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	<title>STADTKIND - hannovermagazin &#187; literatur</title>
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		<title>barney stinson &amp; matt kuhn, der bro code für unterwegs</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Sep 2011 09:58:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[hauskritik]]></category>
		<category><![CDATA[2011-09]]></category>

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		<description><![CDATA[Daddy ist wieder da! Nach „Der Bro Code“ und „Das Playbook“ meldet sich Barney Stinson mit seinem dritten Werk für die Menschheit zurück. Denn wie Spidermans Onkel schon sagte: „Wer viel Macht hat, hat auch viel Verantwortung.“ Und diese Verantwortung hat sich „der beste Bro aller Zeiten“ zur Lebensaufgabe gemacht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/10/Bro-Code-für-unterwegs-JPG.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-13817" title="Der Bro Code für unterwegs" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/10/Bro-Code-für-unterwegs-JPG-290x300.jpg" alt="" width="290" height="300" /></a>Daddy ist wieder da! Nach „Der Bro Code“ und „Das Playbook“ meldet sich Barney Stinson mit seinem dritten Werk für die Menschheit zurück. Denn wie Spidermans Onkel schon sagte: „Wer viel Macht hat, hat auch viel Verantwortung.“ Und diese Verantwortung hat sich „der beste Bro aller Zeiten“ zur Lebensaufgabe gemacht.</p>
<p>Für alle, die den kultigen Womanizer noch nicht kennen sollten (wie ist das möglich?), folgt hier ein Buchauszug, wie Barney sich selbst beschreibt: „Barney Stinson ist ein gutaussehender junger Mann, dem man seine Töchter ohne Bedenken anvertrauen kann. Man kennt ihn aus der erfolgreichen Serie How I Met Your Mother. Barney hat mit über 200 Frauen geschlafen, spricht 83 Sprachen und ist ein leidenschaftlicher Zungenkünstler.“ Dieser reiche Erfahrungsschatz bescherte dem gefragten Junggesellen viele Bewunderer, aber auch Neider – und allen voran viele ratlose „Bros“, also Brüder, denen eigentlich nur eine Frage auf der Zunge brennt: Wie werde ich wie Barney? Genau hier knüpft Stinsons jüngster Geniestreich an: „Der Bro Code für unterwegs“ beinhaltet all die Beobachtungen, Einsichten und Weisheiten, die aus der harten Arbeit Barneys entstanden sind, „Tag für Tag der Größte zu sein“. Es ist das perfekte Nachschlagewerk für unterwegs und garantiert den größtmöglichen Gebrauchswert, da es nach Einsatzorten gegliedert ist. So erfährt beispielsweise ein geneigter Bro, der sich fragt, ob er schwarze oder graue Lycrashorts zum Fitnesstraining tragen sollte, rasch in dem Kapitel „Der Bro im Sportstudio“, dass die richtige Antwort ein klares „weder noch“ ist.</p>
<p>In diesem praktischen Ratgeber wird nicht rumgeschwafelt, nein, dieses Buch ist wie der Autor schlicht und einfach großartig. Kurze, prägnante Zitate kommen gleich auf den Punkt und erlauben es sogar mal eben am Steuer den moralischen Kompass auf Zack zu bringen: So gilt im Verkehr ein simples „Bruder vor Luder“.  Ob beim Date, im Stripclub oder sogar im Weltall – in Sachen Frauen ist Barney nie um eine eigene Meinung verlegen. Echte Männerfreundschaft geht ihm jedoch über alles, und seinen Prinzipien, die im „Bro Code“ festgehalten sind, bleibt er immer treu. Kurzum: Dieses unverzichtbare Handbuch lässt sich leicht in jede Männerhosentasche stopfen – und da gehört es auch hin! Denn ganz sicher ist es – es kommt gleich: legendär!</p>
<p><strong>Anna Pakosch</strong></p>
<p><em>144 Seiten, 6,99 Euro, Riva Verlag</em></p>
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		<title>donata rigg, weiße sonntage</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Aug 2011 12:15:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[hauskritik]]></category>
		<category><![CDATA[2011-08]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit ihrem Debüt wagt sich Donata Rigg in das Spannungsfeld zwischen Großstadtleben und einer von Religion und Suff geprägten Provinz. Mit düsterem Humor und teils harter, teils poetischer Sprache führt sie ihre drei Figuren Maria, Martha und Albert an die Grundfesten ihrer Existenz.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2012/01/36-89_SK_August_2011_725.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-14715" title="weiße sonntage" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2012/01/36-89_SK_August_2011_725-202x300.jpg" alt="" width="202" height="300" /></a>Eins vorweg: Dieses Buch ist sehr verwirrend. Das liegt vermutlich daran, dass Donata Rigg keine Geschichte im eigentlichen Sinne erzählt, sondern die Abgründe der menschlichen Psyche thematisiert. Im Mittelpunkt stehen Maria, ihr Lebensgefährte Albert sowie Marias hochintelligente, aber psychisch kranke Zwillingsschwester Martha, die sich gerade erst das Leben genommen hat. Doch wie verarbeitet man den Freitod seiner Zwillingsschwester?</p>
<p>Maria kehrt kurz vor Marthas Selbstmord aus Berlin in die Einöde der süddeutschen Provinz zurück. Martha geht es schlecht, und Maria beginnt in Gesprächen mit Albert, Dorfwirt und Archivar, Marthas Geschichte zu rekonstruieren. Dabei kommen die verschiedensten Ereignisse aus Kindheit und Jugend der unterschiedlichen Zwillingsschwestern ans Licht. In einer Szene erfährt der Leser, wie sich Maria nachts in Marthas Zimmer schleicht, um ihr körperlich nah zu sein. Dann wieder sind es Marthas Grausamkeiten, die immer wieder das Schwesternverhältnis dominieren. So sperrt sie Maria in eine luftdichte Truhe und tanzt darauf zu Falcos „Jeanny“, bis sich Maria in letzter Minute doch noch selbst befreien kann &#8230;</p>
<p>Die Suche nach den Gründen für Marthas Freitod ist tiefgründig und vielschichtig. Im Verlauf der Erzählung wird immer deutlicher, dass die Frauen nicht nur in einer komplexen Abhängigkeit zueinander stehen, sondern, dass das Leben der fünf Minuten früher geborenen Maria nur scheinbar ganz anders verläuft als das von Martha &#8230; Die Abhängigkeit der Zwillinge voneinander führt über Rivalitäten zu Hassliebe und gipfelt in einer inzestuösen Beziehung. Und diese Liebe besitzt eine Schmerzhaftigkeit, die Marias distanzierte Liaison mit Albert immer weiter verblassen lässt. Beim schockierenden Showdown ist man sich schließlich gar nicht mehr sicher, ob es nicht vielleicht eher Martha ist, die noch am Leben ist &#8230;</p>
<p>Mit ihrem Debüt wagt sich Donata Rigg in das Spannungsfeld zwischen Großstadtleben und einer von Religion und Suff geprägten Provinz. Mit düsterem Humor und teils harter, teils poetischer Sprache führt sie ihre drei Figuren Maria, Martha und Albert an die Grundfesten ihrer Existenz.</p>
<p><strong>Anna Pakosch</strong></p>
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		<title>katri dietz, wickelkontakt</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Aug 2011 12:11:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[hauskritik]]></category>
		<category><![CDATA[2011-08]]></category>

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		<description><![CDATA[Sophie Sonnenberg ist dreißig Jahre alt und mit ihrer zwei Wochen alten Tochter Maja etwas überfordert. Das typische Leben einer jungen Mutter? Im Grunde schon, wäre sie nicht vorher als Chaosqueen und Moderatorin eines Radiosenders bekannt gewesen. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2012/01/36-89_SK_August_2011_724.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-14712" title="Wickelkontakt" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2012/01/36-89_SK_August_2011_724-191x300.jpg" alt="" width="191" height="300" /></a>Sophie Sonnenberg ist dreißig Jahre alt und mit ihrer zwei Wochen alten Tochter Maja etwas überfordert. Das typische Leben einer jungen Mutter? Im Grunde schon, wäre sie nicht vorher als Chaosqueen und Moderatorin eines Radiosenders bekannt gewesen. Nach der Geburt findet sie sich allerdings zwischen vollgeschissenen Windeln und überflüssigen Pfunden statt zwischen Sendepult und Sektflaschen wieder. Doch Sophie wäre nicht Sophie, wenn sie sich mit ihrer kleinen, niedlichen Heulboje Maja kampflos dem Baby-Blues hingeben würde &#8230;</p>
<p>Wer auf leicht verdauliche Sommerlektüre steht, ist hier an der richtigen Adresse. Wer eine leichte und dennoch niveauvolle Sommerlektüre sucht, wird möglicherweise enttäuscht werden. Aber vielleicht ist das ja auch ein Widerspruch in sich. Unterhaltsam? Ja, das ist das Buch alle mal, jedoch mit Einschränkungen. Denn hier und da ist Durchhaltevermögen gefragt, wenn es auf gut 300 Seiten gilt, einige Längen auszuhalten. Auch die Denk-und Handlungsweisen der Sophie Sonnenberg erfordern starke Nerven: Hormonbedingte, postnatale Stimmungsschwankungen sind keine Seltenheit. Doch Sophie hat  nicht nur in diesem Punkt nah am Wasser gebaut. Immer wieder schluchzt sie gern bei so manch unpassenden Gelegenheit los, beispielsweise als sie aus Selbstverschulden ihre Volontariatsstelle bei Hanse Radio verliert. „Ich bin halt kein Mensch, der morgens gut hoch kommt.“ – Gut, das muss naürlich jeder für sich selbst entscheiden. Die Protagonistin sollte sich jedoch hinterher nicht wundern, wenn sie ihren Moderatorenjob verliert, der in Herrgottsfrühe beginnt. Doch keine Bange! Sophie hat ja ihren Traummann Jonas an ihrer Seite, der ihr immer wieder seine starke Schulter zum Ausheulen bietet und auch so manch andere Sache für sie gerade biegt. Und so gibt’s am Ende natürlich – in einem Reihenhaus in Pinneberg – ein Happy End, was bei dieser Art von Lektüre nicht besonders überrascht.</p>
<p>Erzählt wird die Story zweigliedrig: Im ersten Erzählstrang ist Sophie bereits eine verheiratete, junge Mutter. Im zweiten Erzählstrang erfährt der Leser, wie Sophie im Sender arbeitet, mit ihrer Freundin Mona gern mal über den Durst trinkt und ihrem Traumprinzen begegnet &#8230; Hier und da gibt’s auch wirklich einiges zu lachen. Alles in allem eine „nette“ Sommerlektüre zwischen Windeln und Wahnsinn.</p>
<p><strong>Anna Pakosch</strong></p>
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		<title>doris eckmann</title>
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		<pubDate>Fri, 01 Jul 2011 15:07:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[literarisches]]></category>
		<category><![CDATA[2011-07]]></category>

