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	<title>STADTKIND - hannovermagazin &#187; hauskritik</title>
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		<title>millencolin, musiktheater bad</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Aug 2011 12:31:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
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		<category><![CDATA[2011-08]]></category>

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		<description><![CDATA[Sommer, Sonne, Soundpool-Festival! Wenn auch nicht ganz: Beinahe wäre die Punkrock-Sause ins Wasser gefallen, wenn auch die Regenwolken keine Schuld hatten. Denn die Stadt machte dem Musiktheater Bad einen Strich durch die Rechnung. Trotz der geforderten...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2012/01/36-89_SK_August_2011_7210.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-14729" title="Millencolin" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2012/01/36-89_SK_August_2011_7210-188x300.jpg" alt="" width="188" height="300" /></a>Sommer, Sonne, Soundpool-Festival! Wenn auch nicht ganz: Beinahe wäre die Punkrock-Sause ins Wasser gefallen, wenn auch die Regenwolken keine Schuld hatten. Denn die Stadt machte dem Musiktheater Bad einen Strich durch die Rechnung. Trotz der geforderten und „auf dem Außengelände bereits durchgeführten Baumaßnahmen zur Steigerung der Veranstaltungssicherheit“, schreibt Kultur Pool e.V. auf seiner Homepage, wurde das Verbot für das Soundpool-Festival im Bad von der Bauverwaltung nicht aufgehoben. Kurzerhand konnte das Musikspektakel aber dann doch noch ins Capitol verlegt werden. So weit, so gut. Nachdem der Frust darüber mit dem ersten Hellen und dem äußerst hörenswerten Warm-up von Anysecond:Now, Blakvise, Fat Belly, Forus und Detroit runtergespült wurde, löste sich der Ärger langsam in Luft auf. Die Party hatte längst begonnen: Ein geballter Nachmittag mit melodischem Skatepunk und Punkrock. Mit Rantanplan steigerte sich die Stimmung – denn der Auftritt der deutschen Band konnte sich nicht nur hören lassen, sondern machte Lust auf mehr.</p>
<p>Am Abend eröffnen die vier Jungs von Millencolin, Nikola Sarcevic (Gesang, Bass), Fredrik Larzon (Schlagzeug), Erik Ohlsson und Mathias Färm (beide Gitarre) mit den Singles „Use Your Nose“ und „Fox“ ihren Gig. Sofort sind die Gäste begeistert und pogen, sodass das riesige Bandlogo-Banner vibriert. Mit der Ansage „Dürft ihr hier etwa rauchen? Das ist echt schlecht“ gelingt die Überleitung zum Kracher „No Cigar“. Es folgt eine ganze Palette an bekannten Singleauskopplungen, die in ihrer Anordnung verdammt stark an den Aufbau des fünften Millencolin-Studioalbums „Pennybridge Pioneers“ erinnern. Doch das Publikum stört sich daran nur wenig. Von „Material Boy“ über „Stop To Think“ bis hin zu „Highway Donkey“ wird vor der Bühne ausgelassen gefeiert, getanzt und gegröllt. Einige Pärchen geben sogar spontan ein paar Rock’n’Roll-Tanzeinlagen zum Besten, was wiederum andere zum Nachahmen inspiriert. Lediglich bei „The Ballad“, einer Ballade, wie man nur unschwer erkennen kann, wird es ruhig im Capitol. Doch von Melancholie, dem Substantiv, aus dem sich der Bandname Millencollin ableitet, fehlt jede Spur. Denn die punkigen Schweden versprühen alles andere als Schwermut oder Traurigkeit. Sanfter Pop-Punk und Melody-Core erklingen. Zeit zum Verschnaufen und Schnacken, ehe es Richtung Showdown geht. Doch davon ahnen die Punkrock-Fans bisher noch nichts. Schließlich brennt bei den drei Zugaben die Hütte: Die Songs „Penguins &amp; Polarbears“, „Hellman“ und „Bullion“ lassen die Fans jubeln. Zu Schade, dass nach einer gefühlten Stunde schon wieder die Lichter angehen. Die Zeit verging einfach wie im Flug!</p>
<p>Gleitet man bei Konzerten im Capitol üblicherweise wie ein Stück Seife durch die schweißgetränkte Menge, war dieses Festival wider Erwarten nicht mal annähernd ausverkauft. Über den Grund lässt sich nur spekulieren. Das Festival war jedoch ein voller Erfolg. Übrigens: Fat Belly aus Hannover und Detroit aus Italien waren die beiden Abräumer des punkigen Abends!</p>
<p><strong>Text: Anna Pakosch, Foto: Matthias Roman Schneider</strong></p>
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		<title>maybebop, opernhaus</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Aug 2011 12:29:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wenn schmachtende Blicke wie Blitze in der Nacht aufleuchten und feurige Rufe durch den Raum tönen, dann kann nur Maybebop im Opernhaus zu Gast sein! Die Ränge sind bis auf den letzten Platz besetzt, als das A-cappella-Quartett die Bühne betritt...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2012/01/36-89_SK_August_2011_729.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-14726" title="Maybebop" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2012/01/36-89_SK_August_2011_729-300x167.jpg" alt="" width="300" height="167" /></a>Wenn schmachtende Blicke wie Blitze in der Nacht aufleuchten und feurige Rufe durch den Raum tönen, dann kann nur Maybebop im Opernhaus zu Gast sein! Die Ränge sind bis auf den letzten Platz besetzt, als das A-cappella-Quartett die Bühne betritt, um das aktuelle Album „Extrem nah dran“ vorzustellen. Die Show des Ensembles ist intelligent, abwechslungsreich, witzig und amüsant – mit diesem Programm könnte man locker eine ganze Tageszeitung füllen.</p>
<p>Im Saal herrscht der Ausnahmezustand: Boygroup-Alarm, als Jan Malte Bürger (Countertenor), Lukas Teske (Tenor), Sebastian Schröder (Bass) und Oliver Gies (Bariton) das Publikum bestgelaunt begrüßen: „Draußen ist schönster Sonnenschein, was macht ihr dann hier um 16 Uhr im Dunkeln?“, fragt Jan rhetorisch und grinst. Spätestens nach dieser Ansage weiß auch der letzte Gast, warum er dem Tageslicht heute abgeschworen hat.</p>
<p>Nach einem kurzen Einleitungsrap geht’s gleich in die Vollen: Die Up-Tempo-Nummer „Kein Mann Für Eine Nacht“ lässt macht auf Anhieb Lust auf mehr. Das liegt auch daran, dass die vier Gute-Laune-Macher eigentlich immer einen Joke parat haben. Auch beim Singen muss mit kleinen Unterbrechungen des Stücks gerechnet werden! „Wenn man ein A-cappella-Konzert besucht, hat man bestimmte Vorstellungen“, heißt es von der Bühne und das Ganze mündet in ein Medley mit feinsten Pop-Perlen wie „Don’t Worry, Be Happy“ von Bobby McFerrin und „Caravan Of Love“ von den Housemartins. Glasklare Stimmen, treffsichere Interpretationen und eine charmante „Instrumentierung“ machen es schwer, ruhig auf dem Sessel sitzenzubleiben. Doch es geht bereits weiter. Die vier Musiker von Maybebop verstehen es, die Zeit in jeder Hinsicht anspruchsvoll auszufüllen. Nach einigen Anekdoten über die gute alte Zeit als Zivi, wird Oliver von seinen Kollegen aufgezogen. Seine Antwort lautet: „Panzerfahrn“. Der Song wurde ihm sprichwörtlich auf den Leib geschrieben. Endlich kann er mal so richtig die Sau rauslassen und entblößt beim Refrain seinen Oberkörper, woraufhin das weibliche Publikum tobt &#8230;</p>
<p>Nach einer kurzen Verschnaufpause gibt’s auch erneut Altbekanntes auf die Gehörgänge. Das umfassendste Medley des Konzerts beinhaltet Songzitate aus „Final Countdown“ von Europe, „Come As You Are“ von Nirvana, „Gold“ von Spandau Ballet, „Maria Magdalena“ von Sandra, „Wind Of Change“ von den Skorpions, „La Isla Bonita“ von Madonna, „Summer of 96“ von Bryan Adams und mehr. Witzige Requisiten wie die Schiebermütze von Lukas, die der von Klaus Meine gleicht, und die spritzige Choreografie der Show sorgen für eine Bombenstimmung im Opernhaus. Schön sind auch die Boygroup-Einlagen, mit denen Maybebop Bands wie Take That parodiert. Doch die Jungs können auch anders: „Sie liebt mich, sie liebt mich nicht“ bedient das Repertoire der Madrigale aus der Renaissance. Und auch ein echter Bebop darf nicht fehlen: „Es tanzt ein Bebop-Butzeman“ gleicht im Stil dem heutigen Modern Jazz. Sie sind schon „coole Säue“, wie die vier sich bescheiden auf ihrer Homepage nennen. Zum Abschluss gibt’s noch eine „extra krasse“ türkische Möchte-gern-Rapversion von „Mein kleiner grüner Kaktus“ und das original Sandmännchenlied. Maybebop? Jederzeit wieder!</p>
<p><strong>Anna Pakosch</strong></p>
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		<title>guitar wolf und chung, glocksee</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Aug 2011 12:26:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bandnamen können täuschen: Chung ist eben nicht der asiatische Part der Deutschland-Japan-Connection, die im gut gefüllten Café Glocksee ein Stelldichein gibt. Bassist Schwarzi hat sogar ein Heimspiel, seine beiden Mitstreiter kommen aus Bremen]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2012/01/36-89_SK_August_2011_728.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-14723" title="guitar wolf und chung" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2012/01/36-89_SK_August_2011_728-300x177.jpg" alt="" width="300" height="177" /></a>Bandnamen können täuschen: Chung ist eben nicht der asiatische Part der Deutschland-Japan-Connection, die im gut gefüllten Café Glocksee ein Stelldichein gibt. Bassist Schwarzi hat sogar ein Heimspiel, seine beiden Mitstreiter kommen aus Bremen. Im März hatte das Trio hier bereits einen Auftritt. Die Mischung aus Punk und Noiserock mit englischen Texten klingt nach den Cosmic Psychos der 90er Jahre, langsam kommt das Publikum auf Touren. Wie im Café Glocksee üblich, kommt der Sound relativ klar rüber, auch wenn man den Gesang schlecht versteht. Die Band präsentiert ein gerades, schnörkelloses Brett als Einstimmung auf das, was danach noch kommen soll. Den meist jüngeren Gästen gefällt’s. Nach knapp einer Stunde, inklusive einer Zugabe, wird die Bühne geräumt.</p>
<p>Nach kurzer Umbaupause kündigt Motorsägensound den Hauptact an: Guitar Wolf ist da! Die drei Jungs, die nun die Bühne betreten, scheinen direkt einem Manga-Comicstrip entsprungen zu sein. Gitarrist und Frontman Seiji schickt meinen Nebenmann backstage zum Bierholen, gießt sich ein Herri auf ex in den Hals und verteilt die übrigen drei bis vier Halbe großzügig im Publikum.</p>
<p>Dann geht der vielleicht dreckigste Speed-Rock’n’Roll aller Zeiten los. Schlagartig startet vor der Bühne der Pogo, als wenn ein Eckball in den Strafraum segelt, was mir das Fotografieren nicht unbedingt erleichtert. Seiji benutzt seine Klampfe als Knarre und zielt ins Publikum, die Show strotzt vor Power. Spätestens seit Tarrantinos „Kill Bill“ weiß man: Japan-Rock ist etwas heftiger als hierzulande. Durchaus glaubhaft benennt die 1987 gegründete Combo sowohl die Ramones als auch Bruce Lee als ihre Vorbilder. Manchmal ist es einfach nur wirrer Krach, ab und an geht aber ein kompromissloser schneller Rhtyhmus in Ohr und Bein, vereinzelt sind auch Blues-Elemente zu hören. Zwischendurch reißt Bassist UG die dickste der eh nur drei vorhandenen Saiten seines Instruments, dessen unterer Teil praktischerweise gleich abgesägt wurde. Dem Ersatzbass fehlt ebenfalls die G-Saite – wer braucht die schon? „Drum Wolf“ Toru macht hinter seiner Schießbude noch den konzentriertesten Eindruck, und Seiji hat bald wieder Durst. Diesmal muss es härterer Stoff sein: „Tequila! Tequila!“ Sein Ruf wird bald erhört, und ihm wird eine noch zu einem Drittel gefüllte Flasche gereicht. Seiji leert sie in einem Zug. Möglicherweise wegen augenblicklicher Gleichgewichtsstörungen holt der Frontmann kurz darauf einen Zuhörer auf die Bühne, hängt ihm seine Gitarre um und zeigt ihm einen Akkord, der allerdings erst hörbar wird, nachdem etwas später das Instrument eingestöpselt wird.</p>
