<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>STADTKIND - hannovermagazin &#187; unterwegs</title>
	<atom:link href="http://www.stadtkind-hannover.de/stadtgespraech/unterwegs/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.stadtkind-hannover.de</link>
	<description>Ein weiteres tolles WordPress-Blog</description>
	<lastBuildDate>Mon, 06 Feb 2012 12:25:59 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.1.2</generator>
		<item>
		<title>in simbabwe</title>
		<link>http://www.stadtkind-hannover.de/2011/07/in-simbabwe/</link>
		<comments>http://www.stadtkind-hannover.de/2011/07/in-simbabwe/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 01 Jul 2011 14:49:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[unterwegs]]></category>
		<category><![CDATA[2011-07]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.stadtkind-hannover.de/?p=13462</guid>
		<description><![CDATA[Unglaubliches Leid und atemberaubende Schönheit, das sind die zwei Gesichter Simbabwes. Die langjährige Alleinherrschaft Robert Mugabes, der sich seit 2009 die Macht mit Morgan Tsvangirai teilen muss, hat dieses Land ins Elend gestürzt. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Unglaubliches Leid und atemberaubende Schönheit, das sind die zwei Gesichter Simbabwes. Die langjährige Alleinherrschaft Robert Mugabes, der sich seit 2009 die Macht mit Morgan Tsvangirai teilen muss, hat dieses Land ins Elend gestürzt. Noch heute fliehen tagtäglich Simbabwer wegen Hunger und Arbeitslosigkeit in angrenzende Länder. Die HIV-Infektionsrate ist mit 24 bis 35 Prozent eine der höchsten weltweit. Im Jahr 2010 nahm Simbabwe im Human-Development-Index der Vereinten Nationen den letzten (169.) Platz ein. Dieses Elend ist sichtbar. Beim Grenzübertritt von Sambia nach Simbabwe ändert sich schlagartig das Bild. Eben noch herrschte auf den Straßen Sambias ein buntes Treiben, mit vielen Händlern, vielen Menschen. In Simbabwe herrscht vor allem Trostlosigkeit. Die Geschäfte sind leer, nur ab und zu findet sich ein spärlich eingerichteter Shop. Simbabwe ist ein unbeschreiblich schönes Land, reich an Naturwundern. Seltsam befremdlich ist der Gegensatz zur bitteren Armut der Menschen.</p>
<p>Ich atme fast auf, als ich die Stadt verlasse. Von all den Naturwundern habe ich natürlich schon gehört. Bereits aus weiter Entfernung erblicke ich eine Dunstwolke am wolkenlosen Himmel, die aus dem flachen Grasland aufzusteigen scheint. Je näher ich der Dunstwolke komme, desto lauter wird das Rauschen – und wandelt sich schließlich zu einem gewaltigen Getöse. Feiner Sprühnebel benetzt erfrischend kühl unter der afrikanischen Sonne die warme Haut. „Mosi-oa-Tunya“ („Donnernder Rauch“) werden die gewaltigen Wassermassen des Sambesis von den einheimischen Kololo genannt. „Victoriafälle“ heißen sie in der restlichen Welt. Auf einer Breite von 1708 Metern ergießen sich die Wassermassen über die Abbruchkante in den Abgrund – eine 110 Meter abfallende Felswand. Ich werde von der aufsteigenden Gischt vollkommen durchnässt. Und verstehe nun auch den Nutzen der Regenmäntel, die vor dem Nationalpark bei 35 Grad Celsius verkauft werden. Doch das einzigartige Naturschauspiel lässt mich alles andere vergessen. Durch das Spiel des Lichts der Sonne mit den gigantischen Wassermassen entstehen prächtige Regenbogen, wie ich sie noch nie gesehen habe. Es ist ein beinahe surrealer Ort.</p>
<p>In Simbabwe fährt man per Anhalter, und auch ich steige in einen Truck, der mich zu meinem nächsten Zielort bringen soll, zur berühmten Ruinenstätte Great Simbabwe. Bald schon komme ich mit dem Fahrer ins Gespräch. Die Gastfreundschaft der Menschen in diesem Land kennt fast keine Grenzen. Touristen sind im Innern Simbabwes eher eine Seltenheit. Entsprechend groß ist das Interesse, ist die Hilfsbereitschaft. Und eines muss ich dem Fahrer am Ende unserer gemeinsamen Reise versprechen. Ich soll auch von den schönen Seiten seines Landes erzählen, wenn ich zurück in meinem Teil der Welt bin. Natürlich weiß er genau, wie im Rest der Welt über sein Land berichtet wird. Über dieses Thema wird in Simbabwe ständig diskutiert. Denn bei all den schlimmen Nachrichten bleiben die Touristen aus und damit fehlt Geld im Land, das dringend gebraucht würde.</p>
<p>An den berühmten und doch von der restlichen Welt scheinbar vergessenen Steinruinen Great Simbabwe stelle ich fest, dass sich so tief im Innern des Landes tatsächlich keine Touristen mehr aufhalten. Still liegen die riesigen Steinbauten aus dem 11. Jahrhundert im langsam schwindenden Sonnenlicht vor mir, ein mystischer Ort. Man spürt die Gegenwart einer sehr alten Kultur. Beinahe fünf Jahrhunderte lang war Great Simbabwe die Hauptstadt des untergegangenen Munhumutapa-Reichs und politisches Machtzentrum. Zwischen exotischen Pflanzen besteige ich die Bergruine. Und bin nicht allein. Die neuen Herrscher in diesen Ruinen sind Affen, die mich bei meinem Aufstieg begleiten. Mit jedem Schritt erschließen sich mir mehr und mehr die Ausmaße der Ruinenstadt. Oben angekommen beginnt die Sonne am Horizont zu verschwinden und taucht alles in rotes Licht. Man kann diesen Anblick nicht mit Worten beschreiben. Noch immer muss ich lächeln, wenn ich an diesen stillen Moment denke, diesen kostbaren Augenblick.</p>
<p>Meine Reise endet wieder an der Grenze zu Sambia, am großen Stausee Lake Kariba. Hier warten Elefanten am Straßenrand auf die vorbeifahrenden Gäste. Die Natur ist überall. Wohnt man am See, sollte man nicht verwundert sein, wenn man Nilpferde und Krokodile in seinem Vorgarten entdeckt. Ich werde von zwei Simbabwern eingeladen, mit ihnen im Boot auf den See hinauszufahren, um die Tierwelt ganz nah zu erleben. Und tatsächlich gleiten Krokodile wie schwarze Schatten durch das Wasser unter uns und Familien von Nilpferden wackeln sich das Wasser aus den Ohren. Ein beeindruckendes Erlebnis. Und ein schönes Abschiedsgeschenk für eine wirklich außergewöhnliche Reise.</p>
<p><strong>Jennifer McCann</strong></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.stadtkind-hannover.de/2011/07/in-simbabwe/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>&#8230;in belarus</title>
		<link>http://www.stadtkind-hannover.de/2011/06/in-belarus/</link>
		<comments>http://www.stadtkind-hannover.de/2011/06/in-belarus/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 01 Jun 2011 10:09:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[unterwegs]]></category>
		<category><![CDATA[2011-06]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.stadtkind-hannover.de/?p=13310</guid>
		<description><![CDATA[Langsam rattert der Zug von Minsk aus Richtung Süden. Es geht nach Gomel. Hier und da ein Dorf, ansonsten Wälder, Moore und Felder. Menschen sieht man selten, ziemlich dünn besiedelt ist Weißrussland, offiziell und auf Russisch Belarus.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Langsam rattert der Zug von Minsk aus Richtung Süden. Es geht nach Gomel. Hier und da ein Dorf, ansonsten Wälder, Moore und Felder. Menschen sieht man selten, ziemlich dünn besiedelt ist Weißrussland, offiziell und auf Russisch Belarus. In Gomel angekommen zeigt sich ein anderes Bild: Rund 500.000 Menschen leben in der zweitgrößten Stadt des Landes, einer sehr schönen Stadt, vor allem jetzt im Frühling. In der Osternacht drängen sich viele von ihnen in eine orthodoxe Kirche und lassen ihre Speisen von Priestern segnen. Bunt gefärbte Eier und Osterkuchen auf langen Tischen – die Nahrungsmittel stammen aus der Region – und Familien in feierlicher Stimmung ergeben ein beeindruckendes Bild. Was man in diesem Bild nicht sieht: Die Region Gomel gilt als eines der am stärksten kontaminierten Gebiete, seit vor 25 Jahren nur 120 Kilometer entfernt in Tschernobyl das Unfassbare passierte.</p>
<p>Zwölf junge Leute aus Hannover sind unterwegs, besuchen die Orte, an denen die Folgen der Katastrophe allgegenwärtig sind, organisiert von JANUN e.V. Region Hannover. Zehn Tage lang verschaffen sie sich einen Eindruck in den Städten und Dörfern, in denen Menschen mit der radioaktiven Strahlung tagtäglich leben. Sie wollen mehr erfahren über die Folgen, die der Super-GAU für Menschen in der Nähe hatte und hat. Und sie möchten miterleben, wie am 25. Jahrestag der Katastrophe gedacht wird. Partner vor Ort ist das Unabhängige Institut für Strahlensicherheit in Minsk. Kaum jemand weiß so gut Bescheid über die Strahlenbelastung und ihre Folgen wie die Mitarbeiter dieses Instituts. Regelmäßig sind sie unterwegs in den kontaminierten Gebieten, messen die radioaktive Strahlung und helfen. Konkret zum Beispiel in einem kleinen Dorf, 140 Kilometer von Tschernobyl entfernt. Dort hatte das Institut entdeckt, dass die Milch besonders stark belastet war. Die meisten Menschen im Dorf haben ihre eigene Kuh. Morgens wurden alle Kühe gemeinsam auf eine Weide getrieben, abends gab es die verseuchte Milch. Eine ausweglose Situation, denn die Menschen dort sind auf ihre selbst erzeugten Produkte angewiesen. Das Institut für Strahlensicherheit führte weitere Messungen in der Umgebung durch und fand heraus, dass die Wiesen des örtlichen landwirtschaftlichen Großbetriebes weitaus weniger mit dem radioaktiven Caesium 137 belastet sind. Nach Verhandlungen bekamen auch die Dorfbewohner dort eine neue Wiese für ihre Kühe, die Milch ist damit heute fast sauber.</p>
<p>Wie unterschiedlich stark Kinder in demselben Dorf radioaktiv belastet sind, zeigt, dass es auch und vor allem auf das eigene Verhalten ankommt. Vor allem Beeren, Pilze und Wildfleisch sind hoch belastet, und manche Böden stärker als andere. Doch die Gefahr kann man nicht schmecken, nicht riechen, nicht sehen und damit leicht verdrängen. Was nicht verdrängt werden kann, sind die Krankheiten: Schilddrüsenkrebs, Grauer Star, Entwicklungsstörungen bei Kindern und allgemeine Immunschwäche, das sogenannte Tschernobyl-Aids.</p>
<p>Allein in Belarus leben rund 1,5 Millionen Menschen auf kontaminierten Böden, die circa 25 Prozent der Landesfläche ausmachen. Sie können nicht wegziehen, denn „woanders findet man keine Arbeit und keine Wohnung“. Und dann gibt es noch die Menschen, die innerhalb der gesperrten Zone leben, in verbotenen Dörfern, die sogenannten Rückkehrer. Es sind vor allem alte Menschen. Fünf von ihnen besuchen die Jugendlichen aus Hannover. Die Rückkehrer sagen, dass sie hier sterben möchten, dass sie nach alter Tradition vor der Beerdigung auf ihre Tür gelegt werden wollen. Sie möchten dort zur letzten Ruhe gebettet werden, wo auch ihre Vorfahren ruhen. Die Verbundenheit mit der Heimat, sie drängt alle Gefahren in den Hintergrund. Selbst in dem Dorf Tschernobyl, gleich hinter der Grenze, leben mittlerweile wieder rund 100 Menschen unter großer Strahlenbelastung. Seit 2001 gibt es dort sogar wieder eine orthodoxe Dorfkirche. Auch hier werden, wie in Gomel, in der Osternacht die Speisen der Familien gesegnet – bunt gefärbte und radioaktiv verseuchte Ostereier. Für die Jugendlichen aus Hannover war diese Reise, die Begegnung mit den Menschen vor Ort, eine zutiefst bewegende und beeindruckende Erfahrung, die sie wohl nie mehr vergessen werden. Dieser Jugendaustausch ist nur ein Beispiel für die spannende Arbeit von JANUN in Hannover. Das Jugendumweltnetzwerk setzt sich bereits seit Jahren für den Erhalt von Natur und Umwelt ein. Mitmachen ist ganz einfach! Mehr Informationen zu den Tschernobylprojekten von JANUN e.V. unter www.ostwestbruecke.de und über JANUN allgemein unter  www.janun-hannover.de!</p>
<p><strong>Janina Schendel</strong></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.stadtkind-hannover.de/2011/06/in-belarus/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>in israel</title>
		<link>http://www.stadtkind-hannover.de/2011/05/in-israel/</link>
		<comments>http://www.stadtkind-hannover.de/2011/05/in-israel/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 01 May 2011 10:09:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[unterwegs]]></category>
		<category><![CDATA[2011-05]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.stadtkind-hannover.de/?p=11270</guid>
		<description><![CDATA[Wer Freunden erzählt, er plane seinen Urlaub in Israel, der erntet skeptische Blicke – und darf ganz sicher eine Frage beantworten: Ist es da nicht viel zu gefährlich im Augenblick?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer Freunden erzählt, er plane seinen Urlaub in Israel, der erntet skeptische Blicke – und darf ganz sicher eine Frage beantworten: Ist es da nicht viel zu gefährlich im Augenblick? Ja, gefährlich ist es, schon seit Jahren. Mal mehr, mal weniger, je nach politischer Großwetterlage. Und wenn man in den Nachrichten die Bilder von einem neuen Selbstmordattentat sieht und feststellt, dass man noch vor wenigen Wochen selbst an genau dieser Bushaltestelle gestanden hat, dann ist das tatsächlich ein sehr befremdliches Gefühl. Aber Israel bleibt bei all dem auch ein faszinierendes und wunderschönes Land. Man kann durchaus süchtig werden.</p>
<p>Israel ist unbedingt eine Reise wert, und wer einmal dort war, der kehrt meistens mindestens ein zweites Mal zurück. Denn es gibt einfach unglaublich viel zu sehen in diesem Land, jedes Fleckchen Erde dort hat irgendeine alte, uralte Geschichte. Israel ist die Wiege dreier Weltreligionen, war Schauplatz unzähliger Kriege. In der Altstadt Jerusalems teilen sich noch heute Moslems, Christen, Juden und Armenier die alten Gassen und Bauten. Die Klagemauer, darüber der Tempelberg mit der al-Aqsa-Moschee und dem Felsendom, die Via Dolorosa (auf der Jesus sein Kreuz getragen haben soll), all das ist beeindruckend. Auch wenn man Zweifel hegt, an den Geschichten der Bibel, man kann sich kaum gegen eine gewisse Ehrfurcht wehren. Es sind eben nicht nur alte Steine.</p>
<p>Wer dagegen eher neue Steine mag, der ist in Tel Aviv genau richtig. Die „Weiße Stadt“ bietet traumhafte Strände, ein ungemein entspanntes Miteinander und ein Nachtleben, das tatsächlich erst mit dem Sonnenaufgang endet. Im Norden liegt Haifa mit den sehenswerten Bahai Gärten. Im Süden ist die Negev Wüste ein beliebtes Reiseziel. Die südlichste Stadt Israels am Roten Meer ist Eilat. Tauchen ist hier ein Muss. Die Korallenbänke sind wirklich einmalig. Und natürlich darf auch ein Ausflug zum Toten Meer nicht fehlen, wo man sich gemütlich aufs Wasser legen und Zeitung lesen kann. Empfehlenswert ist auch ein Abstecher in die im nördlichen Teil der Negev Wüste gelegene Oase En Gedi. Die Natur hat hier im wahrsten Sinne des Wortes ein Paradies geschaffen. Weiter südlich findet man die gewaltigen Überreste der Bergfestung Masada, wo im Jahr 73 n. Chr. 973 Sikarier (eine jüdische Gruppierung, deren bevorzugte Waffe die Sica war) einige Monate der Belagerung von 15.000 römischen Legionären widerstanden, ehe sie gemeinsam den Freitod wählten, um nicht den Römern in die Hände zu fallen. Noch heute gilt diese Geschichte als Symbol des jüdischen Freiheitswillens.</p>
<p>Beeindruckend ist allerdings auch die Begegnung mit den Menschen in Israel. Hierzulande ist in den Nachrichten gerne von den Israelis die Rede. Vor Ort erlebt man das völlig anders. Da wird in einer Kneipe in Tel Aviv gerne mal die ganze Nacht über den Konflikt mit den Palästinensern diskutiert. Und das sehr kontrovers. Längst nicht alle sind mit der israelischen Siedlungspolitik einverstanden, viele wünschen sich nach all den Jahren einfach nur Frieden. Die Meinungen gehen sehr weit auseinander. Gemeinsam ist allen Israelis allein die Liebe zu ihrem Land. Und wer Israel bereist hat, der kann das ohne Probleme nachvollziehen. Bemerkenswert ist übrigens, wie schnell man sich in diesem Land an die Sicherheitsvorkehrungen gewöhnt. Der Metalldetektor am Eingang eines Clubs gehört nach wenigen Tagen einfach dazu, genauso die schwer bewaffneten Soldaten, die einem eigentlich überall begegnen. Für die Israelis ist das ohnehin der Normalzustand. Wer sich mit ein paar israelischen Freunden an den Strand in die Sonne legt und plötzlich aufschreckt, weil drei Kampfhubschrauber nah am Boden über die Köpfe hinwegdonnern, der wird feststellen, das er der Einzige ist, der den Kopf gehoben hat. Die anderen haben wahrscheinlich nicht mal die Augen geöffnet.  VA</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.stadtkind-hannover.de/2011/05/in-israel/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>uganda</title>
		<link>http://www.stadtkind-hannover.de/2011/04/uganda/</link>
		<comments>http://www.stadtkind-hannover.de/2011/04/uganda/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 01 Apr 2011 14:08:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[unterwegs]]></category>
		<category><![CDATA[2011-04]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.stadtkind-hannover.de/?p=11338</guid>
		<description><![CDATA[Uganda, da fallen einem zuerst Namen wie Milton Obote und Idi Amin ein, die in diesem Land zwischen 1966 bis 1986 wüteten, da erinnert man sich an einen leidvollen Bürgerkrieg im Norden Ugandas, der 20 Jahre dauerte. Ob man heute unter dem Präsidenten Yoweri Kaguta Museveni von einer echten Demokratie sprechen kann, sei mal dahingestellt...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/05/20-53_April_SK_2011_722.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-11339" title="20-53_April_SK_2011_72" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/05/20-53_April_SK_2011_722-300x285.jpg" alt="" width="300" height="285" /></a>Uganda, da fallen einem zuerst Namen wie Milton Obote und Idi Amin ein, die in diesem Land zwischen 1966 bis 1986 wüteten, da erinnert man sich an einen leidvollen Bürgerkrieg im Norden Ugandas, der 20 Jahre dauerte. Ob man heute unter dem Präsidenten Yoweri Kaguta Museveni von einer echten Demokratie sprechen kann, sei mal dahingestellt. Nach unserem westlichen Verständnis sicher nicht. Aber immerhin, das Land ist weitgehend befriedet, nur für die nördlichen Grenzprovinzen gibt es noch Reisewarnungen. Uganda ist bei all dem ein wunderschönes Land, mit einer einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt zählt es zu den grünsten Regionen Afrikas.</p>
