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	<title>STADTKIND - hannovermagazin &#187; wissen</title>
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		<title>nahrungsquellen</title>
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		<pubDate>Thu, 30 Sep 2010 22:00:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Manuela Sender</dc:creator>
				<category><![CDATA[wissen]]></category>
		<category><![CDATA[2010-10]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir essen ja mittlerweile auch schon fast alles, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Kängurus zum Beispiel, oder Krokodile. Die Welt rückt eben immer enger zusammen, und was in der Nähe ist, wird verspeist.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir essen ja mittlerweile auch schon fast alles, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Kängurus zum Beispiel, oder Krokodile. Die Welt rückt eben immer enger zusammen, und was in der Nähe ist, wird verspeist. Insekten haben sich bei uns allerdings noch nicht so durchgesetzt. Eigentlich unverständlich. Muscheln und Schnecken gehen doch auch. Was wir außerdem nicht so gerne essen sind Hunde oder Katzen. Außer wir sind im Urlaub und wissen es nicht, weil die Speisekarten nicht übersetzt sind. Na ja, und Ratten oder Mäuse sind ebenfalls nicht so ganz unser Ding. Aber sonst? Schildkröten, Schlangen, Frösche, geht alles, Pferde sind auch kein Problem. Wir haben uns schon an fast alles gewöhnt.</p>
<p>Manche (sehr vernünftige) Menschen haben sich Tiere natürlich auch komplett abgewöhnt, weil ja bekanntlich jeder weiß, dass unsere Welt, würden sich die Menschen ausschließlich vegetarisch ernähren, einige Probleme weniger hätte. Das ist natürlich lobenswert, da die meisten Menschen aber augenblicklich von solchen Ideen nichts wissen wollen, weil es ja so gut schmeckt, werden wir auf die komplett vegetarische Weltbevölkerung wohl noch ein wenig warten müssen. In manchen Teilen der Welt ist die vegetarische Lebensweise ohnehin noch ein bisschen schwer vermittelbar. Dort haben die Menschen schlicht Hunger, und auf den erhobenen Zeigefinger aus unseren Breitengraden können sie verzichten. Vegetarismus scheint tatsächlich eher ein Trend in der westlichen Welt zu sein. Man muss eben erstmal den Luxus genießen, es sich aussuchen zu können.</p>
<p>In anderen Ländern ist das Essen von Fleisch nebenbei auch ein Statussymbol. Kleine Tiere, kleiner Wohlstand, große Tiere, großer Wohlstand. Wissenschaftler nennen das die Nutztier-Leiter. Vom Huhn über die Ziege zum Schwein und schließlich zum Rind.</p>
<p>Was wenige wissen: In sehr vielen Ländern kommt vor dem Huhn noch ein anderes Tier, das wir hier bei uns eher aus dem Streichelzoo kennen.<br />
Das Meerschweinchen dient beispielsweise in den Anden bereits seit 7.000 Jahren als Nahrungsquelle. Im Süden Kolumbiens kann man Meerschweinchen abgepackt im Supermarkt kaufen. Und in Peru werden die kleinen Kerle gebraten an Ständen auf der Straße angeboten, etwa so wie bei uns die Currywurst.</p>
<p>Das hat gute Gründe: Meerschweinchen sind leicht zu halten, vermehren sich unglaublich schnell, haben einen hohen Eiweißanteil, wenig Fett – und sie sollen auch ganz lecker sein. Jetzt hat es das Meerschweinchen sogar nach Afrika geschafft. Im Kongo wird das kleine Nagetier gerade immer beliebter.<br />
Der Hintergrund ist allerdings eher traurig. Im Osten Kongos toben seit Jahren Bürgerkriege und Milizen plündern regelmäßig die Bauernhöfe.</p>
<p>Meerschweinchen lassen sich einfach viel leichter verstecken als Ziegen oder Rinder, und selbst, wenn fast alle Tiere geraubt werden, reichen ein paar wenige aus, um recht schnell einen neuen Bestand aufzubauen. Zudem kann man die Tiere leicht transportieren (viele Menschen sind dort auf der Flucht) und die Nahrung wächst praktisch am Wegesrand. Eine ideale Nahrungsquelle für Krisengebiete, so zynisch das auf den ersten Blick klingt. Manche Wissenschaftler sehen im Meerschweinchen darüber hinaus bereits eine mögliche Lösung für den Hunger in Afrika insgesamt. Allerdings müsste dazu die Nahrung der Meerschweinchen qualitativ besser werden, denn die Tiere wachsen mit dem, was wir in Deutschland Unkraut nennen, zwar recht schnell, würden aber mit entsprechend hochwertigen Futterpflanzen noch bedeutend zügiger zulegen.</p>
<p>Erste Schritte unternimmt augenblicklich die deutsche Agronomin Brigitte Maas, die mit der Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) im Ostkongo in vier Pilotdörfern qualitativ hochwertige Futterpflanzen aus der Familie der Leguminosen anbauen lässt. Wollen wir hoffen, dass es den Nagern schmeckt.</p>
<p><strong>VA</strong></p>
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		<title>das geheimnis unserer kreativität</title>
		<link>http://www.stadtkind-hannover.de/2010/08/das-geheimnis-unserer-kreativitat/</link>
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		<pubDate>Sun, 01 Aug 2010 11:44:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[wissen]]></category>
		<category><![CDATA[2010-08]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir bekommen ja täglich eine Vielzahl Briefe, die wir nicht als Leserbriefe veröffentlichen, weil darin immer und immer wieder nur eine Frage gestellt wird. Hier ein Beispiel: „Liebe Stadtkinder, Monat für Monat begeistert mich euer Magazin! Dieser Witz, dieser Scharfsinn, diese Kreativität – wie macht ihr das nur?“]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir bekommen ja täglich eine Vielzahl Briefe, die wir nicht als Leserbriefe veröffentlichen, weil darin immer und immer wieder nur eine Frage gestellt wird. Hier ein Beispiel: „Liebe Stadtkinder, Monat für Monat begeistert mich euer Magazin! Dieser Witz, dieser Scharfsinn, diese Kreativität – wie macht ihr das nur?“</p>
<p>Natürlich fühlen wir uns geschmeichelt und wollen darum an dieser Stelle erstmals und exklusiv Einblick geben. Hier also das Geheimnis unserer Kreativität. Unsere Methode ist ebenso simpel wie genial: Wir verweigern uns erstens schlicht jeder modernen Technik und lügen uns zweitens selbst in die Tasche.</p>
<p>So sind in unserer Redaktion beispielsweise Handys verpönt, Computer werden nur genutzt, wenn es sich gar nicht vermeiden lässt, wir verfassen alle Artikel handschriftlich und brühen sogar unseren Kaffee selbst auf.</p>
<p>Wir wissen einfach, dass die moderne Technik der Todfeind aller Kreativität ist. Ein Beispiel: Natürlich ist es wunderbar einfach, wenn im Display des Festnetztelefons die Nummer des Anrufers erscheint. Man weiß, wer anruft, wer gleich unangenehme Fragen stellen wird. Und geht einfach nicht dran. In unserer Redaktion sind die Displays zugeklebt. Man weiß also nie, wer am anderen Ende lauert, wenn man den Hörer abnimmt. Und muss sich so innerhalb von Sekundenbruchteilen originelle Ausreden einfallen lassen. Nein, diese Veranstaltungsmeldung hat uns nie erreicht, dass muss ein Fehler in unserem Outlook-Programm sein, nein, wir können uns nicht erklären, warum das Abo nicht angekommen ist, vielleicht war ja ein diebischer Nachbar unterwegs oder der Postbote selbst hat sich bedient, nein, der Chef ist gerade im Gespräch, auf Auslandsreise, auf einer Beerdigung, unbekannt verzogen.</p>
<p>So etwas bringt die Hirnwindungen in Gang. „Der Lügner ist der Bruder des Dichters“, das wusste schließlich schon Nietzsche.</p>
<p>Natürlich sind solche Anrufe für uns nur so etwas wie Fingerübungen. Die hohe Kunst der Lüge, gleichsam das Tor zu jedem kreativen Text – denn wahr ist im Journalismus bekanntlich erstmal alles, was wahr sein könnte – trainiert man am besten ganz direkt, also an sich selbst. Nur wer sich selbst so richtig was vormachen kann, wer sich höchstpersönlich nach Strich und Faden belügen kann, ist in der Lage, wirklich gute Texte zu produzieren. Einer unserer Kolumnisten spricht zum Beispiel ständig davon, dass demnächst die ZEIT anrufen wird, um ihn als Nachfolger von Martenstein zu engagieren. Er hat dieses Märchen so oft erzählt, dass er inzwischen selbst dran glaubt. Und das spornt ihn unglaublich an, weil er meint, dass die Leute dann auch all seine alten Sachen lesen werden. Ja, man muss einfach diesen gewissen Dreh raus haben.</p>
<p>Eine Lüge, auf die wir uns in der Redaktion schon sehr früh gemeinsam geeinigt haben, und die uns unser Chef vorsichtshalber trotzdem immer wieder erzählt, ist die der Überbezahlung. Wir alle verdienen vergleichsweise wesentlich mehr, als Kollegen bei anderen Magazinen. Sicher, ein kurzer Blick bei Google würde reichen, um den üblichen Tariflohn herauszufinden, aber was würde das bringen? Lange Gesichter, fehlende Motivation. Also glauben wir lieber unserem Chef.</p>
<p>Ja, liebe Leser, das ist das ganze Geheimnis unserer Kreativität. Wir machen uns die Welt, wie sie uns gefällt. Keine Google-Klauerei, wir erfinden lieber alles selbst. Wobei ich persönlich gerade ins Grübeln komme, ob die zahlreichen Leserbriefe, die jeden Tag ankommen und unsere Kreativität loben, vielleicht auch so eine Erfindung unseres Chefs sind. Dann hätte ich diesen Text wahrscheinlich ganz umsonst geschrieben. Na ja, nicht so tragisch, ist ja eh alles gelogen.</p>
<p><strong>LKNSF</strong></p>
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		<title>multitasking – geht nicht!</title>
		<link>http://www.stadtkind-hannover.de/2010/06/multitasking-%e2%80%93-geht-nicht/</link>