<p>Bei der Zugabe nach 90 Minuten merkt man wieder: Sie können es tatsächlich, der eingängige Song geht gut ab, hat Drive und durchaus Qualität. Band und Publikum wollen noch mehr: Auf der Bühne wird eine Pyramide mit Zuschauern gebaut, und Leitwolf Seiji mischt sich unter das tanzende Volk. Als niemand mehr damit rechnet, erscheint er erneut für ein letztes Soloständchen. Dann haben alle Beteiligten endlich genug. Um kurz vor 2 Uhr ist ein denkwürdiger Live-Event vorbei.</p>
<p><strong>él</strong></p>
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		<title>precious few, café glocksee</title>
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		<pubDate>Fri, 01 Jul 2011 11:20:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Stimme von Barbara Hoefgen, ihres Zeichens Bandmitglied von Precious Few, wird häufig mit der Stimme der deutschen Sängerin Nico verglichen. Klingt auf den ersten Blick für einige vielleicht unspektakulär. Aber wenn man bedenkt...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/08/54-88_SK_Juli_2011_725.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-13355" title="barbara" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/08/54-88_SK_Juli_2011_725-237x300.jpg" alt="" width="237" height="300" /></a>Die Stimme von Barbara Hoefgen, ihres Zeichens Bandmitglied von Precious Few, wird häufig mit der Stimme der deutschen Sängerin Nico verglichen. Klingt auf den ersten Blick für einige vielleicht unspektakulär. Aber wenn man bedenkt, dass Nico, alias Christa Päffgen, mit Lou Reed und Velvet Underground sang und obendrein auch noch mit Bob Dylan zusammen arbeitete, kann man ungefähr erahnen, wie überdimensional das Kompliment gemeint ist. Doch während The Velvet Underground &amp; Nico die US-amerikanische Ostküste in den 60er Jahren eroberten, beziehen Precious Few ihre musikalischen Wurzeln eher aus der etwas gemäßigteren Hippie-Szene der Westküste Kaliforniens. Überhaupt weist die gesamte Setlist interessante musikalische Parallelen dazu auf. Vergangenen Monat trat die Band aus dem südlichen Nordrhein-Westfalen im Rahmen von „Ruby Tuesday“ zu später Stunde im Café Glocksee auf.</p>
<p>Erst kurz vor Mitternacht betritt das Duo um Chris Wiegelmann (Akustik-Gitarre) und Barbara Hoefgen (Gesang) nach dem Eröffnungs-Set des befreundeten Schotten Steve Crawford die Bühne. Mit „Barbary Lane“, einer romantischen Indie-Up-Tempo-Nummer, die mit ihren Gitarrenriffs teilweise an Stücke von Oasis oder auch Blumfeld erinnert, haben sie das Publikum schnell auf ihrer Seite. Das darauf folgende „Tales Of The City“ dagegen ist eine Offenbarung oder besser gesagt – eine Liebeserklärung an die vielleicht schönste Stadt der Welt: San Francisco! Als Barbara zu den Zeilen „Yesterday I lost my dog in the Park, then I bought flowers &#8230;“ anstimmt, sehnt man sich fast nach einem Acid Trip im Golden Gate Park am Rande des legendären Hippie-Viertels Haight-Ashbury. Es wird Zeit, das Publikum etwas runter zu holen – und die beginnt mit einem längeren Intro zu dem Song „The Girl“, bei dem Steve Crawford das Duo mit Percussions unterstützt. Spätestens hier fällt auf, wie wunderbar die glasklare Akustikgitarre mit der einfühlsam-rauen Stimme harmoniert. Überhaupt scheint die Band aus Bonn mit sich und der Welt im Reinen zu sein, was möglicherweise an der klaren Aufgabenregelung liegt: Sängerin Barbara Hoefgen schreibt die Texte und Melodien, der Gitarrist Chris Wiegelmann kümmert sich um die Gitarrenparts.</p>
<p>Weiter geht’s mit „Further“. Bei diesem emotionalem und eingängigem Liebeslied sowie der betörenden Gitarrendarbietung, unterstützt durch Steve Crawford, würden selbst die Oasis-Brüder Liam und Noel Gallagher vor Neid erblassen. Der Song „This House“ ist ein ganz persönliches Stück. Wer genau hinhört, kann zwischen den Songzeilen über Kindheit, Heimatgefühl und die Abwesenheit eines Familienmitglieds eine melancholische Geschichte hören. Dann darf auch wieder getanzt werden. Mit der Preisfrage „Wie heißt der zweite Mann, der auf dem Mond war?“ stimmt Barbara Hoefgen zu „The Astronaut“ ein. Und wer außerdem die Antwort „Buzz Aldrin“ weiß, kann sich jetzt über eine Live-EP von Precious Few freuen. Mit „Precious Life“, das in der Einleitung an Simon &amp; Garfunkels „Cecilia“ erinnert und in beinahe rockige Passagen übergeht, entlassen Precious Few das Publikum in die Partynacht. Ein runder Auftritt mit Indie-Akustik-Melodien, der länger dauerte als jedes bisherige Ruby-Tuesday-Konzert, aber trotzdem verging die Zeit wie im Flug!</p>
<p><strong>Text: Anna Pakosch, Fotos: Christian Becker</strong></p>
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		<title>herbert grönemeyer, awd-arena</title>
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		<pubDate>Fri, 01 Jul 2011 11:17:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wahnsinn! Das hannoversche Stadion ist ohnehin eines der beeindruckendsten der Republik. Aber wenn 45.000 bestens gelaunte Menschen bei traumhaften Sonnenschein, und noch ehe der Chef persönlich das Stadion betritt...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/08/54-88_SK_Juli_2011_724.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-13352" title="herbert grönemeyer" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/08/54-88_SK_Juli_2011_724-237x300.jpg" alt="" width="237" height="300" /></a>Wahnsinn! Das hannoversche Stadion ist ohnehin eines der beeindruckendsten der Republik. Aber wenn 45.000 bestens gelaunte Menschen bei traumhaften Sonnenschein, und noch ehe der Chef persönlich das Stadion betritt, eine Party steigen lassen, dann ist es einfach unmöglich, sich als unbeteiligter Zaungast dieser Magie zu entziehen! Da betritt aber auch schon Herbert Grönemeyer – mit grauem Sakko und leuchtend-roten Sneakers bekleidet – die Bühne vor der Nordkurve, und stimmt euphorisch zu lauten Bässen „Schiffsverkehr“ an. Auf riesigen Videoleinwänden erscheinen nebenher Ausschnitte des gleichnamigen Videos sowie aktuelle Live-Aufnahmen von Herbert selbst. „Herzlichen Glückwunsch zur Europa League“ – mit dieser Begrüßung hat er spätestens jetzt bei Hannoveranern einen Stein im Brett.</p>
<p>Weiter geht’s mit einem tanzenden Grönemeyer bei „Fernweh“, engagierten Background-Sängerinnen und einheizenden Sprüchen vom Chef: „Seid ihr denn gut eingecremt – oder habt ihr jetzt schon braunen Teint?“ Dann folgt auch schon der erste Knaller des Abends: Als Grönemeyer sein „Tief im Westen“ singt, ist das Publikum schnell außer Rand und Band. Passend zu seinem Song „Bochum“ wird rot gefärbter Dampf von der Bühne in die Luft gewirbelt. Dem Entertainer ist die Freude wahrlich ins Gesicht geschrieben. Er witzelt und flirtet mit dem Publikum. Dabei ist er sich nicht zu schade, sich selbst auf den Arm zu nehmen: „Die zentrale Frage ist doch: Wie sehe ich aus? Dann: Sitzen die Haare? Und dann: Wie ist die Stimmung?“ Und welcher Song könnte daraufhin thematisch besser passen als sein Dauerbrenner „Männer“? 45.000 ergriffene Menschen singen, schreien und gröllen sich die Seele aus dem Leib. Je später der Abend, desto lauter das Stadion. Entsprechend verhält es sich bei Herberts Hit „Was soll das?“ &#8230;</p>
<p>Grönemeyer hat sein Publikum längst im Griff und nutzt jetzt diesen Raum für Emotionen: Bei der Ballade „Der Weg“, einer Widmung an seine verstorbene Frau, lässt das textsichere Publikum keine Zeile aus. Und wer sich umschaut, kann bei gerührten Gästen Tränen kullern sehen. Es folgen ein paar schwächere Stücke vom aktuellen Album „Schiffsverkehr“ sowie einige politische Statements, bei denen Grönemeyer unter anderem den Abzug der Soldaten aus Afghanistan fordert. Doch die meisten Gäste wollen (leider) nichts davon hören und sich lieber den angenehmeren Dingen des Konzerts widmen, wie den darauf folgenden Hits „Alkohol“ und „Mensch“. Die untergehende Sonne, die eingängigen Songzeilen, die tanzenden Gäste sowie Herberts Gitarre und Keyboard im Wechsel tun ein Übriges, und die Stimmung erreicht den Höhepunkt.</p>
<p>Längst liegt der Nachthimmel über dem Stadion, als Grönemeyer zu einem gewaltigen Zugabe-Set ausholt. Bei „Land unter“ und „Flugzeuge in meinem Bauch“ gehen rund 90.000 Hände in die Luft und verwandeln das die AWD-Arena in ein Lichtermeer. Bleibenden Eindruck aber hinterlässt vor allem der offizielle Song der Fußball-WM 2006, „Zeit, dass sich was dreht“. Der vom Publikum gesungene Refrain ist noch lange nach dem Konzert zu hören. Begeisterter Applaus für Herbert Grönemeyer, der sebst sichtlich gerührt in die Menge blickt, ehe er das Stadion verlässt: „Unfassbar! Viel schöner geht’s für mich wirklich nicht.“</p>
<p><strong>Anna Pakosch</strong></p>
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		<title>hundreds, café glocksee</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Jun 2011 15:18:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
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		<description><![CDATA[„Verträumt“ ist das Wort, das die Musik von Hundreds vielleicht am besten beschreibt. Das musikalische Duo mit Evas sanfter und trotzdem kraftvoller Stimme und ihrem sechs Jahre älteren Bruder Philipp, der für die Klavierklänge, elektronischen Drums und Synthiemelodien zuständig ist, begeistert und beflügelt – soviel mal vorweg...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Verträumt“ ist das Wort, das die Musik von Hundreds vielleicht am besten beschreibt. Das musikalische Duo mit Evas sanfter und trotzdem kraftvoller Stimme und ihrem sechs Jahre älteren Bruder Philipp, der für die Klavierklänge, elektronischen Drums und Synthiemelodien zuständig ist, begeistert und beflügelt – soviel mal vorweg – an diesem Abend auch die Zuschauer im Café Glocksee. Philipp studierte Klavier und ist seit Jahren Profimusiker. Wenn man sich so nahe steht, wie es bei Geschwistern der Fall ist, sei auch in der Musik blindes Verständnis möglich, sagt Eva. Vielleicht ist dieses blinde Verständnis auch schon das ganze Geheimnis.</p>
<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/08/52-90_SK_Juni_2011_723.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-13215" title="hundreds" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/08/52-90_SK_Juni_2011_723-238x300.jpg" alt="" width="238" height="300" /></a>Was entsteht, wenn die beiden zusammenwirken, ist „Musik zum Hinwegträumen“, atmosphärisch und intensiv – szenig trotz der Popeinschläge. „Wer in die Klangwelt des Geschwisterpaares eintritt, verlässt den festen Boden“, ist auch bei Tracks zu hören, dem Arte-Musikmagazin.</p>