<p>Die Hauptstadt Kampala liegt im Süden Ugandas, eine Verkehrshölle. „Hey Bundesliga, are you comfortable?“, fragt mich der Motorradtaxifahrer. „Bundesliga“ ist heute mein Name. Und „Bundesliga“ geht es eigentlich hervorragend. Es sind nur ein paar Kleinigkeiten. Der Rucksack auf meinem Rücken fasst 70 Liter, ein zweiter Rucksack vorne 30 Liter. Mein Überlebenswille lässt mich kräftig zupacken. Ich klammere mich an meinen Fahrer, der ständig darüber diskutieren will, warum ich bei 30 Grad Celsius in der Hitze keine Skiwinterjacke anziehen möchte, wo der Fahrtwind doch so kalt ist. Der Verkehr ist wirklich gewöhnungsbedürftig, und ich kann der Hauptstadt der sieben Hügel, wie sie liebevoll im Lonely Planet beschrieben wird, nicht viel Aufmerksamkeit schenken. Tatsächlich bin ich heilfroh, als wir Kampala verlassen.</p>
<p>Hier, wo die Bananen- und Teeplantagen anfangen, soll für mich die Reise im Minibus, im Matatu weitergehen. Der Name leitet sich von dem Swahili-Begriff „ma tatu“ – „für drei“ ab. Damit waren früher drei Shilling gemeint. Zu Kolonialzeiten konnte man zu diesem Pauschalpreis überall hinfahren. Heute wird Matatu von den Einheimischen gerne auch mit dem Wort „Matata“ (Problem) in Verbindung gebracht: Zu laut, zu voll, zu teuer. So beginnt die holprige Fahrt in Richtung Süden zum Lake Bunyonyi. Wir passieren kleine Dörfer, die eingebettet in den Hügeln und der urwaldartigen Landschaft so aussehen, als vereinigten sie sich übergangslos mit der Natur. Der fruchtbare Boden auf den terrassenartigen Feldern in den Hängen wird bereits in den frühen Morgenstunden von Frauen und Kindern bearbeitet, bevor die Sonne zu heiß brennt. Beim Anblick des Lake Bunyonyis mit seinen 29 kleinen Inseln wird mir ein weiteres Mal die Schönheit dieses Landes bewusst. Nicht umsonst wird Uganda auch als „Perle Afrikas“ bezeichnet. Der Bunyonyi ist einer der wenigen Seen in Afrika, in denen man unbesorgt schwimmen kann. Es gibt keine Bilharziose, eine Wurmkrankheit, die sehr unangenehm werden kann, und keine Krokodile oder Flusspferde. Die Luft ist erfüllt von Affen- und Vogelgeschrei. Ein Sitznachbar erklärt mir, dass Bunyonyi „der Ort der vielen, kleinen Vögel“ bedeutet. Wie gerne würde ich diesen Moment einfangen, den Duft, den Anblick, die Geräuschkulisse. Ich muss mich beeilen. Denn gleich wird der Fahrer wieder eine seiner wirklich schlechten DVDs aufdrehen.</p>
<p>Die Fahrten im Matatu sind ein echtes Abenteuer. Auf der bergigen Strecke zu unserem nächsten Ziel Fort Portal heißt es zweimal aussteigen. Zuerst müssen wir dem Reisebus eine Weile nachlaufen, weil die Straßen einfach zu steil sind. Beim zweiten Stopp will sich die Busgesellschaft eine Auszeit gönnen, um den menschlichen Bedürfnissen ihren Tribut zu zollen. Leider haben die Busfahrer in Uganda die Angewohnheit, solche Pinkelpausen von abgesprochenen zwei Minuten nach ganz eigenem Zeitgefühl zu verkürzen. Doch das wissen auch die Reisegäste – und setzen sich kurzerhand im Ringelpiez um den Bus. Der Fahrer kann nicht weg, und die Geschäfte können in Ruhe und guter Nachbarschaft erledigt werden. Die arme Ausländerin braucht ein bisschen länger, aber man nimmt Rücksicht. Ich bin ja noch kein Profi.</p>
<p>Noch eine Eigenart auf diesen Busreisen ist bemerkenswert und dürfte besonders die Männer erfreuen: Es darf geshoppt werden, und zwar durch das Busfenster. Natürlich nicht, weil Männer ein besonderes Faible fürs Shoppen hätten, sondern weil der Einkauf schnell und effizient vor sich geht. Das spart Zeit und Nerven. Die Auswahl ist riesengroß. Man kann hier wirklich alles einkaufen: Schmuck, Hühner, Feuerlöscher. Warum mein Sitznachbar nun ausgerechnet fünf Kilogramm Zwiebeln auf einer neunstündigen Fahrt braucht, weiß ich allerdings bis heute nicht.</p>
<p>Von Fort Portal, der Hauptstadt des Distrikts Kabarole im Westen Ugandas, geht die Reise vorbei an kleinen Kraterseen, Höhlen und heißen Quellen weiter ins Landesinnere nach Jinja. Dieser Ort am Victoriasee wird gespeist vom Kagera-Nil und gilt als Quelle des Victoria-Nil. In unserem Camp etwas oberhalb des Nils hören wir bei unserer nächtlichen Ankunft bereits die gewaltigen Wassermassen rauschen. Gleich mit dem Sonnenaufgang treibt es uns hinaus, um einen ersten Blick auf den größten Strom der Welt zu werfen. Und wir werden nicht enttäuscht. Im Gegenteil, nachdem es heftig geregnet hat, erleben wir ein einmaliges Naturschauspiel. Der Strom teilt sich durch den aufgewühlten Schlamm in rotes Wasser und eine blaue Flut. Die Stadt Richtung Westen verlassend, muss sich Uganda von „Bundesliga“ verabschieden. Ein kleiner Tipp zum Schluss: Möchte man mit den liebenswerten Ugandern ins Gespräch kommen, reicht es, das Thema Fußball anzuschneiden.</p>
<p><strong>Jennifer McCann</strong></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.stadtkind-hannover.de/2011/04/uganda/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>urlaub in finnland</title>
		<link>http://www.stadtkind-hannover.de/2011/03/urlaub-in-finnland/</link>
		<comments>http://www.stadtkind-hannover.de/2011/03/urlaub-in-finnland/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 01 Mar 2011 15:20:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[unterwegs]]></category>
		<category><![CDATA[2011-03]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.stadtkind-hannover.de/?p=10344</guid>
		<description><![CDATA[Helsinki ist etwas für Amateurtouristen, wir fliegen direkt ins Binnenland, in die kleine Indus-triestadt Tampere. Dort sind wir weit weg von internationalen Metropolen und näher an der entspannten finnischen Lebensart.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Helsinki ist etwas für Amateurtouristen, wir fliegen direkt ins Binnenland, in die kleine Indus-triestadt Tampere. Dort sind wir weit weg von internationalen Metropolen und näher an der entspannten finnischen Lebensart.</p>
<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/03/Orientierungspunkt.jpg"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-10286" title="Orientierungspunkt" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/03/Orientierungspunkt-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Ein guter Einstieg in das Kennenlernen der übersichtlichen Stadt Tampere ist eine Sightseeing-Tour, bei Temperaturen um die -20° am liebsten mit dem Bus. Wir sehen, wie die Stadt um die Wasserschnelle zwischen zwei Seen gewachsen ist. Oder hören. Die Seen sehen wir nicht wirklich, nur weiße Flächen, dort wo keine Bäume wachsen. Ein großer Teil der alten Industriegebäude steht noch. In diesen roten Backsteinhäusern haben sich viele kleine Boutiquen angesiedelt, die finnisches Design, Kunsthandwerk oder zum Beispiel handgemachte Schokolade anbieten. Gute Adressen sind Kehräsaari direkt an der Wasserschnelle sowie Tallipiha, ein ehemaliges Stallgelände eines Fabrikpatronen.</p>
<p>Für Kinder ist der Vergnügungspark Särkänniemi immer ein Hit. Sogar im Winter, wenn alle Geräte außer Betrieb sind, lohnt es sich, das Aquarium, das Planetarium, das Delfinarium sowie den Näsinneula-Turm zu besuchen. Zugegebenermaßen gäbe es noch die Kunstgalerie Sara Hildén, aber nach dem Besuch bei den Delfinen konnten wir unseren Nachwuchs nicht dazu bewegen, Kunst anzuschauen. Die Delfine sind toll, manchmal unbändig spritzig, manchmal eigenwillig lustlos. Im Laufe der Delfinshow fragt man sich dann doch, was diese schönen Tiere hier kurz vor dem Polarkreis sollen. Dann entdecken wir etwas, was unser schlechtes Gewissen beruhigt: Diese fremden Tiere helfen bedrohte skandinavische Arten zu schützen. Das Delfinarium unterstützt finanziell die Forschung der Saimaa-Ringelrobben, in Ostfinnland beheimateten Süßwasserrobben, sowie die Forschung der in der Ostsee rar gewordenen Schweinswale.</p>
<p><strong>Outdooraktivitäten in der Kälte</strong></p>
<p>Man ziehe alles an, was man mitgenommen hat. Frau creme das Gesicht dick ein. Fettcreme schützt vor Kälte und beugt einer lederartigen Austrocknung der Haut vor. Schminke ist egal, die Wimpern und Augenbrauen werden eh reifbedeckt sein. Haarstyling kann man auch vergessen, einfach Mütze und Kapuze draufsetzen. Dann kann es losgehen für einen nachmittäglichen Nordic-Walking-Gang. Was uns zunächst seltsam vorkommt: Um drei Uhr ist es schon düster. Tapio, unser Nordic-Walking-Guide, hat uns aber für vier Uhr bestellt. Dann geht es zackzack, Stöcke auswählen und los. Auf einem Hügel mit Seeblick (eine hell schimmernde Schneefläche) machen wir uns mit Gymnastikübungen warm. Das erste Stück laufen wir auf dem See, danach geht es in den Wald. Tapio stoppt uns kurz und verteilt Stirnlampen, im Wald geht es nicht ohne. Das kommt uns irreal vor: Dass wir bei -20° Celsius doch nicht frieren, dass wir auch im Dunkeln durch den stillen Wald laufen können, dass die Kinder es ohne weiteres mitmachen. Die Belohnung hat Tapio an einer hüttenartigen Feuerstelle vorbereitet. Es gibt Tee und Kaffee und wir backen Pfannkuchen am Feuer. Die Hüttentür muss aufbleiben, sonst zieht der Rauch nicht richtig heraus, aber wir frieren trotzdem nicht. Tapio treffen wir am nächsten Vormittag wieder. Das Wetter ist gut, ein paar Grad kälter, die Sonne scheint und lässt den ganzen knirschenden Schnee glitzern, und es ist windstill. Ein Wetter zum Braunwerden. Ich bin nicht braun geworden. Ich habe mich schwarz geärgert. Als Tapio uns die Geschichte der Tourenschlittschuhe erzählt, ist alles noch gut. Auch beim Gang zum Eis – alles wunderbar. Aber auf dem Eis verliert mein Sohn die Nerven. Er hat vorsichtshalber einen finnischen Schlitten mitgenommen, an dem er sich theoretisch hätte festhalten können. In der Praxis kommt er sowohl mit Schlitten als auch mit Schlittschuhen nicht vom Fleck. So sicher bin ich auch nicht auf den Schlittschuhen, dass ich wirklich helfen könnte. Auf meine schlauen Ratschläge hört er nicht. An diesem Vormittag erlebe ich, dass man bei diesen Temperaturen auch schwitzen kann.</p>
<p><strong>Wellness auf Finnisch</strong></p>
<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/03/Therme.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-10287" title="Therme" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/03/Therme-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Die Finnen schwitzen normalerweise in der Sauna. Die leichte Variante erleben wir in der Therme in Naistenlahti. Wieder sind wir in einem roten Backsteingebäude und wissen, aha, ein ehemaliges Fabrikgelände. Die heutige Therme war mal eine Baumwollspinnerei. Die Therme ist überschaubar, freundlich, Sauna ist selbstverständlich im Preis inbegriffen. Ganz toll finden wir die Umkleidekabinen: Jeder bekommt seinen nummerierten Schlüssel, und die Kabine mit dem passenden Schlüssel ist in der gesamten Badezeit seins. Das Hardcore-Saunieren erleben wir später auf dem Lande. Wir sind zum Abendessen mit Sauna eingeladen. Ladies first. Der Saunagang ist noch so wie man ihn kennt, aber die Abkühlung zwischendurch bedeutet einen Gang ins Eisloch. Unsere Gastgeberin sagt, sie würde gern als erste hineingehen, nicht weil sie unhöflich ist, sondern für den Fall, dass sich auf dem Wasser wieder eine Eisschicht gebildet hat. Sie sagt, man soll atmen wie beim Gebären. Und anschließend würde man sich wie neugeboren fühlen und nachts wunderbar schlafen können. Ob es stimmt, weiß ich nicht. Ich habe gekniffen.</p>
<p><strong>Winterwunderland</strong></p>
<p>Die Fahrt aufs Land zeigt uns die Weite des Landes. Die Autobahn von Helsinki endet in Tampere, danach stehen uns nur Landstraßen zur Verfügung. Der gemeine finnische Autofahrer hat kein Problem mit den Wetterverhältnissen, der Verkehr rollt stressfrei und gemächlich dahin. Wir besuchen einen Bauernhof. Ich habe gehofft, wir schauen uns schnell die Tiere an, hier eine Kuh, ein Pferd, ein Schaf und ein Huhn, und gehen dann gemütlich in die Stube hinein.</p>
<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/03/Eine-Schlittenfahrt-die-ist-lustig.jpg"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-10285" title="Eine Schlittenfahrt die ist lustig" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/03/Eine-Schlittenfahrt-die-ist-lustig-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Nein, wir sind nicht für das vor dem Kamin Sitzen hierher gekommen. Das Leben findet draußen statt. Als ich dann mit meinem Sohn auf einem Pferdeschlitten sitze, zusammengekuschelt und dick eingepackt mit Decken, durchgeschüttelt vom Schlitten ohne Federung, finde ich es doch gut. Alles ist weiß oder glitzernd weiß, der Schnee, die durchgefrorenen Bäume, der Himmel, sogar das braune Pferd, das hinter dem weißen Dampf von Pferdekörperwärme und vom Pferdeschnaufen verschwindet. Die Sonne macht einen Versuch, unsere Gesichter zu wärmen.</p>
<p><strong>Shoppingcity</strong></p>
<p>Vom finnischen Design haben wir bisher nicht allzu viel mitbekommen. Wir entschließen uns, eine Shoppingtour zu machen. Die Boutiquen kennen wir schon, also gehen wir Richtung Hämeenkatu, der Einkaufsmeile in Tampere. Dort besuchen wir mehrere Kaufhäuser. Wir belassen es mehr beim Schauen, als dass wir uns einem hemmungslosen Kaufrausch ergeben würden. Es liegt nicht so sehr am Angebot oder an den Preisen – beide sind sie attraktiv –, sondern an der Tatsache, dass das Gepäck bei Ryanair nicht mehr als 15 Kilogramm wiegen darf. Ich entscheide mich für einen Tubenquetscher mit Elchmotiv. Habe ich noch nicht. Kann ich gut gebrauchen. Wiegt circa 15 Gramm.</p>
<p>Meine Freundin kommt am Marimekko-Laden nicht vorbei. Sie möchte gern Bettwäsche von Marimekko haben. Das erste Problem: die Kissen in Finnland haben andere Standardmaße als die in Deutschland. Also entscheidet sie sich dafür, Stoff für Bettwäsche zu kaufen. Dann schildert sie der netten Verkäuferin das Gepäckproblem. Die Verkäuferin schreibt kurzerhand die Adresse von meiner Freundin auf und verspricht ihr, die Ware kostenlos nach Deutschland zu schicken.</p>
<p><strong>Text: Tarja Sohmer, Fotos: Katharina Lob</strong></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.stadtkind-hannover.de/2011/03/urlaub-in-finnland/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>singapur pur</title>
		<link>http://www.stadtkind-hannover.de/2011/02/singapur-pur/</link>
		<comments>http://www.stadtkind-hannover.de/2011/02/singapur-pur/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 01 Feb 2011 15:20:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[unterwegs]]></category>
		<category><![CDATA[2011-02]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.stadtkind-hannover.de/?p=10150</guid>
		<description><![CDATA[Reisen bildet. Ich weiß jetzt zum Beispiel, dass Orang-Utan „Mann des Waldes“ heißt. Nicht, dass mich das in meinem Leben weiterbringt, außer ich werde mal zu Jauch eingeladen, aber ich mag so ein „Jeopardy-Wissen“.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/03/Unterwegs.jpg"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-10082" title="Unterwegs" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/03/Unterwegs-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Reisen bildet. Ich weiß jetzt zum Beispiel, dass Orang-Utan „Mann des Waldes“ heißt. Nicht, dass mich das in meinem Leben weiterbringt, außer ich werde mal zu Jauch eingeladen, aber ich mag so ein „Jeopardy-Wissen“. Ich habe auch erfahren, dass Singapur eine durchschnittliche Temperatur von circa 31 Grad hat und dieser Stadtstaat zu 120  Prozent aus Shopping-Malls besteht. Mich würde nicht wundern, wenn sie Singapur bald komplett überdachen. Die gefühlte Luftfeuchtigkeit ist so türkisches Dampfbad mit einem bisschen Waschstraßenatmosphäre. Was man von Singapur gehört hat, ist, dass man für so ziemlich alles, was man tun kann,  bestraft wird – drakonische Strafen wohlgemerkt. Da gab es diesen Schweizer Graffitimaler, der für den Einbruch in einen Yard ins Gefängnis musste und zudem noch ein paar Stockhiebe auf den Arsch bekam. Man mag wohl kein illegales Graffiti in Singapur.</p>
<p>Changi, der Flughafen Singapurs, ist schön. Sehr aufgeräumt. Es gibt sogar einen Nike-Store, was uns gleich richtig auf unseren Aufenthalt eingestimmt hat.</p>
<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/03/im-Taxi.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-10081" title="im Taxi" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/03/im-Taxi-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Die Fahrt vom Flughafen weg war wenig spektakulär. Man fährt hier links, hat aber das Lenkrad rechts – Verkehrsregeln sind dadurch echt spannend – eine spiegelverkehrte Folge Quiz-Taxi. Und man gibt übrigens kein Trinkgeld, irgendwie ungewohnt. Es gibt auch verschiedene Taxen und Taxi-Tarife und Zeiten, zu denen sich die Tarife ändern; je nachdem, wo man sich befindet. Ich glaube, man kann hier eine Ausbildung zum Fahrgast machen. Busse sind keine Alternative – die Fahrpläne sind Rocket Science.</p>
<p>Singapur ist das Land mit den zwei Klimazonen, drinnen und draußen. Wie eingangs erwähnt sind es draußen 28 bis 31 Grad, während man drinnen nicht so kleinlich um zwei, sondern eher um mindestens zehn Grad runterkühlt. Die Konsequenz ist, dass, wenn man leicht angeschwitzt von draußen eine klimatisierte Mall betritt, man kurz mal schockgefrostet wird. Ökologisch fragwürdig ist auch, dass zum Teil einfach draußen klimatisiert wird.</p>
<p>Geld schwingt hier das Zepter. Geld ist das dünnflüssige Blut der vierspurigen Venen dieser Handelsstadt. Irgendwie kann man in Singapur nichts anderes machen, als Geld auszugeben. Jeder kennt das alte Indianerzitat: Erst wenn der letzte Baum gerodet usw., dann werdet ihr feststellen, dass man Geld nicht essen kann! Die Singapuris schreiben wahrscheinlich mit einem Lackstift „Aber man kann sich davon was zu essen kaufen!“ drunter. Rückblickend betrachtet haben auch wir das gemacht – also Geld ausgegeben. Mallhopping, entweder mit dem Taxi vor die Tür oder unter der Stadt durch verschiedene Verbindungstunnel von einer in die nächste. Kommerzieller Overload! Interessant ist allerdings, dass überall das Gleiche feilgeboten wird – und ich würde das „überall“ gerne noch unterstreichen. Gut, wir waren auf der Suche nach Sneakers, und da gab es ein paar spezielle Geschäfte, aber im Gros unterschied sich die Auswahl nicht sonderlich. In einer Mall, der Queensway-Mall, reihte sich Sneaker Store an Sneaker Store, lustigerweise gingen allerdings ALLE in dasselbe Lager. Verschiedene Geschäfte – ein Besitzer. So viel zum Thema „Konkurrenz belebt das Geschäft“. Schach mit sich selber spielen ist spannender. Unbefriedigend.</p>
