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	<title>STADTKIND - hannovermagazin &#187; unterwegs</title>
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	<description>Ein weiteres tolles WordPress-Blog</description>
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		<title>andalusien in zwei tagen</title>
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		<pubDate>Mon, 31 May 2010 22:00:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[unterwegs]]></category>
		<category><![CDATA[2010-06]]></category>

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		<description><![CDATA[„Ich glaub', ich bin krank“, kommt es von irgendwoher unter der Bettdecke. Und so war's dann auch.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Spätsommer, kaum Geld und Sehnsucht nach Restsonne – warum nicht eine Woche Andalusien, Mietwagen inklusive? Nach langer nächtlicher Reise kommen wir in Jerez de la Frontera an. Die Sonne scheint bei 25 Grad und ich denke – selbstverständlich nicht ohne Schadenfreude – an die Daheimgebliebenen im schon herbstlichen Hannover, während ich in den Mietwagen einsteige.</p>
<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/07/andalusien_72.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-8208" title="Schööön.." src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/07/andalusien_72-300x267.jpg" alt="" width="300" height="267" /></a>Unsere Unterkunft für die nächsten Tage liegt nur 100 Meter vom Atlantik entfernt und ist auch sonst ganz in Ordnung, wenn man von den Reihenhaussiedlungen spanischer Urlauber absieht, die sich im Umkreis von gefühlten 50 Kilometern rings um das Hotel erstrecken. Egal, wir werden die nächs-ten Tage ja ohnehin unterwegs sein und das abendliche Buffet, dessen Einnahme die einzige Aktivität an diesem ersten Tag bleiben wird, lässt wirklich keine Wünsche offen. Als ich am Abend müde im Bett liege, denke ich  voller Vorfreude an die nächsten Tage – vor meinem geistigen Auge sehe ich mich schon, wie ich im lauen Atlantik bade, durch die idyllischen Gassen von Malaga schlendere und vor der Cathedrale von Sevilla weiße graziöse Pferde streichle.</p>
<p>Am nächsten Morgen werde ich geweckt – vom prasselnden Regen, der sich durch das geöffnete Fenster sogar schon seinen Weg ins Zimmer gebahnt hat und nun in Form eines dünnen Rinnsals zwischen meinen am Fußboden liegenden Klamotten hindurchfließt. „Egal“, sagt mein soeben aufgewachter Freund, „dann machen wir uns heute einen entspannten Tag und gehen schön essen, dann sind wir total fit für die nächsten Tage!“</p>
<p>Am zweiten Tag scheint die Sonne zwar auch nicht und es gibt einen Temperatursturz von ungefähr 10 Grad, aber wenigstens regnet es nicht mehr, so dass wir beschließen, uns heute Cádiz anzusehen. Die kleine Stadt ist nur eine halbe Stunde Fahrtzeit entfernt und eignet sich gut zum Einstieg für das „Andalusien-Feeling“.</p>
<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/07/andalusien2_72.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-8209" title="..wärs gewesen!" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/07/andalusien2_72-300x280.jpg" alt="" width="300" height="280" /></a>Wir stellen unser Auto auf dem garantiert schönsten Parkplatz ab, den ich jemals gesehen habe; nur ein schmales Geländer trennt unseren Ford Fiesta von den Wellen des Atlantiks, aus dem die alte Festungsanlage Castillo de San Sebastián emporragt. Direkt neben dem Platz ist ein kleiner exotischer Park. Hier wachsen Palmen zwischen orchideenartigen Gewächsen, die schmalen Wege sind mit verzierten Fliesen belegt, und es gibt sogar kleine Vogelgehege, in denen Papageien und Co auf den Ästen sitzen. Ich fühle mich paradisisch und freue mich, die Altstadt zu sehen, was sich ebenfalls lohnt. Da die Sommersaison zu Ende ist, haben wir die kleinen Gassen fast für uns und lassen uns am Abend in einer der kleinen Bars nieder, um sehr leckere Tapas zu essen. „Was hälst du davon, morgen nach Sevilla zu fahren“, frage ich meinen Begleiter. „Ist gut“, sagt der und hustet leise.</p>
<p>Tags darauf, schon frisch geduscht für die Stadt des Flamencos und Stierkampfes, wecke ich ihn. „Ich glaub&#8217;, ich bin krank“, kommt es von irgendwoher unter der Bettdecke. Und so war&#8217;s dann auch. „Egal“, beruhige ich ihn, „dann bleib heute im Bett, morgen geht’s dir bestimmt schon besser und dann starten wir richtig durch.“ Dem ist nicht so, denn – um an dieser Stelle die üblichen Klischees zu bedienen – wenn Männer krank sind, leiden sie sehr. So ist mein Freund dann auch am vierten Tag davon überzeugt, wenn nicht die Schweinegrippe, so doch wenigstens eine Lungenentzündung zu haben und besteht darauf, einen Arzt aufzusuchen.</p>
<p>So langsam sehe ich nicht mich, sondern meinen Urlaub baden gehen, wie es sich aber für eine gute Freundin gehört, versorge ich ich ihn mit Tee und gu-ten Worten und begleite ihn zur Arztpraxis im nächstgelegenen Provinznest. Danach bin ich um die Erfahrung reicher, dass Restbrocken rudimentärsten Schulspanischs nicht ausreichen, um komplizierte medizinische Sachverhalte darzulegen. Mein Freund bekommt für seine „Lungenentzündung“ ein müdes Lächeln und nicht verschreibungspflichtige Hustenpastillen mit der Wirkkraft von Pulmoll. Mit der Gewissheit, dass es sich nicht um eine lebensbedrohliche Krankheit handelt und zwei weiteren Tagen Bettruhe, geht die Genesung dann aber relativ unproblematisch von statten. Das wird auch Zeit, denn ich kann den noch am ersten Tag für „wunderschön“ befundenen Pinienwald vor unserem Fenster mittlerweile nicht mehr sehen.</p>
<p>Genau ein Tag bleibt übrig, um doch noch etwas spanisches Flair zu genießen. Mit Rücksicht auf seine so tapfer ausgestandenen Leiden lasse ich meinen Freund entscheiden, wie wir den Tag verbringen. „Ich will nach Gibraltar“, so seine Wahl. Jetzt mag es dem einen oder anderen vielleicht komisch erscheinen, die knappe Zeit am südlichsten Zipfel Europas ausgerechnet auf britischem Territorium zu verbringen, ich aber dachte mir: „Nu’ is auch egal!“</p>
<p>Und es ist dann auch tatsächlich noch sehr nett bei den Bobbys, Teeshops und Fish`n-Chips-Läden. Während ich auf dem berühmten Felsen den noch berühmteren Affen beim Futtern zugucke, beschließe ich im nächsten Jahr wiederzukommen: Im Hochsommer, mit ausreichend Medikamenten im Gepäck – und mindestens für vier Wochen. Nur für alle Fälle.</p>
<p><strong>Swantje Friedrich</strong></p>
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		<title>neun tage „carla“</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Apr 2010 22:00:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[unterwegs]]></category>
		<category><![CDATA[2010-05]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer eine Reise auf einem Frachtschiff bucht, sollte sich im Klaren darüber sein, dass die wohl einzige Gemeinsamkeit mit einer Kreuzfahrt darin besteht, dass man sich auf einem Schiff befindet.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Willkommen an Bord“, begrüßt uns der erste Offizier Amamyan Samvel. „Unsere Crew besteht aus elf Mann“, grinst der Ukrainer, „aber jetzt sind wir dreizehn!“. Zwar haben wir keine Heuer auf der „MV Carla“, müssen auch nicht laschen, Festmachertaue fieren, Decks schrubben oder die Gangway rauf und runter holen. Aber schon nach kurzer Zeit fühlen wir uns irgendwie doch dazu gehörig. Elf Crewmitglieder also und wir zwei Passagiere. Ein kleines Abenteuer kann beginnen.</p>
<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/Carla_72.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-7476" title="Carla" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/Carla_72-300x271.jpg" alt="" width="300" height="271" /></a>Wer eine Reise auf einem Frachtschiff bucht, sollte sich im Klaren darüber sein, dass die wohl einzige Gemeinsamkeit mit einer Kreuzfahrt darin besteht, dass man sich auf einem Schiff befindet. Ansonsten ist hier alles anders. Sehr viel anders. Befinden wir uns doch auf einem Arbeitsschiff, das 700 Container geladen hat und im Verlauf der neuntägigen Schnupperreise durch Nord- und Ostsee sechs Terminals anlaufen wird. Rund 5.000 Containerschiffe befahren aktuell die Weltmeere und transportieren 27 Millionen dieser Boxen Tag und Nacht nonstop hin und her. Nichts manifestiert die Globalisierung der modernen Wirtschaft so augenfällig wie der Container. Mit Seefahrtsromantik hat die genormte Containerwelt wahrlich nichts mehr zu tun.<br />
Aber wer gern auch mal der Faszination Technik erliegt, Seefahrt im 21. Jahrhundert hautnah erleben möchte, sollte solch eine Reise einfach mal ausprobieren.</p>
<p>Kaum an Bord, werden wir über die Sicherheitsbestimmungen informiert, wird uns gezeigt, wo wir uns einzufinden haben, wenn sieben Mal lang und einmal kurz Alarmsignal gegeben wird. „And then we’ll discuss, what to do.“ (he?) Wir müssen unsere Pässe abgeben, man zeigt uns unsere Kammern und die „Offiziersmesse“, in der gegessen wird. Das war’s auch schon. Im Hafen hat die Crew alle Hände voll zu tun, keiner kann sich weiter um uns kümmern. Container werden abgeladen, andere kommen herangeschwebt – beim Aufsetzen am Rand neigt „Carla“ sich dabei etwas in die Seitenlage, um sich anschließend wieder aufzurichten. Die Verladebrücke fährt mit laut warnendem Fiepen vor und zurück, ein Kleintransporter liefert Proviant aller Art, der an Bord gehievt wird. Der Terminal Hamburg-Tollerort ist inzwischen grell erleuchtet, ebenso die gegenüberliegenden Docks von Blohm &amp; Voss: großes Kino, wohl wahr. Um 3 Uhr morgens legt das Schiff endlich ab. Es wird ruhig an Bord. Das ewige Brummen der Dieselmotoren wiegt uns Elbe abwärts in den Schlaf.</p>
<p>„Carla“: deutsch ist nur noch der Name, weil das Schiff vor dreizehn Jahren auf der Hamburger Sietas-Werft gebaut wurde (121 Meter lang, 18 Meter breit). Und sonst? Die Reederei gehört einem Iraner, der Kapitän Buzanov Valeriy und seine Offiziere sind Russen und Ukrainer, die Matrosen samt „Cook“ Carlos stammen von den Philippinen. Ihre Personalvermittlungsagentur wiederum sitzt in Limassol (Zypern). Das Schiff selbst wurde ausgeflaggt nach Antigua-Barbuda, und die Bordsprache ist Englisch. Mehr Internationalität geht kaum. Wir beiden Deutschen werden freundlich aufgenommen, dürfen fast jederzeit auf die Brücke, besuchen den Maschinenraum, werden herumgeführt – bereitwillig wird erklärt, was wir erfragen. Denn wir Passagiere sind willkommene Abwechslung für eine Crew, die außer ihrem Schiff, Meer und Containerterminals monatelang nichts anderes zu sehen bekommt.</p>
