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	<title>STADTKIND - hannovermagazin &#187; &#8230;streuen gerüchte</title>
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		<title>&#8230;über die SPD</title>
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		<pubDate>Fri, 01 Jul 2011 14:07:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[...streuen gerüchte]]></category>
		<category><![CDATA[2011-07]]></category>

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		<description><![CDATA[Es geht drunter und drüber in der SPD. Wer wird 2013 Kanzlerkandidat, das ist die große Frage. Sigmar Gabriel will gern, hat aber in der eigenen Partei und bei den Anhängern der SPD keine große Lobby. Peer Steinbrück würden es viele zutrauen, der will aber gefragt werden]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es geht drunter und drüber in der SPD. Wer wird 2013 Kanzlerkandidat, das ist die große Frage. Sigmar Gabriel will gern, hat aber in der eigenen Partei und bei den Anhängern der SPD keine große Lobby. Peer Steinbrück würden es viele zutrauen, der will aber gefragt werden, und so, wie wir die SPD kennen, wird ihn niemand fragen. Frank-Walter Steinmeier könnte man sich ebenfalls vorstellen, allerdings hat er schon mal verloren, und außerdem gilt er als bedächtig, seriös und verlässlich, als ein Mann der leisen, weisen Töne – was im Personenwahlkampf heutiger Ausrichtung hinderlich sein könnte. Auch Klaus Wowereit wäre eine Option, aber der muss in Berlin seinen Kopf retten. Bleibt noch Hannelore Kraft, aber die hat sich von den Linken tolerieren lassen, und was die anderen Parteien im Wahlkampf daraus machen werden, kann man sich vorstellen. Es ist also alles nicht so einfach mit der Kanzlerfrage in der SPD.</p>
<p>Gesucht wird ein Kandidat mit weißer Weste, der seriös rüberkommt, ein Händchen für die Grünen hat und ein guter Redner ist. Gar nicht so einfach. Doch möglicherweise gibt es jetzt noch eine neue Option. Vor wenigen Tagen erreichte uns eine E-Mail, die wir im Wortlaut zitieren: „Liebes Stadtkind, ihr seid mir als Magazin sympathisch und deshalb reiche ich euch die folgende Information mal unentgeltlich weiter. Es ist eine kleine Sensation, und wenn ihr klug seid, macht ihr gleich ein Titelthema daraus. In einer stadtbekannten rotgefärbten Kneipe habe ich ein paar SPD-Genossen belauschen können, und es ging dabei um den nächsten Kanzlerkandidaten. ‘Alles Gute kommt aus Hannover, das hat sich spätestens nach Lena in den Köpfen verfestigt, das könnte gar nicht besser passen’, meinte einer. ‘Wenn wir im Wahlkampf auf diesen Zug aufspringen, haben wir das Kanzleramt so gut wie in der Tasche. Zumal wir ja schon einmal mit einem Kandidaten aus Hannover Erfolg hatten.’ Ihr ahnt sicher schon, um wen dieses Gespräch kreiste. Sie sprachen von Stephan Weil, ob ihr es glaubt oder nicht. ‘Aber wird der mitmachen, wird der seinen Hut in den Ring werfen? Er hat doch immer gesagt, dass er bundespolitisch keine Ambitionen hat?’, fragte ein anderer. Und dazu meldete sich ein dritter zu Wort, der ein bisschen offizieller aussah, so mit Anzug und Krawatte. ‘Stephan Weil ist als Kandidat intern längst beschlossene Sache.</p>
<p>Wir haben ein wenig Überzeugungsarbeit leisten müssen, aber er war einverstanden’, hat der gesagt. Gut, die Genossen an diesem Tisch hatten schon ein bisschen getankt, aber so etwas denkt man sich doch trotzdem nicht aus, oder? Na ja, wahrscheinlich wisst ihr eh längst Bescheid, ihr sitzt ja direkt an der Quelle. Schöne Grüße!“ Nein, lieber E-Mail-Schreiber, wir haben nichts davon gewusst. Bisher hat uns Herr Weil nicht informiert. Und unter uns gesagt glauben wir auch nicht, dass da etwas dran sein könnte. Fragt man in Hannover nach Stephan Weil, wird er vor allem als „ehrlich“ wahrgenommen. Und das passt einfach nicht zur Bundespolitik.</p>
<p><strong>VA</strong></p>
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		<title>&#8230;über amerikaner</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Jun 2011 09:48:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
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		<category><![CDATA[2011-06]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist vollbracht, der Staatsfeind Nummer 1 der USA ist erfolgreich gefasst und umgebracht worden. In den Vereinigten Staaten tanzen die Leute glücklich und ausgelassen auf den Straßen. Und die Umfragewerte für Obama erholen sich. Das Glück ist eben mit den Tüchtigen. Auch hierzulande ist die Zustimmung groß.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist vollbracht, der Staatsfeind Nummer 1 der USA ist erfolgreich gefasst und umgebracht worden. In den Vereinigten Staaten tanzen die Leute glücklich und ausgelassen auf den Straßen. Und die Umfragewerte für Obama erholen sich. Das Glück ist eben mit den Tüchtigen. Auch hierzulande ist die Zustimmung groß. „Ich freue mich, dass es gelungen ist, Bin Laden zu töten“, hat beispielsweise unsere Kanzlerin gesagt. Doch was uns nun via Internet zugespielt wurde, besorgt uns doch sehr. Werden die Amerikaner angesichts dieses Erfolgs nun ihre Aktivitäten ausdehnen? Diese Frage hatten wir uns bereits gestellt, bevor uns die E-Mail eines Insiders erreichte. Staatsfeinde hat dieses Land ja genug. Und wer sich einmal dazu entschließt, in einem fremden Land, ohne Abstimmung mit diesem Land, eine Spezialeinheit von der Leine zu lassen, der fackelt demnächst womöglich ganz grundsätzlich nicht mehr lange. Und sagt den Regierungen in den betreffenden Ländern ganz sicher nicht vorher Bescheid, wenn ein Spezialkommando bei Nacht und Nebel über die Grenzen kommt. Um den Einsatz nicht zu gefährden. Vielleicht auch, um die Zahl der Zeugen einzugrenzen. Muss ja nicht sein, dass jemand am Ende irgendwelche Kopfschüsse infragestellt, nur weil der Terrorist XY gerade mal keine Waffe zur Hand hatte. Mit ihren Drohnen sind die USA ja bereits weltweit aktiv. Folgen jetzt überall die Navy Seals? Wir hoffen nicht, doch wie gesagt, die besagte E-Mail hat uns stark verunsichert. „Das war nur der Auftakt! Und eher ein symbolischer Akt, denn Bin Laden war längst nicht mehr so wichtig. Die USA haben ganz andere auf der Liste. Und an erster Stelle steht einer, der sich jetzt warm anziehen sollte. Julian Assange ist der Nächste! Das U-Boot vor der englischen Küste ist bereits in Stellung. Demnächst geht es mit dem Schlauchboot auf die Insel. Falls ihr Interesse an der Geschichte habt, überweist einfach den Betrag (s. u.) auf das angegebene Konto. Die genauen Pläne liegen mir vor. Ich schicke sie euch ganz exklusiv, sobald das Geld auf meinem Konto eingegangen ist.“ Leider fehlen uns als kleiner Verlag die notwendigen Mittel, um diese Informationen einzukaufen, und wir haben die E-Mail darum schweren Herzens an die Redaktionen von Spiegel und Focus weitergeleitet. Die große Enthüllungsstory dürfte jetzt eine Frage der Zeit sein. Uns bleibt nur, vorab die Stimme zu erheben, um vielleicht Schlimmeres zu verhindern: „Lauf, Julian! Lauf, so schnell du kannst!“ 		 VA</p>
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		<title>&#8230;über frühlingsgefühle</title>
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		<pubDate>Sun, 01 May 2011 11:03:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[...streuen gerüchte]]></category>
		<category><![CDATA[2011-05]]></category>

