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	<title>STADTKIND - hannovermagazin &#187; hauskritik</title>
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		<title>barney stinson &amp; matt kuhn, der bro code für unterwegs</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Sep 2011 09:58:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[hauskritik]]></category>
		<category><![CDATA[2011-09]]></category>

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		<description><![CDATA[Daddy ist wieder da! Nach „Der Bro Code“ und „Das Playbook“ meldet sich Barney Stinson mit seinem dritten Werk für die Menschheit zurück. Denn wie Spidermans Onkel schon sagte: „Wer viel Macht hat, hat auch viel Verantwortung.“ Und diese Verantwortung hat sich „der beste Bro aller Zeiten“ zur Lebensaufgabe gemacht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/10/Bro-Code-für-unterwegs-JPG.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-13817" title="Der Bro Code für unterwegs" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/10/Bro-Code-für-unterwegs-JPG-290x300.jpg" alt="" width="290" height="300" /></a>Daddy ist wieder da! Nach „Der Bro Code“ und „Das Playbook“ meldet sich Barney Stinson mit seinem dritten Werk für die Menschheit zurück. Denn wie Spidermans Onkel schon sagte: „Wer viel Macht hat, hat auch viel Verantwortung.“ Und diese Verantwortung hat sich „der beste Bro aller Zeiten“ zur Lebensaufgabe gemacht.</p>
<p>Für alle, die den kultigen Womanizer noch nicht kennen sollten (wie ist das möglich?), folgt hier ein Buchauszug, wie Barney sich selbst beschreibt: „Barney Stinson ist ein gutaussehender junger Mann, dem man seine Töchter ohne Bedenken anvertrauen kann. Man kennt ihn aus der erfolgreichen Serie How I Met Your Mother. Barney hat mit über 200 Frauen geschlafen, spricht 83 Sprachen und ist ein leidenschaftlicher Zungenkünstler.“ Dieser reiche Erfahrungsschatz bescherte dem gefragten Junggesellen viele Bewunderer, aber auch Neider – und allen voran viele ratlose „Bros“, also Brüder, denen eigentlich nur eine Frage auf der Zunge brennt: Wie werde ich wie Barney? Genau hier knüpft Stinsons jüngster Geniestreich an: „Der Bro Code für unterwegs“ beinhaltet all die Beobachtungen, Einsichten und Weisheiten, die aus der harten Arbeit Barneys entstanden sind, „Tag für Tag der Größte zu sein“. Es ist das perfekte Nachschlagewerk für unterwegs und garantiert den größtmöglichen Gebrauchswert, da es nach Einsatzorten gegliedert ist. So erfährt beispielsweise ein geneigter Bro, der sich fragt, ob er schwarze oder graue Lycrashorts zum Fitnesstraining tragen sollte, rasch in dem Kapitel „Der Bro im Sportstudio“, dass die richtige Antwort ein klares „weder noch“ ist.</p>
<p>In diesem praktischen Ratgeber wird nicht rumgeschwafelt, nein, dieses Buch ist wie der Autor schlicht und einfach großartig. Kurze, prägnante Zitate kommen gleich auf den Punkt und erlauben es sogar mal eben am Steuer den moralischen Kompass auf Zack zu bringen: So gilt im Verkehr ein simples „Bruder vor Luder“.  Ob beim Date, im Stripclub oder sogar im Weltall – in Sachen Frauen ist Barney nie um eine eigene Meinung verlegen. Echte Männerfreundschaft geht ihm jedoch über alles, und seinen Prinzipien, die im „Bro Code“ festgehalten sind, bleibt er immer treu. Kurzum: Dieses unverzichtbare Handbuch lässt sich leicht in jede Männerhosentasche stopfen – und da gehört es auch hin! Denn ganz sicher ist es – es kommt gleich: legendär!</p>
<p><strong>Anna Pakosch</strong></p>
<p><em>144 Seiten, 6,99 Euro, Riva Verlag</em></p>
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		<title>donata rigg, weiße sonntage</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Aug 2011 12:15:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[hauskritik]]></category>
		<category><![CDATA[2011-08]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit ihrem Debüt wagt sich Donata Rigg in das Spannungsfeld zwischen Großstadtleben und einer von Religion und Suff geprägten Provinz. Mit düsterem Humor und teils harter, teils poetischer Sprache führt sie ihre drei Figuren Maria, Martha und Albert an die Grundfesten ihrer Existenz.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2012/01/36-89_SK_August_2011_725.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-14715" title="weiße sonntage" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2012/01/36-89_SK_August_2011_725-202x300.jpg" alt="" width="202" height="300" /></a>Eins vorweg: Dieses Buch ist sehr verwirrend. Das liegt vermutlich daran, dass Donata Rigg keine Geschichte im eigentlichen Sinne erzählt, sondern die Abgründe der menschlichen Psyche thematisiert. Im Mittelpunkt stehen Maria, ihr Lebensgefährte Albert sowie Marias hochintelligente, aber psychisch kranke Zwillingsschwester Martha, die sich gerade erst das Leben genommen hat. Doch wie verarbeitet man den Freitod seiner Zwillingsschwester?</p>
<p>Maria kehrt kurz vor Marthas Selbstmord aus Berlin in die Einöde der süddeutschen Provinz zurück. Martha geht es schlecht, und Maria beginnt in Gesprächen mit Albert, Dorfwirt und Archivar, Marthas Geschichte zu rekonstruieren. Dabei kommen die verschiedensten Ereignisse aus Kindheit und Jugend der unterschiedlichen Zwillingsschwestern ans Licht. In einer Szene erfährt der Leser, wie sich Maria nachts in Marthas Zimmer schleicht, um ihr körperlich nah zu sein. Dann wieder sind es Marthas Grausamkeiten, die immer wieder das Schwesternverhältnis dominieren. So sperrt sie Maria in eine luftdichte Truhe und tanzt darauf zu Falcos „Jeanny“, bis sich Maria in letzter Minute doch noch selbst befreien kann &#8230;</p>
<p>Die Suche nach den Gründen für Marthas Freitod ist tiefgründig und vielschichtig. Im Verlauf der Erzählung wird immer deutlicher, dass die Frauen nicht nur in einer komplexen Abhängigkeit zueinander stehen, sondern, dass das Leben der fünf Minuten früher geborenen Maria nur scheinbar ganz anders verläuft als das von Martha &#8230; Die Abhängigkeit der Zwillinge voneinander führt über Rivalitäten zu Hassliebe und gipfelt in einer inzestuösen Beziehung. Und diese Liebe besitzt eine Schmerzhaftigkeit, die Marias distanzierte Liaison mit Albert immer weiter verblassen lässt. Beim schockierenden Showdown ist man sich schließlich gar nicht mehr sicher, ob es nicht vielleicht eher Martha ist, die noch am Leben ist &#8230;</p>
<p>Mit ihrem Debüt wagt sich Donata Rigg in das Spannungsfeld zwischen Großstadtleben und einer von Religion und Suff geprägten Provinz. Mit düsterem Humor und teils harter, teils poetischer Sprache führt sie ihre drei Figuren Maria, Martha und Albert an die Grundfesten ihrer Existenz.</p>
<p><strong>Anna Pakosch</strong></p>
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		<title>katri dietz, wickelkontakt</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Aug 2011 12:11:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[hauskritik]]></category>
		<category><![CDATA[2011-08]]></category>