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		<pubDate>Mon, 31 May 2010 22:00:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[wissen]]></category>
		<category><![CDATA[2010-06]]></category>

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		<description><![CDATA[„Frauen können viel besser mehrere Sachen gleichzeitig erledigen als Männer“, so lautet die gängige These, welche von Angehörigen beider Seiten in bemerkenswerter Übereinstimmung bejaht wird.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Frau steht in der Küche. Das Handy lässig zwischen Schulter und Ohr geklemmt, quatscht sie gerade mit der Freundin über die neueste H&amp;M-Kollektion, den quäkenden Nachwuchs hält sie dabei sanft wiegend in den Armen, und ganz nebenbei rührt sie noch das Essen um. So, oder so ähnlich sieht es aus, das Bild des multitasking-fähigen Menschen – und dass es sich bei der imaginierten Person um einen Vertreter des weiblichen Geschlechts handelt, ist kein Zufall: „Frauen können viel besser mehrere Sachen gleichzeitig erledigen als Männer“, so lautet die gängige These, welche von Angehörigen beider Seiten in bemer- kenswerter Übereinstimmung bejaht wird. Spätes-tens an dieser Stelle werden clevere Stadtkinder skeptisch: Sollte dieses Wunder der menschlichen Leistungsfähigkeit tatsächlich eine der wenigen Domänen im sonst so verbissen geführten Geschlechterwettstreit sein, bei der sich Männer umstandslos ihre Mangelhaftigkeit eingestehen können? Zur Vertiefung der Problematik stellen wir uns eine weitere (vollkommen klischeefreie) Alltagssituation vor: Sie kommt gerade vom Shoppen nach Hause, er repariert sein Motorrad. Sie will ihm vorrechnen, wieviel sie im Sommerschlussverkauf gespart hat (natürlich nur, um deutlich zu machen, dass dafür locker noch ein Friseurbesuch drin wäre), er stöhnt: „Kann mich da jetzt wirklich nicht drauf konzentrieren, erzähl&#8217;s mir nachher!“</p>
<p>Evolutionsforschern wäre der Sachverhalt sofort klar: So wie der Urmann ausschließlich den Job hatte, bei der Jagd unter höchster Spannung der Beute aufzulauern, so widmet das heutige Mannesexemplar seine geballte Aufmerksamkeit der gerade anstehenden Aufgabe (in unserem Fall dem Motorrad). Die Urfrau hingegen musste vielfältige Dinge erledigen: Die kleinen Urmenschen wollten umsorgt, die Feuerstelle geputzt und der Nachbarschaftsplausch gepflegt werden, weshalb die heutige Frau auch null Probleme hat, gleichzeitig zu rechnen, Schuhe anzuprobieren und dem Mann das Werkzeug zu reichen. So gesehen wäre der Mann an sich tatsächlich ein ziemlicher Looser, dessen kognitive Fähigkeiten für immer auf das Leistungsniveau längst vergangener Zeiten beschränkt blieben. Vielleicht aber ist besagter Motorradschrauber nicht bloß beschränkt, sondern in gewisser Hinsicht sogar vernünftig (in diesem einem speziellen Fall, versteht sich!). Neueste Ergebnisse der Hirnforschung haben ergeben: Das menschliche Gehirn ist für Multitasking schlichtweg nicht geeignet! Und dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um ein männliches oder weibliches Hirn handelt. Maximal zwei einigermaßen anspruchsvolle Aufgaben können wir ohne größere Leistungsverluste parallel bewerkstelligen (was aber bedeutet, dass die Dinge nicht wirklich gleichzeitig, sondern in sehr kurzen Abständen hintereinander gemacht werden). Sind es mehr, so gibt es Schwierigkeiten. Warum ausgerechnet diese Anzahl? Die Antwort der Forscher scheint ebenso simpel wie einleuchtend: Hat das menschliche Denkorgan zwei Aufgaben parallel zu bewältigen, so werden diese demokratisch auf den linken und rechten frontalen Cortex des Gehirns verteilt und können so durchaus passabel gemeistert werden. Da das Gehirn aber nun mal nur zwei Hälften hat, ist schon bei drei bewusst ausgeführten Tätigkeiten Ende mit dem reibungslosen Ablauf. Handelt man entgegen dieser naturgegebenen Beschränkung, so läuft man Gefahr, unkonzentriert zu sein und die Aufgaben nicht so gut zu erledigen, wie man es könnte, würde man eine Sache nach der anderen machen. Gleichzeitig E-Mails schreiben, telefonieren und Fernsehen glotzen dürfte demnach selbst für Frauen definitiv zu viel sein. Aber eben auch andere Alltagsanforderungen, wie zwischenmenschliche Kommunikation und handwerkliche Tätigkeiten, verlangen den Beteiligten eine hohe Aufmerksamkeit ab. Moment mal! Motorrad reparieren, mitkriegen, was die Freundin zu erzählen hat – das sind doch nur zwei Aufgaben… Ach, meistens haben Männer ganz einfach keinen Bock zuzuhören!</p>
<p><strong>Swantje Friedrich</strong></p>
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		<title>lügendetektoren lügen</title>
		<link>http://www.stadtkind-hannover.de/2010/05/lugendetektoren-lugen/</link>
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		<pubDate>Fri, 30 Apr 2010 22:00:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[wissen]]></category>
		<category><![CDATA[2010-05]]></category>

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		<description><![CDATA[Bernd ist ein dreckiger Lügner und ein Fremdträumer noch dazu! Das hat immerhin der Lügendetektortest ans Licht gebracht, und der ist nun mal nicht zu hinterfragen! Oder sollte das etwa gar nicht stimmen?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nachmittags, 13 Uhr in Deutschland: Ein aussterbendes, doch uns allen noch sehr bekanntes Sendeformat flimmert über die Mattscheibe: „&#8230; Wir haben Bernd gefragt: Hast du, seit du mit Simone zusammen bist, jemals von einer anderen Frau geträumt? Bernd hat mit „Nein“ geantwortet. Aber wir wollen mal sehen, was der Lügendetektortest ergeben hat.“ Schicksalhafte Musik, die Anspannung wächst ins schier Unermessliche, dann taucht das niederschmetternde Ergebnis auf: das ist FALSCH! Großes Entsetzen, wahnsinnige Emotionen, Simone verlässt unter Tränen das Studio. Bernd ist ein dreckiger Lügner und ein Fremdträumer noch dazu! Das hat immerhin der Lügendetektortest ans Licht gebracht, und der ist nun mal nicht zu hinterfragen! Oder sollte das etwa gar nicht stimmen?</p>
<p>In vielen Ländern wird der Einsatz des Lügendetektors als Selbstverständlichkeit angesehen, den Rekord halten aber, wie sollte es anders sein, die USA. Hier gehören die Detektoren zum festen Repertoire der Strafverfolgung. In Deutschland gelten sie allerdings als unzuverlässig und sind als Beweismittel vor Gericht nicht zugelassen.</p>
<p>Wie funktioniert diese vermeintliche Wahrheitsmaschine? Das Gerät misst fortlaufend mehrere unterschiedliche Körperfunktionen wie den Blutdruck, den Puls und die Atmung einer Person und zeichnet sie auf. Diese Mess-protokolle werden zusätzlich durch ausgeklügelte Testfragen ergänzt.</p>
<p>Da sitzt dann also so ein armer Wicht wie Bernd, verkabelt von oben bis unten, angeschlossen an die Maschine, die ihn ans Messer liefern soll. Wohl wissend, dass der Mann ihm gegenüber bereit ist, Alarm zu schlagen, sobald er auch nur die kleinste auffällige Regung zeigt. Wenn das mal nicht die besten Voraussetzungen sind, um gaaaanz locker zu bleiben.</p>
<p>Die Untersuchungen beruhen auf der hoffnungsvollen Annahme, dass Menschen beim Lügen noch einen Rest Anstand besitzen und zumindest geringfügig nervös werden. Zu erwartende Reaktionen können dann zum Beispiel ein erhöhter Puls oder schnellere Atmung sein. Der Lügendetekor – in Fachkreisen als Polygraph bekannt – ist somit lediglich in der Lage aufzuzeichnen, unter wie viel Stress der Befragte steht. Ob er lügt, weiß die Maschine nicht. Letztlich entscheidet der Polygraphist über Lüge und Wahrheit, und der kann die Ergebnisse eigentlich nach Gutdünken auswerten. Problem: Es gibt kein spezifisches Merkmal für Lüge. Dass die Ergebnisse des Lügendetektors völlig willkürlich ausfallen können, predigen Wissenschaftler schon seit Jahren. Das Gerät gehe von stark vereinfachten Annahmen über das menschliche Erleben und Verhalten aus. Und schließlich schlage der Test völlig fehl, wenn der Proband überhaupt kein Schuldempfinden aufweist. Solche Menschen soll es ja, leider Gottes, auch geben.</p>
<p>Möglicherweise hat der arme Bernd also Nacht für Nacht tatsächlich nur Simone im Sinn gehabt, und war bei dem entscheidenden Test aufgrund der Umstände schlicht zu aufgeregt, als dass er ein paar Schweißperlen hätte zurückhalten können. Da sieht man mal, zu welch katastrophalen Einschnitten im Leben so ein Lügendetektortest führen kann – schließlich ist ungewiss, ob Bernd ohne seine Simone je wieder wirklich glücklich wird.</p>
<p><strong>Tamy Kahlert</strong></p>
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		</item>
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		<title>niesen – eine tödliche gefahr?</title>
		<link>http://www.stadtkind-hannover.de/2010/04/niesen-%e2%80%93-eine-todliche-gefahr/</link>
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		<pubDate>Wed, 31 Mar 2010 22:00:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[wissen]]></category>
		<category><![CDATA[2010-04]]></category>

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		<description><![CDATA[Birgt der alljährliche Pollenflug, ein simpler Schnupfen oder, falls sich die Wissenschaft nicht irrt, der Gedanke an Sex, immer auch das Risiko eines frühzeitigen Todes durch Herzstillstand?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der menschliche Körper ist ein Wunderwerk der Natur. Achtet man ein wenig auf die Ernährung, genügend Bewegung, auf ausreichend Schlaf und ein paar Streicheleinheiten für die Seele, dann regelt sich (fast) alles andere von allein, sowohl im Organismus, als auch im Straßenverkehr. Ebenso ist es beim Niesen (lat. sternutio oder, weil ja oft mehrmals: sternutatio). Der Niesreiz dient der Reinigung der Nase von unappetitlichem   Schnodder, Staub und anderen Fremdkörpern. Abgesehen von Schnupfen und Allergien, niest die Nase zwischendurch gerne einfach mal so, weil Reinigung nottut.</p>