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		<description><![CDATA[In Hannover ist der Frühling angekommen. Und wir sind höchst besorgt. Ein gewisses Interesse für das jeweils andere Geschlecht ist ja in dieser Jahreszeit völlig normal, aber was augenblicklich mit den Menschen in unserer schönen Stadt passiert, das ist doch sehr bedenklich. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In Hannover ist der Frühling angekommen. Und wir sind höchst besorgt. Ein gewisses Interesse für das jeweils andere Geschlecht ist ja in dieser Jahreszeit völlig normal, aber was augenblicklich mit den Menschen in unserer schönen Stadt passiert, das ist doch sehr bedenklich. Vergangenen Freitag brachte ein Redaktionsmitglied die kollektive Stimmung wie folgt auf den Punkt: „Ich habe Angst vor dem Wochenende. Ich bin schon die ganze Woche so unglaublich geil, dass ich platzen könnte. Wenn ich jetzt auch noch vor die Tür muss, garantiere ich für gar nichts mehr.“ Dazu muss man wissen, dass Stadtkind-Redakteure unter der Woche von der Außenwelt weitgehend isoliert in abgedunkelten Räumen sitzen, um die Verlockungen der Welt da draußen auszublenden und sich ganz auf die Arbeit zu konzentrieren. Vielleicht geht es deshalb am Wochenende erst recht mit uns durch, aber wie wir gerade feststellen, plagen sich augenblicklich auch andere Menschen, nein, alle Menschen in Hannover mit diesem Problem. Sie ist einfach überall, diese unglaubliche, kollektive Geilheit. So schlimm war es bisher noch in keinem Jahr. Wie kommt das?</p>
<p>Der Besuch einer Redakteurin in Braunschweig hat in uns inzwischen einen ungeheuren Verdacht geweckt. „Ich war da zu Besuch bei ein paar Freunden in Braunschweig, die dort aus beruflichen Gründen leben müssen. Und jetzt stellt euch mal vor, keiner von denen hatte Lust zu vögeln. Es war grausam. Ich saß da zwei Tage vollkommen auf dem Trockenen, im wahrsten Sinne des Wortes. Zum Glück habe ich dann auf der Rückfahrt im Zug zwei Hannoveraner getroffen.“ Ja, geht es denn nur uns in Hannover so? Schon lange kursieren Gerüchte, dass in unserer Stadt dem Trinkwasser irgendetwas beigemischt wird. Bisher war nur nicht klar, was es ist und zu welchem Zweck das passiert. Ist Hannover möglicherweise Schauplatz eines streng geheimen Experiments? Geht es um Wege zur Erhöhung der Geburtenrate in Deutschland? Im Rathaus wollte man zu unseren Fragen keine Stellung beziehen. Nur kurz haben wir einen Blick in den Stadtrat werfen dürfen, bevor man uns freundlich herauskomplimentiert hat. Doch was wir dort gesehen haben, spricht eigentlich schon für sich: Sie trinken dort alle Mineralwasser! Warum kein Leitungswasser, bei der angespannten Haushaltslage. Ganz koscher ist das alles nicht. Wir richten hiermit einen deutlichen Appell an die Stadtvorderen, die Sache sofort aufzuklären. Wir wollen keine Versuchskaninchen sein, auch wenn die ganze Chose ziemlichen Spaß macht. Irgendwann müssen wir zwischendurch auch mal arbeiten, sonst wird diese verdammte Ausgabe niemals fertig!</p>
<p><strong>VA</strong></p>
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		<title>&#8230;über gröhlende verfassungsschützer in der nordstadt</title>
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		<pubDate>Fri, 01 Apr 2011 13:36:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[...streuen gerüchte]]></category>
		<category><![CDATA[2011-04]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Nordstadt ist sozusagen das linke Gewissen Hannovers. Auch deshalb haben Polizei und Verfassungsschutz dieses Viertel immer sehr genau im Auge. Vollkommen zu Recht. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zwischen Himmel und Erde gibt es bekanntlich unglaublich Unbegreifliches, und wir sind darum immer gerne bereit, in dieser Rubrik auch mal den wirklich abwegigsten Verschwörungstheorien Gehör zu schenken und den merkwürdigsten Geschichten eine Chance zu geben. An dieser Stelle wurden bereits Hitler-Badehosen im Maschsee gefunden – uns ist also tatsächlich fast nichts heilig (um mal eben nebenbei auch auf den Leserbrief zum letzten Gerücht zu reagieren).</p>
<p>Das Gerücht, das gerade in der Nordstadt die Runde macht, scheint aber selbst uns doch ausgesprochen weit hergeholt zu sein. Man weiß ja, dass die Nordstadt viele eher linke Gruppierungen beherbergt, kleine und große, militante, weniger militante, friedliche, organisierte und weniger organisierte. Die Nordstadt ist sozusagen das linke Gewissen Hannovers. Auch deshalb haben Polizei und Verfassungsschutz dieses Viertel immer sehr genau im Auge. Vollkommen zu Recht. Spätestens seit Kristina Schröder Ministerin ist, weiß man, dass die Gefahr für unsere Demokratie von der linken Seite droht und nicht so sehr von rechts. Das leuchtet ja auch irgendwie ein. Die Rechten sind zwar brandgefährlich, aber für den ganz großen Wurf sind sie dann doch zu dämlich. Bei den Linken versammelt sich hingegen reichlich geistiges Potenzial. Wenn man da nicht ein bisschen aufpasst… Aus genau diesem Grund ist die Polizeipräsenz bei kleineren oder größeren Versammlungen oder gar Demonstrationen in der Nordstadt immer sehr ausgeprägt. Gar nicht mal so offensichtlich, sonders meistens eher inkognito, sprich in zivil, wobei man den Damen und Herren vielleicht mal sagen müsste, dass es möglicherweise ganz pfiffig wäre, wenn sie sich nicht alle die gleichen Schuhe anziehen würden. Aber das weiß man ja alles, zumindest in der Nordstadt. Nun mal schnell zum Gerücht.</p>
<p>Die Geschichte geht so: Der Verfassungsschutz hat vor einigen Jahren insgesamt ca. 15 Mitarbeiter in die Nordstadt eingeschleust. Diese Mitarbeiter haben sich dann aber mit der Zeit gefragt, was sie dort eigentlich sollen. Und haben deswegen zwischendurch auch immer wieder mal beim Chef nachgefragt: „Wäre es nicht besser, uns irgendwo im Osten bei den Nazis einzuschleusen? Die Linken hier in der Nordstadt sind eigentlich alle ganz nett. Sollten wir nicht lieber mal im Osten nach den Rechten sehen?“ Die Antwort kam prompt und entschieden. Das Denken solle man doch lieber den oberen Etagen überlassen. Also verlegten sich diese 15 Verfassungsschützer darauf, lieber nicht so viel nachzufragen und sich einfach nur die Zeit zu vertreiben. Und das tun sie jetzt bereits seit vielen Jahren. Sie sitzen eigentlich jeden Tag direkt an der Lutherkirche auf den Bänken, natürlich bestens getarnt. Nachts grölen sie sogar gerne mal um der Authentizität willen herum. Kein Mensch würde auf die Idee kommen, dass hier der Staat auf der Bank sitzt. Wie gesagt, wir können uns eigentlich kaum vorstellen, dass an dieser Geschichte etwas dran ist. Vielleicht ist einer von denen vom Verfassungsschutz, aber doch bestimmt nicht alle. Das wäre ja wirklich ein starkes Stück. Und falls es doch stimmt? Na dann vorsichtshalber Prost!, liebe Verfassungsschützer. Auf weiterhin gute Nachbarschaft.</p>
<p><strong>VA</strong></p>
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		<title>stadtkinder&#8230;</title>
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		<pubDate>Wed, 16 Mar 2011 14:57:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
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		<category><![CDATA[2011-03]]></category>

