dich drauf“, sagte Maria und schloss die Tür.</strong></p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Fortsetzung folgt&#8230;</strong></span><strong></strong></p>
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		<title>der arztroman in extra großer schrift</title>
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		<pubDate>Sun, 31 Jan 2010 22:00:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[dr. süden]]></category>
		<category><![CDATA[2010-02]]></category>

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		<description><![CDATA[Ihr Körper straffte sich und sie hob den Kopf. „Du bist ein Monster!“ schrie sie. „Ein Monster!“ ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Dr. Sebastian Süden wollte Sophie am Arm fassen, um sie für ihre Frechheit zurechtzuweisen, doch sie entwand sich ihm und brachte sich in Sicherheit. Natürlich hätte er sie spielend einholen können, aber ein Mann wie er lief nicht verärgert seinen Töchtern hinterher. „Sophie!“ rief er scharf, und seine Tochter blieb stehen. „Sophie, komm sofort hierher zurück!“ Zögernd trat Sophie auf der Stelle, machte dann einen Schritt in seine Richtung. „Sophie, hörst du nicht, was ich gesagt habe?“ fragte er. „Hierher zu mir!“ Sein Ton ließ eigentlich keinen Widerspruch zu, doch seine älteste Tochter zögerte noch immer. Er würde ihr die übliche Strafe verabreichen, eine kurze Ohrfeige, das reichte. Es hatte immer gereicht. Maria war nie damit einverstanden gewesen, dass er die Kinder auf diese Weise zurechtwies, sie hatte ihm danach jedes Mal eine fürchterliche Szene gemacht. „Ich schlage sie nicht, Maria. Mein Vater hat mich geschlagen. Das war etwas ganz anderes. Das waren Schläge. Was ich mache, ist einfach ein Tadel mit ein bisschen Nachdruck, mehr nicht“, hatte er bei diesen Gelegenheiten gesagt. Sophie kam wieder ein bisschen näher und blieb erneut stehen. Dann schien sie plötzlich einen Entschluss gefasst zu haben. Ihr Körper straffte sich und sie hob den Kopf. „Du bist ein Monster!“ schrie sie. „Ein Monster!“</strong></p>
<p><strong>Merle begann zu weinen. Leise, kaum hörbar schluchzte sie neben ihm. „Warum weinst du denn jetzt? Es reicht doch, dass deine Schwester durchdreht!“ blaffte Dr. Sebastian Süden seine jüngste Tochter an. Sie weinte lauter. „Sieh mich an, wenn ich mit dir spreche“, sagte Dr. Süden. Und dann sah Merle ihm direkt in die Augen, traurig, ängstlich, aber da war noch etwas anderes in ihrem Blick. Nein, kein Hass. Es war Enttäuschung. Bittere Enttäuschung. Für ein paar Augenblicke hielt sie seinem Blick stand, dann senkte sie erneut den Kopf. Dr. Sebastian Süden ging in die Knie. Es war einfach ein Impuls. Er hatte nicht darüber nachgedacht. Er wollte Merle in den Arm nehmen, sie an sich drücken, sie trösten. Doch als er seine Hände ausstreckte, wich seine Tochter hastig zurück. „Lass Merle in Ruhe!“ schrie Sophie und kam eilig näher. „Ja, lass sie in Ruhe“, mischte sich jetzt auch Daniela ein.</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Dr. Sebastian Süden starrte zuerst Sophie und dann Daniela an. Was schrieen sie da? Warum waren die beiden so aufgeregt? Er verstand es nicht. Nein, er verstand es nur zu gut, aber er wollte es nicht verstehen. Langsam, mühsam erhob er sich, als würde ein ungeheures Gewicht auf ihm lasten. „Geh weg!“ hörte er Merle leise flüstern. „Geh weg! Geh weg! Geh weg!“ so als würde sich einen bösen Geist vertreiben wollen. War er das? Dr. Sebastian Süden wandte sich ab von seinen Kindern und ging zurück zum Haus, ohne sich noch einmal umzudrehen. Zwischendurch wischte er sich kurz und ärgerlich mit dem Ärmel über die Augen. „Diese verdammten Fliegen!“ sagte er leise.</strong></p>
<p><strong><em><span style="color: #ff0000;">Fortsetzung folgt&#8230;</span></em></strong></p>
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		<title>der arztroman in extra großer schrift</title>
		<link>http://www.stadtkind-hannover.de/2009/09/der-arztroman-in-extra-groser-schrift-2/</link>
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		<pubDate>Mon, 31 Aug 2009 22:00:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Manuela Sender</dc:creator>