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		<description><![CDATA[Sophie Sonnenberg ist dreißig Jahre alt und mit ihrer zwei Wochen alten Tochter Maja etwas überfordert. Das typische Leben einer jungen Mutter? Im Grunde schon, wäre sie nicht vorher als Chaosqueen und Moderatorin eines Radiosenders bekannt gewesen. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2012/01/36-89_SK_August_2011_724.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-14712" title="Wickelkontakt" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2012/01/36-89_SK_August_2011_724-191x300.jpg" alt="" width="191" height="300" /></a>Sophie Sonnenberg ist dreißig Jahre alt und mit ihrer zwei Wochen alten Tochter Maja etwas überfordert. Das typische Leben einer jungen Mutter? Im Grunde schon, wäre sie nicht vorher als Chaosqueen und Moderatorin eines Radiosenders bekannt gewesen. Nach der Geburt findet sie sich allerdings zwischen vollgeschissenen Windeln und überflüssigen Pfunden statt zwischen Sendepult und Sektflaschen wieder. Doch Sophie wäre nicht Sophie, wenn sie sich mit ihrer kleinen, niedlichen Heulboje Maja kampflos dem Baby-Blues hingeben würde &#8230;</p>
<p>Wer auf leicht verdauliche Sommerlektüre steht, ist hier an der richtigen Adresse. Wer eine leichte und dennoch niveauvolle Sommerlektüre sucht, wird möglicherweise enttäuscht werden. Aber vielleicht ist das ja auch ein Widerspruch in sich. Unterhaltsam? Ja, das ist das Buch alle mal, jedoch mit Einschränkungen. Denn hier und da ist Durchhaltevermögen gefragt, wenn es auf gut 300 Seiten gilt, einige Längen auszuhalten. Auch die Denk-und Handlungsweisen der Sophie Sonnenberg erfordern starke Nerven: Hormonbedingte, postnatale Stimmungsschwankungen sind keine Seltenheit. Doch Sophie hat  nicht nur in diesem Punkt nah am Wasser gebaut. Immer wieder schluchzt sie gern bei so manch unpassenden Gelegenheit los, beispielsweise als sie aus Selbstverschulden ihre Volontariatsstelle bei Hanse Radio verliert. „Ich bin halt kein Mensch, der morgens gut hoch kommt.“ – Gut, das muss naürlich jeder für sich selbst entscheiden. Die Protagonistin sollte sich jedoch hinterher nicht wundern, wenn sie ihren Moderatorenjob verliert, der in Herrgottsfrühe beginnt. Doch keine Bange! Sophie hat ja ihren Traummann Jonas an ihrer Seite, der ihr immer wieder seine starke Schulter zum Ausheulen bietet und auch so manch andere Sache für sie gerade biegt. Und so gibt’s am Ende natürlich – in einem Reihenhaus in Pinneberg – ein Happy End, was bei dieser Art von Lektüre nicht besonders überrascht.</p>
<p>Erzählt wird die Story zweigliedrig: Im ersten Erzählstrang ist Sophie bereits eine verheiratete, junge Mutter. Im zweiten Erzählstrang erfährt der Leser, wie Sophie im Sender arbeitet, mit ihrer Freundin Mona gern mal über den Durst trinkt und ihrem Traumprinzen begegnet &#8230; Hier und da gibt’s auch wirklich einiges zu lachen. Alles in allem eine „nette“ Sommerlektüre zwischen Windeln und Wahnsinn.</p>
<p><strong>Anna Pakosch</strong></p>
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		<title>tino hanekamp, so was von da</title>
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		<pubDate>Fri, 01 Jul 2011 11:13:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[hauskritik]]></category>
		<category><![CDATA[2011-07]]></category>

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		<description><![CDATA[Oskar Wrobel's Leben ist im Arsch: Die Freundin ist weg, sein Hamburger Musikclub wird dicht gemacht und Oskar hat Schulden. Wer würde da nicht lethargisch durchs Leben gehen? Doch lange kann der Held der Geschichte sich nicht verstecken...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/08/54-88_SK_Juli_2011_723.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-13349" title="so was von da" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/08/54-88_SK_Juli_2011_723-201x300.jpg" alt="" width="201" height="300" /></a>Oskar Wrobel&#8217;s Leben ist im Arsch: Die Freundin ist weg, sein Hamburger Musikclub wird dicht gemacht und Oskar hat Schulden. Wer würde da nicht lethargisch durchs Leben gehen? Doch lange kann der Held der Geschichte sich nicht verstecken, denn der ehemalige Zuhälter Kiez-Kalle ist ihm auf den Fersen. Ein Tritt gegen Oskars Haustür und im Nu ist die Erpressung perfekt: Oskar hat 24 Stunden  Zeit, um 10.000 Euro zu beschaffen. Umso schöner, wenn man Freunde hat, auf die man bauen kann. Gemeinsam mit seiner Clique beschließt er, das Beste aus der Situation zu machen: Der abbruchreife Club wird aufpoliert und die Kohle über die „cash-flow-fizierte Entertainmentgastronomie“ klargemacht. Wie passend, dass gerade Silvester ist. Gut fürs Geschäft, schlecht für die Organisation: „In drei Stunden rückt der Mob an. 500 Leute wollen sich verlustieren“ und die To-do-Liste ist lang: Schnaps muss her, Eis von der Kieztanke und Blumen. Außerdem dürfen „Friedhofskerzen zwecks Fummellicht in den Bummsbuden“ auf keinen Fall fehlen. Eine turbulente Nacht rund um heiße Küken, Koks und Kiez-Kalle nimmt ihren Lauf &#8230;</p>
<p>Markus Kavka schrieb kürzlich ein Buch übers VJ-Dasein und Tino Hannekamp, seines Zeichens Journalist und Clubbetreiber aus Hamburg, schreibt ein Buch über die Clubszene St. Paulis. Der Autor hält zwar den Spannungsbogen, kann aber nicht einem Überraschungsmoment beim Showdown aufwarten. Dennoch ist Hanekamps Debüt wirklich gut: Interessante Charaktere, eine gute Story und ein witziger Schreibstil machen den Roman zum Genuss. Dafür sorgen nicht nur abwechslungsreiche Nebenhandlungen, sondern auch viele Gimmicks: bekannte Songzitate sowie einige Gebrauchsanweisungen und Analysen der Clubszene aus Hanekamps Sicht. Von der „Anleitung zur Gründung einer Event-Location mit cash-flow-fizierter Entertainmentgastronomie und integrierter Work-Life-Balance-Solution“ bis hin zu der Typisierung der „Party-Publikumsknaller nach Knoll &amp; Köhler“ – von Phase eins „Ankommen“, über Phase vier „Tanzwut und Enthemmung“ bis hin zu Phase sechs „Überprüfung der Körperfunktionen“ gibt es allerhand zu entdecken. Hanekamps „So was von da“ ist so was von lesenswert!</p>
<p><strong>Anna Pakosch</strong></p>
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		<title>ruth johanna benrath, wimpern aus gras</title>
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		<pubDate>Fri, 01 Jul 2011 11:11:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[hauskritik]]></category>
		<category><![CDATA[2011-07]]></category>

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		<description><![CDATA[Taillenumfang vergleichen, zusammen lachen, Geheimnisse austauschen – es geht doch nichts über die beste Freundin! Bis zu ihrem Abitur sind Rena und Anna ein eingeschworenes und unzertrennliches Team. Als jedoch eines Tages ein Paket mit Annas Tagebuch]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/08/54-88_SK_Juli_2011_722.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-13346" title="wimpern aus gras" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/08/54-88_SK_Juli_2011_722-190x300.jpg" alt="" width="190" height="300" /></a>Taillenumfang vergleichen, zusammen lachen, Geheimnisse austauschen – es geht doch nichts über die beste Freundin! Bis zu ihrem Abitur sind Rena und Anna ein eingeschworenes und unzertrennliches Team. Als jedoch eines Tages ein Paket mit Annas Tagebuch und einer Todesanzeige bei Rena abgegeben wird, ist ihre beste Freundin geschockt: Was ist  geschehen? Wie konnten wir uns nur so aus den Augen verlieren? „Wenn du mir wieder schreibst, schreib interessantere Briefe, auch wenn sie wehtun.“ – Und was bedeutet Annas letzter rätselhafter, fast feindseliger Brief? Seit sie mit 19 Jahren Hals über Kopf in die USA auswanderte, um dort den älteren Professor Reiko zu heiraten, hat Rena ihre Schulfreundin nicht mehr gesehen. Auch Annas Mann hat Rena nie kennengelernt, denn der Briefkontakt zwischen den Frauen wurde immer seltener. Dennoch lässt Annas Tod Rena nicht mehr los: Sie lässt die Freundschaft Revue passieren, liest Annas Tagebuch und versucht sich in ihre Freundin zu versetzen. Annas Aufzeichnungen werden jedoch immer diffuser. Hatte sie etwas zu verbergen oder sollte sich Rena in ihrer Freundin total getäuscht haben? Als sich dann auch noch Annas Mann Reiko einschaltet und immer hartnäckiger Kontakt zu Rena sucht, ist plötzlich nichts mehr so wie es scheint&#8230;</p>
<p>In packenden, schnell wechselnden Szenen erzählt Ruth Johanna Benrath vom Wunsch nach Nähe und Liebe und der fatalen Wirkung von Abhängigkeit und Unterwerfung: Die Geschichte der jungen Frau Anna, der jene Menschen immer fremder werden, denen sie sich am nächsten fühlt. Es geht um den Wechsel zwischen dem Verlorensein und der Suche nach der eigenen Identität. In ihrem zweiten Roman lässt die Autorin, die als Erzählerin fungiert, den Leser zweigliedrig daran teilhaben: Zum einen aus der Sicht von Rena, deren Stundentenleben und Habitus gefestigt erscheint. Zum anderen aus der emotionalen Sicht der Globetrotterin Anna, die immer mehr den Boden unter den Füßen verliert. Abgerundet wird der Gegenwartsroman durch zahlreiche in Anna Tagebuch eingefügte Gedichte. Die Story wird teils in englischer Sprache erzählt. Kleinere Übersetzungsfehler tun dem Spannungsbogen jedoch keinen Abbruch. Alles in allem ein rundes psychologisches Portrait über verkannte Sichtweisen und das Verzerren innerer Welten.</p>
<p><strong>Anna Pakosch</strong></p>
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		<title>michel houellebecq, karte und gebiet</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Jun 2011 15:13:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[hauskritik]]></category>
		<category><![CDATA[2011-06]]></category>

