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	<title>STADTKIND - hannovermagazin &#187; im porträt</title>
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	<description>Ein weiteres tolles WordPress-Blog</description>
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		<title>der homo vinyl</title>
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		<pubDate>Thu, 30 Sep 2010 22:00:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Manuela Sender</dc:creator>
				<category><![CDATA[im porträt]]></category>
		<category><![CDATA[2010-10]]></category>

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		<description><![CDATA[Ralph Bochmann ist Inhaber von 25 Music. In seiner Freizeit spielt der 49-Jährige gern Tennis und kümmert sich um seine Familie. Bochmann führt den Plattenladen an der Lister Meile 25 seit 1983 zusammen mit Wolfgang Grieger.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/10/08-16_SK_Oktober_101.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-9096" title="Ralph Bochmann, 25 Music" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/10/08-16_SK_Oktober_101-240x300.jpg" alt="" width="240" height="300" /></a>Name: Ralph Bochmann<br />
Beruf: Plattenladeninhaber<br />
Alter: 49<br />
Sternzeichen: Fische<br />
Familienstand: verheiratet, 3 Kinder</strong></p>
<p>Ralph Bochmann ist Inhaber von 25 Music. In seiner Freizeit spielt der 49-Jährige gern Tennis und kümmert sich um seine Familie. Bochmann führt den Plattenladen an der Lister Meile 25 seit 1983 zusammen mit Wolfgang Grieger. Die beiden haben sich in der Schule kennengelernt und 25 Music mit einem Startkapital von 2.000 Mark gegründet. Heute arbeiten in dem Geschäft fünf Mitarbeiter und ein Azubi.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Der Plattenladenbesitzer Rob Gordon, Protagonist des Films „High Fidelity“, macht ständig Listen für alle Bereiche seines Lebens. Hast du auch einen Listen-Fimmel?</span><br />
Den hatte ich mal vor 30 Jahren. Bei 25 Music gab es damals persönliche Top-Five-Listen. Heute gibt es bei uns eine Top-Ten-Liste, die sich nach den Verkaufszahlen richtet. Unser Fimmel ist Fußball. Wir sind fast alle Fußball-Fans und sprechen montags eine halbe Stunde lang darüber, wer am Wochenende bei 96 der beste Spieler war.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">I</span><span style="color: #ff0000;">n „High Fidelity“ werden Rob und seine Mitarbeiter als spleenige Exzentriker beschrieben, Fachidioten für Musik mit Nerd-Outfit. Entsprechen deine Angestellten diesem Bild?</span><br />
Nein. Meine Mitarbeiter sind fachlich sehr qualifiziert, aber keine Fachidioten. Sie haben auch noch andere Hobbys.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Warum sind Plattenverkäufer anders als andere?</span><br />
Wenn du Platten verkaufst, bleibst du ein bisschen jugendlicher und bist mehr am Puls der Zeit. Beispiel: Einige Ex-Studienkollegen von mir stehen musikalisch immer noch auf dem Stand, der Ende der 80er Jahre aktuell war. Sie hören im Radio einen neuen Song, wissen aber nicht, von wem er ist.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Gibt es Tage, an denen dich die Besserwisserei von Musik-Nerds nervt?</span><br />
Auf jeden Fall. Es gibt schwierige Kunden, die bis ins letzte Detail alles wissen wollen, beziehungsweise es dann auch immer besser wissen, und bei jedem Artikel um jeden Cent feilschen.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Wie würdest du eure Kunden beschreiben?</span><br />
Das sind im Prinzip sehr nette Leute, meist aus der List. Außerdem haben wir viele treue Stammkunden, auch von außerhalb.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Skurrile Geschichte?</span><br />
Ein 14-jähriges Mädchen wollte „die CD von die The Beatles“ für ihre Eltern kaufen. Sie war ganz perplex, als wir ihr gesagt haben, dass es nicht nur eine Beatles-CD gibt: „Ja, haben die denn mehr gemacht als eine?“</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Mach mal vor: Wie läuft das ab, so ein Gespräch unter Kollegen, die über das neue Album von Arcade Fire reden?</span><br />
A: Das erste Stück finde ich geil. B: Ich finde das nicht so geil, das ist ein bisschen plattgedrückt. A: Trotzdem, tolle Platte, die muss auf den Stapel, die wird sich gut verkaufen. B: Na ja, aber das erste Stück… (Pause, Ralph denkt nach) Wir alle hatten übrigens den Eindruck, dass das neue Album von Arcade Fire zu lang ist!</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Wie sieht sie aus, die Zukunft des Plattenladens?</span><br />
Wenn Wolfgang Grieger Recht hätte, würde es uns schon seit 10 Jahren nicht mehr geben. Ich glaube, dass wir noch diverse Jahre lang überleben, weil LPs und CDs trotz der Download-Angebote weiter produziert und verkauft werden. Es gibt immer mehr Kunden, die sich wieder einen Plattenspieler kaufen.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Wie viele Neuerscheinungen gibt es pro Monat und wie viele davon sind gut?</span><br />
Pro Monat erscheinen zwischen 250 und 500 neue Produktionen. Qualitativ gut sind davon 25 Platten, und zwei bis drei verkaufen sich wirklich gut.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Wichtigste Platte der Musikgeschichte?</span><br />
Punishment Of Luxury: Laughing Academy.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Beste Band der Welt?</span><br />
The Beatles.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Lukrativste Platte bei 25 Music?</span><br />
Das kann ich nicht sagen. Generell haben sich in den letzten Jahren Die Ärzte und Die Toten Hosen gut verkauft. Peter Fox war ein großer Renner, außerdem Amy Winehouse und Wir sind Helden.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Bestes Plattencover?</span><br />
Sgt. Pepper’s von den Beatles.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Bester Film über Musik?</span><br />
Quadrophenia.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Bei welcher Band wärst du gern backstage als Groupie dabei gewesen?</span><br />
Bei Rammstein. Wobei neulich ein Kunde zu mir gesagt hat: „Du kannst doch kein Rammstein-Shirt mehr tragen, du wirst doch schon 50!“</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Die Schallplatte als Ding an sich: Woher rührt die kultische Verehrung?</span><br />
Der Klang ist besser als der einer CD. Und du hast etwas in der Hand, das macht Spaß. Kratzer auf der Platte gehören dazu: zur Platte und zu deiner Geschichte.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Jedes Musikgenre ist mit einer Modeszene verbunden. Popper hören Schweinepop, Rocker Schweinerock, Punks Punk und Indies Indie. Was hat Musik mit Mode zu tun?</span><br />
Musikvideos beeinflussen die Mode. Und wie die Interpreten auftreten, ist wichtig, zum Beispiel Led Zeppelin in den 70er Jahren: Auf einmal hatten alle Schlaghosen und lange Haare. Ein paar Jahre später kam The Jam mit engen Hosen. Ich persönlich lasse mich nicht mehr modisch beeinflussen. Früher hatte ich auch Sicherheitsnadeln in Ohr und Lippe, weil ich Punk mochte.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Würdest du dich als Sammler oder Jäger bezeichnen?</span><br />
Beides. Ich habe eine große Platten- und CD-Sammlung. Jäger wird man, wenn man im Laden auch das verkauft, was man persönlich nicht so gut findet.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Warum ist Musik die schönste Sache der Welt?</span><br />
Weil sie Spaß macht, entspannt und teilweise aufregt, das gehört dazu.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Welche Musik war angesagt, als du jung warst?</span><br />
Mein Vater hat mir aus London das „Abbey Road“-Album der Beatles mitgebracht. Danach kam Glam-Rock mit Bands wie T. Rex und The Sweet, dann kam Punk, anschließend die Neue Deutsche Welle, dann lange Zeit nichts und dann Grunge mit Bands wie Soundgarden und Nirvana.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Was ist Rock’n’Roll?</span><br />
Rock’n’Roll ist die Revolution der Musik.</p>
<p><strong>Simone Niemann</strong></p>
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		<title>der figurenerfinder</title>
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		<pubDate>Sun, 01 Aug 2010 12:38:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[im porträt]]></category>
		<category><![CDATA[2010-08]]></category>

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		<description><![CDATA[
Bernd Natke lebt in Linden-Mitte und zeichnet seit frühester Jugend. Während des Studiums sind seine ersten Comics entstanden. Seit den 90er Jahren arbeitet der Diplom-Mathematiker freiberuflich als Zeichner.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/05/14-23_SK_August_10_721.jpg"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-11967" title="14-23_SK_August_10_72" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/05/14-23_SK_August_10_721-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Name: Bernd Natke</strong><br />
<strong>Alter: 47</strong><br />
<strong>Beruf: Comic-Zeichner</strong><br />
<strong>Sternzeichen: Löwe</strong><br />
<strong>Familienstand: ledig</strong></p>
<p>Bernd Natke lebt in Linden-Mitte und zeichnet seit frühester Jugend. Während des Studiums sind seine ersten Comics entstanden. Seit den 90er Jahren arbeitet der Diplom-Mathematiker freiberuflich als Zeichner. Sein Buch „Comic-Zeichnen für Einsteiger“ hat sich inzwischen rund 25000-mal verkauft. 1990 hat er die Figur des lustigen Sensemanns aus „Der Kleine Tod“ entworfen, der erste Band davon ist 1996 erschienen. 2004 erhielt der gebürtige Bremer eine Nominierung für den Max-und-Moritz-Preis in der Kategorie „Beste deutschsprachige Comic-Publikation für Kinder / Jugendliche“ für eine Geschichte mit dem Titel „Benni“.</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Erste eigene Zeichnung, die noch in Ihrer Schublade liegt? </strong></span>Das  ist ein Porträt von Einstein, eine Kohle-Bleistiftzeichnung, die während der Schulzeit entstanden ist. Sie ist ganz gut gelungen, deshalb habe ich sie noch.</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Erste Figur, die Ihre Liebe für Comics geweckt hat?</strong></span> Ich glaube, das waren Lucky Luke, die Schlümpfe und franko-belgische Comics.</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Woran erkennt man ein gutes Comic? An den zeichnerischen Details?</strong></span> Ich kann nur sagen, dass ein Comic schlecht ist, wenn mich weder die Geschichte noch die Zeichnungen interessieren. Bei Ralf König und Walter Moers sind die Zeichnungen zweitrangig, weil die Geschichten so gut sind (Anmerkung der Red.: Ralf König ist Autor und Zeichner von Schwulen-Comics wie „Der bewegte Mann“, Walter Moers hat u.a. Figuren wie das kleine Arschloch erfunden).</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Welche Comic-Figur hätten Sie selbst gern erfunden?</strong></span> Die Schlümpfe, weil sie so viel Potenzial zum Geschichtenerzählen haben, was aber nicht genutzt worden ist. Man kann das Leben wunderschön auf die Schlümpfe projezieren, weil sie so menschlich sind.</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/05/14-23_SK_August_10.2_721.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-11968" title="14-23_SK_August_10.2_72" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/05/14-23_SK_August_10.2_721-224x300.jpg" alt="" width="224" height="300" /></a>Lesen Sie heute noch Comics, zum Beispiel moderne Mangas? </strong></span>Nein. Ich komme nicht dazu. Selten greife ich mir mal ein Heft aus dem Regal. Dass ich mir ein Comic gekauft habe, ist bestimmt schon 15 Jahre her.</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Hegen Sie Sympathien für Superhelden oder sind Ihnen die ewigen Verlierer lieber?</strong></span> Natürlich sind mir die Verlierer lieber, die sind interessanter.</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Wie muss ein Superheld beschaffen sein?