<p>Im Zweifel kann man den Niesreiz natürlich auch durch einen beherzten Blick in die Sonne hervorrufen, oder – weil das mit der Sonne in unseren Breitengeraden ja so eine Sache für sich ist – mit einer elektrischen Lichtquelle. Das stimuliert den Sehnerv im Gehirn, der sich wiederum in direkter Nachbarschaft zum Niesnerv befindet. Pfeffer wirkt ebenfalls. Schnupftabak auch. Alles altbekannte Hausmittelchen. Vielleicht muss diese Liste demnächst sogar noch einmal erweitert werden. Momentan wird in England der Zusammenhang zwischen dem Niesreiz und Gedanken an Sex erforscht. Manche Menschen überfällt anscheinend eine unkontrollierte Niesattacke, wenn sie an Sex denken. Und dafür soll das autonome Nervensystem sorgen, das gleichfalls für Herzschlag, Pupillenerweiterung und Verdauung verantwortlich ist. Eine spannende Angelegenheit. Droht hier ein Generalverdacht? Müssen demnächst harmlose Allergiker damit rechnen, skeptische Seitenblicke von der Kollegin zu ernten? Wir wissen es nicht, bleiben aber an der Sache dran.</p>
<p>Wird der Reflex ausgelöst, so stößt die Nase explosionsartig Luft aus. Dieser Vorgang läuft in drei Phasen ab: Zunächst wird die Luft eingesogen und im Anschluss der Atem kurz angehalten. In der dritten Phase ziehen sich dann die Ausatmungsmuskeln des Bauches und der Brust schlagartig zusammen. Die eingeatmete Luft wird durch Nase und Mund ausgestoßen und kann dabei sage und schreibe über 160 km/h erreichen. Sie ist damit schneller als jeder BMW Z4 auf sämtlichen europäischen Autobahnen (Deutschland ausgenommen).</p>
<p>Wer niest, kann übrigens seine Augen nicht öffnen, ein Schutzreflex, um den Druck auszugleichen. Doch viel gravierender erscheint zunächst, dass angeblich auch der Herzschlag während des Hatschis aussetzt. Birgt also der alljährliche Pollenflug, ein simpler Schnupfen oder, falls sich die Wissenschaft nicht irrt, der Gedanke an Sex, immer auch das Risiko eines frühzeitigen Todes durch Herzstillstand?</p>
<p>Mithilfe eines elektrischen Impulses wird der Herzmuskel im Normalfall dazu gebracht, ungefähr sekündlich einmal zu schlagen. Fest steht, dass sich während des Niesens der Druck im Brustkorb verändert, was sich gleichfalls auf den Blutfluss und eben auch auf den Herzschlag auswirkt. Die Frequenz oder auch die Intensität des Herzschlags können sich durchaus verändern. Ein rasendes oder stolperndes Herz ist die Folge. Trotzdem besteht keine Gefahr. Schließlich ist der menschliche Körper, wie bereits gesagt, ein Wunderwerk der Natur – und findet schnell wieder den richtigen Rhythmus. Also keine Panik. Und ruhig weiter an Sex denken. Wesentlich gefährlicher ist tatsächlich das Schließen der Augen. Die Unfallgefahr bei Allergikern liegt um etwa 30 Prozent höher als bei Wenig-Niesern. Doch auch hier gibt es eine gute Nachricht: Das Statische Bundesamt verkündet sinkende Unfallquoten und Verkehrstote trotz steigender Allergikerquote.<br />
<strong><br />
Christine Peters</strong></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>pflanzen haben ohren!</title>
		<link>http://www.stadtkind-hannover.de/2010/03/pflanzen-haben-ohren/</link>
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		<pubDate>Sun, 28 Feb 2010 22:00:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Manuela Sender</dc:creator>
				<category><![CDATA[wissen]]></category>
		<category><![CDATA[2010-03]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn es also partout nicht klappen sollte mit Gummibaum, Yukapalme und Orchidee, dann kann ein Versuch, Rock gegen kleine Klassikeinheiten zu tauschen, wohl kaum schaden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt Menschen, die pflegen ihre Pflanzen wie ihr eigenes Kind, gießen ihre Lieblinge regelmäßig mit Wasser, versorgen sie mit ausreichend Licht und manchmal ist sogar Zeit für ein kleines Gespräch unter Freunden. Und trotzdem, bei aller Liebe, manche Pflanzen wollen einfach nicht gedeihen, egal was sich ihr „Herrchen“ für Nettigkeiten ausdenkt. Vielleicht ist die Lösung des Rätsels ganz einfach. Möglicherweise gefällt dem kleinen grünen Kerlchen die Stimme seines Besitzers nicht: zu laut, zu schrill, zu hoch. Oder der Musikgeschmack des Wasserträgers ist nicht der richtige.</p>
<p>Biologen, Winzer und Wissenschaftler haben in der Vergangenheit zahlreiche Versuche unternommen und herausgefunden, dass Pflanzen sehr wohl auf Musik bzw. Töne reagieren. Ein interessantes Beispiel dafür bietet die Forschung von Dr. Th. C. Singh vom botanischen Institut der Universität Madras. Er hat festgestellt, dass Pflanzen bei klassischer Musik besser gedeihen. Weintrauben entwickeln zum Beispiel größere und süßere Früchte, wenn sie regelmäßig Klassik hören. Bei Menschen soll das ja ganz ähnlich sein. Klassische Musik, so behaupten manche, würden die Intelligenz steigern. Hier mehr Synapsen im Hirn, dort größere Früchte? Warum eigentlich nicht?</p>
<p>Wer jetzt denkt, er habe die Lösung für all seine Pflanzenprobleme endlich gefunden, weil er die grünen Geschöpfe lediglich tagein tagaus mit seiner Lieblingsmusik Musik beschallen muss, sollte sich nicht wundern, wenn es nicht funktioniert. Es gibt ein paar Feinheiten zu beachten. Ist eine Pflanze täglich länger als drei Stunden Musik ausgesetzt, gefährdet das ihre Gesundheit. Aber nicht nur die Dauer der Beschallung spielt eine wichtige Rolle, auch die Art der Musik redet ein Wörtchen beim Wachstum mit. Rock-Musik funktioniert nicht. Es muss anscheinend tatsächlich klassische Musik sein. Aber warum?<br />
Die Antwort ist relativ simpel: Im Gegensatz zu Rock oder Metal ist Klassik sehr gradlinig und „rein“ in seinen Tönen. Dabei geht es gar nicht um die Töne an sich, sondern um die von ihnen ausgehenden Schwingungen. Die Verzerrungen und – zum Teil – schrillen Töne bei Rock-Musik und anderen Stilen verängstigen das sensible Lebewesen. Demnach müssten also nicht nur alle Pflanzen von Rockliebhabern über kurz oder lang ihren Stengel abgeben, sondern auch die von Musikliebhabern, die mehr als drei Stunden Musik am Stück hören. Es kann natürlich auch sein, dass jemand einfach eine total „verzerrte“ Stimme hat und ein bisschen zu oft das Gespräch mit dem besten Freund sucht. Überall droht frühzeitiger Pflanzentod. Ausgestattet mit diesem Wissen ist es sicher eine gute Idee, vor dem Bezug einer neuen Wohnung dem Nachbarn in spe mal einen kleinen Besuch abzustatten. Lassen dort alle Pflanzen den Kopf hängen, so kann man sich auf rockige Dauerbeschallung einstellen. Blüht dagegen ein kleiner botanischer Garten im Wohnzimmer, so bleibt es vermutlich bei kleinen klassischen Intermezzi.</p>
<p>Viele Botaniker zweifeln noch an all diesen Erkenntnissen der Pflanzenneurobiologen. Sie glauben nicht an so etwas wie ein Pflanzengehör. „Die Pflanze hat natürlich keine Ohren, aber auf der molekularen Ebene vermutlich eine sehr ähnliche Ausstattung, die es ihr erlaubt, unterschiedliche Frequenzen wahrzunehmen&#8221;, erklärt Dieter Volkmann, emeritierter Professor vom Institut für Zelluläre und Molekulare Biologie der Universität Bonn uns und den uneinsichtigen Botanikern. Ob es nun an den Schwingungen oder der Musikrichtung liegt, darüber sind sich die Forscher nicht einig. Nur darüber, dass irgendein Zusammenhang besteht. Wenn es also partout nicht klappen sollte mit Gummibaum, Yukapalme und Orchidee, dann kann ein Versuch, Rock gegen kleine Klassikeinheiten zu tauschen, wohl kaum schaden. Und dann klappt&#8217;s vielleicht auch mit dem Nachbarn.</p>
<p><strong>Melanie Petersen<br />
</strong></p>
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		</item>
		<item>
		<title>fastelovend – met dialek un knalleffek</title>
		<link>http://www.stadtkind-hannover.de/2010/02/fastelovend-%e2%80%93-met-dialek-un-knalleffek/</link>
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		<pubDate>Sun, 31 Jan 2010 22:00:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[wissen]]></category>
		<category><![CDATA[2010-02]]></category>

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		<description><![CDATA[Narrezigg heiß Narrefreiheit. Woför gitt et dann söns dä Nubbel!? Dä Nubbel es der Rhing erav un der Rhing erop dä Sündebock em Fastelovend. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Esulang han mer drop gewaadtet, jetz sin mer widder om Givvelskrütz der Ömnachtung  aanjekumme: De Fastelovend hät sing schäbbige Höhepunk! Ävver wat fiere de Idioten en Kölle un söns irgendwo do eigentlich?</p>
<p>Am Elften em Elften geiht et loss met däm Firlefanz. Do deit dat neue Dreigesteen sich däm Oberbürgermeister em Rodhuus vürstelle un ne Vürgeschmack gevve op dat, wat kütt. En aanständige Jeck es hügg op d&#8217;r Stroß. Donoh es noch ens koot Rauh em Karton.</p>