<p>Mit „Wait For My Raccoon“ eröffnete Hundreds das Konzert. Eva wirkt in ihrer Erscheinung elfenhaft und durch das bunte Licht, das die beiden umflutet, und die Lichtmuster der Lichtanlage wird das Publikum noch ein kleines bisschen mehr der Wirklichkeit entrückt. Spätestens bei „Write the Streets“ dürfte die Atmosphäre alle gefangen genommen haben. Es gibt aber auch Songs, die sehr vital daherkommen, zum Beispiel „Song For A Sailor“. Eine junge Frau aus dem Publikum singt begeistert den ganzen Text vor sich hin, wendet die Augen nicht ein einziges Mal von der Bühne ab und demonstriert vermutlich unbewusst mit der Handfläche auf der Brust, dass die Musik von Hundreds längst zu ihrer Herzensangelegenheit geworden ist.</p>
<p>Traumhaft sind die Songs von Hundreds, und passend dazu ist auch die Geschichte um die Entstehung des Bandnamens: Eva hat geträumt, dass sie sich vervielfachen würde, ihr Bruder ebenfalls. „Wir waren Hunderte!“, erzählte sie danach ihrem Bruder. Und so wurde „Hunderte“ zu ihrem Bandnamen. Das Traumhafte ist ein beständiges Motiv in ihrer Musik, ein zweites wiederkehrendes Motiv ist Wasser. „Das ganze Leben lang zieht es mich zum Wasser“, sagt Eva. „Es beruhigt irgendwie.“ In ihre Songs bauen Hundreds Geräusche aus der natürlichen Umwelt ein. Bei „Fighter“ haben sie zum Beispiel einen Stein in einen gefrorenen See geworfen und das Geräusch aufgenommen. „Das klang total toll, deswegen haben wir das dann in das Lied eingebaut.“ Auch das CD-Cover ist passend: Schemenhaft, in einem grauen Blau, zeigt es einen im Wasser schwebenden Körper.</p>
<p>Am Ende des Konzertes werden fleißig CDs und T-Shirts der Band gekauft und anschließend über die Show und die Musik diskutiert. Ein Geheimtipp auf der Kippe, denn lange wird Hundreds kein Geheimtipp mehr sein, da sind sich alle einig. In Rezensionen über das Album von Hundreds ist oftmals von „Melancholie“ die Rede. Melancholie impliziert aber zwangsläufig Schwermut und diese ist in der Musik von Hundreds eigentlich nicht zu finden. Hundreds schafft es, ruhige, gehaltvolle Songs ohne schwermütigen Unterton zu produzieren. Fazit: Nicht nur die Musik, vor allem die Live-Auftritte von Hundreds sind unbedingt zu empfehlen. Demnächst sind die beiden allerdings vorwiegend europaweit unterwegs. Nach den Niederlanden folgen Belgien und Frankreich. Eine zeitnahe Möglichkeit Hundreds, live in der Nähe zu erleben, bietet das Appletreegarden-Festival in Diepholz (zwischen Osnabrück und Bremen) am 23. Juli.</p>
<p><em><strong>Text: Janine Klemmt / Foto: Andreas Körner</strong></em></p>
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		<title>milow, musikzentrum</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Jun 2011 15:16:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Sanfte Klänge, zarte Arrangements und eine charismatische Stimme: Im Mai verzückte der belgische Singer-Songwriter Milow das Publikum im ausverkauften Musikzentrum. Im Gepäck hatte Jonathan Vandenbroeck, wie Milow mit bürgerlichem Namen heißt, sein drittes Studioalbum „North and South“.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sanfte Klänge, zarte Arrangements und eine charismatische Stimme: Im Mai verzückte der belgische Singer-Songwriter Milow das Publikum im ausverkauften Musikzentrum. Im Gepäck hatte Jonathan Vandenbroeck, wie Milow mit bürgerlichem Namen heißt, sein drittes Studioalbum „North and South“.</p>
<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/08/52-90_SK_Juni_2011_722.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-13212" title="Milow" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/08/52-90_SK_Juni_2011_722-238x300.jpg" alt="" width="238" height="300" /></a>Punkt 20 Uhr betritt der Frauenschwarm mit seiner Akustikgitarre die Bühne. Noch ehe der auf ihn gerichtete Spot angeht, zupft er sanft die Saiten und gibt seine Ballade „I ain&#8217;t Scared“ zum Besten. Bescheiden, fast schüchtern, steht er da, mit wenig Haar, aber viel Gefühl in der Stimme. Dann betritt auch Milows Band die Bühne und stimmt mit dem 29-Jährigen zum Gute-Laune-Pop an: „Dreamers and Renegades“ und „Rambo“ vom aktuellen Album. Letzteres Lied handelt von Kindheitshelden: Rambo, Feuerwehrmann, Magier – es sind die typischen Träume eines kleinen Jungen. „Hi, alles gut?“, begrüßt Milow im überraschend dialektfreien Deutsch sein Publikum und verzaubert damit seine weiblichen Gäste endgültig. Weiter geht’s mit fröhlichen Up-Tempo-Nummern wie „She Might She Might“ und „Little in the Middle“, die das Publikum auf die Höhepunkte des Konzerts einstimmen. Bei „Ayo Technology“, seinem europaweit erfolgreichen Nr.-1-Coverhits des gleichnamigen Songs von 50 Cent, Justin Timberlake und Timbaland gerät das Publikum in euphorische Tanz-stimmung. Was Milow animiert, den Song in die Länge zu ziehen. Dann wird es ruhig, und der Belgier präsentiert dem Publikum seine verletzliche Seite: „KGB“ ist ein Song, in dem der Musiker den Tod seines Vaters balladesk verarbeitet. Das geht unter die Haut, Milows Fans bekommen Gänsehaut, und auch der er zeigt sich anschließend sichtlich gerührt und etwas verloren: „It&#8217;s so cold outside. But talking about the weather is shit. I&#8217;m sorry.“ Doch spätestens beim aktuellen Ohrwurm „You and Me (in my Pocket)“ ist die gelöste Atmosphäre wieder hergestellt. Frauen und Männer schwingen die Hüften, und Milow legt noch eins drauf: Bei seinem Hit „You don&#8217;t Know“ singen alle mit.</p>
<p>Übrigens: Mit diesem Song trat der Sänger 2004 zum ersten Mal im Rahmen des Musikwettbewerbs Humo&#8217;s Rock Rally vor einem größeren Publikum auf. Obwohl sein Stück die Jury begeisterte, konnte sich Milow damals im Finale nicht einen der begehrten Podiumsplätze sichern. Trotzdem brachte er unter Eigenregie und mithilfe des Produzenten Nigel Powell sein Debütalbum „The Bigger Picture“ heraus. Und obwohl auch dieses vorerst erfolglos blieb, gab Milow nicht auf. Seine Wettbewerbslied brachte schließlich doch Glück: Mit der Veröffentlichung der Single „You don&#8217;t Know“ begann im Frühjahr 2007 der kommerzielle Erfolg, sodass die Telekom den Song für ihre Werbung nutzte. Im Zuge dessen stieg schließlich auch Milows Debüt in die Charts.</p>
<p>Weiter geht&#8217;s mit einem Bunte-Tüte-Mix aus sanften Balladen und leichten, heiteren Up-Tempo-Nummern: Auch „Never Gonna Stop“ fügt sich in das typisch musikalische Milow-Muster ein und „Little In The Middle“ lädt zu weiteren Publikumshüpfern ein. Alles in allem eine kompakte Liveshow voller Pop zum Träumen ohne rockige Ausreißer oder viel Raum für Improvisationen. Milow liefert lieber eine authentische Präsentation seiner drei Studioalben ab, und dem Publikum gefällt&#8217;s. Zum Schluss darf dann noch einmal gekuschelt werden: Mit seiner Background-Sängerin schmettert Milow im Duett gefühlvoll „Out of my Hands“. Das Lied, im Original mit der norwegischen Sängerin Marit Larson aufgenommen, animiert alle Verliebten zum Küssen.</p>
<p>Für diejenigen, die nicht dabei sein konnten, gibt’s eine gute Nachricht: Aufgrund der großen Nachfrage kommt Milow am 03. November 2011 wieder nach Hannover – dann in die AWD-Hall!</p>
<p><em><strong>Lotta Caspers</strong></em></p>
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		<title>tok, tok, tok, pavillion</title>
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		<pubDate>Sun, 01 May 2011 09:45:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Alles in allem ein exquisites Beatlesprogramm voller wunderbarer Entfremdung, das den gecoverten Songs der britischen Pilzköpfe neue Seele verleiht, ohne dabei die Identität Tok Tok Toks zu verleugnen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/05/46-89_Stadtkind_Mai_11_7221.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-11653" title="46-89_Stadtkind_Mai_11_72" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/05/46-89_Stadtkind_Mai_11_7221-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" /></a>Deutschlands Soul-Jazz-Export Nummer 1: Seit Jahren sind Tok Tok Tok aus der europäischen Acoustic-Soul- und Jazz-Szene nicht mehr wegzudenken, wie ihre zahlreichen nationalen und internationalen Preise beweisen. Zum zehnjährigen Bandjubiläum sind sie erneut im Pavillon, wieder einmal mit einem besonderen, musikalischen Leckerbissen im Gepäck: Die bekennenden Beatles-Fans stellen ihr aktuelles Album „Revolution 69“ vor, auf dem sie 15 ihrer liebsten Songs quer durch alle Schaffensperioden der Beatles und in ihrem unvergleichlichen Acoustic-Soul-Sound präsentieren.</p>
<p>Punkt 20 Uhr betreten Morten Klein (Tenorsaxofon, Schlagzeug, Gitarre), Ritchie Staringer (Fender Rhodes) und Christian Flohr (Kontrabass, E-Bass) die rötlich-blau beleuchtete Bühne. Mit leisen Saxofon-Tönen stimmt Morten Klein zu einem betörenden Intro ein, ehe sie erscheint und zum Mikro greift: Tokunbo Akinro (Gesang) – im schwarzen Hosenanzug, einem taillenbetonenden Gürtel und glitzernden High Heels. Drei Takte später entpuppt sich das Saxofon-Intro als groovige Version des Beatles-Klassikers „All The Lonely People“. Kurze Zeit später bewegt sich die gebürtige Nigerianerin mit geschlossenen Augenlidern und einem sexy Hüftschwung zu „Day Tripper“ und in ihrer anmutigen Stimme liegt etwas Liebes, Weiches, dass sogar Schokolade zum Schmelzen bringen könnte: „Wir wollen euch alle auf eine Entdeckungsreise einladen und haben einige Anekdoten der Beatles mitgebracht!“ Vor etwa vier Jahrzehnten kam das Finanzamt auf Paul McCartney zu und verlangte eine satte Nachzahlung. Daraufhin bekam der Pilzkopf den Blues und schrieb „Taxman“. Tok Tok Tok drehen den Spieß um und verarbeiten den Song zu einer Up-Tempo-Nummer. Den Blues allerdings bekamen die Jazzer auch, als sie vor Jahren auf Baltrum eine Ode an Ray Charles im Südstaaten Flair komponierten. Heraus gekommen ist dank der Schlecht-Wetter-Front der wunderschöne Blues „Oh Lord“ vom „Soul II Soul“-Album, den sie nun zum Besten geben. Und während Tokunbo ihn singt, erinnert sie in ihrem Stil und ihrem wilden, krausen Haar an die junge Aretha Franklin oder Etta James. Weiter geht’s mit dem Fab Four-Erfolgshit „Help“, den John Lennon ursprünglich in einer melancholischen Version verfasste. Tok Tok Tok tun ihm den Gefallen und das Ergebnis kann sich hören lassen. Tokumbo setzt zum A-cappella an und ihre Stimme sorgt für Gänsehaut-Feeling. Auch beim Song „You drive me crazy“ vom Album „Ruby Soul“ wird sie lediglich von Morten per Gitarre sanft begleitet. Es handelt von Freundschaft, vom Kirschenklauen beim Nachbarn und all den tollen Sachen, die man mit Freunden gerne macht. Dann wird es wieder fetziger: Das bunt gemischte Publikum schnipst mit den Fingern und wippt mit den Füßen zur Soul-Adaption des Beatles-Songs „Come together“. Lediglich die balladeske Cover-Version zu „Lady Madonna“ wirkt etwas verloren in ihrer äußerst ruhigen Interpretation. Zum Schluss gibt’s noch einige ganz besondere Glanzstücke: „Invitation“, eines der ersten Tok-Tok-Tok-Stücke, das die Band je aufgenommen hat, entpuppt sich als zauberhafte Old-School-Perle: Dominanter Bass gewürzt mit gekonnt platzierten Saxofon-Akzenten und dazu Tokunbos zurückhaltender Gesang – einfach klasse. Zum Schluss darf dann noch einmal britisch gegroovt werden zu „Working Day And Night“. Die Jungs hauen in die Tasten und zupfen die Saiten in abwechselnden Soli während Tokunbo ausgelassen tanzt und ihre sinnlich-betörende Stimme den Zuschauern ein letztes Lächeln entlockt. Kleine elektrische Spielereien runden die Version ab. Fast wirkt die Interpretation wie eine experimentelle Disco-Nummer.</p>
