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	<title>STADTKIND - hannovermagazin &#187; 2009-10</title>
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		<title>&#8230;karl-theodor zu guttenberg</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Sep 2009 22:00:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[ein offener brief an...]]></category>
		<category><![CDATA[2009-10]]></category>

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		<description><![CDATA[wie fühlt man sich denn so, da ganz oben? Das muss doch ganz angenehm sein, an der Spitze zu stehen. Zu wissen, wäre man Bundeskanzlerkandidat, die Leute würden einen mit Kusshand wählen. Ausgerechnet einen wie Dich.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Lieber Karl-Theodor,</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">wie fühlt man sich denn so, da ganz oben? Das muss doch ganz angenehm sein, an der Spitze zu stehen. Zu wissen, wäre man Bundeskanzlerkandidat, die Leute würden einen mit Kusshand wählen. Ausgerechnet einen wie Dich. Einen, in dessen Adern blaues Blut fließt. Einen, der nicht gerade zum verarmten Adel gehört. Der im Gegenteil stinkreich ist. Der eigentlich nicht viel wissen dürfte, über die Sorgen und Nöte normaler Menschen in Deutschland. Hineingeboren in eine Welt ohne Mangel. Abitur in Rosenheim, Wehrdienst bei den Gebirgsjägern, Studium der Rechts- und Politikwissenschaften in Bayreuth und München, die Promotion, natürlich summa cum laude (denn Du musstest Dich sicher nicht mit ärgerlichen Studentenjobs herumplagen). Schließlich ein bisschen Arbeit in der Leitung der familieneigenen Münchner Beteiligungsgesellschaft Guttenberg GmbH und später geschäftsführender Gesellschafter. Übrigens ein interessantes Unternehmen, bei dem es darum geht, das eigene Vermögen zu verwalten. Ein schöner Job. Dann noch mal kurz ein Posten im Aufsichtsrat der Röhn-Klinikum AG und im März 2002 Dein Ausstieg und gleichzeitig der Verkauf der Anteile Deiner Familie an die HypoVereinsbank (immerhin 26,5 Prozent der Stammaktien).</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Was treibt so einen Menschen ausgerechnet in die Politik? Millionen auf dem Konto, da gäbe es doch nun weiß Gott Angenehmeres, was man mit seiner Zeit anfangen könnte. Gerade in der Politik steht man doch zwangsläufig in der Öffentlichkeit. Hattest Du keine Angst vor all den Neidern, die Dir Dein Vermögen nicht gönnen? „Eure Armut kotzt mich an“, hättest Du sagen und Dich auf irgendeine Südseeinsel verdrücken können. Das verstehen wir nicht. Mit Dir kann doch irgendwas nicht stimmen. Die große Vision von der gerechteren Welt, einer besseren Gesellschaft, kann es ja auch nicht sein. Du bist in der CSU, die haben bekanntlich andere Ziele. Aber was hat Dich dann in die Politik getrieben? Geltungssucht? Das wollen wir Dir nicht unterstellen. Gut, vielleicht ein bisschen. Immerhin war Dein Vater eine bekannte Persönlichkeit. Da wolltest Du eben gleichziehen. Ist ja nicht schlimm. Und jetzt hast Du es sogar zum Wirtschaftsminister gebracht. Bei dem Job mehr zu glänzen als dein Vorgänger, war natürlich nicht weiter schwer. In welchem Altersheim hat der eigentlich Unterschlupf gefunden? Egal. Fragen wir uns lieber, warum Du gerade so beliebt bist.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Märkte sind „erwiesenermaßen effizient“, hast Du gesagt, und vor einer Ausweitung der Rolle des Staates gewarnt. Okay, diese Meinung kann man haben. Sie erscheint ein wenig seltsam, angesichts der Finanzkrise, aber gut, vielleicht weißt Du mehr. Aber macht das beliebt? Gegen den Mindestlohn bist Du auch. Das kann es also ebenfalls nicht sein. Ach ja, dann warst Du noch gegen die Opel-Rettung und hast ein Insolvenzverfahren favorisiert. Kein Geld vom Staat, keine Einmischung, keine Beteiligungen. Vielleicht war es das. Wenn der Staat dem Bürger ständig in die leeren Taschen greift, um Unternehmen zu retten, die von irgendwelchen unfähigen Managern gegen die Wand gefahren wurden, dann ist so ein klares „Nein“ natürlich populär, obwohl Du dann ja doch am Ende dafür warst, natürlich zähneknirschend. Anscheinend hast Du zu manchen Dingen eine klare Meinung. Das ist ungewöhnlich für einen Politiker in der heutigen Zeit. Das fällt auf. Und es macht beliebt. Nun bist Du also unser „Baron der Herzen“. Die Medien lieben Dich. Sie feiern Dich. Und wir feiern natürlich mit. Deutschland hat den Super-Politiker gesucht und gefunden.</p>
<p>Wir wünschen Dir, dass Du lange dort oben bleibst. So eine Medien- Meinung kann ja schnell kippen. Aber Du wirst nicht das Schicksal der meisten Superstar-Show-Kandidaten teilen und irgendwann als Bedienung in einer Kölner Kneipe arbeiten müssen. Glücklicherweise musst Du Dir darüber keine Sorgen machen. Vielleicht brauchen wir einfach mehr Politiker, die sich noch nie Sorgen haben machen müssen. Die sind einfach gelassener. Die sagen dann auch mal „nein“. Und sonst? Wie geht’s den Kindern? <strong> </strong></p>
<p><strong>GAH</strong></p>
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		<title>mister q</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Sep 2009 22:00:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[stadtkinder essen]]></category>
		<category><![CDATA[2009-10]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Donnerstag, 18.30 Uhr: oben im Restaurant ist es ganz schön laut. Neben dem einzigen freien Tisch wird ein Jahrgangstreffen gefeiert. Nach einem harten Tag ist uns nach Ruhe, also versuchen wir unser Glück in der unteren Etage.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;">