<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/Crew_72.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-7477" title="Crew" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/Crew_72-300x280.jpg" alt="" width="300" height="280" /></a>Mit solch einem Mikrokosmos muss man freilich klarkommen. Hier findet alles auf engstem Raum zwischen A-Deck und F-Deck statt, in den Kabinen kann man sich so eben einmal um die eigene Achse drehen, und wenn zu sechst gegessen wird, ist die Messe voll. Weite bietet nur das offene Meer, dafür aber reichlich. Unser Lieblingsort ist das obere Stockwerk des Deck-hauses mit der Brücke und den beiden seitlichen Auslegern, „Nocks“ genannt. Von hier oben kann man langsam das Meer an sich vorbeiziehen lassen und gedankenverloren völlig entschleunigt einfach nur in die Gischt gucken. Ab und an ein anderes Schiff, da hinten die Kreidefelsen von Rügen, schemenhaft die Offshore-Windanlage bei Fehmarn, eine Ölplattform oder Helgoland weit draußen sind zu erkennen.</p>
<p>Wenn wir Land sehen, versuchen wir zu erraten, wo wir wohl gerade sind – ein Blick auf die Seekarte im Kartenraum bestätigt uns (oder auch nicht…). Glück hat, wer tagsüber den Nord-Ostsee-Kanal passiert. Auf diesem maritimen Highway ist nämlich immer ziemlich viel los – rund 40.000 Schiffe jährlich mit über 100 Millionen Tonnen Fracht.</p>
<p>Für das leibliche Wohl sorgt Carlos, seit 15 Jahren als gelernter Schiffskoch auf Frachtschiffen unterwegs. Gut gewürzt, herzhaft, deftig, rustikal – manchmal etwas eigenwillig in der Zusammenstellung. Morgens zwei Spiegeleier, geschmorte Tomaten, Bratwurst mit Ketchup und Senf muss man aber nicht nehmen. Wir haben ja keine Nachtschicht hinter uns. Toast mit Marmelade reicht auch. Mittags dann wieder drei Gänge und abends erneut warme Küche. Carlos schreibt die Menüs auf eine Schultafel, so dass alle sich auf die kulinarischen Abwechslungen freuen können. Verhungern tut hier jedenfalls keiner. Frischer Salat und Obst, für die Philippinos Reis und für die Ukrainer Schmand stehen immer bereit. Heißes Wasser für Tee oder Kaffee gibt es rund um die Uhr, und der Kühlschrank ist gefüllt. Wir fühlen uns hier wie früher in der Wohngemeinschaft (und ein wenig sieht es hier auch so aus…). Ab und an läuft der DVD-Player, so dass wir den „Gladiator“ auf Russisch beim Mittagessen gucken. Wir merken: Die Crew macht hier so weiter wie immer. Wir passen uns ihrem Rhythmus an und fühlen uns bald irgendwie dazugehörig. Wir sind jetzt eben dreizehn!</p>
<p>Genau dies wollten wir als Passagiere ja auch erleben: Seefahrt zum Anfassen. Hier gießt keiner drei Schluck Wasser nach, wenn man zwei getrunken hat. Die Kabine (Kammer) hält man selbst sauber und in Ordnung (die Duschen sind übrigens besser als in manch einem 3-Sterne-Hotel, und von der Klimaanlage gibt’s keine Erkältung!). Zwischen den Mahlzeiten ist Selbstversorgung angesagt. Nur arbeiten müssen wir eben nicht – wir haben Urlaub. Für wenig Geld im Übrigen: eine Woche Fahrt auf so einem Containerschiff in der Einzelkabine ist für rund 750 Euro samt Versicherungen zu bekommen. Inzwischen haben sich einige Unternehmen auf Frachtschiff-Touristik spezialisiert und vermitteln die unterschiedlichsten Passagen (Fahrgebiete, Länge der Reise, Schiffstypen) an maritim Interessierte (z.B. www.zylmann.de). Sogar auf Binnenschiffen kann inzwischen mitgefahren werden. Wegen der Widrigkeiten von Wind und Wetter, Komplikationen an den Terminals und vieles Ungeplante mehr, muss man sich allerdings darauf einstellen, erst etwa 24 Stunden vor Einschiffung Nachricht zu erhalten. Und nicht jede Reise führt auch präzise in die Häfen, die im Prospekt ausgewiesen sind.</p>
<p>Unsere Reise führt ab Hamburg durch den Nord-Ostsee-Kanal sowie über die Ostsee nach Gdynia und Danzig, anschließend zurück und über die Nordsee nach Rotterdam in den größten Hafen der Welt. Für Städtetouris-ten ist solch eine Reise freilich weniger geeignet: entweder die Liegezeiten an den Terminals sind für eine Stippvisite zu kurz, oder die Terminals liegen weit, weit draußen. Die Welt sollte man auf andere Art und Weise kennen lernen wollen. Nur Gdynia schauen wir uns fünf Stunden lang an, ansonsten bleiben wir stets an Bord.</p>
<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/Windstärke_72.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-7478" title="Windstärke 6" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/Windstärke_72-300x272.jpg" alt="" width="300" height="272" /></a>Langweilig wird uns auf der Fahrt trotzdem keine Minute. Auch wenn wir an den Terminals das Schiff aus Sicherheitsgründen nicht verlassen dürfen, können wir von Deck aus die logistische Präzisionsarbeit beim Verladen von Containern an einem modernen Terminal beobachten. Kilometerlange Kajen, Schiffe mit über 10.000 dieser Boxen an Bord, wie von Geisterhand bewegte Selbstfahrlafetten, riesige Verladebrücken, spinnenähnliche Gebilde auf Rädern („Van Carrier“) prägen das Bild dieser modernen Häfen des 21. Jahrhunderts. Und wir sind quasi mittendrin – ein Privileg. Denn Containerterminals sind hermetisch abgeriegelt und können bestenfalls mal bei einer Hafenrundfahrt von Wasser aus eingesehen werden – oder z.B. mit dem „Hafenbus“ in Bremerhaven.</p>
<p>Liegezeit kostet Geld. Kaum ist der letzte Container an Bord gehievt, kommt schon der Hafenlotse und das Schiff legt ab. Auch solch ein Manöver ist nicht uninteressant, zumal wir einmal wegen starken Sturms sogar Schlepperunterstützung brauchen – das Schiff wurde durch den Sturm regelrecht an der Kaje festgedrückt. Lotsen werden versetzt und ausgeholt, um bei Hafen und Revierfahrt dem Kapitän zu assistieren – und dann beginnt wieder für ein, zwei Tage diese unendliche Weite und Ruhe des Meeres.</p>
<p>Zeit und Muße, sich mit den Seeleuten zu unterhalten. Althergebracht ist noch das Hissen und Einholen der Flaggen nach Verlassen bzw. bei Einfahren in die 12-Meilen-Zone. Sonst hat der Alltag auf See wenig mit dem von früher zu tun. Was das Wichtigste für ihn sei, fragen wir den jungen Kadetten vom Schwarzen Meer, der hier seine Ausbildung macht. „Disziplin“ sagt der. Die geht so weit, dass der Schlüssel für den Schrank mit Alkoholika vom Kapitän unter Verschluss gehalten wird. Für unser Bierchen am Abend muss Carlos den Schlüssel erbitten und einen Zettel schreiben. Nun, nach einigen Tagen stand unser Sixpack dann doch im Kühlschrank! Vier Monate bleiben die Offiziere an Bord, 10 Monate die Matrosen. Danach geht es für ein paar Wochen in die Heimat, bis die nächste Heuer jeden einzelnen wer weiß wohin verschlägt. Selten, dass sich Crewmitglieder auf einem anderen Schiff jemals wiedersehen. Soziale Bindungen können so kaum entstehen – weder an Bord, noch daheim. Entwurzelt für 450 Dollar pro Monat? Auch solche Eindrücke nimmt man dann mit von Bord.</p>
<p>Vor Brunsbüttel geht es mit einem Lotsenversetzboot ans Festland. Der Teil der Mannschaft, der nicht gerade in den Kojen liegt, winkt. Ein wenig Wehmut macht sich breit. Machen wir das noch mal? Wie wär’s mit einer Eisfahrt im Winter nach Nordfinnland oder im Frühjahr eine Passage nach Istanbul? Mal sehen.</p>
<p><strong>Bernd Ellerbrock, www.8komma0.de</strong></p>
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		<title>sardinien</title>
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		<pubDate>Wed, 31 Mar 2010 22:00:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[unterwegs]]></category>
		<category><![CDATA[2010-04]]></category>

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		<description><![CDATA[Sardinien erscheint wie ein Ort, an dem verschiedene Kulturen auf unterschiedliche Weise ihre Spuren zurück ließen und so bis heute in den Alltag der Menschen hineinreichen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/04/46-65_Stadtkind_April_101_72.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-6840" title="Hach..." src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/04/46-65_Stadtkind_April_101_72-300x299.jpg" alt="" width="300" height="299" /></a>Sardinien, die italienische Insel im Mittelmeer, fasziniert vor allem durch ihre Vielseitigkeit: Meer, Strände, beeindruckende Landschaft, historische Städte und Überreste aus längst vergangenen Zeiten treffen an diesem Ort aufeinander. Seit meiner Kindheit besuche ich hier, genauer gesagt in Al-ghero, einer Hafenstadt an der Westküste, fast jeden Sommer meine Familie mütterlicherseits. Es ist schwierig, die Eindrücke, die ich dort im Laufe der Jahre gewonnen habe, in der Art eines klassischen Reiseberichts festzuhalten. Denn mittlerweile ist es einfach eher ein ganz besonderes (Lebens-)Gefühl und etwas sehr Vertrautes, das mich mit der Insel und der dortigen Lebensweise verbindet. In Alghero, wo meine Familie lebt, lässt sich bereits ein Teil der Vielfalt Sardiniens wiederfinden.</p>
<p>Nur einige Minuten vom Meer entfernt wohnend, haben wir einen der schönen Sandstrände, für die Sardinien so bekannt ist, gleich in unserer Nähe. Beliebt sind seine Küsten mit einsamen Buchten, hellen Stränden und klarem, türkisblauem Wasser. Doch auch jenseits des Meeres lassen sich auf der Insel viele unverwechselbare Orte und Plätze entdecken, die oftmals zeitlos und unberührt von der Gegenwart wirken. So scheinen Altstädte wie die Algheros regelrecht Geschichten aus vergangenen Zeiten zu beherbergen. Eine ganz besondere Stimmung, auf die man stößt, wenn man durch enge Kopfsteinpflastergassen spaziert – vorbei an unzähligen Kirchen, Plätzen und alten mehrstöckigen Häusern mit bröckelnder Fassade und unendlichem Charme. Sardinien erscheint wie ein Ort, an dem verschiedene Kulturen auf unterschiedliche Weise ihre Spuren zurück ließen und so bis heute in den Alltag der Menschen hineinreichen.</p>
<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/04/46-65_Stadtkind_April_10_725.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-6839" title="... wie schöön" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/04/46-65_Stadtkind_April_10_725-299x300.jpg" alt="" width="299" height="300" /></a>Die Vielseitigkeit der Insel wird auch an der beeindruckenden Landschaft sichtbar: sie reicht von Flachland über Berge bis hin zu rauen Felsenküsten. Charakteristisch für die Landschaft sind auch die Nuraghe, aus Steinblöcken errichtete Turmbauten, die man auf einer Durchreise überall auf der Insel finden kann. Diese vorgeschichtlichen Festungsbauten stellen wie so vieles auf der Sardinien historische Überbleibsel dar. Auch die Landwirtschaft, ein wichtiger Sektor auf der Insel, ist mit Viehzucht, Wein- und Olivenanbau prägend für das Bild, das ein Reisender erhält. Sardinien besitzt seine ganz eigene Kultur mit der sardischen Sprache, volkstümlichen Bräuchen, Tänzen, Trachten und Speisen wie Käse und Rotwein, leckere hausgemachte Teigwaren (z.B. mit Ricotta gefüllte Ravioli) und Brotspezialitäten wie das pane carasau.<br />