</strong></span> Damit ich ihn interessant finde, muss er ein Versager sein, zum Beispiel, indem er immer die falschen Leute rettet oder so tolpatschig mit seinen Kräften umgeht, dass die gute Absicht nach hinten losgeht.</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Ihre Knollennasenfiguren erinnern an die Zeichnungen von André Franquin, der u.a. das Masipulami-Äffchen erfunden hat. Ist er Ihr einziges Vorbild?</strong></span> Nein, es gibt viele geniale Zeichner. Albert Uderzo, der Zeichner der Asterix-Comics, zählt dazu. Viele sagen, dass „Asterix und Obelix“ nach dem Tod des Autors René Goscinny schlechter geworden ist. Das kann ich nicht bestätigen, die letzten beiden Hefte sind eine Ausnahme.</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>In „Der Kleine Tod“ erzählen Sie von einem lebenslustigen Sensemann, der es nicht schafft, die Menschen ins Jenseits zu befördern. Wann hatten Sie die Idee dazu?</strong></span> In einer meiner allerersten Serien ging es um eine Reihe von Mönchen, die lange Kutten tragen und ihr Unwesen in Klöstern treiben (Anmerkung der Red.: ein brandaktuelles Thema). Die Mönche sahen so ähnlich wie der Kleine Tod aus. Da war der nächste Schritt nicht weit.</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Als Freiberufler zeichnen Sie auch Werbegrafiken und Comics für Firmen wie Mannesmann. Außerdem entwerfen Sie City-Plakate für Städte wie Hannover und Moskau. Müssen Sie bei Auftragsarbeiten kreative Abstriche machen? </strong></span>Meist nicht, weil Auftraggeber selten konkrete Vorstellungen haben. Ich muss aber zeitliche Abstriche machen: In den vergangenen Jahren habe ich viele City-Plakate entworfen, sodass ich keine Zeit mehr hatte, den vierten Band von „Der Kleine Tod“ fertigzustellen. Daraufhin habe ich böse E-Mails von Comic-Fans bekommen, die auf das nächste Heft warten.</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Sind Sie Pragmatiker oder Idealist?</strong></span> Idealist bin ich, weil ich immer noch „Der Kleine Tod“ zeichne, obwohl er kein Geld einbringt. Pragmatiker bin ich in der Hinsicht, dass ich manchmal auch schlechtere Werbeaufträge annehme, um Geld zu verdienen.</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Gab es schon einmal finanzielle Durststrecken in Ihrer Laufbahn?</strong></span> Oh ja. Nach dem Börsencrash 2001 und 2002 und nach der Finanzkrise hatten die Firmen kein Geld mehr für Zeichner übrig.</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus? Gehen Sie so systematisch ans Werk wie Thomas Mann und arbeiten konsequent ab einer bestimmten Zeit oder sind Sie eher der kreative Typ?</strong></span> Bei mir ist es so wie bei Thomas Mann. Ich arbeite zu einer bestimmten Zeit, liefere aber keine Fließbandarbeit ab, sondern lehne mich auch mal zurück und lache über meine eigenen Figuren.</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Wie lange sitzen Sie an einer Zeichnung wie dem Stadtplakat für Hannover?</strong></span> Ich schätze, das dauert 5 bis 6 Wochen lang mit Recherche und Skizzenarbeit. Nur für das Kolorieren benötige ich 11 Tage bei einer Originalgröße in A1.</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Sie sind Mathematiker. Haben Zahlensysteme und Zeichnungen etwas gemeinsam?</strong></span> In der Mathematik steckt sehr viel Kreativität, zum Beispiel in Hinblick auf die Beweisführung.</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Sie haben den Formel-1-Cartoon „Arni Cassecou“ gezeichnet, obwohl Sie live nie ein Rennen miterlebt haben. Recherchieren Sie nicht, bevor Sie den Stift in die Hand nehmen?</strong></span> Wenn ein paar Autos im Kreis fahren, ist das doch langweilig. Um die Stimmung einzufangen, reicht es doch, das Rennen im Fernsehen zu sehen. Aber mal im Ernst: Recherche ist natürlich klug. Für das große Zoo-Puzzle von HAZ und NP habe ich vorab viele Fotos im Zoo Hannover gemacht.</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Schreibt das wahre Leben die besten Geschichten?</strong> <strong>Mit anderen Worten: Beobachten Sie Ihre Zeitgenossen auf der Limmerstraße?</strong></span> Nein, ich setze mich nicht irgendwo hin und beobachte die Leute. Das ergibt sich zufällig.</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Wie würden Sie Ihren Humor charakterisieren? </strong></span>Mein Humor ist eher leise, also nicht aufdringlich.</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Ihre aktuellen Projekte? </strong></span>Ich stehe in Verhandlungen mit dem Zoo Köln und zeichne ein Linden-Bild.</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Wie viele Zigaretten rauchen Sie am Tag?</strong></span> Ich versuche, das Rauchen auf eine Schachtel pro Tag zu begrenzen.</p>
<p><strong>Simone Niemann</strong></p>
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		<title>der ewige gärtner &#8211; ronald clark</title>
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		<pubDate>Mon, 31 May 2010 22:00:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[im porträt]]></category>
		<category><![CDATA[2010-06]]></category>

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		<description><![CDATA[Im metaphysischen Sinn steht der Garten für die Suche nach dem verlorenen Paradies. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/07/06-38_Juni_SK_10_723.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-8301" title="Ronald Clark oder &quot;Die Wildtulpe&quot;" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/07/06-38_Juni_SK_10_723-300x150.jpg" alt="" width="300" height="150" /></a>Name: Ronald Clark<br />
Beruf: Direktor der Herrenhäuser Gärten<br />
Sternzeichen: Fische, Aszendent Krebs<br />
Familienstand: verpartnert</strong></p>
<p>Ronald Clark hat Gartenbau und Landschaftspflege studiert. Seit April 2005 ist er Direktor der Herrenhäuser Gärten. Zuvor hat er drei Jahre lang das Grünflächenamt Hannover geleitet. Bis 2003 war der 54-Jährige niedersächsischer Landesvorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur. Clark hat verschiedene Gartenbücher geschrieben und ist in Wardenburg bei Oldenburg auf einem Bauernhof aufgewachsen. Er hat vier Brüder.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">1. Schönster Garten auf Erden?</span> Neben den Herrenhäuser Gärten ist das mein Privatgarten in der Oststadt. Dort kann ich machen, was ich will.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">2. Wieso ist der Garten für viele Menschen so wichtig?</span> Im metaphysischen Sinn steht der Garten für die Suche nach dem verlorenen Paradies. Er bietet Menschen die Möglichkeit, im Einklang mit der Natur zu leben. Gleichzeitig ist es ein menschliches Urbedürfnis, die Natur zu gestalten und Nutzen daraus zu ziehen. Ginge es nur um den Nutzen und nicht um die Schönheit, hätten wir einen Acker und keinen Garten.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">3. Wie sehen Ihre Gartenvisionen für ein grünes Hannover 2050 aus? </span>Zunächst ist es wichtig, das Vorhandene zu erhalten und neue, zeitgemäße Anlagen zu schaffen. Schön wäre es, wenn alle Hannoveraner den Garten als Freude begreifen könnten. Die offene Pforte fördert die Gartenleidenschaft jedenfalls.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">4. 465.000 Besucher flanierten 2009 durch die Anlagen – 30 000 mehr als im Vorjahr. Wie erklären Sie die Entwicklung? </span>Das ist ein Ergebnis von gutem und langfristigem Marketing. Das Wetter war auch günstig, und unsere Ausstellungen waren erfolgreich, zum Beispiel die Orchideenausstellung.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">5. Läuft der kaufmännische Betrieb der Herrenhäuser Gärten rund?</span> Im Rahmen der Haushaltskonsolidierung mussten wir die Eintrittspreise erhöhen. Nur so konnte ein Stellenabbau verhindert werden, und nur so kann der hohe Standard aufrechterhalten werden. Der Eintrittspreis beträgt jetzt 5 Euro für Erwachsene, Kinder bis 12 Jahren haben freien Zugang. Damit liegen wir preislich weiterhin in einem guten Mittelfeld.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">6. Wie viele Angestellte sind täglich damit beschäftigt, die Gärten auf Vordermann zu bringen? </span>90 Personen kümmern sich um Pflege und Instandhaltung, neben den Gärtnern auch Elektriker.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">7. Was ist einzigartig an den Herrenhäuser Gärten? </span>Der Große Garten zählt zu den wenigen barocken Gärten in Deutschland, die in ihrer  historischen Grundstruktur erhalten geblieben sind. Einmalig ist das dreigliedrige Ensemble mit dem Großen Garten als Barockgarten, dem Georgengarten als Landschaftsgarten und dem Berggarten als botanischem Garten. Der Georgengarten wurde auch nie, wie es oft in anderen Städten geschieht, zugunsten baulicher Maßnahmen reduziert. Die Herrenhäuser Gärten gehören der Stadt und nicht dem Land oder einer Stiftung. Das ist ein Grund, warum sich die Hannoveraner so stark damit identifizieren. Wo gehen sie mit den Verwandten von außerhalb hin? In die Gärten.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">8. Mit wem wären Sie am liebsten durch die Gärten flaniert: mit Kurfürstin Sophie, mit Händel, Leibniz oder mit Georg I., dem englischen König? </span>Mit Sophie. Ohne sie würde es den Großen Garten nicht geben. Sie hat den Hof zum Musen- und Wissenschaftshof gemacht und dafür gesorgt, dass Händel und Leibniz nach Hannover gekommen sind. Außerdem war sie die Mutter von Georg und sicher interessanter als ihr Sohn, der König.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">9. Parks, Friedhöfe, Gärten. Welche Grünanlagen gefallen Ihnen?</span><span style="color: #ff0000;"> Haben Sie Tipps für unsere Leser?</span> Da brauchen wir eine Extra-Ausgabe! In Hannover ist die Atmosphäre im Stadtpark wunderschön. 1951 fand dort die erste Bundesgartenschau statt. Vaux-le-Vicomte in Frankreich ist ein perfekter Barockgarten, er war Vorbild für Versailles. In China ist der Garten des Meisters der Netze in Suzhou eine großartige Anlage, aber auch in Japan und England gibt es herrliche Gärten.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">10. Königin der Blumen?</span> Das ändert sich im Jahresverlauf. Zurzeit ist es die Tulpe. Generell sind es Rosen, Phlox, Strauchpfingstrosen und die Christrose im Winter. Die Funkie liebe und sammle ich.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">11. Lieblingsarbeiten im Garten? </span>Das Pflanzen. Das Planen. Und das sogenannte Rummuckeln: Am liebsten gehe ich mit einer Tasse Tee durch den Garten, zupfe hier und dort ein bisschen, und genieße die Schönheit.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">12. Lieblingsplatz im Garten? </span>Im Frühjahr ist das ein besonderer Sonnenplatz, und im Sommer ist es der Platz im Schatten unter dem Apfelbaum.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">13. Beste Jahreszeit, um den Garten zu genießen? </span>Der Frühling, solange das Laub noch hellgrün ist. Im Mai liebe ich den Geruch im Georgengarten, sobald die Zieräpfel blühen.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">14. Schönster Duft?</span> In der Nacht sind es die Mondviolen, die im Mai blühen und von nachtaktiven Insekten bestäubt werden.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">15. Schönster Moment im Garten? </span>Die blaue Stunde nach dem Sonnenuntergang: wenn Frühlingsblumen wie Rittersporn, Scilla und Blue Bells in der Dämmerung blau leuchten und die Natur Luft holt. Diese Stimmung ist einfach toll. Im Großen Garten ist die blaue Stunde bis Anfang Juni zu spüren.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">16. Mit welcher Pflanze würden Sie sich vergleichen?</span> Früher wurde ich mit einer Wildtulpe verglichen, die ist nicht so hochgezüchtet. Eine Edelrose bin ich nicht &#8230; das ist schwierig.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">17. Bei Facebook stellen Sie auf der Seite der Herrenhäuser Gärten Gedichte online. Werden Sie poetisch, wenn die Natur aus dem Winterschlaf erwacht? </span>Ja, aber nicht nur im Frühling. Ich liebe Gartengedichte und finde die Idee, Facebook als Medium für den Garten zu nutzen, interessant. Zurzeit gibt es erst 200 Freunde der Herrenhäuser Gärten im Netz. 56 Prozent davon sind Frauen.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">18. Frühe Kindheitserinnerungen in Bezug auf  Natur? </span>Als 6-Jähriger habe ich bei der Strohernte mitgeholfen: Auf dem gemähten Feld ließen wir einen selbstgebauten Drachen steigen &#8230; große Freiheit. Und ich erinnere mich an die eingekochte Marmelade der Nachbarn, die besser geschmeckt hat als unsere.</p>