<p>Neben den Singapuris bevölkern unfassbar viele Expats das Mini-Land. Das sind Menschen, die in SG arbeiten und die eine Art Parallelgesellschaft bilden. Sie leben in Kondos, fahren Prestigetaxen oder haben Fahrer und halten sich zu 99,9 Prozent in klimatisierten Räumen auf. Ich sage das übrigens völlig wertfrei. Wir selbst hatten das Glück, bei Freunden, die als Expats dort sind, für eine Nacht unterzukommen. Abgesehen davon, dass es uns Geld gespart hat, weil wir kein teures Hotel bezahlen mussten, war es einfach super, jemanden zu haben, der uns willkommen hieß und mit den Geflogenheiten vertraut machte – mal abgesehen davon, dass wir uns ewig nicht gesehen hatten. Kondos sind übrigens Wohnanlagen für Besserverdienende. So mit Pool, BBQ-Pit und so.</p>
<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/03/aber-wirklich-nur-spielen.jpg"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-10080" title="aber wirklich nur spielen" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/03/aber-wirklich-nur-spielen-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Essen ist ein Traum in Singapur. Hier gibt es alles – von Sushi über Brotzeit (bayerisch) bis vietnamesisch. Abseits von den Touristenrestaurants isst man besser und billiger in sogenannten Food Courts. Das sind überdachte, schulhofähnliche Plätze, auf denen feste Tisch-/Hocker-Kombinationen installiert sind, die von verschiedenen obskuren Garküchen umzingelt werden. Das ganze wirkt wenig vertrauenserweckend, aber man ist ja kein Feigling. Abgesehen von Geschmack und Sättigungswert ist es auch preislich eher Aldi, also bezahlbare Qualität. Neues Lieblingsgetränk ist Avocadosaft, neues Lieblingsessen Aal in Terriakisoße. Chinesisches Essen ist immer noch gewöhnungsbedürftig. Zu viel Glibber und Schleim. „I don&#8217;t hate – but me don&#8217;t like!“ Zu empfehlen sind noch die frischen Kokosnussdrinks, die einem auf der Straße angeboten werden.</p>
<p>Wenn man keine Lust mehr auf Beton- und Konsumdschungel hat, kann man versuchen, im Kapitalismusdickicht den anderen Teil Singapurs zu entdecken. Angefangen bei Stadtvierteln wie Little India oder China Town bis hin zum Fort Canning Parc. In Letzterem waren wir übrigens zu später Stunde und wurden dort von Bullfrogs überrascht, die unfassbar laut – kuhgleich – in die Nacht quakten. Mehr innerstädtische, heimische Fauna findet man eigentlich nicht. Weil wir aber so Löwenzahn-/Sendung-mit-der-Maus-Kinder sind, mussten wir unbedingt raus zum Zoo. Für alle, die ein grundsätzliches Zooproblem haben, ist es natürlich nichts, aber für alle anderen ist er wirklich toll. Alles ist grün, tropisch und idyllisch. Der Zoo liegt auf einer Art Halbinsel, was den Planern die Möglichkeit gab, Bootstouren rund um das Gelände anzubieten. Dagegen ist die muckelige Fahrt im Hannover-Zoo leider eine Fahrt auf einem Feldweg mit einem Trabant. Die Nasenaffen waren beeindruckend, genau wie die weißen Tiger – die übrigens filmreif für uns im Wasser lagen – und die Orang-Utans. Die Anakonda war mächtig lang und dick, während die giftgrüne Königskobra keine Anstalten machte, ihren Hals zu blähen. Wahrscheinlich hatten schon zu viele dicke, dumme Kinder an ihre Scheibe geklopft, als dass sie sich davon noch provozieren ließ. Diese Kobra hat aufgegeben. Leider! Still wünschte ich mir kurz, als wieder ein Kind diabolisch gegen die Scheibe hämmerte, die Kobra würde &#8230;</p>
<p>In einem Freigehege waren wir umgeben von riesigen Schmetterlingen, von Mini-Rehen, Lemuren und Flughunden. Alles um uns herum auf Tuchfühlung. Leider waren wir zu groggy für den Nachtzoo oder den Orchideengarten.</p>
<p>Zum Strand haben wir es nicht geschafft. Nur einer unserer Jungs ist am Sonntag noch mal dorthin und erzählte uns, es wäre wie eine MTV-Beach-Party abgelaufen. Unser Expat-Freund aus Deutschland sagte uns, dass ein Strandtag am Sentosa Beach wie ein Picknick an der Autobahn sei. Singapur hat einen riesigen Hafen, und mächtig viele Schiffe fahren tagein, tagaus da rein, da raus. Der Sand – so wurde mir gesagt – ist aus Australien importiert. Seltsame Vorstellung, dass Sand von einem Kontinent auf den anderen gebracht wird, aber offensichtlich besteht Bedarf. Wer bin ich, dass ich unser Weltwirtschaftssystem infrage stellen könnte?</p>
<p>Auffallend war, dass viele Singapuris KEINE asiatischen Namen mehr haben. Der Concierge in unserem Hotel hieß Dennis, die Bedienung beim Japaner Erica, und unser Produktionsleiter hieß Felix – alle allerdings mit asiatischem Aussehen. Singapuris sagen übrigens statt ja „can“ und statt nein „can not“. Warum? Ich habe keine Ahnung, aber wer bin ich, kulturelle Geflogenheiten infrage zu stellen. Was zählt ist, es läuft alles.</p>
<p>Wir sind mittlerweile wieder da, Hände noch dran, keine Streifen auf dem Arsch und auch sonst alles gut. Deutschland versank derweil im Schneechaos. Meine in Singapur mühsam gekauften Sneakers sind wohl noch auf dem Weg nach Hamburg und werden mir wahrscheinlich hoffentlich in den nächsten Tagen nach Hannover geliefert. Wir selbst fuhren mal wieder Bahn und erreichten unsere Heimatstädte mindestens vier Stunden später als geplant. Im Flieger hatten wir aus uns unbekannten Gründen die wohl beschissensten Plätze der Welt bekommen, und mein Hintern, mein Rücken sowie mein Nacken fühlten sich an, als hätte uns die Russenmafia mit Nothämmern bearbeitet. Aber wer bin ich schon, darüber zu jammern, wo doch alle unter der Situation zu leiden hatten.</p>
<p>Und wenn Christian Kracht über Singapur in seinem Buch „Der gelbe Bleistift“ sinngemäß schrieb, es wäre vergleichbar mit einem Dreitagesaufenthalt in einem Shoppingcenter in Göttingen, dann hat er im Nachhinein irgendwie recht. Aber irgendwie möchte ich noch mal nach Singapur, jetzt, wo ich weiß, wo es die besten Sneakers gibt, denn dann hätte ich die Chance, mich richtig auf Singapur einzulassen. Und ich bin mir sicher, es gibt genügend Dinge, die es zu entdecken gibt. Denn wer bin ich, zu behaupten, ich hätte schon alles gesehen.</p>
<p><strong>Text und Fotos: Spax</strong></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.stadtkind-hannover.de/2011/02/singapur-pur/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>im wendland</title>
		<link>http://www.stadtkind-hannover.de/2011/01/im-wendland/</link>
		<comments>http://www.stadtkind-hannover.de/2011/01/im-wendland/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 01 Jan 2011 14:32:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[unterwegs]]></category>
		<category><![CDATA[2011-01]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.stadtkind-hannover.de/?p=10569</guid>
		<description><![CDATA[Wie immer gibt es an dieser Stelle einen kleinen Bericht aus der Ferne. Aber weit mussten wir diesmal gar nicht reisen. Denn was hierzulande unter unserer derzeitigen Regierung vor sich geht, insbesondere was die Atompolitik betrifft, liegt irgendwie ja fern von allem.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie immer gibt es an dieser Stelle einen kleinen Bericht aus der Ferne. Aber weit mussten wir diesmal gar nicht reisen. Denn was hierzulande unter unserer derzeitigen Regierung vor sich geht, insbesondere was die Atompolitik betrifft, liegt irgendwie ja fern von allem.</p>
<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/03/Demo.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-10487" title="Demo" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/03/Demo-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Der Beschluss des Bundestages, die AKWs nun doch länger laufen zu lassen, der „Ausstieg aus dem Ausstieg“ sozusagen, stößt bei mir auf so großes Unverständnis, dass ich einen triftigen Grund dafür sehe, dies öffentlich zu demonstrieren. Gelegenheit gibt es am 6. November. Im Wendland ist eine Anti-Atomkraft-Großkundgebung angesetzt. Auch für die darauf folgenden Tage ist ein umfassendes Gegen-Programm der bundesweiten und vor allem regionalen Anti-AKW-Bewegung geplant. Es sind die Tage, an denen der Castor mit vierzehn Eisenbahnwagons voller hochradioaktivem Atommüll von der französischen Wiederaufbereitungsanlage La Hague zum Zwischenlager nach Gorleben rollt.</p>
<p>Für uns geht&#8217;s am Samstagmorgen um kurz vor 9:00 Uhr ab Linden los. Mit uns im voll besetzten Bus: Jung neben Alt, Familien und Einzelpersonen. Der Protest scheint tatsächlich durch die verschiedensten Alters- und Bevölkerungsschichten zu gehen. Wir selbst sind zu sechst inklusive ein Kleinkind. Samstag ist der ruhige Einstiegstag, das Drumherum kinderfreundlich gestaltet. Der aktivere Widerstand mit Schottern, Sitzblockaden und Einbetonieren ist erst für die Tage vorgesehen, an denen der Castor sein Ziel im Wendland erreichen soll. Ich verspreche mir eine vielseitige und variantenreiche Widerstandsaktion, ist doch das besondere Merkmal der seit über 30 Jahren aktiven Anti-AKW-Szene aus Lüchow-Dannenberg der kreative und friedliche Protest.</p>
<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/03/Diskussion.jpg"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-10488" title="Diskussion" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/03/Diskussion-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Mit dem Metronom geht es weiter nach Uelzen. Dort erblicken wir schnell unsere ersten Mitstreiter. Wetterfest eingepackt und gut ausgerüstet, mit Fahnen und Aufklebern, darauf die bekannte rote Sonne auf gelbem Grund, sind sie leicht zu identifizieren. Von Ülzen werden Busse eingesetzt, die den Weitertransport zur Auftaktkundgebung nahe Splietau/Dannenberg sicherstellen. An einem erhöhten Polizeiaufgebot auf der Straße und dem überall prangenden gelben X, dem Symbol des Widerstandes, merken wir, dass wir uns unserem Ziel nähern. Nahe eines Ackers, der als Ort des Geschehens auserkoren wurde, halten die Busse. Die letzte Etappe legen wir zu Fuß zurück. Je näher wir dem Bestimmungsort kommen, desto lebhafter wird es. Menschen strömen aus allen Richtungen zum abgeernteten Maisfeld. Buntgeschmückte Trecker stehen neben riesigen farbenfrohen Bannern mit eindeutigen Botschaften. Die Menschen sind mit Fahnen, Ballons und Tröten ausgestattet, einige sind verkleidet. Es wird wild diskutiert oder einfach stumm Präsenz gezeigt.</p>
<p>Als wir die Kundgebung erreichen, ist die Stimmung fröhlich und ausgelassen. Die Veranstaltung hat Züge eines Festivals: mit Live-Musik, einer wippenden bunten Menge und einer von Ständen umgebenen Fläche mit Bühne. Vorwiegend aus den Reihen der engagierten Gruppen treten Sprecher ans Mikrofon. Die Botschaft der Reden ist klar und eindeutig, der Informationsgehalt aber etwas spärlich und gelegentlich polemisch gehalten. Doch genau das macht so eine Kundgebung ja irgendwie auch aus.</p>
<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/03/Traktor.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-10486" title="Traktor" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/03/Traktor-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Wir werden über den aktuellen Fortgang des Transportes auf dem Laufenden gehalten, der sich gerade an der Grenze zwischen Frankreich und Deutschland aufhält. Die erste, durch Proteste erzwungene Streckenverlegung über Strasbourg bringt die Menge in Splietau zum Jubeln. Auch die immer wieder durchgesagte Teilnehmerzahl begeistert: 50.000 sind bei dieser Kundgebung dabei. Wir erfahren mehr über die geplanten Aktivitäten der nächsten Tage, werden über Übernachtungsmöglichkeiten und darüber informiert, wo im Zweifelsfall rechtlicher Beistand zu finden ist. Nur ein Beweis für die langjährige Erfahrung des Atomkraft-Widerstandes.</p>
<p>Gegen 16:30 ist die Kundgebung vorbei. Inzwischen ist es dunkel geworden. Die Straßen sind voll, und der Rückweg dauert etwas länger als die Hinfahrt. So bleibt neben der spannenden Frage, wie der nächste Tag des Widerstandes wohl verlaufen wird, noch Zeit sich zu überlegen, wie jeder einzelne auch zu Hause etwas unternehmen kann. Eine Möglichkeit ist der Wechsel auf Ökostrom – dazu genügt übrigens schon ein kurzer Anruf, zum Beispiel bei Greenpeace in Hamburg (www.greenpeace-energy.de).</p>
<p><strong>Text und Fotos: Alissa Ritter</strong></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.stadtkind-hannover.de/2011/01/im-wendland/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>in tansania</title>
		<link>http://www.stadtkind-hannover.de/2010/12/in-tansania/</link>
		<comments>http://www.stadtkind-hannover.de/2010/12/in-tansania/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 01 Dec 2010 13:19:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[unterwegs]]></category>
		<category><![CDATA[2010-12]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.stadtkind-hannover.de/?p=11895</guid>
		<description><![CDATA[Samstag morgens, 5 Uhr in Tansania. Selbst in meinen erholsamsten Träumen hätte ich den Imam, der gefühlte zwei Meter neben meinem Bett mit seinem fernöstlichen Gesang die Menschen zum Gebet ruft, nicht wie das morgendliche Weckerklingeln in meinen Schlaf einbetten können. Kulturschock – im wahrsten Sinne des Wortes.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/05/42_SK_Dezember_2010-3_72.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-11896" title="42_SK_Dezember_2010-3_72" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/05/42_SK_Dezember_2010-3_72-300x206.jpg" alt="" width="300" height="206" /></a>Samstag morgens, 5 Uhr in Tansania. Selbst in meinen erholsamsten Träumen hätte ich den Imam, der gefühlte zwei Meter neben meinem Bett mit seinem fernöstlichen Gesang die Menschen zum Gebet ruft, nicht wie das morgendliche Weckerklingeln in meinen Schlaf einbetten können. Kulturschock – im wahrsten Sinne des Wortes. Verängstigt suche ich die Stimme in meinem Zimmer, bis mir wieder einfällt, wo ich bin – und noch ein bisschen verwirrt über die frühmorgendliche Störung schließlich meine Nachtruhe fortsetze. Nur zwei Stunden später erwacht die restliche tansanische Welt und startet voller Lebensfreude (und Lautstärke) in den neuen Tag.</p>
<p>Im Daladala – einem Minibus, in dem üblicherweise doppelt so viele Leute Platz finden, wie sich ein Europäer vorstellen kann – flüchte ich aus der hektisch, staubigen Stadt Dar Es Salaam. Mit auf den Weg machen sich links von mir zwei recht hysterische Hühner, rechts eine afrikanische, in bunte Tücher gehüllte Mama mit ihrem Säugling an der Brust und auf dem Dach des Fahrzeuges ein Sarg. Der muss schließlich auch irgendwie transportiert werden: „Hamna shida“ – alles kein Problem. Mein Ziel ist der Kipepeo Beach, ein idyllischer Sandstrand. Der Blick auf die Straßen, die vielen unterschiedlichen Menschen, lässt mich die Besonderheit Tansanias an diesem Tag besonders klar erkennen. In diesem Land schaffen es die Menschen, in ihrer Vielfalt und Individualität miteinander in Frieden zu leben. Bereits seit 1967 wird bei Volkszählungen die Religionszugehörigkeit nicht mehr ermittelt. Schätzungsweise leben 40 Prozent Christen neben 30 Prozent Moslems. Weitere 30 Prozent gehören verschiedenen Naturreligionen an. In diesem bunten Mosaik haben Kopftuchdebatten keinen Platz.</p>
<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/05/42_SK_Dezember_2010-2_721.jpg"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-11898" title="42_SK_Dezember_2010-2_72" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/05/42_SK_Dezember_2010-2_721-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Die Vielfalt spiegelt sich auch in den verschiedenen Kleidungsstilen wider. Doch sie alle haben eine Gemeinsamkeit: Ihre Farbenpracht. Auf den Märkten stapeln sich Gemüse- und Obstsorten neben Meeresfrüchten und Gewürzen in allen Variationen. Für Interessierte sind besonders die Spice-Touren auf der vorgelagerten Insel Sansibar zu empfehlen, denn dort wird ein Großteil der Gewürze angebaut. Geprägt ist die Insel durch den arabischen Einfluss, der sich besonders in Stone Town, dem Stadtkern der Stadt Sansibartown, bemerkbar macht.  Früher war Sansibar für die Araber das Tor zu den afrikanischen Gütern. Heute säumen Korallensteinhäuser die verwinkelten Gassen und wirken als natürliche Klimaanlage. In den schattigen Ecken bieten die Babus – „Großväter“ – ihren selbstgebrauten Kaffee mit salzigen Leckereien an.</p>
<p>Ein lautes „Mzungu, mambo!“ reißt mich aus meinen Gedanken. „Hey Weißer, wie geht’s dir?“ Ein Maasai hat neben mir Platz genommen. An die Neugier und Offenheit der Tansanier muss man sich erst gewöhnen. Gelegentlich fühlt man sich so exotisch wie ein rosaroter Elefant. Man wird begrüßt und befragt. Der Austausch von Begrüßungsfloskeln ist Teil des Alltagslebens. Dabei, so versichert mir meine Kisuaheli-Grammatik, geht es nicht unbedingt um den Inhalt des Gesagten, sondern lediglich um den Akt des <a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/05/42_SK_Dezember_2010_72.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-11899" title="42_SK_Dezember_2010_72" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/05/42_SK_Dezember_2010_72-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Unterhaltens an sich. Eine andere Eigenart der Menschen ist ihre Gemächlichkeit. Der Schlachtruf „pole pole“ („langsam, langsam“) dominiert besonders bei der Besteigung des Kilimanjaro, ist aber auch sonst allgegenwärtig. Denn das höchste Gut der Tansanier ist die Zeit. Tatsächlich gibt es im Leben eines gemütlichen Pole-pole-Tansaniers nur zwei Situationen, in denen er absolut keine Zeit zu haben scheint und diese plötzliche Hektik kann manch einen Ausländer dann schon beunruhigen. Beim Einstieg ins Daladala und beim Ausstieg kann es nicht schnell genug gehen. Wer sich anstecken lässt, steigt aus und steht plötzlich irgendwo. Aber auch das ist kein Problem. „Hakuna Matata – Don´t worry!“ Irgendein Tansanier ist immer zugegen, um hilfsbereit den richtigen Weg zu weisen.</p>
<p><strong><br />
Text und Fotos: Jennifer McCann</strong></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.stadtkind-hannover.de/2010/12/in-tansania/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>auf ibiza</title>
		<link>http://www.stadtkind-hannover.de/2010/11/auf-ibiza/</link>
		<comments>http://www.stadtkind-hannover.de/2010/11/auf-ibiza/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 01 Nov 2010 11:57:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[unterwegs]]></category>
		<category><![CDATA[2010-11]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.stadtkind-hannover.de/?p=10783</guid>