<p style="text-align: left;">Will man mal richtig gut essen gehen, kommt man vielleicht nicht unbedingt auf die Idee, ins Mister Q zu gehen. Eigentlich hat man bei diesem Lokal eher einen schnellen Kaffee oder eine Cola im Sinn. Ein Donnerstag, 18.30 Uhr: oben im Restaurant ist es ganz schön laut. Neben dem einzigen freien Tisch wird ein Jahrgangstreffen gefeiert. Nach einem harten Tag ist uns nach Ruhe, also versuchen wir unser Glück in der unteren Etage. Die überaus freundliche und sympathische männliche Bedienung passt gut in das gemütliche, nicht aufdringlich stylische, sondern kulturell vielfältig angehauchte Ambiente. Meine Hauptspeise ist der Teriyaki-Salat mit gegrillten Hähnchenspießen. Viele Bambussprossen und Paprika in rauen Mengen, dazu allerlei andere Zutaten. Die Hähnchenspieße sind außerordentlich delikat und würzig, das Fleisch zart. Auch die Chili-Vinaigrette ist lecker, aber ein bisschen reichlich vorhanden. Zum Nachtisch nehme ich einen Apfelstrudel. Ein Strudel im wahrsten Sinne des Wortes. Fast wäre der schmale Kuchenstreifen in das Meer aus Vanille-Sauce hinab gerissen worden. Die Kugel Eis kann ich zum Glück vorher noch eliminieren. Der Apfelstrudel ist warm und lecker, der Blätterteig etwas klebrig. Die nette Bedienung ist ständig um unser Wohlergehen bemüht, fragt regelmäßig, ob alles in Ordnung sei und beglückt uns und alle anderen Gäste zu späterer Stunde mit Kerzen, so dass die Atmosphäre schummerigwarm wird. Alles in allem ein gelungener Ausflug ins Mister Q. Preislich vollkommen in Ordnung, eine große Auswahl auf der Speisekarte. Dazu zahlreiche Vorspeisen, die man gut nebenbei essen kann, die satt machen und nicht zu teuer sind, so zum Beispiel die Mozzarella-Sticks für 3,00 Euro, die Mini- Frühlingsrollen für 2,50 Euro oder die gebackenen Zucchinischeiben mit Sour Cream für 2,60 Euro. Die Speisekarte selbst ist nach Spezialitäten der Regionen aufgeteilt: Europa, Amerika und Asien. Eben eine kulinarische Weltreise. Passend dazu die Einrichtung. Französischer Caféhaus-Charme, der Bereich um die Treppe erinnert an ein Pub, der untere Bereich wurde nach dem cubanischen Motto „La Habana“ eingerichtet und der Küchenbereich bringt den fernöstlichen Charme Asiens ins Haus. Das alles ohne krasse atmosphärische Brüche, alles ist sorgfältig aufeinander abgestimmt. Nur der Blick aus dem Fenster auf die Baustelle stört. Aber die ist ja auch bald weg. Und damit entfällt dann auch der letzte Grund, nicht ins Mister Q zu gehen.<strong>Bettina Riekenberg</strong></p>
<p>Als wir nach einem langen Tag auf das Mister Q am CinemaxX am Raschplatz zusteuern, kommt uns eine geschäftige Bedienung entgegen, die uns die Tür aufhält. Wir tun uns etwas schwer mit der Platzwahl, denn in der oberen Etage ist viel los. Neben einem der wenigen freien Tische feiert eine Gruppe von etwa zwanzig ausgelassenen Menschen. Also entscheiden wir uns für die untere Etage, nehmen die moderne, aber trotzdem heimelige Holztreppe im amerikanischen Landhausstil. Unten finden wir sofort einen Tisch und werden schnell bedient. Auf der Speisekarte lockt eine kulinarische Weltreise von typischen deutschen Gerichten, über amerikanische Küche, bis zu asiatischen Speisen. Zunächst beratschlagen wir, ob wir Vorspeise und Hauptgericht oder Hauptgericht und Nachtisch nehmen, denn wir glauben, dass wir Vorspeise, Hauptgericht und Dessert auf keinen Fall schaffen werden (wir haben von den großen Portionen im Mister Q gehört). Ich bin ziemlich hungrig, mag die amerikanische Küche, und schwanke zwischen einem Putensteak namens „Steak it easy!“ und dem Mister Q-Burger. Schließlich nehme ich doch den Burger. Meine Begleitung entscheidet sich für etwas Asiatisches, einen Teriyaki-Salat. Unsere gut gekühlten Getränke (Spezi und Cola Light) kommen sehr früh, auf unsere Hauptspeise warten wir ca. 20 Minuten, was nicht lang ist. Der XXL-Burger erfüllt alleine schon optisch meine Erwartungen. Er sieht wirklich genau so aus, wie ein Burger aussehen sollte. 180 g Rindfleisch mit Käse überbacken und eine großzügige Schicht aus frischem Salat und Tomatenscheiben liegen zwischen zwei leichten Burgerbrot-Hälften. Dazu gibt es Home Fries und als Dip Sour Cream. Ich entscheide mich, den Burger mit Besteck zu essen. Er ist einfach zu groß, um ihn nach Fastfood-Manier zu bewältigen. Auch im Geschmack unterscheidet er sich stark von großen Fastfoodketten. Hier schmeckt man wirklich Rindfleisch, das sehr saftig und gut gewürzt ist. Die Home Fries sind ebenfalls sehr lecker und genau nach meinem Geschmack. Nicht zu zäh, nicht zu pappig und sehr wichtig: man schmeckt kein Öl heraus. Ich teste auch den Teriyaki-Salat, bin aber nicht so begeistert von dem Hähnchenfleisch, vielleicht, weil ich die süß-saure Sauce dazu nicht sehr passend finde. Nach einer kleinen Pause entscheiden wir uns (obwohl schon sehr satt) für einen Nachtisch. Ich nehme eine Himbeer-Käse- Sahne-Schnitte, meine Begleitung einen Apfelstrudel. Auch die Desserts kommen nach kurzer Zeit. Diesmal werden wir sogar von zwei Kellnern bedient. Service wird hier absolut groß geschrieben. Leider begeistert mich die Himbeer- Torte nicht so ganz. Die Himbeeren haben ihren natürlichen, frisch süß-sauren Geschmack durch den sehr süßen Tortenguss eingebüßt. Trotzdem, wir verlassen das Mister Q sehr gesättigt und sehr zufrieden. Nette Atmosphäre, aufmerksame und freundliche Bedienung. Die große Baustelle am Raschplatz sollte niemanden abhalten.<strong>Natalie Moser</strong></p>
<p><strong>Mister Q Speisen &amp; Getränke GmbH<br />
Raschplatz 6<br />
30161 Hannover<br />
Tel.: 0511/38 88 89 18<br />
E-Mail: info@misterQ.de<br />
www.misterQ.de</strong></p>
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		<title>mit dem schlauchboot in die ddr</title>
		<link>http://www.stadtkind-hannover.de/2009/10/mit-dem-schlauchboot-in-die-ddr/</link>
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		<pubDate>Wed, 30 Sep 2009 22:00:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Regina Kohn</dc:creator>
				<category><![CDATA[40plus]]></category>
		<category><![CDATA[2009-10]]></category>