<p><strong>Simone Niemann</strong></p>
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		<title>der mann ohne parteibuch</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Apr 2010 22:00:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[im porträt]]></category>
		<category><![CDATA[2010-05]]></category>

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		<description><![CDATA[Hinter vorgehaltener Hand galt der Mann mit dem widerspenstigen Schnauzbart bei Kollegen immer als Paradiesvogel: „Das war mein inoffizieller Spitzname, nicht nur, weil ich gern Colucci-Pullover getragen habe, sondern auch wegen meines bunten Lebensweges.“]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/Volker_72.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-7472" title=" Prof. Dr. Volker Lessing" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/Volker_72-270x300.jpg" alt="" width="270" height="300" /></a>Name: Prof. Dr. Volker Lessing, ehemaliger Präsident des Amtsgerichts Hannover<br />
Alter: 66<br />
Familienstand: verheiratet, zwei Söhne<br />
Sternzeichen: Widder</strong></p>
<p><strong>Kurz nachgefragt&#8230;</strong><br />
<span style="color: #ff0000;">1) Welche Farbe hat Gerechtigkeit?</span> Da würde ich auf Lila tippen, die Lieblingsfarbe meiner Frau.<br />
<span style="color: #ff0000;">2) Warum geht es in der Welt nicht immer gerecht zu?</span> Weil das Leben bunt ist, weil es Egoisten gibt und weil Chancen und Fähigkeiten ungleich verteilt sind.<br />
<span style="color: #ff0000;">3) Warum müssen Menschen sich ständig streiten?</span> Diese Frage stelle ich mir häufig. Ich frage mich, warum sich Menschen wegen zwölf Euro streiten. Ich bin eher ein Harmonie-Typ.<br />
<span style="color: #ff0000;">4) Wann ist eine Notlüge erlaubt?</span> Wenn sie einem Menschen hilft, der in Not ist.<br />
<span style="color: #ff0000;">5) Warum ist es so schwer, Gesetzestexte zu begreifen?</span> Juristen haben den Hang dazu, einfache Sachverhalte kompliziert zu machen. Dass liegt vielleicht auch daran, dass einige Menschen glauben, dass es ausreicht, wenn nur die Juristen wissen, wovon sie reden.<br />
<span style="color: #ff0000;">6) Suchen Sie als Jurist überall nach dem Haar in der Suppe?</span> Nein. Im Gegenteil: Ich bin großzügiger geworden.<br />
<span style="color: #ff0000;">7) Ist es schwierig einem Menschen Recht zu geben, der unsympathisch ist?</span> Selbstverständlich spielen im Gespräch auch Vorurteile eine Rolle. Ich hoffe aber, dass die Entscheidung davon unabhängig ist.<br />
<span style="color: #ff0000;">8)  Muss Justitia blind sein, also darf sie nicht auf das Ansehen einer Person achten, um ein Urteil fällen zu können? </span>Justitia darf nicht blind sein, sondern muss offene Augen für die Gesellschaft haben. Aber sie muss davon absehen, ob jemand arm oder reich ist.<br />
<span style="color: #ff0000;">9) Muss ein Richter auch seinen gesunden Menschverstand einsetzen? </span>Das ist zwingend. Ein Richter sollte ein Gefühl für soziale Spannungen haben.<br />
<span style="color: #ff0000;">10) Welche menschlichen Eigenschaften sind für die Wahrheitsfindung hinderlich?</span> Bequemlichkeit und Vorurteile.<br />
<span style="color: #ff0000;">11) Ist die Wahrheit abstrakt oder konkret</span>? Die Wahrheit ist relativ.<br />
<span style="color: #ff0000;">12) Hat ein Angeklagter Sie schon einmal zur Weißglut getrieben? </span>Nein. Das ist die vornehmste Fähigkeit eines Richters, dass er Ruhe bewahrt. Das ist aber nicht immer einfach.<br />
<span style="color: #ff0000;">13) Gibt es zwischen Ihnen und Gotthold Ephraim Lessing eine Verbindung?</span> Ja, ein verwandtschaftliches Verhältnis existiert.<br />
<span style="color: #ff0000;">14) Ihre erste Platte?</span> Das Violinkonzert von Beethoven, gespielt von Yehudi Menuhin.<br />
<span style="color: #ff0000;">15) Ihre erste Liebe?</span> Meine Jugendliebe – meine Frau.</p>
<p>Nein, einen Präsidenten habe ich mir anders vorgestellt – jugendlich wirkt dieser Mann, aber nicht wie eine graue Eminenz in steifem Rock: Volker Lessing begrüßt mich mit offenem Lächeln und beherztem Handschlag in seinem Büro. In den vergangenen zehn Jahren hat der Doktor der Ju-risprudenz in diesem Zimmer gearbeitet, doch einen galoppierenden Amtsschimmel kann ich nicht entdecken. Stattdessen steht eine kreischbunte Vogelskulptur direkt vor seinem Schreibtisch – ein Geschenk seiner Frau Roswitha. „Der Geier ist eine Mahnung für mich, nicht in Ehrfurcht zu erstarren“, erklärt Lessing, der morgen seinen 66. Geburtstag feiert und in Pension geht. Von den rund 750 Mitarbeitern, die er als Präsident des Amtsgerichts Hannover geführt hat, wird er sich verabschieden müssen. Doch bleiben wird hoffentlich der Stempel, den er dem Justiz- und Verwaltungsapparat mit einer offenen Gesprächskultur aufgedrückt hat. Bleiben wird auch der Verein Kultur und Justiz am Raschplatz, der Ausstellungen und Theater im Gericht organisiert. Lessing ist Mitbegründer dieser wohltätigen Initiative. Hinter vorgehaltener Hand galt der Mann mit dem widerspenstigen Schnauzbart bei Kollegen immer als Paradiesvogel: „Das war mein inoffizieller Spitzname, nicht nur, weil ich gern Colucci-Pullover getragen habe, sondern auch wegen meines bunten Lebensweges.“</p>
<p>Lessing wurde kurz vor dem Ende des Krieges auf der Flucht geboren: mitten im Wald, im Südharz, während eines Bombenangriffs. Bis sein Vater, ein leitender Angestellter, aus der Gefangenschaft zurückkehrte, lebte er mit seiner Mutter und drei älteren Geschwistern in einer Barackensiedlung in Lauenförde. Die musische Erziehung kam trotzdem nicht zu kurz. „Mit fünf Jahren habe ich Geige gelernt. Die Bauern haben immer skeptisch geguckt, wenn ich mit dem Instrument durchs Dorf gegangen bin“, sagt Lessing. Die Erfahrung der Armut habe ihn geprägt, aber auch das Erlebnis, anders als die anderen zu sein.</p>
<p>Der Experte für Familien- und Erbrecht, der zusammen mit Gerhard Schröder studiert hat  und nur sieben Semester bis zum Staatsexamen brauchte, hat sich schon früh für die Resozialisierung von Strafgefangenen und kreative Therapieansätze für Psychiatriepatienten eingesetzt. „Ich habe ein Faible für Menschen, die eine Schwäche haben“, sagt Lessing, der unter anderem als Amtsrichter und Vorsitzender Richter am Landgericht tätig gewesen ist sowie als Dozent an der Universität Hannover und Rektor an der FH Hildesheim.</p>
<p>1999 wurde der Mann ohne Parteibuch, der in seiner Jugend für Sartre und Camus geschwärmt hat, von der damaligen SPD-Regierung zum Präsidenten des Amtsgerichts ernannt. „Es war mir eine Ehre und ein besonderes Vergnügen“, sagt Lessing im Rückblick und freut sich auf einen angenehmen Lebensabend, den er zusammen mit seiner Frau auf einem Bauernhof am Dümmer See verbringen will. Recht und Ordnung werden dort nur noch an zweiter Stelle stehen.</p>
<p><strong>Simone Niemann</strong></p>
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		<title>der grenzgänger</title>
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		<pubDate>Wed, 31 Mar 2010 22:00:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[im porträt]]></category>
		<category><![CDATA[2010-04]]></category>

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		<description><![CDATA[„Wir sind kein bloßer katholischer Think Tank. Schützenhilfe ist nicht unsere Aufgabe. Das Institut bietet Wissenschaftlern einen intellektuellen Freiraum. Wir diskutieren über religiöse, agnostische und atheistische Argumente.“]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/16-18_Stadtkind_April_10_721.jpg"><img class="size-medium wp-image-7009 alignright" title="Prof. Dr. Jürgen Maneman" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/16-18_Stadtkind_April_10_721-240x300.jpg" alt="" width="240" height="300" /></a>Name: Prof. Dr. Jürgen Manemann,  46<br />
Beruf: Direktor des Forschungsinstituts für Philosophie Hannover<br />
Familienstand: verheiratet<br />
Sternzeichen: Waage</strong></p>
<p><strong>Kurz nachgefragt&#8230;</strong><br />
<em><span style="color: #ff0000;">1. Zentraler Unterschied zwischen Protestanten und Katholiken?</span> </em>Ich habe kürzlich den Satz gelesen: Protestanten haben Fehler, Katholiken machen Fehler.<br />
<span style="color: #ff0000;"><em>2. Was ist Menschenwürde? Wird Frauen, die eine Burka tragen, die Würde geraubt? </em></span>Menschenwürde kann nicht geraubt werden, ihr kann aber die Anerkennung verwehrt werden.<br />
<em><span style="color: #ff0000;">3. Was ist Nächstenliebe?</span> </em>Nächstenliebe ist die Liebe zu dem Menschen, der Hilfe braucht, unabhängig davon, ob er mit mir verwandt oder mein Nachbar ist.<br />
<span style="color: #ff0000;"><em>4. Was bedeutet der Begriff „aktiver Nihilismus“?</em> </span>Aktiver Nihilismus ist die Unfähigkeit, das emphatische Nein zum Nichtsein des Anderen sprechen zu können – sogar um den Preis des eigenen Nichtseins.<br />
<span style="color: #ff0000;"><em>5. Was heißt „Terrorrationalität“?</em> </span>Die Rationalität des Terrors besteht darin, nicht rational, also unvorhersehbar, zu sein.<br />
<span style="color: #ff0000;"><em>6. Sind nicht alle Kriege Glaubenskriege?</em></span> Nicht alle Kriege sind Glaubenskriege, aber jeder Krieg ist ein Bruderkrieg.<br />
<em><span style="color: #ff0000;">7. Gehören Glaube und Fanatismus nicht zusammen?</span> </em>Der Glaube ist nicht ohne Zweifel, während Fanatismus Zweifel ausschließt.<br />
<span style="color: #ff0000;"><em>8. Wo ist der Unterschied zwischen islamistischen Gotteskriegern und christlichen Kreuzfahrern?</em> </span>Der islamistische Gotteskrieger lebt in der Moderne, während der christliche Kreuzfahrer ein Produkt der Vormoderne ist.<br />
<em><span style="color: #ff0000;">9. Hat die Sünde ein Image-Problem in der westlichen Welt?</span> </em>Ja, sie ist zur bloßen Schuld regrediert.<br />
<span style="color: #ff0000;"><em>10. Philosophischer Meilenstein?</em></span> Eine Erkenntnis Hegels: „Das Bekannte überhaupt ist darum, weil es bekannt ist, nicht erkannt.“<br />
<em><span style="color: #ff0000;">11. Popkultureller Meilenstein?</span> </em>Bob Dylan.<br />
<em><span style="color: #ff0000;">12. Was fällt Ihnen zu Nietzsche ein?</span> </em>Wohin ist Gott? Wohin ist der Mensch?<br />
<em><span style="color: #ff0000;">13.Welches Bild haben Sie als Kind von Gott gehabt?</span> </em>Das Bild vom liebenden Großvater.</p>
<p>Seit Oktober ist Jürgen Manemann Direktor des Forschungsinstituts für Philosophie Hannover (FIPH), einer katholischen Stiftung, die vom Bistum Hildesheim getragen wird. Im FIPH, das in der Gerberstraße 26 zu finden ist, beschäftigen sich internationale Geisteswissenschaftler mit den zentralen Problemen der heutigen Zeit und beziehen diese auf die philosophischen Grundfragen „Wer ist der Mensch?“ und „Was können wir wissen, tun und hoffen?“.</p>
<p>Manemann, der in Münster Katholische Theologie studiert hat und dort im Jahr 2000 im Fach Fundamentaltheologie (Grundlagenwissenschaft der Gotteslehre) habilitiert wurde, betont, dass das FIPH eine unabhängige Institution sei, in der über religiöse Grenzen hinweg über philosophische Fragen gesprochen werde: „Wir sind kein bloßer katholischer Think Tank. Schützenhilfe ist nicht unsere Aufgabe. Das Institut bietet Wissenschaftlern einen intellektuellen Freiraum. Wir diskutieren über religiöse, agnostische und atheistische Argumente.“</p>