Neben zahlreichen Traditionen steht auch die Folklore der Insel im Vordergrund, die sich beispielsweise in sagenhaften Mythen und Legenden niederschlägt. Traditionelles findet sich oft auch im Zusammenleben der Familie wieder. So ist es hier nicht untypisch, wenn von der Großmutter bis zur jüngsten Enkelin tatsächlich alle nah beieinander, wenn nicht sogar unter einem Dach leben. Für mich ist die Insel ein wirklicher Ruheort, ein Platz zum Träumen, zu dem ich immer wieder zurückkehren kann. Es ist ein Eintauchen in eine ganz andere Welt, in ein ganz anderes Stück Kultur und Lebensweise. Es ist eben genau diese „unvergängliche Vergangenheit“, die allgegenwärtig erscheint und diese besonderen Eindrücke von der Insel hervorruft. Und es ist eben auch ein Teil meiner Vergangenheit, meiner eigenen Wurzeln, meiner Familie – und damit wiederum auch mit deren Erinnerungen und Geschichten verbunden.<br />
<strong><br />
Maria Gruber, Fotos: Emanuela Gruber</strong></p>
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		<title>teneriffa</title>
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		<pubDate>Sun, 31 Jan 2010 22:00:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[unterwegs]]></category>
		<category><![CDATA[2010-02]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit Freundin, Badehose und viel Hoffnung auf Sonne wird des Flugzeug bestiegen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/teneriffa.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-7793" title="Sommer" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/teneriffa-300x144.jpg" alt="" width="300" height="144" /></a>Mehrfach versuchte die englische Krone im 17. und 18. Jahrhundert die strategisch wichtige Insel Teneriffa den Spaniern mit Gewalt zu entreißen. Auch gegenwärtig ist die größte der Kanarischen Inseln Schauplatz erbitterter Auseinandersetzungen. Ziel der Begierde heute: Die Liegen an den Pools der unzähligen Hotels. Denn das ganzjährig milde Klima macht die Vulkaninsel zu einem beliebten Urlaubsziel für all jene, die den ungemütlichen Jahreszeiten entfliehen möchten.</p>
<p>So kann auch ich nicht der süßen Verlockung widerstehen, das herbstliche Hannover für eine Woche gegen die sonnigen Vorzüge der Urlaubsinsel einzutauschen. Mit Freundin, Badehose und viel Hoffnung auf Sonne wird des Flugzeug bestiegen.</p>
<p>Tatsächlich offenbart sich die Kraft der Sonne bereits auf der Fahrt mit dem Mietwagen durch den Süden der Insel, dem gebuchten Appartementhotel der Mittelklassekategorie entgegen.</p>
<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/teneriffa3.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-7795" title="Sonne" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/teneriffa3-299x300.jpg" alt="" width="299" height="300" /></a>Bevor Mitte der 1960er Jahre der große Tourismusboom begann, war hier nichts weiter als Wüste sowie ein fast menschenleerer und unfruchtbarer Küstenabschnitt. Viel zu viele Bausünden später beherbergt man an dieser Stelle nicht nur uns, sondern auch den Großteil der anderen Inselurlauber. Playa de las Americas gilt als das dichteste touristische Ballungszentrum Teneriffas und weiß mit seinen zahllosen Hotels, Restaurants, Bars, Shoppingmalls und Freizeitparks eine Unmenge britischer und deutscher Touristen anzuziehen.</p>
<p>Schnell ist klar: Wollen wir etwas von der Insel sehen, das nicht aus der Retorte stammt, so gilt es urlaubstagtäglich schleunigst den Ort der Spaß-Gigantomanie hinter sich zu lassen.</p>
<p>Einer der ersten Tagesausflüge führt uns in das Hinterland der Insel. Majestätisch thront hier der Vulkan Pico del Teide. Mit seinen 3718 Metern ist er Spaniens höchster Berg und kann mit einer Sondergenehmigung der Nationalparkverwaltung bis zum Gipfel bestiegen werden. Den unsportlicheren Zeitgenosse bleibt die bequeme Variante per Seilbahn auf eine immer noch imposante Höhe von 3500 Metern. Für uns Hannoveraner, die bereits die kleine Erhebung in Linden zum „Berg“ ernennen, gibt es jedoch schon genügend Eindrücke schwindelerregender Höhe, denn der Pico del Teide liegt inmitten einer riesigen Caldera. Allein die Autofahrt auf 2000 Meter Höhe, hinein in den vulkanischen Einsturzkessel, lässt etliche faszinierende Blicke in die Tiefe und auf das Umland zu. Zumindest solange, bis wir die Wolkendecke hinter uns gelassen haben. In der Caldera angelangt, werde ich das Gefühl nicht los, in einer zu groß geratenen Kulisse eines Science-Fiction-Movies gelandet zu sein. So weit das Auge reicht, erstreckt sich eine furchterregende Wüste schwarzen Lavagesteins. Bei der anschließenden Abfahrt erleben wir die Vielzahl unterschiedlicher Mikroklimata, teilweise sogar innerhalb nur weniger Kilometer, bedingt durch die enorme Landschaftsvielfalt Teneriffas. Und dann müssen wir sogar die Tauglichkeit unseres Scheibenwischers testen. Regen! Es gibt ihn also doch auf Teneriffa.</p>
<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/teneriffa6.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-7798" title="Strand" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/teneriffa6-300x130.jpg" alt="" width="300" height="130" /></a>Natürlich fliegt man nicht mehr als 3000 Kilometer in die Ferne, um nur in bergigen Landschaften unterwegs zu sein. Schließlich ist dies eine Insel inmitten des Atlantiks und nicht Österreich. Insofern ist natürlich Sonne tanken am Strand Pflicht! Und Strände gibt es auf Teneriffa wie&#8230;, nun ja, wie Sand am Meer.</p>
<p>Unter den geschätzten 100 Stränden ist für jeden Geschmack ein passender dabei. Der Playa del Médano beispielsweise lockt mit einer stets flotten Brise scharenweise Windsurfer und Freunde des Kitesports an. Ein ungewohnter Anblick, aber nicht weniger schön, sind auch die schwarzsandigen Strände Teneriffas. Richtiger Karibikflair könnte aufkommen, besucht man den weitläufigen Palmenstrand Playa de las Teresitas. Theoretisch. Wenn sich jedoch, wie bei uns, der feine, importierte Saharasand an einem windigen Tag in kleine herumwirbelnde Nadeln verwandelt, dann ist dies nicht nur Pech, sondern ebenso ein Grund, den Strandtag vorzeitig abzubrechen. Da wir nun eh schon im Nord-Osten der Insel sind, bietet sich ein Abstecher in die Inselhauptstadt Santa Cruz de Tenerife an. Santa Cruz wird zwar nicht die ganz große touristische Bedeutung beigemessen, aber dennoch oder gerade deshalb erweist sich die moderne Einkaufsstadt als ein gelungenes Ausflugsziel. In der lebensfrohen Calle Castillo mit ihren Boutiquen und Cafés, in grünen Parks und auf den bunten Plätzen schnuppern wir kanarisches Lebensgefühl und bestaunen einige schmucke Kolonialstilvillen.</p>
<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/teneriffa2.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-7794" title="und" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/teneriffa2-300x145.jpg" alt="" width="300" height="145" /></a>Und staunend geht es weiter im Westen der Insel. Die Acantilados de los Gigantes, die schwarzen „Klippen der Riesen“, fallen bis zu 450 Meter senkrecht in den Atlantik hinab und sind die zweithöchste Steilküste Europas. Den besten Blick auf diese imposante Felswand soll man vom Boot aus haben, doch auch die Bistros im nahe gelegenen Hafenstädtchen wissen mit dem Panorama zu ködern.</p>
<p>Auf der kleinen Terrasse eines österreichischen Schnitzellokals können wir deutschen Urlauber bei einem leckeren, von einem holländischen Kellner servierten, italienischen Heißgetränk unsere Augen über die spanische Vulkanfelsen wandern lassen.</p>
<p>Da eine Insel mit leerem Magen schwer zu erkunden ist, überkommt uns stets die unnötige Panik, beim großen Schlemmen am Hotelbuffet leer auszugehen. Wenngleich hier einige wenige einheimischen Gerichte angeboten werden, verrät das Gros der gereichten Speisen die bevorzugten Essgewohnheiten und die Herkunft der meisten Hotelgäste. Es sei denn bei „beans &amp; bacon“ handelt es sich um ein typisch spanisches Frühstück. Um den Urlaub auf Teneriffa auch zu einem kulinarischen Erlebnis zu machen, sollte man besser die Hotelanlagen und die umliegenden Promenaden verlassen und auf die Empfehlungen der Reiseratgeber hören.</p>
<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/teneriffa4.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-7796" title="Meer" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2010/05/teneriffa4-300x265.jpg" alt="" width="300" height="265" /></a>Unser letzter Tagesausflug führt uns nochmals in luftige Höhe. Das bis zu einer Höhe von 1200 Meter ansteigende Tenogebirge ist vor allem wanderbegeisterten Inselurlaubern ein Begriff. Wild zerklüftete Bergmassive, fruchtbare Schluchten und duftende Wälder zieren die Strecken entlang der Bergrücken. Aber auch die Durchquerung mit dem Auto kann abenteuerliche Züge annehmen. Bei den engen, steilen Serpentinensträßchen inklusive Steinschlaggefahr und Gegenverkehr kommt der PKW ebenso wie das Nervenkostüm des Fahrers an seine Grenzen. Ein grandioses Panorama und Aussicht bis in den Inselsüden sowie zu den Nachbarinseln La Gomera und La Palma entschädigen jedoch für die Mühe.</p>
<p>Letztlich erweist sich Teneriffa als eine Urlaubsinsel, die für jeden Geschmack das passende Angebot bereit hält. Für Aktivurlauber geben der Wassersport und die attraktiven Wander- und Radstrecken die Möglichkeit, sich gehörig auszutoben. Naturliebhaber wird die breit gefächerte Landschaftsvielfalt verzücken. Auch kulturell gibt es einiges zu erleben. Freunden des Fußballs ist es beispielsweise mit etwas Glück vergönnt, die Größen der spanischen Liga beim Heimspiel des CD Teneriffa zu sehen. Etwas weniger laute Töne werden im Konzerthaus Auditorio de Tenerife von Santa Cruz angeschlagen. Es beeindruckt durch sein avantgardistisches Design und ein vielseitiges Angebot verschiedener musikalischer und tänzerischer Vorstellungen. In den zahlreichen Diskotheken, Pubs und Karaokebars der touristischen Zentren können Urlauber selbst das Tanzbein schwingen und die Nacht zum Tage machen. Wer es etwas ruhiger mag: Milde Nachttemperaturen, ein menschenleerer Strand und eine Flasche Wein sind für Romantiker die Zutaten eines perfekten Abends. Natürlich kann man auch auf Teneriffa einfach nur die Beine hochlegen, einen Cocktail genießen und dabei aufs hellblaue Wasser des Pools blicken. Immer vorausgesetzt, man hat den Handtuchkrieg um eine Liege für sich entschieden!</p>
<p><strong>Text und Fotos: Sven Appel</strong></p>
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		<title>lissabon – stadt der sieben hügel</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Sep 2009 22:00:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[unterwegs]]></category>