		<description><![CDATA[Ibiza. Viele, die die Insel nicht kennen, denken dabei an Ballermannpartys und den medienwirksamen Schaulauf weiß gekleideter Café-del-Mar-Starlets und Yet-Set-Größen, die ihre neuesten Yachten präsentieren. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/03/Strand.jpg"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-10697" title="Strand" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/03/Strand-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Ibiza. Viele, die die Insel nicht kennen, denken dabei an Ballermannpartys und den medienwirksamen Schaulauf weiß gekleideter Café-del-Mar-Starlets und Yet-Set-Größen, die ihre neuesten Yachten präsentieren. Alle, die Ibiza kennen, wissen hingegen, dass „la isla blanca“ dem gemeinen Touristen alles bietet, was sein wildes Herz begehrt: Party, Sex, Schönheit, Rock’n’Roll, Savoir Vivre, Mode und eine ganz besondere Droge: Freiheit. Wer einmal Urlaub auf der Baleareninsel gemacht hat, weiß, dass sich dort jeder unter derselben Sonne wohlfühlt: Touris, (Alt-)Hippies, Dandys, Lebenskünstler, Schöne, Reiche und Fashionistas begegnen sich im Sommer in den Gassen der Altstadt und grüßen sich herzlich. Anything goes, jeder kann seinen Lifestyle und Spleen zeigen (und sei er noch so albern). Ibiza ist international, feine Unterschiede sind erwünscht! Ein Reisebericht von Simone Niemann, die die Insel so gut kennt wie sich selbst.</p>
<p>Nach einem zweistündigen Flug landen wir auf Ibiza. Es ist 6 Uhr morgens. Bald geht die Sonne auf. Wir beziehen unser Hotelzimmer in Figueretas und spazieren in die Stadt. Herr D. ist vom malerischen Altstadtviertel Dalt Vila, das zum Unesco-Welterbe zählt, begeistert. Später trinken wir Milchkaffee im legendären Café Croissant Show. Frühaufsteher und Nachtschwärmer treffen sich hier, um leckere französische Backwaren zu genießen – ein Treffpunkt für alle, die sehen und gesehen werden wollen.</p>
<p>Am Montag mieten wir uns ein Auto. Herr D. kennt die Insel, die nur 572 Quadratkilometer groß ist, noch nicht, und ich will ihm zeigen, wie viel Spaß es macht, Ibiza zu erobern. Wir fahren in den hügeligen Norden, vorbei an Orangen-, Oliven- und Mandelbäumen. Wir machen Halt im Künstlerdorf Santa Gertrudis und gehen in die Bar Costa. Leckerer Schinken hängt dort unter der Decke, und an der Wand sind „Kunstschinken“ zu sehen: urig und wie aus einer alten Zeit. Wir essen Jamón serrano mit Knoblauchbrot und fahren dann zum Baden zur wunderschönen Cala Boix. Abends sind wir im Bambuddha Grove, einem Gartentempel an der Straße nach Sant Joan mit Bali-Restaurant, Tantra-Bar, Zen-Terrasse, Goa-Chill-Area und Moonlight-Lounge. Riesige Buddha-Statuen sorgen dafür, dass wir uns fühlen wie im fernöstlichen Götterhimmel.</p>
<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/03/Unterwegs-mit-dem-Boot.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-10698" title="Unterwegs mit dem Boot" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/03/Unterwegs-mit-dem-Boot-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Am Dienstag fahren wir zur Cala d’Hort, einer kleinen Bucht im Südwesten. Von da aus blicken wir auf Es Vedrá. Das ist eine kleine vorgelagerte Felseninsel, die 400 Meter aus dem Wasser ragt und für die Hippies, die Ibiza seit Ende der 60er Jahre bevölkern, magische Bedeutung hat. Um Es Vedrá ranken sich viele Legenden. Abends erleben wir dort einen herrlichen Sonnenuntergang und schauen auf das weite Meer. Solche Sonnenuntergänge gibt es nur auf Ibiza. Sie tauchen die Landschaft in ein warmes Licht und lassen die Menschen glauben, das Paradies sei nicht mehr fern und Freiheit möglich (aber genug geschwafelt, wir sind ja längst wieder in Hannover und auf dem Boden der Tatsachen gelandet).</p>
<p>Ibiza-Stadt ist ein Kapitel für sich. Abends gehen wir oft in die Altstadt, um zum Beispiel zur blauen Stunde unter freiem Himmel im Dalt-Vila-Restaurante zu speisen. Die Preise für ein erstklassiges Menü sind erschwinglich (ab 14 Euro), aber der Genuss ist ohnegleichen und unbezahlbar! Später bummeln wir am Hafen entlang und schauen uns in der Oberstadt die Bar Dome an, ein bekannter Treff für Schwule. In der sogenannten Gay-Gasse werden wir zufällig Zeugen der Amnesia-Prozession 2010, einem karnevalesken Umzug mit Transen und Halbnackten in schriller Kostümierung. In diesem Jahr ist die katholische Kirche Zielscheibe der Gays, die sich als Priester verkleidet haben und Weihrauchlaternen schwenken. Ganz vorne schreitet ein Mann, der eine Papstkappe und -robe trägt – und dazu ein SM-Outfit mit Strapsen und High Heels. Die Zuschauer johlen.</p>
<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/03/Bei-Nacht.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-10696" title="Bei Nacht" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2011/03/Bei-Nacht-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Die Nacht schlagen wir uns nicht um die Ohren, nehmen aber noch einen Drink im Teatro Pereyra. Die Atmosphäre in dem alten umgebauten Theater ist fabelhaft und ausgelassener als in jedem Jazz Club. Jeden Abend spielen dort Blues-, Jazz- und Soulbands live. Der Eintritt ist frei. Den Gang in die teuren Großraumdissen (Space, Amnesia, Pacha, Eden, El Divino etc.) ersparen wir uns und lassen auch alternative Klubs (Underground, DC10) links liegen. Viel besser gefallen uns die Tagespartys in der Bora-Bora-Strandbar an der Platja d’En Bossa. Dort wird schon am Nachmittag auf den Tischen getanzt. Ruhiger geht es ganz in der Nähe am stylishen Ushuaia-Beach zu. Einer der coolsten Orte zum Chillen mit ziemlich schönen, skurrilen und interessanten Menschen befindet sich am Salinas-Strand. Da sitzen wir oft in der Sa-Trinxa-Bar und trinken schon am Nachmittag Sangria.</p>
<p>Sonnabend schlendern wir über den Hippiemarkt Las Dalias und trinken Hierbas, spanischen Kräuterlikör, in der kultigen Bar Anita, einem ehemaligen Lokal für Bohemiens. Sonntag fahren wir mit dem Schiff nach Formentera, Ibizas kleiner Nachbarinsel, „la isla azur“. Wir leihen uns einen Motorroller und fühlen uns am Strand wie in der Karibik. Herrlich!</p>
<p>Die No-go-Areas haben wir sanft umschifft: Dazu zählt das Rentnerparadies Santa Eularia im Osten und die Engländerhochburg Sant Antoni im Westen (das dortige Motto „Absolut Wodka“ wollen wir uns nicht zu eigen machen).</p>
<p>Fazit: Auf Ibiza ist alles eine Sache der Vermarktung. Ob Flower Power und Peace oder Party – beides lässt sich gut verkaufen. Oft ist vom „echten“ oder „ursprünglichen Ibiza“ die Rede, so, als ob kommende Modetrends nicht echt seien. Auf Ibiza ist aber alles echt, auch die falschen Wimpern der Gays und ihre Maskerade! Ich will jedenfalls wieder dorthin. Gone with the wind &amp; up and away – genau wie Herr D., der ein I-love-Ibiza-Shirt haben möchte.<br />
<strong><br />
Simone Niemann</strong></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.stadtkind-hannover.de/2010/11/auf-ibiza/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>in kroatien/istrien</title>
		<link>http://www.stadtkind-hannover.de/2010/10/in-kroatienistrien/</link>
		<comments>http://www.stadtkind-hannover.de/2010/10/in-kroatienistrien/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 30 Sep 2010 22:00:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Manuela Sender</dc:creator>
				<category><![CDATA[unterwegs]]></category>
		<category><![CDATA[2010-10]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.stadtkind-hannover.de/?p=8956</guid>
		<description><![CDATA[Rovinj hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Von unseren ursprünglichen Plänen, ganz Istrien zu erkunden, bleibt nicht viel übrig.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Wetter ändert sich hinter den Alpen schlagartig. Die Temperaturen steigen im Auto innerhalb einer halben Stunde auf 30 Grad. In Italien können wir den ersten Urlaubsschweiß aus unseren T-Shirts wringen. Großartig! Gegen 20 Uhr überqueren wir die slowenisch-kroatische Grenze. Wir müssen uns entscheiden, wo wir unsere erste Nacht verbringen wollen. In unserem Reiseführer versuche ich auszumachen, ob Umag oder das kleinere Novigrad das Richtige für uns ist.</p>
<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/10/kroatien2.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-8955" title="Kroatische Idylle" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/10/kroatien2-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a>Wir entscheiden uns für die &#8220;Neue Stadt&#8221;. Dort soll es einen günstigen Campingplatz geben, von dem man zu Fuß die Innenstadt erreichen kann.</p>
<p>Camping Sirena liegt direkt am Meer. Ein ziemlich großer Campingplatz mit wenig Charme, aber sauber und relativ günstig. Wir zahlen 24 Euro pro Nacht, aber nur, weil wir zwei Tage bleiben. Mit nur einer Übernachtung, so finden wir später heraus, zahlt man auf den Plätzen immer ein paar Euro mehr.</p>
<p>Die Stadt kommt uns schon sehr touristisch vor und ist noch nicht ganz das, wonach wir suchen. Wir nutzen den zweiten Tag für ausgiebige Erkundungstouren – auch in der Hoffnung, einen vielleicht etwas kleineren Campingplatz zu finden, der uns besser gefällt. In Tar entdecken wir einen Winzer, bei dem man sich direkt vor Ort Weißwein abfüllen lassen kann. Die Dame des Hauses führt uns in einen Kühlraum mit großen Abfülltanks, an der Decke hängen leckere Schinken. Ein passendes Behältnis ist auch schnell gefunden. Wir bekommen 1,5 Liter Malvezia in einer großen PET-Flasche für etwa 2 Euro. So gut hat mir Wein noch nie geschmeckt!</p>
<p>Am Abend gibt es ein Fest in Novigrad. Eine kroatische Band tritt auf, ein paar junge Kroaten tanzen wild vor der Bühne. Nach dem Konzert sprechen wir sie an, um herauszufinden, wo man noch hingehen könnte. Sofort werden wir mitgeschleppt. Die Studententruppe kommt aus der Hauptstadt und reist ein paar Tage mit dem Auto umher. Sie waren zuvor bei einem Filmfestival in Motovun, eine wunderschöne 600 Einwohner zählende Stadt im Binnenland. Mit den Kroaten trinken wir Schnaps. Widerspruch ist zwecklos, und mal will ja auch nicht unhöflich sein. Rakija ist ein Obstbrand, der mit Honig mild gemacht wird. Riecht wie Spiritus, ist aber mild im Abgang. Als wir uns von der Gruppe verabschieden, verabreden wir, dass wir uns zwei Tage später in Pula, der größten Stadt der Halbinsel, noch einmal treffen.</p>
<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/10/kroatien.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-8954" title="Schön – und noch schöner mit Badeschuhen" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/10/kroatien-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a>Zuvor geht es aber noch nach Rovinj. Eine Empfehlung von Bekannten führt uns auf den terrassenartig angelegten Campingplatz Porton Biondi. Hier fühlen wir uns sofort wohl und hier bleiben wir. Rovinj hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Von unseren ursprünglichen Plänen, ganz Istrien zu erkunden, bleibt nicht viel übrig. Denn Rovinj sieht aus wie ausgedacht. Jede Beschreibung der kleinen Gassen würde nur ins Kitschige abdriften. Wir werden nicht müde, immer aufs Neue den Stadtkern zu erkunden.</p>
<p>Zum Baden unternehmen wir Ausflüge in die weitere Region und finden immer neue, kleine Buchten. Es empfiehlt sich übrigens tatsächlich, diese albernen Neoprenschuhe zu kaufen. Sie sind kein Gag der Tourismusindustrie, sondern wirklich nötig. Zum einen gibt es in Istrien keine Sandstrände, dafür aber Kalkgestein mit reichlich Ecken und Kanten, was nicht unbedingt ein Spaß für die Füße ist. Zum anderen haben sich an Istriens Küsten alle Seeigel dieser Welt verabredet. Wir haben uns trotzdem keine Badeschuhe gekauft, uns jedoch bei jedem Badegang dafür verflucht.</p>
<p>Am letzten Tag vor der Heimreise lassen wir uns noch zu einer Bootsfahrt überreden. Vorbei an den vorgelagerten Inseln, Badestopps mit Klippensprung, frischer Fisch und Wein, alles inklusive für ca. 30 Euro pro Person. Bei strahlend blauem Himmel geht es los. Vielleicht hätten wir wissen müssen, dass eine Schifffahrt kombiniert mit reichlich Alkohol unter Umständen gewisse Abenteuer mit sich bringt. Das Abenteuer kommt prompt am Nachmittag im Gewand eines fürchterlichen Unwetters. Wir sitzen fest, an weiterfahren ist erstmal nicht zu denken. Mit an Bord sind ein Augsburger Pärchen samt Schwiegereltern, außerdem eine schwäbische, eine italienische und eine portugiesische Reisegruppe, allesamt junge Männer, die sich mit ausreichend Schnaps bei Laune halten. Irgendwann geht es dann doch weiter, trotz Unwetter. Die Situation ist nicht sonderlich angenehm, zumal einer der Augsburger derart betrunken ist, dass er sich kaum noch festhalten kann und immer wieder auf anderen Passagieren landet. Alle sind nass und frieren. Zu allem Überfluss geht auch der Schnaps zur Neige. Die jungen Männer sind entsprechend genervt, weil sie jetzt Wein „exen“ müssen. Irgendwann fängt der Veranstalter an, wie wild auf seinem Akkordeon zu spielen. Es hilft. Ein bisschen.</p>
<p>Als wir das Festland erreichen, froh, dass wir noch leben, freuen wir uns dann doch über den Regen – das schlechte Wetter (und vor allem unser undichtes Zelt) machen uns den Abschied etwas leichter. Ade Istrien, ade Rovinj! Istrien ist auf jeden Fall eine Reise wert – nur um betrunkene Augsburger und rein männliche Reisegruppen sollte man einen großen Bogen machen.</p>
<p><strong>Melanie Petersen</strong></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.stadtkind-hannover.de/2010/10/in-kroatienistrien/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>auf peloponnes</title>
		<link>http://www.stadtkind-hannover.de/2010/08/auf-peloponnes/</link>
		<comments>http://www.stadtkind-hannover.de/2010/08/auf-peloponnes/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 01 Aug 2010 11:19:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[unterwegs]]></category>
		<category><![CDATA[2010-08]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.stadtkind-hannover.de/?p=12134</guid>
		<description><![CDATA[Viele haben das Land der Götter in der letzten Zeit eher zum Teufel gewünscht. Von den faulen Griechen war die Rede, von Korruption und Vetternwirtschaft. „Die Griechen“ sind angeblich so ganz anders als „wir Deutschen“. Sind sie auch – aber das ist gut so.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Viele haben das Land der Götter in der letzten Zeit eher zum Teufel gewünscht. Von den faulen Griechen war die Rede, von Korruption und Vetternwirtschaft. „Die Griechen“ sind angeblich so ganz anders als „wir Deutschen“. Sind sie auch – aber das ist gut so. Denn sonst wäre mein Urlaub auf Peloponnes, einer Halbinsel im Süden des griechischen Festlands, sicher nur halb so schön gewesen.</p>
<p>Manches ist tatsächlich grundsätzlich anders als in Deutschland. Das fängt zum Beispiel mit dem Wörtchen „Ja!“ an. Auf Griechisch heißt es „Nai!“ („Nee!“). Und das kann durchaus zu Missverständnissen führen. Warum sagt dieser Kellner einfach nein, wenn ich etwas bestellen möchte und grinst auch noch dabei? Nun ja, ein paar Sprachkenntnisse sollte man sich wohl vor jedem Urlaub aneignen. Ich werde mich in Zukunft daran halten.</p>
<p>Nicht gehalten habe ich mich dagegen an einen Hinweis auf einem kleinen Schild im Bad meines Hotelzimmers. Papier gehört nicht in die Toilette, musste ich dort lesen. Tatsächlich ist es so, dass das Abwassersystem in Griechenland derart veraltet ist, dass man benutztes Toilettenpapier nicht in die Schüssel, sondern in ein Eimerchen daneben wirft, damit es nicht zu einer Verstopfung der Rohre kommt. Ich konnte mich mit diesem Gedanken leider nicht anfreunden. Wenn sich hier in Griechenland jeder daran hält, und ich die einzige Ausnahme bin, so habe ich mir meine Rechtfertigung zurechtgelegt, dann werden die paar Blatt Papier kein großes Unheil anrichten. Falls es also zu Verstopfungen gekommen ist, bekenne ich hiermit: Das war ich. Es tut mir leid.</p>
<p>Grundsätzlich anders als in Deutschland ist in Griechenland natürlich das Wetter. Zumindest war das bisher so. Mittlerweile scheinen wir ja in Deutschland aufzuholen, was die Temperaturen angeht. Aber eine Garantie gibt es bei uns nicht. Die gibt es nur in Griechenland. Sommer, Sonne und Sonnenschein, da kann man sich sicher sein. Enttäuschungen sind selten. Wunderschöne Sandstrände, klares, warmes Meer, tropische Temperaturen und abends ein Glas griechischer Wein. Man kann herrlich entspannt die Tage genießen. An Arbeit wäre für mich bei diesen Temperaturen gar nicht zu denken. Und so finde ich zunächst recht einleuchtend, was in den deutschen Zeitungen steht. „Die Griechen“ lassen es eben einfach ein bisschen ruhiger angehen. Das ist eine Frage der Mentalität. Während es „uns Deutschen“ höchstens im Urlaub gelingt, einfach mal abzuschalten und zu relaxen, liegt den Griechen diese Lebenseinstellung im Blut. Weit gefehlt. Im europäischen Durchschnitt liegen „die Griechen“ mit ihrer Wochenarbeitszeit in vielen Statistiken an der Spitze.</p>
<p>Sie arbeiten, und sie arbeiten recht häufig im Tourismus. Man vergisst leicht, dass Kellner, Busfahrer und Reiseleiter nicht ebenfalls im Urlaub sind. Sie arbeiten, aber sie arbeiten bestimmt nicht so verbissen und lassen sich manchmal einfach ein bisschen mehr Zeit. Warum auch nicht? Unternimmt man beispielsweise eine Busreise, so steht man als pünktlicher Deutscher natürlich mindestens eine Viertelstunde vor der geplanten Abfahrtszeit an der Haltestelle. Und man steht, und steht, und steht. Wenn dann der Bus irgendwann mit beträchtlicher Verspätung eintrifft, wird erstmal noch hier etwas zurechtgerückt und dort etwas geputzt, bevor es gemächlich auf die Reise geht. Gerade mal um die Ecke, folgt dann schon der erste Pausenhalt. „Zehn Minuten“, heißt es. Während man nach exakt zehn Minuten wieder auf den Sitzen Platz nimmt, und der Schweiß im stickigen Bus in Strömen fließt, sind für den Busfahrer und die Reiseleiterin die griechischen zehn Minuten aber noch längst nicht vorbei. Gemütlich rauchend stehen sie draußen und besprechen ganz in Ruhe zu Ende, was gerade zu besprechen ist. So wird aus einer Fahrt, die eigentlich nur zwei Stunden dauern soll, ein größerer Trip von fast doppelter Länge. Und das ist überhaupt nicht schlimm. Denn so bleibt genügend Zeit, sich den Peloponnes mit seiner charakteristischen Gegensätzlichkeit aus kargen Gebirgszügen und schier endlosen Pinienwäldern in aller Ruhe anzuschauen. Insbesondere, weil man auf einem der Ausflüge vergisst, uns bei der Rückfahrt wieder mitzunehmen, und wir uns auf eigene Faust in einer wilden Odyssee quer durch Griechenland zurück zum Hotel durchschlagen müssen. In Venedig kann es wunderschön sein, wenn man sich in den vielen Gassen einfach mal verläuft, in Griechenland kann einem fast nichts Besseres passieren, als vergessen zu werden. So haben wir Gelegenheit, einen Blick auf das Land jenseits der üblichen Reiserouten zu werfen. Griechenland ist wirklich wunderschön, aber auch die Probleme sind offensichtlich. Müllberge am Straßenrand sind eher normal und vielerorts haben Waldbrände (zumeist durch Brandstiftung) die grünen Hügel in gespenstische Landschaften mit den Skeletten etlicher zerstörter Bäume verwandelt. Schatten und Licht liegen hier nah beieinander. Aber die Griechen werden das schon hinkriegen, nicht verbissen, sondern in aller Ruhe. „Sie müssen eben einfach lernen, sich an die Regeln zu halten“, sagt jemand zu mir, als ich in Deutschland von meinem Urlaub erzähle. Und ich muss an das kleine Schild im Bad meines Hotelzimmers denken. Wer im Glashaus sitzt…</p>
