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	<title>STADTKIND - hannovermagazin &#187; menschen</title>
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	<description>Ein weiteres tolles WordPress-Blog</description>
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		<title>der ewige gärtner &#8211; ronald clark</title>
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		<pubDate>Mon, 31 May 2010 22:00:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[im porträt]]></category>
		<category><![CDATA[2010-06]]></category>

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		<description><![CDATA[Im metaphysischen Sinn steht der Garten für die Suche nach dem verlorenen Paradies. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/07/06-38_Juni_SK_10_723.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-8301" title="Ronald Clark oder &quot;Die Wildtulpe&quot;" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/07/06-38_Juni_SK_10_723-300x150.jpg" alt="" width="300" height="150" /></a>Name: Ronald Clark<br />
Beruf: Direktor der Herrenhäuser Gärten<br />
Sternzeichen: Fische, Aszendent Krebs<br />
Familienstand: verpartnert</strong></p>
<p>Ronald Clark hat Gartenbau und Landschaftspflege studiert. Seit April 2005 ist er Direktor der Herrenhäuser Gärten. Zuvor hat er drei Jahre lang das Grünflächenamt Hannover geleitet. Bis 2003 war der 54-Jährige niedersächsischer Landesvorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur. Clark hat verschiedene Gartenbücher geschrieben und ist in Wardenburg bei Oldenburg auf einem Bauernhof aufgewachsen. Er hat vier Brüder.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">1. Schönster Garten auf Erden?</span> Neben den Herrenhäuser Gärten ist das mein Privatgarten in der Oststadt. Dort kann ich machen, was ich will.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">2. Wieso ist der Garten für viele Menschen so wichtig?</span> Im metaphysischen Sinn steht der Garten für die Suche nach dem verlorenen Paradies. Er bietet Menschen die Möglichkeit, im Einklang mit der Natur zu leben. Gleichzeitig ist es ein menschliches Urbedürfnis, die Natur zu gestalten und Nutzen daraus zu ziehen. Ginge es nur um den Nutzen und nicht um die Schönheit, hätten wir einen Acker und keinen Garten.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">3. Wie sehen Ihre Gartenvisionen für ein grünes Hannover 2050 aus? </span>Zunächst ist es wichtig, das Vorhandene zu erhalten und neue, zeitgemäße Anlagen zu schaffen. Schön wäre es, wenn alle Hannoveraner den Garten als Freude begreifen könnten. Die offene Pforte fördert die Gartenleidenschaft jedenfalls.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">4. 465.000 Besucher flanierten 2009 durch die Anlagen – 30 000 mehr als im Vorjahr. Wie erklären Sie die Entwicklung? </span>Das ist ein Ergebnis von gutem und langfristigem Marketing. Das Wetter war auch günstig, und unsere Ausstellungen waren erfolgreich, zum Beispiel die Orchideenausstellung.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">5. Läuft der kaufmännische Betrieb der Herrenhäuser Gärten rund?</span> Im Rahmen der Haushaltskonsolidierung mussten wir die Eintrittspreise erhöhen. Nur so konnte ein Stellenabbau verhindert werden, und nur so kann der hohe Standard aufrechterhalten werden. Der Eintrittspreis beträgt jetzt 5 Euro für Erwachsene, Kinder bis 12 Jahren haben freien Zugang. Damit liegen wir preislich weiterhin in einem guten Mittelfeld.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">6. Wie viele Angestellte sind täglich damit beschäftigt, die Gärten auf Vordermann zu bringen? </span>90 Personen kümmern sich um Pflege und Instandhaltung, neben den Gärtnern auch Elektriker.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">7. Was ist einzigartig an den Herrenhäuser Gärten? </span>Der Große Garten zählt zu den wenigen barocken Gärten in Deutschland, die in ihrer  historischen Grundstruktur erhalten geblieben sind. Einmalig ist das dreigliedrige Ensemble mit dem Großen Garten als Barockgarten, dem Georgengarten als Landschaftsgarten und dem Berggarten als botanischem Garten. Der Georgengarten wurde auch nie, wie es oft in anderen Städten geschieht, zugunsten baulicher Maßnahmen reduziert. Die Herrenhäuser Gärten gehören der Stadt und nicht dem Land oder einer Stiftung. Das ist ein Grund, warum sich die Hannoveraner so stark damit identifizieren. Wo gehen sie mit den Verwandten von außerhalb hin? In die Gärten.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">8. Mit wem wären Sie am liebsten durch die Gärten flaniert: mit Kurfürstin Sophie, mit Händel, Leibniz oder mit Georg I., dem englischen König? </span>Mit Sophie. Ohne sie würde es den Großen Garten nicht geben. Sie hat den Hof zum Musen- und Wissenschaftshof gemacht und dafür gesorgt, dass Händel und Leibniz nach Hannover gekommen sind. Außerdem war sie die Mutter von Georg und sicher interessanter als ihr Sohn, der König.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">9. Parks, Friedhöfe, Gärten. Welche Grünanlagen gefallen Ihnen?</span><span style="color: #ff0000;"> Haben Sie Tipps für unsere Leser?</span> Da brauchen wir eine Extra-Ausgabe! In Hannover ist die Atmosphäre im Stadtpark wunderschön. 1951 fand dort die erste Bundesgartenschau statt. Vaux-le-Vicomte in Frankreich ist ein perfekter Barockgarten, er war Vorbild für Versailles. In China ist der Garten des Meisters der Netze in Suzhou eine großartige Anlage, aber auch in Japan und England gibt es herrliche Gärten.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">10. Königin der Blumen?</span> Das ändert sich im Jahresverlauf. Zurzeit ist es die Tulpe. Generell sind es Rosen, Phlox, Strauchpfingstrosen und die Christrose im Winter. Die Funkie liebe und sammle ich.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">11. Lieblingsarbeiten im Garten? </span>Das Pflanzen. Das Planen. Und das sogenannte Rummuckeln: Am liebsten gehe ich mit einer Tasse Tee durch den Garten, zupfe hier und dort ein bisschen, und genieße die Schönheit.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">12. Lieblingsplatz im Garten? </span>Im Frühjahr ist das ein besonderer Sonnenplatz, und im Sommer ist es der Platz im Schatten unter dem Apfelbaum.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">13. Beste Jahreszeit, um den Garten zu genießen? </span>Der Frühling, solange das Laub noch hellgrün ist. Im Mai liebe ich den Geruch im Georgengarten, sobald die Zieräpfel blühen.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">14. Schönster Duft?</span> In der Nacht sind es die Mondviolen, die im Mai blühen und von nachtaktiven Insekten bestäubt werden.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">15. Schönster Moment im Garten? </span>Die blaue Stunde nach dem Sonnenuntergang: wenn Frühlingsblumen wie Rittersporn, Scilla und Blue Bells in der Dämmerung blau leuchten und die Natur Luft holt. Diese Stimmung ist einfach toll. Im Großen Garten ist die blaue Stunde bis Anfang Juni zu spüren.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">16. Mit welcher Pflanze würden Sie sich vergleichen?</span> Früher wurde ich mit einer Wildtulpe verglichen, die ist nicht so hochgezüchtet. Eine Edelrose bin ich nicht &#8230; das ist schwierig.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">17. Bei Facebook stellen Sie auf der Seite der Herrenhäuser Gärten Gedichte online. Werden Sie poetisch, wenn die Natur aus dem Winterschlaf erwacht? </span>Ja, aber nicht nur im Frühling. Ich liebe Gartengedichte und finde die Idee, Facebook als Medium für den Garten zu nutzen, interessant. Zurzeit gibt es erst 200 Freunde der Herrenhäuser Gärten im Netz. 56 Prozent davon sind Frauen.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">18. Frühe Kindheitserinnerungen in Bezug auf  Natur? </span>Als 6-Jähriger habe ich bei der Strohernte mitgeholfen: Auf dem gemähten Feld ließen wir einen selbstgebauten Drachen steigen &#8230; große Freiheit. Und ich erinnere mich an die eingekochte Marmelade der Nachbarn, die besser geschmeckt hat als unsere.</p>
<p><strong>Simone Niemann</strong></p>
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		<title>&#8230;mit stephan weil</title>
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		<pubDate>Mon, 31 May 2010 22:00:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[ein letztes wort...]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich glaube, dass es einfach eine tiefe Verunsicherung in der Bevölkerung gibt. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #ff0000;">Gerade hatten wir die Wahl in NRW mit durchaus bundespolitischer Bedeutung. Nachdem wir beim letzten Mal über den Umbau der Landesregierung in Niedersachsen gesprochen haben, könnten wir diese Wahl doch zum Anlass nehmen und darüber sprechen, was denn bei der Bundesregierung ihrer Meinung nach in Sachen Umbau jetzt so auf dem Zettel stehen sollte. Aber zuerst zur Wahl in NRW. Sind Sie zufrieden mit dem Ergebnis?</span><br />
Also, für einen einfachen Sozialdemokraten wie mich war das endlich einmal wieder eine Gelegenheit, ein bisschen fröhlicher aus der Wäsche zu gucken.<br />
<span style="color: #ff0000;"><br />
<a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/07/weil-und-kompa_72.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-8396" title="Stephan Weil &amp; Lars Kompa" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/07/weil-und-kompa_72-300x157.jpg" alt="" width="300" height="157" /></a>Wobei die SPD ja nicht unbedingt gewonnen hat in NRW.</span><br />
Da ist ja immer die Frage, woran man das misst. Gemessen an den letzten Landtagswahlen hat man kräftig verloren, gemessen an den letzten Bundestagswahlen hat man kräftig gewonnen. Und tatsächlich war NRW ja so etwas wie eine kleine Bundestagswahl. Wenn 1/4 der Bevölkerung zur Wahl geht, dann hat das nicht nur etwas mit dem Bundesland zu tun.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Die Wahlbeteiligung war allerdings wieder mal im Keller. Auch bedenklich, gerade bei der Bedeutung dieser Wahl.</span><br />
Ich glaube, dass es einfach eine tiefe Verunsicherung in der Bevölkerung gibt. Auf der einen Seite ist sie täglich konfrontiert mit den Problemen der Krise und den Fragen, die sich daraus ergeben, auf der anderen Seite fehlt die Orientierung durch die Politik. Diese Verunsicherung drückt sich in vielen Fällen durch Wahlenthaltung aus.<br />
<span style="color: #ff0000;"><br />
Es fehlt also das Vertrauen, dass die Politik die Probleme lösen kann.</span><br />
Ja. Ich glaube, dass die Wahl in NRW zumindest auf den letzten Metern doch sehr geprägt war von der Diskussion um Griechenland. Und da gab es keine klare Orientierung. Da hören die Menschen, dass es um riesige Beträge geht, aber die Position Deutschlands ist lange nicht klar, und niemand sagt etwas über die Konsequenzen. Diese fehlende Orientierung führt für mich zu einer Entpolitisierung.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Jetzt gibt es in NRW sozusagen eine Patt-Situation zwischen CDU und SPD. Die Koalitionsgespräche zwischen SPD und FDP sind schon gescheitert. Kommt jetzt Rot-Rot-Grün? Würden sie eine Koalition mit der Linken eingehen?</span><br />
Zunächst muss man ganz klar feststellen, dass wir inzwischen ein Fünf- Parteien-System haben. Und in so einem System gibt es meistens entweder eine Große Koalition oder ein Dreierbündnis. Ich habe nicht verstanden, warum die FDP dazu in NRW nein gesagt hat. Auf Dauer stellt sie sich damit ins Abseits. Was die Linke angeht, so hängt eine mögliche Zusammenarbeit immer sehr davon ab, mit wem man es zu tun hat. Das kann man übrigens sehr gut im hannoverschen Rat sehen. Dort gibt es augenblicklich noch zwei Gruppen. Mit der einen Hälfte kann man sehr vernünftig reden, mit der anderen Hälfte kann man so gut wie gar nicht reden. Da ich die Linke in NRW nicht wirklich kenne, kann ich eher keine Empfehlung abgeben. Aber es macht keinen Sinn, die Linke auf Dauer zu tabuisieren.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Ist bundespolitisch eine Koalition mit der Linken eine Option?</span><br />
Das ist im Grunde eher eine Frage an die Linke. Wenn man mit großem rhetorischem Aufwand ein Programm schreibt, in dem keine Forderung knackig genug ist, dann ist der Abstand zur Realität natürlich groß. Als Regierungspartei hat man es dann entsprechend schwer mit solchen Forderungen. Das gilt sicherlich auf der Bundesebene noch sehr viel mehr als auf der Landesebene. Im Land muss ich mich ja nicht mit Themen wie Außen- und Sicherheitspolitik herumschlagen.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">In NRW setzt sich jetzt die SPD mit den Grünen zusammen und stellt dann die Frage an die Linke, ob die Gemeinsamkeiten ausreichen. Die letzte Option, dort zu regieren, wäre für die SPD dann die Große Koalition. Würden sie der SPD dazu raten?</span><br />
Zum Glück bin ich ja Kommunalpolitiker in Hannover und nicht Landespolitiker in NRW, muss das also nicht entscheiden. Aber ich finde, am Ende kommt es nicht darauf an, was für die einzelne Partei gut ist, sondern dass es einfach eine Verantwortung für das Land gibt. Gerade im Moment sollten wir ein extrem ausgeprägtes Interesse an handlungsfähigen Regierungen haben, das gilt auf Landesebene genauso wie auf Bundesebene. Deswegen würde ich sagen, dass auch eine große Koalition immer eine Option sein muss.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Sollte die SPD Rot-Rot-Grün vor der nächsten Wahl ausschließen? Es gäbe dann ja kaum eine Option mitzuregieren, außer in einer Großen Koalition. Oder sollte man sich andere Optionen offen halten?</span><br />
Man darf sich ruhig alle Optionen offen halten. Das gilt ja inzwischen eigentlich für alle Parteien. Die Zeit der festen Lager haben wir doch im Grunde schon längst hinter uns gelassen. Nehmen Sie die CDU. Wenn die eine Chance hat, mit den Grünen zu regieren, dann machen die das, da denken die keine zehn Sekunden ernsthaft drüber nach. Deswegen wird auch die FDP nicht lange in der Rolle der beleidigten Leberwurst verharren können. Keine Partei kann sich da dauerhaft ausklinken. Die politischen Bündnisse werden flexibler sein, die Mehrheitsbildung damit künftig natürlich schwieriger. Für den Wähler wird es übrigens auch nicht einfacher. Wenn jeder potentiell mit jedem koalieren kann, ist es natürlich schwierig, die Unterscheidungsmerkmale für sich herauszuarbeiten.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Schwarz-Grün, ist das etwas, auf das man sich einstellen muss?</span><br />
Diese Koalition gibt es ja schon in Hamburg und in anderen Kommunen und Ländern. Das wird gerade noch hoch gehandelt. Ich glaube allerdings, dass der Reiz ziemlich schnell verfliegt. Es ist ja nicht so, dass nun von Hamburg unbedingt ein Signal ausgegangen ist, dass so die Politik der Zukunft aussehen könnte. Aber man sieht daran, dass die Parteien nicht mehr in den alten Schützengräben herumliegen, was erstmal gut ist. Wenn auf der anderen Seite natürlich das eigene Profil nicht mehr zu erkennen ist, zahlen die Parteien einen hohen Preis. Man muss dabei auch immer sehen, was wirklich hinter den Aussagen der Parteien steckt. Dafür haben wir hier in Hannover ein schönes Beispiel. Da hat die CDU gesagt, dass sie sich künftig mehr um ökologische Themen bemühen will. Das klingt ja erstmal gut. Aber augenblicklich führen sie nun zuerst mal eine Diskussion darüber, ob es den Klimawandel wirklich gibt.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Jetzt sind wir schon wieder am Ende und haben noch gar nicht über die Konsequenzen aus der Wahl in NRW für die Regierungskoalition gesprochen. Mich interessiert ja besonders, was Sie Herrn Westerwelle sagen würden, wenn Sie mal fünf Minuten mit ihm alleine hätten. Aber das besprechen wir dann beim nächsten Mal. </span></p>
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		<title>suppenart</title>
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		<pubDate>Mon, 31 May 2010 22:00:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[stadtkinder sind mutig]]></category>
		<category><![CDATA[2010-06]]></category>