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		<description><![CDATA[Künstlerroman, Science-Fiction-Thriller, Krimi-Plot, Gesellschaftsanalyse – Houellebecqs komplexer Geniestreich wird schon jetzt als literarische Sensation gefeiert. Zur Handlung: Der Franzose Jed Martin gelangt als Künstler zu Ruhm, da er Michelin-Straßenkarten abfotografiert und Persönlichkeiten porträtiert. Meist schweigend zieht er durch die Kunst- und Medienszene...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/08/52-90_SK_Juni_2011_721.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-13209" title="Karte und Gebiet" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/08/52-90_SK_Juni_2011_721-202x300.jpg" alt="" width="202" height="300" /></a>Künstlerroman, Science-Fiction-Thriller, Krimi-Plot, Gesellschaftsanalyse – Houellebecqs komplexer Geniestreich wird schon jetzt als literarische Sensation gefeiert. Zur Handlung: Der Franzose Jed Martin gelangt als Künstler zu Ruhm, da er Michelin-Straßenkarten abfotografiert und Persönlichkeiten porträtiert.  Meist schweigend zieht er durch die Kunst- und Medienszene, bis er auf den Schriftsteller Michel Houellebecq trifft und ihn porträtiert. In Houellebecqs irischem Landhaus zurückgezogen, entwickeln sich zwischen den beiden menschenscheuen Persönlichkeiten philosophisch-gelehrsame Gespräche. Doch Martins kostbares Gemälde wird dem Schriftsteller zum Verhängnis. Ein durchgeknallter Kunstdieb aus Nizza trennt dem Autor Houellebecq und seinem Hund mit einem Laserschwert den Kopf ab, zerstückelt das Fleisch in tausend Stücke, häuft die Knochen im Kamin auf und verteilt Leichenteile und Blut in Form einer Reliefkarte auf dem Boden. Von Hinweisen auf das Verbrechen fehlt – trotz der vorliegenden Karte – jede Spur &#8230;</p>
<p>Harter Tobak eingebettet in einen gelassen ironischen Schreibstil sowie eine geradlinige Künstlerbiografie umgeben von Nebensträngen und durchzogen von Verknüpfungen voller Parodie. In „Karte und Gebiet“ gibt es das alles zu entdecken: So überwacht eine russische Marketingexpertin für Michelin-Reiseführer Provinzhotels und Restaurants und ein französischer Fernsehmoderator wird zum Star, weil er auf die Vorzüge und Traditionen der französischen Regionen hinweist. Houellebecqs fünfter Roman bietet verschiedene Zugangsweisen. Und der Schriftsteller selbst darin ist Autor, Romanfigur, Mordopfer und allwissender Erzähler zugleich. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern, in denen es nur von Sex, Kontrollwahn, Genen und Technik wimmelte, kommt dieses Werk exklusiver daher: Vernissagen, Landpartien und Kamingespräche bilden die Rahmen dieses gigantischen Werks. Ein selbstironischer, erfrischender und ideengeladener Roman. In Frankreich erhielt Michel Houellebecq für „Karte und Gebiet“ den wichtigsten Literaturpreis des Landes, den Prix Goncourt.</p>
<p><em><strong>Lotta Caspers</strong></em></p>
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		<title>leonard cohen, das lieblingsspiel</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Jun 2011 15:10:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[hauskritik]]></category>
		<category><![CDATA[2011-06]]></category>

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		<description><![CDATA[„Wir sind jetzt für die Folterungen zuständig. Die professionellen Folterer haben heute frei“, sagen sich Breavman und sein bester Freund Krantz. Die unbekümmerten, kanadischen Kids lassen Ratten in Eimern tagelang gegeneinander ankämpfen und schneiden Fröschen leidenschaftlich gern die Herzen aus den grünen Leiben...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/08/52-90_SK_Juni_2011_72.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-13206" title="Das Lieblingsspiel" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/08/52-90_SK_Juni_2011_72-190x300.jpg" alt="" width="190" height="300" /></a>„Wir sind jetzt für die Folterungen zuständig. Die professionellen Folterer haben heute frei“, sagen sich Breavman und sein bester Freund Krantz. Die unbekümmerten, kanadischen Kids lassen Ratten in Eimern tagelang gegeneinander ankämpfen und schneiden Fröschen leidenschaftlich gern die Herzen aus den grünen Leiben. Sind es in der Kindheit Tierquälereien, mit denen die Jungs ihren Tag ausfüllen, so sind es in der Jugend rein „fleischliche Spiele“. Tagsüber führen die Freunde „philosophische“ Gespräche, nachts vertreibt sich Breavman die Zeit mit Quikies im Park: Das Kindermädchen Heather versetzt er in Hypnose, um ihr das Ohrläppchen zu durchstechen. Mit der Kommunistin Tamara geht Breavman dann härter zur Sache: „Bei jeder Gelegenheit spielten sie ihr großes Spiel, der Soldat und die Hure.“ Doch als sein Vater stirbt, flüchtet sich Breavman ans College. Dort begegnet er der anmutigen Shell und verliebt sich das erste mal in seinem Leben: „Der Liebende war seine erfolgreichste Erfindung überhaupt. Die Versuchung war groß, ihm Papiere und Geld auszuhändigen und Breavman, seinen Herrn, in einem besonders vermüllten Abschnitt des Hudson zu versenken.“ Dennoch kann er nicht aus seiner Haut und muss sich schon bald entscheiden, wohin er als freier Vogel wirklich gehört &#8230;</p>
<p>Leonard Cohen ist den meisten nur als (begnadeter) Musiker bekannt. Dabei schrieb der Kanadier bereits früh Gedichte und unterlegte seine Verse nur deshalb mit Musik, da sie auf diese Weise besseren Absatz fanden. Sogar zwei Romane stammen aus der Feder des Kanadiers, dem seine Fans, ähnlich wie bei Bob Dylan, nur zu gern den Literaturnobelpreis zusprechen würden. Glänzt Cohen in seinen Songs als poetischer Texter, so tut er das nicht minder in seinem neu aufgelegten, autobiografisch-gefärbten Roman. Wohlbehütet in einem jüdischen Elternhaus im kanadischen Montreal aufgewachsen ist sowohl Cohen wie auch sein Protagonist Breavman. Die Geschichte handelt von der adoleszenten Suche nach der eigenen Identität. In einer Zeit, in der man selbst noch nicht weiß, was das Leben für einen bereit hält. Auf eine wunderschön poetische und gleichzeitig plastische Weise lässt Cohen seinen Protagonisten Stück für Stück vorankommen. Die zurückhaltende Erzählperspektive verleiht dem Ganzen den nötigen Hauch von Bescheidenheit. Nicht nur für Cohen-Fans!</p>
<p><em><strong>Anna Pakosch</strong></em></p>
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		<title>simon beckett, verwesung</title>
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		<pubDate>Sun, 01 May 2011 10:01:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nebelige Grundstimmung, Gänsehaut und ein psychopathischer Serienkiller: In Dartmoor, einer überwiegend aus Moor bestehenden Hügellandschaft Südenglands, wird eine der vielen Leichen gefunden, die die Handschrift des Mörders Jerome Monk tragen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/05/46-89_Stadtkind_Mai_11_7223.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-11660" title="46-89_Stadtkind_Mai_11_72" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/05/46-89_Stadtkind_Mai_11_7223-183x300.jpg" alt="" width="183" height="300" /></a>Nebelige Grundstimmung, Gänsehaut und ein psychopathischer Serienkiller: In Dartmoor, einer überwiegend aus Moor bestehenden Hügellandschaft Südenglands, wird eine der vielen Leichen gefunden, die die Handschrift des Mörders Jerome Monk tragen. Wieder einmal wird der forensische Anthropologe Dr. Hunter zu den Ermittlungen hinzugezogen, um die anderen Leichen zu bergen. Neben ihm sowie der Profilerin Sophie Keller und dem forensischen Archäologen Wainwright, wird auch der im Hochsicherheitstrakt einsitzende Monk geholt. Doch die Suche endet im Desaster: Der Gefangene kann fast entkommen und die Leichen werden nie gefunden. Acht Jahre später bricht Monk tatsächlich aus dem Gefängnis aus. Plötzlich sind alle Beteligten der damaligen Suchaktion wieder in Gefahr, denn der Serienkiller will sich rächen. Dr. Hunter schert das nur wenig. Erst als ihn Sophie Keller um seine Hilfe bittet, begibt er sich ins Dartmoor. Als er eintrifft, findet er die Profilerin bewusstlos vor. Hat Monk etwa schon zugeschlagen?</p>
<p>„Verwesung“ ist nach „Die Chemie des Todes“, „Kalte Asche“ und „Leichenblässe“ Simon Becketts vierter Thriller, wobei der Handlungsaufbau eher einem Kriminalroman zuzuordnen ist. Wie auch in seinen literarischen Vorgängern, leitet Beckett die Fortsetzung rund um seinen Protagonisten, den forensischen Anthropologen Dr. Hunter, mit einem spannenden fachwissenschaftlichen Prolog ein, der sofort in den Bann zieht: „Eins. Zwei. Acht. Die Ziffern des Verfalls. In diesem Verhältnis verwesen alle Organismen, ob groß oder klein. An der Luft, im Wasser. Unter der Erde&#8230;“ Doch anschließend lässt die sonst so einrucksvolle und dem Fall meist eine Wendung gebende Forensik auf sich warten. Das Sezieren von Leichen, das Dr. Hunter bisher immer geheimnisvolle Indizien einbrachte, entfällt beinahe vollständig, wodurch der Titel „Verwesung“ zu keiner Relation mit dem Buchinhalt steht. Auch einige Logikfehler lassen so manchen Handlungsablauf vorhersehbar erscheinen: Wieso nimmt man dem „gefährlichsten Mann des Landes“ die Handschellen ab und das auch noch in einer Moorlandschaft, die er wie seine Westentasche  kennt? Und warum fragt Dr. Hunter die Profilerin nicht ein einziges Mal, wozu sie seine Hilfe braucht? Eingefleischte Fans, die darüber hinweg sehen können, werden jedoch belohnt: Sie erhalten einen umfassenden Rückblick in Dr. Hunters Vergangenheit. Doch trotz des fesselnden und für Beckett typischen Erzählstils, ist „Verwesung“ vermutlich seine bisher schwächste Fortsetzung.</p>
<p><strong>Anna Pakosch</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>anne swärd, bis zum letzten atemzug</title>
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		<pubDate>Sun, 01 May 2011 09:48:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
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		<category><![CDATA[2011-05]]></category>