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		<description><![CDATA[Eine Woche lang machen Anja und ich Urlaub in der Metropole mit den gekachelten Häuserfassaden. Die Hafenstadt wurde nicht nur von Typhus, Cholera und einer konservativen Diktatur heimgesucht, sondern auch von einem verheerenden Erdbeben im Jahr 1755.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2009/11/NETZ_12.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-5669" title="Die legendäre Eléctrico E28" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2009/11/NETZ_12-300x170.jpg" alt="Die legendäre Eléctrico E28" width="240" height="136" /></a>„Lissabon ist echt abgerockt“, sage ich zu allen, nachdem wir die Stadt am Tejo verlassen haben und wieder in Hannover gelandet sind. „Das ist ein Melting Pot mit vielen Schwarzen, Arabern, Indern und den netten Portugiesen, die eher zurückhaltend sind. ‚Saudade’ wird die wilde, ungestüme und lebenshungrige Melancholie der Einheimischen genannt – ein Lebensgefühl, das im Fado seinen musikalischen Ausdruck findet und das ich nach dieser Reise sehr gut verstehen kann.“</p>
<p>Eine Woche lang machen Anja und ich Urlaub in der Metropole mit den gekachelten Häuserfassaden. Die Hafenstadt wurde nicht nur von Typhus, Cholera und einer konservativen Diktatur heimgesucht, sondern auch von einem verheerenden Erdbeben im Jahr 1755. Wir verlieben uns in den morbiden Charme von Lissabon. Die City scheint zu Staub zu zerfallen. Während wir durch enge Gassen wandern, denke ich an Thomas Manns „Tod in Venedig“. Viele Häuser sollen verkauft werden: „Vende“ steht in großen Lettern an den Eingangstüren. Oft werden leer stehende Gebäude von Stützpfeilern getragen. Nicht nur die Häuser, auch viele Menschen sind alt und gebrechlich. Die Armut ist allgegenwärtig. Und immer wieder stehen Leute einfach nur am Fenster und schauen untätig auf die Straße hinab. Anja fotografiert wie wild. Schon am ersten Tag ist sie süchtig danach, alle Eindrücke (die Poesie des Augenblicks) einzufangen, so wie die Protagonisten in den Wenders-Filmen „Lisbon Story“ und „Palermo Shooting“. Ich habe meine Kamera zum Glück zu Hause gelassen. <a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2009/11/NETZ_22.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-5670" title="Lissabons Strandpromenade" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2009/11/NETZ_22-300x165.jpg" alt="Lissabons Strandpromenade" width="199" height="121" /></a></p>
<p>Nach und nach erkunden wir die Bezirke der Stadt: Alfama, Baixa, Chiado und Bairro Alto bis hin zu Belém. Mit dem Bus fahren wir zum Expo-Gelände, das genauso tot und monumental wirkt wie das in Hannover. Das maurische Alfamaviertel, das das Erbbeben fast unbeschadet überstanden hat, ist der älteste Bezirk und wunderschön. In der Innenstadt ist der Fahrstuhl Elevador de Santa Justa, der 1902 erbaut wurde, ein Publikumsmagnet. Uns gefällt aber die legendäre Eléctrico E 28, die elektrische Trambahn, viel besser. Sie rumpelt schon seit über 100 Jahren durch Lissabon.</p>
<p><em>Mittwoch:</em><br />
Nach einem Flug ohne Turbulenzen bringt der Taxi-Fahrer uns nachmittags in unser Hotel, das Pensão Residencial Princesa (3 Sterne). Das Zimmer ist für zwei Personen viel zu eng, die Toilette leckt, der Wasserhahn spritzt in die falsche Richtung und die Jalousie ist kaputt. Nach einem Spaziergang gelangen wir in der Abenddämmerung unverhofft auf eine Aussichtsplattform, von der aus wir das ganze Gesicht der Stadt erblicken. Wir sind überwältigt. Später begegnen wir auf der Avenida de Liberdade dem Angolaner Gabriel, der aussieht wie ein Geschäftsmann. Wir sollten hier nicht einfach so in der Dunkelheit rumlaufen, sagt er zu uns. Das sei gefährlich. Zurück im Hotel können wir nicht einschlafen: Gleich gegenüber befindet sich eine Militärakademie. Nachts landet lautstark ein Hubschrauber auf dem Gelände.</p>
<p><em><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2009/11/NETZ_31.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-5671" title="Edel-Disco am Hafen" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2009/11/NETZ_31-300x165.jpg" alt="Edel-Disco am Hafen" width="300" height="165" /></a>Donnerstag:</em><br />
Wir beschweren uns an der Rezeption. Wir wollen ein anderes Zimmer und bekommen schließlich ein Appartement im fünften Stock zugeteilt – eine „Suite“ im Gegensatz zu der Sardinendose, in der wir die Nacht verbracht haben. Wir verfügen nun über zwei Zimmer mit großem Bad. Alles funktioniert. Einziger Nachteil: Es gibt keine Klimaanlage. Mittags machen wir uns auf den Weg in die Stadt. Wir beschließen, ins kühle Museu de Calouste Gulbenkian zu gehen, dem größten und – laut Reiseführer – schönsten Museum von Lissabon mit orientalischem Kunsthandwerk und Bildern alter Meister. Auf dem Weg dorthin klaut Anja im verwilderten Garten eines baufälligen Hauses eine Fliese. Ich warte lieber vorm Eingang auf sie, schließlich will ich nicht in einem portugiesischen Gefängnis landen. Das Gulbenkian-Museum ist zwar alles andere als schön und sieht von außen aus wie der hässliche Baukasten eines Diktators, aber die Werke, die wir drinnen zu Gesicht bekommen, haben es in sich. Anja steht auf Rembrandt, ich eher auf Rubens. Die ägyptische Kunst imponiert uns beiden gleichermaßen. Nachmittags erkunden wir die Stadt per Sightseeing-Doppeldeckerbus. Lissabon hat eine Hängebrücke, die wie die Golden Gate aussieht. Davor steht eine riesige Jesusstatue mit ausgebreiteten Armen. Beeindruckend. Nach dem Abendessen gehen wir ins Bairro Alto, ins Vergnügungsviertel. Überall ist Musik und überall sind Menschen aus aller Herren Länder. Wir lernen Mauro und seine Kollegen aus Porto kennen. Mauro kennt die deutsche Kultur ziemlich gut. Er liebt Leni Riefenstahl, Karlheinz Stockhausen, Rainer Werner Fassbinder, Can und den Krautrock. Spät in der Nacht fahren wir zusammen ins Lux. Das ist eine Edel-Disco am Hafen, die dem Schauspieler John Malkovich gehört. Wir trinken Wodka und schauen von der Terrasse aus auf den Tejo und die Industrieanlagen an den Docks. Was für ein Ausblick!</p>
<p><em>Freitag:</em><br />
Als wir erwachen, sind die Eindrücke der letzten Nacht noch präsent. Das Bairro Alto ist ein mythischer Ort. Dorthin müssen wir zurück. Aber jetzt fahren wir mit der E 28 bei über 38 Grad Celsius ins Alfamaviertel. Später sitzen wir in einem billigen Grill. Anja bestellt Sardinen, das Nationalgericht der Portugiesen, und fotografiert heimlich einen jungen Mann mit Bierbauch, der schon am Nachmittag „Sagres“ trinkt. Als Anja ihn anspricht, grinst er und zeigt seine schlechten Zähne. Ich esse Oliven mit Weißbrot – einfach und gut. Abends kaufe ich mir im Supermarkt eine große Flasche Wasser für 18 Cent.</p>
<p><em>Samstag:</em><br />
Wir fahren mit Bahn und Taxi zum 30 Kilometer entfernten Surfer-Beach in der Nähe von Cascais und sind beeindruckt: von den Surfern und vom Atlantik. Vom starken Wind und von den Wellen, die uns mitreißen. Irre! Das Mittelmeer ist eine Pisskloake dagegen. Hier tobt eine Urgewalt. Wir werden unvorsichtig. Ich mache einen Strandspaziergang, und Anja sonnt sich. Abends haben wir uns beide verbrannt. Sie am Arsch. Ich am Rücken.</p>
<p><em>Sonntag:</em><br />
Wir wandern verschlafen in die Stadt, die am Sonntag ausgestorben und noch morbider als sonst wirkt. Die Sonne heizt den Asphalt auf, während wir in verstaubten Antiquariaten stöbern. Wir trinken Latte im Café A Brasileira, dem Kultcafé, in dem der portugiesische Autor Fernando Pessoa zu Lebzeiten immer gesessen hat. Ich will mir eine BILD kaufen, aber in Lissabon gibt es keine deutschen Zeitungen. Erst am Abend werden wir heiter. Die Nacht ist hier am schönsten, weil sie die Poesie der vergangenen Zeiten weckt.</p>
<p><em>Montag:</em><br />
Wir fahren nach Belém und schauen uns im Kulturzentrum um. Das Centro Cultural beherbergt das Museu Colecção Berardo für zeitgenössische Kunst. Wir sehen uns Fotografien von Cristóbal Hara und Mabel Palacín an, die uns sehr gut gefallen. Ich bin von der Pancho-Guedes-Dauerausstellung begeistert. Anja hingegen findet die Rembrandt-Werke in der Kunstaufbewahrungsanstalt Gulbenkian besser. Wir fotografieren uns gegenseitig und stellen uns neben moderne Klassiker wie Yves Klein und Cindy Sherman.</p>
<p><em>Dienstag:</em><br />
Ich fahre allein nach Estoril, einem Badeort, esse eine Fischsuppe und lege mich an den Strand. Anja kommt später nach. Alles ist easy. Wir nehmen schon Abschied. Abends blicken wir über die sieben Hügel der weißen Stadt. Das Licht in Lissabon ist einmalig. Wenn die Sonne untergeht, die Schatten länger werden und der Blick auf die Weite des Tejo fällt, erfasst dich die Melancholie: Saudade. So müssen sich schon die ersten Seefahrer gefühlt haben, die hier – am Ende der Welt – von der Ferne träumten.</p>
<p><strong>Text: Simone Niemann, Fotos: Anja Gassmann</strong></p>
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		<title>föhr – die bodenständige perle der nordsee</title>
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		<pubDate>Mon, 31 Aug 2009 22:00:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[unterwegs]]></category>
		<category><![CDATA[2009-09]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor ein paar Stunden noch im grauen Hannover, lasse ich mir jetzt schon die salzige Seeluft ins Gesicht wehen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="margin-bottom: 0cm;"><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2009/10/Föhr1_500px.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-5405" title="Föhr" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2009/10/Föhr1_500px-300x198.jpg" alt="Föhr" width="300" height="198" /></a>„Was für ein herrlicher Tag“, denke ich mir, als wir die Fähre nach Föhr betreten. Vor ein paar Stunden noch im grauen Hannover, lasse ich mir jetzt schon die salzige Seeluft ins Gesicht wehen. Die Sonne scheint vom blauen Himmel, und nur ein paar Wolken trüben die Sicht – aber die wird der frische Wind schon noch ans Festland pusten. An Deck erhole ich mich von der langen Anreise. Schon um 4 Uhr an diesem Morgen bin ich aufgestanden, eine unmenschliche Zeit, zu der ich mich eigentlich niemals aus dem Bett quälen würde, wäre da nicht die Verlockung dieser urgemütlichen Nordseeinsel gewesen. Die anderen Passagiere tragen alle Regenjacken im Partnerlook und seltsame Cappis, ich begnüge mich lässig mit einem kuscheligen Pullover. Und bereue diese Entscheidung nur wenige Minuten später, während ich mich durchgefroren in das Bord-Café begebe. Man sollte auf jedes Wetter vorbereitet sein. Daher ist von nun an meine Devise: Zwiebel-Look! Die Sonne lässt das Meer glitzern, und am Horizont kann ich bereits mein Ziel für den heutigen Tag erkennen! Die Fahrt vergeht von nun an wie im Flug. Und dann gibt es noch ein paar Seehunde auf einer Sandbank als kleines Extra obendrauf.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2009/10/Föhr2_500px.