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	<title>STADTKIND - hannovermagazin &#187; die türkische seite</title>
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		<title>gefährliche gewässer</title>
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		<pubDate>Thu, 30 Sep 2010 22:00:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Manuela Sender</dc:creator>
				<category><![CDATA[die türkische seite]]></category>
		<category><![CDATA[2010-10]]></category>

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		<description><![CDATA[Erschreckend ist die breite Zustimmung, die Sarrazin gerade erfährt. Die zahlreichen Foren im Internet laufen förmlich über vor Sympathiebekundungen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie verdient man in Deutschland viel Geld? Im Grunde ist das ganz einfach: Man schreibt ein Buch, das mit möglichst vielen sogenannten Tabus bricht. Eva Herman hat es so gemacht, und nun Thilo Sarrazin. Die Urmutter der Nation orientierte sich bei ihrer ganz persönlichen Neubestimmung der Rolle der Frau in unserer Gesellschaft so ein bisschen an den 50ern und der Bibel, Thilo Sarrazin behauptet nun unter anderem, dass es Muslimen an Intelligenz mangelt und dass Dummheit erblich ist. Zum Marketing gehören dann natürlich noch zahlreiche öffentliche Auftritte, beispielsweise in Talkshows, um lächelnd aber fest zu den eigenen Thesen zu stehen, sich mit den empörten Kritikern zu streiten, vielleicht noch ein bisschen nachzulegen und Öl ins Feuer zu gießen, während sich „draußen im Land“ die einen aufregen und die anderen zustimmend mit dem Kopf nicken. Gemeinsam ist allen nur der Gang in die Buchhandlung. Für Thilo Sarrazin klingelt im Augenblick mächtig die Kasse. Und wenn die ganze Show vorbei ist, wird wahrscheinlich er es sein, der auswandert. Irgendwohin, wo es warm ist, wo man seinen Lebensabend so richtig genießen kann. Vielleicht ja auch in die Türkei, wer weiß.</p>
<p>Normalerweise kann man sich bei solchen „Tabubrechern“ getrost zurücklehnen und entsprechende Bücher in den Regalen verstauben lassen, bis sich die Aufregung in ein paar Wochen wieder gelegt hat. Lange dauern solche Geschichten meistens nicht. Und irgendwer schreibt sicherlich gerade das nächste Buch mit dem nächsten Tabubruch. Ein bisschen Geduld also, und wir können uns wieder vorurteilsfrei und unbefangen dem Tagesgeschäft zuwenden, bevor dann der nächste „Aufreger“ droht. Normalerweise ist das so.<br />
Doch genau das wird diesmal nicht ausreichen. Denn Sarrazins Buch hat anhaltenden, weil fundamentalen Schaden angerichtet.</p>
<p>Die irren Thesen der Eva Herman waren in den Medien schnell abgehandelt und mitsamt ihrer Autorin von der Bildfläche verschwunden. Sarrazins Thesen wirken nachhaltiger. Er hat – wenn man so will – die Büchse der Pandora geöffnet. Erschreckend ist die breite Zustimmung, die Sarrazin gerade erfährt. Die zahlreichen Foren im Internet laufen förmlich über vor Sympathiebekundungen. Und einen Satz liest man dort besonders häufig: „Das mit den Genen und den Juden hätte er nicht sagen sollen, aber ansonsten spricht endlich mal jemand aus, wie es wirklich ist. Die türkischstämmigen Migranten, die Muslime insgesamt, haben sich im Gegensatz zu Migranten anderer Herkunft und Religion nicht integriert, sie packen es nicht in der Schule, liegen dem Sozialstaat auf der Tasche und pfeifen darüber hinaus auch noch auf die deutschen Gesetze.“ Und was die Volksmeinung daraus schließt, steht ebenfalls in jedem zweiten Wortbeitrag: „Wenn ihr nicht wollt oder könnt, dann geht dorthin zurück, wo ihr hergekommen seid.“</p>
<p>Genauso bedenklich wie die teilweise arg rassistische Polemik in den Foren sind aber auch die Reaktionen unserer Politiker, die Sarrazin zwar kritisieren, aber gleichzeitig davon reden, dass seine Ausführungen ja teilweise durchaus berechtigt seien und dass es gut sei, die Probleme endlich zu benennen. Thilo Sarrazin macht das zum Aufklärer der Nation. Er hat also gesagt, was man zuvor aus falsch verstandener politischer Korrektheit nicht sagen durfte, er hat den Finger in die Wunde gelegt, er ist der erste, der die Probleme jetzt mal konkret anspricht.</p>
<p>Wenn das so ist, dann fragt man sich, wo unsere Politiker eigentlich leben. Die Probleme sind seit Jahren bekannt. Dass türkischstämmige Menschen in unserem Bildungssystem nicht gerade zu den Gewinnern gehören, ist wohl kaum ein großes Geheimnis. Dass das unangenehme Folgen für die Staatskasse hat, bezweifelt auch niemand. Dass es Parallelgesellschaften gibt, wissen wir ebenfalls längst. Und auch, dass die „Unterschicht“ in Deutschland mehr Kinder in die Welt setzt als die besser gestellten Schichten, war jedem klar, der Statistiken lesen kann. All das ist ein alter Hut und kein Tabu.</p>
<p>Neu ist lediglich, die Migranten zu hundert Prozent für diese Probleme verantwortlich zu machen, ihnen mangelnden Willen und mangelnde Intelligenz zu unterstellen, sie also im Endeffekt als Menschen zweiter Klasse zu diffamieren.</p>
<p>Einigen Politikern wird das freilich ganz recht sein. Denn wenn die Migranten selbst schuld sind, dann liegt es ja nicht an der völlig verfehlten Einwanderungs- und Integrationspolitik der vergangenen Jahre und Jahrzehnte, oder am Bildungssystem, das wie kaum ein anderes den Bildungserfolg nach Schichten sortiert. Dann muss man jetzt nur den Menschen mit Migrationshintergrund ordentlich Druck machen, damit alles endlich besser wird. Dieser Druck baut sich bereits auf, gesellschaftlich und politisch. Vor ein paar Wochen waren „die Griechen“ dran, jetzt sind es „die Türken“ oder „die Muslime“. Sie werden insgesamt stigmatisiert. Mit dem Erfolg, dass gerade die gut integrierten und bildungserfolgreichen türkischstämmigen Menschen in Deutschland mehr und mehr darüber nachdenken, ihrem Heimatland (denn die meisten sind hier geboren) den Rücken zu kehren. Und sich jene Bevölkerungsgruppen, bei denen die Probleme offensichtlich sind und die man eigentlich dringend unterstützen müsste, nur noch mehr ausgegrenzt und unerwünscht fühlen.</p>
<p>Die Diskussion um Integration und Bildung (beides gehört zusammen) verlässt nach Sarrazins Ausfällen nicht nur ein konstruktives Niveau, sie gerät zunehmend in gefährliche Gewässer. Politiker sind ein gelehriges Völkchen – einige werden zu kommenden Wahlen sicherlich ihr Profil auf Kosten der Migranten zu schärfen versuchen. Und eine Gesellschaft, die nun darüber diskutiert, ob Muslime per se einen niedrigeren Intelligenzquotienten haben, dürfte für gut ausgebildete, qualifizierte Menschen aus anderen Ländern kaum attraktiv sein. Sie werden sich hüten, bei uns zu arbeiten. Viele dieser potenziellen Einwanderer sind Muslime. Sie werden allein aus Sorge um ihre Kinder nicht nach Deutschland kommen. Denn was nützt einem Arzt (der nebenbei Moslem ist) ein gut bezahlter und sicherer Arbeitsplatz, wenn seine Kinder im deutschen Schulsystem aussortiert werden.</p>
<p>Die deutsche Gesellschaft stellt sich im Internet augenblicklich selbst ein Armutszeugnis aus. Sie zeigt, dass sie eben nicht weltoffen und global denkt, sondern äußerst anfällig ist für niedere rassistische Ressentiments. Sie verbaut sich damit viele Chancen. Der einzige, der von all dem profitiert, ist augenblicklich Thilo Sarrazin. Er wird bald ausgesorgt haben.</p>
<p>Dabei hätte die gesamte Aufregung gar nicht sein müssen, wenn unsere politische Führung früher und deutlicher die richtigen Worte gefunden hätte. Es reicht nicht, zu sagen, dass man sich von den Äußerungen Thilo Sarrazins distanziert, dass es „Unsinn“ sei, dass Deutschland durch Türken und Muslime dümmer werde. Angela Merkel hätte einfach sagen sollen, wie es ist: „Ja, es gibt Probleme und das nicht zu knapp. Aber verantwortlich sind vor allem die Politiker, die in den letzten Jahren und Jahrzehnten die falschen Entscheidungen getroffen haben. Die weggeschaut haben. Verantwortlich bin also letztlich auch ich selbst.“ Das hätte schon gereicht.</p>
<p><strong>VA</strong></p>
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		<title>resit sahin</title>