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		<description><![CDATA[Demnach gibt es die DDR immer noch. Im Handel, in den Köpfen, auf den Toiletten. Meine DDR habe ich schon gekannt, bevor ich zum ersten Mal dort einreisen durfte,...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit meinem 43sten Lebensjahr glaube ich nicht mehr an Zufälle. Als ich ganz jung war, ging es mir ähnlich. Dazwischen lagen Jahre der Vernunft, in denen ich mir einreden wollte, ich könne mein Leben selbst beeinflussen. Nein! Es muss eine höhere Gewalt geben, die mir regelmäßig Menschen und Ereignisse über den Weg schickt. Ich soll mich erinnern. Daran, wie ich damals war, was ich gefühlt habe, was ich für Ziele hatte und wen ich geliebt habe. Es war also auch kein Zufall, dass ich neulich in Halle an der Saale während einer langweiligen Rede auf die Damentoilette im „Kempinski“ ging. Es roch dort sehr gut und ich sprach das sofort laut aus. Da bemerkte ich die Toilettenfrau, die mich strahlend anlächelte. Sie begann mir zu erzählen, dass sie gerade ein Raumspray verwendet hatte, das es früher nur in der DDR gab. Es wird noch in Halle produziert. Den Namen habe ich leider vergessen, und hier in Hannover gibt es das Duftereignis für stille Örtchen sowieso nicht zu kaufen. Genauso wenig wie „Halloren“, die leckersten Schokis der Welt, die ebenfalls in Halle hergestellt werden. Demnach gibt es die DDR immer noch. Im Handel, in den Köpfen, auf den Toiletten.</p>
<p>Meine DDR habe ich schon gekannt, bevor ich zum ersten Mal dort einreisen durfte, um Verwandte meiner Jugendliebe zu besuchen.</p>
<p>Ich war damals süße 17 und hatte dank meiner Lehrer am Gymnasium Himmelsthür bereits „Guten Morgen, Du Schöne“ von Maxie Wander und „Die neuen Leiden des jungen W.“ von Ulrich Plenzdorf gelesen. Danach waren Frauen in der DDR gleichberechtigt und durften sogar Kranführerin werden. Und die Jugendlichen in der DDR kannten Herzschmerz und Joints genauso wie wir in der BRD. Mein Freund, der schon einen Führerschein und einen VW Käfer hatte, seine Eltern und ich machten uns für eine Woche auf nach Salzwedel. Dort wohnte die liebe DDR-Mischpoke.</p>
<p>Da ich ein positives Bild von der DDR hatte, machte ich mir keine Gedanken. Wir packten den Käfer voll mit Lebensmitteln, Zigaretten und allen möglichen Mitbringseln. Dazu gehörten natürlich Jeans und Schallplatten von den Stones, Led Zeppelin oder Pink Floyd. Und ein Schlauchboot, das sich eine Cousine gewünscht hatte. Wir konnten uns gerade noch in den Wagen quetschen und gen Zonengrenze tuckern. Das war der Grenzübergang bei Helmstedt. Dort wurde es mir dann doch unheimlich.</p>
<p>Ich sah die Türme und die Wachleute mit Gewehren. Bei unseren Beamten wurden wir blitzschnell weiter geschickt. Dann standen wir in einer sehr langen Warteschlange. Nach ca. zwei Stunden waren wir an der Reihe. Wir mussten alle aussteigen und in einem „Büro“ Platz nehmen. Ich bekam mit, dass es um das Schlauchboot ging. Die DDR-Grenzerin, die mich an eine KZ-Aufseherin in „Holocaust“ erinnerte, ordnete auf Sächsisch an, dass wir das Geschenk für die Cousine nicht mitnehmen durften. Ich Naseweis hörte mich plötzlich fragen: „Warum sollen wir denn kein Schlauchboot mitbringen?“ Stille. Alle Augen auf mich gerichtet. Und plötzlich schreit mich diese Aufseherin an, wie mich nie wieder jemand angeschrien hat. „Was fällt Dir ein? Gleich geht’s ab hier!“ Der VW wurde anschließend in alle Einzelteile zerlegt und durchleuchtet. Ich hatte Redeverbot, bis wir in Salzwedel waren.</p>
<p>Erst Jahre später habe ich verstanden – da war ich in Börgerende an der Ostsee –, dass das Schlauchboot ein Fluchtmittel war. Da habe ich die Wachtürme an der Ostsee gesehen. Mahnmale. Die Freiheit und die Demokratie schätze ich seither umso mehr. Mir wurde klar, dass ich damals Glück hatte. Ich war eine Fluchthelferin.</p>
<p><strong>SAM</strong></p>
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		<item>
		<title>künstlerische kreativität und juristische notwendigkeit – ein widerspruch?</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Sep 2009 22:00:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[stadtrecht]]></category>
		<category><![CDATA[2009-10]]></category>

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		<description><![CDATA[„Der Mensch ist frei geboren, und liegt doch überall in Ketten“, so erkannte es schon der Schriftsteller, Philosoph und Komponist Jean-Jacques Rousseau (1712-1789).]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Der Mensch ist frei geboren, und liegt doch überall in Ketten“, so erkannte es schon der Schriftsteller, Philosoph und Komponist Jean-Jacques Rousseau (1712-1789). Ein Großteil der kreativ Schaffenden – gleich ob Musiker, Schauspieler, Gestalter etc. – hat nicht selten eine Abneigung gegen juristische Angelegenheiten. Doch es steht außer Frage, der Beruf des Künstlers ist von vielen rechtlichen Aspekten geprägt. Auftragskunstwerke, Ausstellungen, Engagement, Verkäufe, Publikationen, Kunstverleih. Und nicht zuletzt Versicherungen und Rente. Der Künstlerberuf muss nicht allein durch mangelndes Talent oder schlicht Pech zur brotlosen Kunst werden. Oft führen auch ungenügende Kenntnisse in rechtlichen Belangen und das Ignorieren (denn für Künstler ist natürlich alles andere wichtiger) von wichtigen gesetzlichen Regeln zum „verarmten“ Künstler. Sich Rat zur rechten Zeit zu holen, ist daher nur zu empfehlen.</p>
<p><strong>Vergütung des ausübenden Künstlers<br />
</strong>Folgende Fälle zeigen, dass auch Juristen bei ihrer Tätigkeit Kreativität abverlangt wird: Grundsätzlich räumt der Künstler seinem Auftraggeber durch die Gage die Leistungsschutzrechte ein. Doch ein zusätzlicher Vergütungsanspruch besteht dann, wenn die konkrete Nutzung über den vertraglichen Zweck – der in einem guten Vertrag ausführlich bezeichnet sein sollte – hinausgeht. So hat das Sozialgericht Hamburg entschieden, dass Leistungsschutzrechte für TV-Produktionen i.d.R bei den beteiligten Schauspielern und Musikern verbleiben (Urt. 10R1478/05 v. 8.3.2006). Auch sollte ein Künstler beachten, dass er bei auffälligem Missverhältnis zwischen dem vertraglich vereinbarten Honorar und den aus der Nutzung gezogenen Erträgen nach § 79 Abs. 2 iVm § 32a Urhebergesetz möglicherweise Anspruch auf weitere Beteiligung hat.</p>
<p><strong>Urheberrechtliches</strong><br />