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		<description><![CDATA[Man mag es kaum glauben, aber es scheint so, als müssten sich alle totalitären Systeme der Welt künftig auf harte Zeiten einstellen. Der Funke der Auflehnung springt von Land zu Land, überall entdecken die Menschen, dass sie gemeinsam mächtig sind, mächtiger als alle Institutionen der herrschenden Klasse. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Man mag es kaum glauben, aber es scheint so, als müssten sich alle totalitären Systeme der Welt künftig auf harte Zeiten einstellen. Der Funke der Auflehnung springt von Land zu Land, überall entdecken die Menschen, dass sie gemeinsam mächtig sind, mächtiger als alle Institutionen der herrschenden Klasse. Und das Internet spielt dabei keine kleine Rolle. Die Opposition hat sich über Facebook und Twitter organisiert. Totalitäre Systeme haben dauerhaft wohl nur eine Chance, wenn sie die Verbreitung des Internets und moderner Kommunikationsmittel grundsätzlich unterbinden. Tun sie das nicht rechtzeitig, ist es irgendwann vorbei. Den Prozess des Umsturzes kann man dann nur noch eine Weile hinauszögern. Zum Beispiel durch eine knallharte Hierarchie, die es ermöglicht, Kritiker in den eigenen Reihen sofort mundtot zu machen, die eine Atmosphäre der Angst schafft, vor allem vor dem da ganz oben. Wer mosert, der fliegt. Zum anderen muss es einen Kodex geben, der die Mitglieder der herrschenden Klasse fest zusammenschweißt, irgendetwas, das nicht einfach zu erfüllen ist, das vielleicht sogar den natürlichen menschlichen Neigungen entgegensteht. Und es ist natürlich ganz wichtig, die Frauen komplett auszuschließen, denn jeder weiß, dass denkende Wesen viel Unruhe stiften können. Wohlgemerkt, das alles funktioniert nicht auf Dauer. Wenn das Volk seine Stärke erkennt und sich via Internet zusammenschließt, dann geht es dem System an den Kragen. Dann tauchen plötzlich aus dem Nichts Forderungen auf: Die Priesterweihe für Frauen, die Lockerung des Zölibats, die basisdemokratische Mitsprache bei der Wahl der Bischöfe, ein liberales Rechtsverständnis und ein selbstkritischer Dialog, all solche unverschämten Vorschläge. Und was dann? Die katholische Kirche kann ja jetzt nicht einfach die 144 Unterzeichner, die diesen Reformkatalog in Rom vorgelegt haben, katholische Hochschullehrer, die immerhin dem Codex Iuris Canonici und dem Papst unterstehen, allesamt rausschmeißen. Das wäre ein Drittel aller katholischen deutschen Professoren. Da hat die katholische Kirche nicht aufgepasst. Denn wie werden diese kritischen Theologen kommuniziert haben? Richtig, vielleicht über Facebook, ganz sicher aber via E-Mail und Handy, so wie all die Mitglieder des gemeinen Volkes, die bereits ausgetreten sind. Dabei hatte Ex-Bischof Mixa doch schon lange gewarnt und das Internet immer wieder als Werkzeug des Teufels angeprangert. Aber wie so oft bei autokratischen Systemen haben die Herrscher die Stimmung außerhalb ihres Elfenbeinturms ausgeblendet – und sehen sich nun plötzlich konfrontiert mit umstürzlerischen Tendenzen. Da hilft es auch nichts mehr, dass Gerüchten zufolge bei der Priesterweihe demnächst ein weiteres Gelübde eingeführt werden soll, bei dem es um den Verzicht auf alle modernen Kommunikationsmittel geht, und dass in diesen Tagen angeblich Priester überall auf der Welt Besuch von der Computer-Inquisition bekommen und nebenbei auch Handys und Fernseher konfisziert werden. Der Widerstand wird bleiben. Dass die mächtige Glaubenskongregation in Rom das Memorandum der 144 inzwischen gelesen hat, ist aber wohl wirklich nur ein Gerücht.  			 <strong>VA</strong></p>
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		<title>cyprinidae flatus</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Feb 2011 14:46:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
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		<category><![CDATA[2011-02]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist schon eine kleine Sensation, was ein Maschsee-Fischer am Morgen des 4. Januar 2011 aus unserem stadtbekannten Teich gezogen hat. Auf den ersten Blick sah das Tier aus wie ein ganz normaler Karpfen. Nur die Farbe verwunderte den Fischer und brachte ihn dazu, seinen Fang etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Das ca. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist schon eine kleine Sensation, was ein Maschsee-Fischer am Morgen des 4. Januar 2011 aus unserem stadtbekannten Teich gezogen hat. Auf den ersten Blick sah das Tier aus wie ein ganz normaler Karpfen. Nur die Farbe verwunderte den Fischer und brachte ihn dazu, seinen Fang etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Das ca. 45 cm lange Exemplar war feuerrot. Karpfen gibt es zwar in den unterschiedlichsten Schattierungen, aber ein Exemplar mit derart roter Färbung war bis dato unbekannt. Zurück an Land zeigte der Fischer das Tier sogleich seinen Kollegen, und die entdeckten eine weitere Überraschung: Die Brustflossen waren stark ausgeprägt, die Schwanzflosse fehlte jedoch komplett. Stattdessen fand sich am Heck des Tieres nur eine kleine Körperöffnung. Natürlich wurde der seltsame Karpfen nun auf die Reise geschickt. Im Institut für Meereskunde der Universität Hamburg wollte man sich den Fisch genauer ansehen. Hier waren sich die Forscher sofort einig. Der Fang war tatsächlich eine Sensation. Man war sich nur nicht sicher, welcher Art. War das Tier lediglich eine Mutation? Oder handelte es sich gar um eine völlige Neuentdeckung? Zuerst bemerkten die Wissenschaftler die besondere Beschaffenheit der Augen. Die Hornhaut war wesentlich dicker als bei normalen Karpfen. Dann widmete man sich den Flossen. Wie bewegte sich dieses Exemplar ohne Antriebsflosse durchs Wasser? Allein mit den übermäßig großen Brustflossen? Ein Rätsel. Die Forscher warfen schließlich einen Blick in das Innere des Fisches. Der Mageninhalt brachte jedoch zunächst keine weiteren Erkenntnisse. Die Zusammensetzung entsprach den normalen Nahrungsgewohnheiten eines Karpfens. Doch dann stießen sie auf eine Art zweiter Magen, der ein Gemisch aus Methan, Schwefelwasserstoff und Kohlendioxid enthielt, typische Verdauungsgase. Und dieser zweite Magen hatte eine direkte Verbindung zu dem winzigen Loch, dort wo sich bei normalen Karpfen die Schwanzflosse befindet. Zudem war der zweite Magen von einem Ring ungewöhnlich starken Muskeln umgeben. Nach mehreren Versuchen stand fest: Man hatte es tatsächlich mit einer völlig neuen Art zu tun, die nun den Namen Cyprinidae flatus (= blähender Karpfen) trägt. Das Rätsel der Fortbewegung war gelöst. Der Fisch stößt mithilfe der Muskeln das Gemisch durch die Schwanzöffnung aus und katapultiert sich damit nach dem Prinzip des Raketenantriebs durchs Wasser. Die großen Brustflossen dienen dabei als Ruder, die starke Hornhaut schützt die Augen vor dem Druck, der bei der – wie sich die Forscher einig sind – wahrscheinlich bemerkenswerten Beschleunigung zustande kommt. Das Tier, so sind sich die Forscher ebenfalls einig, litt wahrscheinlich an einer Verstopfung seines Antriebsorgans, sonst hätte der Fischer es wohl niemals erwischt. Hannover ist tatsächlich um eine Sensation reicher. Dass Aspria jetzt an eine Erweiterung der Anlage denkt, um mittels Tunnel und Unterwasser-Panoramafenster neugierigen Gästen den Blick auf Cyprinidae flatus zu ermöglichen, ist allerdings wohl nur ein Gerücht.</p>
<p><strong>Leo Fehr / Lak</strong></p>
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		<title>unglaublich!</title>
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		<pubDate>Sat, 01 Jan 2011 13:23:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
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		<category><![CDATA[2011-01]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist einfach unglaublich: Hannover 96 auf dem dritten Tabellenplatz. Was ist bloß los mit den Roten? Woher kommt die plötzliche Spielfreude, der Kampfesgeist?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist einfach unglaublich: Hannover 96 auf dem dritten Tabellenplatz. Was ist bloß los mit den Roten? Woher kommt die plötzliche Spielfreude, der Kampfesgeist? Selbst Mike Hanke trifft, ohne dass man ihn zufällig anschießen müsste. Mehrere Zuschauer, die beim letzten Spiel live dabei waren, beschwören sogar, dass Hanke geschwitzt habe. Unglaublich! Welcher Blitz ist plötzlich in diese Mannschaft gefahren? Ein Rätsel. Alles läuft super beim Überraschungsclub der Hinrunde. Wer hätte das nach dem Pokal-Aus bei den Amateuren von Elversberg zu Saisonbeginn gedacht? Nur die Verhandlungen bei der Vertragsverlängerung Slomkas laufen nicht so richtig rund. Er hat erstmal abgelehnt. Aber warum? War das Angebot nicht gut? War Kind zu knickerig? Der beschwichtigt und spricht von ganz normalen Vertragsverhandlungen. Da werde eben ein bisschen gepokert. Doch passt das zu den Äußerungen Slomkas, der von fehlendem Vertrauen spricht und dabei ziemlich ernst aus der Wäsche guckt? Eigentlich könnte der Trainer doch guter Dinge sein, wenn er schon jetzt weiß, dass man mit Kind noch über die eine oder andere Null (wir meinen hier nicht Hanke) reden kann. Oder steckt am Ende etwas anderes dahinter, will Slomka wirklich weg von Hannover 96, vielleicht weil er etwas weiß, das wir nicht wissen. Es gibt einen Verdacht, der gerade in den einschlägigen 96-Kneipen die Runde macht. Kind soll demnach einen neuen Großsponsor in Aussicht haben, der bereits im Handball und Fußball etwas weiter nördlich seine Finger im Spiel hat und jetzt angeblich ganz groß bei den Roten einsteigen will. So groß, dass vielleicht sogar das Stadion einen neuen Namen bekommt. Nun erzählt man sich, dass Slomka gar nichts dagegen hätte, in einem Stadion zu spielen, das nach einem Sternbild benannt ist. Seine Spieler scheint diese Aussicht darüber hinaus augenscheinlich zu beflügeln. Nein, das ist es nicht. Wenn man den Gerüchten trauen darf, dann hat Slomka Kind belauscht, wie der in einem Gespräch mit einem Geschäftsfreund erstens den augenblicklichen Erfolg allein auf diesen neuen Sponsor zurückführte („Die Jungs freuen sich schon auf ihre Weinachtsgeschenke und die Spielerfrauen wohl auch.“) und zweitens gesagt haben soll, dass er, wenn der Deal klappt, jeden Trainer einkaufen könnte („Dann hole ich Trappatoni oder irgendeinen anderen richtigen Trainer.“). Falls an diesen Gerüchten etwas dran ist, wäre die miesepetrige Laune Slomkas durchaus nachvollziehbar. In solcher Art diskreditiert zu werden, das ist nicht angenehm. Ein anderes Gerücht besagt, dass Kind sich die Geschichte von dem neuen Großsponsor selbst ausgedacht habe, um die Mannschaft zu motivieren, und dass er auch während des Gesprächs mit dem Geschäftsfreund genau gewusst habe, dass Slomka alles hören konnte, damit der beim anstehenden Vertragspoker weiß, dass Kind ihn nicht unentbehrlich findet. Aber das ist wohl wirklich nur ein Gerücht. Man traut Kind einiges zu, aber vorausschauende Planung oder gar Weitsicht, das wäre dann doch ziemlich weit hergeholt.                                                 <strong>VA</strong></p>
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		<title>über die messestadt</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Dec 2010 12:34:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[...streuen gerüchte]]></category>
		<category><![CDATA[2010-12]]></category>

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		<description><![CDATA[Bereits seit einigen Jahren, besonders aber nach der EXPO 2000, ist das Verhältnis zwischen dem Messegelände und der Stadt Hannover immer wieder ein Thema. Schon damals, in den ersten Tagen der Weltausstellung, wunderte man sich, denn die Städter brauchten eine ganze Weile, bis sie sich dann doch mal bequemten, da draußen vor der Stadt aufzutauchen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bereits seit einigen Jahren, besonders aber nach der EXPO 2000, ist das Verhältnis zwischen dem Messegelände und der Stadt Hannover immer wieder ein Thema. Schon damals, in den ersten Tagen der Weltausstellung, wunderte man sich, denn die Städter brauchten eine ganze Weile, bis sie sich dann doch mal bequemten, da draußen vor der Stadt aufzutauchen. Viele interessiert bis heute nicht wirklich, was in den Hallen dort passiert. Sicher, einige Messen werden auch von den Hannoveranern besucht, und manch einer macht sich zwischendurch mal auf den Weg, um dem großen schwedischen Möbelhersteller einen Besuch abzustatten, aber im Großen und Ganzen scheint es doch eher einen unsichtbaren Graben zu geben zwischen Hannover und dem Messegelände, fast so wie der Graben zwischen Linden und dem Rest der Stadt. Der Schritt auf die andere Seite wird vermieden, wo immer es geht. Früher war das mit der Messe mal anders, da gab es diese enge Verbindung, da gab es noch die Messemuttis, da bekam man zu Zeiten von CeBIT und Co. kein Bein an die Erde in Hannover, weil sowohl Aussteller als auch Besucher ihr Quartier in der Stadt bezogen. Heute wird gespart, meistens auch die Übernachtung. Da fährt man lieber nach Hause und kommt am nächsten Tag wieder. Hannover interessiert nicht. Und umgekehrt interessiert sich Hannover nicht mehr sonderlich für die Messe. Damals hat das mit dem Austausch auch in diese andere Richtung funktioniert, natürlich hat man seinem Messegast mal einen Besuch abgestattet. Klang ja auch interessant, was der so alles erzählte über die Aussteller. Alles in allem könnte es also besser bestellt sein um die Verbindung zwischen Messe und Stadt. Das Problem ist lange bekannt. Und wird auch in der Stadtpolitik immer mal wieder diskutiert. Es wäre ja schön, wenn die Stadt wieder mehr von den Messegästen profitieren würde. Doch eine Lösung ist weit und breit nicht in Sicht. Vielleicht auch, weil die Messe Hannover nicht so dringend braucht wie Hannover die Messe. Die Messe könnte möglicherweise auch ohne. Und glaubt man dem, was einer unserer Redakteure zufällig in einem Restaurant auf dem Messegelände aufgeschnappt hat, dann entwickelt sich die ganze Geschichte gerade in genau diese Richtung, eine Richtung, die Hannover kaum gefallen und dem Bürgermeister noch viele schlaflose Nächte bereiten dürfte. So, wie er berichtete, saßen da zwei „sehr wichtig gekleidete Herren“ beieinander und diskutierten darüber, ob die Messe nicht einfach zur eigenen Stadt werden könnte. „Es ging dabei eigentlich nur noch um den Namen. Die hatten so einen Plan vor sich mit einer schönen roten Linie um das gesamte Gelände und haben sich gefragt, wie sie das Kind denn nun nennen sollen. Geeinigt haben sie sich dann letztlich auf ‚Messestadt’, wobei der eine meinte, er würde noch mal prüfen wollen, ob Hannover eventuell irgendwelche Rechte an dieser Bezeichnung besäße.“ Dann hätten sie gelacht und vergnügt angestoßen, so unser Redakteur. Und ganz am Ende hätten sie dann auch noch kurz über den ersten Bürgermeister ihrer „Messestadt“ gesprochen. „Die waren sich aber nicht sicher, ob Mousse T. das wirklich machen würde.“</p>
<p><strong>VA</strong></p>
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		<title>kulturlärm</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Nov 2010 11:26:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[...streuen gerüchte]]></category>
		<category><![CDATA[2010-11]]></category>