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		<pubDate>Sun, 28 Feb 2010 22:00:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Manuela Sender</dc:creator>
				<category><![CDATA[die türkische seite]]></category>
		<category><![CDATA[2010-03]]></category>

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		<description><![CDATA[Zusammen mit seinem Onkel betreibt Sahin das Unternehmen Ömür Handel GmbH und versorgt nicht allein die türkische Gastronomie in Hannover mit seinen Lebensmitteln. Wir haben den erfolgreichen türkischstämmigen Unternehmer in den Hallen des Großmarkts getroffen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer in Hannover in einem türkischen Bistro einkehrt, in einem türkischen Restaurant isst, oder bei den gefüllten Oliven an der Salattheke im Eingangsbereich des Supermarkts zugreift, kann sich einigermaßen sicher sein, dass die Produkte aus Resit Sahins Familienbetrieb stammen. Zusammen mit seinem Onkel betreibt Sahin das Unternehmen Ömür Handel GmbH und versorgt nicht allein die türkische Gastronomie in Hannover mit seinen Lebensmitteln. Wir haben den erfolgreichen türkischstämmigen Unternehmer in den Hallen des Großmarkts getroffen.</p>
<p>Es ist kalt im Großmarkt, aber dafür scheint sich niemand zu interessieren. Hier wird gearbeitet, für niedrige Temperaturen hat man keine Zeit. Vor allem Unternehmen mit türkischem oder arabischem Hintergrund finden sich in den Hallen. Als sich vor etwa 25 Jahren Sahins Vater unter dem großen Dach am Tönniesberg niederließ, war das noch völlig anders. Damals war er der erste türkischstämmige Unternehmer am Standort. Und machte sich als Zulieferer für türkische Supermärkte recht schnell einen Namen. Nach und nach spezialisierte sich der Betrieb dann auch auf die Versorgung der Gastronomiebranche. Heute geht es dabei längst nicht mehr nur um Gemüse, Salat und Obst. Neben Gewürzen und verschiedenen Milchprodukten hat sich das Angebot inzwischen um diverse Verpackungsmaterialien und Hygieneartikel erweitert. Fast alles, was in der Gastronomie benötigt wird, kann man heute über die Ömür Handel GmbH beziehen.</p>
<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/03/Reşit-Şahin.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-6166" title="Reşit Şahin" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/03/Reşit-Şahin-300x262.jpg" alt="" width="300" height="262" /></a>Der Arbeitstag von Resit Sahin beginnt früh. Sehr früh. Bereits ab 3.30 Uhr versorgen sich die umliegenden Händler und Kunden vom Großmarkt mit dem notwendigen Verpackungs- und Transportmaterial bei ihm. Anschließend werden die Bestellungen abgearbeitet, damit die Auslieferungen spätestens gegen 9 Uhr auf den Weg gebracht sind. Zwischendurch und danach sind die Annahme der Bestellungen, Geschäftsgespräche, Verhandlungen und die Organisation zu bewältigen.</p>
<p>Ein prall gefüllter Arbeitstag für den 27-jährigen Unternehmer – der eigentlich mal ganz andere Pläne hatte.</p>
<p>Dass er vor sechs Jahren zusammen mit seinem Onkel die Nachfolge des Vaters übernommen hat, war eigentlich nicht vorgesehen. Resit Sahin hatte einen völlig anderen Weg eingeschlagen. Zwar war er als kleiner Junge an Wochenenden hin und wieder mit auf dem Großmarkt, aber in erster Linie hat Sahin Fußball gespielt. Und das mehr als erfolgreich, zuerst in den Jugendmannschaften von Hannover 96, auf dem besten Weg zu einer Karriere als Fußballprofi. Im Alter von 17 Jahren brach er die Schullaufbahn in der 11.Klasse ab, um nach Holland in die A-Jugend des großen PSV Eindhoven zu wechseln. Danach folgte ein halbjähriges Gastspiel in der Türkei, ehe Verletzungen und Unstimmigkeiten die Karriere als Profisportler beendeten, bevor sie so richtig begonnen hatte.</p>
<p>Bereits im Alter von 21 Jahren übernahm Resit Sahin dann die Verantwortung für den Familienbetrieb. Ganz nach dem Motto „learning by doing“ eignete er sich das notwendige Know-how an und profitierte zudem von der reichhaltigen Branchen-Erfahrung seines Onkels. “Direkt vor Ort, direkt mitten im Geschehen, das war in meinem Fall die beste Ausbildung und wahrscheinlich viel hilfreicher, als wenn mir jemand was auf der Schulbank erzählt hätte“, so sagt er. Mit seiner sympathischen Art und viel persönlichem Einsatz verschaffte er sich innerhalb kurzer Zeit Respekt bei Mitarbeitern, Kunden und Geschäftspartnern. Man hat ihn eigentlich von Anfang an voll akzeptiert. Und wer damit seine Schwierigkeiten hatte, wurde schnell eines Besseren belehrt. Hilfreich war dabei sicher auch die Struktur des Unternehmens. Im Betrieb ziehen alle an einem Strang, jeder arbeitet für jeden, Hierarchien spielen im Arbeitsalltag kaum eine Rolle. Resit Sahin packt überall mit an. „Ich bin Chef und du bist Arbeiter, das gibt es nicht bei uns“, beschreibt er das Miteinander. „Alle sieben Mitarbeiter sind türkischer Abstammung. Nein“, unterbricht er sich selbst, „einer ist aus Sri Lanka. Aber der spricht inzwischen besser Türkisch, als mancher mit türkischem Background.“</p>
<p>Das Problem mit der Sprache kennt Resit Sahin gut. Aufgewachsen ist er mit einem deutschen Freundeskreis und in seinem Elternhaus wurde ebenfalls Deutsch gesprochen. So war er als Kind und Jugendlicher selbst nicht ganz sicher im Gebrauch der Muttersprache seiner Eltern. „Bis zu einem gewissen Alter war es mir sogar peinlich, wenn vor meinen deutschen Freunden Türkisch gesprochen wurde“, gibt er schmunzelnd zu. Wie schwierig es sein kann, zwischen zwei Kulturen aufzuwachsen, hat Resit Sahin noch aus seiner Zeit als Fußballer in der Türkei in Erinnerung. Obwohl er die Sprache zu jener Zeit beherrschte, konnte er dort nicht richtig Fuß fassen. Wurde er in Deutschland manchmal als „Türke“ geringschätzig behandelt, so war es als „Deutscher“ in der Türkei ebenso schwierig, seinen Platz in der Gesellschaft und Anerkennung in der Mannschaft zu finden.</p>
<p>Im seinem heutigen Berufsalltag hat es Resit Sahin sowohl mit türkischen als auch mit deutschen Geschäftspartnern zu tun, und es ist ein Vorteil, ganz selbstverständlich zwischen den Sprachen wechseln zu können. Die Gewürze aus Indien, Chile und der Türkei werden zwar über eine türkische Firma bezogen, doch das Gros der Ware kommt hauptsächlich von deutschen Unternehmen. So wird beispielsweise die eigene Joghurt-Marke in einer deutschen Molkerei produziert. Resit Sahin ist in einer Geschäftswelt zu Hause, in der kulturelle Unterschiede keine Rolle spielen. „Im Business ist die Herkunft egal. Da wird hart verhandelt, egal ob jemand Deutscher, Türke oder Grieche ist“, sagt er. Natürlich gibt es ein loses Netzwerk türkischer Unternehmer. „Hannover ist klein. Man weiß, bei wem man was bekommt und wer einem weiterhelfen kann“, so Sahin. Aber eine große Rolle spielen diese Netzwerke nicht und auch auf den türkischen Partys und Events ist er eher ein seltener Gast. Allein durch seine 6-Tage-Woche sind die Möglichkeiten zur Erholung rar. „Da soll sich die nächste Generation austoben.“ Ihm ist inzwischen die Zeit für die Familie wichtiger. Noch dieses Jahr im Oktober soll geheiratet werden und eigene Kinder lassen dann hoffentlich auch nicht mehr lange auf sich warten. Seine Kinder sollen übrigens zweisprachig aufwachsen, er will ihnen beide Kulturen vermitteln, so wie seine Eltern ihm Aspekte der türkischen Kultur und der Religion mitgegeben haben, die für ihn heute noch von Bedeutung sind. „Die deutsche und die türkische Geschichte, beiden Seiten sind wichtig, damit man weiß, woher man kommt und wo man lebt!“</p>
<p><strong>Sven Appel</strong></p>
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		<title>serkan salihoğlu</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Sep 2009 22:00:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[die türkische seite]]></category>
		<category><![CDATA[2009-10]]></category>