				<category><![CDATA[dr. süden]]></category>
		<category><![CDATA[2009-09]]></category>

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		<description><![CDATA[Dr. Sebastian Süden fehlten die Worte. Das konnte gar nicht seine Frau sein. Das war nicht Maria. Vor ihm stand eine Bestie. Vor ihm stand der Teufel persönlich – und erledigte den Abwasch, als wäre nichts geschehen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Dr. Sebastian Süden fehlten die Worte. Das konnte gar nicht seine Frau sein. Das war nicht Maria. Vor ihm stand eine Bestie. Vor ihm stand der Teufel persönlich – und erledigte den Abwasch, als wäre nichts geschehen. Er hatte sie nie überzeugen können, die Spülmaschine zu benutzen. Dass das gute Geschirr leiden würde, hatte sie immer gesagt. Und er hatte sich über ihre hausfrauliche Sturheit amüsiert. Ein kleiner, kleingeistiger Mensch, der kleingeistige Entscheidungen trifft, so hatte er gedacht.</strong></p>
<p><strong>Nun war sie drauf und dran, sein Leben zu zerstören, ihm alles zu nehmen, was er sich aufgebaut hatte. Nein, sie war nicht drauf und dran, sie hatte es bereits zerstört. Sie hatte große Entscheidungen getroffen. Falls all das stimmte, was sie ihm gerade aufgetischt hatte, dann war er tatsächlich ruiniert. Dann war nichts übrig, und er hatte nicht den Hauch einer Chance, noch irgendwas zu retten. Dr. Sebastian Süden ließ sich seine Situation noch einmal durch den Kopf gehen. Er würde nun bald keine Familie mehr haben, er würde sicher auch das Haus verlieren. Und er hatte kein Geld mehr. Das, was er im Laufe der Jahre offiziell angelegt hatte, war kaum der Rede wert. Und auch davon würde er Maria einen Teil überlassen müssen. Aber er hatte immerhin noch seinen Beruf. Er hatte eine gute Stellung. Er hatte einen erstklassigen Ruf als Chirurg. Und nicht nur als Chirurg. Er war kein unwichtiger Mann in dieser Stadt. Er war auf allen Empfängen der oberen Zehntausend ein gerne gesehener Gast. Wieder starrte er auf den Rücken seiner Frau, beobachtete, wie ihre Schultern arbeiteten, während sie mit geübten Handbewegungen das Geschirr spülte.</strong></p>
<p><strong>Heute Nachmittag, da war er sich jetzt sicher, würde sie auch seinen Ruf ruinieren. Heute Nachmittag würden die oberen Zehntausend bei ihm zu Gast sein.<br />
„Wie viele Leute hast du denn eigentlich heute zu meiner öffentlichen Hinrichtung eingeladen, Maria?“ fragte er.</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>„Ich habe fünfhundert Zusagen“, antwortete Maria.<br />
Nichts weiter. Keine Bemerkung zur Hinrichtung. Sie war wieder ganz bei ihrem Geschirr. Scheinbar gab es nichts, was sie dem noch hinzufügen wollte. Wahrscheinlich hatte er es mit der Hinrichtung ganz gut getroffen. Kurz, ganz kurz nur, streifte Dr. Sebastian Südens Blick den Messerblock auf der Anrichte neben der Spüle. Er würde nur einen Stich brauchen. Nur wenig Blut würde fließen. Er kannte die richtige Stelle. Aber was würde das bringen? Kurzfristig sicher ein bisschen Erleichterung. Die Wut pochte noch immer schmerzhaft in seinem Hinterkopf, die Worte Marias über diesen Galeristen und vor allem zu seiner Ausstattung unter der Gürtellinie, hatten ihn tief getroffen. Noch mehr aber schmerzte ihn die Einsicht, dass ausgerechnet Maria ihm heute Nachmittag endgültig das Genick brechen würde.</strong></p>
<p><strong>Dieser letzte Gedanke brachte ihn auf eine neue Idee.<br />
Ein Genickbruch, ein Unfall. Wäre das nicht ein Ausweg? Sie müsste nur ausrutschen, unglücklich auf die Tischkante fallen. Ein bisschen Spülwasser auf dem Boden. Er würde sie ansprechen, sie würde sich umdrehen, er würde sie an der Hüfte umfassen, sie hoch stemmen, und ihren Kopf dann gezielt auf die Tischkante schlagen.</strong></p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Fortsetzung folgt&#8230;</strong></span><strong> </strong></p>
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		<title>der arztroman in extra großer schrift</title>