<p>Manemann, der in Lingen geboren wurde, ist seit seiner Kindheit gläubiger Katholik. Glaube beinhaltet für ihn nicht, sich von weltlichen Problemen fernzuhalten oder von allem Irdischen zu befreien. Glaube ist vielmehr mit dem Vermögen und der Freiheit verbunden, etwas in der Welt zu bewegen. Der 46-jährige Professor, der in Münster und Erfurt gelehrt hat, ist in einem bürgerlichen Elternhaus aufgewachsen. „Ich komme aus einer katholischen Enklave im Emsland, einem schwarzen Nest. Wer von dort kommt, kommt von sehr weit her“, sagt Manemann und lacht.</p>
<p>Bereits als Jugendlicher sei er in christlichen Gruppen wie der Anti-Atomkraft- und Friedensbewegung aktiv gewesen. „Obwohl unser Pfarrer politisch eine andere Meinung hatte als wir, verteidigte er uns nach außen und nahm uns in Schutz. Die Kirche hat mir Freiheit ermöglicht. Diese Erfahrung hat mich geprägt.“</p>
<p>1983 lebte Manemann drei Monate lang mit seiner damaligen Jugendfreundin und heutigen Frau Birgit in einem Kibbuz und lernte dort Holocaust-Überlebende und -Angehörige kennen. In Israel sei ihm bewusst geworden, was es heiße, ein Deutscher zu sein. Anschließend habe er sich mit den Fragen einer Theologie nach Auschwitz befasst und seine Doktorarbeit über den Nationalsozialismus bei Johann Baptist Metz geschrieben, dem Begründer der politischen Theologie.</p>
<p>„Als Fundamentaltheologe stehe ich an der Grenze zwischen Kirche und Welt. Ich vermittle nach außen, was den Glauben ausmacht, und trage wichtige Fragen in die Kirche“, sagt Manemann, der Gastredner internationaler Kongresse ist und mit seiner Familie zurzeit noch in Lüdinghausen wohnt. Der Mann mit dem smarten Lächeln freut sich sehr auf das Festival der Philosophie, das im April zum zweiten Mal von der Stadt ausgerichtet wird und an dem sich das FIPH beteiligt. Am Wochenende geht der 46-Jährige gern mit dem Hund spazieren oder spricht mit seinem Sohn Thilo. Der 11-Jährige interessiert sich gerade für die Jenseitsvorstellungen im Buddhismus.<br />
<strong><br />
Simone Niemann</strong></p>
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		<item>
		<title>die tiersitterin – angela kruth</title>
		<link>http://www.stadtkind-hannover.de/2010/03/die-tiersitterin-%e2%80%93-angela-kruth/</link>
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		<pubDate>Sun, 28 Feb 2010 22:00:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Manuela Sender</dc:creator>
				<category><![CDATA[im porträt]]></category>
		<category><![CDATA[2010-03]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Aras kreischen putzfidel im Käfig, der alte Nasenbär Manolo macht Kletterübungen, und die Gürteltiere Fred und Wilma Feuerstein halten neugierig ihre Rüssel in die Höhe, denn Angela Kruth gibt ihnen gerade ein paar leckere Rosinen zu fressen. Die Tierpflegerin arbeitet seit zehn Jahren im Erlebnis-Zoo Hannover...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/04/die-tiersitterin.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-6457" title="Die Tiersitterin" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/04/die-tiersitterin.jpg" alt="" width="263" height="162" /></a>Name: Angela Kruth<br />
Alter: 29<br />
Beruf: Tierpflegerin<br />
Familienstand: ledig<br />
Sternzeichen: Widder</strong></p>
<p>An einem bitterkalten Morgen im Februar ticken auch die Uhren im Erlebnis-Zoo Hannover etwas langsamer: In Afrika ist der Sambesi zugefroren, und Sonnenanbeter wie Löwen und Flamingos sind nicht im Gehege zu sehen. Stattdessen nutzen Enten den vereisten Fluss als Highway, um zur nächsten Futterstelle zu watscheln und hinterlassen dabei eindrucksvolle Spuren im Schnee. Natürlich ist die Ruhe trügerisch. Hinter den Kulissen herrscht reges Treiben, schließlich müssen rund 2.235 Tiere versorgt, gefüttert, gemessen und gewogen werden.</p>
<p>Auch in der Showarena ist viel los: Die Stars der täglichen Veranstaltung werden für ihren Auftritt vorbereitet, doch deren Lampenfieber scheint sich in engen Grenzen zu halten. Die Aras kreischen putzfidel im Käfig, der alte Nasenbär Manolo macht Kletterübungen, und die Gürteltiere Fred und Wilma Feuerstein halten neugierig ihre Rüssel in die Höhe, denn Angela Kruth gibt ihnen gerade ein paar leckere Rosinen zu fressen. Die Tierpflegerin arbeitet seit zehn Jahren im Erlebnis-Zoo Hannover und trainiert in der Showarena zusammen mit ihren Kollegen Detlef, Kerstin und dem Azubi Carsten verschiedene Arten, zum Beispiel den Lannerfalken Karim, den Uhu Karl-Heinz, die Stinktiere Thymian und Lavendel und die Tigerpython Moses Junior. „Ein Tier entscheidet im Grunde allein, ob es für die nächste Show eingesetzt wird oder nicht“, sagt die 29-Jährige, die im Laufe der Jahre ein feines Gespür für ihre Zöglinge entwickelt hat. „Wenn Nasenbär Manolo schlecht drauf ist, bleibt er in seinem Käfig und schläft. Im Winter ist das oft der Fall, weil er keine kalten Füße mag.“</p>
<p>So wie der Mensch, habe auch jedes Tier seinen eigenen Kopf und Charakter und verhalte sich bei Übungen je nach Verfassung und Witterung mal aufmerksam und lernwillig oder faul und begriffsstutzig. Deshalb verlaufen die Shows nicht immer nach Plan: Ara Inka, der wie die anderen Papageien frei über das Gelände fliegen kann, habe zum Beispiel schon einen Ausflug in die List unternommen, nachdem er von einem Flugzeugmotor aufgeschreckt wurde. Und das Gürteltier Fred Feuerstein habe sich einmal bei einer Publikumsveranstaltung in ein tiefes Loch eingegraben, statt den Anweisungen der Trainerin zu folgen. Später musste der gepanzerte Geselle dann mit dem Spaten aus der Erde befreit werden. „Normalerweise hören unsere Gürteltiere auf ihre Namen, aber sie lassen sich eben auch gern ablenken, wenn sie ein Leckerli wie eine Nacktschnecke entdecken“, sagt Kruth, die in einem Dorf in Mecklenburg-Vorpommern aufgewachsen ist und ihre Ausbildung im Rostocker Zoo absolviert hat. „Wichtig ist, dass mit den Tieren kein Zirkus gemacht wird, sondern dass sie artgerecht behandelt werden. Die Show ist wie Biologieunterricht zum Anfassen. Die Zuschauer erfahren dabei viel über die Lebensweise der Arten.“</p>
<p>Mit ihrem naturverbundenen Beruf und der grünen Wahlheimat Hannover ist die 29-Jährige, die in der List wohnt, zufrieden. Auch privat begleiten sie ein paar tierische Genossen. Wenn Kruth abends von der Arbeit kommt, versorgt sie zu Hause die beiden mongolischen Wüstenrennmäuse Brunhilde und Ursula sowie drei namenlose Tausendfüssler: „Es ist sehr entspannend, sie im Terrarium zu beobachten.“</p>
<p><strong><br />
Kurz nachgefragt&#8230;</strong></p>
<p><span style="color: #ff0000;"><em>1. Dein bester Freund im Zoo?</em></span> Das ist meine Kollegin Kerstin, aber die Papageiendame Inka, ein Ara, ist mir auch sehr ans Herz gewachsen.</p>
<p><em><span style="color: #ff0000;">2. Lieblingsplatz im Zoo…? </span></em>Die Showarena.</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><em>3. …und in Hannover? </em></span>Der Maschpark.</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><em>4. Was können wir von Tieren lernen? </em></span>Menschen sind Universaldilettanten, ganz im Gegensatz zu den Tieren, das sind Spezialisten.</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><em>5. Sprichst du mit den Tieren? </em></span>Ja, ich spreche mit ihnen, gebe akustische Kommandos, mache aber auch Zeichen.</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><em>6. Haben Tiere auch mal ihre Tage? </em></span>Ja. Sie haben Phasen, in denen sie ganz eigene Pläne haben.</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><em>7. Wann hast du dich zuletzt tierisch vergnügt? </em></span>Beim Musical „Tanz der Vampire“ in Oberhausen.</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><em>8. Welches Buch liest du gerade? </em></span>„Jane Eyre“ von Charlotte Brontë.</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><em>9. Schönste Liebesszene im Kino? </em></span>Die letzte Szene aus „Anna und der König“: der gemeinsame Tanz.</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><em>10. Welche Musik hörst du? </em></span>Ich mag Grönemeyer. Und die nächste CD von Peter Maffay werde ich mir auch kaufen.</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><em>11. Bester TV-Comedian?</em></span> Ralf Schmitz.</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><em>12. Hast du einen Schuh-Tick?</em></span> Nein, ich gehe nicht gern shoppen. Aber Schuhe kaufe ich mir schon hin und wieder.</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><em>13. Worauf sollten Zoobesucher achten?</em></span> Sie sollten die Tiere beobachten, das entspannt ungemein.</p>
<p><strong><br />
Simone Niemann</strong></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>der avantgardist</title>
		<link>http://www.stadtkind-hannover.de/2010/02/der-avantgardist/</link>
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		<pubDate>Sun, 31 Jan 2010 22:00:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[im porträt]]></category>
		<category><![CDATA[2010-02]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist Meiers Passion, zu ergründen und vermitteln, wie die Musik des 21. Jahrhunderts klingt. Aber welche Töne bringen die menschlichen Erfahrungen im neuen Jahrtausend am besten auf den Punkt?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/der-avantgardist.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-7767" title="Stephan Meier" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/der-avantgardist-252x300.jpg" alt="" width="252" height="300" /></a><strong>Name: Stephan Meier<br />
Alter: 43<br />
Beruf: Musiker<br />
Familienstand: verheiratet, zwei Kinder<br />
Sternzeichen: Fische</strong></p>
<p><strong>Kurz nachgefragt&#8230;</strong><br />
<span style="color: #ff0000;">1) Philosophie des Neuen Ensembles? </span>Neue Musikerlebnisse in zeitloser Schönheit zu vermitteln.<br />
<span style="color: #ff0000;">2) Welchen Politiker würden Sie als Konzertmeister für Das Neue Ensemble buchen? </span>Richard von Weizsäcker.<br />
<span style="color: #ff0000;">3) Schönstes Kompliment? </span>„Klingt gut.“<br />
<span style="color: #ff0000;">4) Traumprojekt, für das das Geld nicht reicht? </span>„stimmen“ im Neuen Rathaus 2011.<br />
<span style="color: #ff0000;">5) Mit welchem Instrument wird Melancholie am besten ausgedrückt? </span>Mit der singenden Säge.<br />
<span style="color: #ff0000;">6) Sind Sie eher ein Moll- oder ein Dur-Typ?</span> Ein Ohne-Raster-Typ.<br />
<span style="color: #ff0000;">7) Zweite Leidenschaft neben der Musik? </span>Fußball. Der SV Borussia Hannover.<br />
<span style="color: #ff0000;">8 ) Hören Sie heimlich Robbie Williams? </span>Ich höre Udo Lindenberg, aber nicht nur heimlich.<br />
<span style="color: #ff0000;">9) Ist Kunst ein Ersatz für Religion?</span> Nein, ein anderer Anlass.<br />
<span style="color: #ff0000;">10) Was ist schön? </span>Das Gute, Wahre und Neue.<br />
<span style="color: #ff0000;">11) Was sagen Sie zu Stockhausens Ausspruch, der Terroranschlag auf das World Trade Center sei ein Akt großer Kunst? </span>Man sollte Schicksal nicht mit Kunst oder Marketing verwechseln.<br />
<span style="color: #ff0000;">12)Was ist DaDa? </span>Ein Abstraktionsversuch der Moderne.</p>
<p>In der Alten Grammophonfabrik im Edwin-Oppler-Weg 5 wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts die ersten Tonträger für klassische Musik produziert. Heute ist das Gebäude die Wirkungsstätte von Stephan Meier, dem Vorsitzenden des Vereins „Musik 21“ und Leiter des Neuen Ensembles. Es ist Meiers Passion, zu ergründen und vermitteln, wie die Musik des 21. Jahrhunderts klingt. Aber welche Töne bringen die menschlichen Erfahrungen im neuen Jahrtausend am besten auf den Punkt?</p>
<p>Bevor der 43-Jährige diese Frage beantworten konnte, musste er sich während seines Studiums an der Hochschule für Musik und Theater selbst auf die Suche begeben. „Bach ist zu Fuß von Weimar nach Lübeck gelaufen, und so hören sich seine Kompositionen auch an – barock und wie 365 Tage Weihnachten im Jahr“, sagt Meier. „Ich habe nach Klängen gesucht, die die Lebenswelt von heute widerspiegeln und nicht die von Bach oder Beethoven.“ Ein Erweckungserlebnis hatte Meier, als er zum ersten Mal „Kontakte“ hörte, eine elektronische Komposition von Karlheinz Stockhausen. In Stockhausens Werken habe Meier Prozesse entdeckt, die als Zeichen der Zeit gedeutet werden könnten. Diese Töne und Geräusche sind für den Zuhörer nicht immer eingängig, weil sie unvorhersehbar, plötzlich und verstörend wirken und die Kontinuität von Raum und Zeit sprengen.</p>