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		<description><![CDATA[Fernweh oder auch die Sehnsucht nach Freiheit – wer kennt sie nicht? Einfach den Rucksack packen, ins Flugzeug steigen und einmal die Welt umrunden. Doch nur die wenigsten haben den Mut dazu. Die Hobbyautorin Doris Eckmann aus Hannover]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/08/54-88_SK_Juli_2011.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-13473" title="doris eckmann" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/08/54-88_SK_Juli_2011-202x300.jpg" alt="" width="202" height="300" /></a>Fernweh oder auch die Sehnsucht nach Freiheit – wer kennt sie nicht? Einfach den Rucksack packen, ins Flugzeug steigen und einmal die Welt umrunden. Doch nur die wenigsten haben den Mut dazu. Die Hobbyautorin Doris Eckmann aus Hannover wagte diesen Schritt: Sie ging auf Weltreise und veröffentlichte ihren Erlebnisbericht in einem Buch: „Tausche Luxus gegen Rucksack – mit 55 Aufbruch ins Abenteuer“ (Books on Demand, 340 Seiten, 21,90 Euro). „Schon  mit 18 Jahren wollte ich als Au-Pair-Mädchen in die USA. Das scheiterte daran, dass ich damals noch nicht volljährig war“, erzählt die Globetrotterin. Als in ihrer Firma wieder einmal umstrukturiert wurde, gab sie ihren Job im Vertrieb auf und erhielt eine kleine Abfindung. „Nach und nach kam mir die Idee, endlich meinen Traum mit Leben zu füllen. Für mich war klar, dass ich so ein Abenteuer allein gestalten wollte. Dies sollte mein Jahr werden – ohne wenn und aber!“</p>
<p>Gesagt, getan: Trotz Bedenken in ihrer Umgebung bucht Eckmann ein One-World-Ticket, sucht einen Untermieter für ihre Wohnung, schließt eine Reiseversicherung ab und macht sich mit 20 Kilogramm Gepäck auf in ihr persönliches Abenteuer. Fast täglich notiert sie dabei Ihre Erlebnisse in ein Tagebuch. Angefangen bei ihrer Ankunft in Bangkok/Thailand, über Malaysia, Bali, Australien, Neuseeland und Tahiti bis hin zu einer ihrer letzten Stationen: San Francisco in Kalifornien. Ob das Abendessen und die Gitarrenklänge unter Sternen am Strand in Koh Samui an ihrem 55. Geburtstag oder die endlosen schneeweißen Sandbänke und die atemberaubende Unterwasserwelt von Aitutaki, einer der Cook-Inseln in der Südsee, alle Reiseerlebnisse hat Doris Eckmann in ihrem Debüt authentisch festgehalten: Endlich frei von Zwängen und Konventionen besucht die gebürtige Hannoveranerin in ihrem roten Seidennachthemd klassische Konzerte und eine Opernaufführung in Sydney und blickt auf eines ihrer schönsten Weihnachtsfeste zurück – am Strand in Neuseeland mit einer bunt zusammengewürfelten Schar junger Menschen aus aller Welt. Die Idee zum Buch entstand dabei ganz beiläufig: „Während meiner Reise habe ich Rundmails an Freunde versandt und häufig die Rückmeldung erhalten, diese zu veröffentlichen. Der endgültige Entschluss, ein Buch zu schreiben, kam nach meiner bereichernden Begegnung mit einem Camper namens Malte in Australien – dieses Abenteuer habe ich für mich selbst beim Schreiben verarbeitet. Es ist mein emotionalstes Kapitel geworden.“</p>
<p>Mittlerweile war Eckmann bereits zum zweiten Mal unterwegs und spart wieder fleißig. Mit dem Buchverkauf und mit Lesungen will sie Geld für die nächste Reise verdienen. Zurzeit befindet sich die Autorin aber noch in der Planung: „Momentan ist alles offen. Ich bin in der glücklichen Lage, dass ich im nächsten Monat meine erste kleine Rente bekomme und freue mich auf die Unabhängigkeit. Vielleicht kommt dann die zündende Idee für ein neues Buch. Zuletzt habe ich mich mit Kurzgeschichten befasst.“</p>
<p>Bis dahin vertreibt sich Eckmann die Zeit mit lesen von Büchern ihrer Lieblingsautoren wie Eva-Maria Zurhorst, Tiziano Terzani, Eckhardt Tolle oder Omrael Norbert Muigg: „Der lange, kalte und dunkle Winter hier in Hannover macht mir schlechte Laune. So viele Bücher kann ich gar nicht lesen, um diese endlosen Monate zu überbrücken.“ Doch die „Rettung“ naht! Im Herbst und im Winter geht es nach Afrika mit einer anschließenden Safari und Canyon-Tour. Reisen und Schreiben – für Doris Eckmann sind dies zwei Leidenschaften, die sich wunderbar miteinander verbinden lassen. Eine literarische Kostprobe und weitere Informationen gibt&#8217;s im Internet auf der Homepage www.doris-eckmann.de!</p>
<p><strong>Text: Anna Pakosch, Foto: Knut Diers</strong></p>
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		<title>tino hanekamp, so was von da</title>
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		<pubDate>Fri, 01 Jul 2011 11:13:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[hauskritik]]></category>
		<category><![CDATA[2011-07]]></category>

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		<description><![CDATA[Oskar Wrobel's Leben ist im Arsch: Die Freundin ist weg, sein Hamburger Musikclub wird dicht gemacht und Oskar hat Schulden. Wer würde da nicht lethargisch durchs Leben gehen? Doch lange kann der Held der Geschichte sich nicht verstecken...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/08/54-88_SK_Juli_2011_723.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-13349" title="so was von da" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/08/54-88_SK_Juli_2011_723-201x300.jpg" alt="" width="201" height="300" /></a>Oskar Wrobel&#8217;s Leben ist im Arsch: Die Freundin ist weg, sein Hamburger Musikclub wird dicht gemacht und Oskar hat Schulden. Wer würde da nicht lethargisch durchs Leben gehen? Doch lange kann der Held der Geschichte sich nicht verstecken, denn der ehemalige Zuhälter Kiez-Kalle ist ihm auf den Fersen. Ein Tritt gegen Oskars Haustür und im Nu ist die Erpressung perfekt: Oskar hat 24 Stunden  Zeit, um 10.000 Euro zu beschaffen. Umso schöner, wenn man Freunde hat, auf die man bauen kann. Gemeinsam mit seiner Clique beschließt er, das Beste aus der Situation zu machen: Der abbruchreife Club wird aufpoliert und die Kohle über die „cash-flow-fizierte Entertainmentgastronomie“ klargemacht. Wie passend, dass gerade Silvester ist. Gut fürs Geschäft, schlecht für die Organisation: „In drei Stunden rückt der Mob an. 500 Leute wollen sich verlustieren“ und die To-do-Liste ist lang: Schnaps muss her, Eis von der Kieztanke und Blumen. Außerdem dürfen „Friedhofskerzen zwecks Fummellicht in den Bummsbuden“ auf keinen Fall fehlen. Eine turbulente Nacht rund um heiße Küken, Koks und Kiez-Kalle nimmt ihren Lauf &#8230;</p>
<p>Markus Kavka schrieb kürzlich ein Buch übers VJ-Dasein und Tino Hannekamp, seines Zeichens Journalist und Clubbetreiber aus Hamburg, schreibt ein Buch über die Clubszene St. Paulis. Der Autor hält zwar den Spannungsbogen, kann aber nicht einem Überraschungsmoment beim Showdown aufwarten. Dennoch ist Hanekamps Debüt wirklich gut: Interessante Charaktere, eine gute Story und ein witziger Schreibstil machen den Roman zum Genuss. Dafür sorgen nicht nur abwechslungsreiche Nebenhandlungen, sondern auch viele Gimmicks: bekannte Songzitate sowie einige Gebrauchsanweisungen und Analysen der Clubszene aus Hanekamps Sicht. Von der „Anleitung zur Gründung einer Event-Location mit cash-flow-fizierter Entertainmentgastronomie und integrierter Work-Life-Balance-Solution“ bis hin zu der Typisierung der „Party-Publikumsknaller nach Knoll &amp; Köhler“ – von Phase eins „Ankommen“, über Phase vier „Tanzwut und Enthemmung“ bis hin zu Phase sechs „Überprüfung der Körperfunktionen“ gibt es allerhand zu entdecken. Hanekamps „So was von da“ ist so was von lesenswert!</p>
<p><strong>Anna Pakosch</strong></p>
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		<title>ruth johanna benrath, wimpern aus gras</title>
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		<pubDate>Fri, 01 Jul 2011 11:11:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[hauskritik]]></category>
		<category><![CDATA[2011-07]]></category>