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		<description><![CDATA[„Gibt's hier keine Currywurst?“ Diese meist vorwurfsvoll gestellte Frage hört Ines Busch-Behrens öfter. Doch die Inhaberin der Trend-Suppenbar weiß zu kontern: „Nein, aber wir haben ein Curry, das fängt immerhin genauso an.“]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Gibt&#8217;s hier keine Currywurst?“ Diese meist vorwurfsvoll gestellte Frage hört Ines Busch-Behrens öfter. Doch die Inhaberin der Trend-Suppenbar weiß zu kontern: „Nein, aber wir haben ein Curry, das fängt immerhin genauso an.“ „Und dann“, so erzählt die sympathische 44-Jährige, „probiert so ein junger Mann tatsächlich mal eine unserer Suppenkreationen und merkt plötzlich, dass das richtig gut schmeckt und dazu noch viel gesünder ist, als eine fettige Currywurst.“</p>
<p>Natürlich freut sich Ines Busch-Behrens, wenn ihre Produkte gerade eingefleischte Fast-Food-Fans überzeugen können, betont aber: „Ich will niemanden bekehren, ganz bestimmt nicht! Ich sehe meinen Job darin, dass ich ernährungsbewusste Kost zur Verfügung stelle, und wer da Wert drauf legt, der sieht das.“</p>
<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/07/Ines_72.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-8217" title="Darf es auch ein Löffelchen mehr sein?" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/07/Ines_72-236x300.jpg" alt="" width="236" height="300" /></a>Mit SuppenArt wollte sie sich ihren Traum von der Selbstständigkeit erfüllen und Hannover um etwas Besonderes bereichern. Beides ist ihr gelungen. Das abwechslungsreiche Angebot frisch gekochter Suppen, Eintöpfe, Currys, Pasta und leckerer Salate und Desserts, die ohne künstliche Zusatzstoffe, allergen- und cholesterienarm und teils auch gluten- und laktosefrei zubereitet werden, ist hier einmalig. Darüber freuen sich insbesondere Allergiker, für die es vor der Eröffnung von SuppenArt im Oktober 2009 alles andere als leicht war, einfach mal lecker Essen zu gehen. Schade, wenn man bedenkt, dass Studien zufolge heutzutage bereits jeder Vierte an einer Allergie leidet, Tendenz steigend. „In anderen Restaurants wird vieles achtlos benutzt, wird beispielsweise mit Mehl gebunden, wo Kartoffelmehl ebenfalls gehen würde, so dass es auch für Allergiker verträglich wäre. Überhaupt ist diese Ernährung für jedermann viel gesünder, ohne dass ein geschmacklicher Unterschied festzustellen ist“, unterstreicht Ines Busch-Behrens.</p>
<p>Zwischendurch gesund genießen – so der Slogan, den die Inhaberin wie folgt erläutert: „Eine gesunde Zwischenmahlzeit zu einem geringen Preis, nach der man sich nicht platt fühlt, sondern voller Energie in den weiteren Tag starten kann.“ Sie erwähnt allerdings ausdrücklich, dass es sich bei SuppenArt nicht um einen „Ökoladen“ handelt. Diesen Eindruck gewinnt man aber auch keineswegs, betritt man das moderne Lokal. Für die Inhaberin ist wichtig, dass am Ende ein stimmiges Gesamtbild entsteht, angefangen vom stilvollen Geschirr bis zu den bunten Holzschnitten an der Wand. Die Kunstausstellung findet in Kooperation mit der Galerie Holbein 4 statt, wechselt mehrmals im Jahr und macht das besondere Ambiente von SuppenArt perfekt. „Die Leute fühlen sich hier wohl und man merkt, dass wir einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen“, so Ines Busch-Behrens. Viele Kunden verbringen regelmäßig ihre Mittagspausen bei SuppenArt, und die Inhabeirn legt viel Wert auf ihre Meinung: „Ich gehe immer gerne auf Anregungen ein. Wir sind ständig dabei zu gucken, was ankommt, um unser Angebot zu erweitern.“</p>
<p>Nein, langweilig wird es den Suppenfans hier sicher nicht, denn neben den beiden ständigen Klassikern Chili Con Carne und Bortschsch wechseln die Angebote unter den Schlagwörtern Kraftmacher, Exotisches, Sattmacher, Muntermacher und Spezialität wöchentlich. Auch die Getränkekarte lässt nichts zu wünschen übrig, wobei insbesondere der langzeitgeröstete Kaffee und frischer Pfefferminztee kleine Highlights sind. Wer bei Sonnenschein draußen genießen möchte – kein Problem, denn alle Produkte gibt es auch zum Mitnehmen. Dazu Lieferservice und Catering.</p>
<p>Ines Busch-Behrens ist heute sehr glücklich, das Projekt der Suppenküche der besonderen Art gewagt zu haben – Bestätigung bekommt sie von zahlreichen begeisterten Kunden. Nur mit der Laufkundschaft hapert es noch ein wenig, ist man doch allzu schnell an dem kleinen Geschäft vorbei. Aber vielleicht können wir ja mit diesem Artikel dazu beitragen, dass der ein oder andere die kleine Perle in der Passerelle kennen und lieben lernt. Das sprichwörtliche Haar in der Suppe wird man hier schwerlich finden.</p>
<p><strong>Tamy Kahlert</strong></p>
<p><strong>SuppenArt<br />
Ines Busch-Behrens<br />
Niki-de-Saint-Phalle-Promenade 41<br />
30159 Hannover<br />
Tel.: 0511 &#8211; 763 51 52 0<br />
Behrens@suppenart.de<br />
www.suppenart.de</strong></p>
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		<title>elisabeth schweeger</title>
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		<pubDate>Mon, 31 May 2010 22:00:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[im interview]]></category>
		<category><![CDATA[2010-06]]></category>

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		<description><![CDATA[Stellen Sie sich einfach eine Gesellschaft vor, die keine Kultur hat, keine geistige Auseinandersetzung. So eine Gesellschaft würde schlicht eingehen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Vom 4. bis 27. Juni 2010 werden die Herrenhäuser Gärten und die dortigen Festsäle zum Schauplatz der KunstFestSpiele unter der Intendanz Elisabeth Schweegers. „Die Macht des Spiels“, so lautet das Motto des Festivals. Wie viel Spiel, wie viel Feste und wie viel Kunst braucht der Mensch, um zu leben, zu überleben und sich weiter zu entwickeln, hat Schweeger gefragt. Und sie spannt dazu mit ihrem Programm aus Opern, Konzerten, Kunst-Installationen, Musiktheater und zahlreichen Veranstaltungen wie Workshops und Diskussionen einen Bogen zwischen Barock und Moderne, der einen Diskurs eröffnen will – gleichwohl ein Blick in das außergewöhnliche und spannende Programm die Antwort eigentlich schon vorweg nimmt: Ohne Kunst, ohne Spiel ist alles nichts. Stadtkind sprach mit Elisabeth Schweeger über das neue Festivalformat in Hannover.</strong></p>
<p><span style="color: #ff0000;"><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/07/Lissie_72.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-8304" title="Elisabeth Schweeger" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/07/Lissie_72-300x194.jpg" alt="" width="300" height="194" /></a>Frau Schweeger, das Festival hat ja keine leichte Vorgeschichte. Im letzten Jahr hat es viel Aufregung um die hohe Zahl von Freikarten gegeben, die während der Festwochen Herrenhausen verteilt wurden. Kulturdezernentin Marlis Drevermann stand im Mittelpunkt der Kritik. Sie saßen sozusagen mit im Boot. Geht das neue Konzept, die Fragestellung, auch ein bisschen auf diese Diskussion zurück?</span><br />
Vielleicht wäre es auch ohne die Diskussionen zu dieser Fragestellung gekommen. Gerade jetzt in der Wirtschaftskrise liegt das Thema ja auf der Hand. Und natürlich fragt man sich da als Kunstvermittlerin, wie man das behandelt. Das hat auch etwas mit Verantwortung zu tun. Es gibt die ökonomischen Probleme – und man überlegt, wie man darauf in der künstlerischen Arbeit Bezug nehmen kann. Und stellt Fragen: Ist es legitim, dass wir hier arbeiten? Wie viel Kunst braucht die Gesellschaft? Warum gibt es so ein Festival? So ist zum Beispiel auch die Verbindung zu Christoph Schlingensief entstanden, der in Burkina Faso etwas scheinbar Unmögliches versucht. Das ist einfach eine wunderschöne Idee, die für dieses Land ganz neue Impulse bringen kann. Und für uns auch. Denn an so einem Beispiel wird deutlich, dass die Kunst effektiv soziale und auch wirtschaftliche Bedeutung haben kann und hat. Sie ist ein Standortfaktor. Blödes Wort, aber es ist so.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Die wirtschaftliche Bedeutung wird ja gern infrage gestellt.</span><br />
Allerdings. Aber betrachten wir mal ein großes Theater. Da arbeiten ungefähr 400 Angestellte, die produzieren im Jahr etwa 40 Produktionen. Da wird beileibe nicht alles im Theater gebaut, man muss viel einkaufen, da profitieren unterschiedlichste Firmen, dazu kommt die Gastronomie, die Hotellerie. Da werden Steuern gezahlt. Allein da fließt bereits einiges zurück in die Kassen. Und das ist nur der sichtbare, materielle Teil. Es gibt aber auch so etwas wie einen geistigen Gewinn. Man investiert auch in die kreative Substanz, in die Köpfe, damit in soziale Kompetenz. Wenn wir nicht jemanden wie Leibniz gehabt hätten, gäbe es heute keine Computer. Er hat die Basis dafür geschaffen. Diese Seite wird leider gern vergessen.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">In Hannover gab es ja vor einem Jahr Stimmen, die gesagt haben: Macht Kunst, aber solche, die die Menschen sehen wollen. Macht zum Beispiel Musicals.</span><br />
Das ist dieser typische Streit um Hochkultur und populäre Kultur. Aber wer behauptet, dass das eine besonders wichtig ist und das andere nicht, der irrt. Da muss es in der Gesellschaft eine Balance geben. Wenn wir nur Musicals hätten, dann würde einem Teil der Gesellschaft etwas fehlen. Das wäre nicht richtig. Außerdem ernährt sich das eine aus dem anderen: die sogenannt populäre Kultur inspiriert sich von der sogenannten hehren Kunst und umgekehrt. Ich bedauere einfach, wenn man über Kultur streitet. Warum muss man sich über Schauspielhäuser, Opernhäuser, moderne Kunst oder anderes echauffieren? Das ist nicht einmal ein Prozent des Haushalts. Eigentlich ist das absurd. Stellen Sie sich einfach eine Gesellschaft vor, die keine Kultur hat, keine geistige Auseinandersetzung. So eine Gesellschaft würde schlicht eingehen. Das ist tatsächlich eine ganz reale Gefahr für viele Städte. Wenn die Kultur fehlt, ziehen die Leute weg.<br />
<span style="color: #ff0000;"><br />
Hat sich die Diskussion denn inzwischen beruhigt?</span><br />
Ich denke schon. Man muss einfach wissen, dass wir hier ein Festival mit wenigen Mitteln bauen, aber mit viel Unterstützung aus städtischer und privater Hand – eben ein kleines Juwel.</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/07/ensemble-modern_72.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-8305" title="Ensemble Modern" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/07/ensemble-modern_72-300x266.jpg" alt="" width="300" height="266" /></a>Dafür scheint es aber doch recht groß geworden zu sein, wenn man sich das Programm so anschaut.</span><br />
Man versucht es halt mit allen möglichen Kooperationen und guten Verhandlungen. Wir haben da sehr viel Unterstützung bekommen, von Künstlern und Kollegen, Förderern und Sponsoren, auch in der Stadt. Trotzdem bleibt es ein verhältnismäßig kleines Festival. Wir haben 1,3 Millionen, mit denen alles bestritten werden muss, von Infrastruktur bis hin zur künstlerischen Umsetzung. Unsere Hoffnung ist natürlich, dass dieses Festival künftig an Bedeutung gewinnt, aber das braucht Zeit. Man kann jetzt damit anfangen, etwas Besonderes zu entwickeln, abgestimmt auf den besonderen Ort.<br />
Einfach ein kleines Schmuckstück. Und man muss das natürlich auch als Ganzes sehen. Wir haben diesen wunderbaren Garten mit seiner Geschichte. Das allein hat schon einen Stellenwert. Und dann gibt es das Kleine Fest, das Musical, das Tanzfestival. Und es wird das Schloss geben mit seinem Wissenschaftszentrum und dem Museum darin. Diese Konstellation war für mich kein unwichtiger Anreiz, hier zu arbeiten. Das hat mich interessiert. Die Möglichkeit, hier ein Teil eines Ganzen zu sein und ein Festival der besonderen Art zu machen, das die Brücken schlägt zwischen den Disziplinen. Damit könnten die Herrenhäuser Gärten ein kulturell-geistiges Angebot schaffen, das von populären Veranstaltungen bis zur hehren Kunst reicht, oder wie Leibniz gesagt hat: von der Gaukelei bis zum Erhabenen. Das könnte hier ein ziemlich einmaliges Zentrum sein.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Wie muss man sich Ihre Arbeit hier vorstellen bis jetzt? Fängt man quasi bei Null an?</span><br />
In gewissem Sinne schon, weil das für alle Beteiligten neu ist. Zuerst wird lange diskutiert. Was braucht man für das Festival? Was ist realistisch? Das wird schriftlich fixiert. Dann gibt man sich Limits: Was muss bis wann geschafft sein. Dazu schafft man eine Organisationsstruktur aus dem Bestehenden heraus.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Wie viele Leute sind jetzt hier im Team?</span><br />
Wir haben zwei feste Mitarbeiter, die aber für die Abwicklung aller Veranstaltungen in Herrenhausen zuständig sind, nicht nur für die Festspiele, einen Techniker und seit einem Monat auch eine Sekretärin. Mehr gibt’s nicht. Und natürlich 5 bis 6 Hospitanten für die heiße Phase kurz vor dem Festival. Allerdings helfen einige in der Verwaltung nach Maßgabe ihrer Möglichkeiten auch mit. Alles andere muss aus dem Budget bestritten und erstellt werden.<br />
<span style="color: #ff0000;"><br />
Haben Sie bei der Auswahl der Künstler von Ihren Kontakten profitiert?</span><br />
Na ja, ich bin 30 Jahre im Geschäft. Wäre ja schlimm, wenn man da keine Kontakte hätte. Aber trotzdem verlangt jeder Ort etwas anderes. Nicht jeder Künstler passt hierher. Für mich kommt zuerst der Ort, und dazu fallen einem bestimmte Namen ein. Namen aus der Bildenden Kunst, der Musik, von Orchestern. Dann überlegt man, warum einem ausgerechnet diese Namen einfallen, stellt das infrage, entwickelt es weiter. Das ist wie ein Puzzle. Und plötzlich gibt es einen roten Faden und man weiß, wie es gehen kann, wer dabei sein sollte. Dann versucht man, diese Leute zu kriegen und zu begeistern, ruft an, lädt sie in den Garten ein, spricht miteinander, entwickelt Ideen. Man ist einfach kreativ. Danach geht es in die Feinarbeit.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Wie ist der Kontakt zu Schlingensief zustande gekommen?</span><br />
Den kenne ich schon lange. Ich habe in München bereits mit ihm zusammen gearbeitet, auch in Frankfurt.<br />
<span style="color: #ff0000;"><br />
Über den Namen Thilo Sarrazin habe ich mich ein bisschen gewundert. Ein ungewöhnlicher Gast für so ein Festival.</span><br />
Es geht ja um das Thema Spiel. Und Kunst ist ein kreativer Vorgang, eine Art Übungsterrain, auf dem wir unsere Erfahrungen machen, soziale Kompetenz entwickeln. Kinder lernen im Spiel zu verlieren oder zu gewinnen, nicht schadenfroh zu sein. Oder fair zu sein. Aber es geht dabei immer auch um Grenzüberschreitungen. Wie weit darf man gehen? Und das ist eine Frage, die sich gerade heute durchaus auch das Wirtschaftssystem stellen muss. Welche Spielregeln muss man einhalten? Darf man sie brechen? Ist das produktiv oder kontraproduktiv? Ich denke, wenn man die Kunst als integrativen Bestandteil der Gesellschaft versteht, dann gehört für mich jemand aus der Wirtschaft in diesen Diskurs.<br />
<span style="color: #ff0000;"><br />
Zumal Thilo Sarrazin ja auch ganz gut darin ist, Grenzen zu überschreiten.</span><br />
Ja, er ist ein guter Polemiker. Es macht ja keinen Sinn, nur Jasager oder nur Neinsager zu haben. Es soll sich ja ein Diskurs entwickeln, der uns zum Nachdenken einlädt. Die Kombination mit Karl Homann und Paul Hoyningen-Huene ist einfach gut. Ein Wirtschaftsethiker, ein Praktiker und ein Wissenschaftstheoretiker, daraus kann einfach eine spannende Situation entstehen. Alle Dialoge bei den KunstFestSpielen sind darauf ausgerichtet, dass eine Auseinandersetzung stattfinden kann. Das ist Auftrag und Bestandteil. Wir wollen den Diskurs fördern, ganz im Sinne von Leibniz.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Denken Sie, dass es für diese Art Festival in Hannover und der Region ein ausreichend großes Publikum gibt?</span><br />
Das kann ich bis jetzt schwer einschätzen. Es gibt durchaus ein sehr interessiertes Publikum in Hannover. Die gehen ins Theater, in die Oper, in die Museen. Aber was wir hier machen, ist eben Neuland. Das muss sich entwickeln.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Wie lange werden die KunstFestSpiele brauchen, um sich in der Stadt zu etablieren?</span><br />
Das weiß ich nicht. Ich denke, so mit etwa drei Jahren müssen wir auf jeden Fall rechnen. Aber ich habe das Gefühl, dass es hier in Hannover ähnlich ist wie in Frankfurt: Wenn das Publikum einmal da war, kommt es wieder. Und dann ist es sehr treu und loyal.</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/07/4-elemente_72.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-8306" title="4 Elemente" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/07/4-elemente_72-300x267.jpg" alt="" width="300" height="267" /></a>Ja, in Hannover ist man zuerst skeptisch – und wenn das erledigt ist, wird man uns nicht mehr los. Aber zuerst muss man uns kriegen. Ich habe mich gefragt, auch nach der Diskussion im vergangenen Jahr, wie groß der Druck ist, gleich erfolgreich zu sein. Oder anders: Wenn der Erfolg sich in Grenzen hält, sind dann die Kritiker alle wieder da?</span><br />
Kritiker werden wir auf jeden Fall haben, das gehört dazu. Aber alle wissen, dass das Zeit braucht. Man darf nicht vergessen, dass es toll und mutig von der Stadt ist, so ein Festival gerade in dieser Zeit zu gründen. Die Diskussion im letzten Jahr aber hat eine andere Art von Druck aufgebaut. Solche Dinge klärt man eigentlich besser am grünen Tisch.<br />
Wenn es Probleme gibt, setzt man sich zusammen. Wenn man so etwas über die Presse verhandelt, gibt es kaum noch Handlungsspielraum. Das erzeugt nur ein Gegeneinander. Dann stehen plötzlich alle, die Politiker, die Förderer und auch die Künstler, unter Druck. Für so ein neues Festivalformat ist das absolut kontraproduktiv. Eine Unternehmung dieser Art muss sich entwickeln dürfen, muss wachsen dürfen. Ich glaube aber, es ist uns ganz gut gelungen, uns von diesem Druck frei zu machen, weil man spürt, dass alle es wollen. Wir haben ein wirklich schönes Programm zusammengestellt und dabei auch Rücksicht auf die vorhandenen Gegebenheiten genommen, auf der Tradition der Barockmusik aufzubauen und aus ihr heraus ein paar Türen in die Moderne aufzumachen. Und ich hoffe, dass wir die Leute in diese neuen Welten mitnehmen können. Darum gibt es auch Einführungen, die Dialoge, die Lounge. Dort kann man sitzen und mit den Künstlern reden. Das Angebot ist auch auf die Vermittlung ausgerichtet. Das alles braucht natürlich Geduld. Es gibt hier in Hannover eine gute Tradition in der modernen Bildenden Kunst und im modernen Schauspiel, aber bei der modernen Musik hapert es noch ein bisschen. Es gibt z.B. kein wirkliches Konzerthaus, das das pflegen könnte. Und mit Puhlmann hat es wohl einfach eine zu radikale Erfahrung gegeben, die abgebrochen wurde. Aber der jetzige Intendant Michael Klügl führt das ganz wunderbar behutsam weiter. Auf diesem Humus kann man aufbauen.<br />
<span style="color: #ff0000;"><br />
Wie gehen Sie persönlich mit dem Druck um? Haben Sie bestimmte Strategien? Nach Hause gehen, die Füße hochlegen und Fernsehen gucken?</span><br />
(lacht) Ich bin Druck gewöhnt, in dem Augenblick, wo man mit Projekten an die Öffentlichkeit geht bzw. für sie arbeitet, ist einfach immer Druck da. Aber natürlich gibt es manchmal schlaflose Nächte. Das ist leider ganz normal.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Sind Sie auch mal richtig wütend?</span><br />
Natürlich. Ich bin ein emotionaler Mensch, sehr barockähnlich (lacht). Ich bin kein cooler Manager. Ich habe ein Anliegen, und darum bin ich immer komplett involviert. Und manchmal auch verletzt. Wenn man weiß, was Künstler investieren, was an Herzblut in der Arbeit steckt, wenn das dann irgendwie zerredet und zerpflückt wird, dann ärgert man sich. Und man arbeitet. Arbeitet bis in die Nacht und steht um vier Uhr wieder auf.<br />
<span style="color: #ff0000;"><br />
Wie lang ist denn normalerweise Ihr Arbeitstag?</span><br />
Einen Arbeitstag gibt es eigentlich nicht. Im Grunde auch keine Freizeit. Ich habe mich für etwas entschieden, bei dem man nicht aussteigen, nicht entkommen kann. Man hat einfach von morgens bis spät in die Nacht zu tun. Alles, was mit bildender oder darstellender Kunst zu tun hat, geht bis in die Nacht. Vieles regelt sich erst dann. Wenn die anderen schlafen, dann kann man in Ruhe mit den Künstlern reden. Tags-über ist dafür keine Zeit, da sind die Proben, die Organisation. Um Elf in der Nacht, wenn alles vorbei ist, dann setzt man sich hin: Wie war’s, was ist los, was brauchst du, das fehlt und so weiter. Das sind natürlich oft längere Gespräche, aber das ist notwendig. Das ist normal.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Wie lange schlafen Sie so im Durchschnitt?</span><br />
Vier Stunden. Mehr kann ich gar nicht. Die brauche ich aber auch. (lacht)</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Aber insgesamt scheinen Sie dabei ganz guter Dinge zu sein?</span><br />
Das ist mein fatalistischer Zug. Beziehungsweise mein wienerischer Humor. Der gibt nicht auf, der hat mich immer über Wasser gehalten.</p>
<p><strong>Interview: Lars Kompa</strong></p>
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		<title>simon, 24</title>
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		<pubDate>Mon, 31 May 2010 22:00:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[10 to go]]></category>
		<category><![CDATA[2010-06]]></category>