<p>Der gebürtige Lübecker stammt aus bürgerlichem Haus und hat am Gymnasium Katharineum, das schon Thomas Mann besucht hat, sein Abitur abgelegt. In Hannover und Den Haag hat der Musiker Schlagzeug, Klavier und Dirigieren studiert. Außerdem hat er gelernt, die javanische Gamelan und indische Tabla zu spielen, und besuchte unter anderem Kurse bei Pierre Boulez, Diego Masson und Peter Eötvös. An der Hochschule für Musik und Theater war Meier der Erste, der sich für sein Diplom „Schlagzeug solo“ die Partitur „Zyklus“ von Stockhausen aus der Bibliothek besorgt hat. Beim Erlernen des Stücks konnten ihm die Dozenten allerdings nicht helfen: Sie konnten die grafische Partitur von Stockhausen, die nicht auf Noten, sondern auf Symbolen basiert, nicht lesen. Meier musste die Niederschrift allein dechiffrieren und orientierte sich dabei an Hörbeispielen des Meisters, den er später auch persönlich kennengelernt hat.</p>
<p>Das Neue Ensemble, das Meier 1993 gründete, um der zeitgenössischen Musik in Hannover eine Stimme zu geben, feiert als Gast zahlreicher Festivals zwischen Riga und Amsterdam Erfolge und erhielt 2005 den Inventio-Preis des Deutschen Musikrats für innovative Programmkonzeption. Die Konzerte, Spielstätten und Aktionen des Kammerensembles sind oft ungewöhnlich. So konnte das Publikum die Künstler im DaDaBus auf den Spuren von Kurt Schwitters erleben oder einer „Moonlight Serenade“ als Sternenkomposition unter freiem Himmel lauschen. Und wer Das Neue Ensemble kennt, weiß, dass ihn beim „Neujahrskonzert à la Valentin“ in der Üstra-Remise alle 15 Minuten ein zünftiger Marsch geblasen wird oder dass er im Tango Milieu Tangos hört, nach denen er nicht tanzen kann. Live bringen die Musiker Werke von Stockhausen, John Cage, Johannes Schöllhorn oder Gérard Grisey auf die Bühne. Meier komponiert aber auch eigene Stücke wie „Berggartenmusik“, das zur Eröffnung der Festwochen Herrenhausen 2009 uraufgeführt wurde, oder „Spiel“, das er im Auftrag der Bundesregierung zur FIFA-WM 2006 geschrieben hat.</p>
<p>Das jüngste Projekt des 43-Jährigen, der mit seiner Familie in der List wohnt, können Interessierte ab dem 16. Mai auf dem Platz der Weltausstellung in der Innenstadt erleben. Zum Geburtstag der Expo 2000 wird dort die Klanginstallation „Sixteen Daily Experiences“ aufgebaut, bei der aus 16 Stelen neue Werke von 16 Komponisten zu hören sind. Ob die Hannoveraner reif für Meiers „Musik 21“ sind oder ob die Installation in ihren Ohren wie Zukunftsmusik klingt, wird sich dann zeigen. Für Meier ist jedenfalls klar: „Das ist die Klassik von morgen, darauf können Sie Gift nehmen.“</p>
<p><strong>Simone Niemann</strong></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Das Auge &#8211; Nils Loof</title>
		<link>http://www.stadtkind-hannover.de/2009/10/das-auge-nils-loof/</link>
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		<pubDate>Wed, 30 Sep 2009 22:00:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[im porträt]]></category>
		<category><![CDATA[2009-10]]></category>

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		<description><![CDATA[Zwei Jahre lang hat er an dem Haarmann-Film, der 2010 vom NDR gesendet wird, gearbeitet, hat zusammen mit den Co-Autoren Maimona Id und Tobias Premper recherchiert, sämtliche Literatur zum Fall des Massenmörders gesichtet und im Landes- und Stadtarchiv nach alten Akten gekramt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2009/11/NETZ_38-88.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-5662" title="Nils Loof" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2009/11/NETZ_38-88-300x268.jpg" alt="Nils Loof" width="300" height="268" /></a>Name: Nils Loof<br />
Beruf: Autor und Regisseur<br />
Alter: 38<br />
Sternzeichen: Schütze<br />
Familienstand: ledig<br />
Online-Community: MySpace</p>
<p>Die letzte Klappe für die TV-Doku „Puppenjungs &#8211; Der Fall Haarmann“ ist gefallen und Regisseur Nils Loof ist zufrieden. Er sitzt am Schreibtisch seines schönen und geräumigen Büros im Tiedthofkomplex, wirkt entspannt und beobachtet mich mal neugierig, mal skeptisch und distanziert. Zwei Jahre lang hat er an dem Haarmann-Film, der 2010 vom NDR gesendet wird, gearbeitet, hat zusammen mit den Co-Autoren Maimona Id und Tobias Premper recherchiert, sämtliche Literatur zum Fall des Massenmörders gesichtet und im Landes- und Stadtarchiv nach alten Akten gekramt. In diesem Sommer war die Geschichte über den „Werwolf von Hannover“ nun endlich filmreif und wurde mit 100 Darstellern und einem 30-köpfigen Team in 15 Tagen an Schauplätzen in der Stadt und Region gedreht. Herauskommen wird am Ende ein 43-minütiges Doku-Drama, das von jenen Aspekten handelt, die Loof am Fall Haarmann am meisten interessieren – zum Beipiel die Beziehung des Serienkillers zu seinem jugendlichen Freund und Helfer Hans Grans sowie Moral und Gesellschaft in Hannover zu Beginn des 20. Jahrhunderts. „Wir haben Theodor Lessing* als Sprachrohr benutzt, um nicht so zu tun, als sei das Ganze objektiv“, sagt Loof, „bestimmte Szenen wurden nachgespielt, aber wir wissen natürlich nicht, ob sie sich tatsächlich so ereignet haben.“ Der 38-Jährige, der wie Franziska Stünkel Drehbuch und Regie an der Kunsthochschule in Kassel studiert hat, interessiert sich seit seinem zwölften Lebensjahr für bewegte Bilder. „Auslöser war der Film ‚Zur Sache, Schätzchen’“, sagt Loof und lacht, „anschließend habe ich Daumenkinos gezeichnet – meist Autorennen – und mit 18 Jahren habe ich mit meiner ersten Videokamera und einigen Freunden absurde Geschichten gedreht.“ Bei Kritikern kam das so gut an, dass Loof beim zweiten Up- and Coming- Festival einen Förderpreis gewann. Mittlerweile wurde der Regisseur, der auch als Kameramann tätig gewesen ist und ab dem Wintersemester an der FH dozieren wird, mit18 internationalen Preisen für seine Kurzfilme ausgezeichnet, die in über 30 Ländern gezeigt wurden. Loofs Arbeit wird unter anderem von der Stadt und dem Land gefördert, schließlich könnten die wenigsten Filmemacher unabhängig agieren, sagt der Regisseur, dessen Arbeitstag in der Regel um 10 Uhr beginnt und um 20 Uhr endet. Außer Fernsehproduktionen dreht der Hannoveraner, der in Linden wohnt, auch Werbespots. 2006 war das zum Beispiel eine Animation über Al Salam City, Boomtown in Dubai am arabischen Golf. Einen roten Faden – ein Leitthema – habe und suche er nicht, sagt Loof und weigert sich, zu verallgemeinern, worum es in seinen Geschichten geht. Trotzdem leuchten seine Augen, als er von seinem nächsten großen Projekt berichtet: einem Spielfilm. Loof will darin über eine Frau auf der Suche nach ihren familiären Wurzeln erzählen. Drehort ist New York. „Aber bitte noch nicht mehr darüber schreiben“, sagt Loof zu mir, „bis das ganze Ding fertig ist, ziehen noch drei Jahre ins Land. Bis dahin kann sich die ganze Geschichte noch einmal ändern.“</p>
<p>* Anmerkung d.Red.:Der Kulturkritiker Theodor Lessing hat am Haarmann-Prozess teilgenommen und darüber berichtet.</p>
<p><strong>Kurz nachgefragt&#8230;</strong></p>
<p><em>1) Hast du immer einen genauen Plan bei der Arbeit?</em> Ich bewahre mir ein Stück Chaos, aber irgendwann wird’s strukturiert.</p>
<p><em>2) Worum geht es dir beim Filmen?</em> Um gepflegte Unterhaltung.</p>
<p><em> 3) Todsünde beim Regieführen?</em> Den Überblick zu verlieren.</p>
<p><em> 4) Bist du peinlich berührt, wenn Liebesfilme kitschig sind?</em> Nö. Guter Kitsch ist super.</p>
<p><em> 5) Deine Top Five der besten Filme?</em> Spontan fallen mir beste Szenen ein, zum Beispiel die Autobahnszene aus Fellinis „Roma“ oder die erste halbe Stunde von „Spiel mir das Lied vom Tod“. Okay, hier meine Top Five: „Sugarland Express“, „Koyaanisqatsi“, „Oktober“, „Spiel mir das Lied vom Tod“ und „Sein oder Nichtsein“.</p>
<p><em> 6) Welchen Regisseur bewunderst du besonders?</em> Ernst Lubitsch, weil der so viel Stil hatte.</p>
<p><em> 7) Welche Story hättest du gern selbst geschrieben?</em> Die Bibel.</p>
<p><em> <img src='http://www.stadtkind-hannover.de/wp-includes/images/smilies/icon_cool.gif' alt='8)' class='wp-smiley' /> Welches Genre liegt dir am meisten?</em> Komödie und Drama, da gibt es ja auch einen Zusammenhang.</p>
<p><em> 9) Deine aktuelle Lieblingsklamotte?</em> Mein Parker.</p>
<p><em> 10) Der Sound des Sommers?</em> Zurzeit höre ich keine Musik.</p>
<p><em> 11) Wer bekommt deine Stimme bei der Bundestagswahl?</em> Ich wähle nicht. Ich sage aber „ja“ zur Demokratie.</p>
<p><em> 12) Lieblingsclub in Hannover?</em> Das Bronco’s.</p>
<p><strong>Simone Niemann</strong></p>
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		<title>Homo Faber &#8211; Heiner Lippe</title>
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		<pubDate>Mon, 31 Aug 2009 22:00:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[im porträt]]></category>
		<category><![CDATA[2009-09]]></category>

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		<description><![CDATA[Name: Heiner Lippe Alter: 46 Beruf: Architekt Familienstand: verheiratet, vier Kinder, ein Enkel Sternzeichen: Jungfrau Der Entwurf steht am Anfang und mache seinen Beruf so spannend, sagt Heiner Lippe. Wenn der Architekt in Absprache mit einem Bauherren Ideen für ein Haus entwickelt, sei das die kreativste Phase seiner Arbeit. Die Frage, wie ein Raum am [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="margin-bottom: 0cm;"><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2009/10/Homo-Faber_500px1.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-5366" title="Heiner Lippe" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2009/10/Homo-Faber_500px1.jpg" alt="Heiner Lippe" width="300" height="265" /></a>Name: Heiner Lippe<br />
Alter: 46<br />
Beruf: Architekt<br />
Familienstand: verheiratet, vier Kinder, ein Enkel<br />
Sternzeichen: Jungfrau</p>
<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Der Entwurf steht am Anfang und mache seinen Beruf so spannend, sagt Heiner Lippe. Wenn der Architekt in Absprache mit einem Bauherren Ideen für ein Haus entwickelt, sei das die kreativste Phase seiner Arbeit. Die Frage, wie ein Raum am besten genutzt werden kann, stehe dabei immer im Mittelpunkt, sei aber niemals abschließend zu beantworten, weil Gestaltung ein ständiger Prozess sei: „Architektur ist keine exakte Wissenschaft, und es geht auch nicht darum, 1000-jährig zu bauen. Im idealen Fall schaffe ich es, eine organische Verankerung zwischen bestehenden und zukünftigen Strukturen zu schaffen.“ Lippe, der sein Studium 1989 mit höchster Auszeichnung in Grenoble/ Frankreich abgeschlossen und sich auf ökologisches Bauen und Altbausanierung spezialisiert hat, ist seit 20 Jahren freiberuflich als Architekt tätig, doziert an verschiedenen Hochschulen in Deutschland und hat internationale Aufgaben in Forschung und Lehre übernommen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Im Juli hat er als hannoverscher Vorsitzender des BDB (Bund deutscher Baumeister) zusammen mit anderen Kulturschaffenden die „Architektur Zeit 2009“ im Ringlokschuppen organisiert: An drei Tagen wurde das historische Schnellzugbetriebswerk der Bahn in der Bultstraße für Besucher geöffnet und mit Licht-Klang-Installationen und Performances in Szene gesetzt – eine besondere Veranstaltung, die über Mund-zu- Mund-Propaganda mehr als 700 Personen angelockt hat. Schon ein Jahr zuvor hatten Lippe und seine Mitstreiter mit einem ähnlichen Projekt in der stillgelegten U-Bahn-Station am Raschplatz für reges Interesse gesorgt. Auch 2010 wird es im Rahmen des Architekturtages wieder eine Aktion an einem ungewöhnlichen Ort geben, die Gestaltung, Bau, Kunst, Musik und Theater miteinander verbindet. „Uns ging es darum, keine banale Führung zu veranstalten, sondern den Besuchern ein Raumerleben über die eigenen Sinne zu verschaffen“, sagt der 46-Jährige. Die Organisation der Events habe zwar viel Zeit und Nerven gekostet. Doch würden die Projekte für das stehen, was ihm wichtig sei: „Ich bin gegen zunehmende, eingleisige Spezialisierung. Bei der Arbeit sollte man nicht im Elfenbeinturm sitzen, sondern sich immer mit den Vertretern anderer Disziplinen austauschen.