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		<description><![CDATA[Serkan Salihoğlu wurde in Istanbul geboren, ging dort auf ein deutsches Gymnasium und lebt seit sechs Jahren in Deutschland. Er studierte in München Theaterwissenschaften und arbeitete bereits bei den Münchner Kammerspielen als Regieassistent im Kreis von Lars-Ole Walburg, dem neuen Intendanten am Schauspiel Hannover. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2009/11/NETZ_36-37_Stadtkind.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-5659" title="Serkan Salihoğlu" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2009/11/NETZ_36-37_Stadtkind-184x300.jpg" alt="Serkan Salihoğlu" width="184" height="300" /></a>Serkan Salihoğlu wurde in Istanbul geboren, ging dort auf ein deutsches Gymnasium und lebt seit sechs Jahren in Deutschland. Er studierte in München Theaterwissenschaften und arbeitete bereits bei den Münchner Kammerspielen als Regieassistent im Kreis von Lars-Ole Walburg, dem neuen Intendanten am Schauspiel Hannover. Beim Theater geht man häufig gemeinsame Wege. Auch Serkan Salihoğlu arbeitet in dieser Saison am Schauspiel. Stadtkind hat mit ihm über das Theater, seine türkischen Wurzeln und derzeitige Projekte gesprochen.</strong></p>
<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong>Lars-Ole Walburg hat Sie als Regieassistent nach Hannover geholt. Wie kam es dazu?</strong><br />
Ich habe in München an der LMU Theaterwissenschaften studiert und am Theater hospitiert, war dort aber nicht fest angestellt. Ole und ich haben uns bei dem Projekt „Schnee“ von Orhan Pamuk kennen gelernt. Wir arbeiteten dann noch an einem weiteren Projekt zusammen. Ich kenne Ole jetzt seit eineinhalb Jahren. In Hannover assistiere ich aber derzeit nicht Ole, sondern Florian Fiedler. Ich bin gut mit Ole befreundet, und als er mich fragte, ob ich mit nach Hannover kommen würde, habe ich direkt ja gesagt. Nach einem Monat in Hannover kann ich schon sagen, dass das eine gute Entscheidung war. Schauspieler und Assistenten ergeben zusammen ein gutes Team. Wir haben Spaß an der Arbeit, wollen Neues wagen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong>Wie genau kamen Sie zum Theater?</strong><br />
Ich interessierte mich schon früh für Filme, habe Theaterzeitschriften gelesen. An meiner Schule gab es dann eine Theater-AG. Dort arbeitete ich als Schauspieler und Regisseur mit und entdeckte meine Liebe zum Theater. Im zweiten Jahr war ich in der deutschen Schauspielgruppe, und wir waren mit einem Projekt in Deutschland. Bei der Gelegenheit sprach ich mit Regisseuren und fragte, was genau man in dieser Richtung studieren könnte. So kam ich dann zu meinem Studium in München.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong>Ihr Vater ist Grieche und Ihre Mutter Türkin. Das ist ja eher ungewöhnlich.</strong><br />
Meine Großeltern lebten in Griechenland, in einem türkischen Dorf. Mein Vater blieb dort, bis er 17 Jahre alt war, und kam dann in die Türkei, wo er bei seinem Zahnmedizinstudium meine Mutter kennen lernte. Er kann noch Griechisch sprechen, ich kann allerdings nur noch ein paar wenige Wörter.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong>Welcher Mentalität fühlen Sie sich eher zugehörig</strong><strong>?</strong><br />
Ich bin in der Türkei aufgewachsen, aber die deutsche Schule hat mich sehr geprägt. Unsere Unterrichtssprache war Deutsch und ca. 80% unserer Lehrer waren Deutsche. Die typischen deutschen Werte wie Disziplin und Ordnung habe ich wohl ein bisschen verinnerlicht. Jedenfalls haben die türkischen Kollegen an einem Theater in Istanbul meine Arbeitsweise als eher streng bezeichnet. Auch wenn ich bis zu meinem 19. Lebensjahr nicht in Deutschland gelebt habe, bin ich doch mit beiden Mentalitäten aufgewachsen. Bei meinem Studium hat mir das sehr geholfen. Ich sehe es als Bereicherung, beide Mentalitäten in mir zu tragen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong>Wie kam es dazu, dass sie auf eine Deutsche Schule gingen?</strong><br />
In der Türkei geht man ab der fünften Klasse auf ein Gymnasium. Meine Eltern schwankten zwischen einer deutschen Schule und einer amerikanischen Schule. Sie recherchierten und fanden heraus, dass man auf der deutschen Schule mehrsprachig unterrichtete. Neben Deutsch auch Englisch. Also entschieden sie sich für die deutsche Schule. Viele aus meinem Abschlussjahrgang studierten in den USA, in Harvard oder Yale, andere gingen nach Deutschland und studierten beispielsweise Medizin in Heidelberg. Von den 26 ehemaligen Klassenkameraden bin ich der einzige, der etwas Kreatives studiert hat.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong>Ist das Theater in der Türkei anders als in Deutschland?</strong>Absolut. Als ich bei dem Privattheater „dot“ in Istanbul arbeitete, hatten wir beispielsweise einen Textilsponsor, der uns subventionierte, dazu einen türkischen Serienstar. Das läuft heute auch noch so. Serienstars nutzen das in den Serien verdiente Geld, um Privattheater zu unterstützen. In der Türkei ist das System ein ganz anderes als in Deutschland. Die Politik nimmt starken Einfluss. Es ist möglich, dass die Intendanz das gesamte Team drei- bis viermal im Jahr komplett ändern kann. Es gibt keine Saisonverträge wie hier in Deutschland.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong>Nimmt man auch Einfluss auf die Auswahl der Stücke?</strong><br />
Ja. Beispielsweise werden an normalen türkischen Staatstheatern Popstücke aus den 90ern nicht aufgeführt. Auch wenn man von offizieller Seite bestreitet, dass es eine Zensur gibt – die Politik bestimmt über die Stückauswahl. Bei den privaten Theatern ist das anders. Ohne die TV-Serienstars, die die Privattheater unterstützen und in den Stücken spielen, wäre das Theater in der Türkei wahrscheinlich ziemlich langweilig. Fehlt diese Unterstützung, haben es Privattheater sehr schwer. Viele müssten aufgeben. Die Investition in ein Privattheater ist nicht unbedingt lukrativ – das ist eher ein Privatvergnügen. Die privaten Theater sind also abhängig von den Serienstars und ihrer Popularität.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong>Wenn ich mir vorstelle, dass deutsche Stars aus den Seifenopern in Theatern auftreten, graust es mir. Sind diese Produktionen denn gut?<br />
</strong>Ich weiß nicht, ob deutsche TV-Stars wirklich Schauspiel studiert haben müssen, aber in der Türkei haben die meisten eine abgeschlossene Ausbildung. Ob diese Stücke wirklich gut sind, darüber kann man sicherlich diskutieren. Viele Schauspieler in der Türkei sehen die Serien nur als Möglichkeit, um Geld zu verdienen. Sie stehen nicht unbedingt hinter diesen Serien. Aber die Fernsehproduktionen sind eben nötig, um ihre Aktivitäten im Theater finanzieren zu können.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong>Interview: Natalie Moser, Übersetzung: Cuma Aktas</strong></p>
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		<title>muhsin omurca</title>
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		<pubDate>Mon, 31 Aug 2009 22:00:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Manuela Sender</dc:creator>
				<category><![CDATA[die türkische seite]]></category>
		<category><![CDATA[2009-09]]></category>

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		<description><![CDATA[Muhsin Omurca ist ein deutsch-türkischer Kabarettist und Cartoonist. Stadtkind hat mit ihm über das Verhältnis zwischen Deutschen und Türken, über Politik und über Kayar Yanar gesprochen (über letzteren allerdings nur sehr kurz).]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2009/10/Omurca_320px.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-5105" title="Muhsin Omurca" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2009/10/Omurca_320px.jpg" alt="Muhsin Omurca" width="320" height="311" /></a>Muhsin Omurca ist ein deutsch-türkischer Kabarettist und Cartoonist. Neben dem deutschen Kleinkunstpreis 1987 und dem deutschen Kabarettpreis 1998 erhielt er mehrere internationale Auszeichnungen als Cartoonist. Die Figur Kanakmän wurde zum Klassiker des Migranten-Humors. Fünf Kabarett-Programme hat er derzeit im Angebot, eins davon auf Türkisch. In Deutschland geht er derzeit mit „Türkenhimmel“, „Die EUmanen kommen“ und „Tags Deutscher Nachts Türke“ auf Tour und ist bald auch in Braunschweig und Bremen zu sehen. Stadtkind hat mit Omurca über das Verhältnis zwischen Deutschen und Türken, über Politik und über Kayar Yanar gesprochen (über letzteren allerdings nur sehr kurz).</strong></p>