<p>Alles in allem ein exquisites Beatlesprogramm voller wunderbarer Entfremdung, das den gecoverten Songs der britischen Pilzköpfe neue Seele verleiht, ohne dabei die Identität Tok Tok Toks zu verleugnen. Mehr Soul geht nicht!</p>
<p><strong>Anna Pakosch</strong></p>
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		<title>nosliw, faust</title>
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		<pubDate>Sun, 01 May 2011 09:16:01 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Wer die Wahl hat, hat die Qual: „Es sind so viele hier, dabei ist doch Lena in der Stadt“, begrüßt Nosliw das gut gelaunte Faust-Publikum. Entsprechend begeistert klatscht dieses dem erfolgreichen Reggae-/Dancehall-Sänger zu und stößt ein paar „Buh“-Rufe für die Grand Prix-Gewinnerin aus.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/05/46-89_Stadtkind_Mai_11.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-11649" title="46-89_Stadtkind_Mai_11" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/05/46-89_Stadtkind_Mai_11-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" /></a>Wer die Wahl hat, hat die Qual: „Es sind so viele hier, dabei ist doch Lena in der Stadt“, begrüßt Nosliw das gut gelaunte Faust-Publikum. Entsprechend begeistert klatscht dieses dem erfolgreichen Reggae-/Dancehall-Sänger zu und stößt ein paar „Buh“-Rufe für die Grand Prix-Gewinnerin aus. Kein Wunder: Hat doch das hannoversche Soundsystem Rebel Sound den Gästen zuvor am Mic und an den Reglern mit Beats von Gentleman, Sean Paul bis hin zu UB 40 ordentlich eingeheizt. Bescheiden betritt Nosliw die Bühne, nachdem er bereits aus dem Hintergrund sein Intro ins Mic schmetterte. Im Gepäck hat er eine Remix-Version von „Soulforce“ auf seinem aktuellen Album „Heiß &amp; Laut“.</p>
<p>Bereits beim den Openern „Yes“ und „Pramm Pramm“ tanzen die Faust-Gäste ordentlich mit: Hüftschwung seitens der Damen mit Dreads, HipHop-Gesten von den harten Kerlen. Nosliw selbst trägt Baggyjeans, ein dunkles Shirt und natürlich zwei seiner Markenzeichen: markanter Bart und Cap. Schließlich stammt er selbst aus der klassischen HipHop-Szene inklusive englischer Texte, ehe er Mitte der 90er dank seines Kumpels Nattyflo die Pforten in Richtung Reggae, Dancehall und deutschsprachiger Texte öffnete. Weiter geht’s mit dem Song „Heiß &amp; Laut“ von dem gleichnamigen Album. Hat der Berliner bisher Gas gegeben, schaltet er jetzt noch einen Gang höher in Richtung Drum &amp; Bass. Dem Publikum gefällt’s: Es ist niemand mehr im Raum, der bei diesem Sound stillstehen kann. Hier und da sind ein paar süßlich-grüne Krautwolken zu bemerken, die das Event geschmacklich unterstreichen. Dann wird es etwas ruhiger: „Hier ist so viel Liebe im Raum! Das nächste Stück ist für alle, die an Liebe glauben!“ Mit „Königen“, einem Duett mit Max Herre von Nosliws Debütalbum „Mittendrin“, bringt der Gute-Laune-Mann auch seine romantische Seite zum Ausdruck. Und wieder ein Übergang: diesmal zu Sunshine-Reggae-Roots. Die Mädels tragen inzwischen kurze Tops – in der Faust herrschen an diesem Abend bereits jetzt schon sommerliche Temperaturen. Dann gibt es einen besonderen Leckerbissen, und zwar nicht nur für die Ladies. Mit „Walk like an Egyptian“ hat Nosliw den Song der „Bangles“ adaptiert und auf seine Beats gemünzt. Überall im Raum erklingt nun ein einheitliches „Eeeeeooooeeeeeooo“. Aber auch Sozialkritik spielt bei Eric Alain Wilson, wie Nosliw mit bürgerlichem Namen heißt, eine wichtige Rolle: „Geht es uns an“ und „Nur dabei“, das auf Seed-Beats basiert, handeln von politischen und sozialen Missständen unserer Gesellschaft. Was für eine geballte Energie: Nosliw weiß, was sein Publikum will. Und es will definitiv eine groovige Zugabe. Mit den treibenden Titeln „Alarm“, „Yeahyeahyeahyeahyeah“ und einem Freestyle-Rap überlässt er das Publikum wieder dem für die After-Show-Party sorgenden Soundsystem „Rebel Sound“. Dabei holt er seine Crew und sämtliche Fans auf die Bühne, die ausgelassen mit Nosliw tanzen, feiern und ihre Shirts ins Publikum werfen. Ein perfekter Abend voller feinster und abwechslungsreicher Reggae-, Dancehall- und HipHop-Tunes, wie sie im Buche stehen. Höhepunkt des Abend aber bleibt wohl Nosliws eingängigster Song, eine Ode an die schönste Nebensache der Welt: die Musik! „Du warst schon lange da und du wirst immer sein, solang die Luft deinen Schall trägt. Du bist das Bindeglied das alle Welt vereint, was uns den Schutz und Halt gibt. Du nimmst mir das Gewicht in harten Zeiten, hilfst mir meine Horizonte stetig zu erweitern. Du bringst mich wieder runter oder kickst mich wieder rauf. Ja, ich kann sagen, dass ich dich zum Überleben brauch! Eines der größten Geschenke, doch ich geb’ dich gerne weiter, weil ich weiß, dass du immer bei mir bleibst, yah!“</p>
<p><strong>Anna Pakosch</strong></p>
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		<title>beatsteaks, awd-hall</title>
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		<pubDate>Fri, 01 Apr 2011 16:29:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Beatsteaks-Konzert ist wie ein schweißtreibender Fat-Burner-Kurs im Sportstudio. Einfach mal die Sau rauslassen! Punkt 21 Uhr fährt eine gigantische Vinylplatte die Bühnenleinwand hoch und Arnim Teutoburg-Weiß (Gesang, Rhythmus-Gitarre), Bernd Kurtzke (Lead-Gitarre, Hintergrundgesang), Peter Baumann (Rhythmus-Gitarre), Thomas Götz (Schlagzeug, Hintergrundgesang) und Torsten Scholz (E-Bass) stürmen die ausverkaufte AWD-Hall. Die Stimmung auf und vor der Bühne ist bombastisch und bereits beim Opener „Atomic Love“ wird wild gepogt und abgespackt.</p>
<p>Im schwarzweißen Streifenshirt und mit Hut flitzt Arnim wie eine brennende Hummel mit Vollgas über die Bühne. Sein verschwitztes Shirt wird er an diesem Abend noch ganze fünf Mal wechseln. „Hannover hat 600.000 Einwohner, die geilsten und best aussehendsten 6.000 sind heute Abend hier!“ Und die Menge jubelt den Jungs so zu wie den Hannover 96-Spielern beim jüngsten Sieg gegen die Bayern im heimischen Stadion.</p>
<p>Bierbecher, Wasserflaschen und aufgeblasene Kondome fliegen durch den Inneraum. Bei „Milk &amp; Honey“ lässt der Frontman seine Lenden kreisen und bringt das weibliche Publikum in Rage. Auch die harten Jungs werden umsorgt: „Sind hier einige Punker unter euch?“ Da Turbostaat als Vorband ausfiel, übernehmen jetzt die Beatsteaks diesen Part. Arnim greift zur Gitarre, Thomas verprügelt sein Schlagzeug und Bernd schreit sich bei dem Turbostaat-Klopper „Frieda Und Die Tauben“ die Punkerseele aus dem Leib. Als bei Arnim kurzfristig die E-Gitarre ausfällt, animiert er die Leute den Beatles-Klassiker „Hey Jude“ zu schmettern, während er sein Instrument wieder zum Laufen bringt. Es soll nicht das letzte Cover des Auftritts gewesen sein.</p>
<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/05/56-89_April_SK_2011_722.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-11168" title="beatsteaks" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/05/56-89_April_SK_2011_722-291x300.jpg" alt="" width="291" height="300" /></a>Text-unsicherheiten gibt’s lediglich auf der Publikumsseite bei den Titeln „Under A Clear Blue Sky“ und „Boombox“ vom aktuellen, gleichnamigen Album. Der Sound ist weniger alternative-punkig als seine Vorgänger, dafür umso reggaemäßiger und poppiger durchgespült. Aber auch die Jungs von Beatsteaks dürfen sich dem Kommerz in die Arme werfen und ans Geld verdienen denken. Der Großteil der Fans stört sich daran jedenfalls nicht: We don’t care as long as you sing! Weiter geht’s mit „Big Attack“, „Cut Off The Top“ und „Jane Became Insane“ – Arnim wie immer in hyperaktiver Bewegung, reizt das Potenzial der Bühne aus, läuft von einem Ende zum nächsten und wagt einen Sprung ins Publikum! Wie ein Stück Seife gleitet er über einige der 12.000 rettenden Hände. Bei „Hello Joe“ sind die Fans dann vollkommen außer sich. Die Wangen glühen, die Luft ist stickig, heiß und säuerlich angereichert vom Tanzschweiß – das ist purer Rock’n’Roll!</p>
<p>Dann wird es dunkel und das Scheinwerferlicht fällt nur auf Alleinunterhalter Arnim und sein Keyboard: „Man kann mich ja auch für Hochzeiten buchen“, grinst er und gibt Paul Ankas Schmachtfetzen „Put Your Hand On My Shoulder“ zum Besten. Das Ding kann noch ganz andere, tolle Sachen und entführt das Publikum auf eine Zeitreise durch die Popmusik: Chemical Brothers, The White Stripes und sogar Daft Punk werden angerissen. Dabei tanzt der Leadsänger technomäßig wie ein galoppierender Hengst auf der Stelle. Wird Arnim niemals heiser? Jetzt heißt es noch einmal sammeln: Bei der Interpretation von „Let Me In“ und „Summer“, den Titeln die die Beatsteaks erst berühmt machten, werden die Fans Zeugen der geballten 15-jährigen Bandgeschichte.</p>
<p>Die Zeit vergeht wie im Sturzflug. Mit dem Rausschmeißer „I Don’t Care As Long As You Sing“ in Überlänge und einer Lobeshymne auf die hannoverschen Musiker von den Scorpions ziehen die Jungs in den wohl verdienten Feierabend. Um die Bühnenpräsenz in ihrer Vollkommenheit zu erfassen, fehlt es der deutschen Sprache an euphorischen Kraftausdrücken: explosiv, atemberaubend, berauschend, energetisch. Was für ein Fest!</p>
<p><strong>Text: Anna Pakosch, Foto: Holger Bücker<br />
</strong></p>
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		<title>anajo, faust</title>
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		<pubDate>Fri, 01 Apr 2011 16:23:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Spätestens seit dem Bundesvision Song Contest 2007 haben sich Anajo in der bunten Welt der Popmusik und Festivals etabliert. Im März stellten Anajo ihr frischgepresstes, drittes Studioalbum „Drei“ in der Faust vor.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Spätestens seit dem Bundesvision Song Contest 2007 haben sich Anajo in der bunten Welt der Popmusik und Festivals etabliert. Dafür hat sie die bayerische Regierung höchstpersönlich mit dem Musiklöwen für die beste bayerische Indieband ausgezeichnet. Im März stellten Anajo ihr frischgepresstes, drittes Studioalbum „Drei“ in der Faust vor.</p>