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		<description><![CDATA[In unserer September-Ausgabe haben wir im Titel über die Diskussion um den Lärmpegel in der Stadt berichtet. Und dabei ging es nicht um Autos, Laubbläser oder eine rücksichtslose Müllabfuhr, sondern um den „Kulturlärm“, um die Lautstärke bei öffentlichen Veranstaltungen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In unserer September-Ausgabe haben wir im Titel über die Diskussion um den Lärmpegel in der Stadt berichtet. Und dabei ging es nicht um Autos, Laubbläser oder eine rücksichtslose Müllabfuhr, sondern um den „Kulturlärm“, um die Lautstärke bei öffentlichen Veranstaltungen, die Dezibel-Belastung bei einem Feuerwerk oder die Stadiondurchsagen bei einem Heimspiel von Hannover 96. Gehört dieser „Lärm“ nun zu den natürlichen Begleiterscheinungen einer lebendigen Stadt, oder sollte die Lautstärke möglichst eingeschränkt werden, um lärmempfindliche Bürger nicht unnötig zu belasten? Aus unserer Meinung haben wir bei dieser Frage kein Geheimnis gemacht. „Kulturlärm“ ist kein Lärm. Er gehört in die Stadt, auch wenn er direkt vor unserem Fenster stattfindet. Für alle, denen das nicht gefällt, gibt es in der Wedemark wunderbar ruhige Plätze. Die „Lärmgegner“ sind da natürlich ganz anderer Meinung, und wie man jetzt in der Stadt munkelt, bereiten sie gerade bereits den nächsten Coup vor. Wenn eine Veranstaltung besonders laut werden soll, dann muss ein Veranstalter ein „Besonderes Ereignis“ beantragen. Die Zahl dieser besonderen Ereignisse ist in Hannover begrenzt. Ist so eine Veranstaltung genehmigt, haben Klagen von schlaflosen Bürgern keine Chance. Fehlt so eine Genehmigung, sieht es für den Veranstalter schlecht aus. Es gibt nun eine jährliche Veranstaltung in Hannover, die ist ungeheuer laut, aber nicht als „Besondere Veranstaltung“ angemeldet und vielen Lärmgegnern schon lange ein Dorn im Auge: Silvester. Und wenn es stimmt, was gerade an Gerüchten die Runde macht, dann bereiten die Lärmgegner für genau diese Veranstaltung augenblicklich eine Klage vor. Problematisch dabei ist wohl nur noch der Adressat dieser Klage, denn Silvester wird ja nicht allein von einem Veranstalter, sondern von vielen Hunderttausend Bürgern der Stadt Hannover veranstaltet. Die gewählten Vertreter dieser Bürger sitzen im Rathaus, so die Argumentation der Lärmgegner, also wird sich die Klage wohl gegen die Stadt Hannover richten. Hat sie Erfolg, werden wir am 31. Dezember voraussichtlich eine sehr ruhige Nacht erleben, denn in diesem Fall muss die Stadt mit geballter Ordnungsmacht den Lärm verhindern, auch wenn sie das nicht will. Ein Großeinsatz der Polizei droht, zur Bewältigung der gewaltigen Aufgabe müssten viele Hundertschaften aus anderen Städten zusätzlich angefordert werden. Ein Desaster für die ohnehin klamme Stadtkasse. Angeblich gibt es bereits Überlegungen seitens der Stadt, die Silvesterknaller in den Geschäften vorsorglich komplett aufzukaufen, denn wo es keine Knaller gibt, kann auch niemand damit Lärm machen. Ebenfalls eine unangenehme Belastung für die Stadtkasse, aber wohl weitaus günstiger, als der drohende Großeinsatz der Polizei. „Die Finanzen der Stadt sind uns vollkommen egal, wir wollen nur unsere Ruhe haben“, so ein Vertreter der Lärmgegner, dessen Namen wir hier nicht nennen dürfen. „Die Stadt kann die Knaller ja anderweitig nutzen; sie wird das Ihme-Zentrum ohnehin irgendwann sprengen müssen. Dann sollten sie aber nicht vergessen, ein Besonderes Ereignis anzumelden.“ Armes Hannover! Wollen wir hoffen, dass das alles doch nur ein Gerücht ist.                               <strong>VA</strong></p>
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		<title>trojanische post</title>
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		<pubDate>Thu, 30 Sep 2010 22:00:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Manuela Sender</dc:creator>
				<category><![CDATA[...streuen gerüchte]]></category>
		<category><![CDATA[2010-10]]></category>

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		<description><![CDATA[Moderne Trojaner gelangen mit der Post ins Haus! Darauf gekommen sind wir nach einem Vorfall in der Redaktion, der so ominös war, dass wir lange recherchieren mussten, um der Wahrheit auf die Spur zu kommen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Jetzt ist endgültig niemand mehr sicher. Zuerst haben sich die Computer in unsere Wohnungen geschlichen und dort die Schreibtische besetzt, dann haben sich immer neue Trojaner auf diese Computer geschlichen, um uns auszuspionieren, so dass man sich sicher sein konnte, dass irgendjemand irgendwo auf der Welt zusieht, wann immer man sich mit dem Internet verbunden hat, dann haben findige Tüftler Programme erfunden, die diese Trojaner entdecken und ausschalten, und seither herrscht ein Krieg der besten Ideen um Angriff und Abwehr. Bisher war das eine Auseinandersetzung auf Augenhöhe, aber jetzt haben die Spione anscheinend doch die Oberhand gewonnen und etwas völlig Neues erdacht. Der Angriff kommt von gänzlich unerwarteter Seite. Moderne Trojaner gelangen mit der Post ins Haus!</p>
<p>Darauf gekommen sind wir nach einem Vorfall in der Redaktion, der so ominös war, dass wir lange recherchieren mussten, um der Wahrheit auf die Spur zu kommen. Letztlich hat man uns nun in einem amerikanischen Forum zur Netzsicherheit unsere Befürchtungen bestätigt.<br />
Aber zuerst zu unserem Erlebnis der dritten Art:</p>
<p>Nach einer anstrengenden Woche hatte sich die gesamte Redaktion in das Wochenende verabschiedet. Niemand hat am besagten Samstag und Sonntag unsere Redaktionsräume betreten, außer unsere Reinigungskraft, die samstags zum Putzen kommt und dabei auch die eingegangene Post auf die Schreibtische verteilt. Nach dem Wochenende wunderten sich nun Teile der Belegschaft, dass sich in der Liste der zuletzt geöffneten Dokumente Dinge fanden, die Mitarbeiter eigentlich nur öffnen, wenn sie Überstunden machen und ganz sicher sein können, dass sie wirklich alleine sind und bleiben. Offensichtlich hatte jemand geschnüffelt.</p>
<p>Aber wer?</p>
<p>Die Reinigungskraft ist 58 Jahre alt, Mutter von zwei Töchtern und Oma von drei Enkeln, sie strickt gerne Socken in ihrer Freizeit und ist ein Fan von Hansi Hinterseer, kurz: Sie ist über jeden Verdacht erhaben. Solche Menschen interessieren sich nicht für „solche“ Inhalte auf fremden PCs. Der Chef war verreist, er scheidet also ebenfalls aus. Es wurde geschnüffelt, aber es gab einfach niemanden, der es hätte gewesen sein können. Auffällig war lediglich, dass sich auf allen Schreibtischen die gleiche Werbepost eines Schreibwarenanbieters fand. Eine Praktikantin stellte dazu folgende Theorie auf. „Die haben in ihr Briefpapier einen winzigen Chip eingearbeitet, der sich per Funk mit einem PC verbinden kann, wenn die Post in direkter Nähe zum Computer abgelegt wird. Per Wärmesensor stellt dieser Chip fest, ob sich Menschen in der Umgebung befinden. Ist das nicht der Fall, wird der Computer hochgefahren und ausspioniert.“</p>
<p>Auf den ersten Blick natürlich völliger Unsinn, aber eine Theorie gewinnt an Wert, wenn sie konkurrenzlos ist. „Technisch nicht unmöglich“, so klärte uns ein Forumsteilnehmer der besagten Seite zur Netzwerksicherheit auf. „Ihr seid da sicher einer ganz großen Sache auf der Spur. Die Reinigungskraft kann es ja nun wirklich nicht gewesen sein.“ Bleibt zuletzt nur die Frage, warum sich dieser Schreibwarenanbieter ausschließlich gerade für „solche“ Inhalte interessieren sollte. Aber wir werden schon noch dahinter kommen. Bis dahin öffnen wir unsere Post jedenfalls nur noch im Garten.</p>
<p><strong>VA</strong></p>
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		<title>&#8230;über david mcallister</title>
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		<pubDate>Sun, 01 Aug 2010 13:24:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[...streuen gerüchte]]></category>
		<category><![CDATA[2010-08]]></category>