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-5406" title="Zufriedene Kühe " src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2009/10/Föhr2_500px-300x197.jpg" alt="Zufriedene Kühe " width="300" height="197" /></a>Endlich wieder festen Boden unter den Füßen, geht es zunächst zur Ferienwohnung in Alkersum, ein winziger Ort mit einem Bäcker und mehr Pferden als Menschen. Herzlich werden wir dort empfangen. Die Wohnung ist klein, aber gemütlich, und bietet für wenig Geld alles, was man braucht. Da es aber viel zu viel zu sehen gibt, steuern wir nach einer kurzen Verschnaufpause gleich „Ingo&#8217;s Fahrradverleih“ in Wyk an, der kleinen Hauptstadt dieser Insel. Föhr lässt sich nur auf zwei Rädern standesgemäß erkunden. Und schon geht es auf zum Strand im 5 km entfernten Nieblum. Ohne Zweifel der schönste Strand der Insel: weißer, feiner Sand soweit das Auge reicht, mit bunten Strandkörben übersät. Vor uns das klare, blaue Meer, hinter uns die grünen Dünen. Wir breiten unsere Handtücher aus und legen uns erstmal zum „Brutzeln“ in die Sonne. Als uns einige Stunden später der Hunger weckt, ist Rettung nur ein paar Schritte entfernt. Im Strand-Imbiss gibt es knusprige Pommes, saftige Burger und knackige Salate, aber leider nichts typisch Nordfriesisches. Daher geht es abends, nach einer wilden Partie Beachvolleyball, ins Zentrum. Wyk ist eine niedliche Hafenstadt, die auf den ersten Blick einen sehr ursprünglichen Eindruck macht, sich beim zweiten Hinschauen aber leider auch als sehr touristisch herausstellt: Überall werden Eimer, Schaufeln, T-Shirts und Aufkleber mit Föhr- Aufdruck verkauft. Wir suchen und finden ein gemütliches Fischrestaurant mit dem vielversprechenden Namen „Klatt&#8217;s Gute Stuben“, in dem wir fangfrische Gerichte serviert bekommen. Man schmeckt sogar noch das Meerwasser – lecker! Trotz der reichhaltigen Mahlzeit wollen wir uns eine Sache dann doch nicht entgehen lassen: das berühmte Softeis Föhrs! Mit je einer riesigen Eiswaffel schlendern wir die in rosa Abendlicht getauchte Strandpromenade entlang. In der Ferne sehen wir die Halligen – winzige Inseln, von kaum mehr als einer Handvoll Menschen bewohnt. Unser Rückweg führt uns durch kleine Gassen, gesäumt von Reet-gedeckten Friesenhäusern.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2009/10/Föhr3_500px.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-5407" title="Möwe" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2009/10/Föhr3_500px-300x276.jpg" alt="Möwe" width="300" height="276" /></a>Natürlich muss da ein Foto geschossen werden. Als ich mich allerdings vor solch einem Haus in Pose werfe, komme ich mir vor wie ein Riese unter Liliputanern. Waren die Menschen früher wirklich so klein? Tags darauf verfinstern sich zeitgleich der Himmel und mein Gesicht. Es regnet in Strömen. Gezwungenermaßen fahren wir daher nicht an den Strand und nehmen stattdessen an einer Friedhofsführung teil. Unser Führer ist ein pensionierter Lehrer, der ehrenamtlich Interessierte über einen der ältesten Friedhöfe der Insel begleitet: Friedhof Süderende. Mit kleinen Anekdoten lockert er das sonst eher trockene Thema spielend auf und ich lerne sogar einiges: Abgeknickte Blumen auf  Grabsteinen stehen zum Beispiel für verstorbene Familienmitglieder. Und entgegen des Klischees werden weibliche Mitglieder als blaue Blüten und männliche als rote Blüten dargestellt. Dann folgt der nächste tropische Regenschauer. Gott sei Dank stehen noch weitere überdachte Ziele auf unserer Liste. Es geht zum Friesenmuseum in Wyk. Bereits der Eingang des Museums aus Blauwalkieferknochen beeindruckt, und auch im Inneren gibt es einiges zu entdecken: Von der Walfang- und Seefahrtsausstellung bis hin zur volkskundlichen Ausstellung mit traditioneller Trachtenkleidung und Silberschmuck wird ausführlich die Geschichte Föhrs präsentiert. Natürlich gibt es auch hier wieder einen Souvenir-Shop, aber die Insel lebt nun einmal vom Tourismus. Später führt uns unsere Entdeckungstour in Schwindel erregende Höhen. Ich bin nervös, als wir uns dem kleinen Flugplatz nähern. Mit zitternden Beinen betrete ich das auf mich nicht unbedingt sicher wirkende Propeller-Flugzeug. Schon bei dem Gedanken, mit dieser Kiste gleich vom Erdboden abzuheben, dreht sich mir der Magen um. Doch ich bekämpfe meine Höhenangst, und bin später froh darüber, denn ansonsten hätte ich einen unglaublichen Blick über das Wattenmeer verpasst: ein unwirkliches Farbspiel aus in Wasserflächen reflektierten Sonnenstrahlen und braun glänzendem Schlick präsentiert sich unter uns. Als ich wieder unbeweglichen Boden unter den Füßen spüre, bin ich erleichtert. Mein Puls nimmt langsam Normalwerte an. Aber eigentlich war es doch viel zu schnell vorbei – 20 Minuten sind nicht lang. Zur Entspannung nach diesem kleinen Abenteuer geht es noch ins AQUA Föhr, ein Wellness- und Spaßbad. Ich stürze mich in die künstlichen Wellen des Schwimmbeckens und lasse mich durch das Wasser wirbeln – und das ganz ohne störende Algen und fiese Krebse mit großen Scheren. Allerdings sollte man dringend einen Bikini tragen, der auch hält, was er verspricht. Nämlich bestimmte Körperteile auch bei starkem Wellengang zuverlässig zu bedecken. Leider tat das meiner nicht. Mit einem tief roten Gesicht verlasse ich das Becken, um bei einem Thalasso-Bad meinen peinlichen Auftritt zu vergessen und in absolute Tiefen- Entspannung zu versinken. Als die Behandlung allerdings beginnt, und ich von oben bis unten mit stinkendem Schlick eingerieben bin, ist irgendwie der Glamour dieser Wellness-Behandlung verloren. Aber es soll ja helfen. Angeblich entgiftet Thalasso den Körper und reinigt und klärt die Haut. Also: Nase zu und durch!</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Am letzten Abend geht es per Rad und bei starkem Gegenwind nach Wrixum. Die Aussicht auf ein leckeres Abschlussessen beim besten Griechen der Insel spornt an. Und als Aris Greek Restaurant endlich erreicht ist, schmerzen meine Beine auch nur noch halb so stark. Föhr bietet alles, was man für einen perfekten Urlaub braucht. Für alle, die sich gerne den Wind ins Gesicht pusten lassen, die sich auch bei mäßigem Wetter beschäftigen können und die Friesenhäuser einfach nur urgemütlich finden, ist diese Insel genau richtig.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong>Jennifer Sarnoch</strong></p>
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		<title>stockholm</title>
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		<pubDate>Fri, 31 Jul 2009 22:00:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Manuela Sender</dc:creator>
				<category><![CDATA[unterwegs]]></category>
		<category><![CDATA[2009-08]]></category>

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		<description><![CDATA[So einsam Schweden in manchen Gegenden ist, so rege ist das Treiben in Stockholm. Vollkommen zu Recht gilt diese Stadt vielen als eine der schönsten Hauptstädte der Welt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="margin-bottom: 0cm;"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-4515" title="Typisch schwedisch?" src="/wp-content/uploads/2009/08/stockholm_3_net-150x150.jpg" alt="Typisch schwedisch?" width="150" height="150" />In Schweden sehen wirklich alle Menschen unglaublich gut aus. Dass man sich dort ein bisschen so vorkommt wie ein Karpfen unter lauter Forellen, ist allerdings der einzige Grund, der einen abhalten könnte, diesem schönen Land einen Besuch abzustatten. Womit wir ganz nebenbei schon angedeutet haben, warum sich dieses Land bei vielen Menschen als Urlaubsziel großer Beliebtheit erfreut. Es gibt vielleicht nichts Schöneres, als in den einsamen Wäldern irgendwo an einem See zu sitzen und die Angel ins Wasser zu halten. Ruhe und Entspannung sind hier garantiert. Wenn man nicht will, trifft man keine Menschenseele.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">So einsam Schweden in manchen Gegenden ist, so rege ist das Treiben in Stockholm. Vollkommen zu Recht gilt diese Stadt vielen als eine der schönsten Hauptstädte der Welt. Und darum sollte jeder Urlauber sich zumindest an einem Tag von der Einsamkeit verabschieden und sich Zeit nehmen, um diese außergewöhnliche Stadt zu erkunden.</p>
<p><img class="alignleft size-medium wp-image-4514" title="Stockholms Altstadt" src="/wp-content/uploads/2009/08/stockholm_2_net-266x300.jpg" alt="Stockholms Altstadt" width="266" height="300" />Stockholm erstreckt sich über vierzehn Inseln, die wiederum durch 57 Brücken miteinander verbunden sind. Auch hier ist die Natur allgegenwärtig, die Nähe zum Wasser hat ihren besonderen Charme. Und mittendrin Ekoparken, der erste städtische Nationalpark der Welt und die Grüne Lunge dieser Großstadt. Wer sich zunächst einen Überblick verschaffen möchte, der sollte den Tag mit einem Besuch des Stadshuset beginnen, Stadthaus und Wahrzeichen von Stockholm. Von der Turmspitze hat man einen herrlichen Ausblick über die gesamte Stadt und kann seinen ganz persönlichen Stadtrundgang planen. Mögliche Ziele gibt es reichlich, denn Stockholm hat aufgrund seiner 750-jährigen Stadtgeschichte eine Vielzahl von Sehenswürdigkeiten zu bieten. Zum ersten Mal wurde der Ort vom isländischen Dichter und Sagenschreiber Snorre Sturlasson (1178-1241) erwähnt. Er nannte eine Pfahlbarriere über die heutige Wasserstraße Norrström „Stocksundet“. Bei Ausgrabungen in den späten 1970er Jahren kamen tatsächlich Überreste von Wasserpfählen zum Vorschein, die aus dem 11. Jahrhundert stammen. Außerdem beschreibt Snorre einen Befestigungsturm aus dem 12. Jahrhundert, der exakt dort gestanden haben soll, wo sich heute das königliche Schloss befindet. In historischen Dokumenten ist von Stockholm erstmals 1252 die Rede. Dort steht nachzulesen, dass der Gründer Stockholms, der Regent Birger Jarl, um das Jahr 1250 eine Festung bauen wollte, um den Mälarsee vor Piratenplünderungen zu schützen.</p>
<p>Stockholm entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten vor allem aufgrund seiner strategischen Lage zu einer wichtigen Handelsstadt. Bereits um 1270 wurde Stockholm in Dokumenten als Stadt bezeichnet und 1289 in einem Dokument als die bevölkerungsreichste Stadt des Königreiches beschrieben. Die Ausdehnung der Stadt war zu dieser Zeit auf die Insel Stadsholmen (heute Gamla Stan) beschränkt. Wer bei seinem Rundgang also mit dem geschichtlichen Ursprung der Stadt beginnen möchte, der macht sich zuerst auf den Weg nach Gamla Stan (übrigens kann man fast alle Sehenswürdigkeiten gut zu Fuß erreichen). Gamla Stan gehört heute zu den besterhaltenen historischen Altstädten der Welt. Hier findet man das Königliche Schloss mit seinen über 600 Zimmern und die Kirche Storkyrkan. In den verwinkelten Gässchen mit Läden für Antiquitäten und Kunsthandwerk und vielen Galerien und Cafés kann man durchaus die Zeit vergessen. Das sollte man nicht, zumindest, wenn man nur einen Tag Zeit hat. Denn es gibt natürlich noch eine ganze Menge mehr zu entdecken.</p>