<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/05/56-89_April_SK_2011_721.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-11165" title="anajo" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/05/56-89_April_SK_2011_721-288x300.jpg" alt="" width="288" height="300" /></a>Leicht verspätet, wie es sich für eine anständige Band gehört, erscheinen die Bandmitglieder Michael Schmidt am Bass und Keyboard, Ingolf Nössner am Schlagzeug und Leadsänger plus Gitarrist Oliver Gottwald auf der Bühne, umgeben von mit Weihrauch angereicherten Nebelschwaden. Anfangs noch etwas zurückhaltend, eröffnen die drei Augsburger mit dem Titel „Meine Wege“ den Abend. Doch schon bei „Schattenkabinett“ ist von dem katholischen Weihrauchduft nichts mehr zu merken: Die Musiker sind voll in ihrem Element und verwöhnen das Publikum rund zwei Stunden lang mit Uptempo-Nummern vom Feinsten. Sie singen über „aufgewärmte“ Liebe, Homosexualität oder subtile Alltagssituationen. „Kein Platz mehr“ handelt vom traurigen Tod des Rock’n’Roll, nur, um sich kurz darauf selbst mit den eigenen Waffen zu schlagen und die eigene „Mädchenmusik“ durch den Kakao zu ziehen. Die Texte sind witzig, skurril und angenehm durchgeknallt. Aber stets so, dass man anschließend noch immer gelassen durch die Welt schlendern kann, selbst wenn es mal etwas trauriger zugeht. Ein Mix aus Pop-, leichten Rock- und Indiemelodien – zeitweilig angereichert mit klassischen Orgelklängen. Sogar eine Prise Electro und Punk sind bei einigen Titeln am Rande zu vernehmen, wenn auch stets mit Handbremse gespielt. Alles in allem leichte, geschmackvolle, wenn auch nicht ganz innovative Musikarrangements.</p>
<p>In ihrer sympathischen, natürlichen und bescheidenen Art erinnern die Musiker von Anajo irgendwie an frühere Auftritte der Sportfreunde Stiller oder von Virginia Jetzt! Genauso liebenswert sind sie allemal: Olivers komödiantische Moderation durch den Abend erinnert ein bisschen an den Nightwash-Moderator Klaus-Jürgen Deuser. So charmant wie er die Songs ankündigt, stets mit einem Augenzwinkern, ist es fast unmöglich, sich seinem Bann zu entziehen. Schade nur für all die weiblichen Gäste, dass er, wie auch seine Songtexte belegen, auf Männer steht. Die Stimmung ist dennoch, oder vielleicht genau deswegen, gut, ja irgendwie magisch. Die Band flirtet gekonnt mit dem Publikum und verwöhnt die Hannoveraner mit Stadt-Komplimenten. Dabei schadet die kurzfristige Verlegung des Konzerts ins Mephisto der Show überhaupt nicht. Im Gegenteil: Anajo sind die netten Jungs von nebenan, sorgen durch ihren ungekünstelten Auftritt im kleineren Etablissement für eine besondere Publikumsatmosphäre und klingen authentischer als auf ihren bisher drei veröffentlichten Studioalben.</p>
<p>Übrigens: Der Bandname ist rein zufällig entstanden: Alle drei Musiker sind passionierte Bud-Spencer- und Terrence-Hill-Fans. Während des gemeinsamen Fernsehens auf einem defekten TV-Gerät, bei dem Teile des Bilds abgeschnitten wurden, war von dem Spielfilm-Klassiker „Banana Joe“ nur noch „ana Jo“ zu lesen. Für Oliver, Michael und Ingolf wohl ein Wink des Schicksals. Schnell einigte man sich auf den magischen Bandnamen.</p>
<p>Zum Ende hin gibt es für die heimischen Stadtkinder noch einen ganz besonderen Leckerbissen vom aktuellen Album: Anajos vom Titel her stark an die R.E.M.-Version erinnerndes „Mann auf dem Mond“. Umso überraschender ist der Acid-Rock-Einschlag, der beinahe einem psychedelischen Jefferson-Airplane-Remake der 60er Jahre ähnelt. Mit diesem perfekter Ausklang entlassen Anajo die recht jungen Konzertbesucher mit einem Lächeln auf den Lippen in die nicht mehr ganz so junge Nacht.</p>
<p><strong>Lotta Caspers</strong></p>
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		<title>die bewegte chornacht, pavillon</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Mar 2011 16:16:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
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		<category><![CDATA[2011-03]]></category>

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		<description><![CDATA[Highlight des Abends blieb für uns aber die Chorleiterin selbst. In ihrem kleinen Schwarzen, mit filigranen Tanzeinlagen und einem bezaubernen Lächeln blieb Ilka der Hingucker!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/03/Die-bewegte-Chornacht.jpg"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-10289" title="Die bewegte Chornacht" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/03/Die-bewegte-Chornacht-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a> „Willkommen auf unserer Baustelle!“ Unter diesem Motto hat der Pavillon im vergangenen Monat zur bewegten Chornacht eingeladen. Nach dem überaus erfolgreichen „Kleinen Festival mit Ilkas Chören“ 2009 im Freizeitheim Döhren ließ der Erfolg auch jetzt nicht lang auf die insgesamt 96 Hobbysänger und -sängerinnen warten. Vor ausverkauftem Haus und einer ansprechenden Bühnendeko führten die sechs Freizeitchöre unter der Leitung von Ilka Lehnort und Holger Kirleis am Flügel durch einen bewegten Abend mit flippigen Performances. Abdeckplanen, Baustellenschilder, Baugerüste – die Bühnendeko diente gleichzeitig als Statement: „Humorlose Perfektionisten haben bei uns nichts verloren.“ Hier ging es nicht um Perfektion, sondern um den Spaß an der Sache und um das Spiel mit der Stimme.</p>
<p>Eingeleitet wurde die Veranstaltung vom Männerchor Figaros Rache – selbstverständlich im Blaumann – mit dem feurigen Queen-Cover „We Will Rock You“. Dazu hatte die älteste Boygroup Hannovers, als die sich Figaros Rache gern bezeichnet, eine passende Choreografie parat: Folienrascheln und Hammerklopfen auf Farbeimern, was ihnen schallendes Gelächter einbrachte. Und natürlich durfte auf einer Baustelle eine waschechte Rauferei zwischen Kerlen nicht fehlen. Dazu passte das Ärzte-Cover „Schrei nach Liebe“! Danach gaben die betagten Herren aber wieder brav Goethes „Zauberberg“ zum Besten – eine ordentliche Portion Kreativität, gepaart mit einem großzügigen Schuss Selbstironie – so konnte es weitergehen. Schließlich kam auch die weibliche Power zum Zug: Der Chor daChor, eine farbenfroh gekleidete Damentruppe mit Perücken, Stola und farbigen Strumpfhosen, schmetterte deutschsprachige Songs wie „Deine blauen Augen“ und „Bei mir bist du schön“ und setzte damit auf schrägen, weiblichen Charme – hier nahm man sich gern selbst auf die Schippe. Auch für die Kauleiste gab es akkustische Appetizer: Delira famosa con tacte – das Kuschel-Ensemble aus der Bürgerschule – präsentierte ein stimmsinnliches Drei-Gänge-Menü inklusive Zitrusfrüchte-Hüte. Als Vorspeise wurden verschiedene, undefinierbare Laute ins Publikum „gereicht“. Der Hauptgang bestach mit Variationen bewegter Lenden zwischen Stillstand und völliger Verdrehtheit zum Beatles-Klassiker „Eight Days Days A Week“. Zum Dessert naschte das Publikum die zähneknirschend-süße Schmonzette „When I Fall In Love“.</p>
<p>Kurze Performances in bunter Reihenfolge, in denen sich die Laienchöre abwechselten oder immer mal wieder untereinander formierten, sorgten für Bewegung und Dynamik im Programmablauf. Der heimliche Favorit des Abend aber blieb der kabarettreife Auftritt des KSD-Chors. Der „Kommunale Singdienst Hannover“, der nach eigenen Angaben im Berufsalltag im engen, muffigen Amtsstuben zwischen staubigen Aktendeckeln sein Dasein fristet, lehrte das Publikum, wie man sich vor Depressionen schützt: „Das Leben kann so bunt sein (Pause) – wenn man beim KSD arbeitet (rhetorische Pause) – sieht’s ganz anders aus!“ Um dem Druck standzuhalten, setzten die taffen Damen im Berufsalltag auf drei Säulen: „Heimatpflege“, „Heimpflege“ und „Körperpflege“. Einmal pro Woche lassen die Mädels im Dirndl, Försterdress oder im piekfeinen Bürokostüm so richtig die Sau raus. Dazu wird die selbstkomponierte „Ode an Hannover“ gerappt und durch ein hartes „Bauch-Beine-Po“-Training visuell unterstützt. Ob die Showgirls-Tanzeinlagen zu AC/DCs „Highway To Hell“ aufgrund der physisch-unüberbrückbaren Body-Differenzen scheiterten oder Teil des selbstironischen Spektakels waren, ist uns bis heute nicht bekannt. Abgerundet wurde die bewegte Chornacht mit einem Live-Act. Mp6, Ilkas powervolle Girlgroup, animierte am Ende der Show im kleinen Saal zum Tanzen – und das alles A-Cappella zur Musik von Aretha Franklin bis Gossip. Alles in allem ein fast kabarettreifer Abend mit Höhen und Tiefen, in dem die Laienchöre aus ihrem Status kein Geheimnis machten. Highlight des Abends blieb für uns aber die Chorleiterin selbst. In ihrem kleinen Schwarzen, mit filigranen Tanzeinlagen und einem bezaubernen Lächeln blieb Ilka der Hingucker!</p>
<p><strong>Lotta Caspers</strong></p>
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		<title>hausboot, pavillon</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Mar 2011 10:07:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[hauskritik]]></category>
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		<description><![CDATA[Man nehme sechs Vollblutmusiker, am besten heimische Stadtkinder, schicke sie auf ein Hausboot in die Niederlande, um sich zu formieren, sich aufeinander einzuspielen, möbele derweil den kleinen Pavillon-Saal zu einer Art Clublounge auf, und schon ist alles hergerichtet für einen gelungenen Abend. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/03/Hausboot1.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-10249" title="Hausboot" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/03/Hausboot1-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Man nehme sechs Vollblutmusiker, am besten heimische Stadtkinder, schicke sie auf ein Hausboot in die Niederlande, um sich zu formieren, sich aufeinander einzuspielen, möbele derweil den kleinen Pavillon-Saal zu einer Art Clublounge auf, und schon ist alles hergerichtet für einen gelungenen Abend. Um 20 Uhr betreten Heiner Lürig, Tino Eisbrenner, Christian Decker, Martin Huch, Alejandro Soto Lacoste und Marius Lürig die Bühne. Mit „Neben Dir“– einer sanften Deutsch-Popballade – stimmt die Live-Band noch etwas zurückhaltend in den jungen Abend ein. Das soll nicht lang so bleiben. Bereits beim zweiten Anlauf darf gerockt werden: „Eisernes Reich“ ist eine fetzige Country-Rocknummer. Dabei greift Sänger Tino Eisbrenner, seines Zeichens Ex-Teenie-Star der DDR-Band Jessica, zwischen den Gesangparts immer wieder beherzt zur Mundharmonika. In lässigen Hemden und Shirts mucken Hausboot gelöst, entspannt und locker durch den Abend. Kein Wunder: In dieser Combo hat man sich gesucht und gefunden. Das kriegt auch das bunt gemischte 40-plus-Publikum zu spüren.</p>