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		<description><![CDATA[Warum liegen überall Scherben und Müll auf der Straße? Warum missbrauchen die Menschen alle möglichen Ecken und Winkel der Stadt als öffentliche Toilette? Die Antwort ist so einfach wie erstaunlich. Es liegt an der SPD, genauer am Oberbürgermeister.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Vermutung hatten wir ja schon lange, aber jetzt scheint es allmählich zur Gewissheit zu werden. Warum trinken so viele Leute in Hannover in der Öffentlichkeit Bier? Warum sitzen so viele Punks auf unseren Straßen herum, warum schlafen lauter Betrunkene vor Hauseingängen? Warum liegen überall Scherben und Müll auf der Straße? Warum missbrauchen die Menschen alle möglichen Ecken und Winkel der Stadt als öffentliche Toilette? Die Antwort ist so einfach wie erstaunlich. Es liegt an der SPD, genauer am Oberbürgermeister. Zumindest ist das die Meinung unseres frischgebackenen Ministerpräsidenten David McAllister. Folgender kleiner Auszug aus einem Artikel in der ZEIT vom 1. Juli macht seinen Standpunkt klar. Unter der Überschrift „McNiedersachse“ trifft die Journalistin Mariam Lau den neuen ersten Mann im Land: „(…) Wenn man ihn auf dem kurzen Weg vom Hannoveraner Landtag zum Bahnhof begleitet, durch die Fußgängerzone der Altstadt, dann ist das Dilemma der CDU auf ihrem Modernisierungskurs mit Händen zu greifen. Vor einer Bäckerei hat sich eine Gruppe Punks so breit gemacht, dass die Passanten sich betretenen Blicks hindurchschlängeln müssen und auf der anderen Seite fast an die Knie eines betrunkenen Schläfers stoßen. Es stinkt im Herzen der Landeshauptstadt nach Urin und Erbrochenem. Scherben und Pappbecher knirschen unter den Schuhsohlen des künftigen Ministerpräsidenten. Fragt man David McAllister, was er von der Szene hält, sieht man förmlich die Abwägungsmaschine in seinem Kopf anlaufen. Wenn ich jetzt sage, das ist ja grauenhaft, dann heißt es, ich bin ein reaktionärer Saubermann. Gleichgültigkeit macht sich auch nicht gut für den künftigen Landesvater. Also sagt er: Wir hatten hier dreißig Jahre SPD-Bürgermeister. Ich habe mich daran gewöhnt, es stört mich nicht.(…)“</p>
<p>Verantwortlich ist also die SPD. Oberbürgermeister Stephan Weil, sein Vorgänger Herbert Schmalstieg, all die SPD-Bürgermeister haben die Punks nach Hannover geholt, das Trinken in der Öffentlichkeit salonfähig gemacht, mitsamt den vielen unschönen Randerscheinungen, sie haben unsere Stadt auf dem Gewissen. Das hätten wir uns nun aber auch wirklich längst denken können. Die Leute saufen wegen der SPD. Und ganz nebenbei entlarvt diese neue Erkenntnis ein anderes Gerücht, das in den letzten Wochen die Runde machte. Man munkelte, die Leute saufen wegen der Politik der Landesregierung. So kann man sich irren.</p>
<p><strong>VA</strong></p>
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		<title>nullrunde-kultur</title>
		<link>http://www.stadtkind-hannover.de/2010/06/nullrunde-kultur/</link>
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		<pubDate>Mon, 31 May 2010 22:00:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[...streuen gerüchte]]></category>
		<category><![CDATA[2010-06]]></category>

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		<description><![CDATA[„Die saßen da eine ganze Weile zusammen und haben geflüstert und gerechnet“, so unser Informant. „Gelbe Krawatten allesamt. Das waren ganz sicher welche von der FDP.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein „Warnschuss“ war für Westerwelle die Wahl in NRW. Man habe ihn gehört, und nun werde die Regierungsarbeit „ganz diszipliniert und mit klarem Kurs“ weitergehen. Aber mit welchem Thema für die FDP? Was bleibt, ist wohl nur die Gesundheitsreform Röslers, und ob die auch ohne Mehrheit im Bundesrat umgesetzt werden kann, darüber streiten bereits die Juristen. Die Steuersenkungspläne hat die Kanzlerin jetzt kurzerhand kassiert. Es wird keine Steuererleichterungen geben. Punkt! Natürlich ein längst überfälliger Punkt. Aber was macht jetzt die FDP? Gar keine Wahlversprechen einlösen und bei der nächsten Bundestagswahl in die Bedeutungslosigkeit abrutschen? Sie braucht dringend ein neues Thema, so viel ist klar. Womöglich kommt die Lösung für die FDP aus Hannover. Wir wissen natürlich nicht, ob die Bierdeckelnotiz authentisch ist, die uns ein Bürger unlängst zugespielt hat. „Die saßen da eine ganze Weile zusammen und haben geflüstert und gerechnet“, so unser Informant. „Gelbe Krawatten allesamt. Das waren ganz sicher welche von der FDP. Ich habe mich dann unauffällig an den Nachbartisch gesetzt und ein bisschen was aufgeschnappt.“ Auf dem Bierdeckel finden sich unter der Überschrift „Nullrunde-Kultur“ jede Menge Zahlen. Nicht besonders aussagekräftig, wäre da nicht der Bericht unseres Augen- und Ohrenzeugen: „Was wäre denn, wenn wir ein Jahr lang die gesamte Kultur in Deutschland dicht machen würden, haben die sich gefragt. Und dann haben sie das für Hannover durchgerechnet. Alle Museen zu, alle Bibliotheken zu, kein Geld mehr für Schauspiel, Oper, Freie Theater, alles auf Null. Über die Zahl unterm Strich waren sie sehr erfreut. Ein bisschen Steuererleichterung würde gehen, haben sie gesagt. Und einer von denen meinte, er wolle Wes-terwelle gleich mal eine Mail schreiben.“ Kann das wahr sein? Die Meinungen über unseren Informanten sind in der Redaktion sehr geteilt, seit er uns im letzten Jahr ein Papier zugespielt hat, angeblich aus der Feder der hiesigen CDU stammend, in dem es um den Vorschlag ging, einen Teil des Haushalts 2009 ins Lottospiel zu inves-tieren. Damals schien uns dieser Papier zu abstrus, um wahr zu sein. Doch diesmal könnte vielleicht doch etwas dran sein. Kultur nur dann, wenn es genug Leute gibt, die diese Kultur auch sehen wollen – seit der Aufregung um die Freikarten bei den Festwochen Herrenhausen im vergangenen Jahr wissen wir von der Skepsis hiesiger Politiker nicht nur aus den Reihen der FDP zu subventionierten Kulturveranstaltungen. Ein Thema für die FDP in Hannover wäre das also möglicherweise schon, solche Gedankenspiele in einer Kneipenrunde sind absolut denkbar. Aber taugt so eine Idee auf Bundesebene als großes Thema? Die Kultur in Deutschland ist weitestgehend Ländersache, das weiß auch Guido Westerwelle. Auf der anderen Seite: Würde das wirklich jemanden interessieren, wenn er den Bürgern demnächst vorrechnet, was der Verzicht in die Kassen auch der Kommunen spülen würde? „Jeder hat ein paar ungelesene Bücher im Schrank, damit lässt sich so ein Jahr ohne Probleme überbrücken. Man kann Opern auch auf CD hören. Und wem das nicht reicht, der guckt halt arte, in dieser Richtung haben die argumentiert“, so unser Informant. Ob er uns einen Bären aufgebunden hat, werden die nächsten Wochen zeigen. Und wir hoffen sehr, dass es so ist. Bitte nicht, Guido!</p>
<p><strong>VA</strong></p>
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		<title>die kreative klasse</title>
		<link>http://www.stadtkind-hannover.de/2010/05/die-kreative-klasse/</link>
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		<pubDate>Fri, 30 Apr 2010 22:00:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[...streuen gerüchte]]></category>
		<category><![CDATA[2010-05]]></category>