<p><span style="color: #ff0000;">Wie sind Sie dort gelandet, wo Sie gelandet sind, sprich beim Kabarett?</span><br />
Ich war das jüngste Mitglied des Karikaturistenverbandes in Istanbul. Ich habe zunächst einmal nur Cartoons gezeichnet und dabei gelernt, wie man die Pointe an den Mann bringt und wie die Pointe ihr Ziel erreicht. Von da an ist es ein leichter Schritt zum Kabarett. 1985 haben Sinasi Dikmen und ich das erste deutsch- und türkischsprachige Kabarett „Knobibonbon“ gegründet. Zu der ersten Aufführung in Ulm haben wir Dieter Hildebrandt eingeladen. Er ist gekommen und fragte mich: „Wo haben Sie eigentlich die Schauspielerei gelernt?“ Als ich sagte, dass ich an dem Abend zum ersten Mal auf der Bühne stand, war seine Begeisterung hoch zwei. Er hat uns in seine Sendung „Scheibenwischer“ eingeladen. Später sind wir mit ihm auf Deutschlandtournee gegangen und so bekannt geworden.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Seit über zwanzig Jahren beschäftigen Sie sich mit dem Thema Integration. Warum sind wir das Thema nicht leid? </span><br />
Weil das Thema „Integration“ inzwischen ein „Industriezweig“ geworden ist. Integration schafft Arbeitsplätze. Unzählige Sozialarbeiter, Integrationsbeauftragte, Angestellte und Politiker leben davon. „Integration“ ist das „Opium“ für das Volk. Es gibt keinen Wahlkampf ohne das Thema „Integration“. Sie steigert die Wahlchancen. Sie ist der beste Joker, den eine Partei vor der Wahl ins Spiel bringen kann. Die CDU kann Auskunft dazu geben.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Wie unterschiedlich ist die Resonanz beim türkischen und beim deutschen Publikum?</span><br />
Die Türken lachen mit dem Herzen, die Deutschen mit dem Verstand.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Was sagen die Türken über die Deutschen? </span><br />
Was möchten Sie hören? Dass die Türken in die Deutschen verliebt sind?</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Wie lässt sich das deutsch-türkische Zusammenleben harmonisieren?</span><br />
Dazu erzähle ich Ihnen einen Türkenwitz: Ein Deutscher und ein Türke sitzen auf einer einsamen Insel, wie Robinson Crusoe und sein Freitag. Plötzlich erscheint eine Fee und verspricht: „Jeder von euch hat einen Wunsch frei und ich werde ihn euch erfüllen.“ Der Deutsche will zurück nach Deutschland&#8230; Sim sala bimmmm&#8230; Schon sitzt er in Hanau. Nach einer Woche kommt sie zurück und fragt den Türken nach seinem Wunsch. Der Türke sagt: „Dieser Deutsche&#8230; ja er fehlt mir! Hol ihn mir zurück!“ Also keine Rettung vor uns&#8230; Wir werden Euch nicht verlassen. Macht Euch keine Illusionen. Wie sagt man so schön, wenn du es nicht verhindern kannst, dann versuche es wenigstens zu genießen!</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Inwiefern beeinflusst die Debatte um den EU-Beitritt der Türkei Ihrer Meinung nach die Stimmung und das Selbstwertgefühl der türkischen Bevölkerung?</span><br />
Unser rechtes Auge ist (viel zu) „kurzsichtig“, das linke dagegen „weitsichtig“. Um alles in Einklang zu bringen, brauchen wir eine Brille „Made in Europa“. Ich kenne unsere Fähigkeiten und Unzulänglichkeiten: wir können ohne fremde Hilfe putschen, aber nicht die Demokratie einführen. Und die Demokratie ist die Lokomotive der Wirtschaft. Holpert die Lokomotive, so entgleist die Wirtschaft. Aber auf soliden Schienen kann der Zug sogar Spitzen-Geschwindigkeit erreichen. Ich bin überzeugt davon, dass die türkische Wirtschaft allein durch die Aufnahme der Verhandlungen  beflügelt wird. Also, in 20 Jahren werden wir Gastarbeiter aus Deutschland anwerben.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Was wünschen Sie sich von den deutschen Politikern bzw. von der deutschen Politik, gerade jetzt zur Bundestagswahl 2009?</span><br />
Mehr Phantasie. Mal sehen, ob sie endlich einen Wahlkampf ohne „Türkenkarte“ veranstalten können.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Was wünschen Sie sich von den türkischen Politikern bzw. von der türkischen Politik?</span><br />
Weniger Phantasie, mehr Sinn für Realität.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Auf Ihrer aktuellen Tournee machen Sie u.a. in Braunschweig und Bremen Halt, um Hannover aber einen großen Bogen. Waren Sie etwa schon einmal hier? Haben Sie schlechte Erfahrungen mit Hannover gemacht oder wissen Sie etwas, das wir wissen sollten?</span><br />
Ganz im Gegenteil, ich war oft in Hannover. Ich habe ein paar Mal im Pavillon vor vollem Haus gespielt und alle Vorstellungen waren super. Und wo waren Sie?</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Wie würden Sie selbst Ihren Humor bezeichnen? </span><br />
„Mussinisch“.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Was halten Sie von Kayar Yanar?</span><br />
Ich habe keinen Fernseher.</p>
<p><strong><span style="color: #000000;">Interview: Bettina Riekenberg</span></strong></p>
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		<title>chancenlos!</title>
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		<pubDate>Fri, 31 Jul 2009 22:00:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Manuela Sender</dc:creator>
				<category><![CDATA[die türkische seite]]></category>
		<category><![CDATA[2009-08]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Qualifikation junger Migranten wird also künftig ganz entscheidend das Qualifikationsniveau der Berufseinsteiger bestimmen. Und genau hier droht eine volkswirtschaftliche Katastrophe.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Kinder mit Migrationshintergrund sind (und bleiben) die Verlierer im deutschen Bildungssystem</strong></p>
<p>Dass Deutschland ein Einwanderungsland ist, hat sich inzwischen sogar in Kreisen konservativer Politiker herumgesprochen. Aber aus dieser Erkenntnis oder besser Anerkennung der Realität die entsprechenden Konsequenzen zu ziehen, damit tut man sich hierzulande noch immer schwer. So wie man sich bereits viele Jahre lang schwer getan hat, die wachsende Heterogenität der Bevölkerung zu erkennen und entsprechend neue Bildungskonzepte zu entwickeln. Andere Länder sind uns bei diesem Thema um Meilen voraus.</p>
<p>Die Studien PISA und IGLU haben deutlich gemacht, dass Länder mit vergleichbarer Migrationsdichte (z.B. Kanada, UK und Schweden) weitaus größere Erfolge im Sinne einer besseren Bildungsbeteiligung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund vorweisen können. Die Bundesrepublik bildet bei beiden Studien das Schlusslicht, wenn es um die Förderung der Kinder mit Migrationshintergrund geht. Zudem hat die PISA-Studie aufgezeigt, dass vor allem der sozioökonomische Status der Familien entscheidend für eine Bildungskarriere in der Bundesrepublik ist.</p>
<p>Migrantenfamilien haben zu einem hohen Teil einen sozioökonomisch schwachen Status – sie sind also gleich doppelt benachteiligt. Die Ergebnisse von PISA-E haben das noch einmal deutlich unterstrichen. Der Abstand zum Leistungsdurchschnitt beträgt bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund bis zu drei Schuljahre, bei den Ergebnissen von IGLU (Viertklässler) ca. ein Schuljahr. Wer also in Deutschland in eine Migrantenfamilie geboren wird, dessen Chancen auf Bildung stehen schlecht. Und das ist nicht nur eine Katastrophe für die betroffenen Kinder.</p>
<p>Zwischen 2020 und 2030 werden die Babyboomer-Jahrgänge in Rente gehen und, diese gut ausgebildeten Jahrgänge müssen ersetzt werden. Doch einerseits sinkt die Zahl junger Menschen und andererseits stammt ein immer höherer Anteil aus zugewanderten Familien. Jeder vierte Berufsanfänger hat heute einen Migrationshintergrund. 2020 werden es 30 Prozent sein und 2032 sogar 40 Prozent. Die Qualifikation junger Migranten wird also künftig ganz entscheidend das Qualifikationsniveau der Berufseinsteiger bestimmen.</p>
<p>Und genau hier droht eine volkswirtschaftliche Katastrophe.<br />