<p>Neben dem Leadsänger Eisbrenner sorgt Heiner Lürig für die passenden textlichen und musikalischen Songstrukturen. Der Komponist und Produzent war zuvor jahrelang verantwortlich für die Single-Erfolge von Heinz Rudolf Kunze („Dein ist mein ganzes Herz“ u. a.). Das Hausboot-Debüt „Strom ab“ stammt komplett aus Lürigs Feder. An der Seite des befreundeten Erfolgsduos glänzen außerdem Lürig-Spross Marius am Schlagzeug (Zitat Lürig: „Das erste Bandmitglied von Hausboot fand ich im eigenen Kinderzimmer“), der ehemalige Fury-In-The-Slaughterhouse-Bassist Christian Decker am Bass, Ex-Kunze-Gitarrist Martin Huch an der Gitarre und der chilenische Weltmusiker Alejandro Soto Lacoste am Piano und Akkordeon. Ein Schmachtfetzen jagt den nächsten, eine Up-Tempo-Nummer die andere. Mal witzig, mal traurig, mal zum Nachdenken, aber immer gefühlvoll, leicht, unaufdringlich und strukturiert. Die Songtexte erzählen Geschichten von Alltagserfahrungen („Du gehst vorbei“), sozialkritischen Themen („Heimgekehrt“), aber auch von ganz persönlichen Erinnerungen. So ist die Nummer „Wenn der letzte Abspann läuft“ eine Hommage an Lürigs Oma, die sich mit ihm als kleinem Steppke immer wieder durch „Star Wars“-Kinovorstellungen quälen musste. Auch Eisbrenner liegt ein Song besonders am Herzen. In „Dein Lied“ interpretiert er empathisch die Freunden und Ängste des Vaterseins.</p>
<p>Klar, Hausboot sind keine Punk-Hard-Rock-Band à la Beatsteaks oder Indierocker wie Tocotronic. Hier wird anständige, harmonische Raumklangpflege betrieben und auf leichte, deutschsprachige Texte Wert gelegt. Doch auch von Hausboot gibt’s was Feines auf die Ohren: Neben den langen musikalischen Ausklängen der einzelnen Songs, beherrschen immer mal wieder Schlagzeug- und Trommel-Soli das musikalische Klangbild. Dann der Knaller: Instrumentale-Up-Tempo-Impro-Experimente sorgen beim Publikum für freche Pfiffe und begeisterten Applaus. Der Text rückt gern mal in den Hintergrund und Hausboot zeigen, was sie können: mit Leidenschaft und Seele musikalisch harmonieren. Moderiert wird der Abend von Eisbrenner und Lürig persönlich, die immer mal wieder aus dem Nähkästchen plaudern und charmante Anekdoten zur Entstehungsgeschichte der Band und ihrer Freundschaft geben. Eisbrenner ist es auch, der Hannover den nötigen Mut einflüstert: „Stühle sind kein Hindernis. Ich hab da schon einige zucken sehen, traut euch!“ Als Zugabe gibt’s einen besonderen Leckerbissen: Bruce Sprinsteen’s „I’m On Fire“ (natürlich ins Deutsche übersetzt). Spätestens jetzt gibt’s kein Halten mehr, und es wird endlich das Tanzbein geschwungen. Unser Respekt gilt auch dem textsicheren Herrenpaar am Nebentisch, die nicht müde wurden, von Anfang bis Ende jede einzelne Textzeile mitzuschmettern. Ein gelungener Abend mit runder Popmusik. Runde Sache.</p>
<p><strong>Lotta Caspers</strong></p>
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		<title>der familie popolski, capitol</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Feb 2011 10:02:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
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		<category><![CDATA[2011-02]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gibt genau ein Familienfest im Jahr, das man nicht verpassen sollte: ein Konzert der Familie Popolski.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt genau ein Familienfest im Jahr, das man nicht verpassen sollte: ein Konzert der Familie Popolski. Der verarmten Sippschaft aus der polnischen Plattenbausiedlung Zabrze wurde übel mitgespielt. Sie sind die eigentlichen Urheber nahezu sämtlicher Top-Hits der vergangenen Jahrzehnte. Vor ein bisschen mehr als hundert Jahren erfand Opa Pjotrek Popolski die Popmusik. Inspiriert von 22 Gläsern Wodka, die er beim Pfarrfest auf das Wohl der Jungfrau Maria gekippt hatte, komponierte er ein kleines Lied, das bis heute als Mutter aller Popsongs gilt: „Ei dobrze, dobrze dralla“. Über hundertachtundzwanzigtausend weitere TopTen-Hits sollten folgen, „Popolskimusik“ wie Opa sie nannte. Erst später entschied er sich dazu, das Ganze mit „Popmusik“ abzukürzen, da ihm das wesentlich griffiger schien. Dann der Skandalski: Ein windiger Gebrauchtwagenhändler entwendete sämtliche Melodien, um sie weltweit zu verscherbeln. So kommt es, dass Opas vier Akkorde sich in 90 Prozent aller internationalen Charterfolge wiederfinden, ohne dass die Familie je einen Cent dafür sah. Als wäre das alles nicht schlimm genug, wurden sämtliche Originalversionen vollkommen verhunzt. „Wir wurden nach der Strich und der Faden betrogen“, so Pavel Popolski, ältester Enkel und Oberhaupt der Familie. Zeit, der Welt endlich zu zeigen, wer hinter den größten Welterfolgen des letzten Jahrhunderts wirklich steckt! So macht sich die komplette Enkelgeneration gemeinsam auf den Weg, um Opas Erbe zu vertreten und seine Hits in der ganzen Welt zu spielen – exakt so, wie sie gespielt werden müssten. „From Zabrze with Love“ heißt die Tour zu ihrem zweiten Album „Live in Zabre“. Am 20. Januar machen die Popolskis im Capitol Hannover Stationski.</p>
<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/03/Pavel-Popolski-alias-Achim-Hagemann.jpg"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-10038" title="Pavel Popolski alias Achim Hagemann" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/03/Pavel-Popolski-alias-Achim-Hagemann-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Was sie in knapp drei Stunden abliefern – Wodkapause inklusive – ist kein Konzert, sondern eine geniale Show. Hinter schier verschrobenen Existenzen verbergen sich begnadete Live-Musiker mit Comedyqualitäten. Musikalische und kabarettistische Einlagen wechseln sich ab und verschmelzen zuweilen miteinander. Im Hintergrund werden via Leinwand Einblicke ins Familienalbum gewährt und mit Geschichten ausgeschmückt. Durch den Abend führt Pavel Popolski alias Achim Hagemann, vielen vielleicht besser bekannt als Komponist und Kompagnon von Hape Kerkeling (Stichwort „Hurz“). Am Schlagzeug sitzend, preist er seine Familie an, wie die Frauen auf dem Gemüsemarkt in Zabrze ihre Waren. Dort war seinerzeit auch „Cheri, Cheri Lady“ entstanden, im Original eine Heavy-Metal-Hommage an die schöne Kirschenverkäuferin. Doch kaum in Dieter Bohlens Hand, mutierte das Lied zur „größten Katastrophe der Musikgeschichte“.</p>
<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/03/die-singende-Cousine-Dorota.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-10037" title="die singende Cousine Dorota" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/03/die-singende-Cousine-Dorota-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Um nur ja keinen Zweifel an der unglaublichen Geschichte seiner Familie zu lassen, bedient Pavel sich gerne und oft den Worten „Und ich luge nicht, wenn ich sage, &#8230;“. Mindestens genauso gerne bedient er sich der Wodkaflasche. Herzlich wie die Polen sind, gibt es Witamin W für alle. „Auch extra kleine Portionen für die Kinder“ werden im Publikum verteilt. Klar verteilt sind ebenso die Rollen in der Familie: der jüngste Bruder Janusz am Bass, „trubste Tasse von der ganze Familie“, der lange verschollene Cousin Bogdan, die singende Cousine Dorota, „Heißeste von der Heißeste“, der blinde Danusz sieht gut (aus) beim Singen und am Keyboard, Marek „Akkordeonski“ Popolski, die eineiigen Zwillinge Henjek und Stenjek mit Posaune und Trompete sowie der verrückte Mirek Popolski. Die Stratocas-ter gilt als die meistkopierte E-Gitarre der Welt. Für Mireks „Stratocastri“ gilt das sicherlich nicht. Das dreihalsige Sondermodell hat drei Knöpfe – alle für die Lautstärke – und ist damit wie geschaffen für die später durch Richard Clayderman bekannt gewordene „Ballade pour Adeline“. Einen Welthit nach dem nächsten kramen sie hervor: von der Ballade „Dance with somebody“ über die Bluesnummer „Wind of Change“. Die schönsten Lieder von Opa Popolski – völlig gegen die Wand gesungen von Mando Diao, den Scorpions, Nicole, David Hasselhoff, Sarah Conner, Bruce Springsteen, den Beatles und all den anderen Unbekannten.</p>
<p>Ein Schelmski, wer nun denkt, die Popolskis seien eine Coverband. Abgesehen davon, dass sie jegliche Songs in Sachen Tempo, Betonung und Musikstil so weit verfremden, dass etwas ganz Eigenes entsteht, decken die Popolskis ja nichts ab. Vielmehr decken sie etwas auf: den größten Betrugsfall aller Zeiten. Und ich luge nicht, wenn ich sage, dass der Familie Popolski der erste Uncoverband der Welt ist.</p>
<p><strong>Manuela Sender</strong></p>
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		<title>selig, capitol</title>
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		<pubDate>Sat, 01 Jan 2011 15:38:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[hauskritik]]></category>
		<category><![CDATA[2011-01]]></category>

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		<description><![CDATA[Nun stehen sie also im Capitol auf der Bühne, mit Stehlampe und Teppich. Wer hätte das gedacht? Selig sind zurück, und das grenzt beinahe an ein kleines Wunder, nach all dem, was mal war.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/03/Selig.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-10456" title="Selig" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/03/Selig-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Nun stehen sie also im Capitol auf der Bühne, mit Stehlampe und Teppich. Wer hätte das gedacht? Selig sind zurück, und das grenzt beinahe an ein kleines Wunder, nach all dem, was mal war. Sie hatten es damals fast geschafft, vor mehr als zehn Jahren und nach drei gemeinsamen Platten. Und haben es dann doch gehörig vergeigt, allen voran Jan Plewka, der den frühen Starruhm nicht verkraftete und schlicht durchdrehte. So zumindest beschreibt er das heute. Für ihn war Selig ein größenwahnsinniger Haufen. Man ging sich irgendwann unglaublich auf den Geist, die anderen waren genervt von ihm, der Drogen nahm, sich abkapselte, er war genervt von der Kritik der anderen, und als er sich schließlich nach Schweden absetzte, kam das Ende. Bis Plewka dann nach Jahren doch zum Hörer griff, um bei Malte Neumann anzufragen, ob sich die Band nicht vielleicht mal wieder treffen wolle. Als der daraufhin leicht angefressen daran erinnerte, dass sich Plewka sieben Jahre lang nicht gemeldet hatte und nun anrief, ausgerechnet einen Tag, nachdem er sein letztes Keyboard verkauft habe, da war Plewka opti-mistisch. Wer so geladen reagierte, dem konnte die ganze Sache zumindest nicht völlig egal sein. Was folgte, ist schnell erzählt. Man traf sich, zuerst ganz konspirativ in einem kleinen Restaurant außerhalb Hamburgs, und redete, sah sich in die Augen, rechnete miteinander ab, machte reinen Tisch, danach per E-Mail, am Telefon und immer wieder in irgendwelchen Kneipen, bis man schließlich gemeinsam im Proberaum stand, um eine neue Platte zu fabrizieren. Die nennt sich „Und Endlich Unendlich“ und ist insgesamt ganz okay, mit ein paar wirklich starken Stücken wie „Schau schau“ oder „Die alte Zeit zurück“ (ein paar schwächere Songs gibt es auch). Der pathetische Sound ist ein bisschen moderner geworden, die neuen Texte sind optimistischer und trotzdem nachdenklich. Es ist immer noch Selig. Und jetzt stehen sie im Capitol vor all diesen Leuten und irgendwie hat man zunächst das Gefühl, als seien sie sich selbst nicht ganz