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		<description><![CDATA[Glücklich sind jene Städte, die über eine starke kreative Klasse verfügen, und über ausreichend Orte, an denen sie sich begegnen kann. Denn wirtschaftlich geht es diesen Städten meist recht gut]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Man stelle sich einen Platz vor mit ein paar Häusern, von Menschenhand kultiviert, bepflastert, befahren, bewohnt. Doch dann gibt es plötzlich woanders einen schöneren, größeren, neueren Platz mit moderneren Häusern, und der alte wird weniger genutzt, gerät irgendwann in Vergessenheit. Wenn das passiert, kriecht die Natur zwischen den Pflastersteinen hervor, zuerst zögerlich und vorsichtig, immer auf der Hut vor dem Menschenschuh, der sie zertreten könnte, dem Rad, das sie zurück in die Erde zwingt. Schließlich selbstbewusster, drängender. Die ersten Blumen blühen, die ersten Bäume wachsen, die Wurzeln zerbrechen das Pflaster, schaffen Platz und Raum für neue Nachbarn. Und wenn sich schließlich nach einigen Jahren wieder ein Mensch in die Gegend verirrt, dann setzt er sich vielleicht am Rand des Platzes auf eine alte Bank und denkt: Was für ein herrliches Fleckchen Natur. Er entdeckt ein altes, verlassenes Haus und beschließt, dass man es dort aushalten könnte. Das finden auch seine Freunde. Und bald sind wieder einige Menschen auf dem Platz unterwegs, darum bemüht, die Blumen und Bäume nicht zu zertreten. Sie renovieren und bemalen die alten Häuser, wohnen und arbeiten dort als Künstler, Texter, Grafiker, Designer, Musiker. Sie veranstalten kleine Konzerte, Partys und Vernissagen, viele Menschen kommen zu Besuch, kaufen Kunst, lassen sich inspirieren, nehmen Ideen mit in die anderen Stadtteile. Eine Keimzelle der Kreativität ist entstanden und wirkt in die ganze Stadt. Aus Ideen werden kleine Unternehmen, vielleicht auch größere. Und in den Büros der Stadtverwaltung ist man verwundert über den Aufschwung. So ungefähr könnte man beschreiben – zugegeben ein bisschen romantisierend – was passieren kann, wenn sich Teile der so genannten „Kreativen Klasse“ in einer Stadt ihren Platz erobern. Zur kreativen Klasse zählen alle, die an ihrem Arbeitsplatz kreativ sind und für Innovationen sorgen: Wissenschaftler und Professoren, Manager und Unternehmer, Künstler und Designer, Facharbeiter oder Ärzte. Und es ist gut, wenn sich diese Menschen auch mal über den Weg laufen, sich gegenseitig auf andere Gedanken bringen. Glücklich sind jene Städte, die über eine starke kreative Klasse verfügen, und über ausreichend Orte, an denen sie sich begegnen kann. Denn wirtschaftlich geht es diesen Städten meist recht gut. Also ist es kein Wunder, wenn sich Städte mehr und mehr für solche Bewohner interessieren und aktiv in diesen Kreisen werben, um sie in die Stadt zu locken. Auch Hannover bemüht sich redlich. Man hat durchaus erkannt, um welche Zielgruppe die Stadt künftig mit anderen Städten konkurrieren muss – so hatten wir jedenfalls bis vor kurzem die Äußerungen aus den oberen Etagen Hannovers verstanden. Das scheint allerdings doch nur ein Gerücht zu sein. Oder hat man schlicht vergessen, diese neue Zielsetzung den Menschen in den zahlreichen Behörden Hannovers mitzuteilen? Für alle Probleme gibt es Lösungen und auch für den 21 Jahre alten Geheimtipp „Silke Arp Bricht“ hätten sich mit ein bisschen Wohlwollen bestimmt Lösungen finden lassen. Nun droht die endgültige Schließung. Wieder ein Treffpunkt weniger, wieder ein Schritt in die falsche Richtung, wieder ist Hannover ein bisschen langweiliger geworden. Das ist kein Gerücht. Dem Amt sei Dank.</p>
<p><strong>VA</strong></p>
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		<title>merkwürdige telefonate</title>
		<link>http://www.stadtkind-hannover.de/2010/04/merkwurdige-telefonate/</link>
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		<pubDate>Wed, 31 Mar 2010 22:00:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[...streuen gerüchte]]></category>
		<category><![CDATA[2010-04]]></category>

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		<description><![CDATA[Menschen rufen an und fragen nach Arbeit. Die Nummern im Display sind ungewöhnlich. Seltsame 0800ter Nummern, die keinem Handy-Anbieter eindeutig zuzuordnen sind.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In letzter Zeit häufen sich die Anrufe, nicht nur beim Stadtkind. Überall erzählt man sich in den Unternehmen Hannovers von merkwürdigen Telefonaten. Menschen rufen an und fragen nach Arbeit. Die Nummern im Display sind ungewöhnlich. Seltsame 0800ter Nummern, die keinem Handy-Anbieter eindeutig zuzuordnen sind. Die Gespräche laufen immer gleich. „Suchen Sie eventuell jemanden im Bereich XY? Nein? Ich kann auch andere Jobs übernehmen. Nein? Na ja, aber dann habe ich es ja wenigstens versucht.“ Dabei scheinen die Anrufer es nicht unbedingt darauf anzulegen, sich besonders positiv zu verkaufen, erwecken eher den Eindruck, einen lästigen Pflichtanruf zu erledigen. Warum plötzlich all diese Anrufe, haben wir uns gefragt. Sind das jetzt die direkten Auswirkungen der Finanzkrise? Was ist denn mit der schönen Tradition der postalischen Bewerbung mit Mäppchen und schickem Foto? Oder wenigstens einer freundlichen Mail mit angehängtem PDF? Ist es auf dem Arbeitsmarkt derart aussichtslos, dass die Absagen sowieso obligatorisch sind, und deswegen immer mehr Menschen einfach kurz zum Telefon greifen, sich also die Mühe einer schriftlichen Bewerbung sparen, weil die schlechte Nachricht samt aufwendiger Bewerbungsmappe sowieso ein paar Tage später im Briefkasten wartet? Der Verdacht lag nahe. Nun macht allerdings ein Gerücht die Runde, dass, wäre es wahr, die ganze Sache in einem anderen Licht erscheinen ließe. Demnach gibt die Agentur für Arbeit in Kooperation mit einem Telefonanbieter ihren „Kunden“ (und in diesem Fall den eher aussichtslosen Kunden) neuerdings ein Handy mit nach Hause, mit dem sie täglich eine bestimmte Anzahl solcher „Bewerbungsgespräche“ führen müssen, um weiter Anspruch auf Unterstützung zu haben. Schriftliche Bewerbungen dagegen würde die Agentur dieser Klientel intern untersagen. Natürlich war von offizieller Seite kein Statement in dieser Angelegenheit zu bekommen. Bestätigen wollte das Gerücht niemand. Allerdings äußerte sich ein Berufsberater inoffiziell: „Mal angenommen, es würde stimmen, dann würde das den Klienten und uns viel Zeit und Papier sparen. Diese ganze Bewerberei ist doch eh aussichtslos. Das ist unseren Klienten auch klar. Aber versuchen müssen sie es ja trotzdem, sonst verlieren sie ihre Ansprüche. Warum also nicht per Handy?“ sagte einer. Ob das dann nicht ein Abgesang auf die Hoffnungen vieler Menschen wäre, das Bewerbungsverfahren derart offensichtlich zum aussichtslosen Unterfangen zu degradieren, intern sogar weitere schriftliche Versuche zu untersagen, haben wir gefragt? So ein Telefonanruf kann doch gar nicht funktionieren. Das wäre dann ja tatsächlich nur noch ein Verwalten von Arbeitslosigkeit ohne jede Aussicht auf eine Perspektive. „Was glaubt denn ihr, was wir so den ganzen Tag machen?“ fragte uns darauf der Berufsberater und lachte herzlich. „Lebt ihr auf dem Mond?“ Nein, haben wir geantwortet. Ganz offensichtlich leben wir in Deutschland.</p>
<p><strong>VA</strong></p>
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		<title>die kopfprämie</title>
		<link>http://www.stadtkind-hannover.de/2010/02/die-kopfpramie/</link>
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		<pubDate>Sun, 31 Jan 2010 22:00:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[...streuen gerüchte]]></category>
		<category><![CDATA[2010-02]]></category>

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		<description><![CDATA[Die normale Anständigkeit der Leute… Wenn es vorher nie besonders voll war und dann plötzlich die Kirche aus allen Nähten platzt, dann könnte man doch ganz vielleicht den einen oder anderen Gierigen unter den bezahlten Gästen vermuten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Da kann man mal sehen wie es einem ergeht, wenn man ständig in der Gerüchte-Redaktion zu tun hat. Bereits im September bekam man in der Lutherkirche 5,- Euro geschenkt, wenn man am Gottesdienst teilnahm. Natürlich haben wir das für ein Gerücht gehalten. Was denn sonst? Wenn man diesen Job eine Weile gemacht hat, glaubt man an gar nichts mehr. Natürlich waren wir nicht da. Wir nicht, aber die Nordstadt anscheinend schon. Es soll rappelvoll gewesen sein. Nach eifriger Recherche haben wir die Hintergründe klären können. Die Aktion lief im Rahmen der so genannten „kreuzundquer“-Gottesdienste. Anstoß zur Idee gab das Gleichnis „Von den anvertrauten Pfunden“. Darin prüft ein Fürst, was seine Knechte aus dem Geld gemacht haben, das er ihnen während seiner Abwesenheit anvertraut hatte. Genauso sollten die Gottesdienstbesucher später befragt werden, ob und wie sie das Geld investiert haben. Sinnvoll? Einfach verprasst? 1000,- Euro standen für diese außergewöhnliche Aktion zur Verfügung, 750,- Euro von einer Stiftung und 250,- Euro vom Kirchenvorstand. Dabei habe die Kirche, so Pfarrsekretärin Petra Bonge, voll und ganz auf die normale Anständigkeit der Menschen vertraut.</p>
<p>„Eine Kopfprämie, um Leute so mal in den Gottesdienst zu locken, ist das nicht“, betonte sie im Vorfeld der Aktion.</p>
<p>Die normale Anständigkeit der Leute… Wenn es vorher nie besonders voll war und dann plötzlich die Kirche aus allen Nähten platzt, dann könnte man doch ganz vielleicht den einen oder anderen Gierigen unter den bezahlten Gästen vermuten. Aber wir wollen in dieser Rubrik ja nicht spekulieren.</p>
<p>Vielmehr von einer bemerkenswerten Begegnung erzählen, die ein Nordstädter direkt nach dem Besuch der lukrativen Veranstaltung hatte. Er hat sich mit seinem Erlebnis vertrauensvoll an uns gewand, wie schon so viele vor ihm. „Mir ist da so ein Typ aufgefallen, der hat auch in der Kirche die ganze Zeit die Sonnenbrille nicht abgenommen“, erzählte er uns am Telefon.</p>
<p>„Natürlich habe ich mich an seine Fersen geheftet. Und was soll ich sagen, direkt nach dem Gottesdienst hat der draußen sein Handy gezückt und aufgeregt flüsternd telefoniert. Aber ich habe trotzdem jedes Wort verstanden. Das hat tatsächlich funktioniert, hat der gesagt, die Kirche war voll bis obenhin. Und dann weiter: So etwas müssen wir auch durchziehen, im großen Stil, in all unseren Kirchen in Hannover, möglichst jeden Sonntag. Du weißt, wie es gerade in unseren Kirchen aussieht. Wenn das bei der evangelischen Kirche funktioniert, dann bei uns erst recht. Und so weiter. Sie haben dann noch über die Kopfprämie verhandelt und sich auf zehn Euro geeinigt. Unglaublich. Ich werfe jetzt natürlich jeden Tag einen Blick in die Zeitung, um den Start der Aktion nicht zu vergessen.“</p>
<p>Wir natürlich auch.</p>
<p><strong>GAH</strong></p>
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		<title>bad-community</title>
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		<pubDate>Mon, 31 Aug 2009 22:00:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Manuela Sender</dc:creator>
				<category><![CDATA[...streuen gerüchte]]></category>
		<category><![CDATA[2009-09]]></category>