Persönliche geistige und künstlerische Leistungen wie z.B. Skulpturen, Gemälde, Texte, Inszenierungen, Fotografien, Filme und sogar Jingles werden nach dem Urhebergesetz geschützt. Zudem können Markenanmeldungen beantragt werden. Wenn mehrere Personen ein Werk geschaffen haben – auch ohne konkrete Absprachen – besteht eine Miturhebergesellschaft, falls ihre Anteile sich nicht gesondert verwerten lassen. Für die Verwertung des Werkes bedarf es dann grundsätzlich eines einstimmigen Beschlusses. Das ist zum Beispiel interessant für den Fall, dass eine Band gemeinsam Stücke schreibt, ein Mitglied die Band verlässt, und erst danach mit den Stücken Geld verdient wird. Im Zweifel darf das Ex-Bandmitglied dann völlig zurecht seinen Anteil einfordern.</p>
<p><strong>Was ist die KSK?</strong><br />
Selbstständige Künstler und Publizisten (Autoren, Sänger, Grafiker usw.) unterliegen grundsätzlich nach dem Künstlersozialversicherungsgesetz (KSVG) – wie Arbeitnehmer – der Versicherungspflicht in der allgemeinen Rentenversicherung, der gesetzlichen Kranken- und der sozialen Pflegeversicherung, wenn die Tätigkeit erwerbsmäßig und nicht nur vorübergehend ausgeübt und nicht mehr als ein Arbeitnehmer beschäftigt wird. Die Beitragszuschüsse an die versicherten Künstler werden vom Staat und den sogenannten Verwertern aufgebracht. Verwerter sind alle Unternehmen und (gemeinnützige) Einrichtungen, die regelmäßig für künstlerische oder publizistische Werke ein Honorar zahlen. Beispiel: Lässt ein Unternehmen seine Werbung und PR zumindest teilweise durch freie Werbe- oder PR-Agenturen gestalten, muss eine Anmeldung bei der Künstlersozialkasse (KSK) erfolgen und 5,1% vom gezahlten Honorar abgeführt werden. Da Unternehmen nicht erfreut sein werden, wenn ihnen eine Zahlungsaufforderung der KSK zugeht, sollte jeder Künstler im Vertrag über diesen Sachverhalt aufklären. Zwar darf ein Unternehmen die Abgaben zur KSK im Nachhinein nicht auf den Künstler abwälzen (§ 36a KSVG iVm § 32 SGB I) und auch eine entsprechende vertragliche Klausel ist unwirksam; doch was nützt es dem Künstler, wenn die Vertragsbeziehung dadurch sein Ende findet?</p>
<p><strong>Marc Y. Wandersleben, Rechtsanwalt &amp; Mediator (wandersleben@brennecke-partner.de)<a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2009/11/NETZ_21.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-5654" title="Marc Y. Wandersleben" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2009/11/NETZ_21-246x300.jpg" alt="Marc Y. Wandersleben" width="246" height="300" /></a></strong></p>
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		<title>urban voracity</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Sep 2009 22:00:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[stadtkinder sind mutig]]></category>
		<category><![CDATA[2009-10]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit Juli 2009 ist ein Label online, das sich Großes vorgenommen hat. Unter www.urbanvoracity.com gibt es Mode gegen den Einheitsbrei.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2009/11/NETZ_38-882.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-5686" title="urban voracity" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2009/11/NETZ_38-882-222x300.jpg" alt="urban voracity" width="222" height="300" /></a>Seit Juli 2009 ist ein Label online, das sich Großes vorgenommen hat. Unter www.urbanvoracity.com gibt es Mode gegen den Einheitsbrei.</strong></p>
<p>Die Idee für urban voracity (englisch für Gier, Gefräßigkeit oder Unersättlichkeit) stammt von Nawid Company. Seit 2001 ist der 26-Jährige mit einer Booking- und Eventagentur im Künstlerbereich tätig. Immer wieder gab es in diesem Zusammenhang Begegnungen mit neuen und vielversprechenden Ideen für innovative Mode.</p>
<p>Allerdings fehlten die Strukturen, um diese Ideen in größerem Stil zu realisieren. Für die Umsetzung brauchte es einen Kopf, ein Label. urban voracity hat es sich nun zur Aufgabe gemacht, den ungewöhnlichen und spannenden Kreationen aus der Szene ein Gesicht zu geben. Neben Nawid Company und Klaus Lenz (26), der für den Vertrieb zuständig ist, gehören augenblicklich noch eine Designerin und ein Mediengestalter zum festen Team des Modelabels. Weitere Mitarbeiter ergänzen zeitweilig das Team.</p>
<p>Die Mitglieder leben ihre Marke. urban voracity will verhindern, dass Mode abstempelt. Dieses Konzept zu verinnerlichen, ist Voraussetzung, um im Team dabei zu sein. Der Umgangston ist familiär, der Dialog ganz wichtig. Und diese Offenheit spiegelt sich auch in der Ideenfindung. Kundenmitgestaltung spielt wie gesagt eine ganz große Rolle. Die Künstler, meist aus dem HipHop- und R&#8217;n'B-Bereich, mit denen Nawid Company über seine Booking- und Eventagentur zusammenarbeitet, sind eine große Inspiration. Aber auch, wenn die Mode, die bei urban voracity erhältlich ist, tendenziell jung, stylisch, eben urban ist, betonen Klaus Lenz und Nawid Company, dass sie klischeefrei und auf kein Genre festgelegt bleiben soll. Wer trägt, was urban voracity produziert, soll nicht das Label repräsentieren, sondern in erster Linie sich selbst. Das Label ist nur Mittel zum Zweck. urban voracity ist damit sicherlich ein Gegenentwurf zum Label-Fetischismus der jüngeren Generation. Antrieb der Gründer ist, dass viele „rumrennen wie jeder Dritte“. Manche stecken in den Augen der jungen Unternehmer schon beinahe in so etwas wie einer Uniform.</p>
<p>Als Protestbewegung verstehen sie sich aber nicht. Es geht einfach darum, dem Einerlei etwas Neues und Kreatives entgegenzusetzen. Und dabei auch weitere Labels mit ins Boot zu holen. Im Webshop sind durchaus andere Marken vertreten, wenn es passt und fremde Ideen gefallen. Zwar steht urban voracity als Label im Vordergrund, aber insgesamt ist man eine Gemeinschaft der Kreativen. Bei der Zusammenarbeit geht man freundschaftlich miteinander um. Und diese Freundschaften bleiben erhalten, auch wenn sich die geschäftlichen Wege wieder trennen. Bei der Ideenfindung spielt häufig auch der Zufall keine kleine Rolle. Manchmal läuft man sich einfach zur richtigen Zeit über den Weg. So war es beispielsweise bei den handgearbeiteten Strickmützen, die es in vielen Farben im Webshop gibt. Entworfen wurden sie von einer angehenden Designerin aus Hannover.</p>