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		<description><![CDATA[Taillenumfang vergleichen, zusammen lachen, Geheimnisse austauschen – es geht doch nichts über die beste Freundin! Bis zu ihrem Abitur sind Rena und Anna ein eingeschworenes und unzertrennliches Team. Als jedoch eines Tages ein Paket mit Annas Tagebuch]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/08/54-88_SK_Juli_2011_722.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-13346" title="wimpern aus gras" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/08/54-88_SK_Juli_2011_722-190x300.jpg" alt="" width="190" height="300" /></a>Taillenumfang vergleichen, zusammen lachen, Geheimnisse austauschen – es geht doch nichts über die beste Freundin! Bis zu ihrem Abitur sind Rena und Anna ein eingeschworenes und unzertrennliches Team. Als jedoch eines Tages ein Paket mit Annas Tagebuch und einer Todesanzeige bei Rena abgegeben wird, ist ihre beste Freundin geschockt: Was ist  geschehen? Wie konnten wir uns nur so aus den Augen verlieren? „Wenn du mir wieder schreibst, schreib interessantere Briefe, auch wenn sie wehtun.“ – Und was bedeutet Annas letzter rätselhafter, fast feindseliger Brief? Seit sie mit 19 Jahren Hals über Kopf in die USA auswanderte, um dort den älteren Professor Reiko zu heiraten, hat Rena ihre Schulfreundin nicht mehr gesehen. Auch Annas Mann hat Rena nie kennengelernt, denn der Briefkontakt zwischen den Frauen wurde immer seltener. Dennoch lässt Annas Tod Rena nicht mehr los: Sie lässt die Freundschaft Revue passieren, liest Annas Tagebuch und versucht sich in ihre Freundin zu versetzen. Annas Aufzeichnungen werden jedoch immer diffuser. Hatte sie etwas zu verbergen oder sollte sich Rena in ihrer Freundin total getäuscht haben? Als sich dann auch noch Annas Mann Reiko einschaltet und immer hartnäckiger Kontakt zu Rena sucht, ist plötzlich nichts mehr so wie es scheint&#8230;</p>
<p>In packenden, schnell wechselnden Szenen erzählt Ruth Johanna Benrath vom Wunsch nach Nähe und Liebe und der fatalen Wirkung von Abhängigkeit und Unterwerfung: Die Geschichte der jungen Frau Anna, der jene Menschen immer fremder werden, denen sie sich am nächsten fühlt. Es geht um den Wechsel zwischen dem Verlorensein und der Suche nach der eigenen Identität. In ihrem zweiten Roman lässt die Autorin, die als Erzählerin fungiert, den Leser zweigliedrig daran teilhaben: Zum einen aus der Sicht von Rena, deren Stundentenleben und Habitus gefestigt erscheint. Zum anderen aus der emotionalen Sicht der Globetrotterin Anna, die immer mehr den Boden unter den Füßen verliert. Abgerundet wird der Gegenwartsroman durch zahlreiche in Anna Tagebuch eingefügte Gedichte. Die Story wird teils in englischer Sprache erzählt. Kleinere Übersetzungsfehler tun dem Spannungsbogen jedoch keinen Abbruch. Alles in allem ein rundes psychologisches Portrait über verkannte Sichtweisen und das Verzerren innerer Welten.</p>
<p><strong>Anna Pakosch</strong></p>
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		<title>michel houellebecq, karte und gebiet</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Jun 2011 15:13:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[hauskritik]]></category>
		<category><![CDATA[2011-06]]></category>

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		<description><![CDATA[Künstlerroman, Science-Fiction-Thriller, Krimi-Plot, Gesellschaftsanalyse – Houellebecqs komplexer Geniestreich wird schon jetzt als literarische Sensation gefeiert. Zur Handlung: Der Franzose Jed Martin gelangt als Künstler zu Ruhm, da er Michelin-Straßenkarten abfotografiert und Persönlichkeiten porträtiert. Meist schweigend zieht er durch die Kunst- und Medienszene...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/08/52-90_SK_Juni_2011_721.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-13209" title="Karte und Gebiet" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/08/52-90_SK_Juni_2011_721-202x300.jpg" alt="" width="202" height="300" /></a>Künstlerroman, Science-Fiction-Thriller, Krimi-Plot, Gesellschaftsanalyse – Houellebecqs komplexer Geniestreich wird schon jetzt als literarische Sensation gefeiert. Zur Handlung: Der Franzose Jed Martin gelangt als Künstler zu Ruhm, da er Michelin-Straßenkarten abfotografiert und Persönlichkeiten porträtiert.  Meist schweigend zieht er durch die Kunst- und Medienszene, bis er auf den Schriftsteller Michel Houellebecq trifft und ihn porträtiert. In Houellebecqs irischem Landhaus zurückgezogen, entwickeln sich zwischen den beiden menschenscheuen Persönlichkeiten philosophisch-gelehrsame Gespräche. Doch Martins kostbares Gemälde wird dem Schriftsteller zum Verhängnis. Ein durchgeknallter Kunstdieb aus Nizza trennt dem Autor Houellebecq und seinem Hund mit einem Laserschwert den Kopf ab, zerstückelt das Fleisch in tausend Stücke, häuft die Knochen im Kamin auf und verteilt Leichenteile und Blut in Form einer Reliefkarte auf dem Boden. Von Hinweisen auf das Verbrechen fehlt – trotz der vorliegenden Karte – jede Spur &#8230;</p>
<p>Harter Tobak eingebettet in einen gelassen ironischen Schreibstil sowie eine geradlinige Künstlerbiografie umgeben von Nebensträngen und durchzogen von Verknüpfungen voller Parodie. In „Karte und Gebiet“ gibt es das alles zu entdecken: So überwacht eine russische Marketingexpertin für Michelin-Reiseführer Provinzhotels und Restaurants und ein französischer Fernsehmoderator wird zum Star, weil er auf die Vorzüge und Traditionen der französischen Regionen hinweist. Houellebecqs fünfter Roman bietet verschiedene Zugangsweisen. Und der Schriftsteller selbst darin ist Autor, Romanfigur, Mordopfer und allwissender Erzähler zugleich. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern, in denen es nur von Sex, Kontrollwahn, Genen und Technik wimmelte, kommt dieses Werk exklusiver daher: Vernissagen, Landpartien und Kamingespräche bilden die Rahmen dieses gigantischen Werks. Ein selbstironischer, erfrischender und ideengeladener Roman. In Frankreich erhielt Michel Houellebecq für „Karte und Gebiet“ den wichtigsten Literaturpreis des Landes, den Prix Goncourt.</p>
<p><em><strong>Lotta Caspers</strong></em></p>
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		<title>leonard cohen, das lieblingsspiel</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Jun 2011 15:10:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[hauskritik]]></category>
		<category><![CDATA[2011-06]]></category>

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		<description><![CDATA[„Wir sind jetzt für die Folterungen zuständig. Die professionellen Folterer haben heute frei“, sagen sich Breavman und sein bester Freund Krantz. Die unbekümmerten, kanadischen Kids lassen Ratten in Eimern tagelang gegeneinander ankämpfen und schneiden Fröschen leidenschaftlich gern die Herzen aus den grünen Leiben...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/08/52-90_SK_Juni_2011_72.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-13206" title="Das Lieblingsspiel" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/08/52-90_SK_Juni_2011_72-190x300.jpg" alt="" width="190" height="300" /></a>„Wir sind jetzt für die Folterungen zuständig. Die professionellen Folterer haben heute frei“, sagen sich Breavman und sein bester Freund Krantz. Die unbekümmerten, kanadischen Kids lassen Ratten in Eimern tagelang gegeneinander ankämpfen und schneiden Fröschen leidenschaftlich gern die Herzen aus den grünen Leiben. Sind es in der Kindheit Tierquälereien, mit denen die Jungs ihren Tag ausfüllen, so sind es in der Jugend rein „fleischliche Spiele“. Tagsüber führen die Freunde „philosophische“ Gespräche, nachts vertreibt sich Breavman die Zeit mit Quikies im Park: Das Kindermädchen Heather versetzt er in Hypnose, um ihr das Ohrläppchen zu durchstechen. Mit der Kommunistin Tamara geht Breavman dann härter zur Sache: „Bei jeder Gelegenheit spielten sie ihr großes Spiel, der Soldat und die Hure.“ Doch als sein Vater stirbt, flüchtet sich Breavman ans College. Dort begegnet er der anmutigen Shell und verliebt sich das erste mal in seinem Leben: „Der Liebende war seine erfolgreichste Erfindung überhaupt. Die Versuchung war groß, ihm Papiere und Geld auszuhändigen und Breavman, seinen Herrn, in einem besonders vermüllten Abschnitt des Hudson zu versenken.“ Dennoch kann er nicht aus seiner Haut und muss sich schon bald entscheiden, wohin er als freier Vogel wirklich gehört &#8230;</p>
<p>Leonard Cohen ist den meisten nur als (begnadeter) Musiker bekannt. Dabei schrieb der Kanadier bereits früh Gedichte und unterlegte seine Verse nur deshalb mit Musik, da sie auf diese Weise besseren Absatz fanden. Sogar zwei Romane stammen aus der Feder des Kanadiers, dem seine Fans, ähnlich wie bei Bob Dylan, nur zu gern den Literaturnobelpreis zusprechen würden. Glänzt Cohen in seinen Songs als poetischer Texter, so tut er das nicht minder in seinem neu aufgelegten, autobiografisch-gefärbten Roman. Wohlbehütet in einem jüdischen Elternhaus im kanadischen Montreal aufgewachsen ist sowohl Cohen wie auch sein Protagonist Breavman. Die Geschichte handelt von der adoleszenten Suche nach der eigenen Identität. In einer Zeit, in der man selbst noch nicht weiß, was das Leben für einen bereit hält. Auf eine wunderschön poetische und gleichzeitig plastische Weise lässt Cohen seinen Protagonisten Stück für Stück vorankommen. Die zurückhaltende Erzählperspektive verleiht dem Ganzen den nötigen Hauch von Bescheidenheit. Nicht nur für Cohen-Fans!</p>
<p><em><strong>Anna Pakosch</strong></em></p>
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		<title>mad doc matt</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Jun 2011 14:51:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[literarisches]]></category>
		<category><![CDATA[2011-07]]></category>