<p><strong>Tamy Kahlert</strong></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.stadtkind-hannover.de/2010/08/auf-peloponnes/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>andalusien in zwei tagen</title>
		<link>http://www.stadtkind-hannover.de/2010/06/andalusien-in-zwei-tagen/</link>
		<comments>http://www.stadtkind-hannover.de/2010/06/andalusien-in-zwei-tagen/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 31 May 2010 22:00:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[unterwegs]]></category>
		<category><![CDATA[2010-06]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.stadtkind-hannover.de/?p=8207</guid>
		<description><![CDATA[„Ich glaub', ich bin krank“, kommt es von irgendwoher unter der Bettdecke. Und so war's dann auch.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Spätsommer, kaum Geld und Sehnsucht nach Restsonne – warum nicht eine Woche Andalusien, Mietwagen inklusive? Nach langer nächtlicher Reise kommen wir in Jerez de la Frontera an. Die Sonne scheint bei 25 Grad und ich denke – selbstverständlich nicht ohne Schadenfreude – an die Daheimgebliebenen im schon herbstlichen Hannover, während ich in den Mietwagen einsteige.</p>
<p>Unsere Unterkunft für die nächsten Tage liegt nur 100 Meter vom Atlantik entfernt und ist auch sonst ganz in Ordnung, wenn man von den Reihenhaussiedlungen spanischer Urlauber absieht, die sich im Umkreis von gefühlten 50 Kilometern rings um das Hotel erstrecken. Egal, wir werden die nächs-ten Tage ja ohnehin unterwegs sein und das abendliche Buffet, dessen Einnahme die einzige Aktivität an diesem ersten Tag bleiben wird, lässt wirklich keine Wünsche offen. Als ich am Abend müde im Bett liege, denke ich  voller Vorfreude an die nächsten Tage – vor meinem geistigen Auge sehe ich mich schon, wie ich im lauen Atlantik bade, durch die idyllischen Gassen von Malaga schlendere und vor der Cathedrale von Sevilla weiße graziöse Pferde streichle.</p>
<p>Am nächsten Morgen werde ich geweckt – vom prasselnden Regen, der sich durch das geöffnete Fenster sogar schon seinen Weg ins Zimmer gebahnt hat und nun in Form eines dünnen Rinnsals zwischen meinen am Fußboden liegenden Klamotten hindurchfließt. „Egal“, sagt mein soeben aufgewachter Freund, „dann machen wir uns heute einen entspannten Tag und gehen schön essen, dann sind wir total fit für die nächsten Tage!“</p>
<p>Am zweiten Tag scheint die Sonne zwar auch nicht und es gibt einen Temperatursturz von ungefähr 10 Grad, aber wenigstens regnet es nicht mehr, so dass wir beschließen, uns heute Cádiz anzusehen. Die kleine Stadt ist nur eine halbe Stunde Fahrtzeit entfernt und eignet sich gut zum Einstieg für das „Andalusien-Feeling“.</p>
<p>Wir stellen unser Auto auf dem garantiert schönsten Parkplatz ab, den ich jemals gesehen habe; nur ein schmales Geländer trennt unseren Ford Fiesta von den Wellen des Atlantiks, aus dem die alte Festungsanlage Castillo de San Sebastián emporragt. Direkt neben dem Platz ist ein kleiner exotischer Park. Hier wachsen Palmen zwischen orchideenartigen Gewächsen, die schmalen Wege sind mit verzierten Fliesen belegt, und es gibt sogar kleine Vogelgehege, in denen Papageien und Co auf den Ästen sitzen. Ich fühle mich paradisisch und freue mich, die Altstadt zu sehen, was sich ebenfalls lohnt. Da die Sommersaison zu Ende ist, haben wir die kleinen Gassen fast für uns und lassen uns am Abend in einer der kleinen Bars nieder, um sehr leckere Tapas zu essen. „Was hälst du davon, morgen nach Sevilla zu fahren“, frage ich meinen Begleiter. „Ist gut“, sagt der und hustet leise.</p>
<p>Tags darauf, schon frisch geduscht für die Stadt des Flamencos und Stierkampfes, wecke ich ihn. „Ich glaub&#8217;, ich bin krank“, kommt es von irgendwoher unter der Bettdecke. Und so war&#8217;s dann auch. „Egal“, beruhige ich ihn, „dann bleib heute im Bett, morgen geht’s dir bestimmt schon besser und dann starten wir richtig durch.“ Dem ist nicht so, denn – um an dieser Stelle die üblichen Klischees zu bedienen – wenn Männer krank sind, leiden sie sehr. So ist mein Freund dann auch am vierten Tag davon überzeugt, wenn nicht die Schweinegrippe, so doch wenigstens eine Lungenentzündung zu haben und besteht darauf, einen Arzt aufzusuchen.</p>
<p>So langsam sehe ich nicht mich, sondern meinen Urlaub baden gehen, wie es sich aber für eine gute Freundin gehört, versorge ich ich ihn mit Tee und gu-ten Worten und begleite ihn zur Arztpraxis im nächstgelegenen Provinznest. Danach bin ich um die Erfahrung reicher, dass Restbrocken rudimentärsten Schulspanischs nicht ausreichen, um komplizierte medizinische Sachverhalte darzulegen. Mein Freund bekommt für seine „Lungenentzündung“ ein müdes Lächeln und nicht verschreibungspflichtige Hustenpastillen mit der Wirkkraft von Pulmoll. Mit der Gewissheit, dass es sich nicht um eine lebensbedrohliche Krankheit handelt und zwei weiteren Tagen Bettruhe, geht die Genesung dann aber relativ unproblematisch von statten. Das wird auch Zeit, denn ich kann den noch am ersten Tag für „wunderschön“ befundenen Pinienwald vor unserem Fenster mittlerweile nicht mehr sehen.</p>
<p>Genau ein Tag bleibt übrig, um doch noch etwas spanisches Flair zu genießen. Mit Rücksicht auf seine so tapfer ausgestandenen Leiden lasse ich meinen Freund entscheiden, wie wir den Tag verbringen. „Ich will nach Gibraltar“, so seine Wahl. Jetzt mag es dem einen oder anderen vielleicht komisch erscheinen, die knappe Zeit am südlichsten Zipfel Europas ausgerechnet auf britischem Territorium zu verbringen, ich aber dachte mir: „Nu’ is auch egal!“</p>
<p>Und es ist dann auch tatsächlich noch sehr nett bei den Bobbys, Teeshops und Fish`n-Chips-Läden. Während ich auf dem berühmten Felsen den noch berühmteren Affen beim Futtern zugucke, beschließe ich im nächsten Jahr wiederzukommen: Im Hochsommer, mit ausreichend Medikamenten im Gepäck – und mindestens für vier Wochen. Nur für alle Fälle.</p>
<p><strong>Swantje Friedrich</strong></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.stadtkind-hannover.de/2010/06/andalusien-in-zwei-tagen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>neun tage „carla“</title>
		<link>http://www.stadtkind-hannover.de/2010/05/neun-tage-%e2%80%9ecarla%e2%80%9c/</link>
		<comments>http://www.stadtkind-hannover.de/2010/05/neun-tage-%e2%80%9ecarla%e2%80%9c/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 30 Apr 2010 22:00:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[unterwegs]]></category>
		<category><![CDATA[2010-05]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.stadtkind-hannover.de/?p=7475</guid>
		<description><![CDATA[Wer eine Reise auf einem Frachtschiff bucht, sollte sich im Klaren darüber sein, dass die wohl einzige Gemeinsamkeit mit einer Kreuzfahrt darin besteht, dass man sich auf einem Schiff befindet.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Willkommen an Bord“, begrüßt uns der erste Offizier Amamyan Samvel. „Unsere Crew besteht aus elf Mann“, grinst der Ukrainer, „aber jetzt sind wir dreizehn!“. Zwar haben wir keine Heuer auf der „MV Carla“, müssen auch nicht laschen, Festmachertaue fieren, Decks schrubben oder die Gangway rauf und runter holen. Aber schon nach kurzer Zeit fühlen wir uns irgendwie doch dazu gehörig. Elf Crewmitglieder also und wir zwei Passagiere. Ein kleines Abenteuer kann beginnen.</p>
<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/Carla_72.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-7476" title="Carla" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/Carla_72-300x271.jpg" alt="" width="300" height="271" /></a>Wer eine Reise auf einem Frachtschiff bucht, sollte sich im Klaren darüber sein, dass die wohl einzige Gemeinsamkeit mit einer Kreuzfahrt darin besteht, dass man sich auf einem Schiff befindet. Ansonsten ist hier alles anders. Sehr viel anders. Befinden wir uns doch auf einem Arbeitsschiff, das 700 Container geladen hat und im Verlauf der neuntägigen Schnupperreise durch Nord- und Ostsee sechs Terminals anlaufen wird. Rund 5.000 Containerschiffe befahren aktuell die Weltmeere und transportieren 27 Millionen dieser Boxen Tag und Nacht nonstop hin und her. Nichts manifestiert die Globalisierung der modernen Wirtschaft so augenfällig wie der Container. Mit Seefahrtsromantik hat die genormte Containerwelt wahrlich nichts mehr zu tun.<br />
Aber wer gern auch mal der Faszination Technik erliegt, Seefahrt im 21. Jahrhundert hautnah erleben möchte, sollte solch eine Reise einfach mal ausprobieren.</p>
<p>Kaum an Bord, werden wir über die Sicherheitsbestimmungen informiert, wird uns gezeigt, wo wir uns einzufinden haben, wenn sieben Mal lang und einmal kurz Alarmsignal gegeben wird. „And then we’ll discuss, what to do.“ (he?) Wir müssen unsere Pässe abgeben, man zeigt uns unsere Kammern und die „Offiziersmesse“, in der gegessen wird. Das war’s auch schon. Im Hafen hat die Crew alle Hände voll zu tun, keiner kann sich weiter um uns kümmern. Container werden abgeladen, andere kommen herangeschwebt – beim Aufsetzen am Rand neigt „Carla“ sich dabei etwas in die Seitenlage, um sich anschließend wieder aufzurichten. Die Verladebrücke fährt mit laut warnendem Fiepen vor und zurück, ein Kleintransporter liefert Proviant aller Art, der an Bord gehievt wird. Der Terminal Hamburg-Tollerort ist inzwischen grell erleuchtet, ebenso die gegenüberliegenden Docks von Blohm &amp; Voss: großes Kino, wohl wahr. Um 3 Uhr morgens legt das Schiff endlich ab. Es wird ruhig an Bord. Das ewige Brummen der Dieselmotoren wiegt uns Elbe abwärts in den Schlaf.</p>
<p>„Carla“: deutsch ist nur noch der Name, weil das Schiff vor dreizehn Jahren auf der Hamburger Sietas-Werft gebaut wurde (121 Meter lang, 18 Meter breit). Und sonst? Die Reederei gehört einem Iraner, der Kapitän Buzanov Valeriy und seine Offiziere sind Russen und Ukrainer, die Matrosen samt „Cook“ Carlos stammen von den Philippinen. Ihre Personalvermittlungsagentur wiederum sitzt in Limassol (Zypern). Das Schiff selbst wurde ausgeflaggt nach Antigua-Barbuda, und die Bordsprache ist Englisch. Mehr Internationalität geht kaum. Wir beiden Deutschen werden freundlich aufgenommen, dürfen fast jederzeit auf die Brücke, besuchen den Maschinenraum, werden herumgeführt – bereitwillig wird erklärt, was wir erfragen. Denn wir Passagiere sind willkommene Abwechslung für eine Crew, die außer ihrem Schiff, Meer und Containerterminals monatelang nichts anderes zu sehen bekommt.</p>
<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/Crew_72.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-7477" title="Crew" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/Crew_72-300x280.jpg" alt="" width="300" height="280" /></a>Mit solch einem Mikrokosmos muss man freilich klarkommen. Hier findet alles auf engstem Raum zwischen A-Deck und F-Deck statt, in den Kabinen kann man sich so eben einmal um die eigene Achse drehen, und wenn zu sechst gegessen wird, ist die Messe voll. Weite bietet nur das offene Meer, dafür aber reichlich. Unser Lieblingsort ist das obere Stockwerk des Deck-hauses mit der Brücke und den beiden seitlichen Auslegern, „Nocks“ genannt. Von hier oben kann man langsam das Meer an sich vorbeiziehen lassen und gedankenverloren völlig entschleunigt einfach nur in die Gischt gucken. Ab und an ein anderes Schiff, da hinten die Kreidefelsen von Rügen, schemenhaft die Offshore-Windanlage bei Fehmarn, eine Ölplattform oder Helgoland weit draußen sind zu erkennen.</p>
<p>Wenn wir Land sehen, versuchen wir zu erraten, wo wir wohl gerade sind – ein Blick auf die Seekarte im Kartenraum bestätigt uns (oder auch nicht…). Glück hat, wer tagsüber den Nord-Ostsee-Kanal passiert. Auf diesem maritimen Highway ist nämlich immer ziemlich viel los – rund 40.000 Schiffe jährlich mit über 100 Millionen Tonnen Fracht.</p>
<p>Für das leibliche Wohl sorgt Carlos, seit 15 Jahren als gelernter Schiffskoch auf Frachtschiffen unterwegs. Gut gewürzt, herzhaft, deftig, rustikal – manchmal etwas eigenwillig in der Zusammenstellung. Morgens zwei Spiegeleier, geschmorte Tomaten, Bratwurst mit Ketchup und Senf muss man aber nicht nehmen. Wir haben ja keine Nachtschicht hinter uns. Toast mit Marmelade reicht auch. Mittags dann wieder drei Gänge und abends erneut warme Küche. Carlos schreibt die Menüs auf eine Schultafel, so dass alle sich auf die kulinarischen Abwechslungen freuen können. Verhungern tut hier jedenfalls keiner. Frischer Salat und Obst, für die Philippinos Reis und für die Ukrainer Schmand stehen immer bereit. Heißes Wasser für Tee oder Kaffee gibt es rund um die Uhr, und der Kühlschrank ist gefüllt. Wir fühlen uns hier wie früher in der Wohngemeinschaft (und ein wenig sieht es hier auch so aus…). Ab und an läuft der DVD-Player, so dass wir den „Gladiator“ auf Russisch beim Mittagessen gucken. Wir merken: Die Crew macht hier so weiter wie immer. Wir passen uns ihrem Rhythmus an und fühlen uns bald irgendwie dazugehörig. Wir sind jetzt eben dreizehn!</p>
<p>Genau dies wollten wir als Passagiere ja auch erleben: Seefahrt zum Anfassen. Hier gießt keiner drei Schluck Wasser nach, wenn man zwei getrunken hat. Die Kabine (Kammer) hält man selbst sauber und in Ordnung (die Duschen sind übrigens besser als in manch einem 3-Sterne-Hotel, und von der Klimaanlage gibt’s keine Erkältung!). Zwischen den Mahlzeiten ist Selbstversorgung angesagt. Nur arbeiten müssen wir eben nicht – wir haben Urlaub. Für wenig Geld im Übrigen: eine Woche Fahrt auf so einem Containerschiff in der Einzelkabine ist für rund 750 Euro samt Versicherungen zu bekommen. Inzwischen haben sich einige Unternehmen auf Frachtschiff-Touristik spezialisiert und vermitteln die unterschiedlichsten Passagen (Fahrgebiete, Länge der Reise, Schiffstypen) an maritim Interessierte (z.B. www.zylmann.de). Sogar auf Binnenschiffen kann inzwischen mitgefahren werden. Wegen der Widrigkeiten von Wind und Wetter, Komplikationen an den Terminals und vieles Ungeplante mehr, muss man sich allerdings darauf einstellen, erst etwa 24 Stunden vor Einschiffung Nachricht zu erhalten. Und nicht jede Reise führt auch präzise in die Häfen, die im Prospekt ausgewiesen sind.</p>
<p>Unsere Reise führt ab Hamburg durch den Nord-Ostsee-Kanal sowie über die Ostsee nach Gdynia und Danzig, anschließend zurück und über die Nordsee nach Rotterdam in den größten Hafen der Welt. Für Städtetouris-ten ist solch eine Reise freilich weniger geeignet: entweder die Liegezeiten an den Terminals sind für eine Stippvisite zu kurz, oder die Terminals liegen weit, weit draußen. Die Welt sollte man auf andere Art und Weise kennen lernen wollen. Nur Gdynia schauen wir uns fünf Stunden lang an, ansonsten bleiben wir stets an Bord.</p>
<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/Windstärke_72.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-7478" title="Windstärke 6" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/Windstärke_72-300x272.jpg" alt="" width="300" height="272" /></a>Langweilig wird uns auf der Fahrt trotzdem keine Minute. Auch wenn wir an den Terminals das Schiff aus Sicherheitsgründen nicht verlassen dürfen, können wir von Deck aus die logistische Präzisionsarbeit beim Verladen von Containern an einem modernen Terminal beobachten. Kilometerlange Kajen, Schiffe mit über 10.000 dieser Boxen an Bord, wie von Geisterhand bewegte Selbstfahrlafetten, riesige Verladebrücken, spinnenähnliche Gebilde auf Rädern („Van Carrier“) prägen das Bild dieser modernen Häfen des 21. Jahrhunderts. Und wir sind quasi mittendrin – ein Privileg. Denn Containerterminals sind hermetisch abgeriegelt und können bestenfalls mal bei einer Hafenrundfahrt von Wasser aus eingesehen werden – oder z.B. mit dem „Hafenbus“ in Bremerhaven.</p>
<p>Liegezeit kostet Geld. Kaum ist der letzte Container an Bord gehievt, kommt schon der Hafenlotse und das Schiff legt ab. Auch solch ein Manöver ist nicht uninteressant, zumal wir einmal wegen starken Sturms sogar Schlepperunterstützung brauchen – das Schiff wurde durch den Sturm regelrecht an der Kaje festgedrückt. Lotsen werden versetzt und ausgeholt, um bei Hafen und Revierfahrt dem Kapitän zu assistieren – und dann beginnt wieder für ein, zwei Tage diese unendliche Weite und Ruhe des Meeres.</p>
<p>Zeit und Muße, sich mit den Seeleuten zu unterhalten. Althergebracht ist noch das Hissen und Einholen der Flaggen nach Verlassen bzw. bei Einfahren in die 12-Meilen-Zone. Sonst hat der Alltag auf See wenig mit dem von früher zu tun. Was das Wichtigste für ihn sei, fragen wir den jungen Kadetten vom Schwarzen Meer, der hier seine Ausbildung macht. „Disziplin“ sagt der. Die geht so weit, dass der Schlüssel für den Schrank mit Alkoholika vom Kapitän unter Verschluss gehalten wird. Für unser Bierchen am Abend muss Carlos den Schlüssel erbitten und einen Zettel schreiben. Nun, nach einigen Tagen stand unser Sixpack dann doch im Kühlschrank! Vier Monate bleiben die Offiziere an Bord, 10 Monate die Matrosen. Danach geht es für ein paar Wochen in die Heimat, bis die nächste Heuer jeden einzelnen wer weiß wohin verschlägt. Selten, dass sich Crewmitglieder auf einem anderen Schiff jemals wiedersehen. Soziale Bindungen können so kaum entstehen – weder an Bord, noch daheim. Entwurzelt für 450 Dollar pro Monat? Auch solche Eindrücke nimmt man dann mit von Bord.</p>
<p>Vor Brunsbüttel geht es mit einem Lotsenversetzboot ans Festland. Der Teil der Mannschaft, der nicht gerade in den Kojen liegt, winkt. Ein wenig Wehmut macht sich breit. Machen wir das noch mal? Wie wär’s mit einer Eisfahrt im Winter nach Nordfinnland oder im Frühjahr eine Passage nach Istanbul? Mal sehen.</p>