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		<description><![CDATA[Für die Banken gab es die Idee der Bad- Banks. Faule Wertpapiere werden ausgelagert, die Good-Banks haben wieder eine lupenreine Bilanz, und alles wird gut. Das klingt vernünftig. Warum also nicht dieses Modell auch auf die Städte und Gemeinden in Deutschland anwenden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hannover hat ein großes Loch in der Tasche. 300 Millionen Euro werden am Ende des Jahres voraussichtlich fehlen. Besonders kritisch beäugt man da natürlich die Finanzspritze für die Messe. 125 Millionen sind geflossen. Geld, das Hannover nicht hat. Und auch in absehbarer Zeit nicht haben wird. Schulden, die bleiben. Aber was soll man machen? Der Messe kein Geld geben? Muss die Stadt sich von Verlustbringern trennen, so wie Dirk Toepffer jüngst vorgeschlagen hat? Was wäre Hannover ohne seine Messe? „Eine Stadt mit günstigeren Hotelpreisen, sonst ändert sich nichts“, behaupten böse Zungen. Wie auch immer, die Nachrichten über hoch verschuldete Städte und Gemeinden häufen sich. Wir in Hannover sind nicht die einzigen in Deutschland. Nun haben wir uns schon eine Weile gefragt, wie die CDU nach der Wahl, zusammen mit der FDP, ohne Steuererhöhungen klarkommen will. Jetzt ist durchgesickert (uns erreichte eine Mail aus Berlin), dass die CDU einen klugen Plan hat, noch streng geheim, denn man will der SPD natürlich nicht verraten, wie das alles funktionieren kann. Wenn es stimmt, was man sich in Kreisen der CDU zuflüstert, so haben sich die Finanzstrategen etwas recht Bemerkenswertes ausgedacht.</p>
<p>Für die Banken gab es die Idee der Bad- Banks. Faule Wertpapiere werden ausgelagert, die Good-Banks haben wieder eine lupenreine Bilanz, und alles wird gut. Das klingt vernünftig. Warum also nicht dieses Modell auch auf die Städte und Gemeinden in Deutschland anwenden. Bad-Städte und Bad-Gemeinden, das ist der neue Weg der CDU aus der Schuldenfalle. Verschuldete Städte und Gemeinden werden in einer Bad-Community zusammengeschlossen und über die nächsten zwanzig Jahre abgewickelt. Deutschlands Schuldenbilanz wäre wieder einigermaßen im Lot, alles wird gut. Natürlich würde eine solche Bad-Community keinen Cent mehr vom Bund bekommen. Denn das würde ihre Existenz nur unnötig verlängern. Man wirft ja kein Geld in ein offenes Grab. Und so wird es ganz ohne Steuererhöhungen gehen nach der Wahl. Wir in Hannover und die Menschen in allen anderen verschuldeten Städten und Gemeinden Deutschlands können uns nun schon mal Gedanken darüber machen, wohin wir künftig umziehen werden. Denn wer will schon Teil einer Bad-Community sein? Es soll da eine Gemeinde irgendwo in Bayern geben, die nicht verschuldet ist. Wenn das nicht auch wieder nur ein Gerücht ist, sehen wir uns vielleicht dort. Wollen wir hoffen, dass an diesem Gerücht etwas dran ist. Ganz böse Zungen behaupten ja, die CDU hätte gar keinen Plan, und das Wahlversprechen, die Steuern nicht zu erhöhen, sei schlicht eine Lüge. Noch so ein Gerücht… <strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>GAH</strong></p>
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		<title>weiße streifen – grüne männchen</title>
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		<pubDate>Fri, 31 Jul 2009 22:00:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Manuela Sender</dc:creator>
				<category><![CDATA[...streuen gerüchte]]></category>
		<category><![CDATA[20009-08]]></category>

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		<description><![CDATA[Manchmal ist man irgendwo eingeladen, rechnet mit einem langweiligen Abend, und dann sitzt man plötzlich neben einem Menschen, den man nie zuvor gesehen hat und der zuerst gar nichts sagt...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Manchmal ist man irgendwo eingeladen, rechnet mit einem langweiligen Abend, weil man die Leute schon hundert Jahre kennt und alle möglichen Gesprächsthemen schon hundertmal durchgekaut hat, und dann sitzt man plötzlich neben einem Menschen, den man nie zuvor gesehen hat und der zuerst gar nichts sagt, schweigend den Gesprächen lauscht, dabei hin und wieder amüsiert nachsichtig den Kopf schüttelt, so als säße er in einer Runde spielender Kinder, aber dann zwischendurch seltsam ernst vor sich hin starrt.</p>
<p>Und irgendwann zu späterer Stunde kommt man doch ins Gespräch, weil man gelernt hat, dass es Zeitverschwendung ist zu spekulieren, wenn man genauso gut fragen kann. Also fragt man: „Warum guckst du denn zwischendurch immer so ernst?“ Und bekommt eine geheimnisvolle Antwort. „Ach, ihr wisst ja alle gar nicht, was läuft.“<br />
Und dann erfährt man, was läuft, und plötzlich ist nichts mehr, wie es war.</p>
<p>„Hast du dich mal gewundert über diesen Sommer? Besonders in Hannover? Ich mich nicht. Hannover ist das Zentrum. Von hier wird alles organisiert.<br />
Ich sage nur: Klimawandel.<br />
Ein unscheinbares Büro in der Stadt, einige unterirdische Anlagen im Deister. Und der Airport hängt auch mit drin. Die verändern unsere Atmosphäre. Ganz gezielt. Schon seit Jahren. Weltweit. Aber Hannover ist das Zentrum.<br />
Ich sage nur: Chemtrails.<br />
Schon mal gehört?</p>
<p>Du kennst doch die Kondensstreifen am Himmel. Die meisten Kondensstreifen sind gar keine. Die sind künstlich hergestellt aus diversen chemischen Substanzen. Hauptsächlich Barium und Aluminium. Da werden spezielle Sprühvorrichtungen in die Flugzeuge eingebaut und während des Fluges mit ganz normalen Linienmaschinen durch hohle Drähte an den Tragflächenkanten versprüht. Ganz einfach.<br />
Damit wird unser Klima seit Jahren ganz allmählich verändert. Es wird immer wärmer. Im Übergang haben wir in Hannover schon jetzt keinen richtigen Winter und keinen richtigen Sommer mehr. Genau das läuft. Und darum gucke ich zwischendurch ernst. Weil all das hier, diese schöne kleine Welt mit Eigentumswohnung und fließend Wasser, schon bald der Vergangenheit angehören wird.“</p>
<p>Warum? Diese Frage formt sich im Hinterkopf, während man den Ausführungen des Fremden lauscht. Warum sollte jemand absichtlich die Erdatmosphäre erwärmen? Um Wetterkatastrophen zu erzeugen, wie sie schon jetzt auf der ganzen Welt alltäglich sind? Das ist doch Irrsinn. Wer hat denn von solchen Katastrophen einen Vorteil? Da stimmt doch was nicht. Und weil es wie gesagt Zeitverschwendung ist zu spekulieren, fragt man wieder.</p>
<p>„Außerirdische“, lautet die verblüffende Antwort. „Die sind schon seit Jahren auf der Erde. Zuerst verändern sie die Atmosphäre. Das ist Schritt eins. Und danach werden sie ihre Invasionstruppen holen. Dann sind wir alle dran, dann werden wir versklavt, oder Schlimmeres.“</p>
<p>Und so verändert ein vermeintlich langweiliger Abend das ganze Leben. Weil man nun neben der drohenden Langeweile auch noch damit rechnen muss, seltsamen Gestalten zu begegnen, die einen mit ihrem Verschwörungszeug zuquatschen. Man kann einfach nirgendwo mehr hingehen. Es ist ein Kreuz.</p>
<p><strong>GAH</strong></p>
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		<title>ruination-celebration</title>
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		<pubDate>Tue, 30 Jun 2009 22:00:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Manuela Sender</dc:creator>
				<category><![CDATA[...streuen gerüchte]]></category>
		<category><![CDATA[2009-07]]></category>