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		<description><![CDATA[Hurricane Festival, Wacken Open Air, Rock am Ring – Pünktlich zum Festival-Auftakt haben wir einen besonderen Literatur-Leckerbissen für euch entdeckt: Mad Doc Matt's „Luftgitarre und Bier. Ein kleines ABC zum besseren Verständnis...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/06/52-90_SK_Juni_2011.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-13477" title="mad doc matt" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/06/52-90_SK_Juni_2011-208x300.jpg" alt="" width="208" height="300" /></a>Hurricane Festival, Wacken Open Air, Rock am Ring – Pünktlich zum Festival-Auftakt haben wir einen besonderen Literatur-Leckerbissen für euch entdeckt: Mad Doc Matt&#8217;s „Luftgitarre und Bier. Ein kleines ABC zum besseren Verständnis von Heavy-Metal-Festivals und deren Besuchern“ (edition fischer, 195 Seiten, 9,80 Euro). Der Hobbyautor Mad Doc Matt wurde in einem beschaulichen Städchen in Niedersachsen geboren. Nach dem Abitur studierte er Medizin, promovierte und habilitierte – daher das passend-witzige Pseudonym. Derzeit ist er außerhalb Hannovers als niedergelassener Arzt tätig.</strong></p>
<p>Wie für die meisten Metaller, ist auch für Mad Doc Matt Heavy Metal mehr als nur die Bezeichnung für einen Musikstil. Es ist vielmehr eine komplexe Lebensphilosophie mit Kleidungscodes, Accessoires und Ritualen: „Ich habe schon sehr früh meine Leidenschaft für die Musik entdeckt. An Heavy Metal begeisterte mich von Anfang an die Authentizität sowohl der Musik als auch der Künstler. Heavy Metal wird nicht gespielt, es wird gelebt!“ Doch nicht nur wegen seiner streng katholischen Erziehung gestalteten sich die ersten Kontakte zu Heavy Metal schwierig. Denn in den 80er Jahren galt die Musikrichtung als verpönt und hatte entsprechend wenig Anhänger. Doch je verbotener die Dinge, desto anziehender sind sie:  „An die Zeit des ersten Festivals kann ich mich nicht mehr erinnern, aber ich weiß noch, dass Metallica und Sepultura dort spielten. Bis heute besuche ich jedes Jahr einige Festivals. Das bisher letzte war das Wacken Open Air im vergangenem Jahr.“ Unzählige Konzerte und Festivals hat Matt Doc Matt seit seiner Jugend besucht. Zeitweise war er sogar auch als Sänger einer Heavy-Metal-Band aktiv.</p>
<p>Aus all diesen Erfahrung schöpft er die Beobachtungen und Anekdoten, die er in seinem Buch „Luftgitarre und Bier“ zum Besten gibt. In 26 Kapiteln samt Vorwort werden in alphabetischer Reihenfolge die Eigenheiten dieser eingeschworenen Gemeinschaft charakterisiert. Im Allgemeinen funktionieren Heavy-Metal-Fans alle gleich, weiß Mad Doc Matt: „Die Grundvoraussetzungen für einen Festival-Gänger sind einfach. In der Reihe ihrer Bedeutung sind das Bier, das Publikum und die Bands.“ Der Begriff Heavy Metal selbst wiederum ist wesentlich komplexer. Die Stilrichtung der Rockmusik, deren Ursprünge im Hard Rock und der Punk-Musik der 70er Jahre liegen, spaltet sich in zahlreiche Unterkategorien: Black Metal, Death Metal, Doom Metal, Folk Metal, Glam Metal, Gothic Metal, Grindcore, Metalcore, Nu Metal, Pagan Metal, Poser Metal, Progressive Metal, Speed Metal, Thrash Metal, True Metal, Viking Metal &#8230;</p>
<p>Von der Akustik über Bands, Bier, Dixiklos, Headbangen, Kutten und Stage-Diving bis hin zum Zeltplatz beleuchtet Mad Doc Matt alle festivalrelevanten Themen mit einem Augenzwinkern und einem ordentlichen Schuss an Selbstironie. Für jeden Heavy-Metal-Fan und Festival-Gänger ein Muss! Mad Doc Matt jedenfalls lag es am Herzen diese Art von Lexikon zusammenzustellen: „Ich wollte gerne verschiedene Aspekte, die auf meinen Beobachtungen und Erlebnissen beruhen, darstellen und daran einen Eindruck über den Heavy Metal und seine Fans vermitteln.“ Den Arztkittel gegen eine Karriere als Autor zu tauschen, kann sich der vielseitige Mediziner jedoch nicht vorstellen: „Ich muss gestehen, dass mir beide Tätigkeiten sehr viel Freude bereiten. Auch wenn die Idee, das Hobby zum Beruf zu machen, verlockend ist – ich sehe das schreiben lediglich als Hobby an.“ Sein Wissen allerdings möchte er eines Tages weitergeben: „Ich habe derzeit keine Kinder. Aber wenn ich welche bekommen sollte, was ich schwer hoffe, wäre es mir ein Vergnügen, mit ihnen die Festivals zu rocken!“ Dann wird zu Judas Priest, Iron Maiden oder Motörhead geheadbangt. Denn: „You never bang alone. Stay heavy!”</p>
<p><strong>Anna Pakosch</strong></p>
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		<title>simon beckett, verwesung</title>
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		<pubDate>Sun, 01 May 2011 10:01:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[hauskritik]]></category>
		<category><![CDATA[2011-05]]></category>

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		<description><![CDATA[Nebelige Grundstimmung, Gänsehaut und ein psychopathischer Serienkiller: In Dartmoor, einer überwiegend aus Moor bestehenden Hügellandschaft Südenglands, wird eine der vielen Leichen gefunden, die die Handschrift des Mörders Jerome Monk tragen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/05/46-89_Stadtkind_Mai_11_7223.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-11660" title="46-89_Stadtkind_Mai_11_72" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/05/46-89_Stadtkind_Mai_11_7223-183x300.jpg" alt="" width="183" height="300" /></a>Nebelige Grundstimmung, Gänsehaut und ein psychopathischer Serienkiller: In Dartmoor, einer überwiegend aus Moor bestehenden Hügellandschaft Südenglands, wird eine der vielen Leichen gefunden, die die Handschrift des Mörders Jerome Monk tragen. Wieder einmal wird der forensische Anthropologe Dr. Hunter zu den Ermittlungen hinzugezogen, um die anderen Leichen zu bergen. Neben ihm sowie der Profilerin Sophie Keller und dem forensischen Archäologen Wainwright, wird auch der im Hochsicherheitstrakt einsitzende Monk geholt. Doch die Suche endet im Desaster: Der Gefangene kann fast entkommen und die Leichen werden nie gefunden. Acht Jahre später bricht Monk tatsächlich aus dem Gefängnis aus. Plötzlich sind alle Beteligten der damaligen Suchaktion wieder in Gefahr, denn der Serienkiller will sich rächen. Dr. Hunter schert das nur wenig. Erst als ihn Sophie Keller um seine Hilfe bittet, begibt er sich ins Dartmoor. Als er eintrifft, findet er die Profilerin bewusstlos vor. Hat Monk etwa schon zugeschlagen?</p>
<p>„Verwesung“ ist nach „Die Chemie des Todes“, „Kalte Asche“ und „Leichenblässe“ Simon Becketts vierter Thriller, wobei der Handlungsaufbau eher einem Kriminalroman zuzuordnen ist. Wie auch in seinen literarischen Vorgängern, leitet Beckett die Fortsetzung rund um seinen Protagonisten, den forensischen Anthropologen Dr. Hunter, mit einem spannenden fachwissenschaftlichen Prolog ein, der sofort in den Bann zieht: „Eins. Zwei. Acht. Die Ziffern des Verfalls. In diesem Verhältnis verwesen alle Organismen, ob groß oder klein. An der Luft, im Wasser. Unter der Erde&#8230;“ Doch anschließend lässt die sonst so einrucksvolle und dem Fall meist eine Wendung gebende Forensik auf sich warten. Das Sezieren von Leichen, das Dr. Hunter bisher immer geheimnisvolle Indizien einbrachte, entfällt beinahe vollständig, wodurch der Titel „Verwesung“ zu keiner Relation mit dem Buchinhalt steht. Auch einige Logikfehler lassen so manchen Handlungsablauf vorhersehbar erscheinen: Wieso nimmt man dem „gefährlichsten Mann des Landes“ die Handschellen ab und das auch noch in einer Moorlandschaft, die er wie seine Westentasche  kennt? Und warum fragt Dr. Hunter die Profilerin nicht ein einziges Mal, wozu sie seine Hilfe braucht? Eingefleischte Fans, die darüber hinweg sehen können, werden jedoch belohnt: Sie erhalten einen umfassenden Rückblick in Dr. Hunters Vergangenheit. Doch trotz des fesselnden und für Beckett typischen Erzählstils, ist „Verwesung“ vermutlich seine bisher schwächste Fortsetzung.</p>
<p><strong>Anna Pakosch</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>anne swärd, bis zum letzten atemzug</title>
		<link>http://www.stadtkind-hannover.de/2011/05/anne-sward-bis-zum-letzten-atemzug/</link>
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		<pubDate>Sun, 01 May 2011 09:48:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[hauskritik]]></category>
		<category><![CDATA[2011-05]]></category>