<p><strong>Bernd Ellerbrock, www.8komma0.de</strong></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.stadtkind-hannover.de/2010/05/neun-tage-%e2%80%9ecarla%e2%80%9c/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>sardinien</title>
		<link>http://www.stadtkind-hannover.de/2010/04/sardinien/</link>
		<comments>http://www.stadtkind-hannover.de/2010/04/sardinien/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 31 Mar 2010 22:00:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[unterwegs]]></category>
		<category><![CDATA[2010-04]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.stadtkind-hannover.de/?p=6838</guid>
		<description><![CDATA[Sardinien erscheint wie ein Ort, an dem verschiedene Kulturen auf unterschiedliche Weise ihre Spuren zurück ließen und so bis heute in den Alltag der Menschen hineinreichen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/04/46-65_Stadtkind_April_101_72.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-6840" title="Hach..." src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/04/46-65_Stadtkind_April_101_72-300x299.jpg" alt="" width="300" height="299" /></a>Sardinien, die italienische Insel im Mittelmeer, fasziniert vor allem durch ihre Vielseitigkeit: Meer, Strände, beeindruckende Landschaft, historische Städte und Überreste aus längst vergangenen Zeiten treffen an diesem Ort aufeinander. Seit meiner Kindheit besuche ich hier, genauer gesagt in Al-ghero, einer Hafenstadt an der Westküste, fast jeden Sommer meine Familie mütterlicherseits. Es ist schwierig, die Eindrücke, die ich dort im Laufe der Jahre gewonnen habe, in der Art eines klassischen Reiseberichts festzuhalten. Denn mittlerweile ist es einfach eher ein ganz besonderes (Lebens-)Gefühl und etwas sehr Vertrautes, das mich mit der Insel und der dortigen Lebensweise verbindet. In Alghero, wo meine Familie lebt, lässt sich bereits ein Teil der Vielfalt Sardiniens wiederfinden.</p>
<p>Nur einige Minuten vom Meer entfernt wohnend, haben wir einen der schönen Sandstrände, für die Sardinien so bekannt ist, gleich in unserer Nähe. Beliebt sind seine Küsten mit einsamen Buchten, hellen Stränden und klarem, türkisblauem Wasser. Doch auch jenseits des Meeres lassen sich auf der Insel viele unverwechselbare Orte und Plätze entdecken, die oftmals zeitlos und unberührt von der Gegenwart wirken. So scheinen Altstädte wie die Algheros regelrecht Geschichten aus vergangenen Zeiten zu beherbergen. Eine ganz besondere Stimmung, auf die man stößt, wenn man durch enge Kopfsteinpflastergassen spaziert – vorbei an unzähligen Kirchen, Plätzen und alten mehrstöckigen Häusern mit bröckelnder Fassade und unendlichem Charme. Sardinien erscheint wie ein Ort, an dem verschiedene Kulturen auf unterschiedliche Weise ihre Spuren zurück ließen und so bis heute in den Alltag der Menschen hineinreichen.</p>
<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/04/46-65_Stadtkind_April_10_725.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-6839" title="... wie schöön" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/04/46-65_Stadtkind_April_10_725-299x300.jpg" alt="" width="299" height="300" /></a>Die Vielseitigkeit der Insel wird auch an der beeindruckenden Landschaft sichtbar: sie reicht von Flachland über Berge bis hin zu rauen Felsenküsten. Charakteristisch für die Landschaft sind auch die Nuraghe, aus Steinblöcken errichtete Turmbauten, die man auf einer Durchreise überall auf der Insel finden kann. Diese vorgeschichtlichen Festungsbauten stellen wie so vieles auf der Sardinien historische Überbleibsel dar. Auch die Landwirtschaft, ein wichtiger Sektor auf der Insel, ist mit Viehzucht, Wein- und Olivenanbau prägend für das Bild, das ein Reisender erhält. Sardinien besitzt seine ganz eigene Kultur mit der sardischen Sprache, volkstümlichen Bräuchen, Tänzen, Trachten und Speisen wie Käse und Rotwein, leckere hausgemachte Teigwaren (z.B. mit Ricotta gefüllte Ravioli) und Brotspezialitäten wie das pane carasau.<br />
Neben zahlreichen Traditionen steht auch die Folklore der Insel im Vordergrund, die sich beispielsweise in sagenhaften Mythen und Legenden niederschlägt. Traditionelles findet sich oft auch im Zusammenleben der Familie wieder. So ist es hier nicht untypisch, wenn von der Großmutter bis zur jüngsten Enkelin tatsächlich alle nah beieinander, wenn nicht sogar unter einem Dach leben. Für mich ist die Insel ein wirklicher Ruheort, ein Platz zum Träumen, zu dem ich immer wieder zurückkehren kann. Es ist ein Eintauchen in eine ganz andere Welt, in ein ganz anderes Stück Kultur und Lebensweise. Es ist eben genau diese „unvergängliche Vergangenheit“, die allgegenwärtig erscheint und diese besonderen Eindrücke von der Insel hervorruft. Und es ist eben auch ein Teil meiner Vergangenheit, meiner eigenen Wurzeln, meiner Familie – und damit wiederum auch mit deren Erinnerungen und Geschichten verbunden.<br />
<strong><br />
Maria Gruber, Fotos: Emanuela Gruber</strong></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.stadtkind-hannover.de/2010/04/sardinien/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>teneriffa</title>
		<link>http://www.stadtkind-hannover.de/2010/02/teneriffa/</link>
		<comments>http://www.stadtkind-hannover.de/2010/02/teneriffa/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 31 Jan 2010 22:00:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[unterwegs]]></category>
		<category><![CDATA[2010-02]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.stadtkind-hannover.de/?p=7792</guid>
		<description><![CDATA[Mit Freundin, Badehose und viel Hoffnung auf Sonne wird des Flugzeug bestiegen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mehrfach versuchte die englische Krone im 17. und 18. Jahrhundert die strategisch wichtige Insel Teneriffa den Spaniern mit Gewalt zu entreißen. Auch gegenwärtig ist die größte der Kanarischen Inseln Schauplatz erbitterter Auseinandersetzungen. Ziel der Begierde heute: Die Liegen an den Pools der unzähligen Hotels. Denn das ganzjährig milde Klima macht die Vulkaninsel zu einem beliebten Urlaubsziel für all jene, die den ungemütlichen Jahreszeiten entfliehen möchten.</p>
<p>So kann auch ich nicht der süßen Verlockung widerstehen, das herbstliche Hannover für eine Woche gegen die sonnigen Vorzüge der Urlaubsinsel einzutauschen. Mit Freundin, Badehose und viel Hoffnung auf Sonne wird des Flugzeug bestiegen.</p>
<p>Tatsächlich offenbart sich die Kraft der Sonne bereits auf der Fahrt mit dem Mietwagen durch den Süden der Insel, dem gebuchten Appartementhotel der Mittelklassekategorie entgegen.</p>
<p>Bevor Mitte der 1960er Jahre der große Tourismusboom begann, war hier nichts weiter als Wüste sowie ein fast menschenleerer und unfruchtbarer Küstenabschnitt. Viel zu viele Bausünden später beherbergt man an dieser Stelle nicht nur uns, sondern auch den Großteil der anderen Inselurlauber. Playa de las Americas gilt als das dichteste touristische Ballungszentrum Teneriffas und weiß mit seinen zahllosen Hotels, Restaurants, Bars, Shoppingmalls und Freizeitparks eine Unmenge britischer und deutscher Touristen anzuziehen.</p>
<p>Schnell ist klar: Wollen wir etwas von der Insel sehen, das nicht aus der Retorte stammt, so gilt es urlaubstagtäglich schleunigst den Ort der Spaß-Gigantomanie hinter sich zu lassen.</p>
<p>Einer der ersten Tagesausflüge führt uns in das Hinterland der Insel. Majestätisch thront hier der Vulkan Pico del Teide. Mit seinen 3718 Metern ist er Spaniens höchster Berg und kann mit einer Sondergenehmigung der Nationalparkverwaltung bis zum Gipfel bestiegen werden. Den unsportlicheren Zeitgenosse bleibt die bequeme Variante per Seilbahn auf eine immer noch imposante Höhe von 3500 Metern. Für uns Hannoveraner, die bereits die kleine Erhebung in Linden zum „Berg“ ernennen, gibt es jedoch schon genügend Eindrücke schwindelerregender Höhe, denn der Pico del Teide liegt inmitten einer riesigen Caldera. Allein die Autofahrt auf 2000 Meter Höhe, hinein in den vulkanischen Einsturzkessel, lässt etliche faszinierende Blicke in die Tiefe und auf das Umland zu. Zumindest solange, bis wir die Wolkendecke hinter uns gelassen haben. In der Caldera angelangt, werde ich das Gefühl nicht los, in einer zu groß geratenen Kulisse eines Science-Fiction-Movies gelandet zu sein. So weit das Auge reicht, erstreckt sich eine furchterregende Wüste schwarzen Lavagesteins. Bei der anschließenden Abfahrt erleben wir die Vielzahl unterschiedlicher Mikroklimata, teilweise sogar innerhalb nur weniger Kilometer, bedingt durch die enorme Landschaftsvielfalt Teneriffas. Und dann müssen wir sogar die Tauglichkeit unseres Scheibenwischers testen. Regen! Es gibt ihn also doch auf Teneriffa.</p>
<p>Natürlich fliegt man nicht mehr als 3000 Kilometer in die Ferne, um nur in bergigen Landschaften unterwegs zu sein. Schließlich ist dies eine Insel inmitten des Atlantiks und nicht Österreich. Insofern ist natürlich Sonne tanken am Strand Pflicht! Und Strände gibt es auf Teneriffa wie&#8230;, nun ja, wie Sand am Meer.</p>
<p>Unter den geschätzten 100 Stränden ist für jeden Geschmack ein passender dabei. Der Playa del Médano beispielsweise lockt mit einer stets flotten Brise scharenweise Windsurfer und Freunde des Kitesports an. Ein ungewohnter Anblick, aber nicht weniger schön, sind auch die schwarzsandigen Strände Teneriffas. Richtiger Karibikflair könnte aufkommen, besucht man den weitläufigen Palmenstrand Playa de las Teresitas. Theoretisch. Wenn sich jedoch, wie bei uns, der feine, importierte Saharasand an einem windigen Tag in kleine herumwirbelnde Nadeln verwandelt, dann ist dies nicht nur Pech, sondern ebenso ein Grund, den Strandtag vorzeitig abzubrechen. Da wir nun eh schon im Nord-Osten der Insel sind, bietet sich ein Abstecher in die Inselhauptstadt Santa Cruz de Tenerife an. Santa Cruz wird zwar nicht die ganz große touristische Bedeutung beigemessen, aber dennoch oder gerade deshalb erweist sich die moderne Einkaufsstadt als ein gelungenes Ausflugsziel. In der lebensfrohen Calle Castillo mit ihren Boutiquen und Cafés, in grünen Parks und auf den bunten Plätzen schnuppern wir kanarisches Lebensgefühl und bestaunen einige schmucke Kolonialstilvillen.</p>
<p>Und staunend geht es weiter im Westen der Insel. Die Acantilados de los Gigantes, die schwarzen „Klippen der Riesen“, fallen bis zu 450 Meter senkrecht in den Atlantik hinab und sind die zweithöchste Steilküste Europas. Den besten Blick auf diese imposante Felswand soll man vom Boot aus haben, doch auch die Bistros im nahe gelegenen Hafenstädtchen wissen mit dem Panorama zu ködern.</p>
<p>Auf der kleinen Terrasse eines österreichischen Schnitzellokals können wir deutschen Urlauber bei einem leckeren, von einem holländischen Kellner servierten, italienischen Heißgetränk unsere Augen über die spanische Vulkanfelsen wandern lassen.</p>
<p>Da eine Insel mit leerem Magen schwer zu erkunden ist, überkommt uns stets die unnötige Panik, beim großen Schlemmen am Hotelbuffet leer auszugehen. Wenngleich hier einige wenige einheimischen Gerichte angeboten werden, verrät das Gros der gereichten Speisen die bevorzugten Essgewohnheiten und die Herkunft der meisten Hotelgäste. Es sei denn bei „beans &amp; bacon“ handelt es sich um ein typisch spanisches Frühstück. Um den Urlaub auf Teneriffa auch zu einem kulinarischen Erlebnis zu machen, sollte man besser die Hotelanlagen und die umliegenden Promenaden verlassen und auf die Empfehlungen der Reiseratgeber hören.</p>
<p>Unser letzter Tagesausflug führt uns nochmals in luftige Höhe. Das bis zu einer Höhe von 1200 Meter ansteigende Tenogebirge ist vor allem wanderbegeisterten Inselurlaubern ein Begriff. Wild zerklüftete Bergmassive, fruchtbare Schluchten und duftende Wälder zieren die Strecken entlang der Bergrücken. Aber auch die Durchquerung mit dem Auto kann abenteuerliche Züge annehmen. Bei den engen, steilen Serpentinensträßchen inklusive Steinschlaggefahr und Gegenverkehr kommt der PKW ebenso wie das Nervenkostüm des Fahrers an seine Grenzen. Ein grandioses Panorama und Aussicht bis in den Inselsüden sowie zu den Nachbarinseln La Gomera und La Palma entschädigen jedoch für die Mühe.</p>
<p>Letztlich erweist sich Teneriffa als eine Urlaubsinsel, die für jeden Geschmack das passende Angebot bereit hält. Für Aktivurlauber geben der Wassersport und die attraktiven Wander- und Radstrecken die Möglichkeit, sich gehörig auszutoben. Naturliebhaber wird die breit gefächerte Landschaftsvielfalt verzücken. Auch kulturell gibt es einiges zu erleben. Freunden des Fußballs ist es beispielsweise mit etwas Glück vergönnt, die Größen der spanischen Liga beim Heimspiel des CD Teneriffa zu sehen. Etwas weniger laute Töne werden im Konzerthaus Auditorio de Tenerife von Santa Cruz angeschlagen. Es beeindruckt durch sein avantgardistisches Design und ein vielseitiges Angebot verschiedener musikalischer und tänzerischer Vorstellungen. In den zahlreichen Diskotheken, Pubs und Karaokebars der touristischen Zentren können Urlauber selbst das Tanzbein schwingen und die Nacht zum Tage machen. Wer es etwas ruhiger mag: Milde Nachttemperaturen, ein menschenleerer Strand und eine Flasche Wein sind für Romantiker die Zutaten eines perfekten Abends. Natürlich kann man auch auf Teneriffa einfach nur die Beine hochlegen, einen Cocktail genießen und dabei aufs hellblaue Wasser des Pools blicken. Immer vorausgesetzt, man hat den Handtuchkrieg um eine Liege für sich entschieden!</p>
<p><strong>Text und Fotos: Sven Appel</strong></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.stadtkind-hannover.de/2010/02/teneriffa/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>lissabon – stadt der sieben hügel</title>
		<link>http://www.stadtkind-hannover.de/2009/10/lissabon-%e2%80%93-stadt-der-sieben-hugel/</link>
		<comments>http://www.stadtkind-hannover.de/2009/10/lissabon-%e2%80%93-stadt-der-sieben-hugel/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 30 Sep 2009 22:00:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[unterwegs]]></category>
		<category><![CDATA[2009-10]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.stadtkind-hannover.de/?p=5668</guid>
		<description><![CDATA[Eine Woche lang machen Anja und ich Urlaub in der Metropole mit den gekachelten Häuserfassaden. Die Hafenstadt wurde nicht nur von Typhus, Cholera und einer konservativen Diktatur heimgesucht, sondern auch von einem verheerenden Erdbeben im Jahr 1755.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2009/11/NETZ_12.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-5669" title="Die legendäre Eléctrico E28" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2009/11/NETZ_12-300x170.jpg" alt="Die legendäre Eléctrico E28" width="240" height="136" /></a>„Lissabon ist echt abgerockt“, sage ich zu allen, nachdem wir die Stadt am Tejo verlassen haben und wieder in Hannover gelandet sind. „Das ist ein Melting Pot mit vielen Schwarzen, Arabern, Indern und den netten Portugiesen, die eher zurückhaltend sind. ‚Saudade’ wird die wilde, ungestüme und lebenshungrige Melancholie der Einheimischen genannt – ein Lebensgefühl, das im Fado seinen musikalischen Ausdruck findet und das ich nach dieser Reise sehr gut verstehen kann.“</p>
<p>Eine Woche lang machen Anja und ich Urlaub in der Metropole mit den gekachelten Häuserfassaden. Die Hafenstadt wurde nicht nur von Typhus, Cholera und einer konservativen Diktatur heimgesucht, sondern auch von einem verheerenden Erdbeben im Jahr 1755. Wir verlieben uns in den morbiden Charme von Lissabon. Die City scheint zu Staub zu zerfallen. Während wir durch enge Gassen wandern, denke ich an Thomas Manns „Tod in Venedig“. Viele Häuser sollen verkauft werden: „Vende“ steht in großen Lettern an den Eingangstüren. Oft werden leer stehende Gebäude von Stützpfeilern getragen. Nicht nur die Häuser, auch viele Menschen sind alt und gebrechlich. Die Armut ist allgegenwärtig. Und immer wieder stehen Leute einfach nur am Fenster und schauen untätig auf die Straße hinab. Anja fotografiert wie wild. Schon am ersten Tag ist sie süchtig danach, alle Eindrücke (die Poesie des Augenblicks) einzufangen, so wie die Protagonisten in den Wenders-Filmen „Lisbon Story“ und „Palermo Shooting“. Ich habe meine Kamera zum Glück zu Hause gelassen. <a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2009/11/NETZ_22.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-5670" title="Lissabons Strandpromenade" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2009/11/NETZ_22-300x165.jpg" alt="Lissabons Strandpromenade" width="199" height="121" /></a></p>
<p>Nach und nach erkunden wir die Bezirke der Stadt: Alfama, Baixa, Chiado und Bairro Alto bis hin zu Belém. Mit dem Bus fahren wir zum Expo-Gelände, das genauso tot und monumental wirkt wie das in Hannover. Das maurische Alfamaviertel, das das Erbbeben fast unbeschadet überstanden hat, ist der älteste Bezirk und wunderschön. In der Innenstadt ist der Fahrstuhl Elevador de Santa Justa, der 1902 erbaut wurde, ein Publikumsmagnet. Uns gefällt aber die legendäre Eléctrico E 28, die elektrische Trambahn, viel besser. Sie rumpelt schon seit über 100 Jahren durch Lissabon.</p>
<p><em>Mittwoch:</em><br />
Nach einem Flug ohne Turbulenzen bringt der Taxi-Fahrer uns nachmittags in unser Hotel, das Pensão Residencial Princesa (3 Sterne). Das Zimmer ist für zwei Personen viel zu eng, die Toilette leckt, der Wasserhahn spritzt in die falsche Richtung und die Jalousie ist kaputt. Nach einem Spaziergang gelangen wir in der Abenddämmerung unverhofft auf eine Aussichtsplattform, von der aus wir das ganze Gesicht der Stadt erblicken. Wir sind überwältigt. Später begegnen wir auf der Avenida de Liberdade dem Angolaner Gabriel, der aussieht wie ein Geschäftsmann. Wir sollten hier nicht einfach so in der Dunkelheit rumlaufen, sagt er zu uns. Das sei gefährlich. Zurück im Hotel können wir nicht einschlafen: Gleich gegenüber befindet sich eine Militärakademie. Nachts landet lautstark ein Hubschrauber auf dem Gelände.</p>
<p><em><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2009/11/NETZ_31.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-5671" title="Edel-Disco am Hafen" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2009/11/NETZ_31-300x165.jpg" alt="Edel-Disco am Hafen" width="300" height="165" /></a>Donnerstag:</em><br />