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		<description><![CDATA[Spannende Fragen, spannende Antworten. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #ff0000;"><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/07/Simon-24_72.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-8088" title="Simon, 24" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/07/Simon-24_72-197x300.jpg" alt="" width="197" height="300" /></a>1. Was wird dein Highlight des Sommers?</span><br />
Ich fahre auf mehrere Festivals, am meisten freue ich mich aufs Highfield.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">2. Was machst du für deinen Strandbody?</span><br />
Eigentlich nicht viel, ab und zu mal Sport, zum Beispiel Fußball.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">3. Welchen modischen Sommertrend würdest du unter keinen Umständen mitmachen?</span><br />
Normalerweise mache ich nie einen Trend mit.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">4. Welches Zootier hättest du gern als Haustier?</span><br />
Einen Affen! Schimpansen finde ich cool.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">5. Was hat dir die letzte schlaflose Nacht bereitet?</span><br />
Letztes Wochenende, da war ich auf einem Konzert und habe bis morgens durchgefeiert.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">6. Wann bist du das letzte Mal ausgerastet und warum?</span><br />
Ich bin eigentlich recht beherrscht.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">7. Welches war dein erstes Kinderbuch?</span><br />
Die kleine Raupe Nimmersatt.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">8. Was war dein erstes Kuscheltier?</span><br />
Mein Elefant „Eli“.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">9. Was müsstest du dringend mal wegschmeißen?</span><br />
Mein altes Paar Chucks.<br />
<span style="color: #ff0000;"><br />
10. Was war das Schlimmste an den 90ern?</span><br />
Die Musik!</p>
<p><strong>Swantje Friedrich &amp; Tamy Kahlert</strong></p>
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		<title>online-gesundheitstraining.de</title>
		<link>http://www.stadtkind-hannover.de/2010/05/online-gesundheitstraining-de/</link>
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		<pubDate>Fri, 30 Apr 2010 22:00:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[stadtkinder sind mutig]]></category>
		<category><![CDATA[2010-05]]></category>

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		<description><![CDATA[Warum nicht zwischendurch ein paar Streckübungen mit den lieben Kollegen im Büro, statt den ganzen Tag verkrampft auf den PC zu starren?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Warum beim Telefonieren nicht mal ein paar Kniebeugen machen, statt bloß träge auf dem Stuhl zu sitzen? Warum nicht zwischendurch ein paar Streckübungen mit den lieben Kollegen im Büro, statt den ganzen Tag verkrampft auf den PC zu starren? „Es ist von enormem Nutzen, so viel Bewegung wie möglich ins alltägliche Leben einzubauen“, erklärt Hartmut Knorr. Als Gesundheitscoach hat er sich eingehend mit den Mitteln und Wegen zu mehr Bewegung im (Berufs-)Alltag beschäftigt. Leider spielt das Thema Bewegung bei vielen Menschen im normalen Tagesverlauf kaum eine Rolle. Eine der sichtbaren Folgen in unserer Gesellschaft ist das Übergewicht, doch auch für Menschen mit Idealgewicht ist körperliche Aktivität wichtig. Krankheiten wie Herzinfarkt oder Diabetes wären in vielen Fällen durch ausreichende Bewegung vermeidbar. Viele Krankheitsverläufe würden sich zumindest positiv beeinflussen lassen.</p>
<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/Hartiboy_72.jpg"><img class="size-medium wp-image-7327   alignleft" title="Hartmut Knorr" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/Hartiboy_72-188x300.jpg" alt="" width="152" height="243" /></a>„Jeder getane Schritt ist schon mal einer in die richtige Richtung“, weiß Hartmut Knorr. Mit online-gesundheitstraining.de hat er sich da-rum Ende 2009 selbstständig gemacht, um den Menschen ein Bewusstsein für Gesundheit zu vermitteln. Er vermeidet allerdings den Begriff Sport, denn das klingt für viele Menschen heute nach schweißtreibenden Trainingseinheiten im Fitnessstudio oder endlosen Runden um den Maschsee. Hartmut Knorr wirft zunächst einen Blick auf den Alltag und sucht dort nach Möglichkeiten, mehr Bewegung in den Tagesablauf einzubauen. Die Steigerung kann dann peu à peu erfolgen. Eigenmotivation ist dabei natürlich von großer Bedeutung. Bewusst erweitert und optimiert er mit seiner Methode die individuellen Möglichkeiten eines Menschen, körperlich aktiver zu werden. Gesundheitsförderung durch Wettkampfsport oder exzessives Bodybuilding ist out. Wohldosierte, von individueller Leistungsfähigkeit ausgehende, körperliche Aktivitäten zur Steigerung von Gesundheit und Wohlbefinden sind in.</p>
<p>Der Gesundheitscoach bietet eine kompetente und gesundheitsorientierte Beratung, indem er zuerst feststellt, wo die Potenziale und Risiken einer Person liegen. Unter anderem mit Fragen zur Ernährung und zu Gesundheitswerten erstellt er ein personalisiertes Gesundheitsprofil, auf dem alle weiteren Schritte basieren. In einer ausführlichen Bewegungsanalyse erfasst er alle körperlichen Aktivitäten und wertet diese anhand einer Dosis-Wirkungs-Kurve (mehr Bewegung = bessere Gesundheit) aus. Auf einer Skala von 1 bis 10 liegt der optimale Wert bei 8,5. Bei mehr als 50 Prozent der Bevölkerung liegt er im Bereich zwischen 1 bis 3, mit entsprechend erhöhtem Krankheitsrisiko. Im Anschluss an die Analyse gestaltet Hartmut Knorr ein individuelles Bewegungsprogramm, das zur Anschaulichkeit mit Bildern und Videos unterlegt ist. Das da-rauf folgende Training dauert vier Wochen, in denen der Coach sich immer wieder nach dem Wohlbefinden seiner Schützlinge erkundigt und weitere Bewegungsprogramme vorlegt. Ziel ist es, den „Kunden“ mit dieser Trainingsphase in die Lage zu versetzen, künftig selbst auf seinen Körper zu achten, die Bewegung zum Teil des Alltags zu machen. Die theoretische Grundlage für Hartmut Knorrs Arbeit ist übrigens sein Buch „Gesund durch Sport, aber wie?“, das 2009 den Gesundheitspreis der AOK Berlin erhielt.</p>
<p>Hartmut Knorrs Gesundheitstraining ist ein Angebot für Privatpersonen, aber auch für Firmen und Institutionen. Eine attraktive Möglichkeit, den „Bürohengsten“ im Unternehmen ein wenig auf die Sprünge zu helfen und ganz nebenbei die Leistungskraft der Mitarbeiter zu steigern. Via Internet kostet das Programm nur 49 Euro.</p>
<p><strong>Tamy Kahlert</strong></p>
<p><strong>Hartmut Knorr<br />
www.online-gesundheitstraining.de<br />
Tel. 0511 2605208<br />
hartmut.knorr@htp-tel.de</strong></p>
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		</item>
		<item>
		<title>&#8230;mit stephan weil</title>
		<link>http://www.stadtkind-hannover.de/2010/05/mit-stephan-weil-5/</link>
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		<pubDate>Fri, 30 Apr 2010 22:00:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[ein letztes wort...]]></category>
		<category><![CDATA[2010-05]]></category>