“ Hinzu komme Lippes Lust an der Kunst. Ursprünglich wollte der gebürtige Nürnberger, der seit 20 Jahren in Hannover lebt und seit 25 Jahren verheiratet ist, freie Kunst in Berlin studieren. Aus „rationalen Gründen“ habe er sich dann aber für Architektur entschieden.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Der Beginn seines Studiums 1983 in Frankreich sei eine Herausforderung gewesen: „Eine andere Kultur, die fremde Sprache, Familiengründung und das erste Kind – das war ziemlich viel auf einmal.“ In Grenoble habe er sich auf ökologischen Lehmbau spezialisiert. „Lehm enthält keine Chemikalien und ist, anders als Beton, unendlich oft wiederverwertbar“, sagt der Fachmann und erzählt von seinem ersten Schulbauprojekt 1988 in Burkina Faso/Westafrika, bei dem die Einheit von Material und Form auf die Bedürfnisse der Menschen vor Ort abgestimmt werden sollte.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">„Architektur sollte kein Ausdruck von Machtverhältnissen sein und kein Spielplatz der Eitelkeit, sondern sich auf das besinnen, was nötig ist“, meint Lippe. Den eigenen Anspruch scheint er zu beherzigen, wenn er in seinem Büro – einem ehemaligen Kolonialwarenladen in der List – Aufträge aus Nigeria, Nerja, Nizza, Delmenhorst, Usedom oder Bad Nenndorf annimmt. Acht bis zwölf Baustellen seien ständig offen. Und – klar – reiner Spaß sei es nicht, wenn Fliesen wieder mal nicht geliefert werden könnten, Handwerker krank seien oder ein Baustop drohe. Für ein Kompliment wie „wir sind aus dem Urlaub zurück und wieder in deinem Haus gelandet“ würde sich die Mühe aber lohnen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong>Simone Niemann</strong></p>
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		<title>Der Reisende &#8211; Christof Herbster</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Oct 2008 14:30:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Karsten Violka</dc:creator>
				<category><![CDATA[im porträt]]></category>
		<category><![CDATA[2008-10]]></category>

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		<description><![CDATA[Steckbrief Name: Christof Herbster Alter: 42 Sternzeichen: Widder Beruf: Aspria-Geschäftsführer Lebensmaxime: Immer offen für Neues Den inflationär gebräuchlichen Begriff „Wellness-Oase“ hört Christof Herbster gar nicht gern, wenn von dem neuen Sport- und Spa-Klub Aspria die Rede ist, den er als Geschäftsführer leitet und der im März 2009 am Maschsee eröffnet wird. In der Tat hat [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://skneu.d-1.com/wp-content/uploads/2008/10/2008-10_portraet_herbster.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-3714" title="Christof Herbster" src="http://skneu.d-1.com/wp-content/uploads/2008/10/2008-10_portraet_herbster.jpg" alt="" width="279" height="498" /></a><strong>Steckbrief</strong><br />
Name: Christof Herbster<br />
Alter: 42<br />
Sternzeichen: Widder<br />
Beruf: Aspria-Geschäftsführer<br />
Lebensmaxime:  Immer offen für Neues</p>
<p>Den inflationär gebräuchlichen Begriff „Wellness-Oase“ hört Christof Herbster gar nicht gern, wenn von dem neuen Sport- und Spa-Klub Aspria die Rede ist, den er als Geschäftsführer leitet und der im März 2009 am Maschsee eröffnet wird. In der Tat hat die 27.000 Quadratmeter große und 24 Millionen Euro teure Anlage, die dort auf dem ehemaligen Strandbad-Gelände entsteht, nichts mit einem gewöhnlichen Fitness-Center, Sport-Studio oder gar schnöden Freizeitbad zu tun. Per Webcam können sich Interessierte unter www.aspria.com schon jetzt einen Vorgeschmack verschaffen und an einer virtuellen Tour teilnehmen, die sie durch die schöne neue Aspira-Welt führt: Online wird der Zuschauer durch einen futuristischen Wohlfühl-Tempel geleitet, der an ein osmanisches Bad erinnert, in das der Mensch für kurze Zeit völlig eintauchen kann.</p>
<p>So stehen dem Besucher im Spa-Bereich des Klubs (sanus per aquam = Gesundheit durch Wasser) neben diversen Innen- und Außensaunen ein 30 Quadratmeter großer Whirlpool, Eisbrunnen, Kneipp-Becken, Erlebnisduschen, Dampf- und Fußbäder zur Verfügung sowie Ruhebereiche mit Kamin. Verschiedene „Health- und Beauty“-Behandlungen komplettieren das Angebot.</p>
<p>Andererseits funktioniert Aspira aber auch wie eine spartanische Arena, in der der Einzelne seinen Körper gezielt trainieren kann, um später den Ansprüchen des Alltags gerecht zu werden. Neben dem Fitness-Bereich über 1.200 Quadratmeter gibt es Kursräume für Yoga, Spinning, Kraft- und Cardio-Training, Family- und Sport-Pools sowie auf der Außenterrasse und im Garten einen Beachvolleyball- und Barbecue-Platz inklusive Strandbereich. Daneben wird im Asprini-KidsClub die Rund-um-die-Uhr-Betreuung für den Nachwuchs angeboten, während die Business-Class in Konferenz-Räumen tagen kann, Sportler sich nach dem Work-Out in Bistros stärken oder verliebte Paare ihren Honeymoon in der Aspria-Lodge statt auf Ibiza verbringen können.</p>
<p>Herbster ist sich sicher, dass das Klub-Konzept, das in Großstädten wie Mailand, Berlin und Hamburg funktioniert, auch in Hannover fruchten wird. „Der Markt ist da“, meint der 42-Jährige und stützt sich auf eine dreimonatige Marktforschungsstudie. Die Ergebnisse der Umfrage würden beim Bau der Anlage berücksichtigt werden, verspricht Herbster. Die Hannoveraner würden den „maritimen Stil“ bevorzugen, habe die Analyse ergeben. „Hannover ist sehr modern, weniger konservativ als Hamburg, und sehr weltoffen.“ Entsprechend zeitlos-klassisch würde das Design des Klubs ausfallen: „Für gute Qualität wird der Hannoveraner auch Geld ausgeben.“</p>
<p>Als Geschäftsführer von Aspria-Hannover ist eine 60-Stunden-Woche für Herbster das Standard-Programm. Derzeit ist er vor allem mit Fragen rund um den Bau und Einkauf beschäftigt sowie mit der Suche nach geeignetem Personal. Ende Oktober wird ein Casting für Personal Trainer in Hamburg ausgerichtet, in dem 100 Bewerber ihre Fähigkeiten präsentieren können, bevor es in die engere Auswahl geht.</p>
<p>Herbster wird ihre Kompetenz wohl beurteilen können, schließlich ist er nicht nur diplomierter Betriebswirt, sondern verfügt zudem über eine Ausbildung als Personal Trainer. „Nachdem ich brav nach dem Abi BWL studiert hatte, habe ich lange in München gelebt und war als Geschäftsführer in der Gastronomie tätig, unter anderem sieben Jahre lang für Iris Berben und Gabriel Levy, die dort verschiedene Restaurants besitzen.“ 2004 verschlug es den gebürtigen Allgäuer nach Hamburg: der Liebe wegen. „Ich habe mir ein sabbath year, eine einjährige Auszeit, genommen und mein Hobby – den Sport – damals zum Beruf gemacht.“</p>
<p>Kurze Zeit später konnte er sein Können u.a. als Sales-Manager bei Aspria-Hamburg unter Beweis stellen. Und seit dem 1. Januar betreut er die Geschäfte des Unternehmens in Hannover. Herbster, der ein Appartment in der Altstadt bezogen hat, wird wohl nicht für immer hier bleiben. Sein Hauptwohnsitz ist seit Kurzem Berlin. Und Zuhause ist er eigentlich überall. Business-Meetings finden in London, Berlin, Hamburg oder Hannover statt; nur die Urlaube auf Ibiza.</p>
<p><strong>Kurz nachgefragt&#8230;</strong></p>
<p><em>1) Was ist Luxus? </em>Zeit.</p>
<p><em>2) Was ist Erfolg? </em>Erfolg ist, wenn man ein Ziel erreicht, das man sich gesetzt hat. Ich strebe immer neue Ziele an.</p>
<p><em>3) Was ist Glück?</em> Ein schöner Tag auf einem Segelboot mit Wind und Wasser – und in Begleitung von netten Leuten, das kann ein extremer Glücksmoment sein.</p>
<p><em>4) Die Vorteile von Hannover?</em> Die Überschaubarkeit ist angenehm. Ich bin extrem offen hier aufgenommen worden, da sind die Hamburger anders. Hannover ist viel besser als sein Ruf.</p>
<p><em>5) Was ist das Blaue Auge von Hannover?</em> Der Maschsee.</p>
<p><em>6) Was für ein Auto fahren Sie? </em>Einen schwarzen Mini Cooper Cabrio.<br />
<em><br />
7) Welche CD hören Sie gerade beim Fahren?</em> Eine Compilation mit meinem aktuellen Lieblingssong „I Need A Miracle“ – der Sommerhit auf Ibiza.</p>
<p><em>8 ) Ihr Lieblingsbuch?</em> „Briefe in die chinesische Vergangenheit“ von Herbert Rosendorfer, aber auch „Oh, wie schön ist Panama“ von Janosch.</p>
<p><em>9) Wie oft trainieren Sie in der Woche?</em> Dreimal.</p>
<p><em>10) Ihr Held in der Geschichte? </em>Ich bin kein Heldenverehrer</p>
<p>Simone Niemann</p>
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		<title>Die Idealistin &#8211; Ingrid Erhardt</title>
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		<pubDate>Wed, 22 Oct 2008 15:56:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Karsten Violka</dc:creator>
				<category><![CDATA[im porträt]]></category>
		<category><![CDATA[2008-11]]></category>

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		<description><![CDATA[Alter: 63, Beruf:Geschäftsführerin des Freiwilligenzentrum Hannover Die Finanzmarktkrise hat es an den Tag gebracht: In unserer modernen Wirtschaft, die von Spekulanten dominiert wird, hat alles einen (persönlichen) Wert und davon unabhängigen (abstrakten) Preis. Meinte schon Karl Marx, der postulierte, dass im Kapitalismus nur noch der Tausch- im Gegensatz zum Gebrauchswert von Belang sei. Auch die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://skneu.d-1.com/wp-content/uploads/2008/10/portraet_erhardt.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-3462" title="portraet_erhardt" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wordpress/wp-content/uploads/2008/10/portraet_erhardt-169x300.jpg" alt="" width="169" height="300" /></a><br />
Alter: 63, Beruf:Geschäftsführerin des Freiwilligenzentrum Hannover</p>
<p><strong></strong></p>
<p>Die Finanzmarktkrise hat es an den Tag gebracht: In unserer modernen Wirtschaft, die von Spekulanten dominiert wird, hat alles einen (persönlichen) Wert und davon unabhängigen (abstrakten) Preis. Meinte schon Karl Marx, der postulierte, dass im Kapitalismus nur noch der Tausch- im Gegensatz zum Gebrauchswert von Belang sei. Auch die Arbeitskraft des Menschen werde auf eine Ware reduziert. Und jeder müsse entsprechend seine Haut zu Markte tragen, um vom Lohn sein tägliches Brot zu kaufen.</p>
<p>Umso erstaunlicher ist es, dass es Menschen gibt, die freiwillig auf ihren Verdienst verzichten und sich in ihrer freien Zeit um andere kümmern. In der Datenbank des Freiwilligenzentrum Hannover sind derzeit 3.500 Aktive registriert, die sich unentgeldlich einsetzen wollen oder das schon längst tun.</p>
<p>Für Ingrid Erhardt, Geschäftsführerin des eingetragenen Vereins, ist soziales Engagement selbstverständlich: „Ich war schon immer ehrenamtlich tätig, zum Beispiel früher im AStA. Für mich gehört es zum Lebensstil dazu, die Gesellschaft aktiv mitzugestalten.“ Seit der Gründung des Freiwilligenzentrums vor neuneinhalb Jahren arbeitet Erhardt daran, den Begriff „Ehrenamt“ zu entstauben und zwischen Unternehmen, Verbänden und Vereinen einerseits und den freiwilligen Helfern andererseits zu vermitteln. Zurzeit laufen 700 Projekte, für die sich Interessierte engagieren können. Die Bandbreite reicht von der Mitarbeit im Büro übers Lerntraining für Kinder bis hin zur Betreuung von demenzkranken Patienten. Viele Bewerber wüssten vor dem ersten Gespräch noch gar nicht so genau, wofür sie sich einsetzen möchten, meint Erhardt. Im sogenannten „Profilgespräch“ mit den Beratern des Freiwilligenzentrums werde deshalb zunächst das berufliche und persönliche Know-how eines Kandidaten ermittelt und dann nach einem passenden Engagement gesucht.</p>