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		<pubDate>Fri, 31 Jul 2009 22:00:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Manuela Sender</dc:creator>
				<category><![CDATA[dr. süden]]></category>
		<category><![CDATA[2009-08]]></category>

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		<description><![CDATA[Keine Angst, Sebastian, ich habe eine wirklich nette Feier für dich arrangiert. Und du bekommst ein ganz tolles Geschenk...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong>Dr. Sebastian Süden fühlte, wie die Wut in ihm brannte.<br />
„Und du bist eine Schlampe, Maria. Seit wann treibst du es denn mit diesem Kowalsky?“<br />
Dieser Kowalsky war ein Glatzkopf, eine Niete. Warum ausgerechnet der?<br />
„Wenn man dich so hört, könnte man ja fast denken, du bist eifersüchtig, Sebastian. Findest du das nicht ein bisschen lächerlich?“<br />
Dr. Süden ballte die Fäuste. Maria wich ein paar Schritte zurück.<br />
„Was kommt denn jetzt?“ fragte sie. „Willst du mich schlagen? Dann schlag ruhig zu.“<br />
„Ich mache mir doch nicht an so einer Schlampe die Hände schmutzig“, zischte Dr. Süden.<br />
„Ach, Sebastian, du hast dir doch schon an so vielen Schlampen die Hände schmutzig gemacht. Auf eine mehr kommt es da jetzt wohl nicht mehr an, oder? Übrigens ist Peter ein ausgesprochen guter Liebhaber. Vielleicht liegt es auch an seinem Schwanz. Bei ihm habe ich zum ersten Mal überhaupt was gemerkt. Er ist wirklich gut gebaut. Nicht so wie du.“</strong></p>
<p><strong>Dr. Sebastian Süden traute seinen Ohren nicht. War das wirklich seine Frau, die da vor ihm stand? War das wirklich Maria? Seine frigide, erzkatholische Maria? Was hatte dieser Kowalsky mit ihr angestellt?</strong></p>
<p><strong>„Den anderen Schlampen hat mein Schwanz immer gereicht, Maria. Darauf kannst du dich aber verlassen“, sagte er.<br />
„Kann ich mir eigentlich nicht vorstellen. Susanne jedenfalls nicht. Sie hat gesagt, du hättest so ziemlich den Kleinsten, der ihr in ihrer Karriere jemals untergekommen wäre. Naja, wie auch immer, du weißt es ja sowieso besser. Du bist derjenige, der die Weisheit mit Löffeln gefressen hat. Du bist der große Doktor, der berühmte Chirurg. Zwar kein Professor, dafür hat es dann doch nicht gereicht. Und das Krankenhaus, in dem du arbeitest, ist relativ klein und unbedeutend. Aber für kleinstädtische Verhältnisse bist du auf jeden Fall ein bedeutender Mann. Ein bedeutender Mann ohne Frau, ohne Kinder und ohne Geld. Ein bedeutender Mann mit einem wirklich ausgesprochen kleinen Schwanz. So, und nun geh ein bisschen in dein geliebtes Arbeitszimmer und freu dich auf deinen Geburtstag. Du bist doch sicher schon ganz aufgeregt. Keine Angst, Sebastian, ich habe eine wirklich nette Feier für dich arrangiert. Und du bekommst ein ganz tolles Geschenk.“</strong></p>
<p><strong>Maria wandte sich ab und widmete sich wieder der Arbeit in der Küche. Dr. Süden starrte sie an. Das konnte doch alles nicht wahr sein. Wer war diese Frau? Er starrte auf ihren Rücken, auf ihre durch die drei Schwangerschaften ein wenig ausladender gewordene Hüfte.</strong></p>
<p><strong>„Ich zeig dich an, Maria. Ich hole mir mein Geld auf jeden Fall zurück. Das ist Diebstahl. Damit kommst du nicht durch. Keinen einzigen Cent wirst du von mir bekommen.“<br />
„Das siehst du nicht ganz richtig, Sebastian. Erstens dürfte es das Geld von dem Konto in der Schweiz eigentlich gar nicht geben. Also kannst du auch nichts zurückfordern. Zweitens haben wir keinen Ehevertrag. Und ich glaube, bei deinem Lebenswandel wird der Scheidungsrichter es sicher ganz gut mit mir meinen. Meinst du nicht?“<br />
„Aber du hast mich mit diesem Kowalsky betrogen, Maria. Du warst ebenfalls untreu. Vor dem Richter wirst du nicht besser dastehen.“<br />
„Kowalsky? Ach, du meinst diesen netten Galeristen. Ja, den habe ich mal flüchtig kennen gelernt.“</strong></p>
<p><strong><br />
<span style="color: #ff0000;">Fortsetzung folgt&#8230;</span></strong></p>
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		<title>Dr. Süden im Oktober</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Oct 2008 12:10:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Karsten Violka</dc:creator>