<p>De Elf es üvvrigens Symbol för de Jeckerei. Eins un Eins nevvenenander stonn doför, dat jeder Jeck glich es. Wigger em Tex: Aanfang Januar brängk en fesslich Prinzegedöns, de Proklamation, dä Stein dann su richtig zom Bollere. Vun do aan dun se sich widder stievstaats zoräächmaache un löstig verkleide, bevür se sich versammele. Bes Wieverfastelovend zom Glöck nor unger ehresgliche un op esu genannten Sitzungen. Eimol zom Metschrieve: Ne Sitzung es en Zosammekunf vun Blötschköppen, quasi en Sammelstell för Minsche, die naturbeklopp sin: vun dä Danzkapell üvvert Marieche – en läufig Lische, dat nit nor met Spetzebötzje aan durch sämtliche Fottknöppelsfingere op der Bühn, sondern och met Spetzebötzje us durch de Futzkuhlen sämtlicher Fastelovendsvereinsmetgleeder gereckt weed – bes zom Wetzbold en der Bütt. Un vür der Bühn sin se aadig am Laache, Klatsche un Stampe un stoppe sich för düüres Geld ne Bockwoosch met Äädäppelsschlot oder en Ääzezupp eren. E Geknubbels, us däm nit zo durchschaue es, wä dä Rammdösigste es en däm Narrehuus. Dodrop gekumme, dat Ganze „Sitzung“ zo däufe, sin se, weil de mieste vun denne, de do vörzofinge sin, eine setze han, sprech: Dä Jeck aan sich es ene Suffnas. Un evve weil hä ne Suffnas es, kann däm sing Geheen och ens en&#8217;t stocke gerode. Deswäge fiere Jecke zom Beispill de fünfte Johreszigg, während Lück, die als Panz nit zo heiß gebadet woode sin, selvs met dreienhalv Promill em Kappes noch fählerfrei bes veer zälle künne.</p>
<p>Wieverfastelovend heiß et „Füür frei!“ för de Stroßekarneval. För villerlei Arbeidslück Grund genog, sich per Krankesching vum Deens freistelle zo looße. Vum Arbeide gonn schleeßlich de beste Päd kapodd. Am Rusemondag kütt immer noch kein Aasch zor Arbeid, doför kütt ävver d&#8217;r Zoch. Alle naslang es dat Wedder bedresse, su dat de Lück am Stroßerand stonn un klätschnaaß weede, während se versöke, sich schimmelige Kamelle usem Vürjohr unger der Nähl zo rieße. Ävver scheiß op Kamelle, grundsätzlich geiht et doröm, sich jet zo poppe met noh Huus zo nemme.</p>
<p>Narrezigg heiß Narrefreiheit. Woför gitt et dann söns dä Nubbel!? Dä Nubbel es der Rhing erav un der Rhing erop dä Sündebock em Fastelovend. De käälsgroß Strühpopp hängk üvver der Weetschaffsdür un luurt beim Suffe, Knuutsche un Hore zo. Un weil dä Nubbel all gesinn hät, muss hä fott, domet hä nit petze kann.</p>
<p>Schlag Meddernaach am Fastelovendsdinsdag dun de Jecke dä ärm Strühmann aanrotze: „Nüümaatskrad! Fuulenzer! Suffkrad!“ Einstemmig fordere se de Dudesstrof. Dä Nubbel weed verbrannt – und met im dä Fastelovend begrave. Am Äschermeddwoch es dann all vörbei un niemols jet vürgefalle. Enä, es klor&#8230;</p>
<p>Uns vürsichtige Verdaach: Em Oberstüvvche es irgendjet kapodd. Jeder Minsch hät schon mol sing fünf Minutte, evver dä Jeck hät op god Kölsch gesaht der Aasch op. Un zwar nit nor en der Stadt am Rhing. Woanders sin se nit winniger verröck, nor han et de Jecke woanders fuusdeck hinger de Uhre un versöke zo verschleiere, wat se maache. Esu setze se däm Fastelovend en Tarnkapp op un gläuve, mer sin zo bestuss öm spetzzokrige, dat de Kapp nix anderes es wie ne Schellekapp! Leev Fründe vun Fastnacht, Fasenacht un Fasching, ehr sid doch genausu avgedriht! Ov et no su heiß oder su, dressegal. Vergesst nit de Elf: Em Kään sid ehr all glich, nämlich glich beklopp! Fäädig, us.</p>
<p><strong>MS</strong></p>
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		<title>weltuntergang! wetten?</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Sep 2009 22:00:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[wissen]]></category>
		<category><![CDATA[2009-10]]></category>

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		<description><![CDATA[Letztes Jahr um diese Zeit waren sich einige Menschen sicher, dass uns der Weltuntergang kurz bevorstehen würde. Nicht etwa, weil die Lehman Brothers Insolvenz angemeldet hatten, vielmehr wegen einer Maschine namens Großer Hadronen- Speicherring, besser bekannt als der Large Hadron Collider (LHC).]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Letztes Jahr um diese Zeit waren sich einige Menschen sicher, dass uns der Weltuntergang kurz bevorstehen würde. Nicht etwa, weil die Lehman Brothers Insolvenz angemeldet hatten, vielmehr wegen einer Maschine namens Großer Hadronen- Speicherring, besser bekannt als der Large Hadron Collider (LHC).</p>
<p>Die Aufgabe dieses ringförmigen Teilchenbeschleunigers mit einem Umfang von knapp 27 Kilometern, in 175 Meter Tiefe unter der schweizerisch-französischen Grenze gelegen, ist es im Prinzip, den Urknall nachzustellen. Wie genau das funktionieren soll? Hadronen (dazu gehören auch Nukleonen, also Neutronen und Protonen, aus denen Atomkerne aufgebaut sind) werden nahezu auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigt, um schließlich miteinander zu kollidieren. Dabei sollen dann verschiedene Elementarteilchen entstehen. Die beteiligten Forscher erhoffen sich von ihrem DIY-Urknall neue Erkenntnisse zum Beispiel darüber, ob das bislang nur hypothetische Higgs-Teilchen tatsächlich existiert. Als einziges Teilchen des Standardmodells der Elementarteilchenphysik konnte es bislang noch nicht nachgewiesen werden.</p>
<p>Der LHC soll das ändern (Stephen Hawking hat übrigens eine Wette um hundert Dollar laufen, dass man es nicht finden wird). Auch Hinweise auf eine Theorie zur Vereinheitlichung der Grundkräfte sollen mit Hilfe des CERN-Rings gesucht werden. Und natürlich will man die hypothetische Dunkle Materie erforschen. Stark vereinfacht geht es alles in allem darum herauszufinden, warum wir überhaupt da sind. In Betrieb genommen wurde der LHC von der Europäischen Organisation für Kernforschung (CERN) am 01. September 2008. Die ersten Kollisionen hätten einige Wochen später folgen sollen. Die Begeisterung für den riesigen Teilchenbeschleuniger kannte bei den beteiligten Forschern damals keine Grenzen.</p>
<p>Eine CERN-Angestellte sorgte sogar für eine musikalische Umsetzung der Thematik: Katherine McAlpine stellte auf YouTube unter dem Pseudonym alpinekat den „Large Hadron Rap“ online, der mittlerweile schon über fünf Millionen Mal aufgerufen wurde. Kollidiert ist aber bisher noch nichts. Nachdem eine Tonne flüssiges Helium austrat, hat man den LHC wieder ausgeschaltet, um ihn zu reparieren. Bis jetzt. Im November soll der Teilchenbeschleuniger den Betrieb erneut aufnehmen. Zu Kollisionsversuchen kommt es dann wohl voraussichtlich 2010. Glaubt man den Gegnern der Versuche, bleiben also noch wenige Monate bis zum Weltuntergang. Drei Privatleute aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben inzwischen beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg eine Klage gegen den Teilchenbeschleuniger eingereicht. Fünf wissenschaftliche Experimente könnten laut einer amerikanischen Internetseite am ehesten für den Weltuntergang sorgen. Mit dem Large Hadron Collider sollen drei dieser Experimente durchgeführt werden.</p>
<p>Die von einigen Forschern vorhergesagte Möglichkeit, dass bei den Experimenten im LHC schwarze Löcher entstehen könnten, wirkt auf manche scheinbar ein klein wenig beunruhigend. So hält Otto E. Rössler, Professor für Physikalische Chemie in Tübingen, das Experiment von CERN für das größte Verbrechen der Menschheitsgeschichte. Er ist vom drohenden Weltuntergang überzeugt. Auch Dan Brown hat sich in seinem im Jahr 2000 erschienenen Roman „Illuminati“ mit dem LHC beschäftigt – im Zusammenhang mit Antimaterie, die bei den Kollisionen im Inneren des Teilchenbeschleunigers entsteht. Wenn Dan Brown darüber schreibt, dann könnte es wirklich eine verdammt gefährliche Sache sein, oder? „Der LHC ist sicher, und jegliche Vermutung, dass er ein Risiko darstellen könnte, ist reine Fiktion“, ließ der CERN-Generaldirektor Robert Aymar Anfang September 2008 allen Bedenken von Forschern, Skeptikern und Untergangspropheten zum Trotz in einer Pressemitteilung verlauten. Dann ist ja alles klar. Der Large Hadron Collider, der nebenbei bemerkt in seiner Herstellung drei Milliarden Euro teuer war (800 Millionen kamen aus Deutschland), ist ausschließlich Segen und kein Fluch. Falls doch, können wir uns wenigstens auf den teuersten Weltuntergang aller Zeiten freuen. Vielleicht bekommt Stephen Hawking aber auch einfach nur hundert Dollar.</p>
<p><strong>Sina Schröder</strong></p>
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		<title>warp-antrieb</title>
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		<pubDate>Mon, 31 Aug 2009 22:00:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[wissen]]></category>
		<category><![CDATA[2009-09]]></category>

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		<description><![CDATA[In Science Fiction Serien und Filmen wird uns ständig die Zukunft vor Augen gehalten, wie sie sein könnte: Raumschiffe, außerirdisches und dazu noch intelligentes Leben...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="margin-bottom: 0cm;">Der Weltraum – unendliche Weiten. Mit Überlicht-<br />