<p>Im 15. Jahrhundert wollten sich die Dänen Schweden einverleiben. Christian II. belagerte die Stadt 1518, allerdings zunächst vergebens. 1520 gelang ihm dann die Einnahme durch Verrat. Am 8. November 1520 kam es darauf in Stockholm im Rahmen der Krönungsfeierlichkeiten zu einer Massenhinrichtung von Oppositionellen, dem Stockholmer Blutbad. Mehr als 80 Adlige wurden hingerichtet, doch ein junger Adliger namens Gustav Eriksson konnte entkommen. Bereits gegen Ende des Jahres hatte er eine Armee zusammengestellt und konnte Christian II. aus Schweden vertreiben. Am 6. Juni 1523, dem heutigen schwedischen Nationalfeiertag, wurde Gustav Eriksson unter dem Namen Gustav Vasa zum König gewählt. Stockholm entwickelte sich in der Folge zu einer wichtigen Residenzstadt. Neben dem Bürgertum prägte nun auch der königliche Hof mehr und mehr das Stadtbild. Schon bald bot die Stadtinsel nicht mehr genug Platz. 1529 wurden darum Södermalm und Norrmalm unter die Herrschaft Stockholms gestellt. Die Stadt wuchs und erreichte um 1600 eine Dichte von 10.000 Einwohnern. Auf der grünen Insel Djurgården liegt heute das nach dem König benannte weltberühmte Kriegsschiff Vasa vor Anker.<br />
<img class="alignright size-medium wp-image-4516" title="Die Vasa" src="/wp-content/uploads/2009/08/stockholm_4_net-300x217.jpg" alt="Die Vasa" width="300" height="217" />Das weltweit einzige aus dem 17. Jahrhundert erhaltene Schiff besteht noch zu über 95 Prozent aus Originalteilen. Zur Dekoration des Schiffes zählen hunderte kunstvoll geschnitzter Figuren. Das 69 Meter lange Kriegsschiff sank 1628 auf seiner Jungfernfahrt mitten in Stockholm und wurde 1961 geborgen. Die anschließenden Restaurierungsarbeiten dauerten fast ein halbes Jahrhundert. Das Vasamuseum ist mit über einer Million Besuchern jährlich das meistbesuchte Museum Skandinaviens. Neun verschiedene Ausstellungen rund um das Schiff gewähren einen Einblick in das Leben an Bord.</p>
<p>Wenn man schon mal auf Djurgården ist, sollte man sich aber auch Skansen, das älteste Freilichtmuseum der Welt, nicht entgehen lassen. In Skansen werden traditionelles Handwerk und volkstümliches Brauchtum gezeigt – ein historisches Schweden im Kleinformat, ein Schaufenster in die Geschichte. Stockholm selbst bietet insgesamt einen lebendigen Blick in die Geschichte. Im 17. Jahrhundert stieg Schweden zur Großmacht auf und Stockholm wuchs entsprechend rasant. Von 1610 bis 1680 versechsfachte sich die Einwohnerzahl. Ladugårdslandet, das heutige Östermalm, und die Insel Kungsholmen wurden eingemeindet. 1634 wurde Stockholm dann offiziell zur Hauptstadt des schwedischen Reiches. In dieser Zeit entstanden auch einige der großen Bauten und Paläste, zum Beispiel Riddarhuset, das Oxenstiernasche Palais, das Tessinsche Palais und die alte Reichsbank. Nach Kriegen und Pest im 18. Jahrhundert, stagnierten zunächst das Bevölkerungswachstum und die wirtschaftliche Entwicklung. Unter Gustav III. entwickelte sich Stockholm dann vor allem zum kulturellen Zentrum Schwedens. Das Stockholmer Schloss und die Königliche Oper sind architektonischer Ausdruck dieser Epoche. Auch die Gründung der Svenska Akademien zur Förderung der schwedischen Sprache und Literatur fällt in diese Zeit. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts übernahm Stockholm wieder eine führende Rolle in der Wirtschaft des Landes. Vor allem durch Zuwanderung wuchs in dieser Zeit auch die Bevölkerung stark an. Es entstanden eine Reihe von Elendsvierteln, aber auch Villenviertel im Grünen und an der Küste. Um die Position als Kulturzentrum weiter auszubauen, bemühte sich die Stadt um die Ansiedlung höherer Bildungseinrichtungen. Die Gründung des Karolinischen Instituts und des Technologischen Instituts, das 1877 eine Technische Hochschule wurde, fallen in diese Zeit. 1878 wurden auch die ersten Lehrveranstaltungen an der neu gegründeten Stockholmer Hochschule abgehalten.</p>
<p>Man könnte noch unendlich mehr über diese Stadt erzählen, deren Geschichte sich von einer Insel zur nächsten mehr und mehr erschließt.</p>
<p><img class="alignleft size-medium wp-image-4513" title="Stockholm" src="/wp-content/uploads/2009/08/stockholm_1_net-300x79.jpg" alt="Stockholm" width="300" height="79" />Aber wir müssen es zum Ende kurz machen: Vielleicht sollte man sich doch zwei oder drei Tage Zeit für Stockholm nehmen und die Fische in Ruhe lassen. Es lohnt sich.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p><strong>LU</strong></p>
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		<title>Hannovers Wüstensöhne &#8211; Wodka und Pilaw</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Oct 2008 15:49:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Björn B. Dorra</dc:creator>
				<category><![CDATA[unterwegs]]></category>
		<category><![CDATA[2008-10]]></category>

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		<description><![CDATA[Er bezeichnet sich selbst als Wüstensohn: Johannes Janke ist Hannoveraner und doch packt ihn öfter mal das Fernweh, um auf den Spuren fremder Kulturen zu wandeln. Bevorzugt zu Fuß oder eben mit einheimischen Fortbewegungsmitteln. Es ist mittlerweile die dritte Reise, die Janke vom 24. April – 19. Mai diesen Jahres zusammen mit seinen Weggefährten, Burkhart [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_3734" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://skneu.d-1.com/wp-content/uploads/2008/10/2008-10_unterwegs_wueste02.jpg"><img class="size-full wp-image-3734" title="Wüstensöhne" src="http://skneu.d-1.com/wp-content/uploads/2008/10/2008-10_unterwegs_wueste02.jpg" alt="Die Wüstensöhne: Bernhard Mittelhäuser,Dieter Schach, Dr.Paolo Schmitz, Dr.Mohamed Tabache,Burkhard Heine, Johannes Janke,Volker Uphoff und Erhard Schreiber." width="500" height="322" /></a><p class="wp-caption-text">Die Wüstensöhne: Bernhard Mittelhäuser,Dieter Schach, Dr.Paolo Schmitz, Dr.Mohamed Tabache,Burkhard Heine, Johannes Janke,Volker Uphoff und Erhard Schreiber.</p></div>
<p>Er bezeichnet sich selbst als Wüstensohn: Johannes Janke ist Hannoveraner und doch packt ihn öfter mal das Fernweh, um auf den Spuren fremder Kulturen zu wandeln. Bevorzugt zu Fuß oder eben mit einheimischen Fortbewegungsmitteln. Es ist mittlerweile die dritte Reise, die Janke vom 24. April – 19. Mai diesen Jahres zusammen mit seinen Weggefährten, Burkhart Heine und Volker Uphoff, in die Wüste führte. Zuvor war er bereits in der libyschen Sahara und in Namibia in der gleichlautenden Namib.<a href="http://skneu.d-1.com/wp-content/uploads/2008/10/2008-10_unterwegs_wueste01.jpg"><img class="size-medium wp-image-3733 alignleft" title="Stadtkinder unterwegs in der Wüste" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wordpress/wp-content/uploads/2008/10/2008-10_unterwegs_wueste01-300x198.jpg" alt="" width="300" height="198" /></a></p>
<p>Diesmal führte ihn seine Leidenschaft für die Wüsten dieser Erde, für fremde Kulturen und die Lebensweise der Menschen nach Usbekistan, entlang der Seidenstraße durch die drei alten Städte Chiwa, Buchara und Samarkand. Janke dokumentiert seine Reiseeindrücke fotografisch und verschafft so Interessierten einen Einblick in die usbekische Kultur. Er deckt kulturelle Unterschiede aber auch Gemeinsamkeiten auf. Manchmal sind die fernen Länder tatsächlich fremd, manchmal sind die Städte und Menschen aber durchaus mit Hannover und den Menschen hier zu vergleichen. Erst im August stellte er zusammen mit Heine und Uphoff seine Fotografien im Eilenriedestift am Bevenser Weg aus und fand ein begeistertes Publikum. <a href="http://skneu.d-1.com/wp-content/uploads/2008/10/2008-10_unterwegs_wueste03.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-3735" title="Stadtkinder untwerwegs in der Wüste" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wordpress/wp-content/uploads/2008/10/2008-10_unterwegs_wueste03-226x300.jpg" alt="" width="226" height="300" /></a>Die Bilder sprechen für sich: Portraits von jungen und alten Menschen, ein alter Mann mit Falten im Gesicht wie ein zusammengerollter Gebetsteppich, eine lachende Frau mit lauter Goldzähnen im Mund und aussagekräftige Landschaftspanoramas spiegeln die Lebensweise und die Lebensumstände. Die Menschen beschreibt Janke neben den Bauten an der Seidenstraße als den eigentlichen Höhepunkt seiner Reise. „Die Usbeken scheinen zufriedene Menschen zu sein. Betteleien finden nicht statt, da es genügend Agrarprodukte gibt und somit kein Hungerproblem.“ Janke charakterisiert sie als sehr gastfreundlich, zugewandt und gut gelaunt. „So eine Art fröhliche Armut ausstrahlend“, schmunzelt er. Was nicht zuletzt daran liegt, dass Usbekistan seit der Unabhängigkeit von Russland im Jahre 1991 weltweit drittgrößter Baumwollexporteur ist. Außerdem ist das Land reich an Bodenschätzen, wie Gold, Erdgas und Kupfer, die durch den Export hohe Deviseneinnahmen bringen. Auch landschaftlich ist es attraktiv. Die Fotos vermitteln Eindrücke vom Wandern und Kamelreiten in der Kizilkum-Wüste und vom Bergwandern im Chimgon-Gebirge, 80 km von der Hauptstadt Taschkent. Drei Viertel des Landes sind mit Wüsten bedeckt. Die Kizilkum-Wüste ist eine steppenartige Halbwüste. Gräser und Büsche wechseln mit Sandhügeln. Diese Steppe ist Lebensraum für Nomaden und Tierherden. Übernachtet wird hier in Jurten, Tierhäute aus Leder oder Filz. Südöstlich des Aralsees im Tiefland von Turan erstreckt sich diese Wüste bis nach Kasachstan hinein und nimmt drei Viertel von Usbekistan in Anspruch. Usbekistan und Lichtenstein sind übrigens die einzigen Binnenstaaten auf der Welt, die ebenfalls nur von Binnenstaaten umgeben sind. Kein Meer weit und breit, so könnte man sagen. Das Völkergemisch aus Usbeken, Russen und kleineren Volksgruppen gehört zu 90% der Glaubensrichtung der Sunniten an. Mit 24 Mio. Einwohnern sind die Usbeken das zweitgrößte Turkvolk nach den Türken, davon sind 40% jünger als 15 Jahre. Das ergibt ein Durchschnittsalter von 24 Jahren. Die antiken Städte Samarkand, Buchara und Chiwa sind mittlerweile beliebte Reiseziele. <a href="http://skneu.d-1.com/wp-content/uploads/2008/10/2008-10_unterwegs_wueste04.jpg"><img class="size-medium wp-image-3736 alignleft" title="Stadtkinder unterwegs in der Wüste" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wordpress/wp-content/uploads/2008/10/2008-10_unterwegs_wueste04-224x300.jpg" alt="" width="224" height="300" /></a>Und betrachtet man Jankes Fotos, die mit ihrem orientalischem Flair und exotischem Charme verzaubern, wird das touristische Interesse nachvollziehbar. Zwischen den vielen Minaretten, Kuppeln und Bögen entdeckt man Moscheen und andere Heiligtümer, die mit Mosaiken, Ornamenten und Arabesken übersät sind. Eingebettet zwischen Teppichläden, Souvenirshops und Musikgeschäften. Anstelle der Koranschüler entdeckt man hier vor allem auch Touristen. Die Reise beschreibt Janke in drei Stationen: Die erste Station führte die Männer im Reisebus die Seidenstraße entlang in die Städte. Während des Reisens durch die Wüste bediente man sich dann einheimischer Fortbewegungsmittel. Immer im Wechsel mit seinen Kameraden ritt Janke auf dem Kamel oder lief nebenher. So schaffte man 20 km am Tag. Im Chimgon-Gebirge, wo die Berge teilweise bis zu 4.000 Meter hoch sind, wanderten sie bis zur Schneegrenze. Das kontinentale Klima in Usbekistan erzeugt heiße Sommer mit bis zu 300 Sonnentagen im Jahr, dafür aber kalte Winter. Um sich gerade an den kalten Tagen zu wärmen, wird viel getrunken. Ein traditioneller Eintopf, der Pilaw, wird nur an Freitagen und ausschließlich von den Männern zubereitet. Pilaw ist die Hauptspezialität der usbekischen Küche und wird in einem Kessel über dem offenen Feuer gekocht. Wer Janke auf seinen Spuren durch Usbekistan folgen will, sollte sich diese Spezialität auf keinen Fall entgehen lassen, und das nicht nur, weil sie den Magen wärmt.</p>