				<category><![CDATA[dr. süden]]></category>
		<category><![CDATA[2008-10]]></category>

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		<description><![CDATA[Dr. Sebastian Süden hatte den Tag in seinem Arbeitszimmer verbracht. Er hatte gelesen, ein bisschen Fachliteratur studiert, er hatte zwischendurch das Telefon angestarrt und sich jede Stunde mehr darüber gewundert, dass sich seine Erpresser nicht meldeten. Er hatte einige Male seinen E-Mail-Posteingang kontrolliert, aber auch über diesen Weg hatte bisher noch niemand versucht, Kontakt aufzunehmen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dr. Sebastian Süden hatte den Tag in seinem Arbeitszimmer verbracht. Er hatte gelesen, ein bisschen Fachliteratur studiert, er hatte zwischendurch das Telefon angestarrt und sich jede Stunde mehr darüber gewundert, dass sich seine Erpresser nicht meldeten. Er hatte einige Male seinen E-Mail-Posteingang kontrolliert, aber auch über diesen Weg hatte bisher noch niemand versucht, Kontakt aufzunehmen. Dr. Sebastian Süden wusste jetzt, dass mit dem morgigen Tag etwas enden würde. Er hatte es in den Augen seiner Frau gelesen, die ihn für Augenblicke so hasserfüllt angesehen hatte. Es verging an diesem Tag keine Minute, die er nicht an diesen Blick dachte. Was hatte Maria vor? Er konnte es sich so halbwegs ausmalen. Wahrscheinlich wollte sie ihm vor der gesamten Geburtstagsgesellschaft eine Szene machen, ihn vor allen Leuten bloßstellen. Nun, das musste er dann wohl aushalten. Er würde einfach lächeln. Er würde zu allem lächeln. Wie würde Maria es anstellen? Dr. Süden überlegte, wie er an Marias Stelle vorgehen würde. Zu seinem Geburtstag spielte immer eine Band. Und das Mikrofon auf der kleinen Bühne wurde auch für die diversen Reden genutzt, die jedes Jahr zu seinen Ehren gehalten wurden. Er würde an ihrer Stelle die Bühne und dieses Mikrofon nutzen. Und er konnte sich sehr gut vorstellen, dass Maria einen ganz ähnlichen Plan hatte. Sie würde irgendwann zur Bühne gehen und eine kleine Ansprache halten: „Meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Freunde, liebe Gäste, leider ist dieser Geburtstag meines Mannes der letzte, den ich organisieren werde. Denn er hat mich betrogen und ich werde mich deswegen scheiden lassen. Ich hoffe, sie sehen es mir nach, dass ich die Party jetzt verlasse. Denn es hier noch eine Minute länger neben diesem – und ich hoffe, Sie verzeihen mir an dieser Stelle den derben Ausdruck – Arschloch auszuhalten, und zu heucheln, dass alles in Ordnung ist, dazu fehlt mir einfach die Lust. Ihnen wünsche ich natürlich noch einen schönen Abend mit meinem Mann. Ich würde aber auch Verständnis haben, wenn Sie jetzt lieber nach Hause gehen. Auf Wiedersehen.“</p>
<p>Etwas in der Art würde sie den Gästen morgen erzählen, natürlich ein bisschen weniger eloquent, denn die freie Rede war ihre Sache nicht. Er dachte darüber nach, wie er ihr die Tour vermasseln könnte. Keine Band, kein Mikrofon, kam es ihm in den Sinn. Niemand würde sie mit ihrer Piepsstimme hören ohne Mikrofon. Was, wenn er die Band morgen gleich wieder nach Hause schicken würde? Aber was, wenn er sich all das nur einbildete und morgen gar nichts passierte? Wie sollte er den Gästen die fehlende musikalische Unterhaltung erklären, eine Party ohne Musik?</p>
<p>Dr. Sebastian Süden beschloss, Maria auf andere Art und Weise einen Strich durch die Rechnung zu machen. Er stand auf und ging auf direktem Wege zu ihr. Maria klapperte wie üblich zu dieser Zeit mit den Töpfen in der Küche herum. Es sollte gleich Abendessen geben. Die Mädchen saßen schon auf ihren Plätzen am Küchentisch. „Könnt ihr Drei uns mal eben für einen Moment alleine lassen. Euer Vater und eure Mutter müssen kurz miteinander reden“, sagte er in einem Tonfall, der keinen Widerspruch zuließ. Die Drei standen schweigend auf und verließen die Küche.<br />
Fortsetzung folgt&#8230;</p>
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		<title>Dr. Süden im November</title>