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		<description><![CDATA[Man darf nicht allein über Köpfe reden, man muss schon auch über die Politik reden, über die Inhalte. Neue Köpfe sind vielleicht ein erster Schritt, aber danach muss dann auch etwas passieren.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #ff0000;">Herr Wulff hat sein Kabinett umgebildet. Das ist doch eigentlich ein schöner Anlass, mal über die bisherige und künftige Arbeit der Landesregierung zu sprechen. Was sagen Sie den zu seinem Schritt. Hat Sie das überrascht?</span><br />
Na ja, dass es eine größere Kabinettsumbildung geben wird, haben ja die Spatzen von den Dächern gepfiffen. Und man tritt der Landesregierung sicherlich nicht zu nahe, wenn man sagt, dass eine gewisse Ermattung festzustellen ist. Ob sich daran jetzt etwas ändert, das wird sich zeigen.</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/OB_72.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-7437" title="Stephan Weil und Lars Kompa" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/OB_72-300x156.jpg" alt="" width="300" height="156" /></a>Wolfgang Jüttner hat ja gesagt, dass die Kabinettsumbildung überfällig war, weil die Landesregierung „verschlissen“ wäre. Er hat von einem fast schon verzweifelten Versuch eines großen Befreiungsschlags gesprochen.</span><br />
Gut, dass sich da etwas abschleift, das ist in bestimmten Funktionen schon fast zwangsläufig. Ausnahmen gelten höchstens für Oberbürgermeister.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Gibt es denn ein Ressort, von dem Sie sagen würden, da wurde es jetzt wirklich höchste Zeit?</span><br />
Es ist ja kein Geheimnis, dass es inzwischen eine weit verbreitete Kritik an der niedersächsischen Schul- und Bildungspolitik gibt. Da war es sicherlich nahe liegend, dass man an dieser Stelle schlichtweg auch Personen austauscht. Wobei es bei diesem Thema natürlich nicht allein um die Personen geht. Die Schul- und Bildungspolitik der Landesregierung wird bestimmt nicht besser oder schlechter. Allein durch eine Neubesetzung der Spitze im Ministerium. Da geht es vielmehr um das gesamte Konzept, um den Zugang zu diesem Thema. Da geht es insgesamt um eine Ausrichtung, die von der Regierung, von der Landtagsmehrheit bestimmt und getragen wird. Es wird also nicht damit getan sein, dass man nur die Köpfe austauscht.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Also wird Dr. Bernd Althusmann sich anders als seine Vorgängerin Elisabeth Heister-Neumann auch konzeptionell bewegen müssen.</span><br />
Wenn mit diesem Wechsel eine echte Modernisierung verbunden sein soll, dann müsste die Landesregierung sich eingestehen, dass wir deutlich mehr für Ganztagsschulen tun sollten, dass die Hauptschulen von den Eltern konsequent abgewählt werden. Wir werden in einen Gesamtschulbetrieb hineinwachsen müssen. Die Landesregierung muss das endlich erkennen und entsprechend unterstützen. Aber zu dieser Gesamtprogrammatik, muss ich gestehen, habe ich bisher wenig gehört.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Vielleicht sprechen wir trotzdem mal über die vier neuen Gesichter.</span><br />
Ich kenne eigentlich nur Herrn Atlhusmann. Der war ja schon Landespolitiker und auch Staatsekretär.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Das ist ja ebenfalls ein Kritikpunkt der Opposition, dass die neuen Minister nicht aus den Reihen der niedersächsischen CDU kommen.</span><br />
Na ja, ich unterstelle mal, dass der Ministerpräsident da zuerst gesucht haben wird. Aber er ist offensichtlich nicht fündig geworden.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Aygül Özkan ist die erste Ministerin mit Migrationshintergrund in Deutschland. Eigentlich ja ein positives Signal.</span><br />
Ganz bestimmt. Es ist nun einmal so, dass Menschen mit Migrationshintergrund einen großen Teil unserer Gesellschaft ausmachen und dass dieser Bevölkerungsteil natürlich auch hochinteressante und qualifizierte Persönlichkeiten hervorbringt. Ob die neue Ministerin eine solche Persönlichkeit ist, wird sich zeigen müssen. Das richtige Signal ist es aber in jedem Fall. Allerdings stellt sich auch hier die Frage, ob diese Besetzung allein reicht und in der praktischen Politik ihre Entsprechungen finden wird. Womit wir wieder bei der Schul- und Bildungspolitik sind. Nach meinem Eindruck steht das bisherige Konzept der Landesregierung der Integration fundamental im Weg. Oder nehmen wir die lange Diskussion in Niedersachen zu den verdachtsunabhängigen Kontrollen vor Moscheen. Da war Niedersachsen lange Zeit das einzige Bundesland, das das gemacht hat. Oder die alten Debatten zur doppelten Staatsangehörigkeit. Man darf nicht allein über Köpfe reden, man muss schon auch über die Politik reden, über die Inhalte. Neue Köpfe sind vielleicht ein erster Schritt, aber danach muss dann auch etwas passieren.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Die Aussagen von Herrn Althusmann klingen ja erstmal ganz gut. Er hat gesagt, Bildung sei der wichtigste Rohstoff in Niedersachsen.</span><br />
Da hat er absolut Recht.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Erwarten Sie sich von Herrn Althusmann die Veränderungen, die Sie sich wünschen?</span><br />
Herr Althusmann ist sicherlich ein sehr kompetenter Politiker. Die Frage wird sein, ob er die bisherige Politik fortsetzen will, dann wird er genauso wenig Freude haben wie Frau Heister-Neumann, oder ob er sagt: ich bin ein neuer Minister mit einem neuen Konzept. Dafür spricht im Moment wenig.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Dr. Johanna Wanka wird Lutz Stratmann ablösen, was erwarten Sie von diesem Wechsel?</span><br />
Herrn Stratmann habe ich sehr geschätzt als Minister. Wir haben viele Projekte zusammen angefangen, Stichwort Herrenhausen oder Sprengel. Ich habe immer sehr seine Zuverlässigkeit geschätzt. Und ich wünsche mir, dass seine Nachfolgerin das genauso halten wird. Ich kenne sie ja noch nicht.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Astrid Grotelüschen löst Hans-Heinrich Ehlen im Landwirtschaftsministerium ab.</span><br />
Dieses Ministerium hat natürlich am wenigsten mit den Belangen der Landeshauptstadt Hannover zu tun. Daher gibt es da von meiner Seite eigentlich keine Erwartungen.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Herr Wulff hat gesagt, eine gute Regierung würde sich dadurch auszeichnen, dass sie gut startet, dann Kurs hält und sich aus eigener Kraft erneuert. Und dass Niedersachen mit dieser Kabinettsumbildung die Weichen für ein Land mit großen Perspektiven und einer guten Zukunft stellt. Das klingt ja sehr schön. Wie haben Sie die Zusammenarbeit zwischen Regierung und Landeshauptstadt bisher erlebt?</span><br />
<span style="color: #000000;">Was die Zusammenarbeit zwischen Land und Landeshauptstadt angeht, kann ich mich nicht beklagen. Es gibt Ausnahmen, die die Regel bestätigen. Solche Ausnahmen hatten wir Anfang des Jahres, da gab es auf Landesebene ja geradezu die Hannover-Festwochen, Stichwort Umweltzone. Diese Veranstaltung hätte man sich ehrlich gesagt auch ganz gut sparen können. Ansonsten habe ich aber in den vergangenen Jahren wirklich sehr sachbezogen und gut mit allen Ministerien zusammengearbeitet. Und das gilt auch für den Ministerpräsidenten. Es geht dabei ja nicht darum, welches Parteibuch man hat. Ich möchte in erster Linie die Stadt voranbringen. Umgekehrt hat das Land natürlich auch ein großes Interesse daran, sich mit seiner Landeshauptstadt blicken lassen zu können. Insofern gibt es ganz viele Berührungspunkte. Da kann ich mich also nicht beschweren. Konzeptionell hätte ich natürlich eine Menge kritische Hinweise zu geben. Ich habe ja nicht umsonst ein anderes Parteibuch.</span></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>was ist dein highlight der woche?</title>
		<link>http://www.stadtkind-hannover.de/2010/05/was-ist-dein-highlight-der-woche-2/</link>
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		<pubDate>Fri, 30 Apr 2010 22:00:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[nachgefragt]]></category>
		<category><![CDATA[2010-05]]></category>

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		<description><![CDATA[Die ersten Sonnenstrahlen, alte Freunde oder einfach ein netter Friseurbesuch.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Nachgefragt haben: Jill Catrin Thiel, Madeleine Stöber, Tamy Kahlert</strong></p>
<p><strong>Marion (55): <em>Karfreitag und Ostern. Ich feiere<br />
ganz traditionell mit Gottesdienst und Familie.</em><br />
<a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/Marion_721.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-7855" title="Marion_72" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/Marion_721-257x300.jpg" alt="" width="257" height="300" /></a>Katja (22) und Niclas (25): <em>Eis essen bei Sonnenschein!</em><br />
<a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/Katja-Niclas_721.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-7856" title="Katja und Niclas" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/Katja-Niclas_721-257x300.jpg" alt="" width="257" height="300" /></a></strong></p>
<p><strong><br />
Axel (27):  <em>Ich freue mich ganz besonders auf den leckeren Brunch<br />
mit meiner Familie am Ostersonntag.</em><br />
<a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/Axel_721.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-7858" title="Axel" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/Axel_721-257x300.jpg" alt="" width="257" height="300" /></a><br />
Anni (24):<em> Mein Urlaub auf Spiekeroog. Übermorgen geht’s los, da freue ich mich schon lange drauf!</em><br />
<a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/Anni_721.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-7859" title="Anni" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/Anni_721-257x300.jpg" alt="" width="257" height="300" /></a></strong></p>
<p><strong>Walter (63):<em> Mein Ausflug nach Hannover.<br />
Ich habe mich mit einer Arbeitskollegin von früher getroffen,<br />
die ich seit 5 Jahren nicht mehr gesehen habe.</em><br />
<a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/Walter_721.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-7854" title="Walter" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/Walter_721-257x300.jpg" alt="" width="257" height="300" /></a>Ingeburg (82): <em>Für uns ältere Leute ist so ein Tag wie heute schon ein Highlight: Ich war bei einer Geburtstagsfeier mit Kaffeetrinken und danach noch beim Friseur.</em><br />
<a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/Ingeburg_721.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-7857" title="Ingeburg" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/Ingeburg_721-257x300.jpg" alt="" width="257" height="300" /></a></strong></p>
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		<title>detlef rehbock</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Apr 2010 22:00:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[im interview]]></category>
		<category><![CDATA[2010-05]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich finde es einfach klasse, wenn viele Leute aktiv werden und sich draußen bewegen. Ich bin nicht unbedingt ein Fan von Fitnessstudios. Sport gehört für mich nach draußen. Da macht's am meisten Spaß.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><strong>Selbst leidenschaftlicher Skate(boarde)r, organisiert Detlef Rehbock seit vielen Jahren Skate-nights und andere Sportveranstaltungen. Für die Hitradio Antenne Velo Challenge wagt er sich von Rollen auf Räder. Stadtkind hat den 49-jährigen Lenker des Jedermann-Radrennens getroffen. Ein Gespräch über dichte Straßen, bewegte Felder und darüber, wohin die Fahrt künftig gehen soll.</strong></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/Supii_72.jpg"><img class="size-large wp-image-7529  aligncenter" title="Supii Sache!" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/Supii_72-1023x575.jpg" alt="" width="491" height="276" /></a></p>
<p><span style="color: #ff0000;">Deine Agentur Soulstyle ist vor allem für Events im Funsportbereich bekannt. Fällt ein „normales“ Radrennen da nicht eher aus dem Rahmen?</span><br />
In erster Linie engagieren wir uns im Jedermann-sport. Genau das ist die Idee hinter einem Jedermannradrennen: jedem die Möglichkeit zu geben, einmal unter Profibedingungen an den Start zu gehen. Ich finde es einfach klasse, wenn viele Leute aktiv werden und sich draußen bewegen. Ich bin nicht unbedingt ein Fan von Fitnessstudios. Sport gehört für mich nach draußen. Da macht&#8217;s am meisten Spaß.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Du organisierst die Velo Challenge gemeinsam mit Reinhard Kramer vom HRC. Wie ist es zu dieser Konstellation gekommen?</span><br />
Reinhard hatte einfach auch die Idee, ein Jedermann-Radrennen durchzuführen. Wir haben beide unabhängig voneinander bei der Stadt einen Antrag gestellt. Und die Stadt hat uns dann zusammengeführt, weil sie meinte, das würde sich ganz gut ergänzen: er mit seinem Radsachverstand und ich mit meinem Know-how im Jedermannsport. Genau das haben wir auch festgestellt.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Das Rennen richtet sich an Amateure. Aber kommt die organisatorische Leistung nicht einem Profiradrennen gleich?</span><br />
Es ist sogar aufwendiger. Ein Profiradrennen findet mit ungefähr 200 Teilnehmern statt, die alle schnell Rad fahren können. Wir rechnen mit 2.000 Teilnehmern, haben schnelle und langsame Fahrer dabei. Das ist ein sehr großes Feld, was bewegt wird. Von der organisatorischen Leistung her bedeutet das 337 Straßen, die wir dichtmachen müssen, 600 Helfer, die wir brauchen, über 100 Polizisten und 37 Ortsfeuerwehren im Einsatz, Vereine, die sich engagieren. Dazu kommt der Spaßfaktor. Das gibt es bei einem Profirennen in der Form organisatorisch nicht unbedingt zu bewältigen.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Apropos bewältigen: 24 km/h Mindestgeschwindigkeit und teils 660 Höhenmeter&#8230;</span><br />
Das ist schon ganz ordentlich für Hobbyfahrer. Da sind ja nun auch Leute dabei, die sich mit einem Tempo anmelden, das manche noch mit ihrem Einkaufsfahrrad schaffen. Ein Rennrad ist natürlich optimal, aber ein gutes Mountainbike oder Trekkingrad funktioniert genauso und ist auch zugelassen.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Wie und von wo wirst du selbst den Wettkampftag erleben?</span><br />
Ich würde natürlich ganz gerne mitfahren. Das kann ich mir aber schenken. Ich fahre im Vorfeld einfach mal zwei, drei Rennen mit, um den Spaß zu haben. Am Wettkampftag werde ich immer ansprechbar im Start-Ziel-Bereich sein und auf Anrufe und Probleme warten, die koordiniert werden müssen. Ich habe noch nie eine Veranstaltung erlebt, bei der es keine Probleme gab. Aber wir werden vorbereitet sein und darauf reagieren.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Wie sind bislang die Reaktionen auf euer Event?</span><br />
Mit über 1.000 Anmeldungen in kurzer Zeit sind wir schon jetzt das größte Radrennen, das es jemals in Hannover gegeben hat. Und es wird noch größer. Wir versuchen einfach, die Leute für Hannover zu begeistern. Es gibt immer noch viele, die uns nicht kennen. Unsere Rennstrecke ist super. Und mit dem Maschsee haben wir eine 1A-Loca-tion für den Start. Ich denke, wir werden da eine richtig gute Atmosphäre produzieren. Das wird dann für&#8217;s zweite Jahr sicherlich hilfreich sein bei den Anmeldezahlen.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Mit dem „German Cycling Cup“ findet eine Rennserie für Jedermann unter dem Dach des Bundes Deutscher Radfahrer statt. Gibt es Pläne, beim nächsten Cup dabei zu sein?</span><br />
Wir müssen erst mal sehen, dass wir ein gut funktionierendes Rennen produzieren. Wenn das der Fall gewesen ist, kann man darüber nachdenken. So ein Verband will dann ja meistens irgendwas. Da muss man erst mal sehen, ob das mit dem übereinstimmt, was wir auch wollen. Wir wollen einfach nur Spaß und Sport für Jedermann. Da sollte auch nichts dazwischenstehen.</p>
<p><strong>Manuela Sender</strong></p>
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		<title>miss dita von teese</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Apr 2010 22:00:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[stadtkinder ziehen sich an]]></category>
		<category><![CDATA[2010-05]]></category>

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		<description><![CDATA[Wo gibts denn sowas?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/p.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-7467" title="Peggy" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/p.jpg" alt="" width="393" height="826" /></a></p>
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		<title>der mann ohne parteibuch</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Apr 2010 22:00:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[im porträt]]></category>
		<category><![CDATA[2010-05]]></category>