sicher, ob sie da wirklich hingehören. Ähnlich geht es auch dem Publikum. Ist das tatsächlich Selig? Sie sehen aus wie Selig, sie klingen immer noch wie Selig. Sie sind es in Originalbesetzung mit Christian Neander an der Gitarre, Schlagzeuger Stephan Eggert, Keyboarder Malte Neumann und Bassist Leo Schmidthals. Nur die vielen Frauen an diesem Abend im Capitol sind sich ganz sicher: Das da vorn ist Jan Plewka – und er sieht immer noch verdammt gut aus. Dazu diese Stimme, diese Mischung aus Pathos und Schmerz, die blumigen Texte. Man kann sie förmlich träumen sehen, eine Altbauwohnung in irgendeiner Stadt, eine Matratze auf dem Boden, Plewka mit Gitarre am beschlagenen Fenster, er streicht sich nachdenklich über den kahlen Schädel, die Nacht war wunderschön, und die große Frage ist, ob er nach dem Kaffee geht oder bleibt. Dann folgt der verschämte Seitenblick auf den Freund, der heute mitgekommen ist. Aber man wird ja wohl noch träumen dürfen. Selig spielen ihre ersten Stücke nur für sich, sie fremdeln ein bisschen mit dem Capitol und untereinander, sie sind noch nicht ganz Selig, aber dann springt der Funke über, wobei das Publikum erstmal Nebensache ist. Der Funke springt von Musiker zu Musiker, und plötzlich sind sie voll da. Der expressive Gitarrensound dröhnt in den Ohren, Plewkas Stimme berührt wie eh und je. Was Selig an diesem Abend veranstalten, erinnert an den Mythos vom Phönix aus der Asche. Das Publikum ist begeistert und immer begeisterter mit jedem Stück, das alte Selig-Gefühl von Größe und Verausgabung ist wieder da. Sie spielen einfach ein großartiges Konzert. Nach etlichen Zugaben kommt dann ganz zum Schluss der Klassiker „Ohne dich“ und spätestens jetzt ist auch der letzte Zuschauer hin und weg, selbst der skeptische Freund an der Seite seiner träumenden Freundin. Als das Licht angeht, sind sie alle ganz schnell verschwunden, um noch ein bisschen gemeinsam zu träumen.<br />
<strong><br />
Lars Kompa</strong></p>
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		<title>fettes brot, awd-hall</title>
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		<pubDate>Sat, 01 Jan 2011 15:36:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
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		<category><![CDATA[2011-01]]></category>

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		<description><![CDATA[ „Een, twej...“ Zwei der Gründungsmitglieder haben Fettes Brot verlassen, noch vor dem großen Erfolg. Ja, sie waren mal zu fünft. Wahrscheinlich brachte ihr Faible für Pseudonyme fünf Jungs aus dem Hamburger Umland 1992 auf die Idee, eine Band zu gründen, um sich endlich Künstlernamen zulegen zu können. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/03/Fettes-Brot.jpg"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-10455" title="Fettes Brot" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/03/Fettes-Brot-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>„Een, twej&#8230;“ Zwei der Gründungsmitglieder haben Fettes Brot verlassen, noch vor dem großen Erfolg. Ja, sie waren mal zu fünft. Wahrscheinlich brachte ihr Faible für Pseudonyme fünf Jungs aus dem Hamburger Umland 1992 auf die Idee, eine Band zu gründen, um sich endlich Künstlernamen zulegen zu können. Tobias Schmidt aka Tobi Tobsen aka tobitob (Der Tobi &amp; das Bo, Fünf Sterne deluxe, Moonbootica) und Bruder Olliver aka Mighty haben es auch ohne Fettes Brot gebacken bekommen. „Een, twej, drej&#8230;“ Die anderen drei schaffen es 1995 in die Charts und beißen sich seitdem förmlich dort fest. In bislang 18 Jahren Bandgeschichte haben Martin Vandreier alias Doktor „Doc“ Renz, Boris Lauterbach, genannt König Boris, und Björn Warns, besser bekannt als Björn Beton oder auch der Schiffmeister, sich unter so vielen Pseudonymen verkauft, dass Bad Boy Sean John Puffy Puff P. Diddy Diddy Combs einpacken kann und alleine dafür eine Goldene Schallplatte fällig gewesen wäre. Musik haben sie derweil auch gemacht – und niemals einen Hehl daraus, was sie sind: ein ganz „Grosser“ Fisch. Seit 1991 hat es niemand mehr geschafft, gleichzeitig mit zwei neuen Alben in die Top 10 Album-Charts einzusteigen. Anfang 2010 ist es dann soweit: Mit „Fettes“ und „Brot“ lösen die Brote keinen Geringeren ab als Guns N&#8217; Roses („Use Your Illusion I“ und „Use Your Illusion II“). Die beiden Live-Alben im Gepäck, führt die anschließende Fettes/Brot Tour sie am 4. Dezember nach Hannover.</p>
<p>„Een, twej, een twej drej&#8230;“ Mit Nordisch by Nature, ihrem ersten Top 20 Hit, wärmen sie sich auf. Und während zeitgleich andernorts eine große Unterhaltungsshow abgebrochen wird, legen Fettes Brot erst so richtig los. „Bettina! Pack deine Brüste ein! Bettina! Zieh dir bitte etwas an!“ Die Hymne „für die Kinder der Generation Oversexed und Underfucked“ folgt prompt als nächstes. Fettes Brot sind älter geworden und sorgen sich um ihr Publikum. Hannover versinkt gerade im Schnee. Die Brüste gilt es gut zu verstauen. Ansonsten herrscht keine Erfrierungsgefahr. Mit Dauerbrennern wie „The Grosser“, „Jein“ oder „Emanuela“, der erfolgreichsten Single seit Bestehen der Band, bringt das Trio die Meute zum Schwitzen und die neunköpfige Band die Ohren zum Kochen. Ob „Schieb es auf die Brote“, „An Tagen wie diesen“, „Da draußen“, „Kontrolle“ oder „Amsterdam“, das Publikum kennt jede Silbe – und am Ende auch kein Halten mehr. Nach „Ich bin müde“, ein perfekter Rausschmeißer, gibt&#8217;s dann doch noch die Elektro-Punk-Peitsche. „Schwule Mädchen“ bringt alles zum Wackeln. Brav eingepackt bleiben die Brüste aber. Auch die Hamburger Hip-Hopper packen ein. Das ausverkaufte Konzert in der AWD-Hall wird vorerst eines der letzten sein. Im November haben sie angekündigt, sich auf unbestimmte Zeit zu verabschieden. Es sei ihnen vergönnt. Pausenbrote sind schließlich gesund.</p>
<p><strong>Text u. Fotos: Manuela Sender</strong></p>
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		<title>jamie cullum, kuppelsaal</title>
		<link>http://www.stadtkind-hannover.de/2010/12/jamie-cullum-kuppelsaal/</link>
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		<pubDate>Wed, 01 Dec 2010 10:44:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
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		<category><![CDATA[2010-12]]></category>

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		<description><![CDATA[So klein er mit seinen 1,63 m auch sein mag: Der Multiinstrumentalist fällt durch sämtliche Raster. Er beherrscht die gesamte Bandbreite – auch in Sachen Unterhaltung. Cullum nutzt die ganze Bühne, hüpft wie Nena, rennt hin und her – wohl darum trägt er stets Turnschuhe]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/05/77_SK_Dezember_2010_72.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-11802" title="77_SK_Dezember_2010_72" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/05/77_SK_Dezember_2010_72-300x206.jpg" alt="" width="300" height="206" /></a>Mit „Deep Sleep“, ihrer ersten Single in Deutschland, endet der 30-minütige Auftritt des dänischen Shootingstars Nabiha samt Band. Wer sich nun bereits auf ein chilliges Sitzkonzert zu Schlummerbeleuchtung eingestellt hat, ist spätestens dann wieder hellwach, wenn Jamie Cullum die Bühne stürmt. Gemeinsam mit seiner vierköpfigen Band legt der quirlige Brite los. Mal sitzt er und mal steht er am Flügel, mal reißt er dabei eine Hand in die Höhe. Zu „I&#8217;m All Over It“ stemmt er den ganzen Körper nach oben, springt aufs Klavier – und im nächsten Moment wieder hinunter. Der Song stammt vom 2009 erschienenen Album The Pursuit. Den gleichen Namen trägt auch die Tour, auf der Cullum am 4. November im Kuppelsaal Hannover gastiert. Als Jazzmusiker bekannt geworden und schon jetzt der erfolgreichste britische Jazzkünstler aller Zeiten, verfolgt der 31-Jährige inzwischen alle möglichen Stile, um aus ihnen einen ganz eigenen, sprich seinen Stil zu kreieren. Die Grenzen zwischen Jazz, Swing und Pop sind fließend.</p>
<p>So klein er mit seinen 1,63 m auch sein mag: Der Multiinstrumentalist fällt durch sämtliche Raster. Er beherrscht die gesamte Bandbreite – auch in Sachen Unterhaltung. Cullum nutzt die ganze Bühne, hüpft wie Nena, rennt hin und her – wohl darum trägt er stets Turnschuhe. Er sprüht nur so vor Charme und Witz, wirkt mitunter gar clownesk, insbesondere als er sein Hemd auszieht. Nach einem vielversprechenden Strip, bei dem er sich, wie man es von ihm kennt, auch Jacket und Krawatte vom Leib streift, kommt ein weißes T-Shirt zum Vorschein – mit riesigen blauen und grünen Punkten. Doch der Zappelhobbit mit Strubbelfrisur kann auch leise Töne anschlagen, so leise, dass man kaum wagt zu atmen – und das bei ausverkauftem Saal. Dann wieder ist der Sound so kraftvoll, dass selbst Baladen einen umreißen. Nicht weniger beeindruckt seine Band. Kaum zu glauben, dass sie nur zu viert sind. Ob Saxophon, Trompete, Gitarre oder E-Bass, Schlagzeug, Congas oder Kontrabass – munter tauschen sie ihre Instrumente und erzeugen dabei einen Sound, wie es sonst nur einem Orchester gelingt. Doch Cullum spielt und singt auch allein. Er kann sich schließlich selbst begleiten: Zuweilen benutzt er den Flügel als Drum, erzeugt via Mikro sein eigenes Echo, beweist sein Talent als Beatboxer und schafft auch noch fließende Übergänge, wie man es von DJs kennt. Der Chart-Erfolg „Don’t Stop The Music“, gecovert von Rihanna, darf genauso wenig fehlen wie „Next Year Baby“ von Cullums Hitalbum Twentysomething. Vom zweiten Album Pointless Nostalgic gibt es „I Can&#8217;t Get Started“ zu hören. In der Ballade geht es um eine unerwiderte Liebe. Erwidert wird dagegen Cullums Bitte, ihn zu „High and Dry“ zu begleiten. Dank ihm – dirigieren kann er also auch – bekommt das Publikum tatsächlich einen dreistimmigen Backgroundgesang hin. Als Gegenleistung bewegt der „GQ Mann des Jahres 2010“ in der Kategorie „Musik International“ sich gemeinsam mit Band und Instrumenten Richtung Rang. Dazu passend geben sie „Caravan“ zum Besten. „Come closer! Dance!“ Berührungsängste hat Cullum nicht, doch der Aufruf wäre kaum nötig gewesen. Die Menge hält schon lange nichts mehr auf den Plätzen. Sie singen, sie klatschen, sie tanzen, sie springen – für Konzerte im Kuppelsaal ungewöhnlich, erst recht in dieser Altersspanne vom verknallten Teenie bis zum swingenden Senioren. Mit „Mixtape“ vom Album The Pursuit geht ein großartiger Abend zu Ende. „I&#8217;ll make you mixtape that&#8217;s a blueprint of my soul.“ Genau das hat Cullum im Kuppelsaal getan: einen Einblick in seine Seele vermittelt.</p>
<p><strong>Manuela Sender</strong></p>
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		<title>bonaparte, 60er-jahre halle (faust)</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Dec 2010 10:34:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
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		<category><![CDATA[2010-12]]></category>