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		<description><![CDATA[„Die Liebe macht aus dem, den du liebst, einen vollkommenen Menschen ohne Fehler.“]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/05/46-89_Stadtkind_Mai_11_7222.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-11656" title="46-89_Stadtkind_Mai_11_72" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/05/46-89_Stadtkind_Mai_11_7222-194x300.jpg" alt="" width="194" height="300" /></a>„Die Liebe macht aus dem, den du liebst, einen vollkommenen Menschen ohne Fehler.“ Lo ist gerade mal sieben Jahre alt, als sie dem Teenager Lukas, mitten im Gewühle und der Löschaktion eines Feldbrands, begegnet. Wohlbehütet und liebevoll aufgewachsen, begreift sie in besagter Nacht, dass die unbeschwerten Tage ihrer Kindheit vorbei sind. Von nun an teilen das wilde, starke Mädchen und der von seinem Vater geschlagene Einzelgänger jede freie Minute miteinander. Aber immer wieder kommt es zu kleineren Handgreiflichkeiten und aggressiven Vorfällen zwischen den ungleichen Heranwachsenden. Als Los Familie ihr den Umgang mit Lukas verbietet, schert sich das Hippiemädchen nur wenig darum. Sie treffen sich heimlich und es scheint, als würde Lukas auf sie warten: „Als ich Kind war, war er Teenager, und als ich Teenager wurde, war er erwachsen. Bald würden wir uns zum ersten Mal auf der Seite einer entscheidenden Grenze befinden.“ Doch dann erkrankt Lukas Vater an Leukämie. Und nach seinem Tod wird Lo Lukas mit einem Gefühl aus Scham und Erleichterung verlassen. Als freier Vogel bereist sie die Welt und macht allerhand Männerbekanntschaften, bis sie sich wieder auf die Suche nach der großen Liebe begibt.</p>
<p>Anne Swärd debütierte bereits 2003 erfolgreich mit dem Roman &#8220;Polarsommer&#8221;. Ihr zweites literarisches Werk &#8220;Bis zum letzten Atemzug&#8221; wurde in Schweden mit dem Borkcirkular-Leserpreis für den besten Roman 2010“ ausgezeichnet und in elf Sprachen übersetzt. Es ist eine komplexe Geschichte über das Schicksal zweier Familien, übers Erwachsenwerden, das psychologische Bild der Pyromanie und des Ödipus-Komplexes, doch vor allem über eine tragische, platonische Liebe: „Man braucht Intelligenz, um so zu lieben. Leise und ohne Requisiten. Wir wuchsen mit so wenig Anregung von außen auf, waren einander genug, atmeten dieselbe schwere Luft, schwer von der Saat, die im Regen verfault.“ Anne Swärd besticht vor allem durch ihre starken und wandelbaren Charaktere sowie ihre zurückhaltend-philosophische und poetische Erzählweise: „’Wann willst du eigentlich groß werden?’ Ich sah ein, dass es Zeit war. Ich war bald neun und hatte keinen Vater. Niemand würde mich retten. (…) Als könnte man die Rückkehr meines Vaters mit einem Kätzchen vergleichen, das ich nie bekommen würde.“ Eintauchen und lesen!</p>
<p><strong>Anna Pakosch</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>lars kutschke</title>
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		<pubDate>Sun, 01 May 2011 09:25:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[literarisches]]></category>
		<category><![CDATA[2011-05]]></category>

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		<description><![CDATA[Darauf muss man erst mal kommen: „Dog Made Wet“ heißt der Eigenverlag des Autors Lars Kutschke mit der Idee, tierische und menschliche Geschichten zu veröffentlichen. Der Eigenname wird phonetisch gelesen...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/05/46-89_Stadtkind_Mai_11_72_neu.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-11226" title="Lars Kutschke" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/05/46-89_Stadtkind_Mai_11_72_neu-300x286.jpg" alt="" width="300" height="286" /></a>Darauf muss man erst mal kommen: „Dog Made Wet“ heißt der Eigenverlag des Autors Lars Kutschke mit der Idee, tierische und menschliche Geschichten zu veröffentlichen. Der Eigenname wird phonetisch gelesen – Doc. med. vet. – eine augenzwinkernde Anspielung auf das Verlagsprogramm. Denn Lars Kutschke schreibt und verlegt tierisch menschliche Geschichten rund um Kinder, Frauen, Männer und Vierbeiner.</p>
<p>Morgens, wenn die ersten Sonnenstrahlen Hannover wachkitzeln, setzt sich der Wahl-Hannoveraner an den Schreibtisch und entwickelt seine Ideen: „Manche Leute schreiben Tagebuch, ich betreibe Kleinkunst“, sagt Kutschke über sein Schaffen. Was bei dieser „Kleinkunst“ entsteht, sind traumhafte Geschichten für Groß und Klein. Vor zwei Jahren gründete er seinen eigenen Verlag und veröffentlichte sein erstes Kinderbuch „Der paddelige Pinguin“. Zum Inhalt: Gerade erst ist seine kleine Schwester auf die Welt gekommen, schon wird der kleine Pinguin herumkommandiert. Er soll frischen Fisch für das Nesthäkchen fangen. Auf dem Weg zum Meer trifft er einige Tiere, die mit ihm spielen wollen. Doch der kleine Pinguin traut sich nicht so recht und erlebt die Abenteuer lieber in seiner Fantasie. Wird er es schaffen, über seinen Schatten zu springen? Seit seinem Debüt sprudelt Lars Kutschke nur so vor Ideen.</p>
<p>Vor kurzem erschien sein zweiter Kriminalroman „Zugesehen haben Kühe“, der in Linden und in Rede bei Pattensen spielt. Dabei liegt der hannoversche Standpunkt aber nicht im Fokus des Plots – wie eine Anfrage aus Berlin beweist, im Herbst eine Krimilesung in der Hauptstadt zu veranstalten. Inspirationen findet der bei Hamburg geborene Bücherfan nahezu überall: „Ich bin gern mit Menschen zusammen – ob alt oder jung. Ich beobachte, achte viel auf die Mimik, auf Situationen und auf die Offenheit von Kindern.“ Außerdem schätzt er besonders die Werke seiner Autorenhelden Max Frisch und Ian Rankin. Ob Kinderbuch oder Krimi – zwischen drei bis sechs Monate braucht Lars Kutschke für den Rohentwurf eines Buches, anschließend kommt der Feinschliff. Dazu gehört auch die Illustration. Zusammen mit Antonie Thorns erstellt er ein künstlerisches Konzept, dass die Hannoveranerin dann für ihn zeichnet und koloriert. Anschließend heißt es: Ab in den Druck!</p>
<p>Nur vom Schreiben allein zu leben, das kann sich Lars Kutschke jedoch eher nicht vorstellen: „Mein Beruf macht mir viel Spaß. Als Gesundheitsmanager habe ich ja ebenfalls sehr viel mit Menschen zu tun.“ Jetzt hat er es geschafft, eine raffinierte Brücke zwischen Hauptberuf und Verlag zu schlagen: Am 12. Mai um 20 Uhr tritt Lars Kutschke zusammen mit dem A-cappella-Krimi-Chor „Cecilia Street“ zum Benefiz-Event in der Kapelle des Schwesternhauses neben der Tierärztlichen Hochschule am Braunschweiger Platz auf (Schwesternhausstr. 10). Im Gepäck haben sie Kutschkes aktuellen Krimiroman „Zugesehen haben Kühe“ sowie klangvolle, zu den Buchabschnitten passende, Balladen. Und darum geht’s: Nach einem feucht-fröhlichen Dorffest ist ein junges Mädchen verschwunden, ausgerechnet in dem Dorf, in dem der Privatermittler Tomke Mattes als Jugendlicher bei einer Pflegefamilie wohnte. Für ihn werden die Ermittlungen auch zu einer Reise in die Vergangenheit. Dabei schaut Mattes sich die Dorfbewohner genau an und deckt schon bald ein Geheimnis nach dem anderen auf, womit er sich bei den misstrauischen Bewohnern nicht gerade Freunde macht&#8230;</p>
<p>Der Eintritt der Benefiz-Lesung ist gratis, es wird um eine Spende zugunsten des Vereins zur Unterstützung AIDS-kranker Kinder geworben. Für Speis und Trank ist natürlich gesorgt. „Es ist ein stimmungsvoller Ort“, erzählt der Autor begeistert. „Und die Studierenden, die im Schwesternhaus wohnen, waren von der Idee sofort begeistert, eine Krimi-Lesung mit Live-Gesang aufzuführen.“ Nix wie hin und viel Spaß!<br />
<strong><br />
Text: Anna Pakosch, Foto: Christian Wyrwa</strong></p>
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		<title>hannes köhler, in spuren</title>
		<link>http://www.stadtkind-hannover.de/2011/04/hannes-kohler-in-spuren/</link>
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		<pubDate>Fri, 01 Apr 2011 16:46:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[hauskritik]]></category>
		<category><![CDATA[2011-04]]></category>