geschwindigkeit fliegt das Raumschiff Enterprise scheinbar mühelos durchs Universum. Heute in der Galaxie, morgen in einer anderen. Und wir hier auf der Erde im 21. Jahrhundert können gerade mal ein kleines Fahrzeug zum Mars schicken, das aussieht wie das ferngesteuerte Spielzeugauto eines Siebenjährigen. In Science Fiction Serien und Filmen wird uns ständig die Zukunft vor Augen gehalten, wie sie sein könnte: Raumschiffe, außerirdisches und dazu noch intelligentes Leben, Beamen, Replizieren, Traktorstrahl, Warp Antrieb, sehr weit fortgeschrittene Medizin.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Das sind natürlich schöne Aussichten, aber wie sieht es mit der Machbarkeit aus? Sind diese Technologien nichts mehr als Fiktionen, die einzig auf der Phantasie durchgeknallter Freaks in dunklen amerikanischen Kellern fußen? Oder sind dies realistische Visionen der Zukunft? Inwiefern beispielsweise der Warp- Antrieb des Raumschiffs Enterprise ein Produkt der ersten Art ist, haben wir in den unendlichen Weiten des B-Wissens unserer Welt erforscht. Der Warp-Antrieb ist, wie der Name schon sagt, eine Antriebstechnologie für Star Trek Raumschiffe. Dabei ist das Schiff tatsächlich schneller als das Licht (!), indem es die Raumzeit künstlich deformiert. Denn im Gegensatz zu anderen Antriebsarten funktioniert der Warp-Antrieb nicht auf dem Rückstoßprinzip.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Das englische Verb „to warp“ bedeutet verzerren, und daher kommt auch der Name „Warp-Antrieb“. Der Weltraumflitzer verzerrt also den Raum, so dass der Weg zum Ziel künstlich kürzer wird. Kluge Köpfe ahnen, wie Chuck No ähh&#8230; Captain Picard den Raum krümmen muss: an der Vorderseite des Schiffs wird die Raumzeit zusammengezogen, so dass der Abstand zum Ziel kleiner wird, und an der Hinterseite wird der Raum gedehnt, so dass sich der Abstand zum Startort erhöht.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Hört sich komisch an, ist aber so. Und es ist gar nicht so weit hergeholt – selbst ohne Raumkrümmung. Auf dem Raumschiff Enterprise wird, wie Zuschauer der Serie sicherlich wissen, die Energie, die im Warp-Kern erzeugt wird (es ist unglaublich viel Energie), in einen Subraum verschoben, die dort Verzerrungen hervorruft, welche sich auch auf den Normalraum auswirken. Je schneller das Schiff, desto größer die Raumzerrung. Außerdem befindet sich das Schiff in einem Warp-Feld, das man sich als eine Blase vorstellen kann, in dem sich das Schiff befindet.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Gut, es gibt so etwas wie einen Subraum in der Wirklichkeit nicht. Aber dieser Subraum ist eine geschickte Erfindung der Star Trek-Macher, um physikalische Ungereimtheiten zu retuschieren. Wie im Subraum-Beispiel, werden an vielen anderen Stellen auch theoretische Lücken der realen Physik mit Fiktion gefüllt – ist doch toll! Das Pendant zum ausgedachten Subraum ist die Annahme negativer Energie in der realen Physik. Denn negative Energie wurde bisher nicht direkt nachgewiesen. Indirekt wurden jedoch schon Effekte gemessen, die darauf hindeuten, dass es negative Energie tatsächlich doch gibt. Ist also gar nicht so doof, was sich die Star-Trek-Leute da ausgedacht haben. Selbst das Reisen mit Überlichtgeschwindigkeit ist – obwohl Albert Einstein zu sagen pflegte, kein Signal sei schneller als Licht – nicht pure Fiktion. Durch die Raumverzerrung nimmt das Licht nämlich nur eine Abkürzung. Also haben unsere Trekkis sogar die spezielle Relativitätstheorie berücksichtigt.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Auch Phänomene wie Wurmlöcher, Beamen und Replizieren sind kein galaktischer Bullshit, sondern schon an die reale Physik angelehnt. Es wird eben nur noch etwas dazugedichtet oder ersetzt. Denn selbst, wenn solche Errungenschaften an die reale Physik angelehnt sind, so gibt es gute Gründe dafür, dass wir sie bisher noch nicht umgesetzt haben. Forscher haben ausgerechnet, dass für die Erzeugung einer Raumkrümmung solcher Ausmaße (so dass ein Raumschiff hindurchfliegen könnte) so viel negative Energie benötigt werden würde, dass sie dem Zehnmilliardenfachen der Masse des bekannten Universums entspräche! Super, wie soll man sich das denn bitte überhaupt vorstellen? Und vor allem: wie kann man so was ausrechnen? Kann man da überhaupt von „rechnen“ sprechen? Da muss man doch staunen. Und ganz ehrlich: wer allein schon von sich behaupten kann, so etwas auszurechnen, oder einen „Computer“ zu bauen, der das kann, der grenzt nicht nur an außerirdische Intelligenz, sondern auch an einen meta-kosmologischen Super-Freak, oder?</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong>Bettina Riekenberg</strong></p>
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		<title>gewusst wie</title>
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		<pubDate>Fri, 31 Jul 2009 22:00:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Manuela Sender</dc:creator>
				<category><![CDATA[wissen]]></category>
		<category><![CDATA[2009-08]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer in solchen Situationen die hohe Kunst der Simulation beherrscht, also das Vortäuschen bestimmter Symptome eines Krankheitsbildes, der kann sich durchaus elegant aus der Affäre ziehen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="margin-bottom: 0cm;">Krank zu sein, das ist eigentlich nicht besonders erstrebenswert. Aber es gibt Situationen im Leben, da kann das Wissen um bestimmte Krankheiten und ihre Symptome durchaus nützlich sein. Wer in solchen Situationen die hohe Kunst der Simulation beherrscht, also das Vortäuschen bestimmter Symptome eines Krankheitsbildes, der kann sich durchaus elegant aus der Affäre ziehen. Hier im Folgenden drei Beispiele.</p>
<p>Hat man eine Tante, die man nicht besonders mag, die einen aber ständig zum Essen einlädt, so könnte das Capgras-Syndrom helfen, benannt nach Joseph Capgras (1873-1950). Bei diesem Syndrom glaubt man, dass nahe Verwandte oder sogar der Lebensgefährte durch Doppelgänger ausgetauscht worden sind. Dieser Glaube ist das einzig beschriebene Symptom der Erkrankung. Das macht es einfach. Man behauptet schlicht, die ungeliebte Tante sei gar nicht die ungeliebte Tante, während man die Tante skeptisch beobachtet, lauernd auf die Geste, die sie verrät. Um dann aufzuspringen und hysterisch „Ich wusste es!“ zu schreien. Bei dieser Täuschung braucht man allerdings einen Komplizen, der der Tante später vom Capgras-Syndrom erzählt. Natürlich kann man mit dem Capgras-Syndrom auch den abgeliebten Lebensabschnittspartner zum Rückzug zwingen. „Du bist nicht mein Mann, das weiß ich genau. Mein Mann hätte nie seine Socken in der Gegend liegen lassen und außerdem hat er sich nie für Fußball interessiert. Ich weiß nicht, wer du bist, aber du bist nicht mein Mann.“ Es werden nur Tage vergehen, bis der Mann entnervt die Koffer packt.</p>
<p>Äußerst peinlich kann es sein, den Namen eines Menschen vergessen zu haben, den man eigentlich kennen muss. Besonders auf offiziellen Empfängen ist ein solcher Aussetzer nicht nur peinlich, sondern vielleicht sogar äußerst geschäftsschädigend. Hier hilft die Prosopagnosie, und man sollte einfach ganz offensiv dem Gegenüber diese Krankheit eingestehen. Sie bezeichnet die Unfähigkeit, eine bekannte Person am Gesicht zu erkennen. Erstmalig beschrieben hat dieses Krankheitsbild 1947 der deutsche Neurologe Joachim Bodamer. Besser bekannt ist die Prosopagnosie unter dem Namen Gesichtsblindheit. Allerdings ist diese Übersetzung nicht exakt. Gesichtsblindheit beschreibt die Unfähigkeit eines Menschen, ein Gesicht überhaupt als Gesicht zu erkennen. Bei der Prosopagnosie erkennt man dagegen durchaus ein Gesicht, aber keine Person. Angereichert mit diesen Details wird der Unerkannte kaum Zweifel haben, dass er tatsächlich einem Prosopagnosie-Fall gegenübersteht.</p>
<p><em>(Foto: aboutpixel.de, Anja Langner)</em></p>
<p>Gerade im Sommer, wenn die Kleidung der Damenwelt luftiger wird und der Testosteronspiegel beim männlichen Geschlecht entsprechend steigt, hat so mancher Herr der Schöpfung seine Hände nicht im Griff. So kann es passieren, dass ihm im Großraumbüro die Hand ausrutscht und auf dem Hinterteil einer Kollegin landet. Um nun möglichen Klagen wegen sexueller Belästigung von vornherein die Grundlage zu entziehen, sollte man(n) über das Alien-Hand-Syndrom (AHS) genau Bescheid wissen. Bei dieser neurologischen Störung unterliegt die Steuerung einer der beiden Hände nicht der willentlichen Kontrolle des Erkrankten. Erstmals beschrieben wurde die Störung 1908 vom deutschen Neurologen Kurt Goldstein. Am besten dokumentiert ist sie bisher bei Menschen, bei denen im Gehirn das Corpus Callosum (Balken) durchtrennt ist (Split Brain Patient). Die Störung kann aber auch nach Schlaganfällen oder Infektionen auftreten. Die betroffenen Menschen haben keine oder nur sehr wenig Kontrolle über die sogenannte Alien Hand. Sie empfinden diese Hand als fremd und nicht zu ihrem Körper gehörend. Oft arbeitet die Alien Hand gegen die andere Hand. Will der Erkrankte beispielsweise mit der rechten Hand etwas essen, versucht die linke Hand, ihn daran zu hindern. Für die Betroffenen ist das kein Spaß, obwohl das Ganze natürlich urkomisch aussieht. Es kommt sogar vor, dass die Alien Hand versucht, den Erkrankten zu erwürgen. Rutscht einem also im Großraumbüro die Hand aus, so ist man gut beraten, sich danach mehrere Minuten im Kampf mit dieser Hand auf dem Boden zu wälzen.</p>
<p><strong>GAH</strong></p>
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		<title>Gibt es echte Freundschaft zwischen Männern und Frauen?</title>
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		<pubDate>Thu, 14 May 2009 18:38:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>annika</dc:creator>
				<category><![CDATA[wissen]]></category>
		<category><![CDATA[2009-05]]></category>