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		<description><![CDATA[Hinter vorgehaltener Hand galt der Mann mit dem widerspenstigen Schnauzbart bei Kollegen immer als Paradiesvogel: „Das war mein inoffizieller Spitzname, nicht nur, weil ich gern Colucci-Pullover getragen habe, sondern auch wegen meines bunten Lebensweges.“]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/Volker_72.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-7472" title=" Prof. Dr. Volker Lessing" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/Volker_72-270x300.jpg" alt="" width="270" height="300" /></a>Name: Prof. Dr. Volker Lessing, ehemaliger Präsident des Amtsgerichts Hannover<br />
Alter: 66<br />
Familienstand: verheiratet, zwei Söhne<br />
Sternzeichen: Widder</strong></p>
<p><strong>Kurz nachgefragt&#8230;</strong><br />
<span style="color: #ff0000;">1) Welche Farbe hat Gerechtigkeit?</span> Da würde ich auf Lila tippen, die Lieblingsfarbe meiner Frau.<br />
<span style="color: #ff0000;">2) Warum geht es in der Welt nicht immer gerecht zu?</span> Weil das Leben bunt ist, weil es Egoisten gibt und weil Chancen und Fähigkeiten ungleich verteilt sind.<br />
<span style="color: #ff0000;">3) Warum müssen Menschen sich ständig streiten?</span> Diese Frage stelle ich mir häufig. Ich frage mich, warum sich Menschen wegen zwölf Euro streiten. Ich bin eher ein Harmonie-Typ.<br />
<span style="color: #ff0000;">4) Wann ist eine Notlüge erlaubt?</span> Wenn sie einem Menschen hilft, der in Not ist.<br />
<span style="color: #ff0000;">5) Warum ist es so schwer, Gesetzestexte zu begreifen?</span> Juristen haben den Hang dazu, einfache Sachverhalte kompliziert zu machen. Dass liegt vielleicht auch daran, dass einige Menschen glauben, dass es ausreicht, wenn nur die Juristen wissen, wovon sie reden.<br />
<span style="color: #ff0000;">6) Suchen Sie als Jurist überall nach dem Haar in der Suppe?</span> Nein. Im Gegenteil: Ich bin großzügiger geworden.<br />
<span style="color: #ff0000;">7) Ist es schwierig einem Menschen Recht zu geben, der unsympathisch ist?</span> Selbstverständlich spielen im Gespräch auch Vorurteile eine Rolle. Ich hoffe aber, dass die Entscheidung davon unabhängig ist.<br />
<span style="color: #ff0000;">8)  Muss Justitia blind sein, also darf sie nicht auf das Ansehen einer Person achten, um ein Urteil fällen zu können? </span>Justitia darf nicht blind sein, sondern muss offene Augen für die Gesellschaft haben. Aber sie muss davon absehen, ob jemand arm oder reich ist.<br />
<span style="color: #ff0000;">9) Muss ein Richter auch seinen gesunden Menschverstand einsetzen? </span>Das ist zwingend. Ein Richter sollte ein Gefühl für soziale Spannungen haben.<br />
<span style="color: #ff0000;">10) Welche menschlichen Eigenschaften sind für die Wahrheitsfindung hinderlich?</span> Bequemlichkeit und Vorurteile.<br />
<span style="color: #ff0000;">11) Ist die Wahrheit abstrakt oder konkret</span>? Die Wahrheit ist relativ.<br />
<span style="color: #ff0000;">12) Hat ein Angeklagter Sie schon einmal zur Weißglut getrieben? </span>Nein. Das ist die vornehmste Fähigkeit eines Richters, dass er Ruhe bewahrt. Das ist aber nicht immer einfach.<br />
<span style="color: #ff0000;">13) Gibt es zwischen Ihnen und Gotthold Ephraim Lessing eine Verbindung?</span> Ja, ein verwandtschaftliches Verhältnis existiert.<br />
<span style="color: #ff0000;">14) Ihre erste Platte?</span> Das Violinkonzert von Beethoven, gespielt von Yehudi Menuhin.<br />
<span style="color: #ff0000;">15) Ihre erste Liebe?</span> Meine Jugendliebe – meine Frau.</p>
<p>Nein, einen Präsidenten habe ich mir anders vorgestellt – jugendlich wirkt dieser Mann, aber nicht wie eine graue Eminenz in steifem Rock: Volker Lessing begrüßt mich mit offenem Lächeln und beherztem Handschlag in seinem Büro. In den vergangenen zehn Jahren hat der Doktor der Ju-risprudenz in diesem Zimmer gearbeitet, doch einen galoppierenden Amtsschimmel kann ich nicht entdecken. Stattdessen steht eine kreischbunte Vogelskulptur direkt vor seinem Schreibtisch – ein Geschenk seiner Frau Roswitha. „Der Geier ist eine Mahnung für mich, nicht in Ehrfurcht zu erstarren“, erklärt Lessing, der morgen seinen 66. Geburtstag feiert und in Pension geht. Von den rund 750 Mitarbeitern, die er als Präsident des Amtsgerichts Hannover geführt hat, wird er sich verabschieden müssen. Doch bleiben wird hoffentlich der Stempel, den er dem Justiz- und Verwaltungsapparat mit einer offenen Gesprächskultur aufgedrückt hat. Bleiben wird auch der Verein Kultur und Justiz am Raschplatz, der Ausstellungen und Theater im Gericht organisiert. Lessing ist Mitbegründer dieser wohltätigen Initiative. Hinter vorgehaltener Hand galt der Mann mit dem widerspenstigen Schnauzbart bei Kollegen immer als Paradiesvogel: „Das war mein inoffizieller Spitzname, nicht nur, weil ich gern Colucci-Pullover getragen habe, sondern auch wegen meines bunten Lebensweges.“</p>
<p>Lessing wurde kurz vor dem Ende des Krieges auf der Flucht geboren: mitten im Wald, im Südharz, während eines Bombenangriffs. Bis sein Vater, ein leitender Angestellter, aus der Gefangenschaft zurückkehrte, lebte er mit seiner Mutter und drei älteren Geschwistern in einer Barackensiedlung in Lauenförde. Die musische Erziehung kam trotzdem nicht zu kurz. „Mit fünf Jahren habe ich Geige gelernt. Die Bauern haben immer skeptisch geguckt, wenn ich mit dem Instrument durchs Dorf gegangen bin“, sagt Lessing. Die Erfahrung der Armut habe ihn geprägt, aber auch das Erlebnis, anders als die anderen zu sein.</p>
<p>Der Experte für Familien- und Erbrecht, der zusammen mit Gerhard Schröder studiert hat  und nur sieben Semester bis zum Staatsexamen brauchte, hat sich schon früh für die Resozialisierung von Strafgefangenen und kreative Therapieansätze für Psychiatriepatienten eingesetzt. „Ich habe ein Faible für Menschen, die eine Schwäche haben“, sagt Lessing, der unter anderem als Amtsrichter und Vorsitzender Richter am Landgericht tätig gewesen ist sowie als Dozent an der Universität Hannover und Rektor an der FH Hildesheim.</p>
<p>1999 wurde der Mann ohne Parteibuch, der in seiner Jugend für Sartre und Camus geschwärmt hat, von der damaligen SPD-Regierung zum Präsidenten des Amtsgerichts ernannt. „Es war mir eine Ehre und ein besonderes Vergnügen“, sagt Lessing im Rückblick und freut sich auf einen angenehmen Lebensabend, den er zusammen mit seiner Frau auf einem Bauernhof am Dümmer See verbringen will. Recht und Ordnung werden dort nur noch an zweiter Stelle stehen.</p>
<p><strong>Simone Niemann</strong></p>
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		<title>oskar, 24</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Apr 2010 22:00:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[10 to go]]></category>
		<category><![CDATA[2010-05]]></category>

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		<description><![CDATA[Was ihn nervt, was er mag und dergleichen mehr.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #ff0000;"><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/Oskar_72.jpg"><img class="size-medium wp-image-7286 alignright" title="Oskar" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/Oskar_72-177x300.jpg" alt="" width="177" height="300" /></a>1. Was ist deine Lieblingseissorte?</span><br />
Apfelkuchen.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">2. Was steht gerade ganz oben auf deiner To-Do-Liste?</span><br />
Mich über meinen neuen Job auf der Kinderintensivstation schlau machen.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">3. Was ist zurzeit dein Lieblingslied?</span><br />
Foals – Spanish Sahara.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">4. Was nervt dich gerade am meisten?</span><br />
Das zu frühe Aufstehen.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">5. Welchen Spitznamen hast du?</span><br />
Ossi.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">6. Womit verschwendest du gern deine Zeit?</span><br />
Im Park rumhängen.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">7. Was googelst du am meisten?</span><br />
Trashige Leute.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">8. Wem würdest du gerne mal eine reinhauen?</span><br />
Meiner alten Stationsleitung, die hat es organisatorisch gar nicht drauf.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">9. Wer war oder ist dein Comic-Held?</span><br />
Green Lantern.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">10. Wie würdest du dich selbst in drei Worten beschreiben?</span><br />
Spontan, verantwortungsbewusst, ruhig.<br />
<strong><br />
Jill Catrin Thiel, Madeleine Stöber, Tamy Kahlert</strong></p>
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		</item>
		<item>
		<title>heinz rudolf kunze, heiner lürig und christian von götz</title>
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		<pubDate>Wed, 31 Mar 2010 22:00:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[im interview]]></category>
		<category><![CDATA[2010-04]]></category>