Wir beschweren uns an der Rezeption. Wir wollen ein anderes Zimmer und bekommen schließlich ein Appartement im fünften Stock zugeteilt – eine „Suite“ im Gegensatz zu der Sardinendose, in der wir die Nacht verbracht haben. Wir verfügen nun über zwei Zimmer mit großem Bad. Alles funktioniert. Einziger Nachteil: Es gibt keine Klimaanlage. Mittags machen wir uns auf den Weg in die Stadt. Wir beschließen, ins kühle Museu de Calouste Gulbenkian zu gehen, dem größten und – laut Reiseführer – schönsten Museum von Lissabon mit orientalischem Kunsthandwerk und Bildern alter Meister. Auf dem Weg dorthin klaut Anja im verwilderten Garten eines baufälligen Hauses eine Fliese. Ich warte lieber vorm Eingang auf sie, schließlich will ich nicht in einem portugiesischen Gefängnis landen. Das Gulbenkian-Museum ist zwar alles andere als schön und sieht von außen aus wie der hässliche Baukasten eines Diktators, aber die Werke, die wir drinnen zu Gesicht bekommen, haben es in sich. Anja steht auf Rembrandt, ich eher auf Rubens. Die ägyptische Kunst imponiert uns beiden gleichermaßen. Nachmittags erkunden wir die Stadt per Sightseeing-Doppeldeckerbus. Lissabon hat eine Hängebrücke, die wie die Golden Gate aussieht. Davor steht eine riesige Jesusstatue mit ausgebreiteten Armen. Beeindruckend. Nach dem Abendessen gehen wir ins Bairro Alto, ins Vergnügungsviertel. Überall ist Musik und überall sind Menschen aus aller Herren Länder. Wir lernen Mauro und seine Kollegen aus Porto kennen. Mauro kennt die deutsche Kultur ziemlich gut. Er liebt Leni Riefenstahl, Karlheinz Stockhausen, Rainer Werner Fassbinder, Can und den Krautrock. Spät in der Nacht fahren wir zusammen ins Lux. Das ist eine Edel-Disco am Hafen, die dem Schauspieler John Malkovich gehört. Wir trinken Wodka und schauen von der Terrasse aus auf den Tejo und die Industrieanlagen an den Docks. Was für ein Ausblick!</p>
<p><em>Freitag:</em><br />
Als wir erwachen, sind die Eindrücke der letzten Nacht noch präsent. Das Bairro Alto ist ein mythischer Ort. Dorthin müssen wir zurück. Aber jetzt fahren wir mit der E 28 bei über 38 Grad Celsius ins Alfamaviertel. Später sitzen wir in einem billigen Grill. Anja bestellt Sardinen, das Nationalgericht der Portugiesen, und fotografiert heimlich einen jungen Mann mit Bierbauch, der schon am Nachmittag „Sagres“ trinkt. Als Anja ihn anspricht, grinst er und zeigt seine schlechten Zähne. Ich esse Oliven mit Weißbrot – einfach und gut. Abends kaufe ich mir im Supermarkt eine große Flasche Wasser für 18 Cent.</p>
<p><em>Samstag:</em><br />
Wir fahren mit Bahn und Taxi zum 30 Kilometer entfernten Surfer-Beach in der Nähe von Cascais und sind beeindruckt: von den Surfern und vom Atlantik. Vom starken Wind und von den Wellen, die uns mitreißen. Irre! Das Mittelmeer ist eine Pisskloake dagegen. Hier tobt eine Urgewalt. Wir werden unvorsichtig. Ich mache einen Strandspaziergang, und Anja sonnt sich. Abends haben wir uns beide verbrannt. Sie am Arsch. Ich am Rücken.</p>
<p><em>Sonntag:</em><br />
Wir wandern verschlafen in die Stadt, die am Sonntag ausgestorben und noch morbider als sonst wirkt. Die Sonne heizt den Asphalt auf, während wir in verstaubten Antiquariaten stöbern. Wir trinken Latte im Café A Brasileira, dem Kultcafé, in dem der portugiesische Autor Fernando Pessoa zu Lebzeiten immer gesessen hat. Ich will mir eine BILD kaufen, aber in Lissabon gibt es keine deutschen Zeitungen. Erst am Abend werden wir heiter. Die Nacht ist hier am schönsten, weil sie die Poesie der vergangenen Zeiten weckt.</p>
<p><em>Montag:</em><br />
Wir fahren nach Belém und schauen uns im Kulturzentrum um. Das Centro Cultural beherbergt das Museu Colecção Berardo für zeitgenössische Kunst. Wir sehen uns Fotografien von Cristóbal Hara und Mabel Palacín an, die uns sehr gut gefallen. Ich bin von der Pancho-Guedes-Dauerausstellung begeistert. Anja hingegen findet die Rembrandt-Werke in der Kunstaufbewahrungsanstalt Gulbenkian besser. Wir fotografieren uns gegenseitig und stellen uns neben moderne Klassiker wie Yves Klein und Cindy Sherman.</p>
<p><em>Dienstag:</em><br />
Ich fahre allein nach Estoril, einem Badeort, esse eine Fischsuppe und lege mich an den Strand. Anja kommt später nach. Alles ist easy. Wir nehmen schon Abschied. Abends blicken wir über die sieben Hügel der weißen Stadt. Das Licht in Lissabon ist einmalig. Wenn die Sonne untergeht, die Schatten länger werden und der Blick auf die Weite des Tejo fällt, erfasst dich die Melancholie: Saudade. So müssen sich schon die ersten Seefahrer gefühlt haben, die hier – am Ende der Welt – von der Ferne träumten.</p>
<p><strong>Text: Simone Niemann, Fotos: Anja Gassmann</strong></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.stadtkind-hannover.de/2009/10/lissabon-%e2%80%93-stadt-der-sieben-hugel/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>föhr – die bodenständige perle der nordsee</title>
		<link>http://www.stadtkind-hannover.de/2009/09/fohr-%e2%80%93-die-bodenstandige-perle-der-nordsee/</link>
		<comments>http://www.stadtkind-hannover.de/2009/09/fohr-%e2%80%93-die-bodenstandige-perle-der-nordsee/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 31 Aug 2009 22:00:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[unterwegs]]></category>
		<category><![CDATA[2009-09]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.stadtkind-hannover.de/?p=5408</guid>
		<description><![CDATA[Vor ein paar Stunden noch im grauen Hannover, lasse ich mir jetzt schon die salzige Seeluft ins Gesicht wehen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="margin-bottom: 0cm;"><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2009/10/Föhr1_500px.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-5405" title="Föhr" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2009/10/Föhr1_500px-300x198.jpg" alt="Föhr" width="300" height="198" /></a>„Was für ein herrlicher Tag“, denke ich mir, als wir die Fähre nach Föhr betreten. Vor ein paar Stunden noch im grauen Hannover, lasse ich mir jetzt schon die salzige Seeluft ins Gesicht wehen. Die Sonne scheint vom blauen Himmel, und nur ein paar Wolken trüben die Sicht – aber die wird der frische Wind schon noch ans Festland pusten. An Deck erhole ich mich von der langen Anreise. Schon um 4 Uhr an diesem Morgen bin ich aufgestanden, eine unmenschliche Zeit, zu der ich mich eigentlich niemals aus dem Bett quälen würde, wäre da nicht die Verlockung dieser urgemütlichen Nordseeinsel gewesen. Die anderen Passagiere tragen alle Regenjacken im Partnerlook und seltsame Cappis, ich begnüge mich lässig mit einem kuscheligen Pullover. Und bereue diese Entscheidung nur wenige Minuten später, während ich mich durchgefroren in das Bord-Café begebe. Man sollte auf jedes Wetter vorbereitet sein. Daher ist von nun an meine Devise: Zwiebel-Look! Die Sonne lässt das Meer glitzern, und am Horizont kann ich bereits mein Ziel für den heutigen Tag erkennen! Die Fahrt vergeht von nun an wie im Flug. Und dann gibt es noch ein paar Seehunde auf einer Sandbank als kleines Extra obendrauf.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2009/10/Föhr2_500px.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-5406" title="Zufriedene Kühe " src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2009/10/Föhr2_500px-300x197.jpg" alt="Zufriedene Kühe " width="300" height="197" /></a>Endlich wieder festen Boden unter den Füßen, geht es zunächst zur Ferienwohnung in Alkersum, ein winziger Ort mit einem Bäcker und mehr Pferden als Menschen. Herzlich werden wir dort empfangen. Die Wohnung ist klein, aber gemütlich, und bietet für wenig Geld alles, was man braucht. Da es aber viel zu viel zu sehen gibt, steuern wir nach einer kurzen Verschnaufpause gleich „Ingo&#8217;s Fahrradverleih“ in Wyk an, der kleinen Hauptstadt dieser Insel. Föhr lässt sich nur auf zwei Rädern standesgemäß erkunden. Und schon geht es auf zum Strand im 5 km entfernten Nieblum. Ohne Zweifel der schönste Strand der Insel: weißer, feiner Sand soweit das Auge reicht, mit bunten Strandkörben übersät. Vor uns das klare, blaue Meer, hinter uns die grünen Dünen. Wir breiten unsere Handtücher aus und legen uns erstmal zum „Brutzeln“ in die Sonne. Als uns einige Stunden später der Hunger weckt, ist Rettung nur ein paar Schritte entfernt. Im Strand-Imbiss gibt es knusprige Pommes, saftige Burger und knackige Salate, aber leider nichts typisch Nordfriesisches. Daher geht es abends, nach einer wilden Partie Beachvolleyball, ins Zentrum. Wyk ist eine niedliche Hafenstadt, die auf den ersten Blick einen sehr ursprünglichen Eindruck macht, sich beim zweiten Hinschauen aber leider auch als sehr touristisch herausstellt: Überall werden Eimer, Schaufeln, T-Shirts und Aufkleber mit Föhr- Aufdruck verkauft. Wir suchen und finden ein gemütliches Fischrestaurant mit dem vielversprechenden Namen „Klatt&#8217;s Gute Stuben“, in dem wir fangfrische Gerichte serviert bekommen. Man schmeckt sogar noch das Meerwasser – lecker! Trotz der reichhaltigen Mahlzeit wollen wir uns eine Sache dann doch nicht entgehen lassen: das berühmte Softeis Föhrs! Mit je einer riesigen Eiswaffel schlendern wir die in rosa Abendlicht getauchte Strandpromenade entlang. In der Ferne sehen wir die Halligen – winzige Inseln, von kaum mehr als einer Handvoll Menschen bewohnt. Unser Rückweg führt uns durch kleine Gassen, gesäumt von Reet-gedeckten Friesenhäusern.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2009/10/Föhr3_500px.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-5407" title="Möwe" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2009/10/Föhr3_500px-300x276.jpg" alt="Möwe" width="300" height="276" /></a>Natürlich muss da ein Foto geschossen werden. Als ich mich allerdings vor solch einem Haus in Pose werfe, komme ich mir vor wie ein Riese unter Liliputanern. Waren die Menschen früher wirklich so klein? Tags darauf verfinstern sich zeitgleich der Himmel und mein Gesicht. Es regnet in Strömen. Gezwungenermaßen fahren wir daher nicht an den Strand und nehmen stattdessen an einer Friedhofsführung teil. Unser Führer ist ein pensionierter Lehrer, der ehrenamtlich Interessierte über einen der ältesten Friedhöfe der Insel begleitet: Friedhof Süderende. Mit kleinen Anekdoten lockert er das sonst eher trockene Thema spielend auf und ich lerne sogar einiges: Abgeknickte Blumen auf  Grabsteinen stehen zum Beispiel für verstorbene Familienmitglieder. Und entgegen des Klischees werden weibliche Mitglieder als blaue Blüten und männliche als rote Blüten dargestellt. Dann folgt der nächste tropische Regenschauer. Gott sei Dank stehen noch weitere überdachte Ziele auf unserer Liste. Es geht zum Friesenmuseum in Wyk. Bereits der Eingang des Museums aus Blauwalkieferknochen beeindruckt, und auch im Inneren gibt es einiges zu entdecken: Von der Walfang- und Seefahrtsausstellung bis hin zur volkskundlichen Ausstellung mit traditioneller Trachtenkleidung und Silberschmuck wird ausführlich die Geschichte Föhrs präsentiert. Natürlich gibt es auch hier wieder einen Souvenir-Shop, aber die Insel lebt nun einmal vom Tourismus. Später führt uns unsere Entdeckungstour in Schwindel erregende Höhen. Ich bin nervös, als wir uns dem kleinen Flugplatz nähern. Mit zitternden Beinen betrete ich das auf mich nicht unbedingt sicher wirkende Propeller-Flugzeug. Schon bei dem Gedanken, mit dieser Kiste gleich vom Erdboden abzuheben, dreht sich mir der Magen um. Doch ich bekämpfe meine Höhenangst, und bin später froh darüber, denn ansonsten hätte ich einen unglaublichen Blick über das Wattenmeer verpasst: ein unwirkliches Farbspiel aus in Wasserflächen reflektierten Sonnenstrahlen und braun glänzendem Schlick präsentiert sich unter uns. Als ich wieder unbeweglichen Boden unter den Füßen spüre, bin ich erleichtert. Mein Puls nimmt langsam Normalwerte an. Aber eigentlich war es doch viel zu schnell vorbei – 20 Minuten sind nicht lang. Zur Entspannung nach diesem kleinen Abenteuer geht es noch ins AQUA Föhr, ein Wellness- und Spaßbad. Ich stürze mich in die künstlichen Wellen des Schwimmbeckens und lasse mich durch das Wasser wirbeln – und das ganz ohne störende Algen und fiese Krebse mit großen Scheren. Allerdings sollte man dringend einen Bikini tragen, der auch hält, was er verspricht. Nämlich bestimmte Körperteile auch bei starkem Wellengang zuverlässig zu bedecken. Leider tat das meiner nicht. Mit einem tief roten Gesicht verlasse ich das Becken, um bei einem Thalasso-Bad meinen peinlichen Auftritt zu vergessen und in absolute Tiefen- Entspannung zu versinken. Als die Behandlung allerdings beginnt, und ich von oben bis unten mit stinkendem Schlick eingerieben bin, ist irgendwie der Glamour dieser Wellness-Behandlung verloren. Aber es soll ja helfen. Angeblich entgiftet Thalasso den Körper und reinigt und klärt die Haut. Also: Nase zu und durch!</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Am letzten Abend geht es per Rad und bei starkem Gegenwind nach Wrixum. Die Aussicht auf ein leckeres Abschlussessen beim besten Griechen der Insel spornt an. Und als Aris Greek Restaurant endlich erreicht ist, schmerzen meine Beine auch nur noch halb so stark. Föhr bietet alles, was man für einen perfekten Urlaub braucht. Für alle, die sich gerne den Wind ins Gesicht pusten lassen, die sich auch bei mäßigem Wetter beschäftigen können und die Friesenhäuser einfach nur urgemütlich finden, ist diese Insel genau richtig.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong>Jennifer Sarnoch</strong></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.stadtkind-hannover.de/2009/09/fohr-%e2%80%93-die-bodenstandige-perle-der-nordsee/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>stockholm</title>
		<link>http://www.stadtkind-hannover.de/2009/08/stockholm/</link>
		<comments>http://www.stadtkind-hannover.de/2009/08/stockholm/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 31 Jul 2009 22:00:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Manuela Sender</dc:creator>
				<category><![CDATA[unterwegs]]></category>
		<category><![CDATA[2009-08]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.stadtkind-hannover.de/?p=4537</guid>
		<description><![CDATA[So einsam Schweden in manchen Gegenden ist, so rege ist das Treiben in Stockholm. Vollkommen zu Recht gilt diese Stadt vielen als eine der schönsten Hauptstädte der Welt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="margin-bottom: 0cm;">In Schweden sehen wirklich alle Menschen unglaublich gut aus. Dass man sich dort ein bisschen so vorkommt wie ein Karpfen unter lauter Forellen, ist allerdings der einzige Grund, der einen abhalten könnte, diesem schönen Land einen Besuch abzustatten. Womit wir ganz nebenbei schon angedeutet haben, warum sich dieses Land bei vielen Menschen als Urlaubsziel großer Beliebtheit erfreut. Es gibt vielleicht nichts Schöneres, als in den einsamen Wäldern irgendwo an einem See zu sitzen und die Angel ins Wasser zu halten. Ruhe und Entspannung sind hier garantiert. Wenn man nicht will, trifft man keine Menschenseele.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">So einsam Schweden in manchen Gegenden ist, so rege ist das Treiben in Stockholm. Vollkommen zu Recht gilt diese Stadt vielen als eine der schönsten Hauptstädte der Welt. Und darum sollte jeder Urlauber sich zumindest an einem Tag von der Einsamkeit verabschieden und sich Zeit nehmen, um diese außergewöhnliche Stadt zu erkunden.</p>
<p>Stockholm erstreckt sich über vierzehn Inseln, die wiederum durch 57 Brücken miteinander verbunden sind. Auch hier ist die Natur allgegenwärtig, die Nähe zum Wasser hat ihren besonderen Charme. Und mittendrin Ekoparken, der erste städtische Nationalpark der Welt und die Grüne Lunge dieser Großstadt. Wer sich zunächst einen Überblick verschaffen möchte, der sollte den Tag mit einem Besuch des Stadshuset beginnen, Stadthaus und Wahrzeichen von Stockholm. Von der Turmspitze hat man einen herrlichen Ausblick über die gesamte Stadt und kann seinen ganz persönlichen Stadtrundgang planen. Mögliche Ziele gibt es reichlich, denn Stockholm hat aufgrund seiner 750-jährigen Stadtgeschichte eine Vielzahl von Sehenswürdigkeiten zu bieten. Zum ersten Mal wurde der Ort vom isländischen Dichter und Sagenschreiber Snorre Sturlasson (1178-1241) erwähnt. Er nannte eine Pfahlbarriere über die heutige Wasserstraße Norrström „Stocksundet“. Bei Ausgrabungen in den späten 1970er Jahren kamen tatsächlich Überreste von Wasserpfählen zum Vorschein, die aus dem 11. Jahrhundert stammen. Außerdem beschreibt Snorre einen Befestigungsturm aus dem 12. Jahrhundert, der exakt dort gestanden haben soll, wo sich heute das königliche Schloss befindet. In historischen Dokumenten ist von Stockholm erstmals 1252 die Rede. Dort steht nachzulesen, dass der Gründer Stockholms, der Regent Birger Jarl, um das Jahr 1250 eine Festung bauen wollte, um den Mälarsee vor Piratenplünderungen zu schützen.</p>
<p>Stockholm entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten vor allem aufgrund seiner strategischen Lage zu einer wichtigen Handelsstadt. Bereits um 1270 wurde Stockholm in Dokumenten als Stadt bezeichnet und 1289 in einem Dokument als die bevölkerungsreichste Stadt des Königreiches beschrieben. Die Ausdehnung der Stadt war zu dieser Zeit auf die Insel Stadsholmen (heute Gamla Stan) beschränkt. Wer bei seinem Rundgang also mit dem geschichtlichen Ursprung der Stadt beginnen möchte, der macht sich zuerst auf den Weg nach Gamla Stan (übrigens kann man fast alle Sehenswürdigkeiten gut zu Fuß erreichen). Gamla Stan gehört heute zu den besterhaltenen historischen Altstädten der Welt. Hier findet man das Königliche Schloss mit seinen über 600 Zimmern und die Kirche Storkyrkan. In den verwinkelten Gässchen mit Läden für Antiquitäten und Kunsthandwerk und vielen Galerien und Cafés kann man durchaus die Zeit vergessen. Das sollte man nicht, zumindest, wenn man nur einen Tag Zeit hat. Denn es gibt natürlich noch eine ganze Menge mehr zu entdecken.</p>