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		<description><![CDATA[Da haben wir ja noch mal Glück gehabt, sagt die Stadt. Lassen wir das lieber mit der großen Feier. Der Image-Berater könnte am Ende Recht haben. Und so fällt die große Feier aus. Ach, wenn das alles doch wahr wäre...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Da organisiert eine Stadt ein großes Fest, lädt viele Länder ein, sich zu beteiligen, und alle gemeinsam errichten sie viele erstaunliche Gebäude, der Gastgeber baut sogar eigene Straßen und legt ein Schienennetz an. Dann steigt das Fest, zuerst kommt fast keiner, dann kommen doch noch recht viele, und am Ende war eigentlich alles ganz schön. Fast eine Erfolgsgeschichte.</p>
<p>Aber dann folgen die Probleme. Denn niemand hat vor dem Fest darüber nachgedacht, dass man die erstaunlichen Gebäude nach dem Fest gar nicht mehr nutzen kann. Und es vergehen die Jahre, die Erinnerungen an das schöne Fest verblassen und die erstaunlichen Gebäude verfallen.</p>
<p>Irgendwann berichtet die Stadt den am Bahnhof ankommenden Menschen dann nicht mehr, dass sie Veranstalter des Festes war. Denn sie möchte eigentlich gar nicht mehr daran erinnert werden. All die verfallenen Gebäude, ein für alle Welt sichtbares Ärgernis. Kein gelungenes Aushängeschild. Nicht mehr darüber reden und Gras drüber wachsen lassen, darauf hat man sich inzwischen stillschweigend geeinigt. Damit könnte diese Geschichte zu Ende sein, das Fest hat die Stadt in der Welt bekannter gemacht, sie hat ihr Ziel erreicht, hat etwas für ihren guten Ruf getan.</p>
<p>Doch da die Stadt weiter mit ihrem Ruf hadert und händeringend nach Ideen sucht, um in der Öffentlichkeit gut dazustehen, aber kein Slogan richtig zündet, ist man permanent auf der Suche nach Gelegenheiten. Nun liegt das Fest beinahe zehn Jahre zurück. Wäre es da nicht schön, ein Jubiläum zu feiern, noch einmal den Geist der großen Party zu beschwören? Hurra! Eine Gelegenheit! Wir feiern Jubiläum. Wir waren mal wer. Eigentlich doch eine schöne Idee. Zumindest auf den ersten Blick.<br />
Aber gab es da nicht einen Grund, warum man Gras über die Sache wachsen lassen wollte?</p>
<p>Nun hat die Stadt eine vernünftige Idee: Sie befragt einen Image-Berater. Und der sagt Folgendes:<br />
Ihr Lieben, das solltet ihr besser lassen. Ihr feiert mitten in den Ruinen, viele Leute werden auch nicht kommen, und die Presse wird nicht über den Geist von damals schreiben, sondern über den Totentanz heute. Das ist eine Steilvorlage für negative Artikel in den überregionalen Zeitungen. Die müssen nicht mal lange nach Motiven für diese Artikel suchen. Die fotografieren einfach ein paar Ruinen und schreiben über das Jubiläum einer völlig verkorksten Nachnutzung.</p>
<p>Spart lieber euer Geld, legt es zur Seite, überlegt euch vielleicht eine schöne Sache mit allen großen Kunsthäusern der Stadt. Das hat immerhin schon einmal funktioniert. Und beim zweiten Mal nicht so ganz, weil kein Geld da war. Aber aller guten Dinge sind ja bekanntlich drei. Mit einer kleinen Kampfkasse könnt ihr da sicher was Nettes auf die Beine stellen.</p>
<p>Da haben wir ja noch mal Glück gehabt, sagt die Stadt. Lassen wir das lieber mit der großen Feier. Der Image-Berater könnte am Ende Recht haben. Und so fällt die große Feier aus. Ach, wenn das alles doch wahr wäre. Aber leider ist die vernünftige Idee der Stadt nur ein Gerücht. Kein Image-Berater in Sicht. Denn diese Stadt weiß immer noch selbst am besten, was für sie gut ist. Wer braucht schon Image-Berater?</p>
<p><strong>GAH</strong></p>
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		<title>42,195 km braune brut</title>
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		<pubDate>Sun, 31 May 2009 22:00:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Manuela Sender</dc:creator>
				<category><![CDATA[...streuen gerüchte]]></category>
		<category><![CDATA[2009-06]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Grunde ist jedes Wort über diese seltsam hirnlosen Gestalten eines zu viel. Aber was uns jetzt zu Ohren gekommen ist, lässt uns das Thema doch noch einmal aufgreifen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;">Nun haben wir in der vergangenen Ausgabe gerade erst davon gesprochen, dass in letzter Zeit das Gerücht von Nazis mit einem IQ von über 30 die Runde macht. Eigentlich unvorstellbar. Und eigentlich wollten wir künftig dem Wunsch vieler Leser Folge leisten, und kein Wort mehr zu diesem Thema verlieren – denn sie haben ja Recht, im Grunde ist jedes Wort über diese seltsam hirnlosen Gestalten eines zu viel. Aber was uns jetzt zu Ohren gekommen ist, lässt uns das Thema doch noch einmal aufgreifen.</p>
<p style="text-align: left;">Denn wenn etwas dran ist, an diesem neuen Gerücht, dann müssen wir alle umdenken. Die Nazis haben es versucht am 1. Mai, sie wollten Hannover einen Besuch abstatten. Glücklicherweise haben ein paar kluge Menschen in mehreren Instanzen diesen Versuch verboten. Kein Nazi-Aufmarsch in Hannover, ein weitgehend friedlicher 1. Mai, nur ein paar übereifrige Polizisten, die sich mal wieder ein bisschen zu sehr um die „Linken“ gekümmert haben. Aber im Großen und Ganzen alles gut und schön. Auch in Zukunft werden es die Nazis wohl schwer haben mit angemeldeten Demonstrationen in Hannover.</p>
<p>Aber können wir uns jetzt beruhigt zurücklehnen?</p>
<p>Glaubt man den neuesten Gerüchten, können wir genau das nicht. Die Nazis scheinen es begriffen zu haben. Wenn man selbst nicht viel im Kopf hat, muss man ein bisschen Geld in die Hand nehmen und sich jemanden suchen, der beratend zur Seite steht. Anscheinend haben sie genau das getan. Denn wenn etwas dran ist, an diesem Gerücht, dann steckt jemand mit einem ziemlich beachtenswerten IQ dahinter.</p>
<p style="text-align: left;">Die Idee ist denkbar einfach, aber man muss erstmal darauf kommen. Wenn von Nazis angemeldete Demonstrationen verboten werden, dann muss man andere Events für seine Zwecke instrumentalisieren.<br />
So steht zu befürchten, dass sich im nächsten Jahr der Hannover-Marathon vor Anmeldungen kaum retten können wird. Auch die Teilnahme an diversen Krankenkassen-Gesundheitsläufen ist angeblich geplant. Ganz zu schweigen von skate by night. Wie gesagt, das alles ist bisher nur ein Gerücht. Auch dass die Nazis planen, sich als Folklore-Gruppe bei der Fête de la Musique einzuschleichen, um dann das Publikum völlig unvorbereitet mit altem deutschen Liedgut zu penetrieren, wird noch nur im Internet in einigen einschlägigen Foren leise von den Dächern gepfiffen.</p>
<p style="text-align: left;">Aber eines steht bei all dem schon jetzt fest: Zurücklehnen können wir uns in Hannover nicht. Wir müssen weiter wachsam bleiben. Keinen Meter der braunen Brut!<strong></strong></p>
<p style="text-align: left;"><strong>GAH</strong></p>
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		<title>Gerücht im März 2009</title>
		<link>http://www.stadtkind-hannover.de/2009/02/gerucht-im-marz-2009/</link>
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		<pubDate>Thu, 26 Feb 2009 21:06:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>annika</dc:creator>
				<category><![CDATA[...streuen gerüchte]]></category>
		<category><![CDATA[2009-03]]></category>

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		<description><![CDATA[Nun ist der Carlyle Group doch tatsächlich das Geld ausgegangen. Wer hätte das von so einem grundsoliden und ehrenwerten Unternehmen jemals gedacht? Die Rechnungen sind noch offen, die Arbeiter sind abgezogen, die Maschinen verschwunden. Und jetzt machen sich alle sorgen, dass wir uns langfristig an eine Baustelle gewöhnen müssen. Eine Baustelle, in der viele Menschen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nun ist der Carlyle Group doch tatsächlich das Geld ausgegangen. Wer hätte das von so einem grundsoliden und ehrenwerten Unternehmen jemals gedacht? Die Rechnungen sind noch offen, die Arbeiter sind abgezogen, die Maschinen verschwunden. Und jetzt machen sich alle sorgen, dass wir uns langfristig an eine Baustelle gewöhnen müssen. Eine Baustelle, in der viele Menschen leben. Unser Mitleid gilt an dieser Stelle den Menschen mit einer Eigentumswohnung in Hannovers größter Bauruine. Eine hundertprozentige Mietminderung können sie natürlich nicht einfordern. Sie hängen ja mit drin. Schon wird wieder überall die Sprengung gefordert. Aber das ist nicht so einfach. Jemand muss zuerst die Wohnungseigentümer auslösen. Wer soll das bezahlen? Die Stadt? Damit ist wohl kaum zu rechnen. Zahlreiche Ideen zur neuerlichen Reanimierung machen derweil auf den Fluren des Rathauses die Runde. Da ist beispielsweise zu hören, dass man darüber nachdenkt, ähnlich dem Beispiel einer Bad-Bank, in der man die faulen Kredite versammelt, jetzt ein Unternehmen mit dem schönen Titel „Bad-Bau“ zu gründen, um alle Ruinen, die die lieben Heuschrecken in Deutschland hinterlassen haben und noch hinterlassen werden, darin zu versammeln. Was man dann mit den ganzen Ruinen anstellt, weiß aber immer noch kein Mensch. Jüngst zeichnet sich nun mehr und mehr ab, dass sich eventuell eine auf den ersten Blick recht ungewöhnliche Idee durchsetzen könnte. Das Ihme-Zentrum, so wird gemunkelt, soll irgendwann im Sommer zur freien Nutzung geöffnet werden. „Wer seinen Sack Zement selbst mitbringt, kann sich dort ein Plätzchen aussuchen und bauen, wozu er Lust hat“, so erläuterte unser Insider aus dem Rathaus die Idee. „Wir hoffen auf die Ansiedlung vieler junger, innovativer Unternehmen. Sobald jemand sich da was zusammengebastelt hat, was eine Tür hat, die man abschließen kann, ist er der Eigentümer.“ Ein bisschen erinnert diese Idee an alte Hausbesetzer-Zeiten. Und tatsächlich hat man sich genau davon inspirieren lassen. So soll es zunächst auch einen etwas anderen Plan gegeben haben. Demnach hat die Stadt in mehreren linken Gruppierungen V-Männer eingeschleust, die dort die Parole ausgegeben haben, das Ihme-Zentrum jetzt zu besetzen, um ein Zeichen gegen den ungezügelten Raubtier-Kapitalismus zu setzen. Allerdings sind die verschiedenen Gruppierungen nicht darauf hereingefallen. „Was besseres, als dass irgendwelche Linken da einmarschiert wären, hätte uns gar nicht passieren können“, so der Insider. „Das hat ja schon bei anderen Ruinen in Hannover geklappt. Erst besetzen sie die Trümmer, dann richten sie sich häuslich ein, dann werden sie selber häuslich, und irgendwann kommen sie dann vorbei und man einigt sich auf einen Kaufpreis. Das hat nicht funktioniert. Jetzt werden wir die Hausbesetzer doch offiziell einladen müssen.“ Wir drücken der Stadt die Daumen, dass jemand kommt.    GAH</p>
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