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		<description><![CDATA[...über den ungewöhnlichen Spielort, die Idee von einem Theater-Ensemble als Band und über die Kunst, ein Musical zu schreiben.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/22-43_Stadtkind_April_10_723.jpg"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-7070" title="Ein Sommernachtstraum" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/22-43_Stadtkind_April_10_723-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Hannover darf sich in den kommenden fünf Jahren auf ein weiteres regelmäßiges Highlight in den Herrenhäuser Gärten freuen. Gleich drei Shakespeare-Stücke will man als Musical im historischen Gartentheater auf die Bühne bringen: „Ein Sommernachtstraum“, „Der Sturm“ und „Kleider machen Liebe“. Hinter diesem ungewöhnlichen Projekt stecken unter anderem Heinz Rudolf Kunze, Heiner Lürig, Gitarrist, Komponist und langjähriger Wegbegleiter Kunzes sowie Christian von Götz, der die Regie übernehmen wird. Stadtkind sprach mit ihnen über den ungewöhnlichen Spielort, der Idee von einem Theater-Ensemble als Band und über die Kunst, ein Musical zu schreiben.</strong></p>
<p><span style="color: #ff0000;">Musicals in den Herrenhäuser Gärten, das war in Hannover schon vor einigen Jahren sehr erfolgreich. Wie ist es damals zu der Idee gekommen, so etwas ausgerechnet im historischen Gartentheater auf die Bühne zu bringen?</span></p>
<p><span style="color: #ff0000;"><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/22-43_Stadtkind_April_104_721.jpg"><img class="size-medium wp-image-7067  alignleft" title="Heinz Rudolf Kunze" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/22-43_Stadtkind_April_104_721-300x235.jpg" alt="" width="300" height="235" /></a>Kunze:</span> Das begann eigentlich alles im Jahr 2002. Wolfgang Besemer von Hannover Concerts hat mich angerufen und mich mit dem damaligen Chef der Landesbühne Hannover, Gerhard Weber, bekannt gemacht. Weber war Intendant und Regisseur und er wollte gerne eine neue Version vom Sommernachtstraum von mir schreiben lassen und dort auf die Bühne bringen. Also haben wir uns getroffen. Sind im eiskalten, schnattrigen Winter vor Ort gewesen und haben diesen Spielort besichtigt. Für mich war das damals schwer vorstellbar. Ich war eher skeptisch. Aber das Thema hat mich interessiert und Weber hat mich als Typ interessiert. Ein witziger, quirliger, temperamentvoller Mensch. Also habe ich angefangen zu schreiben, Heiner hat ein paar Stücke entworfen, damit fing es an. Im Laufe der Arbeit hat sich Webers Idee dann immer mehr vom Theaterstück mit musikalischen Ornamenten zu einem vollwertigen Singspiel entwickelt. Eigentlich ein schönes Wort: „Singspiel“. Wir haben uns dann letzten Endes entschieden, es doch Musical zu nennen, weil diesen Oberbegriff jeder kennt, obwohl wir uns immer noch nicht sicher sind, ob wir richtige Musicals machen. Das war der Beginn und schließlich lief der Sommernachtstraum dann vier Jahre lang sehr sehr erfolgreich. Tausende Menschen haben das Stück gesehen. Dürfte einer der größten Erfolge in der hannoverschen Theatergeschichte gewesen sein.<span style="color: #ff0000;"><br />
Lürig: </span>Also nachgezählt haben wir nicht. Aber es waren schon eine Menge Leute da.<br />
<span style="color: #ff0000;">Kunze: </span>Aufgrund des Erfolgs gab es dann das zweite Stück „Kleider machen Liebe“. Gerhard Weber war inzwischen als Intendant nach Trier gegangen und ich habe mit Christian von Götz in Saarbrücken am Staatstheater gearbeitet, ihn dort als Regisseur kennen gelernt und dem Nachfolgeintendanten gesagt, dass ich das Stück gerne mit Christian machen möchte. Insofern war Christian als schon damals mit an Bord. Der Sommernachtstraum ist für ihn jetzt aber etwas ganz Neues. Das wird keine reine Wiederaufnahme.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Was wird sich denn verändern?<br />
Lürig: </span>Die Konstellation ist eine völlig andere. Wir haben ja beim Sommernachtstraum mit der Landesbühne und Gerhard Weber gearbeitet. Bei „Kleider machen Liebe“ gab es dann schon den Zusammenschluss von Landesbühne und Stadttheater Hildesheim und damit die Gründung der Musical Company. Auf die waren wir aber nicht so scharf. Wir hatten sehr gute Erfahrungen mit den Schauspielern gemacht, die den Sommernachtstraum gespielt haben. Mit denen hätten wir gerne weitergearbeitet. Aber die waren damals festgelegt auf ihre Musical Company. Damit waren wir nicht unbedingt glücklich. Aus diesem Grund gibt es jetzt diese völlig neue Konstellation. Ein frei zusammengestelltes Ensemble, eine völlig neue Inszenierung.<br />
<span style="color: #ff0000;">Von Götz: </span>Heiner und ich haben mit viel Mühe, Sorgfalt und Anspruch diese Besetzung hinbekommen. Das sind alles erstklassige Leute. Absolut Bundesliga, überregional erfolgreich und einfach sehr sehr gut. Das gilt übrigens nicht nur für die großen Rollen. Genau das macht ja ein wirklich gutes Ensemble aus. Auch die kleinsten Rollen sind hochkarätig besetzt.<br />
<span style="color: #ff0000;">Lürig: </span>Natürlich, wir haben Felix Martin, Timo Ben Schöfer und Anke Fiedler bei den großen Rollen, aber wir haben auch viele sehr junge Schauspieler, Florian Lüdke als Lysander, Sebastian Strehler als Egeus oder Milica Jovanovic als Hermia. Und dazu eben gestandene Größen wie Bernd Tauber oder Michael Westphal. Diese Mischung macht das Ensemble richtig rund bis in die kleinsten Rollen, bis zum Handwerksburschen. Wir wollten da kantige, klare Typen. Und wir hatten beim Casting immer auch die kommenden Stücke im Blick. Wir wissen ja schon, was für Typen da auf die Bühne müssen. Daher hat das Casting auch sehr lange gedauert. Es ging nicht nur darum, Schauspieler nur für den Sommernachtstraum zu finden, sondern für die kommenden Stücke. Wer passt zu welcher Rolle? Kann er auch andere Stücke singen?<br />
<span style="color: #ff0000;">Kunze:</span> Das ist unsere alte Idee. Ich möchte bei allen drei Stücken mit Christian arbeiten und auch – so weit das geht – mit den gleichen Schauspielern. Ich möchte die mehrfach sehen in anderen Rollen. Nichts anderes hatten wir schon 2003 vor. Wir wollen einfach zeigen, was diese Schauspieler alles drauf haben, in diesem Stück einen Handwerker, im nächsten Stück etwas ganz anders. Eine neue Show, die gleichen Leute.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Also das Ensemble nicht als Gemeinschaft auf Zeit sondern eher als Band?</span><br />
<span style="color: #ff0000;">Kunze: </span>Ja, als verschworene Gemeinschaft, wenn es irgendwie geht.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Die wohnen dann gemeinsam im Hotel?</span><br />
<span style="color: #ff0000;"><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/22-43_Stadtkind_April_103_722.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-7068" title="Christian von Götz" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/22-43_Stadtkind_April_103_722-300x208.jpg" alt="" width="300" height="208" /></a>Lürig: </span>Ja, das gehört auch dazu. Vielleicht entsteht wirklich so eine Art Bandgefühl. So ein gemeinsamer Ort ist für ein Ensemble immer super. Und vielleicht treffen sich dann im nächsten Jahr dort wieder annähernd die gleichen Leute. Aber wir wissen natürlich nicht, wie sich das entwickeln wird, wir sind ja ganz am Anfang. Die Chancen sind aber besonders gut.<br />
<span style="color: #ff0000;">Von Götz: </span>Was das Ensemble außerdem eint, das ganze Team, das ist natürlich auch die Arbeit in dieser ganz besonderen Location. Den Garten finden wirklich alle hinreißend.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">War das auch ein Grund, warum so viele hochkarätige Schauspieler dabei sind?</span><br />
<span style="color: #ff0000;">Lürig: </span>Ja, mit der Gage allein hätten wir die sicher nicht alle überzeugen können.<span style="color: #ff0000;"><br />
Von Götz: </span>Das waren die Location und natürlich die Stücke. Die originellen Texte von Heinz und die Musik von Heiner. Also Felix Martin wird sicher schon zu sehr viel höheren Gagen gespielt haben, denke ich, aber der wollte unbedingt den Puck machen. Das waren auch die Argumente für die kleineren Rollen. Jörg Heinrich Benthien als Quincey oder Elisabeth Ebner als Motte, das sind wirklich sehr gute Leute. Die hatten einfach wahnsinnige Lust, bei dem Projekt dabei zu sein.<br />
<span style="color: #ff0000;">Kunze:</span> Das ist gerade die große Chance einer freien Produktion. Bei einer Theater-Company gibt es Situationen, da sagt ein Schauspieler, ich bin hier angestellt und muss das spielen, aber eigentlich steh ich nicht drauf. Hier kommen nur Leute zusammen, die das wirklich machen wollen. Das ist ein ganz großer Unterschied.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Wie kam es denn eigentlich dazu, dass sich ein Heinz Rudolf Kunze dem Musical gewidmet hat?</span><br />
<span style="color: #ff0000;">Kunze: </span>Durch meinen Freund Heinz Marek Lieberberg, den Tourneeveranstalter aus Frankfurt. Der hat mich Ende der 80er Jahre angerufen und gesagt: Ich möchte das du „Les Miserable“ übersetzt. Ich hatte vorher von Musical überhaupt keine Ahnung, war sogar eher ein Musical-Hasser. Aber so ist das Leben, so bin ich da reingeraten. Früher fand ich es immer ganz furchtbar, wenn mein Vater mich in Osnabrück in die Operette mitgenommen hat. Mein Vater war ein riesen Rudolf Schock Fan. Und ich habe mir als Jugendlicher geschworen: So etwas machst du nie. Aber wie gesagt, so ist das Leben.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Wie muss man sich denn eure Zusammenarbeit bei so einem Musical-Projekt vorstellen?</span><br />
<span style="color: #ff0000;">Lürig: </span>Zuerst setzen wir uns mit dem Stoff auseinander, gehen das von verschiedenen Seiten an. Wir lesen was darüber, gucken uns Filme an, vielleicht die eine oder andere Inszenierung. Irgendwann ist dann der Punkt erreicht, da bildet sich ein erstes Gefühl für das Stück. Wie sehe ich diese Figur, wie würde sie bei mir klingen, welchen Text würde sie sprechen? Wenn Heinz es dann geschafft hat, seinen Zugang zu finden und anzufangen, dann geht es ziemlich chronologisch weiter. Ich bekomme seine Texte, habe nebenbei natürlich auch schon Ideen entwickelt, und dann arbeite ich anhand seiner Textvorlagen. Die kommen übrigens traditionell aus dem Faxgerät. Ich nehme sie dann in Empfang, trage sie zu meinem Klavier, hole meine Gitarre. Teilweise lerne ich Textzeilen auswendig, damit ich sie immer mit mir herumtragen kann. Ganz bodenständig. Ich lerne einen Refrain auswendig oder die schönste Zeile, die mir in diesem Lied gefällt, und erarbeite mir den Zugang. Wenn ich diesen Punkt geknackt habe, dann ist der Rest teilweise einfach Handwerk, Erfahrung,      Intuition. Zuerst muss mir da etwas gefallen, das Lied muss mir einleuchten.<br />
<span style="color: #ff0000;">Kunze:</span> Es gibt eigentlich sehr klare Vorgaben. In den Texten steht dann plötzlich „Lied“. Und etwas später „Ende des Liedes“.<br />
<span style="color: #ff0000;">Lürig: </span>Ich muss natürlich sehen, dass ich den Zusammenhang hinbekomme. Wer ist gerade in dem Moment auf der Bühne, wer agiert mit wem? Wo stehen die, wo kommt das Lied her? Welche Stimmung ist da gerade aufgebaut. Ich musste da auch sehr viel lernen. Wenn ich einen Song schreibe, gibt es einen Text und ich mache dazu die passende Musik. Bei einem Musical muss ich mitdenken, was dramaturgisch passiert. Ich glaube, ich bin da sehr viel weiter gekommen in den vergangenen Jahren. Unser letztes Stück ist von der Musik her schon ganz anders angelegt.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Die Texte sind ja weit weg vom Original, trotzdem im klassischen Versmaß. Fließt das so aus einem heraus oder ist das nächtelange Arbeit?</span><br />
<span style="color: #ff0000;">Kunze: </span>Das Schlimmste ist das Anfangen. Die großen Selbstzweifel. Ich traue mich fast nicht anzufangen. Das bringt einen fast um. Aber wenn ich dann loslege und merke, dass mir was gelingt, dann gibt es so ein Gefühl: jetzt weiß ich, dass es richtig ist. Man läuft wochenlang, teils monatelang fluchend um den Schreibtisch herum und denkt: Das geht nicht. Aber irgendwann überwindet man sich. Und dann ist es bei mir eigentlich immer ein Lauf. So habe ich das jetzt jedenfalls drei Mal erlebt. Das geht ziemlich fix, weil einen die Figuren nicht mehr loslassen. Man ist nicht mehr alleine, läuft immer mit diesen Figuren durch die Gegend. Wenn einem da eine Figur angeboten wird wie im „Sturm der Prospero“, besteht schon mal die Gefahr, irre zu werden. Am Ende ist man das. Man kann sich gar nicht mehr losgelöst von dieser Figur betrachten. Man identifiziert sich mit Haut und Haaren mit so einer Gestalt. Und wacht dann regelrecht schockiert auf, wenn es fertig ist.<br />
<span style="color: #ff0000;">Lürig: </span>Bei der Musik ist das ganz ähnlich. Wenn du solche Figuren, solche intensiven, fast schon plastischen Figuren vor dir siehst, dann brauchen die einfach eine entsprechende Musik, die tiefer geht, die es wirklich trifft. Man fängt schon morgens an, hat noch mit keinem gesprochen, und irgendwann kommt man dann abends wieder raus. Bevor man danach ins normale Tagesgeschäft einsteigen kann, das braucht immer. Eigentlich kann man dann nur noch die Füße hochlegen und irgendeinen Kram im Fernsehen gucken. Auf Arte, versteht sich.</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/22-43_Stadtkind_April_105_72.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-7066" title="Heiner Lürig" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/22-43_Stadtkind_April_105_72-300x235.jpg" alt="" width="300" height="235" /></a>Wie lange dauert so ein Arbeitstag?</span><br />
<span style="color: #ff0000;">Kunze: </span>Ich habe da ganz feste Zeiten, eine richtige Pensumszeit. Ich schreibe so von elf bis drei. Dann will ich es auch losschicken, dann lege ich es aufs Fax und will eine Antwort hören. Ob das so genehmigt ist.<br />
<span style="color: #ff0000;">Lürig: </span>Ich bin ja der erste Leser.<br />
<span style="color: #ff0000;">Kunze:</span> Das hat sich so eingespielt für mich als Arbeitsrhythmus. Vier Stunden kann ich mich voll auf die Sache konzentrieren, danach ist Schluss. Selbst dann, wenn ich gerade überlaufe. Ich höre lieber auf, weil ich einfach weiß, dass ich schwächer werde. Man schafft so drei oder vier Seiten, manchmal fünf, aber mehr nicht.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Wie viele Seiten hat so ein Musical insgesamt?</span><br />
<span style="color: #ff0000;">Kunze: </span>Ungefähr 90 Schreibmaschinenseiten.<br />
<span style="color: #ff0000;"><br />
Gibt es auch mal Streit?</span><br />
<span style="color: #ff0000;">Kunze: </span>Bei Shakespeare eigentlich nicht.<br />
<span style="color: #ff0000;">Lürig:</span> Nein, bei Shakespeare nicht. Wir funktionieren bei diesen Sachen eigentlich ziemlich synchron. Früher haben wir oft gestritten, bei den Interpretationen für Heinz. Aber auch das war eigentlich ganz positiv. Weil man am Ende immer rausgegangen ist und das, worüber man gestritten hat, dann zusammen verkauft hat. Das hat viele Jahre sehr gut funktioniert.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Wie lange arbeitet ihr schon zusammen?</span><br />
<span style="color: #ff0000;">Lürig: </span>Wir hatten vor drei Tagen 25-jähriges Kennenlernen. Sozusagen eine kleine Silberhochzeit im künstlerischen Bereich. Ich bin sehr froh, dass diese Zusammenarbeit immer noch besteht, obwohl wir keine Platten mehr zusammen aufnehmen. Dass wir auf die tollen Jahre, auf die Tourneen zurückblicken können und immer noch gemeinsam an bestimmte Dinge glauben.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Kommen wir mal noch mal zum Sommernachtstraum. Eine ganz praktische Frage: Wie bekommt man im historischen Gartentheater 800 Leute unter?</span><br />
<span style="color: #ff0000;">Lürig: </span>Wir haben diesmal sogar dafür gesorgt, dass die Zugänge bequemer sind. Dass man verlässlich seinen Sitzplatz findet. Dass es vielleicht auch jemanden gibt, der einen zu seinem Sitzplatz führt. Dass da nette Sitzkissen liegen und jemand sagt: ,,Neben Sie doch Platz, genießen Sie den Abend.“ Das sind so die kleinen Feinheiten. Vielleicht gehen sogar mehr Zuschauer rein. Wenn wir noch 20 Gäste mehr haben, werden wir die auch noch unterbringen. Und trotzdem so, dass jeder gut sehen kann. Meine Lieblingsplätze sind ja die billigsten oben unter den Bäumen. Aber man sieht das ganze Theater, es klingt da oben gut, man hat manchmal auch noch die laue, warme Luft. Wenn es dann dunkel ist und das Wetter mitspielt, dann ist das einfach ein unvergleichlicher Spiel-ort.<br />
<span style="color: #ff0000;">Kunze: </span>Ich persönlich nehme immer den Randplatz ganz außen. Weil ich so nervös bin, dass ich ständig zum pinkeln raus muss.<br />
<span style="color: #ff0000;">Von Götz: </span>Das sind ja auch die Intendantenplätze ganz außen (lacht).</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Ist dass ähnliches Lampenfieber wie bei einem eigenen Auftritt?</span><br />
<span style="color: #ff0000;">Kunze: </span>Es ist schlimmer, viel schlimmer.<br />
<span style="color: #ff0000;">Lürig: </span>Man kann dann ja nichts mehr ändern.<br />
<span style="color: #ff0000;">Von Götz:</span> Ja, man ist ausgeliefert.<br />
<span style="color: #ff0000;">Lürig: </span>Und der Regisseur ist auch nicht mehr da, um sich   bei dem zu beschweren.<br />
<span style="color: #ff0000;">Von Götz:</span> Die Premieren schaue ich mir immer an.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Danach dann nicht mehr?</span><br />
<span style="color: #ff0000;">Von Götz: </span>Ja, das ist so üblich. Man bringt das Stück bis zur Premiere und gibt dann ab. In diesem Fall, weil es eine Trilogie ist und das alles insgesamt fünf Jahre gehen soll, werde ich natürlich öfter da sein, einfach um zu sehen, wie es läuft.<br />
<span style="color: #ff0000;">Lürig:</span> Wir wollen ja auch sehen, wie sich die einzelnen Schauspieler und Schauspielerinnen für die anderen Stücke empfehlen.<br />
<span style="color: #ff0000;">Kunze: </span>Wenn ich das Stück ein paar Mal gesehen habe, genieße ich es immer sehr, zwischendurch mal raus und in den Garderobenbereich zu den Schauspielern zu gehen. Mal ein freundliches Wort mit ihnen zu sprechen, wenn sie da zusammengesunken sitzen und auf ihren nächsten Einsatz warten. Dann zu sagen: „Na, läuft doch.“ So ein bisschen den Coach raushängen lassen. Das macht irgendwie auch Spaß (lacht).</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Die Proben sind zuerst im Theater am Aegi. Wann geht es denn in den Garten?</span><br />
<span style="color: #ff0000;">Von Götz: </span>Ab dem 21. Juni. Dann wird im Garten geprobt bis zur Preview Anfang Juli. Danach wird pausiert wegen des kleinen Festes im großen Garten und dann nehmen wir den Faden neu auf.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Seid ihr auch mal bei den Proben dabei?</span><br />
<span style="color: #ff0000;">Kunze: </span>Ich mehrfach. Ich habe zwar sicherlich im Sommer viel im Studio zu tun, weil ich mein neues Album mache, aber ich guck da natürlich ab und zu vorbei.<br />
<span style="color: #ff0000;">Von Götz: </span>Das ist ja auch für uns wichtig. Mal ein Feedback zu bekommen.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Wie muss man sich das vorstellen? Kommst Du dann und sagst: Das gefällt mir so nicht?</span><br />
<span style="color: #ff0000;">Kunze:</span> Das hab ich Christian noch nie gesagt.<br />
<span style="color: #ff0000;">Von Götz:</span> Stimmt, wir sind uns schon recht einig.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Wie ist das ganze Projekt eigentlich wirtschaftlich aufgebaut? Ihr sitzt mit im Boot, oder?</span><br />
<span style="color: #ff0000;">Lürig: </span>Wir haben eine vertraglich Vereinbahrung mit unserem Produzenten Hannover Concerts, so wie früher mit der Landesbühne, aber wir sind diesmal mehr am Gewinn orientiert. Wir brauchen eine Auslastung von 75 oder 80 Prozent. Wir sind auch noch in Gesprächen mit weiteren Sponsoren.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Ist Hannover ein gutes Pflaster für so ein Projekt? Gehen die Türen auf?</span><br />
<span style="color: #ff0000;">Lürig:</span> Ja, die Stadtgesellschaft steht extrem hinter uns. Das haben wir schon 2003 erlebt. Herr Schmalstieg war damals allen voran überzeugt, dass das für Hannover ganz toll werden wird. Das setzt Herr Weil jetzt wunderbar fort. Und die Zustimmung zieht sich wirklich durch alle Parteien. Auch Herr Nolte von der Marketing Gesellschaft hat schon damals viele Kontakte hergestellt, die gerade am Anfang ganz wichtig waren. Zuerst ist da ja nur die Idee. Und trotzdem braucht es schon verbindliche Zusagen. Die hat Herr Nolte gemacht. Und nicht zuletzt ist da natürlich Hannover Concerts. Was die uns als Produktionsteam anbieten ist wirklich unglaublich. Da wird quasi ein kleines Theater ganz neu aufgebaut. Das Casting ist gelaufen, die Technik wird gerade ausgeschrieben, bei der Band ist auch schon klar, wer mitmacht, jetzt geht es an die Bühnenbilder.<br />
<span style="color: #ff0000;">Von Götz:</span> Das ganze Projekt startet auf sehr professionellen Niveau. Das ist die große Chance bei diesem Projekt. Es macht einfach Spaß.</p>
<p><strong>LaK, Miriam El Salib, Fotos: Miriam El Salib</strong></p>
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		<title>&#8230;mit stephan weil</title>
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		<pubDate>Wed, 31 Mar 2010 22:00:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[ein letztes wort...]]></category>
		<category><![CDATA[2010-04]]></category>