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		<pubDate>Wed, 22 Oct 2008 15:29:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Karsten Violka</dc:creator>
				<category><![CDATA[dr. süden]]></category>
		<category><![CDATA[2008-11]]></category>

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		<description><![CDATA[„Was gibt es denn, mein Liebling?“ fragte Maria und klapperte weiter geschäftig mit den Töpfen. Dr. Sebastian Süden stand einen Augenblick unschlüssig auf der Stelle und setzte sich dann auf seinen Platz am Küchentisch. „Ist alles organisiert für meinen Geburtstag?“ fragte er. Maria griff nach einem Handtuch und wandte sich ihm zu. Sie lächelte. „Ja, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Was gibt es denn, mein Liebling?“ fragte Maria und klapperte weiter geschäftig mit den Töpfen. Dr. Sebastian Süden stand einen Augenblick unschlüssig auf der Stelle und setzte sich dann auf seinen Platz am Küchentisch. „Ist alles organisiert für meinen Geburtstag?“ fragte er. Maria griff nach einem Handtuch und wandte sich ihm zu. Sie lächelte. „Ja, natürlich ist alles organisiert. Alle werden da sein. Ich habe diesmal sogar ein paar ganz alte Freunde eingeladen. Das Buffet wird diesmal auch sensationell. Ich glaube nicht, dass ich irgendwas vergessen habe. Oder ist dir noch was eingefallen?“ Dr. Sebastian Süden blickte tief in die Augen seiner Frau, er forschte nach einem Anzeichen der Lüge. Doch sie blickte ihn einfach an, so wie immer, unschuldig und freundlich. „Sophie hat mir da so ein paar Dinge gesagt, über die ich mich gewundert habe“, sagte er und sah ihr dabei weiter in die Augen. „So, was hat die Kleine denn gesagt?“ fragte Maria. Nichts. Keine Geste der Unsicherheit, nicht mal ein Augenzwinkern. Hatte er sich ganz umsonst Sorgen gemacht? „Mama wird dich fertig machen, das hat sie gesagt. Hast du vielleicht eine Idee, was sie damit gemeint haben könnte?“ Maria verzog nachdenklich die Mundwinkel. „Das weiß ich ehrlich gesagt auch nicht. Vielleicht war sie sauer, weil du sie immer kritisierst, wegen ihrer Tanzerei. Wir können sie ja mal rufen und sie fragen.“ „Ich habe sie schon gefragt, Maria. Und sie hat gesagt, ich soll dich fragen. Also frage ich dich.“ Marias Blick wanderte kurz zum Fenster und dann zurück zu ihm. Sie schien nachzudenken. Dr. Süden wartete auf ihre Antwort. Aber sie ließ ihn warten. „Es wäre nett, wenn du dich irgendwann entschließen könntest, mir zu antworten, Maria.“ „Vielleicht ist es wegen der Überraschung“, sagte sie. „Vielleicht meint sie, dass es dir nicht gefallen wird. Aber ich kann dir jetzt doch nicht deine Überraschung verraten.“ „Wenn diese Überraschung mich fertig macht, so wie Sophie sagt, dann solltest du mir vielleicht doch einen kleinen Hinweis geben, damit ich morgen darauf vorbereitet bin, Maria.“ „Ich weiß wirklich nicht, was Sophie damit gemeint haben könnte. Die größte Überraschung werden sowieso die Gäste sein, Sebastian. Es sind viel mehr als sonst. Ich habe diesmal wirklich alle eingeladen. Und die Band wird dir auch gefallen. Aber dein Geschenk kann ich dir beim besten Willen noch nicht verraten.“ Dr. Sebastian Süden zweifelte. Maria war für ihn immer ein offenes Buch gewesen, sie war unfähig, ihm nicht die Wahrheit zu sagen. Vielleicht hatte seine Sorge tatsächlich keinen Grund. Vielleicht hatte sich Sophie nur einen üblen Spaß erlaubt. Vielleicht waren das alles nur Zufälle. Gut, der Erpressungsversuch war sicher keine Einbildung. Aber wahrscheinlich hatte Maria damit wirklich nichts zu tun. Doch dann erinnerte sich Dr. Süden wieder an diesen Blick, als sie aus dem Schlafzimmer gekommen war, kurz nachdem er mit Sophie gesprochen hatte, an diesen kalten und angewiderten Blick. Nein, das hatte er sich nicht eingebildet. Auch wenn ihre Augen danach sofort wieder die seiner liebevollen Ehefrau gewesen waren. Irgendwas ging hier vor. Und er würde nicht eher die Küche verlassen, bis ihm Maria gesagt hatte, was das war.</p>
<p>Fortsetzung folgt&#8230;</p>
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		<title>Dr. Süden im Juni</title>
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		<pubDate>Thu, 28 Aug 2008 11:36:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Karsten Violka</dc:creator>