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		<description><![CDATA[„Die Liebe macht aus dem, den du liebst, einen vollkommenen Menschen ohne Fehler.“]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/05/46-89_Stadtkind_Mai_11_7222.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-11656" title="46-89_Stadtkind_Mai_11_72" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/05/46-89_Stadtkind_Mai_11_7222-194x300.jpg" alt="" width="194" height="300" /></a>„Die Liebe macht aus dem, den du liebst, einen vollkommenen Menschen ohne Fehler.“ Lo ist gerade mal sieben Jahre alt, als sie dem Teenager Lukas, mitten im Gewühle und der Löschaktion eines Feldbrands, begegnet. Wohlbehütet und liebevoll aufgewachsen, begreift sie in besagter Nacht, dass die unbeschwerten Tage ihrer Kindheit vorbei sind. Von nun an teilen das wilde, starke Mädchen und der von seinem Vater geschlagene Einzelgänger jede freie Minute miteinander. Aber immer wieder kommt es zu kleineren Handgreiflichkeiten und aggressiven Vorfällen zwischen den ungleichen Heranwachsenden. Als Los Familie ihr den Umgang mit Lukas verbietet, schert sich das Hippiemädchen nur wenig darum. Sie treffen sich heimlich und es scheint, als würde Lukas auf sie warten: „Als ich Kind war, war er Teenager, und als ich Teenager wurde, war er erwachsen. Bald würden wir uns zum ersten Mal auf der Seite einer entscheidenden Grenze befinden.“ Doch dann erkrankt Lukas Vater an Leukämie. Und nach seinem Tod wird Lo Lukas mit einem Gefühl aus Scham und Erleichterung verlassen. Als freier Vogel bereist sie die Welt und macht allerhand Männerbekanntschaften, bis sie sich wieder auf die Suche nach der großen Liebe begibt.</p>
<p>Anne Swärd debütierte bereits 2003 erfolgreich mit dem Roman &#8220;Polarsommer&#8221;. Ihr zweites literarisches Werk &#8220;Bis zum letzten Atemzug&#8221; wurde in Schweden mit dem Borkcirkular-Leserpreis für den besten Roman 2010“ ausgezeichnet und in elf Sprachen übersetzt. Es ist eine komplexe Geschichte über das Schicksal zweier Familien, übers Erwachsenwerden, das psychologische Bild der Pyromanie und des Ödipus-Komplexes, doch vor allem über eine tragische, platonische Liebe: „Man braucht Intelligenz, um so zu lieben. Leise und ohne Requisiten. Wir wuchsen mit so wenig Anregung von außen auf, waren einander genug, atmeten dieselbe schwere Luft, schwer von der Saat, die im Regen verfault.“ Anne Swärd besticht vor allem durch ihre starken und wandelbaren Charaktere sowie ihre zurückhaltend-philosophische und poetische Erzählweise: „’Wann willst du eigentlich groß werden?’ Ich sah ein, dass es Zeit war. Ich war bald neun und hatte keinen Vater. Niemand würde mich retten. (…) Als könnte man die Rückkehr meines Vaters mit einem Kätzchen vergleichen, das ich nie bekommen würde.“ Eintauchen und lesen!</p>
<p><strong>Anna Pakosch</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>hannes köhler, in spuren</title>
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		<pubDate>Fri, 01 Apr 2011 16:46:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[hauskritik]]></category>
		<category><![CDATA[2011-04]]></category>

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		<description><![CDATA["Mal eben kurz Kippen holen …“ – mit einem Klischee verlässt der lallende Felix die feucht-fröhliche Runde und taucht nicht mehr auf. Zurück bleibt sein bester Freund Jakob, der Felix’ verschwitztes T-Shirt auf der Toilette findet...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Mal eben kurz Kippen holen …“ – mit einem Klischee verlässt der lallende Felix die feucht-fröhliche Runde und taucht nicht mehr auf. Zurück bleibt sein bester Freund Jakob, der Felix’ verschwitztes T-Shirt auf der Toilette findet. Keine Ankündigung, kein Abschied. Ist Felix etwas zugestoßen? Ein Unfall? Ein bester Freund wüsste doch, wohin er verschwunden ist. Verwirrt begibt sich Jakob auf Spurensuche: Er telefoniert Freunde ab, checkt Felix’ E-Mails, durchsucht seine Wohnung und liest schließlich sein Tagebuch. Wer war Felix in Wirklichkeit und warum zog er seinen scheinbar besten Freund nicht ins Vertrauen? Immer mehr gerät Jakob in den Sog eines fremden Lebens, das ihn einerseits schockiert und verstört, andererseits als eine faszinierende Alternative zum eigenen Lebensentwurf erscheint. Dabei geht nicht nur die Beziehung zu Freundin Sarah zu Bruch. Jakob beginnt sich immer mehr in Felix’ Habitus zu verlieren und gefährliche Grenzen zu überschreiten.</p>
<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/05/56-89_April_SK_2011_724.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-11174" title="hannes koehler" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/05/56-89_April_SK_2011_724-195x300.jpg" alt="" width="195" height="300" /></a>In seinem Debüt legt Hannes Köhler existenzielle Fragen nach Freundschaft, Liebe und nach der eigenen, inneren Welt sowie der äußeren Wahrnehmung und Realität offen. Vertraut man sich anderen an, wird man verletzlich. Und was beinhaltet überhaupt Menschenkenntnis? Wie eine Art Detektiv oder Psychologe begibt man sich als Leser mit dem Protagonisten auf Spurensuche und weiß irgendwann selbst nicht mehr, nach wem man jetzt eigentlich sucht: nach Felix oder nach Jakob? Als Stipendiat der Autorenwerkstatt Prosa 2009 im Literarischen Colloquium Berlin ist „In Spuren“ Köhlers erste Buchveröffentlichung. Sein Schreibstil besticht vor allem mit eindringlich-detaillierten, szenischen Beschreibungen, sodass man am liebsten gleich mit Jakob durch Berlin schlendern oder seine Freundin Sarah Wein trinkend am Ufer treffen möchte. Auch wenn es dem Leser nicht sonderlich schwer fällt, den Fall Felix relativ früh zu durchschauen, so sind die übrigen Hauptdarsteller komplexe, wandlungsfähige Charaktere, in die man wunderbar eintauchen kann. Lediglich Jakobs zunehmende Lethargie lässt beim Lesen die Wut köcheln. Und das ist auch gut so. Bitte lesen!</p>
<p><strong>Lotta Caspers</strong></p>
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		<title>markus kavka, rottenegg</title>
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		<pubDate>Fri, 01 Apr 2011 16:42:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
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		<category><![CDATA[2011-04]]></category>