<p>Im 15. Jahrhundert wollten sich die Dänen Schweden einverleiben. Christian II. belagerte die Stadt 1518, allerdings zunächst vergebens. 1520 gelang ihm dann die Einnahme durch Verrat. Am 8. November 1520 kam es darauf in Stockholm im Rahmen der Krönungsfeierlichkeiten zu einer Massenhinrichtung von Oppositionellen, dem Stockholmer Blutbad. Mehr als 80 Adlige wurden hingerichtet, doch ein junger Adliger namens Gustav Eriksson konnte entkommen. Bereits gegen Ende des Jahres hatte er eine Armee zusammengestellt und konnte Christian II. aus Schweden vertreiben. Am 6. Juni 1523, dem heutigen schwedischen Nationalfeiertag, wurde Gustav Eriksson unter dem Namen Gustav Vasa zum König gewählt. Stockholm entwickelte sich in der Folge zu einer wichtigen Residenzstadt. Neben dem Bürgertum prägte nun auch der königliche Hof mehr und mehr das Stadtbild. Schon bald bot die Stadtinsel nicht mehr genug Platz. 1529 wurden darum Södermalm und Norrmalm unter die Herrschaft Stockholms gestellt. Die Stadt wuchs und erreichte um 1600 eine Dichte von 10.000 Einwohnern. Auf der grünen Insel Djurgården liegt heute das nach dem König benannte weltberühmte Kriegsschiff Vasa vor Anker.<br />
Das weltweit einzige aus dem 17. Jahrhundert erhaltene Schiff besteht noch zu über 95 Prozent aus Originalteilen. Zur Dekoration des Schiffes zählen hunderte kunstvoll geschnitzter Figuren. Das 69 Meter lange Kriegsschiff sank 1628 auf seiner Jungfernfahrt mitten in Stockholm und wurde 1961 geborgen. Die anschließenden Restaurierungsarbeiten dauerten fast ein halbes Jahrhundert. Das Vasamuseum ist mit über einer Million Besuchern jährlich das meistbesuchte Museum Skandinaviens. Neun verschiedene Ausstellungen rund um das Schiff gewähren einen Einblick in das Leben an Bord.</p>
<p>Wenn man schon mal auf Djurgården ist, sollte man sich aber auch Skansen, das älteste Freilichtmuseum der Welt, nicht entgehen lassen. In Skansen werden traditionelles Handwerk und volkstümliches Brauchtum gezeigt – ein historisches Schweden im Kleinformat, ein Schaufenster in die Geschichte. Stockholm selbst bietet insgesamt einen lebendigen Blick in die Geschichte. Im 17. Jahrhundert stieg Schweden zur Großmacht auf und Stockholm wuchs entsprechend rasant. Von 1610 bis 1680 versechsfachte sich die Einwohnerzahl. Ladugårdslandet, das heutige Östermalm, und die Insel Kungsholmen wurden eingemeindet. 1634 wurde Stockholm dann offiziell zur Hauptstadt des schwedischen Reiches. In dieser Zeit entstanden auch einige der großen Bauten und Paläste, zum Beispiel Riddarhuset, das Oxenstiernasche Palais, das Tessinsche Palais und die alte Reichsbank. Nach Kriegen und Pest im 18. Jahrhundert, stagnierten zunächst das Bevölkerungswachstum und die wirtschaftliche Entwicklung. Unter Gustav III. entwickelte sich Stockholm dann vor allem zum kulturellen Zentrum Schwedens. Das Stockholmer Schloss und die Königliche Oper sind architektonischer Ausdruck dieser Epoche. Auch die Gründung der Svenska Akademien zur Förderung der schwedischen Sprache und Literatur fällt in diese Zeit. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts übernahm Stockholm wieder eine führende Rolle in der Wirtschaft des Landes. Vor allem durch Zuwanderung wuchs in dieser Zeit auch die Bevölkerung stark an. Es entstanden eine Reihe von Elendsvierteln, aber auch Villenviertel im Grünen und an der Küste. Um die Position als Kulturzentrum weiter auszubauen, bemühte sich die Stadt um die Ansiedlung höherer Bildungseinrichtungen. Die Gründung des Karolinischen Instituts und des Technologischen Instituts, das 1877 eine Technische Hochschule wurde, fallen in diese Zeit. 1878 wurden auch die ersten Lehrveranstaltungen an der neu gegründeten Stockholmer Hochschule abgehalten.</p>
<p>Man könnte noch unendlich mehr über diese Stadt erzählen, deren Geschichte sich von einer Insel zur nächsten mehr und mehr erschließt.</p>
<p>Aber wir müssen es zum Ende kurz machen: Vielleicht sollte man sich doch zwei oder drei Tage Zeit für Stockholm nehmen und die Fische in Ruhe lassen. Es lohnt sich.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">&nbsp;</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">&nbsp;</p>
<p><strong>LU</strong></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.stadtkind-hannover.de/2009/08/stockholm/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Hannovers Wüstensöhne &#8211; Wodka und Pilaw</title>
		<link>http://www.stadtkind-hannover.de/2008/10/hannovers-wustensohne-wodka-und-pilaw/</link>
		<comments>http://www.stadtkind-hannover.de/2008/10/hannovers-wustensohne-wodka-und-pilaw/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 27 Oct 2008 15:49:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Karsten Violka</dc:creator>
				<category><![CDATA[unterwegs]]></category>
		<category><![CDATA[2008-10]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.stadtkind-hannover.de/wordpress/?p=3732</guid>
		<description><![CDATA[Er bezeichnet sich selbst als Wüstensohn: Johannes Janke ist Hannoveraner und doch packt ihn öfter mal das Fernweh, um auf den Spuren fremder Kulturen zu wandeln. Bevorzugt zu Fuß oder eben mit einheimischen Fortbewegungsmitteln. Es ist mittlerweile die dritte Reise, die Janke vom 24. April – 19. Mai diesen Jahres zusammen mit seinen Weggefährten, Burkhart [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_3734" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://skneu.d-1.com/wp-content/uploads/2008/10/2008-10_unterwegs_wueste02.jpg"><img class="size-full wp-image-3734" title="Wüstensöhne" src="http://skneu.d-1.com/wp-content/uploads/2008/10/2008-10_unterwegs_wueste02.jpg" alt="Die Wüstensöhne: Bernhard Mittelhäuser,Dieter Schach, Dr.Paolo Schmitz, Dr.Mohamed Tabache,Burkhard Heine, Johannes Janke,Volker Uphoff und Erhard Schreiber." width="500" height="322" /></a><p class="wp-caption-text">Die Wüstensöhne: Bernhard Mittelhäuser,Dieter Schach, Dr.Paolo Schmitz, Dr.Mohamed Tabache,Burkhard Heine, Johannes Janke,Volker Uphoff und Erhard Schreiber.</p></div>
<p>Er bezeichnet sich selbst als Wüstensohn: Johannes Janke ist Hannoveraner und doch packt ihn öfter mal das Fernweh, um auf den Spuren fremder Kulturen zu wandeln. Bevorzugt zu Fuß oder eben mit einheimischen Fortbewegungsmitteln. Es ist mittlerweile die dritte Reise, die Janke vom 24. April – 19. Mai diesen Jahres zusammen mit seinen Weggefährten, Burkhart Heine und Volker Uphoff, in die Wüste führte. Zuvor war er bereits in der libyschen Sahara und in Namibia in der gleichlautenden Namib.<a href="http://skneu.d-1.com/wp-content/uploads/2008/10/2008-10_unterwegs_wueste01.jpg"><img class="size-medium wp-image-3733 alignleft" title="Stadtkinder unterwegs in der Wüste" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wordpress/wp-content/uploads/2008/10/2008-10_unterwegs_wueste01-300x198.jpg" alt="" width="300" height="198" /></a></p>
<p>Diesmal führte ihn seine Leidenschaft für die Wüsten dieser Erde, für fremde Kulturen und die Lebensweise der Menschen nach Usbekistan, entlang der Seidenstraße durch die drei alten Städte Chiwa, Buchara und Samarkand. Janke dokumentiert seine Reiseeindrücke fotografisch und verschafft so Interessierten einen Einblick in die usbekische Kultur. Er deckt kulturelle Unterschiede aber auch Gemeinsamkeiten auf. Manchmal sind die fernen Länder tatsächlich fremd, manchmal sind die Städte und Menschen aber durchaus mit Hannover und den Menschen hier zu vergleichen. Erst im August stellte er zusammen mit Heine und Uphoff seine Fotografien im Eilenriedestift am Bevenser Weg aus und fand ein begeistertes Publikum. <a href="http://skneu.d-1.com/wp-content/uploads/2008/10/2008-10_unterwegs_wueste03.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-3735" title="Stadtkinder untwerwegs in der Wüste" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wordpress/wp-content/uploads/2008/10/2008-10_unterwegs_wueste03-226x300.jpg" alt="" width="226" height="300" /></a>Die Bilder sprechen für sich: Portraits von jungen und alten Menschen, ein alter Mann mit Falten im Gesicht wie ein zusammengerollter Gebetsteppich, eine lachende Frau mit lauter Goldzähnen im Mund und aussagekräftige Landschaftspanoramas spiegeln die Lebensweise und die Lebensumstände. Die Menschen beschreibt Janke neben den Bauten an der Seidenstraße als den eigentlichen Höhepunkt seiner Reise. „Die Usbeken scheinen zufriedene Menschen zu sein. Betteleien finden nicht statt, da es genügend Agrarprodukte gibt und somit kein Hungerproblem.“ Janke charakterisiert sie als sehr gastfreundlich, zugewandt und gut gelaunt. „So eine Art fröhliche Armut ausstrahlend“, schmunzelt er. Was nicht zuletzt daran liegt, dass Usbekistan seit der Unabhängigkeit von Russland im Jahre 1991 weltweit drittgrößter Baumwollexporteur ist. Außerdem ist das Land reich an Bodenschätzen, wie Gold, Erdgas und Kupfer, die durch den Export hohe Deviseneinnahmen bringen. Auch landschaftlich ist es attraktiv. Die Fotos vermitteln Eindrücke vom Wandern und Kamelreiten in der Kizilkum-Wüste und vom Bergwandern im Chimgon-Gebirge, 80 km von der Hauptstadt Taschkent. Drei Viertel des Landes sind mit Wüsten bedeckt. Die Kizilkum-Wüste ist eine steppenartige Halbwüste. Gräser und Büsche wechseln mit Sandhügeln. Diese Steppe ist Lebensraum für Nomaden und Tierherden. Übernachtet wird hier in Jurten, Tierhäute aus Leder oder Filz. Südöstlich des Aralsees im Tiefland von Turan erstreckt sich diese Wüste bis nach Kasachstan hinein und nimmt drei Viertel von Usbekistan in Anspruch. Usbekistan und Lichtenstein sind übrigens die einzigen Binnenstaaten auf der Welt, die ebenfalls nur von Binnenstaaten umgeben sind. Kein Meer weit und breit, so könnte man sagen. Das Völkergemisch aus Usbeken, Russen und kleineren Volksgruppen gehört zu 90% der Glaubensrichtung der Sunniten an. Mit 24 Mio. Einwohnern sind die Usbeken das zweitgrößte Turkvolk nach den Türken, davon sind 40% jünger als 15 Jahre. Das ergibt ein Durchschnittsalter von 24 Jahren. Die antiken Städte Samarkand, Buchara und Chiwa sind mittlerweile beliebte Reiseziele. <a href="http://skneu.d-1.com/wp-content/uploads/2008/10/2008-10_unterwegs_wueste04.jpg"><img class="size-medium wp-image-3736 alignleft" title="Stadtkinder unterwegs in der Wüste" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wordpress/wp-content/uploads/2008/10/2008-10_unterwegs_wueste04-224x300.jpg" alt="" width="224" height="300" /></a>Und betrachtet man Jankes Fotos, die mit ihrem orientalischem Flair und exotischem Charme verzaubern, wird das touristische Interesse nachvollziehbar. Zwischen den vielen Minaretten, Kuppeln und Bögen entdeckt man Moscheen und andere Heiligtümer, die mit Mosaiken, Ornamenten und Arabesken übersät sind. Eingebettet zwischen Teppichläden, Souvenirshops und Musikgeschäften. Anstelle der Koranschüler entdeckt man hier vor allem auch Touristen. Die Reise beschreibt Janke in drei Stationen: Die erste Station führte die Männer im Reisebus die Seidenstraße entlang in die Städte. Während des Reisens durch die Wüste bediente man sich dann einheimischer Fortbewegungsmittel. Immer im Wechsel mit seinen Kameraden ritt Janke auf dem Kamel oder lief nebenher. So schaffte man 20 km am Tag. Im Chimgon-Gebirge, wo die Berge teilweise bis zu 4.000 Meter hoch sind, wanderten sie bis zur Schneegrenze. Das kontinentale Klima in Usbekistan erzeugt heiße Sommer mit bis zu 300 Sonnentagen im Jahr, dafür aber kalte Winter. Um sich gerade an den kalten Tagen zu wärmen, wird viel getrunken. Ein traditioneller Eintopf, der Pilaw, wird nur an Freitagen und ausschließlich von den Männern zubereitet. Pilaw ist die Hauptspezialität der usbekischen Küche und wird in einem Kessel über dem offenen Feuer gekocht. Wer Janke auf seinen Spuren durch Usbekistan folgen will, sollte sich diese Spezialität auf keinen Fall entgehen lassen, und das nicht nur, weil sie den Magen wärmt.</p>
<p>Pilaw für vier Personen:<br />
Man benötigt 500 g Rind- oder Hammelfleisch, 3 Tassen Reis, 1 große Zwiebel, 300g Karotten, 50g Hammelfett oder Butter, 2 gehackte getrocknete Chilischoten, 1 1/2 EL Tomatenmark, 1 junge grüne Zwiebel, 1 Lorbeerblatt, Salz und Pfeffer.<br />
Für die Marinade: 2/3 Tassen Weinessig oder Zitronensaft, 1/3 Tassen trockenen Wein, geriebener Knoblauch, Sojasauce, Salz und Cayennepfeffer.<br />
Die Zubereitung ist eigentlich ganz einfach, denn es ist ja ein Eintopf. Also alles entsprechend der jeweiligen Garzeit rein in den großen Topf. Aber dann auch ganz schwer, denn die Usbeken haben natürlich ihre Geheimnisse&#8230; Wahlweise kann man noch Rosinen, Kichererbsen, Aprikosen, Kürbis und Tomaten beimischen. Dazu gibt es wahlweise Bier oder Wodka. Der halbe Liter Wodka kostet 1 Euro während man für ein kleines Bier 2 Euro berappen muss.</p>
<p>Astrid Oltmann, Fotos: Johannes Janke</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.stadtkind-hannover.de/2008/10/hannovers-wustensohne-wodka-und-pilaw/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>In Prag</title>
		<link>http://www.stadtkind-hannover.de/2008/10/in-prag/</link>
		<comments>http://www.stadtkind-hannover.de/2008/10/in-prag/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 22 Oct 2008 15:02:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Karsten Violka</dc:creator>
				<category><![CDATA[unterwegs]]></category>
		<category><![CDATA[2008-11]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.stadtkind-hannover.de/wordpress/?p=3439</guid>
		<description><![CDATA[Ach war das damals schön, als wir alle zur Klassenfahrt nach Prag gefahren sind. Unzählige Abi-Jahrgänge haben diese Reise schon hinter sich, unzählige haben sie sicher auch noch vor sich. Nur schade, dass man damals so viel verpasst hat. Seinerzeit war der Alkohol noch unglaublich günstig, man selbst war noch unglaublich jung und die Stimmung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://skneu.d-1.com/wp-content/uploads/2008/10/unterwegs_prag.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-3440" title="unterwegs_prag" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wordpress/wp-content/uploads/2008/10/unterwegs_prag-300x150.jpg" alt="" width="300" height="150" /></a>Ach war das damals schön, als wir alle zur Klassenfahrt nach Prag gefahren sind. Unzählige Abi-Jahrgänge haben diese Reise schon hinter sich, unzählige haben sie sicher auch noch vor sich. Nur schade, dass man damals so viel verpasst hat. Seinerzeit war der Alkohol noch unglaublich günstig, man selbst war noch unglaublich jung und die Stimmung auf der Klassenfahrt war eher leichtsinnig. Da ist man abends aus dem Hotel entschwunden (und musste dazu nur den Portier am Empfang bestechen), hat sich ins pralle Nachtleben gestürzt und ist später in einer der vielen Arbeiterkneipen in den Seitenstraßen gänzlich abgestürzt. Dort, wo der halbe Liter Bier nur wenige Pfennige kostete. Lediglich bei der Taxifahrt musste man aufpassen, denn die wurde proportional teurer, je mehr günstiges Bier man getrunken hatte. Ein guter Tipp war damals, die geplante Nachtstrecke vorsichtshalber bei Tag abzufahren und dann nachts die abgezählten Scheine in der Hosentasche bereit zu halten, um dem Taxifahrer mit wissender Miene das Geld in die Hand zu drücken. Meistens haben die sich dann nicht beklagt.</p>
<p>Aber all das ist lange her und inzwischen haben sich die Preise durchaus westlichen Maßstäben angepasst. Das ist Glück im Unglück für die jüngeren (und noch kommenden) Jahrgänge, denn sie haben bestimmt all die Sehenswürdigkeiten bewusst erlebt, während wir ältere Semester die Augen hinter der verspiegelten Sonnenbrille fest geschlossen hatten. Gott sei Dank haben die meisten von uns Älteren ihre Fahrt nach Prag inzwischen wiederholt und die zahlreichen Wissenslücken gefüllt.</p>
<p>Prag ist heute schöner denn je. Viele der Arbeiterkneipen sind heute verschwunden, aber der Charme der alten, verwinkelten Gassen zum Beispiel in der Altstadt ist erhalten geblieben. Das Gassengewirr am Moldaubogen war immer schon das vitalste Viertel von Prag. Bereits im 10. Jh. ließen sich hier Handwerker, Kaufleute und Kolonialwarenhändler nieder. Im Viertel um den Großen Platz (heute der Altstädter Ring) wurde damals überwiegend im romanischen Stil gebaut, bevor unter der Regentschaft von Karl IV. zahlreiche gotische Bauten hinzugefügt wurden.</p>
<p>Viele Prager haben nach der Erfahrung zahlreicher Überschwemmungen ihre gotischen Altstadthäuser in barockem Stil aufgestockt. Das ist besonders entlang der Celetná und der Husová zu sehen. Die einstiegen Erdgeschosse sind heute Keller, in denen sich gemütliche Weinstuben und Restaurants etabliert haben. Josefov (Josefstadt) wurde nach einem Großbrand weitgehend abgerissen und ist heute ein modernes Wohnviertel. Die durch die Josefstadt führende Parí ská (Pariser Straße) hat sich mittlerweile von einer zweckmäßigen Achse zwischen Altstädter Ring und Moldau zur Flaniermeile entwickelt. Eigentlich ist allein ein Ausflug in diesen Stadtteil schon eine Reise nach Prag wert.</p>
<p>Wer ein paar Tage länger Zeit hat, sollte sich auf jeden Fall noch einen Spaziergang über die Karlsbrücke gönnen, wo ukrainische Karikaturisten, tschechische Puppenspieler und amerikanische Gitarristen um die Aufmerksamkeit der Passanten buhlen. Die bekannteste Statue auf dieser Brücke dürfte der hl. Nepomuk sein (von der Altstadtseite die achte Figur rechts, sie war 1683 eine der ersten auf der Brücke). Das Handauflegen am Relief im Pfeiler soll Glück bringen – die blank geriebene Stelle macht klar, dass viele Besucher daran glauben. Zwischen dem sechsten und siebten Pfeiler rechts markiert ein Kreuz in der Brüstung den Ort, wo der Priester vor 600 Jahren von den Schergen des Königs Wenzel IV. in den Fluss gestürzt wurde. Er hatte sich trotz Folter an das Beichtgeheimnis gehalten. Sie sind eben verschwiegen, diese Heiligen. Auch die neue Welt, ein Viertel aus dem 16. Jh., ist einen Besuch wert. Hier befand sich in den 1960er-Jahren übrigens das kreative Hauptquartier von „Pan-Tau“-Regisseur Jindrich Polák.</p>
<p>Und noch ein heißer Tipp: Der Havelmarkt ist einer der ältesten Prager Märkte. Dort gibt es neben günstigem Gemüse auch allerlei Holzspielzeug und Schmuck. Wer hier nicht fündig wird, hat es auch anderswo schwer. Zuletzt muss natürlich noch die Laterna magika (Magische Laterne) erwähnt werden. Das Schwarzlichttheater ist tatsächlich ein weltweit einmaliges Erlebnis. Bei all den Sehenswürdigkeiten sollte der Prag-Reisende aber eines nicht vergessen: Das Portemonnaie gehört nicht in die Gesäßtasche und Fotoapparat und Handtasche sollten nicht locker über der Schulter hängen. Warum nicht? Wer mag, kann es ja mal ausprobieren.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.stadtkind-hannover.de/2008/10/in-prag/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
<!-- WP Super Cache is installed but broken. The path to wp-cache-phase1.php in wp-content/advanced-cache.php must be fixed! -->