<p>Doch welche Motivation leitet die Freiwilligen? „Der Anreiz ist die Suche nach einer selbstbestimmten Tätigkeit, die sinnhaft ist. Viele können sich von ihrem Job zwar ernähren, finden dort aber keine persönliche Befriedigung, keinen Mehrwert. Auch wenn das pathetisch klingt: Jeder will die Welt ein bisschen besser machen“, vermutet die studierte Kommunikationspsychologin, die in Springe aufgewachsen und Mutter von vier Kindern ist. Der durchschnittliche freiwillige Helfer leidet laut Erhardt jedenfalls nicht unter einem „Helfersyndrom“, sondern ist um die 43 Jahre alt und gut ausgebildet, oft sogar hoch qualifiziert. 50 Prozent der Bewerber haben Abitur. Auch viele Arbeitslose oder Senioren, die den Kontakt oder die Tagesstruktur nicht verlieren wollen, melden sich im Freiwilligenzentrum, das im Üstragebäude, Karmarschstraße 30/32, zu finden ist.</p>
<p>Aufgrund der guten Resonanz ist der Verein in den letzten Jahren gewachsen. Neben der Geschäftsführerin sind dort zurzeit drei Mitarbeiter und drei Auszubildende beschäftigt sowie zehn freiwillige Berater. Besonders stolz ist Erhardt auf ihr Lieblingsprojekt „Ausbildungspaten“, das vor allem Hauptschülern bei der Jobsuche hilft: 80 Ehrenamtliche unterstützen Jugendliche dabei, sich richtig zu bewerben. „Wer das durchläuft, findet garantiert einen Ausbildungsplatz“, verspricht Erhardt, die der Meinung ist, dass erst durch freiwilliges Engagement Bewegung in eine statische Gesellschaft kommt. Beim Freiwilligentag für Unternehmen in Hannover habe sich jüngst gezeigt, dass es „bereichernd“ sein könne, wenn verschiedene Lebenwelten sich berühren und ein leitender Angestellter für einen Tag lang etwas anderes tut als am Schreibtisch zu sitzen.</p>
<p>Ingrid Erhardt, die im Mai mit der „Plakette für Verdienste um die Landeshauptstadt Hannover“ ausgezeichnet wurde, ist ein Kind der 68er-Bewegung. Der Geist der damaligen Zeit hat ihre Ideale geprägt. „Wir haben WGs gegründet, wollten unsere Kinder anders erziehen, das Leben und die Gesellschaft ändern. Bildung hatte noch einen Wahnsinnswert.“ Heute sei alles ganz anders, aber auch „okay“. Hat das möglicherweise doch mit dem Tauschund Gebrauchswert zu tun? Und: Steht die Umkehr aller Werte bevor?</p>
<p>Simone Niemann</p>
<p>Café f im Freiwilligenzentrum, Öffnungszeiten:<br />
Mo bis Fr 10-18 Uhr, Sa 10-16 Uhr.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Die Seherin &#8211; Jasmin Pelz</title>
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		<pubDate>Thu, 28 Aug 2008 11:57:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Karsten Violka</dc:creator>
				<category><![CDATA[im porträt]]></category>
		<category><![CDATA[2008-06]]></category>

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		<description><![CDATA[Steckbrief Name: Jasmin Pelz Alter: 21 Sternzeichen: Krebs Berufung: Konzert-Fotografie Lebensweisheit: „Licht ist das A und O!“ Lakonisches MySpace-Motto: „I like to take pictures while you sing along“ Idol: Robert Smith Die Jugend von heute ist zum Beispiel 21 Jahre alt, bildhübsch, heißt Jasmin, könnte Germany’s next Topmodel werden, fotografiert aber lieber selbst und zwar [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Steckbrief</strong></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Name: Jasmin Pelz</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Alter: 21</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Sternzeichen: Krebs</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Berufung: Konzert-Fotografie</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Lebensweisheit: „Licht ist das A und O!“</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Lakonisches MySpace-Motto: „I like to take pictures while you sing along“</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Idol: Robert Smith</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;">Die Jugend von heute ist zum Beispiel 21 Jahre alt, bildhübsch, heißt Jasmin, könnte Germany’s next Topmodel werden, fotografiert aber lieber selbst und zwar mit Leidenschaft in schwarz-weiß. Objekte ihrer Kamera-Linse sind vor allem ihre musikalischen Ikonen, die in Echtzeit auf Hannovers Bühnen zu erleben sind: Bands wie 4Lyn, Northern Lite oder Künstler wie Alec Empire. Auf den Betrachter wirken die Fotografien von Jasmin ähnlich intensiv wie die Werke von Anton Corbijn, nämlich düster, mysthisch und heroisch zugleich; stille Momentaufnahmen, die paradoxerweise die ganze Wildheit und den Expressionismus eines Live-Konzerts umso besser zum Ausdruck bringen. Doch wie kommt eine junge Frau, die auf den ersten Blick eher schüchtern wirkt, dazu, sich während eines Gigs an die vorderste Front der tobenden Masse zu begeben, um mit ruhiger Hand die Wucht der bewegten Bilder einzufangen? „Ich bin sehr musikbegeistert“, erklärt die 21-Jährige, „aber es hat mich schon immer gestört, dass ein Konzert irgendwann vorbei ist. Ich mag den Moment, wenn die Musiker singen, dann sind sie gelöst, denken nicht nach und zeigen ihre Emotionen. Diesen Eindruck möchte ich festhalten.“ Ihre erste eigene Kamera bekam die gebürtige Göttingerin im Alter von sechs Jahren von ihrem Vater, einem begeisterten Hobby-Fotografen, geschenkt. Das war eine bruchfeste Kinder-Kamera von Fisher Price – ideal, um alles abzulichten, das im Weg stand. Eine Vorliebe für dunkle Motive entwickelte Jasmin aber erst während der Pubertät. Damals sei sie der „totale Gruftie“ gewesen und ein großer Fan von „The Cure“. Über eine Internet-Community lernte sie Gleichgesinnte kennen, die sich ebenfalls für Düster-Bands und die analoge Schwarz-Weiß-Fotografie interessierten. „Farbe lenkt vom Wesentlichen ab“, meint Jasmin, und „wesentlich“ sei bei einem Konzert nun einmal die Stimmung, die ein lichtempfindlicher Film am besten einfangen könne. Auf den entwickelten Bildern läge dann später so ein undefinierbares „Rauschen“. Vor zwei Jahren siedelte Jasmin von Göttingen nach Hannover über: für ein</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Jahrespraktikum bei einer professionellen Foto-Agentur. Vorher hatte sie sich unzählige Male für einen Ausbildungsplatz zur Fotografin beworben, jedoch nur Absagen erhalten. Ihr fehle wohl das Abitur, das in Deutschland einfach gefragter sei als die praktische Begabung, mutmaßt Jasmin, die sich nun zur Erzieherin ausbilden lässt und in ihrer Freizeit weiterfotografiert. Mittlerweile ist sie auf eine digitale Spiegelreflexkamera umgestiegen, wenn sie in der Glocksee ohne Blitzgerät Acts wie Monta oder Polarkreis 18 ablichtet. Um Kosten für den Eintritt zu sparen, nimmt Jasmin zuvor online über „MySpace“ mit den Bands Kontakt auf und bittet um einen Platz auf der Gästeliste. Im Netz scheint die Werbewirkung ihrer Internet-Plattform „Indie:Graphy“ anzukommen, denn vor einem Jahr erhielt Jasmin ihren ersten größeren Foto-Auftrag von der Horrorpunk-Gothic Formation Der Fluch („Halb Mensch halb Tier“). Beim Wave-Gothic Treffen in Leipzig machte sie Fotos von der Band, die alle im Booklet der neuen CD „Geschichten aus der Gruft“ zu sehen sind. Von wegen Gruft, findet das Stadtkind, da geht noch viel mehr!  Simone Niemann</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;"><a href="http://www.myspace.com/poolofphotography">www.myspace.com/poolofphotography</a></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong>Kurz nachgefragt.</strong>..</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">1)Was hältst du von Bushido? Ich finde den Typen unehrlich und viel zu aufgesetzt.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">2)Welche menschliche Eigenschaft ist dir suspekt? Hochmut.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">3)Deine aktuellen Lieblingsmusiker? Sascha Funke und Patrick Wolf.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">4)Dein Lieblingsmärchen? Alice im Wunderland – das habe ich schon 100 Mal gelesen – und den Film muss ich mir mindestens zwei Mal im Jahr wieder angucken.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">5)Drei Dinge zum Mitnehmen auf die einsame Insel? Musik, Kamera und ein Kuscheltier.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">6)Eine Weisheit, die du dir gemerkt hast? Lebe jeden Tag als sei’s dein letzter.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">7)Was unterscheidet die heutige Jugend von anderen Generationen? Die Jugend von heute ist sehr krass auf ihre eigene Freiheit bezogen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">8)Wie oft warst du schon verliebt? Drei Mal.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">9)Deine Lieblingsbeschäftigung in der Freizeit? Mit Freunden auf einer Wiese zu sitzen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">10)Ein guter Ratschlag für Kurt Beck? Oh Gott!</p>
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		<title>Das Orakel &#8211; Sylvie Kollin</title>
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		<pubDate>Thu, 28 Aug 2008 10:05:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Karsten Violka</dc:creator>
				<category><![CDATA[im porträt]]></category>
		<category><![CDATA[2008-07]]></category>

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		<description><![CDATA[Steckbrief Name: Sylvie Kollin Beruf: Kartenlegerin Beste Freundin: Dackelhündin Sophie Lebensmotto: Mit Angst verschwendet man seine Zeit! Prinz Heinrich von Hannover hat es schon getan, ebenso Gina Lollobrigida, Otto Waalkes, Dagmar Berghoff, Thomas Brdaric, Uwe Ochsenknecht, Johannes B. Kerner, Christian Wulff, Thomas Anders und Ole von Beust &#8211; die Liste der Promis, denen Sylvie Kollin [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="margin-bottom: 0cm;">Steckbrief</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Name: Sylvie Kollin</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Beruf: Kartenlegerin</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Beste Freundin:</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Dackelhündin Sophie</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Lebensmotto: Mit Angst</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">verschwendet man seine Zeit!</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;">Prinz Heinrich von Hannover hat es schon getan, ebenso Gina Lollobrigida, Otto Waalkes, Dagmar Berghoff, Thomas Brdaric, Uwe Ochsenknecht, Johannes B. Kerner, Christian Wulff, Thomas Anders und Ole von Beust &#8211; die Liste der Promis, denen Sylvie Kollin schon in die Karten geschaut hat, ist lang. Als bekannteste Kartenlegerin Deutschlands ist sie seit 20 Jahren erfolgreich im Geschäft, was unter anderem daran liegen mag, dass Kollin als eloquente Wassermann-Frau ein quasi angeborenes PR-Talent besitzt und sich deshalb auch nicht zu schade dafür ist, das Schicksal des Ottonormalverbrauchers genauer unter die Lupe zu nehmen, zum Beispiel anlässlich einer Ausstellungseröffnung bei Blumen-Rolf in Misburg oder im Rahmen einer Publikumsaktion in einem Bowling-Center auf Borkum. Darüber hinaus berät Kollin ihre Kunden in Einzelsitzungen für circa 150 Euro in ihrem Studio, das mitten in Hannover und über den Dächern der Stadt liegt &#8211; Aus- und Weitblick sind also per se schon im Preis inbegriffen. Jetzt sitzt mir die 59-Jährige mit funkelnden Augen gegenüber und will (wie befürchtet) wissen: &#8220;Wann bist du denn geboren?&#8221; &#8220;Eine Frage wie ein Schwert&#8221;, denke ich, gebe mein Geburtsdatum aber trotzdem kleinlaut zu Protokoll, schließlich bin ich neugierig. Kollin errechnet aus meinen Zahlen die Quersumme und erklärt mir, wie meine Sterne stehen: &#8220;Du hast eine Doppel-Venus-Konstellation in deinem Horoskop, hast deshalb hohe Erwartungen an dich und andere, besonders in der Liebe, was schwierig ist.