Das Potenzial von Kindern mit Migrationshintergrund wird schlicht nicht genutzt. Wir entlassen diese Kinder reihenweise aus der Schule in die Perspektivlosigkeit, während Fachkräfte schon jetzt händeringend gesucht werden. Trotz schrumpfender Bevölkerung werden wir künftig mehr gering qualifizierte Arbeitslose haben. Die Berufseinsteiger von 2020 gehen heute bereits zur Schule – es wäre also höchste Zeit, die Probleme offensiv anzugehen.</p>
<p>Doch so recht vor kommt dieses Thema im Wahlkampf momentan nicht. Kinder mit Migrationshintergrund sind noch immer die Stiefkinder der Nation. Diese Bevölkerungsgruppe hatte und hat unter den Politikern der großen Volksparteien kaum eine Lobby. Rund 41 Prozent der ersten Migrantengeneration haben keinerlei Berufsausbildung. In der zweiten Generation sind es noch immer 30 Prozent, zweieinhalb Mal so viele wie bei den Deutschen.</p>
<p>Zurückzuführen ist das nicht nur auf die Versäumnisse vergangener Politiker-Generationen. Auch in der jüngeren Vergangenheit hat sich keine Regierungspartei der Problematik wirklich gestellt. Noch immer gilt: Je niedriger der Schulabschluss, desto höher der Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund. Bei Haupt- und Realschulabschlüssen sind sie deutlich überrepräsentiert, bei Hochschul- und Fachhochschulabschlüssen dagegen deutlich unterrepräsentiert. Ein nicht geringer Prozentsatz verlässt die Schule ganz ohne Schulabschluss. Woran liegt das? Und was ist zu tun?</p>
<p>Ein oft zitiertes Klischee, auch in der politischen Diskussion und nicht nur an den Stammtischen, ist die mangelnde Bereitschaft der Bevölkerungsgruppe mit Migrationshintergrund zur Integration. Die Migrantinnen und Migranten, so heißt es dann, lebten zu einem großen Teil konzentriert in Ballungszentren und segregierten sich dort in Wohnquartieren – sie müssten darum auch nicht die deutsche Sprache beherrschen, um sich zurechtzufinden. Die Kinder würden in den Familien bleiben und Einrichtungen der Elementarerziehung nicht besuchen. Richtig ist, dass sich Bevölkerungsgruppen mit Migrationshintergrund vor allem in den größeren Städten tatsächlich in bestimmten Vierteln konzentrieren, was nebenbei auch mit den Mietpreisen zu tun haben könnte. Falsch ist jedoch, dass die Kinder dieser Bevölkerungsgruppe nicht in den Kindergarten oder andere vorschulische Einrichtungen gehen.</p>
<p>Die Kindergartenbesuchsquote der Kinder mit ausländischem Pass ist im Bundesdurchschnitt nicht wesentlich geringer als die Gesamtquote. Besonders hoch liegt die Quote der Beteiligung von Migrantenkindern an Vorschuleinrichtungen in der Altersstufe der Fünf- bis Sechsjährigen mit 85 bis zu 90 Prozent. Ein Grund für die hohe Beteiligung dieser Kinder in vorschulischen Angeboten ist unter´anderem auch die häufigere Zurückstellung bei der Einschulung wegen Sprachdefiziten in der deutschen Sprache. Daraus lässt sich schließen, dass nicht die quantitative Versorgung, sondern die Qualität der frühkindlichen und vorschulischen Pädagogik das Hauptproblem darstellt. Und Qualität kostet Geld. Doch die Bereitstellung von mehr Mitteln in diesem Bereich ist nicht die einzige Lösung.</p>
<p>Unser Bildungssystem braucht insgesamt ein neues Selbstverständnis. Das Bildungssystem muss sich als ein Lehr-, Lern- und ständiges Qualifizierungsangebot in einer Einwanderungsgesellschaft verstehen. Vielfalt muss als ein positives Kapital der Gesellschaft betrachtet werden, als ein Pool an kulturellen Ressourcen, aus dem die Gesellschaft als Ganzes schöpfen kann.</p>
<p>Natürlich wird auch dann das Erlernen der deutschen Sprache weiterhin der wichtigste Schlüssel zum Bildungserfolg bleiben. Aber auch hier sollte ein Nachdenken über andere Wege erlaubt sein. Denn im Grunde ist die Mehrsprachigkeit von Kindern durchaus zu unterstützen und als Bildungsziel anzustreben. Über das Erlernen einer Sprache auf der Basis vorhandener Zwei- und Mehrsprachigkeit wird sowohl in der Forschung als auch in der Öffentlichkeit noch heftig debattiert. Es fehlen systematische Forschungen. Fest steht, dass ein möglichst früher Spracherwerb – möglichst vor dem vollendeten fünften Lebensjahr – bessere Sprachkompetenz verspricht. Und vieles spricht für die Annahme, dass die Nichtbeachtung oder die nicht ausreichende Beachtung der Zweisprachigkeit bereits für sich genommen ein Grund für die erhebliche Benachteiligung dieser Kinder ist, weil dadurch ein entscheidender Ausdrucks- und Lebensbereich dieser Kinder ausgeklammert wird.<br />
Allein aus diesem Grund würde es sich anbieten, die familiensprachlichen Kenntnisse der zweisprachig aufwachsenden Kinder von vornherein angemessen in ein Sprachlernkonzept zu integrieren.</p>
<p><strong>GAH</strong></p>
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		<title>Eine Pendlerin zwischen den Kulturen</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Oct 2008 14:01:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Karsten Violka</dc:creator>
				<category><![CDATA[die türkische seite]]></category>
		<category><![CDATA[2008-10]]></category>

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		<description><![CDATA[Elif Shafak gilt als eine der besten Gegenwartsautorinnen ihrer Zeit. Nicht nur in der Türkei. In den USA, wo sie zeitweise lebt und Frauen- und Genderstudien an der Universität von Arizona lehrt, ist sie längst eine Kultautorin. Umso verwunderlicher ist es, dass Elif Shafak hierzulande bisher wenig bekannt ist. Mit ihrem im Eichborn Verlag neu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Elif Shafak gilt als eine der besten Gegenwartsautorinnen ihrer Zeit. Nicht nur in der Türkei. In den USA, wo sie zeitweise lebt und Frauen- und Genderstudien an der Universität von Arizona lehrt, ist sie längst eine Kultautorin. Umso verwunderlicher ist es, dass Elif Shafak hierzulande bisher wenig bekannt ist. Mit ihrem im Eichborn Verlag neu erschienenen Roman „Der Bonbonpalast“ hat sie ihren Platz in der westlichen Medienwelt nun aber vollends eingenommen. Die 1971 in Straßburg geborene Tochter einer türkischen Diplomatin wuchs in Spanien und Frankreich auf, ging erst zum Studium in die Türkei zurück. An der Universität von Ankara promovierte sie in Politikwissenschaften, lebte dann in den USA. Diese quasi globalisierte Kindheit ermöglicht ihr eine distanzierte Perspektive auf die Türkei. Shafak ist dadurch in der privilegierten Lage, die türkische Literatur mit europäischen Maßstäben zu werten und ihre eigene Position klar abzugrenzen. Und dies kommt in ihren Werken deutlich zum Vorschein.</p>
<p>Der Vorläuferroman „Der Bastard von Istanbul“ brachte ihr eine Klage wegen „Beleidigung und Verunglimpfung des Türkentums“ ein. In dem 2006 erschienenen Roman lässt sie eine fiktive Romanfigur über den türkischen Völkermord an den Armeniern sprechen. Die Türkei erkennt die Vertreibung und Auslöschung der Armenier 1915/1916 bis heute nicht an. Mit dem geschickten Kniff, kritische Äußerungen ihren literarischen Figuren zu überlassen, brach sie mit dem politischen Tabu und erregte damals internationales Aufsehen. Elif Shafak erzählt in ihren Romanen klug und differenziert mit vielen  verschiedenen, vornehmlich weiblichen Stimmen aus multikulturellen Perspektiven. Ebenfalls eine literarisch kluge Lösung, um nicht auf eine Meinung festgelegt zu werden. Denn das kann durchaus gefährlich sein. Dass nationalistische Juristen mit dem umstrittenen Paragraphen 301 gegen Intellektuelle in der Türkei vorgehen, ist ja schon längst kein Geheimnis mehr. Der Fall von Orhan Pamuk, dem Literaturnobelpreisträger, der aufgrund von Äußerungen zur türkischen Geschichte im Jahre 2005 angeklagt wurde, ging um die Welt. Der Prozess gegen Elif Shafak endete für die Autorin glücklicherweise mit einem Freispruch. Offensichtlich hatte sie einen Richter, dem die  Meinungsfreiheit etwas bedeutet. Sie entging einer Haftstrafe von 6 Monaten.</p>