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		<description><![CDATA[Gregor Herzl ist kein Kind von Nüchternheit. Im Gegenteil: Tagsüber moderiert der Musiknerd erfolgreich bei PopTV, nachts ist er mit seiner anmutigen Schauspielerfreundin Wilma und stets einem „eiskalten Polnischen“ (Wodka) „mords auf Sendung“...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gregor Herzl ist kein Kind von Nüchternheit. Im Gegenteil: Tagsüber moderiert der Musiknerd erfolgreich bei PopTV, nachts ist er mit seiner anmutigen Schauspielerfreundin Wilma und stets einem „eiskalten Polnischen“ (Wodka) „mords auf Sendung“. Das Leben ist eine einzige Party. Doch warum sollten ausgerechnet Zukunftsängste und Wirtschaftskrise vor TV-Moderatoren Halt machen? Kurz vor seinem 40. Geburtstag überschlagen sich für Gregor die Ereignisse: Vom Sender entlassen, von Wilma betrogen und schließlich vom Feuilleton als „Berufsjugendlicher“ verhasst, beschließt der Rockjournalist seinen Schmerz mit Speed, Weed, Koks und Co. zu betäuben. Als ein von Minderwertigkeitskomplexen, Depressionen und Einsamkeit geplagtes Nervenwrack, sieht die „verdrogte Fernsehfresse“ nur noch einen Ausweg: die Flucht in die tiefste bayerische Provinz, seinen Heimatort Rottenegg. Obwohl ihn dort einige Nachbarn wegen seiner unkatholischen Moderationsinhalte das Leben schwer machen, fühlt sich Gregor in seiner Heimat zunächst angenehm umwattet. Als „Ottonormal-Rottenegger“ mutiert er sogar zum Kleinstadthelden am DJ-Pult, beim Heimatsender und auf dem Fußballrasen. Doch ein tragischer Unfall verändert plötzlich alles.</p>
<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/05/56-89_April_SK_2011_723.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-11171" title="markus kavka" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/05/56-89_April_SK_2011_723-183x300.jpg" alt="" width="183" height="300" /></a>Auch wenn Musikfernsehen heute leider nicht mehr das ist, was es mal war: Kaum ein anderes Gesicht hat es so geprägt wie das von Markus Kavka. Was liegt da näher, als über das Hamsterrad der Musikbranche zu schreiben? „Rottenegg“ ist, nach einigen veröffentlichten Kolumnensammlungen, Kavkas erster Roman. Auch wenn sich das Debüt anfangs schleppend liest, gewinnt es doch zunehmend an Spannung. Kavkas sympathischer Protagonist schafft Nähe: Mal weckt er den Helferinstinkt und man möchte ihn in am liebsten umarmen, mal möchte man ihn einfach nur schütteln. In Rottenegg angekommen, bekommt der Plot ordentlich Schwung. Die emotionale Beschreibung der Romanfiguren weicht zugunsten eines prägnanteren Schreibstils. Kavka glänzt mit dem, wofür man ihn am meisten schätzt: mit seinem lakonischen Erzählstil und einer auf den Punkt gebrachten Situationskomik. Ein amüsantes Lesevergnügen. Und nebenbei spekuliert man als Leser vor allem über eines: Wie viel Kafka steckt tatsächlich in Gregor Herzl? Umso verblüffender ist das Romanende.</p>
<p><strong>Lotta Caspers</strong></p>
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		<title>rocko schamoni: tag der geschlossenen tür</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Mar 2011 16:15:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[hauskritik]]></category>
		<category><![CDATA[2011-03]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine Tüte flattert im Wind und Michael Sonntag folgt ihr - ganz einfach weil er gerade nichts Besseres zu tun hat. Schamoni-Leser kennen Sonntag bereits aus „Sternstunden der Bedeutungslosigkeit“.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/03/Rocko-Schamoni.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-10251" title="Rocko Schamoni" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/03/Rocko-Schamoni-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Eine Tüte flattert im Wind und Michael Sonntag folgt ihr &#8211; ganz einfach weil er gerade nichts Besseres zu tun hat. Schamoni-Leser kennen Sonntag bereits aus „Sternstunden der Bedeutungslosigkeit“. Der Antiheld hat noch immer keinen Sinn in seinem Leben gefunden. Er lebt in den Tag hinein, ein Nichtsnutz ohne Antrieb, ohne Orientierung, schwach, faul, eine jämmerliche Männergestalt Mitte Dreißig, ein Lebensaussteiger mit Nützlichkeitsallergie. Gerne frönt er seinem einzigen, leider recht bedeutungslosen Talent, sich skurrile Namen auszudenken, und einmal im Monat bringt er eine Kolumne zu Papier, die allerdings regelmäßig aufgrund der gewaltverherrlichenden Inhalte von der Redaktion abgelehnt wird. Ansonsten verweigert Sonntag jede sinnvolle Tätigkeit. Nur sein Kumpel Nowak kann ihn hin und wieder mit aberwitzigen Geschäftsideen aus der Lethargie reißen. Ein paar Frauengeschichten hat Sonntag auch am Laufen, doch in Sachen Beziehung kommt er ebenso wenig voran wie mit dem Berufsleben. Sprachlich schlicht, inhaltlich oft zum Schmunzeln, bewegt sich der Roman irgendwo zwischen pubertärem Geplänkel und lebensklugen Weisheiten. Wenn der Hamburger Clubbesitzer und Lokalpatriot über den Wandel auf dem Kiez schreibt, spürt man deutlich seine Wut über Massentourismus und Megaevents in St. Pauli und möchte gerne solidarisch Häkchen hinter die Sätze setzen. Aber der nicht enden wollende allgemeine Weltekel mit grundsätzlicher Kapitalismuskritik wirkt albern und meistens nervt Sonntag mit seinem verkrampfen Underdog-Dasein so sehr, dass man ihn schütteln und anbrüllen möchte, er möge doch endlich aufwachen, erwachsen werden und arbeiten gehen. Schließlich verdient der FC St. Pauli ja mittlerweile auch das große Geld. Zeiten ändern sich. Und das ist gut so.</p>
<p><strong>Ela Windels</strong></p>
<p>256 Seiten,16,95 Euro,</p>
<p>Piper Verlag</p>
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		<title></title>
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		<pubDate>Tue, 01 Mar 2011 16:14:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[hauskritik]]></category>
		<category><![CDATA[2011-03]]></category>

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		<description><![CDATA[In Hannover sprießen schon länger mal mehr, mal weniger talentierte Schriftsteller wie Pilze aus dem Boden. Kurzum: Hannover mausert sich zur Schreibmetropole Niedersachsens.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/03/Fausto.jpg"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-10250" title="Fausto" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/03/Fausto-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>In Hannover sprießen schon länger mal mehr, mal weniger talentierte Schriftsteller wie Pilze aus dem Boden. Kurzum: Hannover mausert sich zur Schreibmetropole Niedersachsens. Jetzt hat wieder ein Stadtkind ein neues Werk auf den Markt gebracht. Und es gibt wunderbare Neuigkeiten: Es handelt sich um keinen weiteren Krimi, in dem die Protagonisten sämtliche Ecken der Landeshauptstadt durchstreifen, sondern um einen erfrischenden, fiktiven Jugendroman. Schon gut, die Fantasy-Kost-Verächter (mich eingeschlossen) werden jetzt vermutlich denken: Ja, und was schert mich das? Eine Menge! Denn Oliver Dierssens Roman ist weder ein kitschiges Teeniebuch, noch eine Fantasygeschichte im herkömmlichen Sinne, in dem Zauberer, Orks oder Jediritter die Welt retten müssen. Vielmehr hat der Autor mit seiner Story eine urbane Brücke zwischen Küche und Schulhof sowie zwischen harten Pubertätserfahrungen und leichten Fantasyspritzern geschlagen, die im weitesten Sinne das I-Tüpfelchen des Buches sind.</p>
<p>Zum Inhalt: Nicht nur, dass er sich mit seiner esoterischen Ökomutter Hanne und ihren häufig wechselnden Liebhabern herumschlagen muss. Der pickelige Nordstädter Joschel ist ein introvertierter Neuntklässler, der möglichst unauffällig seinen Schulalltag und die verhassten Deutschstunden über sich ergehen lässt. Das Blatt wendet sich, als er „Fausto“ begegnet, ein an Pumuckl erinnerndes Wesen, das in Joschel seinen Meister findet. Denn der Rechtschreibdämon verhilft ihm zum perfekten, fehlerfreien Aufsatz. Von seiner Umwelt zum Hochbegabten erkoren, genießt der Teenie seinen unverdienten Ruhm, gewinnt nach und nach an Selbstvertrauen und freundet sich sogar mit seiner Herzensdame Canan an. Doch die Klassenneider sind ihm bereits dicht auf den Fersen. Schließlich kommt ohnehin alles anders, als gedacht.</p>
<p>Dierssens Charaktere begeistern durch ihre Komplexität, überraschende Wendungen und einen gut konstruierten Höhepunkt. Phantasievolle Skizzen runden das Konzept ab. Dierssens „Fausto“ ist ein dämonisches Lesevergnügen und bietet schräge Dialoge, großkotzigen Teenagerwitz, pubertäre Rebellion, hormongesteuerte Prügeleien, einen Vater-Sohn-Konflikt und heiße Liebe – das interessiert nicht nur Neuntklässler!</p>
<p>Oliver Dierssen ist Arzt an einer psychiatrischen Klinik und widmet sich in seiner Freizeit der Schreiberei. 2009 debütierte der Hannoveraner mit „Fledermausland“ und wurde dafür prompt mit dem Deutschen Phantastik-Preis ausgezeichnet. Am 10. März um 20.15 Uhr stellt er „Fausto“ offiziell in der Buchhandlung Schmorl &amp; von Seefeld vor. Karten gibt’s unter Telefon (0511) 3 67 50.<br />
<strong><br />
Lotta Caspers</strong></p>
<p><em>446 Seiten, 14,99 Euro, Heyne</em></p>
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		<title>rebecca james, die wahrheit über alice</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Feb 2011 09:53:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
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		<category><![CDATA[2011-02]]></category>