<p>Mittlerweile werden die Unikate auch in Berlin vertrieben. Der unerwartete Erfolg der Mützen ist für Nawid Company eine der „kuriosen Geschichten“, eine der vielen positiven Überraschungen, für die das offene Konzept sorgt. Andere Ideen entstehen aus der Einstellung des Labels zu bestimmten Themen. So findet Nawid Company, dass die Hannoveraner ruhig ein bisschen stolz auf ihre Stadt sein dürfen und das auch zeigen sollten. Dafür gibt es bei urban voracity nun das Hannover-Shirt. Ein anderes Thema war die vergangene Wahl im Iran. Eine blutige Hand auf grünem Grund verweist auf die Missstände in der islamischen Republik. Für das Label ist es sehr wichtig, dass seine Kunden sich mit solchen Themen beschäftigen. Das gedankenlose Tragen von Shirts mit Che Guevara-Aufdruck ist für Nawid Company und Klaus Lenz ein Trend, der keiner sein sollte. Kein Trend sein darf. urban voracity war bisher ein Versuch, ein Testballon, der im Moment noch langsam startet, aber bereits überraschend gut funktioniert. „Jetzt gucken wir, wo die Reise hingeht“, sagt Klaus Lenz. Aus den Augen verlieren sollte man urban voracity auf keinen Fall, denn für 2010 gibt es bereits tolle Ideen und Konzepte. Das Label verspricht „das Innovativste, was es seit langem gab“</p>
<p>Mehr Infos unter www.urbanvoracity.com</p>
<p><strong>Sina Schröder</strong></p>
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		</item>
		<item>
		<title>sparsame vermieter</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Sep 2009 22:00:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[randgruppenbeleidigung]]></category>
		<category><![CDATA[2009-10]]></category>

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		<description><![CDATA[Irgendwann passiert es jedem. Da klingelt der freundliche Vermieter, sagt kurz, dass irgendwas an der Gasheizung erledigt werden müsse, ein paar Rohre im Keller seien ein bisschen alt, nichts Schlimmes und schon gar nichts Gefährliches, nur das warme Wasser würde mal für eine Weile ausfallen, so etwa ab acht am nächsten Morgen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Irgendwann passiert es jedem. Da klingelt der freundliche Vermieter, sagt kurz, dass irgendwas an der Gasheizung erledigt werden müsse, ein paar Rohre im Keller seien ein bisschen alt, nichts Schlimmes und schon gar nichts Gefährliches, nur das warme Wasser würde mal für eine Weile ausfallen, so etwa ab acht am nächsten Morgen. Die Handwerker seien aber von der schnellen Sorte, zwei Jungs aus Polen, eben günstig, man müsse ja auch sehen, wo man bleibe, aber sehr zuverlässig. Da könne man sich hundertprozentig drauf verlassen. Die würden keinen Pfusch machen, schon gar nicht an der Gasleitung, wenn er sich da nicht ganz sicher wäre, dann hätte er natürlich ganz offiziell eine deutsche Firma beauftragt.</p>
<p>Und dann zwinkert er und knufft einem noch verschwörerisch gegen den Oberarm. So geht man natürlich beruhigt schlafen, denkt sich noch, naja, wenn die morgen loslegen, bin ich längst aus dem Haus, und wenn die ganze Bude explodiert, habe ich eine gute Versicherung und vielleicht erwischt es dabei sogar die blöde Rentnerin aus 12a, die immer sofort die Polizei ruft, wenn man die Musik nur mal kurz ein kleines bisschen lauter dreht. Zum Beispiel wenn man duscht. Genau das versucht man am nächsten Morgen um kurz nach sechs. Doch das Wasser bleibt kalt. Die Flamme in der Therme bleibt aus. Das will man nicht glauben. Man rüttelt an der Therme, dreht an den Reglern, nimmt das Verdeck ab, rüttelt an den Leitungen, aber da tut sich gar nichts. Und dann fallen einem wieder die Handwerker ein. Haben die womöglich schon angefangen? Das geht natürlich nicht. Um neun hat man einen wichtigen Geschäftstermin. Ungeduscht darf man da nicht auftauchen. Also wirft man sich entschlossen in den Bademantel und klappert in FlipFlops die Treppen herunter, bis tief in den dunklen Keller.</p>
<p>Ja, da hinten brennt Licht. Zwei junge Männer sind eifrig bei der Arbeit. Man ordnet noch einmal den Bademantel, zieht den Gürtel fester, räuspert sich und klopft an den Türrahmen. Keine Reaktion. Also etwas lauter. Zwei fragende Gesichter wenden sich einem zu, Blicke wandern von den nackten Füßen hinauf, bleiben kurz am Bademantel hängen, und schließlich nicken sie freundlich. „Also, das geht ja so nicht“, beginnt man seine kurze Rede. „Um acht Uhr war vom Vermieter angesagt. Sie müssen das Gas jetzt schon erst wieder andrehen. Ich kann so nicht zur Arbeit.“ Die Gesichter bleiben fragend. Natürlich. Das sind Polen. Sie werden der deutschen Sprache nicht allzu mächtig sein.</p>
<p>Also deutet man auf die nicht vorhandene Armbanduhr. „Acht Uhr war angesagt. Viel zu früh. Ihr seid viel zu früh dran. Ich muss duschen.“ „Ah“, sagt der eine und schüttelt freundlich verneinend den Kopf. „Das geht nicht. Alles schon kaputt.“ Und dann deutet er auf diverse Rohre an der Wand, die teilweise zersägt sind. „Das gibt’s doch gar nicht. Das kann doch gar nicht sein. Ihr seid viel zu früh“, ereifert man sich. Und dann zeigt man ihnen acht Finger und deutet wieder auf die imaginäre Armbanduhr.</p>
<p>„Acht Uhr“, hört man sich kläglich krächzen, weil man die traurige Realität allmählich begreift. Nun meldet sich der zweite Pole zu Wort. „Der frühe Vogel fängt den Wurm“, sagt er in lupenreinem Deutsch und grinst. Entnervt kehrt man zurück in die Wohnung, greift zum Telefon, legt wieder auf, weil es keinen Sinn macht, sich jetzt auch noch mit dem Vermieter rumzustreiten, der sowieso nur sagen wird, dass er ja etwa gegen acht gesagt habe, man doch froh sein könne, dass diese Handwerker so zuverlässig seien und damit die Arbeit schon in wenigen Stunden erledigt wäre. Man packt stattdessen seine sieben Sachen fürs Schwimmbad und macht sich auf den Weg.</p>
<p>Diese Randgruppenbeleidigung gilt allen sparsamen Vermietern in dieser Stadt. Engagiert bitte wieder deutsche Handwerker. Die kommen wenigstens nicht.</p>
<p><strong>GAH</strong></p>
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		<title>weltuntergang! wetten?</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Sep 2009 22:00:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[wissen]]></category>
		<category><![CDATA[2009-10]]></category>