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		<description><![CDATA[„Platonische Liebe ist, wenn man zu zweit mit einem Gewehr spielt und glaubt, es sei nicht geladen.“ Bloor Schleepey Spätestens seit dem Kultfilm „Harry und Sally“ ist es kein Geheimnis mehr: „Frauen und Männer können nie Freunde sein. Der Sex kommt ihnen immer dazwischen!“ So die Aussage von Harry. Stimmt das? Ist es naiv, an [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Platonische Liebe ist, wenn man zu zweit mit einem Gewehr spielt und glaubt, es sei nicht geladen.“ Bloor Schleepey</p>
<p>Spätestens seit dem Kultfilm „Harry und Sally“ ist es kein Geheimnis mehr: „Frauen und Männer können nie Freunde sein. Der Sex kommt ihnen immer dazwischen!“ So die Aussage von Harry. Stimmt das? Ist es naiv, an die Platonische Liebe zu glauben? Ist die Freundschaft zwischen Mann und Frau ein Märchen? Und wie kommt es, dass mehr Frauen als Männer an die Platonische Liebe glauben? Oder stimmt das gar nicht?<br />
Am besten, wir beantworten die Fragen gleich hier am Anfang: Ja, es ist naiv, an die Platonische Liebe zu glauben, ja, Freundschaft zwischen Mann und Frau ist ein Märchen. Frauen glauben häufiger an solche Freundschaften, weil Sex für sie keine so große Rolle spielt, oder sie zumindest nicht so oft daran denken wie Männer. Und ja, das stimmt, auch wenn manche Frauen behaupten, ebenfalls sehr oft an Sex zu denken. Liebe Frauen, häufiger an Sex zu denken als Männer, das ist vollkommen unmöglich. Also insgesamt ein klares Nein. Freundschaft zwischen Männer und Frauen gibt es nicht.<br />
Warum? Freundschaften beginnen oft im Kindesalter. Da spielt das kleine Mädchen Lego mit dem Nachbarsjungen. Irgendwann bauen sie dann gemeinsam ein Haus. Und haben sie das Haus gebaut, so liegt es natürlich nahe, dass dort jemand einziehen muss. Wer zieht in Häuser ein? Richtig. Ehepaare. Also spielt man Ehepaar. Was tun Ehepaare? Richtig. Sie küssen sich. Und im nächsten Moment verpasst der Nachbarsjunge dem Mädchen einen Kuss auf den Mund. Noch ist das ein harmloses Spiel. Aber die Zeiten ändern sich. Später heißen die Spiele Kirschen Küssen“ und „Wahrheit oder Pflicht“. Sie sind aller Laster Anfang. Denn was für den einen immer noch nur ein harmloses Spiel ist, das ist für den anderen vielleicht schon ein vages Gefühl von Liebe. Spätestens dann ist nichts mehr platonisch. Spätestens dann gerät die Freundschaft aus dem Gleichgewicht, weil bei dem einen mehr ist, als das der andere erwartet oder vermutet. So sieht’s aus. Wenn sich dann der verliebte Junge tragischerweise nie traut, dem geliebten Mädchen (oder umgekehrt) seine Liebe zu gestehen, dann haben wir die berühmte einseitige Platonische Liebe. Die währt bisweilen ein Leben lang. Außer König Alkohol kommt mal dazwischen und man sitzt plötzlich auf irgendeiner Party mit dem bisher vermeintlich besten Freund knutschend in irgendeiner Ecke. Wir sehen, Freundschaft kann eine Weile Freundschaft sein, aber das letzte Wort ist nie gesprochen.<br />
Doch nun behaupten manche hartnäckig, dass es sie doch geben soll, die platonische Liebe zwischen Mann und Frau, die echte Freundschaft. Frauen berichten relativ häufig von solchen Freundschaften. Männer eher seltener. Warum das so ist, haben wir oben beantwortet. Fragt man Männer, die eine solche Freundschaft pflegen, mal unter vier Augen, dann heißt es oft: „Naja, vielleicht geht ja doch irgendwann was.“ Männer und Frauen, die miteinander befreundet sind, denken also zwischendurch immer mal wieder darüber nach, ob der Freund oder die Freundin nicht vielleicht doch für eine Beziehung infrage kommen. Das ist im Grunde nicht weiter verwunderlich. Schließlich ist man sich sympathisch, sonst wäre man ja kaum befreundet. Man verbringt viel Zeit miteinander, dass schafft Vertrauen, Geborgenheit. Natürlich stellt man sich den besten Freund auch mal nackt vor. Nennen wir es einfach mitmenschliches Interesse. Natürlich fragt man sich, wie der Gegenüber wohl im Bett ist. Auch wenn man selbst gerade in einer festen Beziehung steckt. (Und nebenbei: Mit wem lässt sich eine Affäre besser geheim halten, als mit dem besten Freund oder der besten Freundin?)  Der Gedanke, mit dem Freund oder der Freundin eine Beziehung einzugehen, liegt also eigentlich relativ nahe. Immerhin weiß man schon zum Großteil, was man bekommt. Einfältige Anmachen, geflopte Dates und nervige Stalker entfallen. Nur wie der Sex sein wird, weiß man noch nicht. Vielleicht sanft. Oder stürmisch? Kommt er womöglich zu früh? Fragen über Fragen. Nein, im Grunde nur eine Frage. Und so müssen wir uns zuletzt vielleicht doch korrigieren. Wenn man miteinander ins Bett gestiegen ist, und es hat nicht besonders gut funktioniert, dann ist vielleicht doch der Weg frei für eine echte Freundschaft. Aber nur dann.</p>
<p>Gulaim Ahangri</p>
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		<title>Satire ist nicht überall erlaubt</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Oct 2008 15:06:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Karsten Violka</dc:creator>
				<category><![CDATA[wissen]]></category>
		<category><![CDATA[2008-10]]></category>

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		<description><![CDATA[Am Busen der Natur ist man in vielen idyllischen Orten auf dem Erdenrund, doch wo ist eigentlich der Arsch der Welt? Seit Anbeginn der Menschheit schwebt diese Frage unbeantwortet im Raum und schafft Zwietracht zwischen Ländern und Völkern. Bis heute konnte dieses Rätsel nicht eindeutig beantwortet werden. War das Thema in vergangenen Epochen und Jahrhunderten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am Busen der Natur ist man in vielen idyllischen Orten auf dem Erdenrund, doch wo ist eigentlich der Arsch der Welt? Seit Anbeginn der Menschheit schwebt diese Frage unbeantwortet im Raum und schafft Zwietracht zwischen Ländern und Völkern. Bis heute konnte dieses Rätsel nicht eindeutig beantwortet werden. War das Thema in vergangenen Epochen und Jahrhunderten von bitteren Ressentiments und schlimmen Vorurteilen belastet, ist in unserem aufgeklärten und fortschrittlichen neuen Jahrtausend und spätestens seit J.Lo &amp; Co. ja auch jedem klar, dass der Po der neue Busen ist und durchaus nichts Negatives. Was das Problem aber nicht wirklich verkleinert. Die Konkurrenz ist groß. Timbuktu? Kamtschatka? Oder doch Hintertupfingen? Ganz weit vorne im Rennen ist auch das beschauliche Örtchen „Anus“ im französischen Burgund. Doch ungesehen vom größten Teil der Weltöffentlichkeit hätte ein heldenhafter Mann im Jahr 2005 die Affäre beinahe aus der Welt geschafft. Die 14.178-Seelen-Stadt Plochingen in Baden-Württemberg, etwa 20 Kilometer südöstlich der Landeshauptstadt Stuttgart, hatte den Karikaturisten, Zeichner und Kinderbuchautoren Tomi Ungerer gebeten, ein öffentliches WC in der Innenstadt zu gestalten. Der 75jährige erkannte seine Chance, eine existentielle Menschheitsfrage ein für allemal endgültig zu klären und legte einen Entwurf vor, zu dem ihn das indische Taj Mahal inspiriert hatte. Frei nach dem Motto &#8220;Tadsch ma Arsch&#8221; designte er einen tempelartigen Bau, dessen Dach die Form eines überdimensionalen Pos haben sollte. Damit hatte Ungerer sogar größeres im Sinn: mit dem größten Arsch der Welt wollte er Plochingen einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde sichern. Doch die Muslime der Stadt beschwerten sich, da das Häuschen wie eine Moschee aussehe, nur eben mit einem Hinterteil statt einer Kuppel. Sein zweiter Plan sah ein „wolkenförmiges Gebäude&#8221; vor, auf dem der Po thronen sollte. Doch auch dieser Plan stieß auf Widerstand. Vor allem wegen seines Standortes im Stadtzentrum &#8211; gegenüber befindet sich eine Kirche. Nun forderte Bürgermeister Beck, der bisher zu dem stillen Örtchen stand, Ungerer auf, einen weiteren Entwurf zu erstellen. Ohne die anrüchige Kuppel &#8211; „vielleicht mit Wolken und einer Sonne darüber“. Doch Ungerer mochte auf dieses &#8220;zentrale Element&#8221; nicht verzichten und erklärte, dass er alle Religionen respektiere und daher Verständnis für die Einwände habe, doch sehr bedauere, dass nun nicht mehr das Gebäude entstehen würde, dass der Stadt Ruhm und Ehre für alle Zeiten verschaffen würde. Jedoch es half nichts, die religiöse Lobby blieb hartnäckig und Ungerer brauchte wohl anscheinend dringend Geld, jedenfalls ließ er sich nach einer zweijährigen Debatte dazu herab, ein Klohäuschen im Sinne der Verblendeten zu gestalten. Das wurde dann auch tatsächlich gebaut. Ein mintgrüner Würfel, geschmückt mit einem Frosch und einem Drachen. Nach oben schließt das ganz originell „Les Toilettes“ betitelte Bauwerk in einem Zierfries aus rosa Klobrillen ab. Die Botschaft ist also klar: rosa Klobrille auf und drauf geschissen wo der Scheißarsch der Welt jetzt ist oder nicht. Vielleicht ist ja in Wirklichkeit die Welt am Arsch und nicht andersherum.</p>
<p>Johanna Kienitz</p>
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		<title>Apostrophenkatastrophen</title>
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		<pubDate>Wed, 22 Oct 2008 13:27:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Karsten Violka</dc:creator>
				<category><![CDATA[wissen]]></category>
		<category><![CDATA[2008-11]]></category>