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		<description><![CDATA["...Ich achte schon sehr genau darauf, was ich in der Öffentlichkeit sage und tue. Natürlich trinke ich auch mal ein Bier. Aber es gehört einfach zu den Spielregeln meines Amtes, dass es definitiv Grenzen gibt."]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #ff0000;">Der Fall Käßmann ist ja gerade noch in aller Munde. Ich dachte, wir nehmen das mal zum Anlass, um über die Medien zu sprechen. Wie beispielsweise die Medien mit Menschen umgehen, die in der Öffentlichkeit stehen. Was sagen Sie denn zum Fall Käßmann?</span><br />
Das ist einfach sehr traurig. Frau Käßmann ist nun wirklich äußerst beliebt, ganz viele Menschen haben sie in ihr Herz geschlossen.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Viele haben ja gesagt, okay, dummer Fehler, aber muss sie deswegen gleich zurücktreten.</span><br />
Ich will den Rücktritt jetzt von meiner Seite nicht bewerten. Sie hat sich entschieden und das verdient Respekt. Das ist sehr schade. Dass sie einen Fehler gemacht hat, steht dabei ganz sicher außer Frage.</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/90-114_Stadtkind_April_1072.jpg"><img class="size-medium wp-image-7188 alignleft" title="Stephan Weil und Lars Kompa" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/90-114_Stadtkind_April_1072-300x184.jpg" alt="" width="300" height="184" /></a>Der Rücktritt war ja eigentlich eher eine logische Konsequenz. Sie hätte nach diesem Vorfall immer unter der besonderen Beobachtung der Presse gestanden.</span></p>
<p>Was ich mich gefragt habe ist: Wäre ein Mann in der gleichen Situation genauso behandelt worden? Ich glaube, dass da immer noch mit zweierlei Maß gemessen wird. Dass einem Mann ein solcher Fehltritt wahrscheinlich eher nachgesehen würde als einer Frau.</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><br />
Ein Mann wäre also eher nicht zurückgetreten? Hätte nicht zurücktreten müssen?</span><br />
Na ja, auch dafür gibt es durchaus Beispiele. Die Auseinandersetzung wäre aber sicherlich eine andere gewesen, wenn ein Mann den Vorsitz der EKD inne gehabt hätte.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Ein öffentliches Amt bringt es also generell mit sich, dass man sich in der Öffentlichkeit möglichst keine Blöße geben darf.</span><br />
Ja. Auf jeden Fall. Ich achte schon sehr genau darauf, was ich in der Öffentlichkeit sage und tue. Natürlich trinke ich auch mal ein Bier. Aber es gehört einfach zu den Spielregeln meines Amtes, dass es definitiv Grenzen gibt.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Vielleicht noch kurz zwischendurch: Was sagen Sie denn zu dem Thema Geheimnisverrat? Bei Frau Käßmann muss ja einer der Polizeibeamten bei der Presse angerufen haben.</span><br />
Das ist natürlich etwas, was überhaupt nicht sein darf. Aber man muss einfach feststellen, dass das mittlerweile üblich ist. Ich glaube nicht, dass so ein Fall irgendwo in Deutschland nicht an die Öffentlichkeit gelangen würde.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Das ist ja im Grunde eine Absage an das Private. Wer halbwegs prominent ist und sich einen Fehltritt leistet, muss damit rechnen, in der Presse zu landen.</span><br />
Ja. Wie gesagt, das geht gar nicht, aber ist leider fast schon normal. Es gibt eben nicht nur Lichtgestalten auf der Welt.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Die Versuchung ist natürlich groß.</span><br />
Die ist sicher groß. Übrigens auch für die Medien. Mit einer solchen Story kann man über viele Tage reichlich mehr Meldungen produzieren, als wenn man über das nächste Haushaltskonsolidierungsprogramm der Stadt Hannover berichten würde.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Da geht es natürlich um die Auflage, um den wirtschaftlichen Druck. Hat sich die Presse da verändert in den vergangenen Jahren?</span><br />
Ich weiß gar nicht, ob das früher anders war. Sicherlich ist der Wettbewerb unter den Medien härter geworden, insbesondere deswegen, weil ihre Zahl heute viel größer ist. Mit dem Internet hat auch insgesamt ein anderes Medienverhalten Einzug gehalten. Ich bin ja noch mit der Zeitung als Hauptinformationsquelle aufgewachsen. Dann kam irgendwann das Fernsehen dazu. Bei den allermeisten Menschen hat das Fernsehen die Zeitung inzwischen abgelöst. Und mit dem Internet haben die Bildschirme heute nun noch eine viel größere Relevanz. Die Medien haben sich verändert, andere Medien werden genutzt, und damit haben sich natürlich auch die Inhalte verändert. Die sind heute insgesamt mehr auf die kurze Nachricht ausgerichtet, bleiben eher oberflächlich. Und oft steht die Sensation viel zu sehr im Vordergrund.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Haben sich die moralischen Maßstäbe verändert, oder nur die Aufregung? Wenn ich mir beispielsweise vorstelle, dass man Helmut Schmidt mit Alkohol am Steuer erwischt hätte, wäre die Aufregung vielleicht gar nicht so groß gewesen.</span><br />
Na ja, bei einem Bundeskanzler wäre sicherlich auch in den 70er Jahren eine ganze Menge los gewesen. Aber die Aufregung um solche Nachrichten ist heute schon sehr viel größer. Da wird immer wieder gerne aus einer Mücke ein Elefant gemacht. Das klappt aber auch nur, weil offenbar die Medienkonsumenten das so akzeptieren und einfordern. Dass sie dann die Zeitschriften und Zeitungen kaufen oder den Fernseher einschalten.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Also wird da einfach eine Nachfrage befriedigt.</span><br />
Ich sage es mal so: Wenn der Bedarf in Tageszeitungen nach ellenlangen Hintergrundberichten größer wäre, würden die Redaktionen über kurz oder lang darauf reagieren.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Man konzentriert sich eher auf die voyeuristische Berichterstattung.</span><br />
Klar, sex and crime geht anscheinend immer.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Vielleicht ist das gerade der Fehler. Die Auflagen fast aller Zeitungen gehen ja immer mehr in den Keller. Nur die wenigen Qualitätszeitungen haben keine Rückgänge, manche wachsen sogar. Vielleicht haben die Zeitungen auf lange Sicht nur eine Überlebenschance, wenn sie lesenswerte Artikel schreiben, über die Nachricht hinaus und nicht versuchen, das Internet zu imitieren.</span><br />
Ja, das glaube ich auch. Die Presse muss sich durch Qualität auszeichnen und abheben. Aber das Fernsehen hat das Medienverhalten natürlich stark verändert. Vielleicht ist es auch gar nicht so falsch, wenn man von einer tendenziellen Verblödung spricht. Wo wir gerade bei Helmut Schmidt waren: Der hat in den 70er Jahren mal einen fernsehfreien Sonntag vorgeschlagen. Das wäre wirklich eine zivilisatorische Großtat.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Wie gehen denn Sie damit um, in der Öffentlichkeit zu stehen? Wird das Private ganz wichtig?</span><br />
Ich bin tatsächlich sehr bemüht, einen großen Unterschied zu machen zwischen öffentlichen Auftritten und meiner Privatsphäre. Es gibt zum Beispiel auch wenig Anlässe, bei denen meine Frau und ich gemeinsam in der Öffentlichkeit stehen.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Also eine sehr starke und bewusste Trennung.</span><br />
Ja. Auf dem Fußballplatz bin ich privat. Wenn ich mit meiner Frau essen gehe ebenfalls. Dann gucken die Leute schon mal fünf Minuten, aber dann ist auch gut. Darauf lege ich großen Wert.</p>
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		<title>anna, 25</title>
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		<pubDate>Wed, 31 Mar 2010 22:00:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[10 to go]]></category>
		<category><![CDATA[2010-04]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer ist der Held deiner Kindheit, wem würdest du gerne mal eine reinhauen und was uns sonst noch so interessiert]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #ff0000;"><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/04/22-43_Stadtkind_April_10_72.jpg"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-6605" title="Anna" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/04/22-43_Stadtkind_April_10_72-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>1. Was ist dein Lieblingsplatz in Hannover?</span><br />
Die Dornröschenbrücke.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">2. Worauf freust du dich gerade?</span><br />
Auf meine Semesterferien, ich habe gerade meine letzte Klausur geschrieben.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">3. Worüber kannst du dich ärgern?</span><br />
Wenn jemand um den heißen Brei herum redet und nicht konkret auf den Punkt kommt.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">4. Wofür gibst du dein meistes Geld aus?</span><br />
Für Partys und Ausgehen.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">5. Welchen Wunsch willst du dir unbedingt erfüllen?</span><br />
Zu reisen. Am liebsten ganz weit weg, nach Südamerika oder Australien.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">6. Wer ist dein Held der Kindheit?</span><br />
Pippi Langstrumpf.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">7. Bei was oder wann musst du weinen?</span><br />
Wenn ich verletzt bin, wenn mein Freund mich verarschen würde.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">8. Was ist das Schönste, was dir bisher passiert ist?</span><br />
Paragliding in den Alpen.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">9. Wie würdest du dich selbst beschreiben? In drei Worten.</span><br />
Spontan, unkompliziert und für jeden Spaß zu haben.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">10. Wem würdest du gerne mal eine reinhauen?</span><br />
Da gibt’s zu viele!</p>
<p><strong>Maria Gruber, Christin Pflieger</strong></p>
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		<title>florian eisenbach &#8211; fluchtwagen</title>
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		<pubDate>Wed, 31 Mar 2010 22:00:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[stadtkinder sind mutig]]></category>
		<category><![CDATA[2010-04]]></category>

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		<description><![CDATA[Nicht jeder Fluchtwagen ist in einen Banküberfall verwickelt. Die FLUCHTWAGEN von Florian Eisenbach verhelfen ganz ohne Polizeisirenen zu viel Aufmerksamkeit.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><strong>Nicht jeder Fluchtwagen ist in einen Banküberfall verwickelt. Die FLUCHTWAGEN von Florian Eisenbach verhelfen ganz ohne Polizeisirenen zu viel Aufmerksamkeit. Mit ihnen fährt man in den Urlaub oder zum Festival.</strong></p>
<p>Angefangen mit seinem Konzept zu FLUCHTWAGEN hat wahrscheinlich alles, als Florian Eisenbach mit 17 Jahren eine Idee für unkompliziertes und unabhängiges Reisen kam: Mit drei Freunden kaufte er sich für den Urlaub einen alten Hanomagbus, der schließlich reisetauglich umgebaut und mit Graffitis verschönert wurde. In den nächsten Jahren sollten dann noch viele Urlaube in VW-Bussen, Festivalbesuche und schließlich die Erkenntnis folgen, dass man für eine Unternehmung nicht viel braucht – außer ein zuverlässiges Fahrzeug, das sich als Camper für Reisen und Übernachtungen eignet.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/46-65_Stadtkind_April_10_721.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-6920" title="Fluchtwagen" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/46-65_Stadtkind_April_10_721-1024x437.jpg" alt="" width="573" height="245" /></a></p>
<p>Zum entscheidenden Anstoß wurde dann im letzten Jahr ein dreimonatiger Neuseeland-aufenthalt, für den Florian Eisenbach vor Ort selbst einen Kleinbus umbaute und darin den Großteil seiner Reise verbrachte. Die Idee, herkömmliche VW-Transporter zu bunten Mietcampern umzubauen, mit denen es raus aus dem Alltag und ab in den Süden, an die Nordsee oder einfach zum nächsten Festival gehen konnte, war geboren. Dafür musste es in Deutschland doch einen Markt geben.</p>
<p>Zum Jahreswechsel ging Florian Eisenbach mit seinen „Fluchtwagen“ von seiner Heimat Burgdorf aus an den Start. 2010 ist für ihn zunächst ein Testjahr mit kleiner, kleiner Flotte. Wird die Idee angenommen, folgt im kommenden Jahr ein Geschäftsausbau von FLUCHTWAGEN, mit weiteren Bussen und deutschlandweiten Stationen. Schon jetzt umfasst das Netzwerk Berlin, Frankfurt,   Leipzig und Bremen, weitere werden folgen, auch um mehr Kundennähe zu ermöglichen.</p>
<p>Obwohl das Projekt erst zu Beginn des Jahres seinen Weg an die Öffentlichkeit fand, ließen erste Reaktionen und eine zunehmende Präsenz im Internet nicht lange auf sich warten. Nachdem das Ganze erfolgreich ins Rollen gebracht wurde, erreichen Florian Eisenbach heute bereits viele interessierte Anfragen und erste Buchungen von Outdoorsportlern wie Mountainbikern, Bergsteigern oder Kitesurfern, die mit den Kleinbussen zu ihren Lieblingsplätzen fahren, oder aber von Festivalgängern und „typischen“ Wohnmobilfahrern, die mit den „Fluchtwagen“ bspw. Reißaus nach Südfrankreich oder Skandinavien nehmen.</p>
<p>Florian Eisenbachs persönliche Motivation an dem Projekt ist vor allem die Vielseitigkeit, die der Camperverleih mit sich bringt. Der Umbau der Busse, die Vermarktung der Idee, der Kontakt zu den Kunden – es wird nie langweilig. Hinzu kommt natürlich seine eigene Begeisterung fürs unkomplizierte und flexible Reisen.</p>
<p>So ließ er es sich auch nicht nehmen, zum Test des Prototyps im letzten Jahr selbst in einen seiner „Fluchtwagen“ zu steigen und damit an die Küste zu verschwinden. Diese Unabhängigkeit und Flexibilität wissen auch seine Kunden zu schätzen: Mit FLUCHTWAGEN geht es für alle Reiselustigen und Fernwehgeplagten raus aus dem Alltag und ab zum Festival, in die Berge – oder direkt zum Lieblingsstrand!<br />
<strong><br />
Maria Gruber</strong></p>
<p><strong>Florian Eisenbach<br />
Tel.: 05136  &#8211; 9714969<br />
info@fluchtwagen.com<br />
www.fluchtwagen.com</strong></p>
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		<item>
		<title>ziehen sich an</title>
		<link>http://www.stadtkind-hannover.de/2010/04/7099/</link>
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		<pubDate>Wed, 31 Mar 2010 22:00:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[stadtkinder ziehen sich an]]></category>
		<category><![CDATA[2010-04]]></category>

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		<description><![CDATA[Sven (17) wurde abgecheckt...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/ziehen.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-7098" title="Stylomat" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/ziehen.jpg" alt="" width="469" height="846" /></a></p>
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		<title>der grenzgänger</title>
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		<pubDate>Wed, 31 Mar 2010 22:00:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[im porträt]]></category>
		<category><![CDATA[2010-04]]></category>