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		<description><![CDATA["Mal eben kurz Kippen holen …“ – mit einem Klischee verlässt der lallende Felix die feucht-fröhliche Runde und taucht nicht mehr auf. Zurück bleibt sein bester Freund Jakob, der Felix’ verschwitztes T-Shirt auf der Toilette findet...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Mal eben kurz Kippen holen …“ – mit einem Klischee verlässt der lallende Felix die feucht-fröhliche Runde und taucht nicht mehr auf. Zurück bleibt sein bester Freund Jakob, der Felix’ verschwitztes T-Shirt auf der Toilette findet. Keine Ankündigung, kein Abschied. Ist Felix etwas zugestoßen? Ein Unfall? Ein bester Freund wüsste doch, wohin er verschwunden ist. Verwirrt begibt sich Jakob auf Spurensuche: Er telefoniert Freunde ab, checkt Felix’ E-Mails, durchsucht seine Wohnung und liest schließlich sein Tagebuch. Wer war Felix in Wirklichkeit und warum zog er seinen scheinbar besten Freund nicht ins Vertrauen? Immer mehr gerät Jakob in den Sog eines fremden Lebens, das ihn einerseits schockiert und verstört, andererseits als eine faszinierende Alternative zum eigenen Lebensentwurf erscheint. Dabei geht nicht nur die Beziehung zu Freundin Sarah zu Bruch. Jakob beginnt sich immer mehr in Felix’ Habitus zu verlieren und gefährliche Grenzen zu überschreiten.</p>
<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/05/56-89_April_SK_2011_724.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-11174" title="hannes koehler" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/05/56-89_April_SK_2011_724-195x300.jpg" alt="" width="195" height="300" /></a>In seinem Debüt legt Hannes Köhler existenzielle Fragen nach Freundschaft, Liebe und nach der eigenen, inneren Welt sowie der äußeren Wahrnehmung und Realität offen. Vertraut man sich anderen an, wird man verletzlich. Und was beinhaltet überhaupt Menschenkenntnis? Wie eine Art Detektiv oder Psychologe begibt man sich als Leser mit dem Protagonisten auf Spurensuche und weiß irgendwann selbst nicht mehr, nach wem man jetzt eigentlich sucht: nach Felix oder nach Jakob? Als Stipendiat der Autorenwerkstatt Prosa 2009 im Literarischen Colloquium Berlin ist „In Spuren“ Köhlers erste Buchveröffentlichung. Sein Schreibstil besticht vor allem mit eindringlich-detaillierten, szenischen Beschreibungen, sodass man am liebsten gleich mit Jakob durch Berlin schlendern oder seine Freundin Sarah Wein trinkend am Ufer treffen möchte. Auch wenn es dem Leser nicht sonderlich schwer fällt, den Fall Felix relativ früh zu durchschauen, so sind die übrigen Hauptdarsteller komplexe, wandlungsfähige Charaktere, in die man wunderbar eintauchen kann. Lediglich Jakobs zunehmende Lethargie lässt beim Lesen die Wut köcheln. Und das ist auch gut so. Bitte lesen!</p>
<p><strong>Lotta Caspers</strong></p>
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		<title>markus kavka, rottenegg</title>
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		<pubDate>Fri, 01 Apr 2011 16:42:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Gregor Herzl ist kein Kind von Nüchternheit. Im Gegenteil: Tagsüber moderiert der Musiknerd erfolgreich bei PopTV, nachts ist er mit seiner anmutigen Schauspielerfreundin Wilma und stets einem „eiskalten Polnischen“ (Wodka) „mords auf Sendung“...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gregor Herzl ist kein Kind von Nüchternheit. Im Gegenteil: Tagsüber moderiert der Musiknerd erfolgreich bei PopTV, nachts ist er mit seiner anmutigen Schauspielerfreundin Wilma und stets einem „eiskalten Polnischen“ (Wodka) „mords auf Sendung“. Das Leben ist eine einzige Party. Doch warum sollten ausgerechnet Zukunftsängste und Wirtschaftskrise vor TV-Moderatoren Halt machen? Kurz vor seinem 40. Geburtstag überschlagen sich für Gregor die Ereignisse: Vom Sender entlassen, von Wilma betrogen und schließlich vom Feuilleton als „Berufsjugendlicher“ verhasst, beschließt der Rockjournalist seinen Schmerz mit Speed, Weed, Koks und Co. zu betäuben. Als ein von Minderwertigkeitskomplexen, Depressionen und Einsamkeit geplagtes Nervenwrack, sieht die „verdrogte Fernsehfresse“ nur noch einen Ausweg: die Flucht in die tiefste bayerische Provinz, seinen Heimatort Rottenegg. Obwohl ihn dort einige Nachbarn wegen seiner unkatholischen Moderationsinhalte das Leben schwer machen, fühlt sich Gregor in seiner Heimat zunächst angenehm umwattet. Als „Ottonormal-Rottenegger“ mutiert er sogar zum Kleinstadthelden am DJ-Pult, beim Heimatsender und auf dem Fußballrasen. Doch ein tragischer Unfall verändert plötzlich alles.</p>
<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/05/56-89_April_SK_2011_723.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-11171" title="markus kavka" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/05/56-89_April_SK_2011_723-183x300.jpg" alt="" width="183" height="300" /></a>Auch wenn Musikfernsehen heute leider nicht mehr das ist, was es mal war: Kaum ein anderes Gesicht hat es so geprägt wie das von Markus Kavka. Was liegt da näher, als über das Hamsterrad der Musikbranche zu schreiben? „Rottenegg“ ist, nach einigen veröffentlichten Kolumnensammlungen, Kavkas erster Roman. Auch wenn sich das Debüt anfangs schleppend liest, gewinnt es doch zunehmend an Spannung. Kavkas sympathischer Protagonist schafft Nähe: Mal weckt er den Helferinstinkt und man möchte ihn in am liebsten umarmen, mal möchte man ihn einfach nur schütteln. In Rottenegg angekommen, bekommt der Plot ordentlich Schwung. Die emotionale Beschreibung der Romanfiguren weicht zugunsten eines prägnanteren Schreibstils. Kavka glänzt mit dem, wofür man ihn am meisten schätzt: mit seinem lakonischen Erzählstil und einer auf den Punkt gebrachten Situationskomik. Ein amüsantes Lesevergnügen. Und nebenbei spekuliert man als Leser vor allem über eines: Wie viel Kafka steckt tatsächlich in Gregor Herzl? Umso verblüffender ist das Romanende.</p>
<p><strong>Lotta Caspers</strong></p>
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		<title>isabelle hannemann &amp; ben everding</title>
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		<pubDate>Fri, 01 Apr 2011 16:05:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[literarisches]]></category>
		<category><![CDATA[2011-04]]></category>

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		<description><![CDATA[„Ein Mensch ist erfolgreich, wenn er zwischen Aufstehen und Schlafengehen das tut, was ihm gefällt“, predigt der legendäre Bob Dylan. Isabelle und Ben sind zwar noch nicht legendär, aber sie tun in jedem Fall das, was ihnen gefällt...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Ein Mensch ist erfolgreich, wenn er zwischen Aufstehen und Schlafengehen das tut, was ihm gefällt“, predigt der legendäre Bob Dylan. Isabelle und Ben sind zwar noch nicht legendär, aber sie tun in jedem Fall das, was ihnen gefällt. Und sie vertrauen Bob Dylan. Genauso wie der multitalentierte Antiheld, bringen auch sie „es alles wieder zurück nach Hause“. Unter diesem Motto eröffnen die beiden hannoverschen Autoren ihre neue Lesereihe.</p>
<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/05/56-89_April_SK_2011_72.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-11160" title="Ben und Isabelle" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/05/56-89_April_SK_2011_72-300x294.jpg" alt="" width="300" height="294" /></a>Den Auftakt bildet ihr Bühnenstück „Halte Frette! – Ostermette“. Die szenisch-musikalische Lesung behandelt zwar (noch) nicht Bob Dylan, hat dafür aber ein brandaktuelles und gleichzeitig klassisches Thema auf Lager. Als getaufte und bekennende Atheisten haben sich Ben und Isabelle dem wichtigsten christlichen Fest gewidmet: Nein, nicht Weihnachten, sondern Ostern. Tagelang haben sie sich mit Passagen der Bibel auseinander gesetzt und sich zur Aufgabe gemacht, die teilweise längst vergessenen Texte kunstvoll dem Publikum näher zu bringen. Herausgekommen ist eine dramaturgisch-ökumenisch inszenierte Lesung über die beiden wichtigsten Konfessionen in Deutschland: Zensierte Passagen rücken ins rechte Licht und längst vergessene B-Prominente der heiligen Schrift erstehen wieder auf. Begleitet werden Ben und Isabelle dabei von dem Organisten Michael Herdamit. Ein Schelm, wer jetzt an Blasphemie denkt.</p>
<p>Sitzt man den beiden gegenüber, so glaubt man, zwei Menschen zu sehen, die scheinbar nicht unterschiedlicher sein könnten. Isabelle, auf den ersten Blick zurückhaltend, so, als könne sie kein Wässerchen trüben. Und Ben, die düstere Gestalt, der man zunächst nachts nicht auf der Straße begegnen möchte. Doch wie so oft im Leben trügt der Schein.</p>
<p>In Sachen Schreibe ist das durchgeknallte, aber sympathische Duo kein unbeschriebenes Blatt. Isabelle hat bereits 2007 im Rahmen des Buchprojekts „my favourite chords. augenblicke in liedern“ ihre Geschichte „Heftpflastertapes“ veröffentlicht: Melancholische und verschlüsselte Kindheitserinnerungen, die sie rund um The Cures „Lullaby“ gesponnen hat. Auch beim heimischen Poetry-Slam „Macht Worte“ hat sich die einst schüchterne, junge Frau einen Namen gemacht. Isabelle: „Die wollten fünf Euro Eintritt dafür haben! Da dachte ich, mach doch einfach mit und spar dir das Geld.“ Seitdem veranstaltet sie immer mal wieder mit Freunden verschiedenste Leseprojekte dieser Art.</p>
<p>Ben hingegen hat zwei Spielzeiten am Theatre National du Luxembourg geschauspielert. Ende des Jahres erscheint sein erster Roman „O Vanitas Vanitates“, mit dem er momentan, zusammen mit der Pianistin Vera Mohrs, durch die Lande tourt. Zwei Brüder, die nicht unterschiedlicher sein könnten, sind auf der Suche nach ihren Vorfahren und sich selbst. Auf die Frage hin, wie sie denn zum Schreiben gekommen sind, überrascht Isabelle mit erfrischender Bodenständigkeit: „Es ist wie beim Kacken. Irgendwann muss man ja.“ Beide Autoren teilen den gleichen Humor und haben sich zufällig im Béi Chéz Heinz kennengelernt. Die Sozialpsychologin stand kurzerhand als Vertretung hinter der Bar und lud Ben auf ein Bier ein. Isabelle: „Ich hatte den Eindruck, dass er etwas von Musik versteht. Aber normalerweise mache ich das nicht.“ Und das sagt eine Frau, die momentan als Stipendiatin über den weiblichen Sadismus promoviert.</p>
<p>Als passionierte Dylanhörer haben Ben und Isabelle das Plattencover „Bring It All Back Home“ nachgestellt. Natürlich nicht ohne dem ganzen ihren eigenen Stempel zu verpassen: Kurzerhand wurde das graue Kätzchen gegen einen Jack-Russel-Terrier ersetzt, das Time Magazine gegen einen Spiegel getauscht, und die Dylan-Platte abseits musste einem Jeff-Beck-Album weichen. Der Grund liegt auf der Hand: „Es ist die einzige Vinylscheibe, die wir überhaupt besitzen.“ Übrigens: Ben und Isabelle haben versprochen am Ende ihres Auftakts zu singen. Wer sich das nicht entgehen lassen möchte, kommt am 16. April um 20 Uhr in die Pupille, Kleine Pfahlstraße 9, in der List. Psst: Die nächste Lesung ist für Herbst geplant, dann aber wirklich mit dem Thema „Bob Dylan“!</p>
<p><strong>Text: Lotta Caspers</strong></p>
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		<title>rocko schamoni: tag der geschlossenen tür</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Mar 2011 16:15:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[hauskritik]]></category>
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		<description><![CDATA[Eine Tüte flattert im Wind und Michael Sonntag folgt ihr - ganz einfach weil er gerade nichts Besseres zu tun hat. Schamoni-Leser kennen Sonntag bereits aus „Sternstunden der Bedeutungslosigkeit“.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/03/Rocko-Schamoni.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-10251" title="Rocko Schamoni" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/03/Rocko-Schamoni-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Eine Tüte flattert im Wind und Michael Sonntag folgt ihr &#8211; ganz einfach weil er gerade nichts Besseres zu tun hat. Schamoni-Leser kennen Sonntag bereits aus „Sternstunden der Bedeutungslosigkeit“. Der Antiheld hat noch immer keinen Sinn in seinem Leben gefunden. Er lebt in den Tag hinein, ein Nichtsnutz ohne Antrieb, ohne Orientierung, schwach, faul, eine jämmerliche Männergestalt Mitte Dreißig, ein Lebensaussteiger mit Nützlichkeitsallergie. Gerne frönt er seinem einzigen, leider recht bedeutungslosen Talent, sich skurrile Namen auszudenken, und einmal im Monat bringt er eine Kolumne zu Papier, die allerdings regelmäßig aufgrund der gewaltverherrlichenden Inhalte von der Redaktion abgelehnt wird. Ansonsten verweigert Sonntag jede sinnvolle Tätigkeit. Nur sein Kumpel Nowak kann ihn hin und wieder mit aberwitzigen Geschäftsideen aus der Lethargie reißen. Ein paar Frauengeschichten hat Sonntag auch am Laufen, doch in Sachen Beziehung kommt er ebenso wenig voran wie mit dem Berufsleben. Sprachlich schlicht, inhaltlich oft zum Schmunzeln, bewegt sich der Roman irgendwo zwischen pubertärem Geplänkel und lebensklugen Weisheiten. Wenn der Hamburger Clubbesitzer und Lokalpatriot über den Wandel auf dem Kiez schreibt, spürt man deutlich seine Wut über Massentourismus und Megaevents in St. Pauli und möchte gerne solidarisch Häkchen hinter die Sätze setzen. Aber der nicht enden wollende allgemeine Weltekel mit grundsätzlicher Kapitalismuskritik wirkt albern und meistens nervt Sonntag mit seinem verkrampfen Underdog-Dasein so sehr, dass man ihn schütteln und anbrüllen möchte, er möge doch endlich aufwachen, erwachsen werden und arbeiten gehen. Schließlich verdient der FC St. Pauli ja mittlerweile auch das große Geld. Zeiten ändern sich. Und das ist gut so.</p>
<p><strong>Ela Windels</strong></p>
<p>256 Seiten,16,95 Euro,</p>
<p>Piper Verlag</p>
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		<pubDate>Tue, 01 Mar 2011 16:14:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
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		<category><![CDATA[2011-03]]></category>