<p>Auch durch ihre multiethnische Sprache löste Shafak Kontroversen aus. Denn die Autorin greift ganz bewusst auf osmanische Traditionen zurück und benutzt „alte“ Wörter aus persischen und arabischen Quellen – aus Protest gegen die Purifizierung der Sprache in der Türkei. „Als Schriftstellerin möchte ich, dass Worte von einer Insel zur anderen fließen, von der alten Zeit in die neue, so dass es eine Kontinuität gibt. Dies halte ich für wichtig für eine Nation“, hat sie mal gesagt und man liest es ihren Büchern an. Auch ihr neuer Roman „Der Bonbonpalast“ ist in diesem Erzählton gefärbt. Sowohl rhythmisch als auch stilistisch, manchmal ein bisschen an die skurrile Erzählweise aus „Die verrückte Welt der Amelie“ erinnernd – vom großen Ganzen ausgehend zoomt sie sich an die Welt der zehn Familien im „Bonbonpalast“ heran. Das wirkt lebendig: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft prallen aufeinander und knüpfen einen Märchenteppich, der an die Geschichten aus Tausendundeiner Nacht erinnert. Das Haus als Stadtmetapher, eine Stadt als Hauptprotagonist. Elif Shafak hat die Stadt in einem Haus verdichtet und verwebt. „Der Bonbonpalast“, das sind zehn Wohnungen und damit zehn verschiedene Welten, zehn sehr unterschiedliche Familien in ihren Lebensweisen und Schicksalen. Da gibt es die ungleichen Zwillingsbrüder Cemal und Celal, die einen Friseursalon betreiben, das skurrile und altehrwürdige Tantchen Madam, Hüterin fremder Vergangenheiten. Eine junge Schönheit, genannt Blaue Mätresse, deren Name von der Farbe herrührt, da sie von ihrem Liebhaber, dem Olivenhändler, ständig himmelblaue Dessous geschenkt bekommt. Den streng religiösen Hausverwalter Hadschi Hadschi mit seinen Geschichten über Dschinns und Derwische, einen namenlosen Ich-Erzähler und einen kiffenden Medizinstudenten mit Hund, der im Keller des Hauses residiert und damit den Verstorbenen am Nächsten ist, denn das Haus ist auf einem alten Friedhof erbaut. Sogartig wird der Leser in die Geschichten hineingezogen, sie erscheinen real und fesseln vom ersten Augenblick.</p>
<p>Elif Shafak: Der Bonbonpalast. Roman. Aus dem Türkischen von Eric Czotscher. Eichborn Verlag 2008. 470 Seiten, 19,95 Euro.</p>
<p>Astrid Oltmann</p>
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		<title>Wohin geht die Türkei?</title>
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		<pubDate>Wed, 22 Oct 2008 14:54:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Karsten Violka</dc:creator>
				<category><![CDATA[die türkische seite]]></category>
		<category><![CDATA[2008-11]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Hannah-Arendt-Tage in Hannover erinnern an die 1906 in unserer Stadt und genauer in Hannover-Linden geborene jüdische Philosophin. Sie sind jedes Jahr Anlass zu Vorträgen und Diskussionen in Gedenken an die großen Ideen und Ideale einer „Weltbürgerin der ersten Stunde“. Diesmal versammelte man sich im Rathaus zu der Frage: „Wohin geht die Türkei?“ Bereits am [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Hannah-Arendt-Tage in Hannover erinnern an die 1906 in unserer Stadt und genauer in Hannover-Linden geborene jüdische Philosophin. Sie sind jedes Jahr Anlass zu Vorträgen und Diskussionen in Gedenken an die großen Ideen und Ideale einer „Weltbürgerin der ersten Stunde“. Diesmal versammelte man sich im Rathaus zu der Frage: „Wohin geht die Türkei?“ Bereits am 3. Oktober sorgte Fatih Çevikkollu mit seinem Comedy-Programm „Fatihland“ für die richtige Einstimmung. Gastredner war dann am 4. Oktober Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD).</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wenn deutsche Politiker, zumal in ihrer Eigenschaft als Außenminister, zu diesem Thema sprechen, dann geht es natürlich immer ganz grundsätzlich um die große Frage eines EU-Beitritts der Türkei. Die Position der SPD ist dabei klar: Einem Beitritt steht nichts im Wege, wenn die Türkei die notwendigen Voraussetzungen erfüllt. Bewegen muss sie sich, auch nach Ansicht Steinmeiers, aber noch in vielen Bereichen. Die Meinungsfreiheit ist ein Thema, die Anerkennung gleicher Rechte für die unterschiedlichen Religionen, die Gleichberechtigung der Frauen – insgesamt geht es also um eine demokratische und liberale Ausrichtung der Türkei. Für die Türkei ist dieser Wandel kein leichter Prozess. Aber immerhin kann man bereits von einem Prozess sprechen. Sie hat sich inzwischen in vielen Bereichen bewegt, und es ist erkennbar, dass der Wandel ernsthaft vorangetrieben wird. Für Steinmeier ist klar, dass am Ende dieses Weges der Beitritt stehen muss. Alles andere wäre gleichzusetzen mit einer Abkehr der Europäischen Gemeinschaft von ihrer friedlichen Erweiterungspolitik und ihrer Öffnung gegenüber anderen Kulturkreisen. Eine Absage an die Türkei oder ein Hinhalten wäre ein gefährliches Signal der EU, ein Bekenntnis zu einem geschlossenen Staatenbund, der bewusst ausgrenzt. Die Positionierung Steinmeiers in dieser Frage ist somit auch eine klare Absage an den augenblicklichen Koalitionspartner. Die von der CDU favorisierte Alternative einer privilegierten Partnerschaft gründet sich auf der Skepsis gegenüber den Bestrebungen der Türkei, sich in der geforderten Richtung tatsächlich zu entwickeln. Angesichts der Eskalation des Konflikts mit der Kurdischen Arbeiterpartei PKK im Nordirak erhalten solche Zweifel natürlich neues Gewicht. Und es liegt nun allein an der Türkei, diese Zweifel zu entkräften.</p>
<p>Das ist nach Frank-Walter Steinmeier der EU sehr zu wünschen. Ganz im Sinne Hannah Arendts, die gleich nach dem Zweiten Weltkrieg ein dezentrales Europa verlangte und vor dem Eindruck der Geschehnisse die Forderung postulierte, dass die nationale Souveränität kein Konzept der Politik mehr sein dürfe, verwies Steinmeier vor allem auf die historische Chance, mit dem Beitritt der Türkei eine Brücke zwischen Orient und Okzident zu schaffen. Nach Steinmeier ist die EU in der heutigen Form durchaus ein Ergebnis der Aufgabe von nationaler Souveränität zugunsten einer gemeinschaftlichen Verantwortung angesichts komplexerer Problemstellungen in der heutigen Welt. Die Konflikte im Nahen Osten gehören zu diesen neuen Problemstellungen, und ein Partner wie die Türkei könnte als Teil der EU ein wichtiger Mittler sein. Steinmeier zeigte sich überzeugt, dass die Türkei im Begriff sei, dem Beispiel der 27 Mitgliedsstaaten zu folgen und den Weg in eine europäische Identität zu finden, um aktiv an den Bemühungen um eine friedlichere Welt mitzuwirken. „Wer an die Europäische Union glaubt, sollte einsehen, dass es hier um die Alternative zwischen Frieden und Nationalismus geht. Hier liegt die Entscheidung, die wir treffen müssen. Ich für meinen Teil bin überzeugt, dass der Friedensgedanke das Herzstück der Europäischen Union ist und dass das Friedensangebot, das die heutige Türkei Europa macht, nicht ausgeschlagen werden darf“, so zitierte Steinmeier in diesem Zusammenhang aus einer Rede des Schriftstellers Orhan Parmuk, die er 2005 anlässlich der Verleihung des Friedenspreises gehalten hatte. Für Steinmeier wurde bisher der stabilisierende Faktor der Türkei z.B. als Nachbarstaat Irans mit den daraus resultierenden guten Kenntnissen und Beziehungen von der EU viel zu wenig geschätzt und gewürdigt. Auch daran solle die Gemeinschaft der EU denken, so Steinmeier, wenn sie mit der Türkei um einen Beitritt verhandelt, denn ohne Zweifel könne sie insbesondere in diesem Bereich profitieren.</p>
<p>Natürlich erinnerte Steinmeier in seiner Rede auch daran, dass erst vor vier Monaten in der Türkei der Antrag auf ein Verbot der Regierungspartei AKP beim Verfassungsgericht gestellt wurde. Und natürlich erinnerte er an den Streit um das Kopftuchverbot, das dieser Initiative vorausging. Erleichterung und Optimismus äußerte Steinmeier, weil das Verbot gescheitert sei und augenblicklich bereits ein neues Reformpaket mit 130 Gesetzesänderungen zur EU-Harmonisierung auf den Weg gebracht werde – die Annäherung also weitergehe. Gleichzeitig gab er zu bedenken, dass der Streit um das Kopftuchverbot in der Türkei auch anders interpretiert werden könne, als dies in den westlichen Ländern gemeinhin geschieht. Und er zitierte dazu Seyla Benhabib, die in Istanbul aufgewachsen ist und heute in Yale als Professorin lehrt: „Es geht bei der Kopftuch-Debatte eigentlich um eine Pluralisierung einer post-nationalistischen demokratischen Gesellschaft und nicht um die Regression zu einer islamischen Republik.“ Anders formuliert könnte man also sagen, dass die Aufhebung des Verbots ein Schritt in Richtung Religionsfreiheit ist, ein Schritt, der die Trennung von modernem Rechtsstaat und individueller Frömmigkeit beinhaltet.</p>