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		<description><![CDATA[Handy`s, T-Shirt`s, CD`s, Gyro`s – die Pluralverhunzung nimmt in letzter Zeit einen tragischen Verlauf. Jeder guckt’s (diesmal richtig eingesetzt) von jedem ab. Wissenschaftler warnen bereits vor diesem grassierenden Virus der Pluralbildung mit Apostroph, denn die Spätfolgen sind noch gar nicht abzusehen. Eine allgemeine, endgültige Verdummung könnte die Folge sein. Doch woher kommt eigentlich diese Unart? [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Handy`s, T-Shirt`s, CD`s, Gyro`s – die Pluralverhunzung nimmt in letzter Zeit einen tragischen Verlauf. Jeder guckt’s (diesmal richtig eingesetzt) von jedem ab. Wissenschaftler warnen bereits vor diesem grassierenden Virus der Pluralbildung mit Apostroph, denn die Spätfolgen sind noch gar nicht abzusehen. Eine allgemeine, endgültige Verdummung könnte die Folge sein. Doch woher kommt eigentlich diese Unart? Man findet sie jedenfalls immer häufiger in Anzeigen und Auslagen. Besonders Werbezettel und Fassaden von Bistros und Shops sind betroffen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Konsequenterweise heißen die dann häufig Shop`s und Bistro`s. Und der Wahnsinn geht noch weiter: Souvenir`s und Steak`s sind der Apostrophitis verfallen, ebenso Pizza`s und Autoradio`s. Neuste wissenschaftliche Forschungen vermuten den Ursprung der Apostrophenkatastrophe im Osten Deutschlands: Bereits kurz nach der Wiedervereinigung nannten vor allem ostdeutsche Jungunternehmer, in Überanpassung an die Fast-Food-Sprache des Westens (Mc Donald`s), ihren neuen Imbiss „Mandy`s Soljankaexpress“ oder „Ronny`s Grillcorner“. Im Duden war zwar festgelegt, dass kein Apostroph vor dem Genitiv-S von Eigennamen gehört, aber wer besaß im Osten schon einen Duden? Die Unart setzte sich durch und war nicht mehr aufzuhalten. Schließlich resignierten selbst die Rechtschreibwächter und legten in der neuen &#8220;Amtlichen Regelung der deutschen Rechtschreibung&#8221; im Duden fest, dass „gelegentlich“ ein Apostroph gesetzt werden dürfe, „um die Grundform eines Personennamens“ zu verdeutlichen. Offizielles Musterbeispiel: „Andrea`s Blumenecke“. Nach diesem Kompromiss maulte noch der eine oder andere Feuilletonist über „Duden`s neues Regelwerk“ (FAZ), das „Ossi`s Dummdeutsch offiziell abgesegnet“ habe (Zürichs Tages-Anzeiger). Doch mittlerweile ist der zugewanderte Gastronomie-Genitiv endgültig eingebürgert, während der Apostroph-s-Plural weder in Großbritannien noch in den USA erlaubt ist. Auch im Internet greift die Seuche inzwischen um sich. Gibt man bei einer uns allen bekannten und derzeit stark kritisierten Suchmaschine die Fehlbildungen „Info`s“ und „Link`s“ ein, so erhält man rund 449.000 beziehungsweise 110.000 Treffer auf deutschsprachige Homepages. Die Suchmaschine findet „CD`s“ auf 1.380.000 deutschen Internetseiten. Viel zu häufig für ein Wort, das es gar nicht gibt. Viel zu häufig für ein Volk von Dichtern und Denkern. Deutschland, wohin gehst du, so muss man dieser Tage fragen. Ist das nun der Untergang? Aber immerhin: Gibt man „für&#8217;s“ als Suchbegriff ein, so erscheint die Frage: &#8220;Meinten Sie fürs?&#8221; Hopfen und Malz scheint also noch nicht endgültig verloren. Vielleicht sollten wir uns in diesem einen Fall mal ein Beispiel an unseren englischen und amerikanischen Freunden nehmen. Dort ist natürlich auch nicht alles Gold, was glänzt. Und wir meinen jetzt nicht die Finanzkrise, den Krieg im Irak, die Waffengesetze, die Todesstrafe und debile Kandidatinnen für das Amt der Vizepräsidentin. Nein, wir meinen in diesem Fall die Programmierer von Microsoft. Die haben bei der Word-Synonyme-Funktion ziemlich viel Unsinn verzapft (Petting = Stippvisite oder Ersatzbumsen). Aber immerhin, die Apostrophitis haben sie im Griff.</p>
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		<title>Unendlicher Nervenkitzel</title>
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		<pubDate>Thu, 28 Aug 2008 12:52:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Karsten Violka</dc:creator>
				<category><![CDATA[wissen]]></category>
		<category><![CDATA[2008-06]]></category>

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		<description><![CDATA[Schon immer dachte der Mensch sich allen möglichen Unsinn aus, wenn ihm langweilig war. Im 16. Jahrhundert baute in Russland irgendein hyperaktiver Hedonist aus Holz eine Abfahrt, die er mit Wasser übergoss, das im bitterkalten russischen Winter natürlich einfror. Tolle Sache, denn jetzt konnte man dort hinunterfahren. Damit das auch im Sommer möglich war, wurden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Schon immer dachte der Mensch sich allen möglichen Unsinn aus, wenn ihm langweilig war. Im 16. Jahrhundert baute in Russland irgendein hyperaktiver Hedonist aus Holz eine Abfahrt, die er mit Wasser übergoss, das im bitterkalten russischen Winter natürlich einfror. Tolle Sache, denn jetzt konnte man dort hinunterfahren. Damit das auch im Sommer möglich war, wurden später Schlitten auf Rädern entwickelt. Diese Idee brachten Napoleons Soldaten nach Westeuropa, insbesondere nach Frankreich, wo die wilden Konstruktionen unter dem Namen „russische Berge“ bekannt wurden. Die ersten Achterbahnen im heutigen Sinne bildeten eine geschlossene Strecke mit Bergen und Tälern, die von einem allein durch die Schwerkraft angetriebenen Zug befahren wurde. Die erste regelrechte Achterbahn &#8211; in Form der Ziffer Acht natürlich &#8211; wurde 1898 auf Coney Island eröffnet. Die erste Achterbahn Deutschlands, die aus Holz gefertigte „Riesen-Auto-Luftbahn“, wurde 1908 im Vergnügungspark der Ausstellung München vorgestellt. Während in Österreich noch heute der gemütliche Begriff „Hochschaubahn“ gebräuchlich ist, hat sich parallel zur Evolution der Achterbahn anderenorts ein ganzes Fachvokabular entwickelt. Denn mit einem ordinären „Roller Coaster“, wie das Gefährt auf Englisch heißt, kann man inzwischen kaum noch jemanden von seinem Plasma-TV-Sofaplatz locken. Höher, schneller, durchgeknallter &#8211; die klassische Achterbahn im Sitzen („Sit-Down Coaster“) kann heute niemanden mehr schocken. Gibt es doch inzwischen alle möglichen Weiterentwicklungen: Bahnen, in denen man unter der Schiene fährt („Inverted Coaster“), im Wagen steht („Stand-Up Coaster“), liegt („Flying Coaster“) oder bei denen der Zug-Boden fehlt („Floorless Coaster“). Achterbahnen mit Wagen, die sich horizontal drehen können („Spinning Coaster“) und solche, bei denen die Sitze der Wagen selbst Überschläge ausführen können ( „4th Dimension Coaster“). Weiterer Clou: die Doppelanlagen. Je nach Art deren Aufbaus spricht man von „Racing Coaster“, wenn die Spuren parallel laufen und die Wagen sich ein „Rennen“ liefern, oder von „Duelling Coaster“, wenn die Strecken ähnlich und gleich lang sind aber nicht parallel verlaufen. Ganz entscheidend ist natürlich auch die Höhe: vom „Mega Coaster“ über den  „Hyper Coaster“ und den „Gigacoaster“ reicht die Messlatte inzwischen bis zum „Teracoaster“.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Durch die fortgeschrittenen Berechnungsmodelle und Fertigungstechniken wurden natürlich auch immer aufwendigere Streckenführungen wie Umschwünge, überneigte Kurven, Hügel mit Richtungswechsel und Air-Time oder senkrecht stehende Kurven („Immelmann Turn“) möglich. Doch das wahrhaft spektakulärste Element hat sich bis heute nicht geändert: der Looping. Bereits ab Ende des 19. Jahrhunderts versuchte man den einzubauen. Schleudertraumata bei den Gästen waren da keine Seltenheit. Erst der deutsche Konstrukteur Werner Stengel fand eine Lösung für die viel zu hohen G-Kräfte und Momente in kreisrunden Loopings. Er berechnete einen Looping, bei der der Radius bei Ein- und Ausfahrt in den Looping deutlich größer als im oberen Looping-Teil ist. So konnte er die Kräfte optimieren und 1976 den ersten benutzerverträglichen Looping bei der Bahn „Revolution“ in den USA realisieren.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Neben den Rekorden der Bahnen gibt es auch regelmäßig Versuche, Ausdauerrekorde im Achterbahnfahren aufzustellen. Insbesondere der US-Amerikaner Richard Rodriguez ist für seine vielen Rekordfahrten bekannt, die teilweise auch von Ärzten und Wissenschaftlern erforscht wurden. Der aktuelle Rekord, aufgestellt von Rodriguez im August 2007, beträgt 9,5 Tage.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Allen Angsthasen sei noch gesagt: auch wenn man in der Achterbahn die Todesangst im Nacken spürt &#8211; tatsächlich ist sie, statistisch gesehen, das sicherste Gefährt der Welt. Eine Autofahrt ins Rastiland ist da weitaus gefährlicher&#8230;  Johanna Kienitz</p>
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		<title>Sonne macht albern</title>
		<link>http://www.stadtkind-hannover.de/2008/08/sonne-macht-albern/</link>
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		<pubDate>Thu, 28 Aug 2008 10:34:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Karsten Violka</dc:creator>
				<category><![CDATA[wissen]]></category>
		<category><![CDATA[2008-07]]></category>