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		<description><![CDATA[Kein Feind kann dir so wehtun wie deine beste Freundin! Wer auf der Suche nach emotionalem Nervenkitzel ist, findet in „Die Wahrheit über Alice“ einen eingängigen Plot.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/03/Die-Wahrheit-über-Alice.jpg"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-10036" title="Die Wahrheit über Alice" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/03/Die-Wahrheit-über-Alice-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Kein Feind kann dir so wehtun wie deine beste Freundin! Wer auf der Suche nach emotionalem Nervenkitzel ist, findet in „Die Wahrheit über Alice“ einen eingängigen Plot: Um über den Mord ihrer jüngeren, hochbegabten Schwester hinweg zu kommen, zieht die 17-jährige Katherine von Melbourne nach Sydney. Fortan kämpft sie sich als Einzelgängerin durch, bis eines Tages Alice in ihr Leben tritt. Voller Charme und Lebensfreude reißt die extrovertierte Freundin Katherine aus ihrer Lethargie und stellt ihr Leben auf den Kopf. Schließlich gewinnt Alice ihr Vertrauen, dringt in ihr Innerstes vor, bis hin zu jener Nacht, in der Katherines Schwester starb. Doch mit der Zeit verhält sich Alice immer selbstsüchtiger und grausamer. Katherine muss erkennen, dass ihre Freundin ein abgekartetes Spiel treibt und zwar nach Regeln ohne Grenzen… Was auf den ersten Blick aufgrund des kitschigen Buchcovers wie ein Teenie-Roman wirkt, entpuppt sich schnell als eine Mischung aus Krimi und Psychothriller. Neben einer vielschichtigen Buchstruktur, die den Leser aus der Gegenwart abwechselnd in zwei Vergangenheitsstränge blicken lässt, baut das Buch bereits auf der ersten Seite eine anziehende Spannung auf, die auf einer Hasstirade aus der Rückblende basiert. Das Buch-Konzept ist so einfach wie eindringlich: Zwei junge Frauen, die nicht unterschiedlicher sein könnten, treffen aufeinander. Die eine, Alice, aus verkorkstem Elternhaus, schön, beliebt, überdreht und voller Energie. Die andere, Katherine, einst wohl behütet, schließlich erschüttert durch den Tod ihrer Schwester, gefangen in Trauer und Schuldgefühlen, eher unscheinbar. Neben den Reibereien beider Welten, wird schnell klar, dass es um mehr als nur die offensichtlichen Charakter-Disparitäten gehen muss. Auch wenn man das Debüt der Australierin Rebecca James gar nicht mehr aus der Hand legen mag, so hat man doch zeitweise immer wieder das Gefühl, bereits die Verstrickungen der ausgeklügelten Storyline und die Verbindung zwischen den Protagonisten zu erkennen – noch ehe sie angesprochen werden. Als Leser ist man der Autorin immer mal wieder einige Seiten voraus. Trotz allem ist „Die Wahrheit über Alice“ emotional stark fesselnd. Vor allem Alice’ narzisstische Persönlichkeit wird so authentisch skizziert, dass man die eiskalte Stimmung förmlich spürt. Das tröstet auch über die etwas schwache Skizzierung Katherines hinweg. Dem Bann der Story kann man sich dennoch kaum entziehen. Lesenswert!  <strong>AP</strong></p>
<p><em>320 Seiten, 16,95 Euro, Rowohlt Wunderlich</em></p>
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		<title>heinz strunk, in afrika</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Feb 2011 09:51:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[hauskritik]]></category>
		<category><![CDATA[2011-02]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit seinem hochgelobten autobiografischen, schrägen und melancholischen Romandebüt „Fleisch ist mein Gemüse“ hat Strunk die Messlatte für Witz, Ironie und Satire hoch angesetzt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/03/Heinz-Strunk-in-Afrika.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-10035" title="Heinz Strunk in Afrika" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/03/Heinz-Strunk-in-Afrika-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Seit seinem hochgelobten autobiografischen, schrägen und melancholischen Romandebüt „Fleisch ist mein Gemüse“ hat Strunk die Messlatte für Witz, Ironie und Satire hoch angesetzt. In seinem neuesten Werk offenbart er dem Leser sein Verständnis von Urlaub und Erholung. Diesmal geht es nach Kenia. Zuvor aber noch eine Reise in Strunks Kopfwelt: Waschmaschine kaufen, Reiseimpfungen ignorieren und eine leblose Unterhaltung mit seinem Reisepartner „C.“. Wer sich bis Seite 50 vorkämpft, kann endlich mit dem Autor in den ostafrikanischen Staat abheben. Schnell offenbart sich das Buch jedoch als Enttäuschung: Sonne, Palmen, Casino, Pauschalurlaub und tote Hose. Den größten Erholungswert findet Strunk auf Reisen, bei denen nichts passiert. Und tatsächlich: auf den nächsten 200 Seiten herrscht gähnende Leere. Strunk erhebt nicht den leisesten Anspruch, etwas über Land, Leute und Sitten zu erfahren, geschweige denn, das Land kennenzulernen oder sich mit Afrikas Konflikten und Problemen wie Armut, Hunger oder Aids auseinander zu setzen. Die meiste Zeit verbringt er am Pool oder im Casino. Hin und wieder reißt er die eine oder andere Frau, teils zweifelhafter Moral, auf. Der Höhepunkt der Reise ist ein Tagesausflug, den Strunk und sein Freund trotz Warnungen wegen Wahlen in Mombasa in die Tat umsetzen. Die Art und Weise jedoch, wie er über die Menschen berichtet, ist milde gesagt widerlich. In Strunks Reisebericht fehlt jeglicher Tiefgang. Kein Wunder, denn die einzige Info, die er über Kenia besitzt, ist, dass unser hannoverscher Pinkelprinz Ernst August in jenem Lad einen Hotelier krankenhausreif prügelte. Von Strunk gibt’s verbale Hiebe obendrauf: Bimbo-Lippen und Glubschaugen – Strunk fehlt jegliche Empathie und der Hintergrund zur Satire. Keine Spur von der skandalös prägnanten Gesellschafts-Analyse, die dem Provinz-Heinzer und seine Schlagercombo Tiffanys in „Fleisch ist mein Gemüse“ zum Bestseller verhalf. Wenn auch die Nachfolgewerke „Die Zunge Europas“ und „Fleckenteufel“ dem Debüt nicht das Wasser reichen konnten – Strunks Afrika-Bericht ist ein Schlag ins Gesicht. Strunk wirkt nicht nur desinteressiert, sondern arrogant, verbittert, traurig. Was ist nur aus dem Heinzer geworden? Macht Erfolg vielleicht träge? Trostpflaster: Immerhin steht Strunk zu seinen Ansichten, bezeichnet sich als den Anti-Urlauber: „Zu Hause top, im Urlaub flop.“ Recht hat er. Schade eigentlich. <strong> AP</strong></p>
<p><em>272 Seiten, 13, 95 Euro, Rowohlt Polaris</em></p>
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		<title>rainer woydt, der profiler</title>
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		<pubDate>Sat, 01 Jan 2011 15:31:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[hauskritik]]></category>
		<category><![CDATA[2011-01]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Profiler von Rainer Woydt ist ein Kriminalroman, sprich Unterhaltung. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/03/Der-Profiler-von-Rainer-Woydt.jpg"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-10454" title="Der Profiler von Rainer Woydt" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/03/Der-Profiler-von-Rainer-Woydt-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Die gute Nachricht zuerst: Man kann dieses Buch lesen, von vorne bis hinten, sogar in einem Rutsch. Man kann es natürlich auch sein lassen. Das ist gar nicht wertend gemeint. Der Profiler von Rainer Woydt ist ein Kriminalroman, sprich Unterhaltung. Und die stellt sich nach ein paar Startschwierigkeiten auch ein. Man muss lediglich im ersten Viertel beide Augen zudrücken, um sich nicht über die teilweise arg klischeehaften Figuren zu ärgern, den Hausmeister in Ballonseide mit Pornosammlung, die anstrengende Frau Nachbarin, die sich über das nicht geputzte Treppenhaus beklagt, und leider auch über die konstruiert und aufgesetzt wirkenden Gedankengänge der Kommissarin Hanna Denkow zu ihrer Rolle als Frau im Allgemeinen und in der Männerwelt des Kommissariats im Besonderen. All diese Klischees machen die Lektüre einerseits leicht, denn man meint, diese Figuren längst zu kennen, aus anderen Büchern, aus Fernsehserien. Andererseits steigert sich mit jeder Seite die Versuchung, das Buch einfach beiseite zu legen, noch vor Seite 50, und damit noch vor Einführung der Figur des Profilers Dirk Förster. Auch er ist mit klaren Strichen gezeichnet, alle Figuren in diesem Buch sind (und bleiben) eindeutig und eindimensional. Zwar erkennt man als Leser den Versuch des Autors, seinen Charakteren hin und wieder etwas Widersprüchliches einzuhauchen, für kleine Brüche zu sorgen, aber das geschieht alles ein bisschen zu offensichtlich und zu theoretisch. Macht aber nichts. Irgendwann übernimmt die Geschichte die Hauptrolle, eine junge Frau ist ermordet worden und bestialisch zugerichtet. Und während Hanna Denkow und Dirk Förster miteinander und nebeneinander her ermitteln, hat Förster als Profiler natürlich Probleme mit den Kollegen von der Polizei, weil die sich selbstverständlich nicht gerne von einem Klugschwätzer in die Arbeit pfuschen lassen (gähn). Das Kompetenzgerangel löst sich erst auf, als die  zweite Frauenleiche entdeckt wird. Das Tatmuster ist gleich geblieben. Ist hier ein Serienkiller am Werk? Theorien werden entworfen und verworfen, Täterprofile entwickelt, Denkow und Förster kommen sich näher, Förster macht sich verdächtig. Das alles ist irgendwann schon ein bisschen spannend. Und so will man schließlich auch wissen, wie es endet. Ach ja, der Roman spielt in und um Hannover. Das spielt aber eigentlich keine Rolle. Wie gesagt, man kann dieses Buch lesen. Man muss es nicht.</p>
<p><strong>Lars Kompa</strong></p>
<p>Anhand von  Indizien, Spuren am Tatort und den Umständen der Straftat zieht ein Profiler Schlüsse für die Fallanalyse. Dabei schließt er auf das Verhalten des Täters und kann unter Umständen psychologische und soziologische Muster erkennen. Eine kriminalistische Fallanalyse kann unter Umständen Entscheidungshilfen für Ermittler geben.</p>
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		<title>haruki murakami, 1Q84</title>
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		<pubDate>Sat, 01 Jan 2011 15:29:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[hauskritik]]></category>
		<category><![CDATA[2011-01]]></category>