&#8221; Außerdem listet sie noch weitere unangenehme Dinge auf, die bezeichnend für mich sind, weshalb ich das Ruder schnell wieder herumreiße und nach ihrem eigenen Werdegang frage, der bislang von Lüdenscheid über Borkum bis nach New York führte, wo Kollin als 18-Jährige ihre Au-Pair-Zeit verbrachte. Neun Jahre lang war sie im Anschluss daran als Servicekraft auf einem Hapag-Lloyd-Frachtschiff beschäftigt, bevor sie 1976 vom Fernweh geheilt in der niedersächsischen Landeshauptstadt sesshaft wurde, zunächst in der Gastronomie tätig war und laut Eigenaussage in Hannover den Mini-Rock eingeführt hat. Das Kartenlegen entdeckte Sylvie Kollin mit Mitte 30, als es ihr persönlich sehr schlecht ging. Eine Hobby-Astrologin aus dem hannoverschen Stadtrat sei damals ihre Lehrmeisterin gewesen: &#8220;Sie hat mir die Karten gelegt und durfte dafür umsonst bei uns essen.&#8221; Anfang der 90er Jahre machte sich die Frau mit den rot gefärbten Haaren als Kartenlegerin selbstständig. Ihr erster Auftritt in einem lila Zelt auf dem Maschseefest schlug wie eine Bombe ein: Benjamin von Stuckrad-Barre, damals Praktikant bei FFN, promotete Kollin, die später selbst für diesen und weitere Radiosender als &#8220;Lebensberaterin on air&#8221; gearbeitet hat. Aber ist das Kartenlegen denn nun ein Handwerk wie jedes andere &#8211; oder braucht frau dafür eine besondere Intuition? Das Geburtsdatum, meint Kollin, sei zunächst ein &#8220;Ausweis&#8221; für die Anlagen des Menschen, für sein Temperament oder seine berufliche Eignung. Durch den Blick in die Kipper- und Skat-Karten werden anschließend Prognosen in Bezug auf bestimmte Lebensbereiche gegeben. Ihre Kunden seien jedenfalls zufrieden mit ihr, die Trefferquote läge bei 80 Prozent. &#8220;Nur bei mir selbst hilft das Ganze wenig. Das ist wie mit einem Arzt &#8211; der behandelt sich ja auch nicht selbst.&#8221; Warum ihre Technik erfolgreich ist, interessiert Kollin, die schon drei Bücher über das Kartenlegen geschrieben hat, nicht. &#8220;Als Wassermann hinterfrage ich die Dinge nicht, ich bin nur ein Anwender&#8221;, urteilt sie nüchtern und zeigt mir einen anonymen Brief mit kirchlichen Prospekten und einem handschriftlichen Vermerk, auf dem steht: &#8220;Kartenlegen ist Zauberei und Sünde&#8221;. &#8220;Das macht mich sauer&#8221;, meint Kollin, die selbst Mitglied der evangelischen Kirche ist, &#8220;schließlich begleite ich Menschen in schwierigen Situationen und verhalte mich christlich.&#8221; Gegen Hexenjagd im Jahre 2008 nach Christi Geburt kann aber auch eine Zauberin nichts ausrichten&#8230;</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;">Text und Fotos: Simone Niemann</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;">Stern sucht Schnuppe, Café anniway, Termine siehe unter <a href="http://www.sylvie-kollin.de/">www.sylvie-kollin.de</a></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong>Kurz nachgefragt.</strong>..</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;">1) Dein Vorbild? “Mick Jagger.”</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">2) Welches Lied singst du unter der Dusche?</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">“Gar keins, ich bin unmusikalisch.”</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">3) Wer gewinnt die nächste Bundestagswahl? “Ich bin bekennender Christian-Wulff-Fan.”</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">4) Wer wird der/die nächste Kanzler/in?</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">“Christian Wulff.”</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">5) Die größten Führungspersönlichkeiten</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">sind vom Sternzeichen her&#8230;? “Widder.”</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">6) Wann wird es für die Menschen aufgrund der Klimakatastrophe eng auf diesem Planeten? “Weiß ich nicht.”</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">7) Der Sinn des Lebens? “Wir sind hier ja nicht im Urlaub &#8211; also immer nach vorne gucken und das Beste daraus machen.”</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"> <img src='http://www.stadtkind-hannover.de/wp-includes/images/smilies/icon_cool.gif' alt='8)' class='wp-smiley' /> Noch Urlaubspläne für dieses Jahr?</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">“Ich reise nach Kapstadt, dort gibt es einen deutschen Fan-Klub von mir.”</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">9) Was ist Glück? “Gesundheit.”</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">10) Deine Lieblingsblumen?</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">“Meine Orchideen, die ich nach dem Mondkalender gieße &#8211; dann blühen sie das ganze Jahr!”</p>
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		<title>Erwin Schütterle</title>
		<link>http://www.stadtkind-hannover.de/2008/08/erwin-schutterle/</link>
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		<pubDate>Mon, 18 Aug 2008 14:52:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Karsten Violka</dc:creator>
				<category><![CDATA[im porträt]]></category>
		<category><![CDATA[2008-08]]></category>

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		<description><![CDATA[Steckbrief Name: Erwin Schütterle Alter: 64 Sternzeichen: Krebs Beruf: Vermittlungstätigkeiten Markenzeichen: Schnurrbart, Weste und Hosenträger „Liebe Kanapee-Freunde, (…) dieser Brief ging mir nicht so leicht von der Hand, denn heute teile ich Ihnen, ohne Vorwarnung, mit, dass ich nach 26,5 Jahren und 3.625 Konzerten das Kanapee an meinen langjährigen Mitarbeiter Yasil Khalaila übergebe…“ Als Erwin [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong>Steckbrief</strong></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Name: Erwin Schütterle</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Alter: 64</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Sternzeichen: Krebs</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Beruf: Vermittlungstätigkeiten</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Markenzeichen: Schnurrbart, Weste und Hosenträger</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;">„Liebe Kanapee-Freunde, (…) dieser Brief ging mir nicht so leicht von der Hand, denn heute teile ich Ihnen, ohne Vorwarnung, mit, dass ich nach 26,5 Jahren und 3.625 Konzerten das Kanapee an meinen langjährigen Mitarbeiter Yasil Khalaila übergebe…“ Als Erwin Schütterle Mitte Mai bekannt gab, dass er nicht länger für „sein Kind“, die legendäre Wein- und Konzertstube in der Edenstraße 1, sorgen würde, löste das bei allen Fans des Hauses das blanke Entsetzen aus. In der Folgezeit schrieben ihm „erschütterte“, traurige, aber am Ende doch verständige Konzertgäste, dass Erwin Schütterle seinem Namen zum ersten Mal alle Ehre machen würde. Mittlerweile haben sich die Wogen geglättet, und der Kulturvermittler ist weit davon entfernt, Bilanz zu ziehen: „So was gibt es bei mir nicht, schließlich geht es ja weiter – und mit Zahlen hat das Ganze sowieso nichts zu tun.“</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Als Erwin das Kanapee am 30. Oktober 1981 eröffnete, war er 37 Jahre alt und hatte eine Karriere und einen „Traumjob“ als Bezirksleiter bei Bertelsmann hinter sich gelassen, denn er wollte raus und was anderes machen: „Mir war klar, dass ich mich dort auf Dauer hätte verbiegen lassen müssen.“ Der Mann mit dem Schnurrbart hatte andere Vorstellungen vom Leben. „Jeder Mensch hat einen Traum, und ich hatte schon seit 15 Jahren die Idee einer Tee- und Weinstube mit Konzertflügel und Büchern, aber ohne Fassbier und Tresen, im Hinterkopf.“ In den nächsten Jahren wurde das Kanapee Erwins öffentliches Wohnzimmer, in dem die Salonkultur des 18. Jahrhunderts wieder aufblühen konnte – eine intime Begegnungsstätte für Künstler, Musiker, Schriftsteller und Bildungsbürger, die klassische Musik und Literatur lieben – einmalig in Hannover. Im Kanapee übernahm Erwin täglich die Rolle des Impresarios, des künstlerischen Leiters, der leichtfüßig durch den Abend oder Nachmittag führt und zwischen den Gästen vermittelt. Da der 64-Jährige hinter den Kulissen aber ebenso seiner Arbeit als Gastronom und Buchhalter nachgehen musste, war die 70-Stunden-Woche für ihn Programm. Gejammert habe er aber nie, meint der gelernte Postbeamte, die Bestätigung der Gäste sei sein Lohn gewesen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">„Die Quintessenz meiner Arbeit lag darin, Kultur, Kunst und Kommunikation miteinander zu verbinden und Beziehungsgeflechte aufzubauen.“ Musikalische und sonstige Ehen seien im Kanapee geschlossen worden, erklärt Erwin, der jederzeit Grenzen aufbrechen wollte. Beispiel für dieses Prinzip war die sogenannte „Künstlerkasse“, mit der der eloquente Gastwirt für eine ausgewogene „kulturelle Grundversorgung“ sorgen wollte, die für jeden erschwinglich bleibt. Statt also Eintrittsgelder einzufordern, ging er nach jedem Konzert mit dem Spenden-Hut durch die Menge. „Aus betriebswirtschaftlicher Sicht habe ich alles falsch gemacht“, findet Erwin, der im Laufe der Jahre tatsächlich mit zwei finanziellen Krisen zu kämpfen hatte, die fast zum Aus des Kanapees geführt hätten. Doch weil es dem Kulturbotschafter eben trotzdem gelungen ist, weiterzumachen, durften die Gäste musikalische Darbietungen aus den Bereichen Klassik, Klezmer, Folklore und Chanson genießen oder konnten spannende Kabarett- und Literatur-Events mit Friedhelm Kändler und vielen anderen erleben. Im Kanapee wurden Talente entdeckt und gefördert, weshalb Erwin keinen einzelnen Höhepunkt der Darbietung hervorheben möchte. Jetzt ist der Vorhang gefallen, und der gebürtige Süddeutsche möchte zunächst auch räumlich Abstand von seiner Wein- und Konzertstube gewinnen. Als „stiller Berater“ bleibe er dem Haus weiterhin erhalten, aber seine derzeitige Aufgabe ist die des hauptamtlichen Geschäftsführers des Freundeskreis Hannover. In dieser Position sei er ein „Kulturwahrnehmer“, meint Erwin, der mit dem Gedanken spielt, ein Buch zu verfassen. Arbeitstitel: „Von Menschen und Musikern – Geschichten aus dem Kanapee“.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;">Simone Niemann</p>
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<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong>Kurz nachgefragt.</strong>..</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">1 Deine erste Schallplatte?</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Reader`s Digest – Das Beste: Perlen der klassischen Musik.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">2 Leuchttürme der Stadt?</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Außer dem Kanapee? Die Oper, die freien Theater, das GOP.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">3 Schon mal überlegt, auszuwandern?</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Noch nie, ich fühle mich hier pudelwohl.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">4 Dein Lieblingsphilosoph?</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Erich Fromm.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">5 Bester Spruch?</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">„Verzicht nimmt nicht, Verzicht gibt. Er gibt die unerschöpfliche Kraft des Einfachen.“ (Martin Heidegger)</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">6 Interessierst du dich für Fußball?</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Gelegentlich, bei besonderen Spielen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">7 Stichwort „Jugendkultur“ – welchem jungen Künstler gibst du dauerhaft eine Chance?</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Haiou Zhang (Klavier) oder Maria Baranova (Klavier).</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">8 Hannover ist toll, weil&#8230;</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">&#8230;es grün ist, lebendig, herzlich und genau die richtige Größe hat.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">9 Welche kulturelle Veranstaltung wirst du demnächst besuchen?</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Die nächste Opernpremiere.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">10 Eine schlechte Angewohnheit, die du dir bis jetzt noch nicht abgewöhnen konntest?</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Die Schönheit der Frauen nicht übersehen zu können.</p>
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