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		<description><![CDATA[Sonne macht albern. Und da es diesen Sommer wohl besonders viel davon geben wird, ist mit einem bedenklichen Albernheitsüberschuss zu rechnen. Doch wohin damit? Sich sturztrunken in die Leine stürzen? Sich mit Grillspiritus als Feuerspucker versuchen? Nachbars preisgekröntem Edel-Pudel ein Graffiti auf die Locken zaubern? Den Mädels im Freibad dumme Sprüche hinterher rufen, obwohl der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="margin-bottom: 0cm;">Sonne macht albern. Und da es diesen Sommer wohl besonders viel davon geben wird, ist mit einem bedenklichen Albernheitsüberschuss zu rechnen. Doch wohin damit? Sich sturztrunken in die Leine stürzen? Sich mit Grillspiritus als Feuerspucker versuchen? Nachbars preisgekröntem Edel-Pudel ein Graffiti auf die Locken zaubern? Den Mädels im Freibad dumme Sprüche hinterher rufen, obwohl der muskelbepackte Freund mit aufgeplusterter Brust nebenher stolziert? Viel zu riskant. Da ist es doch wesentlich besser, mit Brause zu blubbern, hübsche Seifenblasen in den Himmel zu pusten, den Balkon ein bisschen zu verschönern oder sich mit Knete eine eigene Bikinischönheit zu formen. Wir haben die passenden Rezepte für einen farbenfrohen, prickelnden und locker-leichten Sommer:</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;">Knete:</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">400 g Mehl</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">200 g Salz</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">11 g Alaunpulver (alternativ: 11 g Weinsteinpulver;</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">beides aus der Apotheke)</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">1/2 Liter kochendes Wasser</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">3 Esslöffel Speiseöl</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">1 Messerspitze Lebensmittelfarbe</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Mehl, Salz und Alaunpulver in einer Schüssel mischen und das kochende Wasser unter ständigem Rühren dazu gießen. Zum Schluss das Speiseöl und die Lebensmittelfarbe in den Topf geben. Die Flüssigkeit mit einem Mixer so lange schlagen, bis sich die Knetmasse bildet. Sollte die Knetmasse zu trocken sein, können einige Tropfen Wasser oder Öl hinzugegeben werden. Kneten nicht vergessen. Bei luftdichtem Verschluss hält sich die Masse im Kühlschrank ca. 6 Monate.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;">Brausepulver:</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">3 Löffelenden Natronpulver (Apotheke)</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">1 kleinen Teelöffel Zitronensäure</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">1 großen Teelöffel Instant-Götterspeise</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">1 großen Teelöffel Zucker (mindestens!)</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Alles vermischen – fertig! Kann man einfach auflecken oder in Wasser auflösen und trinken, aber das wisst ihr ja selbst.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;">Seifenblasen:</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">225 ml Spülmittel</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">3 Liter Wasser</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">1 Esslöffel Glyzerin (Apotheke)</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Alle Zutaten miteinander mischen und warten, bis die Flüssigkeit nicht mehr schäumt.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;">Fingerfarben:</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">1/2 Tasse Maisstärke</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">2 Tassen kochendes Wasser</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">1 Tasse kaltes Wasser</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Lebensmittelfarbe</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">1 Päckchen Gelantine</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Die Maisstärke in einer Tasse mit einer 3/4 Tasse kaltem Wasser mischen, bis man eine glatte Paste hat. Die Gelantine im restlichen kalten Wasser auflösen und beiseite stellen. Das heiße Wasser langsam und unter Rühren über die Maisstärkenmasse gießen und bei mittlerer Hitze aufkochen. Weiter rühren, bis die Mischung kocht und klar wird. Vom Herd nehmen und die Gelantine einrühren. Abkühlen lassen, in mehrere Schraubgläser verteilen und die Farbe zufügen. Die Farbe kann im Kühlschrank aufbewahrt werden</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;">Kreide:</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Farbpigmente (Bastel- und Künstlerbedarfsläden)</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">1/2 Tasse Wasser</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">3 Esslöffel Gips</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">mehrere Pappbecher</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Wasser, Gips und Farbpulver vermischen und jeweils in einen Pappbecher geben. Nach dem Trocknen den Becher abschälen – fertig.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;">P.S.: Wer welche kennt, darf auch Kindern was davon abgeben&#8230;</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;">Johanna Kienitz</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Elektroautos</title>
		<link>http://www.stadtkind-hannover.de/2008/08/stadtkinder-wissen-im-august/</link>
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		<pubDate>Mon, 18 Aug 2008 15:30:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Karsten Violka</dc:creator>
				<category><![CDATA[wissen]]></category>
		<category><![CDATA[2008-08]]></category>

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		<description><![CDATA[Allmählich wird es richtig unangenehm. Der Spritpreis wird zum öffentlichen Ärgernis und Redakteure, die im Augenblick für ihre Artikel Fotos von verzweifelten Gesichtern brauchen, schicken ihre Fotografen zu den Tankstellen der Republik. Die aktuellen Preise sind so hoch wie nie zuvor. Und allgemein ist man sich einig darüber, dass die Preise langfristig nicht mehr sinken [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="margin-bottom: 0cm;">Allmählich wird es richtig unangenehm. Der Spritpreis wird zum öffentlichen Ärgernis und Redakteure, die im Augenblick für ihre Artikel Fotos von verzweifelten Gesichtern brauchen, schicken ihre Fotografen zu den Tankstellen der Republik. Die aktuellen Preise sind so hoch wie nie zuvor. Und allgemein ist man sich einig darüber, dass die Preise langfristig nicht mehr sinken werden, weil sich der Rohstoff Öl immer weiter verknappt. Es ist also höchste Zeit, über Alternativen nachzudenken. So mancher weitsichtige Mensch hat genau das schon vor zehn Jahren empfohlen, wurde aber meistens schlicht ausgelacht. Dass uns irgendwann der Sprit ausgeht, war tatsächlich lange Zeit undenkbar, zumindest für den Otto Normalverbraucher. In den Chefetagen der Automobilindustrie hätte man es eigentlich besser wissen müssen, denn entsprechende Prognosen gibt es schon sehr lange. Und trotzdem haben die Herrschaften geschlafen. Bloß nicht sehen, was nicht sein darf. Bloß nicht die gute Stimmung von düsteren Prophezeiungen verderben lassen. Es scheint eine menschliche Eigenschaft zu sein, Probleme erst zu sehen, wenn sie nicht mehr übersehbar sind. Hätte die deutsche Automobilindustrie früher reagiert, so wäre sie heute vielleicht führend auf dem Gebiet der Elektroautos. Bei der Windenergie haben wir diese Stellung am Weltmarkt. Bei den Elektroautos können die deutschen Unternehmen jetzt nur noch hinterherlaufen. Und das sollten sie. Denn auch wenn es sich auf den ersten Blick immer noch reichlich versponnen anhört, in 20 Jahren wird es keine Autos mehr geben, die mit Benzin fahren. Jeder Euro, der augenblicklich noch in die Entwicklung von Benzinern gesteckt wird, ist im Grunde investiert in eine tote Technik. Eigentlich weiß das heute jeder, der etwas davon versteht, oder der die Weisheit besitzt, sich die Zusammenhänge von Fachleuten erklären zu lassen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Und trotzdem werden immer noch Projekte belächelt oder skeptisch beäugt, die eigentlich als beispielhaft gelten müssten. Israel will zum Beispiel gerade mit dem Projekt „Better Place“ ein landesweites Elektroauto-Netzwerk aufbauen. Renault-Nissan wird diese Autos bauen, entsprechende Verträge unterzeichnete Renault-Chef Ghosn übrigens in Gegenwart von Staatspräsident Shimon Peres. Hinter diesem Vertrag steht die Arbeit von Shai Agassi, ehemaliger SAP-Vorstand. Ihm ist es gelungen, nicht nur die Politiker in Israel zu überzeugen, sondern auch zahlreiche Investoren, die etwa 200 Millionen US-Dollar zum Projekt beisteuern. Auch in Dänemark ist inzwischen so ein Netzwerk geplant. Könnte so etwas in Deutschland ebenfalls funktionieren? In der Autonation Nummer Eins, 17 Mal so groß wie Israel? Natürlich sagen dazu in den Reihen der Grünen alle ja, und auch in Forschung und Wissenschaft ist man sich einig, dass es zwar Probleme gibt, dass diese aber weniger mit den technischen Möglichkeiten zutun haben, sondern eher mit den Rahmenbedingungen. Wer ist zukünftig Tankstellenbetreiber und wie wird in Zeiten eines liberalisierten Marktes der Strom abgerechnet? Für die Lösung solcher Fragen ist die Politik gefordert. Und da muss man wohl gerade in Deutschland eher realistisch sein. Bei uns kann man sich darauf einstellen, dass so mancher Parteivordere immer noch über die „grünen Spinnereien“ lächeln wird, während in den Nachbarländern längst die traditionellen Tankstellen abgebaut sind. Deutschland könnte jetzt einsteigen. Aber Deutschland wird wie üblich abwarten und erstmal sehen, ob so etwas in den anderen Ländern funktioniert. Und darum werden wir uns in Zukunft an den Anblick von Rücklichtern gewöhnen müssen. Fahrt schon mal vor, wir kommen nach.  GAH</p>
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