<p>Pilaw für vier Personen:<br />
Man benötigt 500 g Rind- oder Hammelfleisch, 3 Tassen Reis, 1 große Zwiebel, 300g Karotten, 50g Hammelfett oder Butter, 2 gehackte getrocknete Chilischoten, 1 1/2 EL Tomatenmark, 1 junge grüne Zwiebel, 1 Lorbeerblatt, Salz und Pfeffer.<br />
Für die Marinade: 2/3 Tassen Weinessig oder Zitronensaft, 1/3 Tassen trockenen Wein, geriebener Knoblauch, Sojasauce, Salz und Cayennepfeffer.<br />
Die Zubereitung ist eigentlich ganz einfach, denn es ist ja ein Eintopf. Also alles entsprechend der jeweiligen Garzeit rein in den großen Topf. Aber dann auch ganz schwer, denn die Usbeken haben natürlich ihre Geheimnisse&#8230; Wahlweise kann man noch Rosinen, Kichererbsen, Aprikosen, Kürbis und Tomaten beimischen. Dazu gibt es wahlweise Bier oder Wodka. Der halbe Liter Wodka kostet 1 Euro während man für ein kleines Bier 2 Euro berappen muss.</p>
<p>Astrid Oltmann, Fotos: Johannes Janke</p>
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		<title>In Prag</title>
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		<pubDate>Wed, 22 Oct 2008 15:02:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Björn B. Dorra</dc:creator>
				<category><![CDATA[unterwegs]]></category>
		<category><![CDATA[2008-11]]></category>

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		<description><![CDATA[Ach war das damals schön, als wir alle zur Klassenfahrt nach Prag gefahren sind. Unzählige Abi-Jahrgänge haben diese Reise schon hinter sich, unzählige haben sie sicher auch noch vor sich. Nur schade, dass man damals so viel verpasst hat. Seinerzeit war der Alkohol noch unglaublich günstig, man selbst war noch unglaublich jung und die Stimmung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://skneu.d-1.com/wp-content/uploads/2008/10/unterwegs_prag.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-3440" title="unterwegs_prag" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wordpress/wp-content/uploads/2008/10/unterwegs_prag-300x150.jpg" alt="" width="300" height="150" /></a>Ach war das damals schön, als wir alle zur Klassenfahrt nach Prag gefahren sind. Unzählige Abi-Jahrgänge haben diese Reise schon hinter sich, unzählige haben sie sicher auch noch vor sich. Nur schade, dass man damals so viel verpasst hat. Seinerzeit war der Alkohol noch unglaublich günstig, man selbst war noch unglaublich jung und die Stimmung auf der Klassenfahrt war eher leichtsinnig. Da ist man abends aus dem Hotel entschwunden (und musste dazu nur den Portier am Empfang bestechen), hat sich ins pralle Nachtleben gestürzt und ist später in einer der vielen Arbeiterkneipen in den Seitenstraßen gänzlich abgestürzt. Dort, wo der halbe Liter Bier nur wenige Pfennige kostete. Lediglich bei der Taxifahrt musste man aufpassen, denn die wurde proportional teurer, je mehr günstiges Bier man getrunken hatte. Ein guter Tipp war damals, die geplante Nachtstrecke vorsichtshalber bei Tag abzufahren und dann nachts die abgezählten Scheine in der Hosentasche bereit zu halten, um dem Taxifahrer mit wissender Miene das Geld in die Hand zu drücken. Meistens haben die sich dann nicht beklagt.</p>
<p>Aber all das ist lange her und inzwischen haben sich die Preise durchaus westlichen Maßstäben angepasst. Das ist Glück im Unglück für die jüngeren (und noch kommenden) Jahrgänge, denn sie haben bestimmt all die Sehenswürdigkeiten bewusst erlebt, während wir ältere Semester die Augen hinter der verspiegelten Sonnenbrille fest geschlossen hatten. Gott sei Dank haben die meisten von uns Älteren ihre Fahrt nach Prag inzwischen wiederholt und die zahlreichen Wissenslücken gefüllt.</p>
<p>Prag ist heute schöner denn je. Viele der Arbeiterkneipen sind heute verschwunden, aber der Charme der alten, verwinkelten Gassen zum Beispiel in der Altstadt ist erhalten geblieben. Das Gassengewirr am Moldaubogen war immer schon das vitalste Viertel von Prag. Bereits im 10. Jh. ließen sich hier Handwerker, Kaufleute und Kolonialwarenhändler nieder. Im Viertel um den Großen Platz (heute der Altstädter Ring) wurde damals überwiegend im romanischen Stil gebaut, bevor unter der Regentschaft von Karl IV. zahlreiche gotische Bauten hinzugefügt wurden.</p>
<p>Viele Prager haben nach der Erfahrung zahlreicher Überschwemmungen ihre gotischen Altstadthäuser in barockem Stil aufgestockt. Das ist besonders entlang der Celetná und der Husová zu sehen. Die einstiegen Erdgeschosse sind heute Keller, in denen sich gemütliche Weinstuben und Restaurants etabliert haben. Josefov (Josefstadt) wurde nach einem Großbrand weitgehend abgerissen und ist heute ein modernes Wohnviertel. Die durch die Josefstadt führende Parí ská (Pariser Straße) hat sich mittlerweile von einer zweckmäßigen Achse zwischen Altstädter Ring und Moldau zur Flaniermeile entwickelt. Eigentlich ist allein ein Ausflug in diesen Stadtteil schon eine Reise nach Prag wert.</p>
<p>Wer ein paar Tage länger Zeit hat, sollte sich auf jeden Fall noch einen Spaziergang über die Karlsbrücke gönnen, wo ukrainische Karikaturisten, tschechische Puppenspieler und amerikanische Gitarristen um die Aufmerksamkeit der Passanten buhlen. Die bekannteste Statue auf dieser Brücke dürfte der hl. Nepomuk sein (von der Altstadtseite die achte Figur rechts, sie war 1683 eine der ersten auf der Brücke). Das Handauflegen am Relief im Pfeiler soll Glück bringen – die blank geriebene Stelle macht klar, dass viele Besucher daran glauben. Zwischen dem sechsten und siebten Pfeiler rechts markiert ein Kreuz in der Brüstung den Ort, wo der Priester vor 600 Jahren von den Schergen des Königs Wenzel IV. in den Fluss gestürzt wurde. Er hatte sich trotz Folter an das Beichtgeheimnis gehalten. Sie sind eben verschwiegen, diese Heiligen. Auch die neue Welt, ein Viertel aus dem 16. Jh., ist einen Besuch wert. Hier befand sich in den 1960er-Jahren übrigens das kreative Hauptquartier von „Pan-Tau“-Regisseur Jindrich Polák.</p>
<p>Und noch ein heißer Tipp: Der Havelmarkt ist einer der ältesten Prager Märkte. Dort gibt es neben günstigem Gemüse auch allerlei Holzspielzeug und Schmuck. Wer hier nicht fündig wird, hat es auch anderswo schwer. Zuletzt muss natürlich noch die Laterna magika (Magische Laterne) erwähnt werden. Das Schwarzlichttheater ist tatsächlich ein weltweit einmaliges Erlebnis. Bei all den Sehenswürdigkeiten sollte der Prag-Reisende aber eines nicht vergessen: Das Portemonnaie gehört nicht in die Gesäßtasche und Fotoapparat und Handtasche sollten nicht locker über der Schulter hängen. Warum nicht? Wer mag, kann es ja mal ausprobieren.</p>
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		<title>In Wien</title>
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		<pubDate>Thu, 28 Aug 2008 13:02:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Björn B. Dorra</dc:creator>
				<category><![CDATA[unterwegs]]></category>
		<category><![CDATA[2008-06]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer jetzt im Sommer Lust auf einen spontanen City-Trip hat, dem sei Wien sehr ans Herz gelegt. Die Bundeshauptstadt Österreichs ist bekannt für ihren teils morbiden Charme und ihr gleichzeitig internationales Flair. Gerne verzeiht man dieser Stadt, dass sie Geburtsort eines der langweiligsten Dramatiker ist, der je auf Erden wandelte. Wien kann ja nichts für [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="margin-bottom: 0cm;">Wer jetzt im Sommer Lust auf einen spontanen City-Trip hat, dem sei Wien sehr ans Herz gelegt. Die Bundeshauptstadt Österreichs ist bekannt für ihren teils morbiden Charme und ihr gleichzeitig internationales Flair. Gerne verzeiht man dieser Stadt, dass sie Geburtsort eines der langweiligsten Dramatiker ist, der je auf Erden wandelte. Wien kann ja nichts für Franz Grillparzer. Bis auf das Grillparzer-Gedenkzimmer im Historischen Museum ist aber ein Streifzug durch Wiens Sehenswürdigkeiten durchaus eine spannende Angelegenheit. Ein paar Tage sollte man sich dafür allerdings Zeit nehmen. Zwar liegen die meisten lohnenden Ziele eng beieinander und sind außerdem für fußfaule Menschen mit der Straßenbahn gut zu erreichen, aber um wirklich alles ohne Stress zu sehen, braucht es eben doch ein bisschen mehr Zeit. Die Straßenbahn ist dabei wie gesagt ein guter Helfer. So führt die Standardtour mit dem &#8220;Einser&#8221; rund um den Ring und vorbei am Parlament, am Rathaus sowie am Kunsthistorischen und Naturhistorischen Museum.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Die Anreise nach Wien von Hannover aus ist sehr angenehm. Wenn der Pilot Gas gibt, dauert der Flug nur ca. eine Stunde. Viele günstige Airlines fliegen mehrmals täglich und wenn man früh genug bucht, bekommt man leicht einen Flug hin und zurück unter 70 Euro. Teurer kann allerdings die Unterkunft werden, wenn man unbedingt in einem zentrumsnahen Stadthotel unterkommen möchte. Wer bereit ist, eine kleinere Strecke auf sich zu nehmen, kann jedoch in den Hotels der Außenbezirke günstig Quartier beziehen. Sie liegen im so genannten Grüngürtel</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Wiens und sind neben den zentralen Jugendherbergen mit ca. 20 Euro pro Nacht die günstigere Alternative.