<p>Zuletzt erinnerte Steinmeier daran, dass auch die Integration der in Deutschland lebenden 3 Millionen Menschen türkischer Herkunft ein Schritt zum EU-Beitritt der Türkei ist. Denn nur wenn auf beiden Seiten die Bereitschaft erkennbar ist, den unterschiedlichen kulturellen Hintergrund zu akzeptieren und zu respektieren, wenn dies beispielsweise in Stadtteilen wie Hannover-Linden oder Kreuzberg-Neukölln gelingt, dann kann die Staatengemeinschaft auch einem Beitritt der Türkei zur EU optimistisch gegenüberstehen. Insgesamt war Steinmeiers Rede ein offenes und erfreulich klares Bekenntnis zum Beitritt der Türkei zur EU, ganz im Sinne der politischen Idee Hannah Arendts, und eine deutliche Absage an die Skeptiker.</p>
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		<title>Fest der Nationen</title>
		<link>http://www.stadtkind-hannover.de/2008/08/turkische-seite-im-juni/</link>
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		<pubDate>Thu, 28 Aug 2008 12:58:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Karsten Violka</dc:creator>
				<category><![CDATA[die türkische seite]]></category>
		<category><![CDATA[2008-06]]></category>

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		<description><![CDATA[Am Sonntag, den 15. Juni, findet auf dem Uni Sportplatz Herrenhausen am Moritzwinkel 6 ab 10.00 Uhr das 1. Fest der Nationen statt. Veranstalter sind die UETD (Union of European Turkish Democrats), das Comites Hannover (das Organ der 22.000 in Niedersachsen lebenden Italiener) und die Vereinung der Griechen in Hannover und Umgebung e.V. Ein ganz [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;">Am Sonntag, den 15. Juni, findet auf dem Uni Sportplatz Herrenhausen am Moritzwinkel 6 ab 10.00 Uhr das 1. Fest der Nationen statt. Veranstalter sind die UETD (Union of European Turkish Democrats), das Comites Hannover (das Organ der 22.000 in Niedersachsen lebenden Italiener) und die Vereinung der Griechen in Hannover und Umgebung e.V. Ein ganz besonderes Fest, denn vor allem die Zusammenarbeit zwischen Griechen und Türken ist alles andere als selbstverständlich.</span></span></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;" align="left"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;">Die UETD versteht sich als eine gemeinnützige, unabhängige und überparteiliche Organisation aller in Europa lebenden türkischstämmigen Bürgerinnen und Bürger. Als stetig wachsende Interessensvertretung engagiert sie sich für einen offenen und ehrlichen Dialog mit neuer Sichtweise, Gleichberechtigung und Toleranz. Das Comites als Vertretung der im Ausland lebenden Italiener wurde von der italienischen Regierung ins Leben gerufen. Ziel ist die Förderung von Initiativen unter anderem im Bereich des soziokulturellen Lebens der im Bezirk ansässigen italienischen Gemeinschaft und der Austausch, die Kooperation und gegenseitige Unterstützung mit anderen ethnischen Gruppierungen, politischen und interkulturellen Gruppen und Vereinen. Die Vereinigung der Griechen in Hannover und Umgebung e.V. wurde 1967 von den ersten Gastarbeitern gegründet. Ziel der Vereinigung war und ist es unter anderem, die traditionellen Folkloretänze den Mitbürgern aber auch den griechischen Jugendlichen näher zu bringen, um einen Erhalt der Tradition zu gewährleisten. Nun veranstalten diese drei Organisationen ein gemeinsames</span></span></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;" align="left"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;">Fest mit dem Ziel, einen Beitrag zur Integration auch unter den Migranten selbst zu leisten.</span></span></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;" align="left"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;">Die Türken und die Griechen – da war doch was. Zypern war und ist das Thema, das auf beiden Seiten bis heute für Zündstoff sorgt, nicht nur auf Zypern selbst, sondern zwischen den beiden Staaten insgesamt. Fragt man einen Türken in Deutschland, so ist er auf die Griechen meist nicht gut zu sprechen. Und umgekehrt. Erst in jüngster Zeit kam wieder Bewegung in den Konflikt,</span></span></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;" align="left"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;">nachdem der neu gewählte Präsident der Republik Zypern, Dimitris Christofias, bereits wenige Tage nach seiner Amtsübernahme erste Gespräche mit dem Präsidenten Nordzyperns, Mehmet Ali Talat, führte, bei denen die Wiederaufnahme von Verhandlungen zur Überwindung der Teilung vereinbart wurde. Die folgende Beseitigung der Barrikade auf der Ledra-Straße in der Altstadt</span></span></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;" align="left"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;">Nikosias am 3. April war danach ein erstes greifbares Ergebnis. Eine politische Annäherung, die hoffen lässt, die aber nur realistische Chancen hat, wenn auch die beiden Bevölkerungsgruppen ihre Feindschaft und das gegenseitige Misstrauen überwinden, auf Zypern selbst, aber zudem ganz</span></span></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;" align="left"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;">generell in beiden Staaten. Und auch hier bei uns. Die Wiederentdeckung der Gemeinsamkeiten,</span></span></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;" align="left"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;">das ist vielleicht der beste Weg, das Verhältnis zwischen den Menschen zu verbessern. Ein Fest, wie das Fest der Nationen am 15.06. unter der Schirmherrschaft unseres Oberbürgermeisters Stephan Weil, kann auf diesem Weg ein wichtiger Schritt sein. Es beginnt mit einem internationalen</span></span></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;" align="left"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;">Fußballturnier, welches die Studenten des  Fachbereiches Sport der Universität Hannover und die Schüler der BBS 6 organisiert haben. An dem Turnier werden zehn Mannschaften beteiligt sein, deren Spieler nach dem Zufallsprinzip ausgewählt werden; so sind die Nationen gemischt und es spielen einfach Menschen mit- und gegeneinander. Die Folklore ist vor allem bei den Türken</span></span></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;" align="left"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;">und Griechen ein wichtiger Berührungspunkt. Sie ist fest in beiden Kulturen verankert und sich in ihrer Ausdrucksform sehr ähnlich. So wird es sicher einige verwunderte Türken und Griechen geben, wenn um 15:00 Uhr und 18:30 Uhr bei den Folklorevorführungen die Ähnlichkeiten deutlich werden. Natürlich wird es auch Live-Musik geben, und dazu kulinarische Genüsse, die so international sein werden wie die Gäste des Festes. Spiele für Kinder, ein Badmintonturnier, eine große Tombola und vieles mehr werden die von den Organisatoren erwarteten 1500 bis 2000 Besucher darüber hinaus bestens unterhalten. Ein Tag der Begegnung, an dem sich die verschiedenen Kulturen Hannovers austauschen, um ein neues Wir-Gefühl zu entdecken. Neue Bekanntschaften werden entstehen, vielleicht sogar Freundschaften. Aber dieses Fest kann noch weitaus mehr erreichen: Möglicherweise sprechen die verschiedenen Bevölkerungsgruppen</span></span></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;" align="left"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;">demnächst verstärkt mit einer Stimme, um ihre Interessen zu vertreten. Übrigens sind auch Deutsche zu diesem Fest der Nationen herzlich eingeladen. GAH, Übersetzung: Cuma Aktas</span></span></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
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		<title>&#8220;Fest der Nationen&#8221;- kleine, große Freundschaften</title>