				<category><![CDATA[dr. süden]]></category>
		<category><![CDATA[2008-06]]></category>

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		<description><![CDATA[Dr. Sebastian Süden saß in seinem kleinen Arbeitszimmer, das er so gut wie nie nutzte, und starrte vor sich hin. Er würde an diesem Freitag nicht zur Arbeit gehen. Falls sein Geburtstag tatsächlich der letzte Tag sein sollte, den er erleben würde, so war es nur recht und billig, die verbleibende Zeit im Kreise seiner [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="margin-bottom: 0cm;">Dr. Sebastian Süden saß in seinem kleinen Arbeitszimmer, das er so gut wie nie nutzte, und starrte vor sich hin. Er würde an diesem Freitag nicht zur Arbeit gehen. Falls sein Geburtstag tatsächlich der letzte Tag sein sollte, den er erleben würde, so war es nur recht und billig, die verbleibende Zeit im Kreise seiner Familie zu verbringen. Er grinste in die Dunkelheit bei diesem Gedanken. Ein lächerlicher Gedanke. Und trotzdem hatte er ihn kaum schlafen lassen in der vergangenen Nacht. Es war gerade erst kurz nach fünf Uhr morgens. Bei jedem anderen hätte er wohl senile Bettflucht diagnostiziert. Ganz allmählich wurde es draußen heller. Er würde heute mal einfach Vater und Ehemann sein. Vielleicht hatten die Kinder Lust auf einen Besuch im Zoo. Zuletzt waren sie kurz nach der Geburt von Merle dort gewesen. Das war jetzt auch schon über sechs Jahre her. Vielleicht sollte er auch mal wieder mit Maria schlafen. Dieser ehelichen Pflicht war er ebenfalls schon eine Weile nicht mehr nachgekommen. Es musste bereits einige Wochen her sein, denn er konnte sich nicht mehr so recht daran erinnern. Viel zu erinnern gab es da allerdings auch nicht, so dachte er. Sie taten es von jeher nur auf eine Weise, genau so, wie sich Sex unter Eheleuten gehörte. Er hatte nie etwas anderes mit ihr probiert und er war sich sicher, dass Maria sich auf Experimente auch niemals eingelassen hätte. Niemals hatte er ihr gesagt, was ihm wirklich Lust bereitete. Denn das, so seine Befürchtung, hätte ihn womöglich verraten, hätte Maria gezeigt, dass es da noch einen anderen Dr. Süden gab, einen, der gerne schmutzige Wörter sagte und hörte, einen, der alle Spielarten der Sexualität ausprobiert hatte, dem nichts fremd war. „Findest du es nicht ein bisschen pervers, was wir hier gerade veranstalten“, hatte mal eine Krankenschwester zu ihm gesagt. „Noch nicht pervers genug“, hatte er geantwortet. Und die Erinnerung an das, was sie kurz darauf getan hatten, ließ ihn noch heute erschauern. Er zwang seine Gedanken zurück in die Gegenwart. Ein Zoobesuch mit den Kleinen würde genau das richtige sein, um sich abzulenken. Hatte Sophie nicht heute Ballettunterricht? Nun, das würde eben ausfallen müssen. Vielleicht könnte er die Gelegenheit nutzen und noch einmal mit ihr über ihre Ambitionen als Tänzerin sprechen. Er erinnerte sich an die Nilpferde im Zoo, die sich unter Wasser so elegant und schwerelos bewegten, und an Land so plump daher stolperten. „Manche Menschen können sich bewegen, als wären sie unter Wasser“, würde er zu ihr sagen. „Aber du, meine Liebe, bist einfach eher ein Landmensch. Du wirst den Kampf gegen die Erdanziehung niemals gewinnen. Das wird immer ein Kampf und Krampf bleiben.“ Dr. Sebastian Süden verwarf diese Idee. Eine solche Unterhaltung würde am Ende nur wieder Tränen bringen. Und heute sollte niemand weinen, auch nicht seine ungelenke Tochter. Dass sie ihn hasste, hatte sie nach ihrer letzten kleinen Auseinandersetzung zu ihm gesagt. „Mama wird dich fertig machen“, hatte sie gesagt. Dr. Sebastian Süden war plötzlich hellwach. Ja, genau das waren ihre Worte gewesen. Wusste sie etwas? Hatte vielleicht Maria etwas mit der ganzen Sache zu tun? Er war bereits auf dem Weg zu Sophies Zimmer.         Fortsetzung folgt&#8230;</p>
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		<title>Dr. Süden im Juli</title>
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		<pubDate>Thu, 28 Aug 2008 09:48:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Karsten Violka</dc:creator>