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		<description><![CDATA[Haruki Murakami ist ein japanischer Autor. Sein Stil zeichnet sich durch surrealistische Elemente und Anspielungen auf die Popkultur aus. Obgleich seine Erzählungen in Japan spielen, sind sie von Vorbildern der westlichen Literatur geprägt. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/03/1Q84-von-Haruki-Murakami.jpg"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-10453" title="1Q84 von Haruki Murakami" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/03/1Q84-von-Haruki-Murakami-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Eins vorweg: Der Tausend-Seiten-Roman von Haruki Murakami ist schwere Kost, rein physisch betrachtet. Ich halte eigentlich nichts von Büchern, die man weder in die Bahn noch abends mit ins Bett nehmen kann, ohne lahme Arme zu bekommen. Auch inhaltlich wiegt das Buch eher schwer, denn es zeichnet ein düsteres Bild von der japanischen Gesellschaft, wenngleich es kein Gramm zu viel hat. Murakami ist ein perfekter Sprachökonom. Er schreibt in gewohnt klarer und anrührender Weise, und man mag es kaum glauben, aber auf 1024 Seiten steht kein Wort zu viel.</p>
<p>Die Geschichte ist mit zwei Erzählsträngen vielschichtig: Außerdem wird der Leser  mit einer Parallelwelt konfrontiert, die mit der Frage nach einer zweiten Chance im Leben verbunden ist. Es geht um Mord, Missbrauch und Missionierungsversuche einer Sekte, ganz nach dem Vorbild der japanischen Terrorsekte AUM Shinrikyo, die das Land Japan 1995 mit einem Giftgasanschlag in Angst und Schrecken versetzte.</p>
<p>Konsequent wechseln die Texte zwischen Aomame, einer Auftragskillerin, die Gewalt an Frauen rächt und in coolen Bars bevorzugt nach Männern mittleren Alters sucht, und Tengo, einem typischen Murakami-Helden, der eine schriftstellerische Laufbahn anstrebt und seinen Träumen verzweifelt hinterherjagt. Murakami lässt den 30-jährigen Single über literarische Fähigkeiten reflektieren und arbeitet sich mit ihm an dem Thema Schriftstellerei ab. Auch er hat einen Auftraggeber, der ihn zum Betrug anstachelt: Das ist sein Redakteur. Er möchte, dass Tengo den Roman der 17-jährigen Fukaeri umschreibt, der zwar viel versprechend ist, aber nicht gut genug, um dem Verlag einen Preis einzubringen. Tengo ist fasziniert von dem Buch „Die Puppe aus Luft“, das von der Flucht aus einer Sekte handelt.</p>
<p>Erst spät laufen die beiden Geschichten zu einer schicksalhaften Liebesgeschichte zusammen: Aomame und Tengo verbindet ein gemeinsames Erlebnis aus der Kindheit. Es sind zwei Menschen, die zueinander gehören, aber sich nicht finden. Die brillante und liebevolle Beschreibung der Figuren, ihrer traurigen Seelen, der Einsamkeit, Angst und Orientierungslosigkeit, mit der sie leben und lieben, verleiht dem Werk des japanischen Erfolgsautors Stärke. Am Ende des zweiten Buches nach mehr als tausend Seiten bleiben viele Rätsel. Tengo und Aomame finden nicht ganz zueinander. So viel darf man schon verraten, denn in Japan ist gerade die dritte Fortsetzung der Geschichte erschienen, in der erzählt wird, wie es mit dem Lektor und der Killerin weitergeht. Die deutschen Leser werden sich bis dahin noch ein bisschen gedulden müssen und können schon mal ihre Arme trainieren!</p>
<p><strong>Ela Windels</strong></p>
<p>Haruki Murakami ist ein japanischer Autor. Sein Stil zeichnet sich durch surrealistische Elemente und Anspielungen auf die Popkultur aus. Obgleich seine Erzählungen in Japan spielen, sind sie von Vorbildern der westlichen Literatur geprägt. Murakami erhielt für Bücher wie „Gefährliche Geliebte“ und „Mister Aufziehvogel“ zahlreiche Literaturpreise. Seine Texte wurden in rund 40 Sprachen übersetzt.</p>
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		<title>s. mischke/ r. birkefeld (hg.), der ring der niedersachsen</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Nov 2010 09:13:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[hauskritik]]></category>
		<category><![CDATA[2010-11]]></category>