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		<description><![CDATA[In Hannover sprießen schon länger mal mehr, mal weniger talentierte Schriftsteller wie Pilze aus dem Boden. Kurzum: Hannover mausert sich zur Schreibmetropole Niedersachsens.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/03/Fausto.jpg"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-10250" title="Fausto" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/03/Fausto-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>In Hannover sprießen schon länger mal mehr, mal weniger talentierte Schriftsteller wie Pilze aus dem Boden. Kurzum: Hannover mausert sich zur Schreibmetropole Niedersachsens. Jetzt hat wieder ein Stadtkind ein neues Werk auf den Markt gebracht. Und es gibt wunderbare Neuigkeiten: Es handelt sich um keinen weiteren Krimi, in dem die Protagonisten sämtliche Ecken der Landeshauptstadt durchstreifen, sondern um einen erfrischenden, fiktiven Jugendroman. Schon gut, die Fantasy-Kost-Verächter (mich eingeschlossen) werden jetzt vermutlich denken: Ja, und was schert mich das? Eine Menge! Denn Oliver Dierssens Roman ist weder ein kitschiges Teeniebuch, noch eine Fantasygeschichte im herkömmlichen Sinne, in dem Zauberer, Orks oder Jediritter die Welt retten müssen. Vielmehr hat der Autor mit seiner Story eine urbane Brücke zwischen Küche und Schulhof sowie zwischen harten Pubertätserfahrungen und leichten Fantasyspritzern geschlagen, die im weitesten Sinne das I-Tüpfelchen des Buches sind.</p>
<p>Zum Inhalt: Nicht nur, dass er sich mit seiner esoterischen Ökomutter Hanne und ihren häufig wechselnden Liebhabern herumschlagen muss. Der pickelige Nordstädter Joschel ist ein introvertierter Neuntklässler, der möglichst unauffällig seinen Schulalltag und die verhassten Deutschstunden über sich ergehen lässt. Das Blatt wendet sich, als er „Fausto“ begegnet, ein an Pumuckl erinnerndes Wesen, das in Joschel seinen Meister findet. Denn der Rechtschreibdämon verhilft ihm zum perfekten, fehlerfreien Aufsatz. Von seiner Umwelt zum Hochbegabten erkoren, genießt der Teenie seinen unverdienten Ruhm, gewinnt nach und nach an Selbstvertrauen und freundet sich sogar mit seiner Herzensdame Canan an. Doch die Klassenneider sind ihm bereits dicht auf den Fersen. Schließlich kommt ohnehin alles anders, als gedacht.</p>
<p>Dierssens Charaktere begeistern durch ihre Komplexität, überraschende Wendungen und einen gut konstruierten Höhepunkt. Phantasievolle Skizzen runden das Konzept ab. Dierssens „Fausto“ ist ein dämonisches Lesevergnügen und bietet schräge Dialoge, großkotzigen Teenagerwitz, pubertäre Rebellion, hormongesteuerte Prügeleien, einen Vater-Sohn-Konflikt und heiße Liebe – das interessiert nicht nur Neuntklässler!</p>
<p>Oliver Dierssen ist Arzt an einer psychiatrischen Klinik und widmet sich in seiner Freizeit der Schreiberei. 2009 debütierte der Hannoveraner mit „Fledermausland“ und wurde dafür prompt mit dem Deutschen Phantastik-Preis ausgezeichnet. Am 10. März um 20.15 Uhr stellt er „Fausto“ offiziell in der Buchhandlung Schmorl &amp; von Seefeld vor. Karten gibt’s unter Telefon (0511) 3 67 50.<br />
<strong><br />
Lotta Caspers</strong></p>
<p><em>446 Seiten, 14,99 Euro, Heyne</em></p>
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		<title>jörg pallasch – gewalt lässt keinen kalt</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Mar 2011 16:10:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[literarisches]]></category>
		<category><![CDATA[2011-03]]></category>