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		<description><![CDATA[Letztes Jahr um diese Zeit waren sich einige Menschen sicher, dass uns der Weltuntergang kurz bevorstehen würde. Nicht etwa, weil die Lehman Brothers Insolvenz angemeldet hatten, vielmehr wegen einer Maschine namens Großer Hadronen- Speicherring, besser bekannt als der Large Hadron Collider (LHC).]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Letztes Jahr um diese Zeit waren sich einige Menschen sicher, dass uns der Weltuntergang kurz bevorstehen würde. Nicht etwa, weil die Lehman Brothers Insolvenz angemeldet hatten, vielmehr wegen einer Maschine namens Großer Hadronen- Speicherring, besser bekannt als der Large Hadron Collider (LHC).</p>
<p>Die Aufgabe dieses ringförmigen Teilchenbeschleunigers mit einem Umfang von knapp 27 Kilometern, in 175 Meter Tiefe unter der schweizerisch-französischen Grenze gelegen, ist es im Prinzip, den Urknall nachzustellen. Wie genau das funktionieren soll? Hadronen (dazu gehören auch Nukleonen, also Neutronen und Protonen, aus denen Atomkerne aufgebaut sind) werden nahezu auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigt, um schließlich miteinander zu kollidieren. Dabei sollen dann verschiedene Elementarteilchen entstehen. Die beteiligten Forscher erhoffen sich von ihrem DIY-Urknall neue Erkenntnisse zum Beispiel darüber, ob das bislang nur hypothetische Higgs-Teilchen tatsächlich existiert. Als einziges Teilchen des Standardmodells der Elementarteilchenphysik konnte es bislang noch nicht nachgewiesen werden.</p>
<p>Der LHC soll das ändern (Stephen Hawking hat übrigens eine Wette um hundert Dollar laufen, dass man es nicht finden wird). Auch Hinweise auf eine Theorie zur Vereinheitlichung der Grundkräfte sollen mit Hilfe des CERN-Rings gesucht werden. Und natürlich will man die hypothetische Dunkle Materie erforschen. Stark vereinfacht geht es alles in allem darum herauszufinden, warum wir überhaupt da sind. In Betrieb genommen wurde der LHC von der Europäischen Organisation für Kernforschung (CERN) am 01. September 2008. Die ersten Kollisionen hätten einige Wochen später folgen sollen. Die Begeisterung für den riesigen Teilchenbeschleuniger kannte bei den beteiligten Forschern damals keine Grenzen.</p>
<p>Eine CERN-Angestellte sorgte sogar für eine musikalische Umsetzung der Thematik: Katherine McAlpine stellte auf YouTube unter dem Pseudonym alpinekat den „Large Hadron Rap“ online, der mittlerweile schon über fünf Millionen Mal aufgerufen wurde. Kollidiert ist aber bisher noch nichts. Nachdem eine Tonne flüssiges Helium austrat, hat man den LHC wieder ausgeschaltet, um ihn zu reparieren. Bis jetzt. Im November soll der Teilchenbeschleuniger den Betrieb erneut aufnehmen. Zu Kollisionsversuchen kommt es dann wohl voraussichtlich 2010. Glaubt man den Gegnern der Versuche, bleiben also noch wenige Monate bis zum Weltuntergang. Drei Privatleute aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben inzwischen beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg eine Klage gegen den Teilchenbeschleuniger eingereicht. Fünf wissenschaftliche Experimente könnten laut einer amerikanischen Internetseite am ehesten für den Weltuntergang sorgen. Mit dem Large Hadron Collider sollen drei dieser Experimente durchgeführt werden.</p>
<p>Die von einigen Forschern vorhergesagte Möglichkeit, dass bei den Experimenten im LHC schwarze Löcher entstehen könnten, wirkt auf manche scheinbar ein klein wenig beunruhigend. So hält Otto E. Rössler, Professor für Physikalische Chemie in Tübingen, das Experiment von CERN für das größte Verbrechen der Menschheitsgeschichte. Er ist vom drohenden Weltuntergang überzeugt. Auch Dan Brown hat sich in seinem im Jahr 2000 erschienenen Roman „Illuminati“ mit dem LHC beschäftigt – im Zusammenhang mit Antimaterie, die bei den Kollisionen im Inneren des Teilchenbeschleunigers entsteht. Wenn Dan Brown darüber schreibt, dann könnte es wirklich eine verdammt gefährliche Sache sein, oder? „Der LHC ist sicher, und jegliche Vermutung, dass er ein Risiko darstellen könnte, ist reine Fiktion“, ließ der CERN-Generaldirektor Robert Aymar Anfang September 2008 allen Bedenken von Forschern, Skeptikern und Untergangspropheten zum Trotz in einer Pressemitteilung verlauten. Dann ist ja alles klar. Der Large Hadron Collider, der nebenbei bemerkt in seiner Herstellung drei Milliarden Euro teuer war (800 Millionen kamen aus Deutschland), ist ausschließlich Segen und kein Fluch. Falls doch, können wir uns wenigstens auf den teuersten Weltuntergang aller Zeiten freuen. Vielleicht bekommt Stephen Hawking aber auch einfach nur hundert Dollar.</p>
<p><strong>Sina Schröder</strong></p>
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		<title>lissabon – stadt der sieben hügel</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Sep 2009 22:00:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[unterwegs]]></category>
		<category><![CDATA[2009-10]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine Woche lang machen Anja und ich Urlaub in der Metropole mit den gekachelten Häuserfassaden. Die Hafenstadt wurde nicht nur von Typhus, Cholera und einer konservativen Diktatur heimgesucht, sondern auch von einem verheerenden Erdbeben im Jahr 1755.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2009/11/NETZ_12.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-5669" title="Die legendäre Eléctrico E28" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2009/11/NETZ_12-300x170.jpg" alt="Die legendäre Eléctrico E28" width="240" height="136" /></a>„Lissabon ist echt abgerockt“, sage ich zu allen, nachdem wir die Stadt am Tejo verlassen haben und wieder in Hannover gelandet sind. „Das ist ein Melting Pot mit vielen Schwarzen, Arabern, Indern und den netten Portugiesen, die eher zurückhaltend sind. ‚Saudade’ wird die wilde, ungestüme und lebenshungrige Melancholie der Einheimischen genannt – ein Lebensgefühl, das im Fado seinen musikalischen Ausdruck findet und das ich nach dieser Reise sehr gut verstehen kann.“</p>