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Die Millionenmetropole ist mit rund 1,7 Millionen Einwohnern die zehntgrößte Stadt der europäischen Union. Sie war lange Zeit die Residenzstadt der Habsburger. In dieser Zeit entstanden bedeutende Kulturgüter, wie das Schloss Schönbrunn, das bis zum Jahre 1918 als kaiserlicher Sommersitz diente und 1996 von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Weitere Highlights sind das Naturhistorische und Kunsthistorische Museum. Die palastartigen, sich gegenüberliegenden Gebäude laden zum stundenlangen Staunen ein. Sie dienten den Habsburgern als Sammelstätte für ihre Schätze aus aller Welt. Im Naturhistorischen Museum ist vor allem die gigantische Mineraliensammlung faszinierend, im Kunsthistorischen Museum sollte man sich die antike Münzsammlung nicht entgehen lassen. Die vielen historischen Bauwerke, wie die Hofburg im Zentrum der Stadt, beeindrucken vor allem durch ihren hochherrschaftlichen Stil. Man fühlt sich zurückversetzt in jene Zeit, als Sissi noch Kaiserin und die Welt noch in Ordnung war, und man bekommt eine leise Ahnung davon, was für ein prunkvolles Leben sie am Hofe genießen durfte. Wem das alles ein</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">bisschen zuviel Protz und Luxus ist, der sollte auf jeden Fall noch einen Abstecher in den ältesten Zoo der Welt machen, den Tierpark Schönbrunn.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Im Zentrum der Stadt rund um den Stephansdom befinden sich viele Geschäfte, die man auch aus anderen europäischen Städten kennt. Hier kann man wunderbar völlig überteuerten Kaffee trinken und den Menschen beim Bummeln zuschauen. Einige dieser Menschen werden ganz sicher Studierende sein. Denn die Wiener Universität ist mit rund 72.700 Studenten die älteste und größte Uni im deutschsprachigen Raum. Sie zieht viele Studenten aus ganz Europa und der Welt an. Genau hier ist Wien ausgesprochen international. Wenn man in Wien einen lauschigen Sommerabend genießen möchte, sollte man dies in den Heurigen tun. Die Heurigen, das sind Weinlokale in den Weinanbaugebieten Wiens. Sie befinden sich in Floridsdorf und Döbling sowie Mauer und Oberlaa. In romantischer Atmosphäre kann man hier unter Weinreben den einheimischen Wein genießen, der meist als Gespritzter, d.h. mit Mineralwasser, getrunken wird. Rustikales Essen wie Erdäpfelsalat und Wienerschnitzel runden den gemütlichen Abend ab. Ja, Wien ist eine Reise wert.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Marleen Gaida</p>
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		<title>In Paris</title>
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		<pubDate>Thu, 28 Aug 2008 10:38:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Björn B. Dorra</dc:creator>
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		<category><![CDATA[2008-07]]></category>

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		<description><![CDATA[„Der ist ja winzig“, ist der meistgesagte Satz von Parisneulingen aus aller Welt. Sie fliegen in die französische Metropole und wollen alle nur eins: endlich den Eiffelturm sehen, dieses riesenhafte, massive Wahrzeichen der Stadt, das einst als Geschenk der Amerikaner ins Land kam und seitdem wie kein zweites Bauwerk für Paris und Frankreich steht. Große [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="margin-bottom: 0cm;">„Der ist ja winzig“, ist der meistgesagte Satz von Parisneulingen aus aller Welt. Sie fliegen in die französische Metropole und wollen alle nur eins: endlich den Eiffelturm sehen, dieses riesenhafte, massive Wahrzeichen der Stadt, das einst als Geschenk der Amerikaner ins Land kam und seitdem wie kein zweites Bauwerk für Paris und Frankreich steht. Große Erwartungen also, und am Ende dieser eine Satz: „Der ist ja winzig“. In die Erkenntnis mischt sich Schadenfreude: die stolzen Pariser haben einen Kleinen. Man munkelt, dass bereits der Konstrukteur des Stahlwunders Komplexe wegen seiner kleinen Männlichkeit hatte und mit dem Bau des Koloss&#8217; seine Neurosen zu heilen suchte.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Paris ist zu jeder Jahreszeit eine Reise wert. Im Winter hüllen Regen und Schnee die Stadt in eine graue Tristesse, die an die Maigret-Romane von Georges Simenon erinnert, im Frühling und im Sommer tobt das Leben auf den Straßen und in den kleinen Cafés, die das Bild der Stadt prägen und von Touristenschwärmen überlaufen werden. Wer sein Plätzchen gefunden hat, bleibt am besten sitzen und genießt den Anblick der trubelnden Massen: es riecht nach Croissants und Auspuffgasen, nach Café au lait und Großstadtmief, es hupt und flirrt, und man möchte nie wieder fort.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Abgesehen von den bekannten touristischen Sehenswürdigkeiten, wie der Kathedrale von Notre Dame, dem Louvre oder der champignonfarbenen Basilique du Sacré-Cœur, gibt es in Paris zahlreiche Highlights abseits zu entdecken. Nicht nur im Sommer wunderschön ist der mit auffällig vielen Statuen geschmückte Tuileriengarten, der sich am rechten Seine-Ufer vom Louvre bis zum Place de la Concorde erstreckt. Im April und Mai</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">lässt sich dort die von Ella Fitzgerald in „April in Paris“ besungene Kastanienblüte live erleben. Der im Jahre 1612 angelegte Jardin du Luxembourg verbindet urbane Natur und Kunst eindrucksvoll miteinander: an den Gittern des Parks sind regelmäßig Foto-Ausstellungen zu sehen, die zeitgenössische Pariser Kunst unterschiedlichster Künstler präsentieren.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Absolutes Paris-Muss und keiner Taxifahrt vorzuziehen, ist eine Fahrt mit der Métro. Sie ist nach London, Glasgow und Budapest die viertälteste Europas, besteht aus insgesamt 16 Linien und ist mit 212,5 Kilometern Gesamtlänge eines der größten Netze der Welt. „Wer sich hier zurecht findet, findet sich überall zurecht“, lautet ein französisches Sprichwort (ein wenig frei ins Deutsche übersetzt), aber wahr ist es allemal. Wer sich er-folgreich das richtige Ticket am Automaten gezogen und sich unverletzt durch das Drehkreuz auf das richtige Gleis geschoben hat, ist bereit für den Großstadtdschungel und für eins der besten Baguettes der Stadt. Das gibt es im Bastilleviertel, übrigens auch bekannt für seine vielen Bars, Kneipen, Restaurants und Nachtclubs. Edith Piaf war hier einst zu Hause und verhalf dem Quartier schon in den 30er Jahren zu seinem anrüchig-mondänen Charme.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Wer sich vor dem Urlaub auf die Stadt einstimmen möchte, ist mit dem Film „Paris – je t&#8217;aime“ gut beraten. In zum Teil sehr kurzen Episodenfilmen stellen Regisseure die 18 Pariser Arrondissements vor – und schufen damit ein kleines Meisterwerk, das Paris in allen Facetten festhält. Der Film ist eine Hommage an diese so vielseitige und sehenswerte Stadt.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Flüge zahlreicher Fluggesellschaften nach Paris (Orly) starten mehrmals täglich ab Hannover, auch mit dem Nachtzug der DB ist man in knapp 10 Stunden am Ziel. Günstige Hotels findet man auf der Homepage www.hostelworld.com, als Reiseführer empfiehlt sich der Lonely Planet mit zahlreichen aktuellen Tipps zum Thema Shopping, Nachtleben und unbedingten Sehenswürdigkeiten.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;">Sabrina Kreter</p>
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		<title>In Budapest</title>
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		<pubDate>Mon, 18 Aug 2008 15:34:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Björn B. Dorra</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Was macht Budapest zu so einer faszinierenden Metropole? Vielleicht ist es die Asymmetrie dieser Stadt. Vielleicht sind es die grandiosen französischen Jugendstilbauten und sagenhaften Paläste, die man vergleichbar nur in Städten wie London findet. Vielleicht ist es auch die literarische und melancholische Wärme, vergleichbar mit einer Stadt wie Paris. Aber all diese Vergleiche beschreiben Budapest doch nur unzulänglich. Wahrscheinlich ist es einfach die extravagante, charmante und reizvolle Mischung, die dieser Stadt den Beinamen „Paris Osteuropas“ eingebracht hat.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Buda und Pest waren ehemals zwei autarke Städte, bis sie schließlich im Jahre 1872 zu Budapest vereint wurden. 20 Jahre zuvor hatte das Habsburger Königreich den Zusammenschluss noch vereitelt, aber im Zuge des „Österreichisch-Ungarischen Ausgleichs“ kam es dann doch zur Einheit auf dem Papier, in der Realität freilich längst vollzogen durch die zahlreichen Brücken über die Donau. Die beiden Stadtteile könnten kaum unterschiedlicher sein. Buda ist mit seinem schier unerschöpflichen Glanz, seinen Prachtpalästen aus vergangenen Epochen, hinter deren Hügeln die Gutbetuchten leben, ein ruhiger Kontrast zum eher flachen, aber lebendigen Pest. Auf der Buda-Seite der Donau erhebt sich der Gellértberg, auf dessen Gipfel sich die Zitadelle befindet, ein alter Festungsbau, der mittlerweile zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört und die vermutlich spektakulärste Aussicht über Budapest bietet. Ein Hannoveraner wird sich beim Rundumblick mit dem Fernglas vielleicht wundern, dass die eine oder andere Tramlinie stark den hiesigen ausrangierten Trams der üstra ähnelt. Das hat einen ganz einfachen Grund, denn in Budapest erleben die alten Bahnen aus Hannover gerade ihre Renaissance.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Pest gilt eher als das Mekka der Ostmetropole. Es beherbergt das Konsumzentrum mit den idyllischen Flaniermeilen. Auch das Studentenviertel mit seinen zahlreichen Clubs und etlichen romantischen Seitenstraßen findet sich hier. Das Bummeln lohnt sich, denn in den verwinkelten Gassen entdeckt man zahlreiche, liebevoll geführte, teils kitschige, teils avantgardistische, aber immer sehr individuelle Lädchen. Budapest erzählt seinem Besucher Geschichten von Verträumtheit und Melancholie, und es empfiehlt sich, einfach planlos durch die entlegenen oder zentrumsnahen Straßen zu schlendern, um die Autoren dieser Geschichten kennen zu lernen. Auf jeden Fall sollte man aber den Thermen einen Besuch abstatten. Dort kann man für einen akzeptablen Furintbetrag, der in etwa 15,- Euro entspricht, den ganzen Nachmittag bei Massage und Wellnessbädern entspannen und sich die Ohren „durchspülen lassen“, um sie zu säubern für neue, spannende Geschichten.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Wer seine persönliche Osteuropaerweiterung plant, der sollte sich vielleicht jetzt im August auf die Reise machen. Denn auch in diesem Jahr lockt ab dem 12. August das einwöchige Festivalspektakel Sziget und lädt mit einem verlockenden Billing all diejenigen ein, die LiveMusik in pittoresker Umgebung auf der Donauinsel zu schätzen wissen. Auch ohne dieses Festival ist Budapest eine Reise wert, mit Festival ist der Besuch quasi ein Muss.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;">Mario Runde</p>
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