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		<description><![CDATA[„Wir sind kein bloßer katholischer Think Tank. Schützenhilfe ist nicht unsere Aufgabe. Das Institut bietet Wissenschaftlern einen intellektuellen Freiraum. Wir diskutieren über religiöse, agnostische und atheistische Argumente.“]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/16-18_Stadtkind_April_10_721.jpg"><img class="size-medium wp-image-7009 alignright" title="Prof. Dr. Jürgen Maneman" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/16-18_Stadtkind_April_10_721-240x300.jpg" alt="" width="240" height="300" /></a>Name: Prof. Dr. Jürgen Manemann,  46<br />
Beruf: Direktor des Forschungsinstituts für Philosophie Hannover<br />
Familienstand: verheiratet<br />
Sternzeichen: Waage</strong></p>
<p><strong>Kurz nachgefragt&#8230;</strong><br />
<em><span style="color: #ff0000;">1. Zentraler Unterschied zwischen Protestanten und Katholiken?</span> </em>Ich habe kürzlich den Satz gelesen: Protestanten haben Fehler, Katholiken machen Fehler.<br />
<span style="color: #ff0000;"><em>2. Was ist Menschenwürde? Wird Frauen, die eine Burka tragen, die Würde geraubt? </em></span>Menschenwürde kann nicht geraubt werden, ihr kann aber die Anerkennung verwehrt werden.<br />
<em><span style="color: #ff0000;">3. Was ist Nächstenliebe?</span> </em>Nächstenliebe ist die Liebe zu dem Menschen, der Hilfe braucht, unabhängig davon, ob er mit mir verwandt oder mein Nachbar ist.<br />
<span style="color: #ff0000;"><em>4. Was bedeutet der Begriff „aktiver Nihilismus“?</em> </span>Aktiver Nihilismus ist die Unfähigkeit, das emphatische Nein zum Nichtsein des Anderen sprechen zu können – sogar um den Preis des eigenen Nichtseins.<br />
<span style="color: #ff0000;"><em>5. Was heißt „Terrorrationalität“?</em> </span>Die Rationalität des Terrors besteht darin, nicht rational, also unvorhersehbar, zu sein.<br />
<span style="color: #ff0000;"><em>6. Sind nicht alle Kriege Glaubenskriege?</em></span> Nicht alle Kriege sind Glaubenskriege, aber jeder Krieg ist ein Bruderkrieg.<br />
<em><span style="color: #ff0000;">7. Gehören Glaube und Fanatismus nicht zusammen?</span> </em>Der Glaube ist nicht ohne Zweifel, während Fanatismus Zweifel ausschließt.<br />
<span style="color: #ff0000;"><em>8. Wo ist der Unterschied zwischen islamistischen Gotteskriegern und christlichen Kreuzfahrern?</em> </span>Der islamistische Gotteskrieger lebt in der Moderne, während der christliche Kreuzfahrer ein Produkt der Vormoderne ist.<br />
<em><span style="color: #ff0000;">9. Hat die Sünde ein Image-Problem in der westlichen Welt?</span> </em>Ja, sie ist zur bloßen Schuld regrediert.<br />
<span style="color: #ff0000;"><em>10. Philosophischer Meilenstein?</em></span> Eine Erkenntnis Hegels: „Das Bekannte überhaupt ist darum, weil es bekannt ist, nicht erkannt.“<br />
<em><span style="color: #ff0000;">11. Popkultureller Meilenstein?</span> </em>Bob Dylan.<br />
<em><span style="color: #ff0000;">12. Was fällt Ihnen zu Nietzsche ein?</span> </em>Wohin ist Gott? Wohin ist der Mensch?<br />
<em><span style="color: #ff0000;">13.Welches Bild haben Sie als Kind von Gott gehabt?</span> </em>Das Bild vom liebenden Großvater.</p>
<p>Seit Oktober ist Jürgen Manemann Direktor des Forschungsinstituts für Philosophie Hannover (FIPH), einer katholischen Stiftung, die vom Bistum Hildesheim getragen wird. Im FIPH, das in der Gerberstraße 26 zu finden ist, beschäftigen sich internationale Geisteswissenschaftler mit den zentralen Problemen der heutigen Zeit und beziehen diese auf die philosophischen Grundfragen „Wer ist der Mensch?“ und „Was können wir wissen, tun und hoffen?“.</p>
<p>Manemann, der in Münster Katholische Theologie studiert hat und dort im Jahr 2000 im Fach Fundamentaltheologie (Grundlagenwissenschaft der Gotteslehre) habilitiert wurde, betont, dass das FIPH eine unabhängige Institution sei, in der über religiöse Grenzen hinweg über philosophische Fragen gesprochen werde: „Wir sind kein bloßer katholischer Think Tank. Schützenhilfe ist nicht unsere Aufgabe. Das Institut bietet Wissenschaftlern einen intellektuellen Freiraum. Wir diskutieren über religiöse, agnostische und atheistische Argumente.“</p>
<p>Manemann, der in Lingen geboren wurde, ist seit seiner Kindheit gläubiger Katholik. Glaube beinhaltet für ihn nicht, sich von weltlichen Problemen fernzuhalten oder von allem Irdischen zu befreien. Glaube ist vielmehr mit dem Vermögen und der Freiheit verbunden, etwas in der Welt zu bewegen. Der 46-jährige Professor, der in Münster und Erfurt gelehrt hat, ist in einem bürgerlichen Elternhaus aufgewachsen. „Ich komme aus einer katholischen Enklave im Emsland, einem schwarzen Nest. Wer von dort kommt, kommt von sehr weit her“, sagt Manemann und lacht.</p>
<p>Bereits als Jugendlicher sei er in christlichen Gruppen wie der Anti-Atomkraft- und Friedensbewegung aktiv gewesen. „Obwohl unser Pfarrer politisch eine andere Meinung hatte als wir, verteidigte er uns nach außen und nahm uns in Schutz. Die Kirche hat mir Freiheit ermöglicht. Diese Erfahrung hat mich geprägt.“</p>
<p>1983 lebte Manemann drei Monate lang mit seiner damaligen Jugendfreundin und heutigen Frau Birgit in einem Kibbuz und lernte dort Holocaust-Überlebende und -Angehörige kennen. In Israel sei ihm bewusst geworden, was es heiße, ein Deutscher zu sein. Anschließend habe er sich mit den Fragen einer Theologie nach Auschwitz befasst und seine Doktorarbeit über den Nationalsozialismus bei Johann Baptist Metz geschrieben, dem Begründer der politischen Theologie.</p>
<p>„Als Fundamentaltheologe stehe ich an der Grenze zwischen Kirche und Welt. Ich vermittle nach außen, was den Glauben ausmacht, und trage wichtige Fragen in die Kirche“, sagt Manemann, der Gastredner internationaler Kongresse ist und mit seiner Familie zurzeit noch in Lüdinghausen wohnt. Der Mann mit dem smarten Lächeln freut sich sehr auf das Festival der Philosophie, das im April zum zweiten Mal von der Stadt ausgerichtet wird und an dem sich das FIPH beteiligt. Am Wochenende geht der 46-Jährige gern mit dem Hund spazieren oder spricht mit seinem Sohn Thilo. Der 11-Jährige interessiert sich gerade für die Jenseitsvorstellungen im Buddhismus.<br />
<strong><br />
Simone Niemann</strong></p>
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		<title>was versteckst du, wenn besuch kommt?</title>
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		<pubDate>Wed, 31 Mar 2010 22:00:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[nachgefragt]]></category>
		<category><![CDATA[2010-04]]></category>

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		<description><![CDATA[Tagebücher, dreckige Wäsche und andere Peinlichkeiten...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Nachgefragt haben: Maria Gruber, Christin Pflieger</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Melanie, 21: <em>Meine ganze dreckige Wäsche. Und<br />
all die anderen Dinge die niemand sehen muss..<br />
</em><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/46-65_Stadtkind_April_10_722.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-6975" title="Melanie" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/46-65_Stadtkind_April_10_722-257x300.jpg" alt="" width="257" height="300" /> </a>Ilker, 20: <em>Meine Wertsachen.<br />
<a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/46-65_Stadtkind_April_101_72.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-6974" title="Wem kann man heutzutage schließlich noch trauen?!" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/46-65_Stadtkind_April_101_72-257x300.jpg" alt="" width="257" height="300" /></a></em></strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Morten, 24: <em>Mein Bariton-Horn, ich habe einige<br />
Jahre in einer Feuerwehrkapelle gespielt<br />
</em><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/46-65_Stadtkind_April_102_721.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-6973" title="Morten" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/46-65_Stadtkind_April_102_721-256x300.jpg" alt="" width="256" height="300" /></a>Steffi, 22, und Lauren, 23: <em>Gar nichts!<br />
</em><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/46-65_Stadtkind_April_103_72.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-6972" title="Haben nichts zu verstecken" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/46-65_Stadtkind_April_103_72-257x300.jpg" alt="" width="257" height="300" /></a></strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Valerie, 20: <em>Meine Biervorräte,<br />
wenn meine Eltern kommen.<br />
</em><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/46-65_Stadtkind_April_104_72.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-6971" title="Die müssen ja nicht alles wissen..." src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/46-65_Stadtkind_April_104_72-257x300.jpg" alt="" width="257" height="300" /></a>Alissa, 22: <em>Meinen Kalender, den ich als Tagebuch nutze<br />
<a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/46-65_Stadtkind_April_105_72.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-6970" title="Alissa" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/46-65_Stadtkind_April_105_72-257x300.jpg" alt="" width="257" height="300" /></a></em></strong></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>die tiersitterin – angela kruth</title>
		<link>http://www.stadtkind-hannover.de/2010/03/die-tiersitterin-%e2%80%93-angela-kruth/</link>
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		<pubDate>Sun, 28 Feb 2010 22:00:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Manuela Sender</dc:creator>
				<category><![CDATA[im porträt]]></category>
		<category><![CDATA[2010-03]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Aras kreischen putzfidel im Käfig, der alte Nasenbär Manolo macht Kletterübungen, und die Gürteltiere Fred und Wilma Feuerstein halten neugierig ihre Rüssel in die Höhe, denn Angela Kruth gibt ihnen gerade ein paar leckere Rosinen zu fressen. Die Tierpflegerin arbeitet seit zehn Jahren im Erlebnis-Zoo Hannover...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/04/die-tiersitterin.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-6457" title="Die Tiersitterin" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/04/die-tiersitterin.jpg" alt="" width="263" height="162" /></a>Name: Angela Kruth<br />
Alter: 29<br />
Beruf: Tierpflegerin<br />
Familienstand: ledig<br />
Sternzeichen: Widder</strong></p>
<p>An einem bitterkalten Morgen im Februar ticken auch die Uhren im Erlebnis-Zoo Hannover etwas langsamer: In Afrika ist der Sambesi zugefroren, und Sonnenanbeter wie Löwen und Flamingos sind nicht im Gehege zu sehen. Stattdessen nutzen Enten den vereisten Fluss als Highway, um zur nächsten Futterstelle zu watscheln und hinterlassen dabei eindrucksvolle Spuren im Schnee. Natürlich ist die Ruhe trügerisch. Hinter den Kulissen herrscht reges Treiben, schließlich müssen rund 2.235 Tiere versorgt, gefüttert, gemessen und gewogen werden.</p>
<p>Auch in der Showarena ist viel los: Die Stars der täglichen Veranstaltung werden für ihren Auftritt vorbereitet, doch deren Lampenfieber scheint sich in engen Grenzen zu halten. Die Aras kreischen putzfidel im Käfig, der alte Nasenbär Manolo macht Kletterübungen, und die Gürteltiere Fred und Wilma Feuerstein halten neugierig ihre Rüssel in die Höhe, denn Angela Kruth gibt ihnen gerade ein paar leckere Rosinen zu fressen. Die Tierpflegerin arbeitet seit zehn Jahren im Erlebnis-Zoo Hannover und trainiert in der Showarena zusammen mit ihren Kollegen Detlef, Kerstin und dem Azubi Carsten verschiedene Arten, zum Beispiel den Lannerfalken Karim, den Uhu Karl-Heinz, die Stinktiere Thymian und Lavendel und die Tigerpython Moses Junior. „Ein Tier entscheidet im Grunde allein, ob es für die nächste Show eingesetzt wird oder nicht“, sagt die 29-Jährige, die im Laufe der Jahre ein feines Gespür für ihre Zöglinge entwickelt hat. „Wenn Nasenbär Manolo schlecht drauf ist, bleibt er in seinem Käfig und schläft. Im Winter ist das oft der Fall, weil er keine kalten Füße mag.“</p>
<p>So wie der Mensch, habe auch jedes Tier seinen eigenen Kopf und Charakter und verhalte sich bei Übungen je nach Verfassung und Witterung mal aufmerksam und lernwillig oder faul und begriffsstutzig. Deshalb verlaufen die Shows nicht immer nach Plan: Ara Inka, der wie die anderen Papageien frei über das Gelände fliegen kann, habe zum Beispiel schon einen Ausflug in die List unternommen, nachdem er von einem Flugzeugmotor aufgeschreckt wurde. Und das Gürteltier Fred Feuerstein habe sich einmal bei einer Publikumsveranstaltung in ein tiefes Loch eingegraben, statt den Anweisungen der Trainerin zu folgen. Später musste der gepanzerte Geselle dann mit dem Spaten aus der Erde befreit werden. „Normalerweise hören unsere Gürteltiere auf ihre Namen, aber sie lassen sich eben auch gern ablenken, wenn sie ein Leckerli wie eine Nacktschnecke entdecken“, sagt Kruth, die in einem Dorf in Mecklenburg-Vorpommern aufgewachsen ist und ihre Ausbildung im Rostocker Zoo absolviert hat. „Wichtig ist, dass mit den Tieren kein Zirkus gemacht wird, sondern dass sie artgerecht behandelt werden. Die Show ist wie Biologieunterricht zum Anfassen. Die Zuschauer erfahren dabei viel über die Lebensweise der Arten.“</p>
<p>Mit ihrem naturverbundenen Beruf und der grünen Wahlheimat Hannover ist die 29-Jährige, die in der List wohnt, zufrieden. Auch privat begleiten sie ein paar tierische Genossen. Wenn Kruth abends von der Arbeit kommt, versorgt sie zu Hause die beiden mongolischen Wüstenrennmäuse Brunhilde und Ursula sowie drei namenlose Tausendfüssler: „Es ist sehr entspannend, sie im Terrarium zu beobachten.“</p>
<p><strong><br />
Kurz nachgefragt&#8230;</strong></p>
<p><span style="color: #ff0000;"><em>1. Dein bester Freund im Zoo?</em></span> Das ist meine Kollegin Kerstin, aber die Papageiendame Inka, ein Ara, ist mir auch sehr ans Herz gewachsen.</p>
<p><em><span style="color: #ff0000;">2. Lieblingsplatz im Zoo…? </span></em>Die Showarena.</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><em>3. …und in Hannover? </em></span>Der Maschpark.</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><em>4. Was können wir von Tieren lernen? </em></span>Menschen sind Universaldilettanten, ganz im Gegensatz zu den Tieren, das sind Spezialisten.</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><em>5. Sprichst du mit den Tieren? </em></span>Ja, ich spreche mit ihnen, gebe akustische Kommandos, mache aber auch Zeichen.</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><em>6. Haben Tiere auch mal ihre Tage? </em></span>Ja. Sie haben Phasen, in denen sie ganz eigene Pläne haben.</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><em>7. Wann hast du dich zuletzt tierisch vergnügt? </em></span>Beim Musical „Tanz der Vampire“ in Oberhausen.</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><em>8. Welches Buch liest du gerade? </em></span>„Jane Eyre“ von Charlotte Brontë.</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><em>9. Schönste Liebesszene im Kino? </em></span>Die letzte Szene aus „Anna und der König“: der gemeinsame Tanz.</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><em>10. Welche Musik hörst du? </em></span>Ich mag Grönemeyer. Und die nächste CD von Peter Maffay werde ich mir auch kaufen.</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><em>11. Bester TV-Comedian?</em></span> Ralf Schmitz.</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><em>12. Hast du einen Schuh-Tick?</em></span> Nein, ich gehe nicht gern shoppen. Aber Schuhe kaufe ich mir schon hin und wieder.</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><em>13. Worauf sollten Zoobesucher achten?</em></span> Sie sollten die Tiere beobachten, das entspannt ungemein.</p>
<p><strong><br />
Simone Niemann</strong></p>
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