<p>Eine Woche lang machen Anja und ich Urlaub in der Metropole mit den gekachelten Häuserfassaden. Die Hafenstadt wurde nicht nur von Typhus, Cholera und einer konservativen Diktatur heimgesucht, sondern auch von einem verheerenden Erdbeben im Jahr 1755. Wir verlieben uns in den morbiden Charme von Lissabon. Die City scheint zu Staub zu zerfallen. Während wir durch enge Gassen wandern, denke ich an Thomas Manns „Tod in Venedig“. Viele Häuser sollen verkauft werden: „Vende“ steht in großen Lettern an den Eingangstüren. Oft werden leer stehende Gebäude von Stützpfeilern getragen. Nicht nur die Häuser, auch viele Menschen sind alt und gebrechlich. Die Armut ist allgegenwärtig. Und immer wieder stehen Leute einfach nur am Fenster und schauen untätig auf die Straße hinab. Anja fotografiert wie wild. Schon am ersten Tag ist sie süchtig danach, alle Eindrücke (die Poesie des Augenblicks) einzufangen, so wie die Protagonisten in den Wenders-Filmen „Lisbon Story“ und „Palermo Shooting“. Ich habe meine Kamera zum Glück zu Hause gelassen. <a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2009/11/NETZ_22.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-5670" title="Lissabons Strandpromenade" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2009/11/NETZ_22-300x165.jpg" alt="Lissabons Strandpromenade" width="199" height="121" /></a></p>
<p>Nach und nach erkunden wir die Bezirke der Stadt: Alfama, Baixa, Chiado und Bairro Alto bis hin zu Belém. Mit dem Bus fahren wir zum Expo-Gelände, das genauso tot und monumental wirkt wie das in Hannover. Das maurische Alfamaviertel, das das Erbbeben fast unbeschadet überstanden hat, ist der älteste Bezirk und wunderschön. In der Innenstadt ist der Fahrstuhl Elevador de Santa Justa, der 1902 erbaut wurde, ein Publikumsmagnet. Uns gefällt aber die legendäre Eléctrico E 28, die elektrische Trambahn, viel besser. Sie rumpelt schon seit über 100 Jahren durch Lissabon.</p>
<p><em>Mittwoch:</em><br />
Nach einem Flug ohne Turbulenzen bringt der Taxi-Fahrer uns nachmittags in unser Hotel, das Pensão Residencial Princesa (3 Sterne). Das Zimmer ist für zwei Personen viel zu eng, die Toilette leckt, der Wasserhahn spritzt in die falsche Richtung und die Jalousie ist kaputt. Nach einem Spaziergang gelangen wir in der Abenddämmerung unverhofft auf eine Aussichtsplattform, von der aus wir das ganze Gesicht der Stadt erblicken. Wir sind überwältigt. Später begegnen wir auf der Avenida de Liberdade dem Angolaner Gabriel, der aussieht wie ein Geschäftsmann. Wir sollten hier nicht einfach so in der Dunkelheit rumlaufen, sagt er zu uns. Das sei gefährlich. Zurück im Hotel können wir nicht einschlafen: Gleich gegenüber befindet sich eine Militärakademie. Nachts landet lautstark ein Hubschrauber auf dem Gelände.</p>
<p><em><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2009/11/NETZ_31.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-5671" title="Edel-Disco am Hafen" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2009/11/NETZ_31-300x165.jpg" alt="Edel-Disco am Hafen" width="300" height="165" /></a>Donnerstag:</em><br />
Wir beschweren uns an der Rezeption. Wir wollen ein anderes Zimmer und bekommen schließlich ein Appartement im fünften Stock zugeteilt – eine „Suite“ im Gegensatz zu der Sardinendose, in der wir die Nacht verbracht haben. Wir verfügen nun über zwei Zimmer mit großem Bad. Alles funktioniert. Einziger Nachteil: Es gibt keine Klimaanlage. Mittags machen wir uns auf den Weg in die Stadt. Wir beschließen, ins kühle Museu de Calouste Gulbenkian zu gehen, dem größten und – laut Reiseführer – schönsten Museum von Lissabon mit orientalischem Kunsthandwerk und Bildern alter Meister. Auf dem Weg dorthin klaut Anja im verwilderten Garten eines baufälligen Hauses eine Fliese. Ich warte lieber vorm Eingang auf sie, schließlich will ich nicht in einem portugiesischen Gefängnis landen. Das Gulbenkian-Museum ist zwar alles andere als schön und sieht von außen aus wie der hässliche Baukasten eines Diktators, aber die Werke, die wir drinnen zu Gesicht bekommen, haben es in sich. Anja steht auf Rembrandt, ich eher auf Rubens. Die ägyptische Kunst imponiert uns beiden gleichermaßen. Nachmittags erkunden wir die Stadt per Sightseeing-Doppeldeckerbus. Lissabon hat eine Hängebrücke, die wie die Golden Gate aussieht. Davor steht eine riesige Jesusstatue mit ausgebreiteten Armen. Beeindruckend. Nach dem Abendessen gehen wir ins Bairro Alto, ins Vergnügungsviertel. Überall ist Musik und überall sind Menschen aus aller Herren Länder. Wir lernen Mauro und seine Kollegen aus Porto kennen. Mauro kennt die deutsche Kultur ziemlich gut. Er liebt Leni Riefenstahl, Karlheinz Stockhausen, Rainer Werner Fassbinder, Can und den Krautrock. Spät in der Nacht fahren wir zusammen ins Lux. Das ist eine Edel-Disco am Hafen, die dem Schauspieler John Malkovich gehört. Wir trinken Wodka und schauen von der Terrasse aus auf den Tejo und die Industrieanlagen an den Docks. Was für ein Ausblick!</p>
<p><em>Freitag:</em><br />
Als wir erwachen, sind die Eindrücke der letzten Nacht noch präsent. Das Bairro Alto ist ein mythischer Ort. Dorthin müssen wir zurück. Aber jetzt fahren wir mit der E 28 bei über 38 Grad Celsius ins Alfamaviertel. Später sitzen wir in einem billigen Grill. Anja bestellt Sardinen, das Nationalgericht der Portugiesen, und fotografiert heimlich einen jungen Mann mit Bierbauch, der schon am Nachmittag „Sagres“ trinkt. Als Anja ihn anspricht, grinst er und zeigt seine schlechten Zähne. Ich esse Oliven mit Weißbrot – einfach und gut. Abends kaufe ich mir im Supermarkt eine große Flasche Wasser für 18 Cent.</p>
<p><em>Samstag:</em><br />
Wir fahren mit Bahn und Taxi zum 30 Kilometer entfernten Surfer-Beach in der Nähe von Cascais und sind beeindruckt: von den Surfern und vom Atlantik. Vom starken Wind und von den Wellen, die uns mitreißen. Irre! Das Mittelmeer ist eine Pisskloake dagegen. Hier tobt eine Urgewalt. Wir werden unvorsichtig. Ich mache einen Strandspaziergang, und Anja sonnt sich. Abends haben wir uns beide verbrannt. Sie am Arsch. Ich am Rücken.</p>
<p><em>Sonntag:</em><br />
Wir wandern verschlafen in die Stadt, die am Sonntag ausgestorben und noch morbider als sonst wirkt. Die Sonne heizt den Asphalt auf, während wir in verstaubten Antiquariaten stöbern. Wir trinken Latte im Café A Brasileira, dem Kultcafé, in dem der portugiesische Autor Fernando Pessoa zu Lebzeiten immer gesessen hat. Ich will mir eine BILD kaufen, aber in Lissabon gibt es keine deutschen Zeitungen. Erst am Abend werden wir heiter. Die Nacht ist hier am schönsten, weil sie die Poesie der vergangenen Zeiten weckt.</p>