				<category><![CDATA[dr. süden]]></category>
		<category><![CDATA[2008-07]]></category>

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		<description><![CDATA[Dr. Sebastian Süden stürmte ohne anzuklopfen in das Zimmer seiner Tochter. Sophie saß in ihrem Schlafanzug auf dem Boden und dehnte ihre Beine. Fast wäre er über seine Tochter gestolpert. Er setzte sich auf ihren Schreibtischstuhl, suchte und fand ihren Blick und starrte sie an. Sophie erwiderte neugierig seinen Blick, doch als ihr Vater auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="margin-bottom: 0cm;">Dr. Sebastian Süden stürmte ohne anzuklopfen in das Zimmer seiner Tochter. Sophie saß in ihrem Schlafanzug auf dem Boden und dehnte ihre Beine. Fast wäre er über seine Tochter gestolpert. Er setzte sich auf ihren Schreibtischstuhl, suchte und fand ihren Blick und starrte sie an. Sophie erwiderte neugierig seinen Blick, doch als ihr Vater auch nach ein paar Sekunden nichts sagte, widmete sie sich wieder ihrem Training. Ihr morgendliches Ritual. Sie stand immer sehr früh auf, um diese erste Trainingseinheit des Tages zu absolvieren. Reine Zeitverschwendung, dachte Dr. Süden. Eine sehr disziplinierte, aber leider auch sehr untalentierte Tänzerin, das war seine älteste Tochter. Kurz dachte er wieder an die Nilpferde im Zoo. Der Vergleich passte tatsächlich gar nicht so schlecht. &#8220;Hast du mir vielleicht irgendwas zu erzählen?&#8221; fragte Dr. Süden nach einer Weile. &#8220;Wüsste nicht, was ich dir erzählen sollte&#8221;, antwortete seine Tochter. &#8220;Du hast am Telefon zu mir gesagt, dass Mama mich fertig machen wird. Was hast du denn damit gemeint?&#8221; &#8220;Kann mich nicht erinnern, dass ich das gesagt habe.&#8221; &#8220;Aber ich kann mich daran erinnern.&#8221; Sophie schwieg dazu und massierte ihre Beine. &#8220;Wenn du mir irgendwas zu sagen hast, Sophie, dann wäre jetzt ein guter Zeitpunkt&#8221;, sagte Dr. Süden. Doch er bekam keine Antwort. Sie wusste etwas, da war er sich jetzt sicher. Aber sie war fest entschlossen, ihm nichts zu erzählen, da war er sich ebenfalls sicher. Seine Tochter konnte unglaublich stur sein. Noch so etwas, das sie von ihrer Mutter geerbt hatte. Dr. Sebastian Süden dachte nach. Wie könnte er sie zum Reden bewegen? Vielleicht würde es reichen, sie ein biss-chen wütend zu machen. Vielleicht sollte er ihr einfach etwas über die Nilpferde im Zoo erzählen. Vielleicht wäre das aber auch genau der falsche Weg und sie würde sich erst recht verschließen. &#8220;Hast du heute noch Unterricht?&#8221; fragte er. Sophie nickte. &#8220;Und deine Trainerin ist mit dir zufrieden?&#8221; &#8220;Sie sagt, dass ich ein großes Talent bin. Und dass ich einfach ganz viel trainieren muss.&#8221; Dr. Süden lächelte. Seit wann muss-ten Talente viel trainieren? &#8220;Schaffst du schon einen Spagat?&#8221; fragte er. &#8220;Fast&#8221;, antwortete Sophie und brachte sich in die entsprechende Position. Dr. Süden staunte nicht schlecht. Tatsächlich fehlten nur ein paar wenige Zentimeter zum Spagat. Bei ihrem Körperbau kam das beinahe einem anatomischen Wunder gleich. &#8220;Erstaunlich&#8221;, stellte er fest, wie ein Arzt, der einen besonders interessanten Fall begutachtete. &#8220;Ganz erstaunlich.&#8221; Der menschliche Körper war doch immer wieder für Überraschungen gut. &#8220;Tut dir das nicht weh?&#8221; fragte er. &#8220;Nur ein biss-chen&#8221;, antwortete seine Tochter. &#8220;Aber jeden Tag ein bisschen weniger.&#8221; &#8220;Wann habt ihr denn euren nächsten Auftritt?&#8221; fragte er. &#8220;In drei Monaten. Bis dahin schaffe ich auch den Spagat.&#8221; Dr. Süden war sich dessen sicher. Seine ehrgeizige Tochter würde weiter ihre Sehnen überdehnen, sie würde weiter fleißig trainieren, und doch immer der grobe Trampel ohne Taktgefühl bleiben. Irgendwann würde sie dann mit dem Ballettunterricht aufhören und ein Leben lang Probleme mit ihren Gelenken haben.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Fortsetzung folgt&#8230;</p>