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		<description><![CDATA[Aber seltsam trifft es ganz gut. Bonaparte machen eine Art Trash-Punk, gemixt mit Electro- und Rock-Elementen. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/05/76_SK_Dezember_2010_721.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-11795" title="76_SK_Dezember_2010_72" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/05/76_SK_Dezember_2010_721-300x165.jpg" alt="" width="300" height="165" /></a>Überall Masken, Kostüme, Perücken. Wahrscheinlich Kölner Karneval. Gestalten mit Hasen- und Bärenmützen. Wahrscheinlich Kölner Karneval. Das Ganze ausschließlich auf der Bühne. Wahrscheinlich Kölner Karnevalssitzung. Ein Pferd reitet auf einem Clown. Wahrscheinlich Kölner nach der Karnevalssitzung. Kekse, Schokoriegel und Obst werden ins dichte Gedränge geschmissen. Wahrscheinlich Kölner Straßenkarneval. Der Kracher „Too Much“ sorgt für Jubelstürme. Wahrscheinlich Köl&#8230; Was ist denn das für ein komisches Lied? Eins vom aktuellen Longplayer My Horse Likes You. Was ist denn das für eine Gruppe? Bonaparte. War das nicht dieser seltsame Kaiser? Auch. Aber seltsam trifft es ganz gut. Bonaparte machen eine Art Trash-Punk, gemixt mit Electro- und Rock-Elementen. Aha. Ich kenne nur die Höhner. Ein Hahnenkostüm gibt&#8217;s bei Bonaparte auch. Und was gibt es noch bei Bonaparte? Zum Beispiel eine nackte Schönheit, die ihren Körper mit Isolierband umwickelt. Aha. Zum Entschlacken oder wozu? Nein, das ist halt einfach so. Und dann gibt&#8217;s noch Playstation-spielende Affen. Aha. Also zockende Männer meinst du. Nein, das ist auch bloß eine Verkleidung. Aha. Und was soll der ganze Zirkus? Das ist der Circus Bonaparte. Das klingt für mich eher ein bisschen nach Freakshow. Das kann man sicherlich so steh&#8217;n lassen. Und da kommen dann tatsächlich Leute hin? Das Konzert ist restlos ausverkauft. Welches Konzert? Na, Musik gibt&#8217;s doch auch. Haben wir vorhin noch drüber gesprochen. Im Karneval läuft die Musik nebenbei. Das ist aber doch kein Karneval! Das ist ein Konzert von Bonaparte. Aha. Also wird da dann gar nicht geschunkelt? So ähnlich. Die meisten hüpfen einfach. Also gar nicht mit Anfassen und so? Doch, anfassen ist erlaubt. Definiere anfassen. Na, das Publikum steht ja eh dicht an dicht. Die stehen ja schon fast übereinander. Aber Bonaparte gehen auch auf Tuchfühlung. Dann seid ihr also gar nicht prüde? Ich dachte immer, dass in Hanno&#8230; Wer auf ein Bonaparte-Konzert geht, sollte bestenfalls nicht prüde sein – und auch nicht unter Platzangst leiden. Haben die da so wenig Platz? Die armen Tiere in dem Zirkus&#8230; Das sind ja keine richtigen Tiere. Die singen doch grad „Wir Sind Keine Menschen“. So heißt nur das Lied. Und wer ist Andy? Welcher Andy? Die haben doch „Andy, Andy!“ gerufen. „Anti Anti“ ist auch ein Song. „Anti Transpiranti“ würde auch nicht schaden. Die sind ja hier schon alle klatschnass. Bei zwei Stunden Fullpower bleibt das nicht aus. Zwei Stunden&#8230; Ihr haltet ja nicht viel aus. Der Kölner Rosenmontagszug geht über vier Stunden. Verdammt, wir sind nicht beim Karneval! Du kannst mir viel erzählen. Ich sehe hier nur Kostümierte. Das Publikum ist aber nicht verkleidet. Dafür werden ständig Kamelle geschmissen. Das sind doch gar keine Kamelle. Das sind grad Croissants und Wasser-eis. Und dann essen die sich das gegenseitig aus den völlig verschwitzten Händen&#8230; Das hat was von Tierfütterung im Zirkus. Sag ich ja: Circus Bonaparte. Dieses Zimmermädchen passt aber nicht dazu. Einer muss immer saubermachen. Außerdem passt hier eigentlich gar nichts. Die sind am Rande des Bühnenwahnsinns. Das hast jetzt aber du gesagt. Ja. Und das ist wirklich kein Karneval?</p>
<p><strong>Manuela Sender</strong></p>
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		<title>johnossi, musikzentrum</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Nov 2010 09:26:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
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		<category><![CDATA[2010-11]]></category>

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		<description><![CDATA[Ausverkauft! Restlos ausverkauft! Wer sich zu spät darum bemühte, die schwedische Indie-Rockband im Musikzentrum live zu erleben, hatte schlechte Karten – genauer gesagt: gar keine Karten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/03/Johnossi.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-10671" title="Johnossi" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/03/Johnossi-300x265.jpg" alt="" width="300" height="265" /></a>Ausverkauft! Restlos ausverkauft! Wer sich zu spät darum bemühte, die schwedische Indie-Rockband im Musikzentrum live zu erleben, hatte schlechte Karten – genauer gesagt: gar keine Karten. Sprechchöre erklingen, Jubelschreie, die Spannung im Publikum wächst, es brodelt, kocht. Dicht nebeneinander gedrängt starren die Zuschauer auf die Bühne. Und dann – endlich – in dichtem, weißen Nebel, betreten SIE die Bühne: Johnossi!</p>
<p>Der Name der Band ist eine Verschmelzung der Vornamen der Bandmitglieder John und Oskar aka „Ossi“. Ein Sänger mit Gitarre, ein wilder Schlagzeuger. Das reicht vollkommen. Ihre Power begeistert, auch live. „Are you with us?!“, fragen Johnossi und legen nach einem sehr eindeutigen „Ja!“ richtig los. Einen Song nach dem anderen schmettern sie von der Bühne. Das Publikum singt mit, ist mal andächtig, mal fröhlich hüpfend unterwegs, und dann wieder pogend von links nach rechts und wild durcheinander. Die Bühne ist lediglich mit natürlich wirkendem gelblichen Licht beleuchtet, nur an impulsiven Stellen pulsiert weißes Flackerlicht. Keine große Show, weil die Show der beiden Musiker vollkommen reicht. Kleiner Wermutstropfen: Die bekannten Stücke „Execution Song“, „Man must Dance“ und „18 Karat Gold“ kommen alle ziemlich spät und direkt hintereinander. Bald darauf lässt Sänger John Engelbert sich ins Publikum fallen. Nein, „fallen“ trifft es nicht. Vielmehr gleitet er vorsichtig hinein, nachdem er zuvor die Stützfähigkeit der Hände vor ihm geprüft hat. Der Mann ist ja nicht lebensmüde. Sehr weit kommt er nicht, aber das Publikum ist natürlich begeistert. Zum Schluss zerschmettert John sogar noch nach guter Rockermanier seinen Mikrofonständer, schlägt ihn etliche Male auf den Bühnenboden. Die einzelnen Stücke verteilt er im Publikum.</p>
<p>Der große Durchbruch ist bei Johnossi erst ein paar Jahre her. 2006 erschien das Debütalbum und es folgten Auftritte als Vorband von Mando Diao und Razorlight. Danach tourten sie auch alleine. Dass sie heute das Musikzentrum auf Touren bringen, ist ein Glücksfall. Ein paar Tage zuvor hatte John seine Stimme verloren, so dass die Konzerte in München und Nürnberg ausfallen mussten.</p>
<p>„What&#8217;s The Point“ ist die erste Singleauskopplung des aktuellen Albums „Mavericks“. Der Titel bedeutet übersetzt so viel wie „Einzelgänger“: „Ein Mensch der seinen eigenen Weg wählt und seiner eigenen Vision folgt“, so Johnossi. Für das Album haben sie tief in ihrer eigenen Psyche gegraben: Traumdeutung, Meditation und das Auseinandersetzen mit alten Ängsten, haben dieses Werk beeinflusst. Und es hat sich gelohnt. Mit ihren alten und neuen Songs machen Johnossi das Publikum mehr als glücklich an diesem Abend. Nach den Zugaben bleiben die Sprechchöre, die Jubelschreie sind nahe an der Schmerzgrenze. Oskar reicht noch seine Sticks ins Publikum, John verabschiedet sich mit Kusshänden. Johnossi haben gerockt!</p>
<p><strong>Text und Foto: Janine Klemmt</strong></p>
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		<title>leonhard cohen, tui arena</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Nov 2010 09:24:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Kann er singen? Mit seiner Stimmskala von wenig mehr als einer Oktave? Mit 76 Jahren nicht weniger als 50 kraftzehrende Konzerte bestreiten, von Finnland bis Neuseeland? Fragen, mehr Zweifel,  auf dem Weg zu seinem Konzert. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/03/Leonhard-Cohen.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-10670" title="Leonhard Cohen" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/03/Leonhard-Cohen-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Kann er singen? Mit seiner Stimmskala von wenig mehr als einer Oktave? Mit 76 Jahren nicht weniger als 50 kraftzehrende Konzerte bestreiten, von Finnland bis Neuseeland? Fragen, mehr Zweifel,  auf dem Weg zu seinem Konzert. Cohen beginnt viele seiner Lieder kniend. Ein Bein am Boden, den Oberkörper dazu tief gebeugt. Konzentriert, mit Demut in sich gehend. Sinnend, ob er das 100 Mal vorgetragene Lied ein erneutes Mal lebendig werden lassen kann, ohne es zu wiederholen. Ohne sich zu wiederholen.Cohen spricht zum Publikum, sagt, dass er nicht wisse, ob er noch mal ein Konzert in Hannover geben werde. Aber dass er an diesem Abend alles geben wolle, alles was er habe. Und auf welche beeindruckende Weise er sein Versprechen mehr als einlöst, das überrascht.Zu einem seiner bekannteren Songtexte („First we take Manhattan,then we take Berlin&#8230;“) bekannte er in einem Interview, dass er die Kompromisslosigkeit und Geradlinigkeit von Menschen bewundere, auch wenn es sich, wie in diesem Fall, um einen Terroristen handeln würde. Keine Alibis. Keine Kompromisse. Das ist der Kern seines Wesens und das Rückgrat seiner Musik. Durch Cohens Art der Intonation wird die musikalische Begleitung beinahe überflüssig, gar ablenkend. Er alleine würde reichen, auch wenn man dann beispielsweise auf das Solo eines Weltklasse-Flamenco-Gitarristen wie Javier Mas verzichten müsste. Natürlich verzaubert auch die Musik, die immer wieder in orientalische Sphären entführt. Aber die Essenz in Leonhard Cohens Musik ist die Kraft seiner Stimme. Von der man nicht lassen möchte, nicht genug bekommen kann. Man gerät in eine Art Sog. Warum? Was macht diesen Zauber aus?Cohen war einige Jahre in einem Zen-Kloster, um mehr Weisheit und Wissen zu lernen. Er hat sich selbst Zeit seines Lebens als Außenseiter und als Mensch mit gebrochenem Herzen gesehen. Gewonnen hat er nach dieser intensiven Zeit die Erkenntnis: Erlebe, ob Schmerz oder Freude, intensiver. Cohen wirkt in sich ruhend, völlig entspannt. Und gerade darin besteht der Zauber, das Verzaubernde seiner Stimme. Diesem Bass zu lauschen, sein Geheimnis zu teilen. Es ist allein der Klang. Erst auf der zweiten Ebene nimmt man die Songinhalte auf, von gebrochenen, stolzverletzten Wesen, die mit Cohens Stimmfarbe majestätisch grau in grau verschmelzen.Dreieinhalb Stunden und 28 Lieder später hüpft Cohen beschwingt von der Bühne. Er hüpft tatsächlich, ganz Kind und doch wie ein Gentleman. Den 5500 Beglückten in der TUI Arena bleibt vielleicht eine Zeile aus „Chelsea Hotel No 2“ haften: „Well, never mind, we are ugly, but we have the music.“ Ehre sei Herrn Cohen und seiner musikalischen Mystik.</p>
<p><strong>Sir OB, Fotos Anja Gassmann</strong></p>
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