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		<description><![CDATA[Alt-Punker Jörg Pallasch ist der „Mit-dem-Kopf-durch-die-Wand-Typ“. Allerdings gab es eine Zeit, in der diese Lebensweise nicht ohne Weiteres möglich war: Er saß vier ein halb Jahre im Gefängnis. Dort, Anfang der 80er Jahre, entstanden die meisten Texte für seine Sammlung „Gewalt lässt keinen kalt“.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Alt-Punker Jörg Pallasch ist der „Mit-dem-Kopf-durch-die-Wand-Typ“. Allerdings gab es eine Zeit, in der diese Lebensweise nicht ohne Weiteres möglich war: Er saß vier ein halb Jahre im Gefängnis. Dort, Anfang der 80er Jahre, entstanden die meisten Texte für seine Sammlung „Gewalt lässt keinen kalt“.</p>
<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/03/Jörg-Pallasch.jpg"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-10259" title="Jörg Pallasch" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/03/Jörg-Pallasch-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>„Guten Rutsch in die Urne. Nicht husten, sonst klappert der Deckel.“ 35 Jahre lang sammelte Jörg Pallasch Sprüche wie diese, schrieb Kurzgeschichten und in den letzten Jahren auch eine 57-seitige Ballade. Doch auch Malereien, Kritzeleien und Songtexte seiner ehemaligen Knast-Pogo-Punk-Band Aktive Notwehr hat er in seinem Buch verewigt. Und da es heutzutage und generell gar nicht so einfach ist, ein Buch unter der Schirmherrschaft eines Verlages zu veröffentlichen, wählte Jörg Pallasch den Weg, der zu ihm passt. Er gründete einfach seinen eigenen Verlag.</p>
<p>Alles begann mit einem Traum, denn im Traum geschehen ja meistens die unmöglichsten Sachen. Und die Kreativität, die während der nächtlichen Ruhe freigesetzt wird, begeisterte eben nicht nur aktuell den Macher von „Inception“, sondern auch Jörg Pallasch in den 80er Jahren. Seine Kurzgeschichten hat er sich nämlich nicht bewusst ausgedacht, sondern Pallasch hat sie geträumt. Wenn er morgens im Gefängnis aufwachte, hatte er seine Träume stets noch vor Augen. Sofort griff er zu Stift und Papier und schrieb das im Traum Erlebte auf.</p>
<p>„Bei uns gab es einen Typen, der hat 24 Stunden am Tag seine Western gelesen“, erzählt Pallasch. Wenn das Licht ausgeschaltet wurde, hat er sich ans Fenster gestellt, um mit dem Scheinwerferlicht von draußen noch lesen zu können.“ Jeden Morgen, wenn Pallasch einen seiner Träume aufgeschrieben hatte, gab er den Text dem Western-Typen zu lesen. „Das ist viel besser als das Zeug, was ich die ganze Zeit lese, hat der dann gesagt.“ Und auch die anderen Häftlinge mochten seine Geschichten. Also schrieb Pallasch weiter.</p>
<p>Die Ballade „Dennis West“ hingegen ist erst die letzten vier Jahre entstanden. Sie handelt von dem Leben des jungen Dennis, der im Elternhaus vor allem Erniedrigung und Gewalt erfahren muss. Dennis will dieser Situation entfliehen, indem er mit einem Klassenkameraden in Richtung Dänemark türmt und später, nachdem der Fluchtversuch gescheitert ist, indem er in den Konsum von Drogen flüchtet. Später wird er zum Dealer. „Harte Geschichten“, sagt Pallasch dazu selbst. Wie einen roten Faden durchzieht das Thema Gewalt sowohl die Ballade als auch die Kurzgeschichten, die er schrieb.</p>
<p>Aber nicht nur literarisch, sondern auch musikalisch war Pallasch im Gefängnis aktiv. In der JVA Vechta gründete er die Punk-Band Aktive Notwehr. Lieder wie „Lass mich raus“, „Ich darf nicht“ und „Bankraub“ sprechen für sich. „Wir haben Konzerte für die Mithäftlinge gegeben“, erzählt Pallasch mit einem Lächeln. Der Proberaum lag direkt über den Zugangszellen, so dass die Neuankömmlinge gleich „den Punk rummsen“ hörten. Im Moment ist Jörg Pallasch als Kurier tätig. „Das ist für mich auch aktive Notwehr“. Pallasch verdient nicht nicht sehr viel, aber nicht berufstätig zu sein, kommt für ihn nicht infrage.</p>
<p>„Wir sind das Volk“ – dieser Satz war es, der hinter dem Umbruch von 1989, dem Fall der Mauer, stand. Jörg Pallasch hatte diesen Satz schon 1983 oftmals ausgerufen und aufgeschrieben. „Ja, Jungs, das habe ich euch doch schon die ganze Zeit gesagt“, hat er 1989 gesagt. Jörg Pallasch ist der Geist der 80er Jahre noch anzumerken. Bis heute ist er unzufrieden geblieben: mit der Politik, mit dem Staat, mit dem mangelden Engagement in der Gesellschaft. Darüber will er sein nächstes Buch schreiben.</p>
<p>Auf der Internetseite des Verlages kann man „Gewalt lässt keinen kalt“ kostenlos lesen  und natürlich das Buch bestellen: www.verlag-joerg-pallasch.de.</p>
<p><strong>JK</strong></p>
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		<title>rebecca james, die wahrheit über alice</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Feb 2011 09:53:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
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		<category><![CDATA[2011-02]]></category>

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		<description><![CDATA[Kein Feind kann dir so wehtun wie deine beste Freundin! Wer auf der Suche nach emotionalem Nervenkitzel ist, findet in „Die Wahrheit über Alice“ einen eingängigen Plot.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/03/Die-Wahrheit-über-Alice.jpg"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-10036" title="Die Wahrheit über Alice" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/03/Die-Wahrheit-über-Alice-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Kein Feind kann dir so wehtun wie deine beste Freundin! Wer auf der Suche nach emotionalem Nervenkitzel ist, findet in „Die Wahrheit über Alice“ einen eingängigen Plot: Um über den Mord ihrer jüngeren, hochbegabten Schwester hinweg zu kommen, zieht die 17-jährige Katherine von Melbourne nach Sydney. Fortan kämpft sie sich als Einzelgängerin durch, bis eines Tages Alice in ihr Leben tritt. Voller Charme und Lebensfreude reißt die extrovertierte Freundin Katherine aus ihrer Lethargie und stellt ihr Leben auf den Kopf. Schließlich gewinnt Alice ihr Vertrauen, dringt in ihr Innerstes vor, bis hin zu jener Nacht, in der Katherines Schwester starb. Doch mit der Zeit verhält sich Alice immer selbstsüchtiger und grausamer. Katherine muss erkennen, dass ihre Freundin ein abgekartetes Spiel treibt und zwar nach Regeln ohne Grenzen… Was auf den ersten Blick aufgrund des kitschigen Buchcovers wie ein Teenie-Roman wirkt, entpuppt sich schnell als eine Mischung aus Krimi und Psychothriller. Neben einer vielschichtigen Buchstruktur, die den Leser aus der Gegenwart abwechselnd in zwei Vergangenheitsstränge blicken lässt, baut das Buch bereits auf der ersten Seite eine anziehende Spannung auf, die auf einer Hasstirade aus der Rückblende basiert. Das Buch-Konzept ist so einfach wie eindringlich: Zwei junge Frauen, die nicht unterschiedlicher sein könnten, treffen aufeinander. Die eine, Alice, aus verkorkstem Elternhaus, schön, beliebt, überdreht und voller Energie. Die andere, Katherine, einst wohl behütet, schließlich erschüttert durch den Tod ihrer Schwester, gefangen in Trauer und Schuldgefühlen, eher unscheinbar. Neben den Reibereien beider Welten, wird schnell klar, dass es um mehr als nur die offensichtlichen Charakter-Disparitäten gehen muss. Auch wenn man das Debüt der Australierin Rebecca James gar nicht mehr aus der Hand legen mag, so hat man doch zeitweise immer wieder das Gefühl, bereits die Verstrickungen der ausgeklügelten Storyline und die Verbindung zwischen den Protagonisten zu erkennen – noch ehe sie angesprochen werden. Als Leser ist man der Autorin immer mal wieder einige Seiten voraus. Trotz allem ist „Die Wahrheit über Alice“ emotional stark fesselnd. Vor allem Alice’ narzisstische Persönlichkeit wird so authentisch skizziert, dass man die eiskalte Stimmung förmlich spürt. Das tröstet auch über die etwas schwache Skizzierung Katherines hinweg. Dem Bann der Story kann man sich dennoch kaum entziehen. Lesenswert!  <strong>AP</strong></p>
<p><em>320 Seiten, 16,95 Euro, Rowohlt Wunderlich</em></p>
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		<title>heinz strunk, in afrika</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Feb 2011 09:51:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[hauskritik]]></category>
		<category><![CDATA[2011-02]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit seinem hochgelobten autobiografischen, schrägen und melancholischen Romandebüt „Fleisch ist mein Gemüse“ hat Strunk die Messlatte für Witz, Ironie und Satire hoch angesetzt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/03/Heinz-Strunk-in-Afrika.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-10035" title="Heinz Strunk in Afrika" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/03/Heinz-Strunk-in-Afrika-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Seit seinem hochgelobten autobiografischen, schrägen und melancholischen Romandebüt „Fleisch ist mein Gemüse“ hat Strunk die Messlatte für Witz, Ironie und Satire hoch angesetzt. In seinem neuesten Werk offenbart er dem Leser sein Verständnis von Urlaub und Erholung. Diesmal geht es nach Kenia. Zuvor aber noch eine Reise in Strunks Kopfwelt: Waschmaschine kaufen, Reiseimpfungen ignorieren und eine leblose Unterhaltung mit seinem Reisepartner „C.“. Wer sich bis Seite 50 vorkämpft, kann endlich mit dem Autor in den ostafrikanischen Staat abheben. Schnell offenbart sich das Buch jedoch als Enttäuschung: Sonne, Palmen, Casino, Pauschalurlaub und tote Hose. Den größten Erholungswert findet Strunk auf Reisen, bei denen nichts passiert. Und tatsächlich: auf den nächsten 200 Seiten herrscht gähnende Leere. Strunk erhebt nicht den leisesten Anspruch, etwas über Land, Leute und Sitten zu erfahren, geschweige denn, das Land kennenzulernen oder sich mit Afrikas Konflikten und Problemen wie Armut, Hunger oder Aids auseinander zu setzen. Die meiste Zeit verbringt er am Pool oder im Casino. Hin und wieder reißt er die eine oder andere Frau, teils zweifelhafter Moral, auf. Der Höhepunkt der Reise ist ein Tagesausflug, den Strunk und sein Freund trotz Warnungen wegen Wahlen in Mombasa in die Tat umsetzen. Die Art und Weise jedoch, wie er über die Menschen berichtet, ist milde gesagt widerlich. In Strunks Reisebericht fehlt jeglicher Tiefgang. Kein Wunder, denn die einzige Info, die er über Kenia besitzt, ist, dass unser hannoverscher Pinkelprinz Ernst August in jenem Lad einen Hotelier krankenhausreif prügelte. Von Strunk gibt’s verbale Hiebe obendrauf: Bimbo-Lippen und Glubschaugen – Strunk fehlt jegliche Empathie und der Hintergrund zur Satire. Keine Spur von der skandalös prägnanten Gesellschafts-Analyse, die dem Provinz-Heinzer und seine Schlagercombo Tiffanys in „Fleisch ist mein Gemüse“ zum Bestseller verhalf. Wenn auch die Nachfolgewerke „Die Zunge Europas“ und „Fleckenteufel“ dem Debüt nicht das Wasser reichen konnten – Strunks Afrika-Bericht ist ein Schlag ins Gesicht. Strunk wirkt nicht nur desinteressiert, sondern arrogant, verbittert, traurig. Was ist nur aus dem Heinzer geworden? Macht Erfolg vielleicht träge? Trostpflaster: Immerhin steht Strunk zu seinen Ansichten, bezeichnet sich als den Anti-Urlauber: „Zu Hause top, im Urlaub flop.“ Recht hat er. Schade eigentlich. <strong> AP</strong></p>
<p><em>272 Seiten, 13, 95 Euro, Rowohlt Polaris</em></p>
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