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		<title>Dr. Süden im August</title>
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		<pubDate>Mon, 18 Aug 2008 14:37:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Karsten Violka</dc:creator>
				<category><![CDATA[dr. süden]]></category>
		<category><![CDATA[2008-08]]></category>

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		<description><![CDATA[Dr. Sebastian Süden unternahm den nächsten Versuch. „Was hast du denn jetzt damit gemeint, dass Mama mich fertig machen wird?“ fragte er. „Du musst nicht glauben, dass ich dir irgendwas erzähle, nur weil du Interesse heuchelst, Papa.“ „Wollen wir heute vielleicht alle zusammen in den Zoo fahren, Sophie?“ fragte Dr. Süden und hatte sich damit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="margin-bottom: 0cm;">Dr. Sebastian Süden unternahm den nächsten Versuch. „Was hast du denn jetzt damit gemeint, dass Mama mich fertig machen wird?“ fragte er. „Du musst nicht glauben, dass ich dir irgendwas erzähle, nur weil du Interesse heuchelst, Papa.“ „Wollen wir heute vielleicht alle zusammen in den Zoo fahren, Sophie?“ fragte Dr. Süden und hatte sich damit in diesem Augenblick für eine andere Taktik entschieden, um seiner Tochter zu entlocken, was sie wusste. Er würde sie wütend machen. Sophie konnte sehr wütend werden. Und in ihrer Wut würde sie schließlich alles verraten. Falls es etwas zu verraten gab. „Ich kann nicht, ich habe Training“, antwortete Sophie knapp und bestimmt. „Schade. Ich hätte dir gerne mal die Nilpferde gezeigt.“ „Nilpferde interessieren mich nicht, Papa.“ „Sollten sie aber. Das sind ganz bemerkenswerte Tiere. An Land erscheinen sie unbeholfen und plump, aber unter Wasser bewegen sie sich unglaublich elegant. Und weißt du was? Es gibt Menschen, die können sich an Land so geschmeidig und fließend bewegen, als wären sie unter Wasser. Solche Menschen sind sehr selten und solche Menschen werden Tänzer. Du gehörst aber leider nicht zu diesen Menschen, Sophie. Du gehörst eher zur Kategorie Nilpferd. An Land bewegst du dich jedenfalls wie eins. Vielleicht solltest du es mal mit Wasserballett oder Synchronschwimmen versuchen. Eine Tänzerin wirst du jedenfalls nie.“ „Du bist gemein“, stellte Sophie fest. „Und du träumst. Guck doch bitte mal in den Spiegel. Du bist schon von deinen Anlagen her einfach zu kräftig gebaut für eine Tänzerin. Und dazu hast du auch noch einen ziemlich gesunden Appetit.“ „Ich höre dir gar nicht mehr zu“, sagte Sophie und konzentrierte sich wieder auf ihre Dehnübungen. Dr. Süden zögerte kurz, bevor er zum letzten Mittel griff. „Eigentlich habe ich gehofft, dass du irgendwann von selbst einsehen würdest, dass Tanzen nicht das richtige für dich ist, Sophie. Aber da habe ich mich wohl geirrt. Ab heute ist Schluss mit der Tanzerei. Ich werde deinen Unterricht ab sofort nicht mehr bezahlen.“ „Dann bezahlt ihn eben Mama“, erwiderte Sophie ungerührt. „Deine Mama hat kein Geld, um deine Tanzstunden zu bezahlen, Sophie. In unserer Familie verdiene ich das Geld. Deine Mutter besitzt kein eigenes Geld.“ „Ich muss jetzt weiter trainieren“, sagte Sophie. „Musst du nicht, Sophie. Heute Nachmittag hast du Stubenarrest, außer du kommst mit in den Zoo. Dein Tanzunterricht ist jedenfalls gestrichen, für heute und für die Zukunft.“ Dr. Süden erhob sich langsam von seinem Platz. Er wollte seiner Tochter noch ein paar Sekunden Zeit zum Nachdenken geben. Sophie starrte ihn an und Dr. Süden konnte in ihrem Gesicht ablesen, wie ihr allmählich klar wurde, was er da gerade gesagt hatte. „Du wirst nie wieder tanzen, Sophie“, sagte Dr. Süden, um ihre Erkenntnis zu beschleunigen, und wandte sich zur Tür. „Außer du erzählst mir alles, was du weißt“, fügte er leise hinzu. „Ich erzähle dir gar nichts, Papa. Nur eins: Mama hat genau das vorausgesagt. Dass du kommen und mir das Tanzen verbieten würdest. Warum fragst du sie eigentlich nicht selbst? Und jetzt lass mich bitte in Ruhe.“</p>
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<p style="margin-bottom: 0cm;">Fortsetzung folgt&#8230;</p>
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