		<link>http://www.stadtkind-hannover.de/2008/08/turkische-seite-im-juli/</link>
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		<pubDate>Thu, 28 Aug 2008 10:36:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Karsten Violka</dc:creator>
				<category><![CDATA[die türkische seite]]></category>
		<category><![CDATA[2008-07]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein bisschen ängstlich hatten sie zuerst beide ausgesehen: der etwa vierjährige türkische Junge an der Hand seines Vaters und die etwa gleichaltrige Griechin an der Hand ihrer Mutter. Kein Wunder, bei den vielen Menschen und den unterschiedlichen Sprachen. Doch manchmal braucht es nur einen kurzen Blick und Freundschaft liegt in der Luft. Bei unseren Beiden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein bisschen ängstlich hatten sie zuerst beide ausgesehen: der etwa vierjährige türkische Junge an der Hand seines Vaters und die etwa gleichaltrige Griechin an der Hand ihrer Mutter. Kein Wunder, bei den vielen Menschen und den unterschiedlichen Sprachen. Doch manchmal braucht es nur einen kurzen Blick und Freundschaft liegt in der Luft. Bei unseren Beiden gesellte sich noch ein Plastikball dazu. Stundenlang spielten sie danach Fußball und machten sich zwischendurch sogar Hand in Hand auf den Weg, um sich etwas zu essen zu holen. Eine kleine Geschichte am Rande, doch sie zeigt, was ein „Fest der Nationen“ bewirken kann. Etwas bleibt, nach so einer Begegnung. Natürlich war König Fußball nicht nur bei den beiden Kindern Thema Nummer 1 beim „Fest der Nationen“. Zahlreiche kleine und große Fans tummelten sich am Sonntag, den 15. Juni auf den Plätzen des Uni-Sportgeländes am Moritzwinkel. Es wurde gekickt und debattiert. Bei den Türken ging es um den Einzug ins Viertelfinale, die Italiener sorgten sich um ihre Quadra Azzura nach der desaströsen Pleite gegen die niederländischen Oranjes. Und bei den Griechen war die Euphorie von 2004 bereits verstummt, trotz Otto Rehagel und vieler weiser Fußballworte. Die Fußballer kickten indes selbst und veranstalteten ihre eigene EM, die eh viel schöner war, als die echte, weil hier zur Abwechslung mal alle mitspielen durften, bunt gemischt und nicht nach Nationen aufgeteilt. Das „Fest der Nationen“ wurde veranstaltet von der UETD (Union of European Turkish Democrats), dem Comites Hannover (dem Organ der insgesamt 22.000 in Niedersachsen lebenden Italiener) sowie der Vereinigung der Griechen in Hannover und Umgebung e.V. Sie sind die Interessenvertretungen der jeweiligen Bürger und in diesem Sinne auch als Botschafter ihres Landes unterwegs. Es geht ihnen um gegenseitigen Austausch, Kooperationen und – im besten Fall – Völkerverständigung. Das „Fest der Nationen“, dieses Gemeinschaftsprojekt der türkischen, griechischen und italienischen Gemeinden hatte zum Ziel, einen Beitrag zur Integration auch unter den Migranten selbst zu leisten. „Dieser Tag soll ein Tag der Begegnung, ein Tag des Austausches zwischen den verschiedenen Kulturen sein. Nur durch gemeinsame Aktivitäten lernen sich die Menschen kennen und schätzen“, sagte <span style="color: #000000;">Honey Deihimi, Integrationsbeauftragte des Landes Niedersachsen, in ihrer Begrüßungsrede. </span>Ein Anfang, ein erster Schritt in die richtige Richtung. Natürlich gab es neben dem Fußballturnier noch zahlreiche weitere Aktivitäten an diesem Tag, unter anderem <span style="color: #000000;">Musik und Tanz. Mit Folkloretänzen aus allen drei Partnerländern sowie dem Programm der Tanzgruppe „Sugar Style“ feierte man die kulturelle Vielfalt und entdeckte bei all den Unterschieden doch so manche Gemeinsamkeit: nicht zuletzt die Lust am Feiern selbst. Leider wollte das </span>Wetter an diesem Sonntag nicht so ganz mitspielen. Doch trotz drohendem Regen war die Veranstaltung gut besucht. Insbesondere vor der Bühne hatten sich die Menschen versammelt, auf deutschen Bierbänken gab es türkische, griechische und italienische Köstlichkeiten – internationaler geht es wohl kaum. Eine schöne Idee, ein gelungenes Fest und letztlich sogar ein paar Tränen des Abschieds, den unsere beiden kleinen Fußballer waren nur schwerlich voneinander zu trennen. Aber man wird sich wieder sehen, am nächsten Sonntag auf dem Spielplatz.</p>
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		<title>Offene Moscheen in Hannover</title>
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		<pubDate>Mon, 18 Aug 2008 15:33:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Karsten Violka</dc:creator>
				<category><![CDATA[die türkische seite]]></category>
		<category><![CDATA[2008-08]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn Menschen mit unterschiedlicher Kultur und Religion friedlich miteinander leben wollen, dann müssen sie sich kennen lernen, denn nur wer sich kennt, kann Verständnis füreinander entwickeln und Vorurteile aus der Welt schaffen. Das gilt auch und gerade in der Stadt, wo sich die unterschiedlichsten Kulturen auf engstem Raum begegnen. Toleranz und gegenseitiger Respekt entstehen nicht, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn Menschen mit unterschiedlicher Kultur und Religion friedlich miteinander leben wollen, dann müssen sie sich kennen lernen, denn nur wer sich kennt, kann Verständnis füreinander entwickeln und Vorurteile aus der Welt schaffen. Das gilt auch und gerade in der Stadt, wo sich die unterschiedlichsten Kulturen auf engstem Raum begegnen. Toleranz und gegenseitiger Respekt entstehen nicht, wenn man sich aus dem Weg geht, sondern nur, wenn man sich füreinander interessiert. Ein positiver Schritt in diese Richtung ist der &#8220;Tag der offenen Moschee&#8221;. Erstmals 1997 durch den Zentralrat der Muslime Deutschlands initiiert, findet dieser Tag der offenen Türen nun jedes Jahr bundesweit am dritten Oktober statt. Die Aktion wurde bewusst auf den Tag der Deutschen Einheit gelegt, um die Verbundenheit mit der Gesamtbevölkerung zu symbolisieren. Das Angebot stieß in den letzten Jahren auf ein begeistertes Publikum. Und auch dieses Jahr werden wieder etwa 100.000 Besucher erwartet.</p>
<p style="margin-top: 0.49cm; margin-bottom: 0cm;">Einige Hannoveraner, die ihre Zugehörigkeit zum Islam verbindet, haben sich nun an diesem Modell ein Beispiel genommen und eine Initiative gegründet, das Projekt „Offene Moscheen in Hannover“. Organisiert wird jeden Monat der Besuch einer Moschee, Gelegenheit für interessierte Bürger, Einblicke in die verschiedenen Lebensgewohnheiten gläubiger Muslime zu bekommen, und das nicht aus zweiter Hand über die Medien, die auch in Deutschland oftmals tendenziös berichten. Hier erzählen die Muslime selbst von ihrem Glauben und ihrer Art, diesen Glauben zu praktizieren. Wie oft wird gebetet, was sind die Grundannahmen des Glaubens und wie ist eine Moschee aufgebaut? Bei einer Tasse Tee gibt es im Anschluss Raum für weitere persönliche Fragen.</p>
<p style="margin-top: 0.49cm; margin-bottom: 0.21cm;">Besonders interessant sind dabei die verschiedenen nationalen und beruflichen Hintergründe der Initiatoren. Menschen mit afghanischen, deutschen, marokkanischen, türkischen oder auch syrischen Wurzeln, ein Computerfachmann, eine Studentin, eine Hausfrau, sie alle gehen in unterschiedliche Moscheen in Hannover, praktizieren auf unterschiedliche Art ihren Glauben und stehen insgesamt für die Vielfältigkeit der Muslime. Zwar weiß ein Deutscher gemeinhin, dass nicht jede muslimische Frau ein Kopftuch trägt und nicht jeder Muslim in Hannover zwangsläufig ein Türke ist, aber hier erfährt er noch weitaus mehr.</p>
<p style="margin-top: 0.49cm; margin-bottom: 0cm;">Die nächsten Gelegenheiten zum Besuch in einer der ca. 25 Moscheen Hannovers (die meisten davon türkisch) bietet sich am 1. August und 5. September. Treffpunkt ist jeweils um 18:00 Uhr im Haus der Religionen (Böhmerstraße 8). Von da aus geht es gemeinsam in die Moschee. Wer Interesse hat meldet sich unter kontakt@offenemoscheen.de oder unter 05 11 / 2 77 33 44. Weitere Informationen unter www.offenemoscheen.de zu finden.<strong> </strong></p>
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