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		<description><![CDATA[Die beiden Herausgeber des historischen Krimis „Der Ring der Niedersachsen – Dunkle Geschichten aus zwei Jahrtausenden“ sind Susanne Mischke und Richard Birkefeld. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/03/Der-Ring-der-Niedersachsen.jpg"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-10669" title="Der Ring der Niedersachsen" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/03/Der-Ring-der-Niedersachsen-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Die beiden Herausgeber des historischen Krimis „Der Ring der Niedersachsen – Dunkle Geschichten aus zwei Jahrtausenden“ sind Susanne Mischke und Richard Birkefeld. Die hannoversche Autorin Susanne Mischke war einige Jahre lang Präsidentin von „Sisters in Crime“. In dieser Zeit konnte sie mit ihren fesselnden Kriminalromanen eine große Fangemeinde für sich gewinnen. Zuletzt erschienen sind von ihr die Bücher „Liebeslänglich“ und „Der Tote vom Maschsee“.</p>
<p>Richard Birkefeld ist Historiker und Politologe. Er hat zahlreiche Texte über die Stadtgeschichte Hannovers und kulturelle Veränderungen im frühen 20. Jahrhundert veröffentlicht. Seinen ersten Roman „Wer übrig bleibt, hat recht“ hat er zusammen mit Göran Hachmeister geschrieben. 2003 wurde das Buch mit dem deutschen Krimi-Preis und mit dem Friedrich-Glauser-Preis ausgezeichnet.</p>
<p>„Der Ring der Niedersachsen“ ist eine spannende Zeitreise. Neun bekannte Krimiautoren aus Hannover nehmen den Leser mit auf einen atemberaubenden Trip durch die Jahrhunderte. Los geht es im fernen Ägypten, und Ziel ist das heutige Hannover. Ständiger Begleiter der Geschichte ist ein legendäres Schmuckstück. Dr. Bartling, ein angesehener Professor an der Leibniz Universität Hannover, ist der Besitzer dieses Schmuckstücks, des berühmten Sephuris-Rings.</p>
<p>Bartling will mehr über Herkunft und das Geheimnis des Erbstücks erfahren und wird schließlich mit unangenehmen Wahrheiten konfrontiert, die sein (bisher vom Schicksal begünstigtes) Leben durcheinanderbringen.</p>
<p>„Der Ring der Niedersachsen – Dunkle Geschichten aus zwei Jahrtausenden“ wurde in Springe von „zu Klampen!“ verlegt und sollte in Hannover in jedem Bücherschrank stehen und auf jedem Nachttisch liegen. Das Buch übertrifft alle Erwartungen und macht Lust auf eine Fortsetzung.<br />
<strong><br />
Dorothee Elisa Wandersleben</strong></p>
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		<title>thráinn bertelsson, höllenengel – ein island-krimi</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Nov 2010 09:11:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[hauskritik]]></category>
		<category><![CDATA[2010-11]]></category>

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		<description><![CDATA[Während in Estland eine Amphetaminfabrik explodiert, werden in einem isländischen Sommerhaus drei brutal zugerichtete Leichen gefunden. Am Tatort finden sich viele rätselhafte Hinweise. Ausgerechnet als Kommissar Vikingur seine Ermittlungen aufnimmt, wird ein weiterer Toter entdeckt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/03/Höllenengel.jpg"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-10668" title="Höllenengel" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/03/Höllenengel-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Während in Estland eine Amphetaminfabrik explodiert, werden in einem isländischen Sommerhaus drei brutal zugerichtete Leichen gefunden. Am Tatort finden sich viele rätselhafte Hinweise. Ausgerechnet als Kommissar Vikingur seine Ermittlungen aufnimmt, wird ein weiterer Toter entdeckt. Dass es sich dabei um seinen verschwundenen Stiefsohn Magnús handelt, erschreckt alle Beteiligten.</p>
<p>Vikingurs Frau Pórhildur trifft der Tod ihres Sohnes sogar so hart, dass sie wenige Tage später versucht, sich mit einer Überdosis Tabletten das Leben zu nehmen. Der Versuch misslingt, aber dennoch ist es furchtbar für den Kommissar, seine Gattin leblos im Schlafzimmer zu sehen.</p>
<p>Wird sie jemals wieder aus dem Koma erwachen? Der Schicksalsschlag ist für Vikingur nicht völlig überraschend: In der Vergangenheit hatte Pórhildur schon öfter als einmal versucht, sich mithilfe von Tabletten umzubringen.</p>
<p>Fast zeitgleich entdecken die Ermittler auf einer Website endlich eine kleine hoffnungsvolle Spur, nachdem schon tagelang erfolglos im Drogenmilieu nach dem Täter gesucht wurde: Die Strafe sei „wohlverdient“, ist dort zu lesen. Steckt dahinter eine Botschaft, die den Kommissar endlich zum Mörder führt?</p>
<p>Außerhalb Islands wurde Thráinn Bertelsson vor allem mit dem Film „Magnus“ und seiner Autobiografie „My Self &amp; I“ bekannt. Seine beiden ersten Island-Krimis „Wallküren“ und „Höllenengel“ standen monatelang auf der Bestsellerliste seines Heimatlandes. „Höllenengel“ war in Deutschland „Krimi des Monats“ bei dtv.</p>
<p>Bertelsson schreibt nicht nur spannend, sondern reflektiert auch geistreich über unsere moderne Gesellschaft. Fazit: Sicher werden wir noch viel von diesem Autoren hören – und vor allem lesen. „Höllenengel“ ist ein gelungenes Buch.</p>
<p><strong>Dorothee Elisa Wandersleben</strong></p>
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		<title>alexander osang: königstorkinder</title>
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		<pubDate>Thu, 30 Sep 2010 22:00:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Manuela Sender</dc:creator>
				<category><![CDATA[hauskritik]]></category>
		<category><![CDATA[2010-10]]></category>

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		<description><![CDATA[Jeden Morgen, wenn sich Andreas zu seiner Ostberliner Beschäftigungsagentur begibt, muss er die Siedlung neuer, weißer Stadthäuser am Königstor passieren,...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Andreas Hermann hat die erste Hälfte seines Lebens in Ostdeutschland verbracht und lebt heute, mit 40 Jahren, in einer winzigen Wohnung in Berlin, Prenzlauer Berg. Beruflich hat er es nicht geschafft. Geboren in Neustrelitz, arbeitsloser Journalist, Wendeverlierer. Nach unzähligen erfolglosen Bewerbungen arbeitet er unter anderem als Ein-Euro-Jobber an einem Kulturprogramm anlässlich des 20. Jahrestags des Mauerfalls. Ausgerechnet mit einem Haufen intellektueller, arbeitsloser Laiendarsteller soll er die Ereignisse aus dem Jahr 1989 nachstellen. Kein Wunder, dass er sich nebenbei um die Teilnahme an einem Langzeit-Schlafprojekt für künftige Raumflüge bewirbt. Sollte das Kulturprojekt gelingen, droht zu allem Überfluss die Aufführung in einigen Berliner Altenheimen.</p>
<p>Doch dann tritt Ulrike Beerenstein in sein Leben, eine Frau aus dem Westen, die mehr über den Osten zu wissen scheint, als er selbst. Sie arbeitet in einem der neuen Ladenbüros, macht Werbung, ist zugezogen aus München, hat einen Ehemann und eine kleine Tochter. Jeden Morgen, wenn sich Andreas zu seiner Ostberliner Beschäftigungsagentur begibt, muss er die Siedlung neuer, weißer Stadthäuser am Königstor passieren, wie sie nach der Wende zahlreich für wohlhabende Bewohner errichtet wurden und werden. Jeden Morgen steht dort Ulrike Beerenstein am Fenster und beobachtet ihn, träumt. Als ihr Mann zu einer Dienstreise aufbricht, nutzt sie die Gelegenheit, Andreas kennen zu lernen. Die beiden beginnen eine Affäre und Andreas Hermann betritt eine völlig neue Welt.</p>
<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/10/o.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-9016" title="Königstorkinder" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/10/o-197x300.jpg" alt="" width="197" height="300" /></a>Erzählt wird uns die Geschichte von Andreas Hermann selbst. Sein Zuhörer ist ein Arzt in der Charité, der das Schlafprojekt begleitet.</p>
<p>Nur auf den ersten Blick ist „Königstorkinder” ein klassischer Nachwende-Roman, in dem es um das beharrliche Nichtzusammenwachsen zweier Staaten und zweier Menschen geht. Osangs Roman ist eine traumschöne Liebesgeschichte, ein wundervolles Märchen und darüber hinaus das gelungene Porträt eines Stadtviertels. Es ist die Geschichte zweier Menschen, die nach Authentizität suchen und schließlich sich selbst finden. Wäre da nicht das Ende, eine erzählerische Ohrfeige, die Wende im Nachwenderoman.</p>
<p><strong>Dorothee Elisa Wandersleben</strong></p>
<p><strong>S. Fischer Verlag,<br />
320 Seiten,<br />
19,95 Euro</strong></p>
]]></content:encoded>
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