<p><em>Montag:</em><br />
Wir fahren nach Belém und schauen uns im Kulturzentrum um. Das Centro Cultural beherbergt das Museu Colecção Berardo für zeitgenössische Kunst. Wir sehen uns Fotografien von Cristóbal Hara und Mabel Palacín an, die uns sehr gut gefallen. Ich bin von der Pancho-Guedes-Dauerausstellung begeistert. Anja hingegen findet die Rembrandt-Werke in der Kunstaufbewahrungsanstalt Gulbenkian besser. Wir fotografieren uns gegenseitig und stellen uns neben moderne Klassiker wie Yves Klein und Cindy Sherman.</p>
<p><em>Dienstag:</em><br />
Ich fahre allein nach Estoril, einem Badeort, esse eine Fischsuppe und lege mich an den Strand. Anja kommt später nach. Alles ist easy. Wir nehmen schon Abschied. Abends blicken wir über die sieben Hügel der weißen Stadt. Das Licht in Lissabon ist einmalig. Wenn die Sonne untergeht, die Schatten länger werden und der Blick auf die Weite des Tejo fällt, erfasst dich die Melancholie: Saudade. So müssen sich schon die ersten Seefahrer gefühlt haben, die hier – am Ende der Welt – von der Ferne träumten.</p>
<p><strong>Text: Simone Niemann, Fotos: Anja Gassmann</strong></p>
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		<title>schweizer socken satt</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Sep 2009 22:00:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[el kurdi]]></category>
		<category><![CDATA[2009-10]]></category>

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		<description><![CDATA[Eigentlich sind Kolumnen über Socken seit dem 4. Deutschen humorpäpstlichen Konzil, abgehalten vom 18. bis 23. März 2001 in Wuppertal-Barmen, offiziell und strengstens verboten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2009/08/el-kurdi_net.jpg"><img class="size-medium wp-image-4142 alignleft" title="El Kurdi" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2009/08/el-kurdi_net-300x239.jpg" alt="El Kurdi" width="300" height="239" /></a>Eigentlich sind Kolumnen über Socken seit dem 4. Deutschen humorpäpstlichen Konzil, abgehalten vom 18. bis 23. März 2001 in Wuppertal-Barmen, offiziell und strengstens verboten. Die härteste Strafe – das Anschauen einer Live-DVD „Mario Barth liest Erna Brombeck“ in Endlosschleife– steht übrigens auf Kolumnen über Waschmaschinen, die einzelne Socken „verschwinden lassen“, „fressen“ oder in „Parallel-Universen voller einsamer, einzelner Socken teleportieren“. Grund für das Verbot ist die angebliche Häufung von Kolumnen über solchermaßen perdu gegangene Fußkleider in den Jahren zuvor. Ich schreibe „angeblich“, weil ich zwar mehrmals Menschen über das Socken-Problem habe plappern hören, auch im Fernsehen, aber mir lediglich eine einzige Zeitungs-Kolumne zu diesem Thema vor die Lesebrille gekommen ist. Und die war noch nicht mal unlustig. Vermutlich handelt es sich bei der Mär von der Kolumnen-Schwemme über sich dematerialisierende Socken um einen typischen Fall von urbanem Medien-Mythos, erfunden von frustrierten Redakteuren in der journalistischen Midlife-Krise.</p>
<p>Schlimm ist allerdings, dass es durch das Verschwundene-Socken-Kolumnen-Tabu inzwischen so weit gekommen ist, dass man gar nicht mehr über Socken schreiben darf. Dabei gäbe es über dieses Themenfeld auch jenseits des Waschmaschinen-Phänomens so viel zu berichten: Die hässlichen Sockenbündchendruckränder an wabbeligen weißen Waden oder die nachlässig geschnittenen, teils scharfkantigen Fußnägel, die niegelnagelneue Socken brutal aufschlitzen. Oder sprechen wir von den armen geschändeten Einzelsocken, die von pubertierenden männlichen Jugendlichen als Masturbationshilfe oder von Bauchrednern als Dialogpartner missbraucht werden – überall kolumnenwerte Sockenthemen! Egal ob Socken einfach nur scheiße aussehen, weil man zu geizig ist, mehr als 99 Cent für ein Paar auszugeben. Oder ob sie, wie in meinem Fall, über ein Socken-Abo aus der Schweiz importiert werden. Jawoll, da ist es nun, das Kolumnenthema, über das ich – Verbot hin, Verbot her – jetzt einfach schreibe: Ich gestehe, ich lasse mir meine Socken aus dem Ausland schicken. Dieses Socken-Abo ist meine Art, „Ja“ zum bürgerlichen Alter-Sack-Dasein zu sagen.</p>
<p>Obenrum mag ich aussehen wie ein berufsjugendlicher  Dauerschlunzstudent – am Fuß aber bin ich tippitoppi Gentleman. In diesem Zusammenhang muss ich doch mal das deutsche Kulturfernsehen loben. Denn dort, auf „arte“, sah ich im Jahr 2004 einen Bericht über die damals noch kleine Schweizer Firma „Blacksocks“, welche die prima Idee hatte,Menschen mit regelmäßig zugesandten Sockenpäckchen zu beglücken. Das Geld dafür wird abgebucht, man muss sich also um nichts kümmern. Ehrlich gesagt, habe ich dann, nachdem ich selbst den Vertrag abgeschlossen hatte, alle Rahmenbedingungen komplett vergessen: Ich weiß nicht mehr, was die Socken kosten und wie oft sie geliefert werden, ob ich das Abo irgendwann kündigen oder verlängern muss&#8230; Das Einzige, was ich weiß, ist, dass ab und zu eine flache Pappschachtel in meinem Briefkasten steckt. Meist denke ich dann: „Och nee, nicht schon wieder ein unaufgefordert zugeschicktes Rezensions-Exemplar eines Wellnessbuches aus der Feder einer menopausierenden ZDF-Moderatorin!“, dann aber sehe ich den Absender und weiß: „Hidiho, it’s Socken-Time again!“ Die Socken sind immer die gleichen: Schwarz, Baumwolle, Made in Italy. Und deswegen sind sie auch, ohne das Waschmaschinen-Motiv nochmals eskalieren zu lassen, untereinander kombinierbar und kompatibel. Und das Schönste ist: Sie werden immer mehr!</p>
<p>Inzwischen kann ich wochenlang neue Socken anziehen, ohne auch nur einmal ans Waschen zu denken. Ich bin der Besitzer eines nicht versiegen wollenden Socken-Quells! Ich bin die Socken-Marie! Nur in einem Punkt muss ich die Schweizer Sockenverschicker kritisieren: Liebe Sockenverschicker, jetzt habt Ihr mir schon zum zweiten Mal als lustigen Werbegag ein Tütchen mit zwei – ich zitiere – „Gummisocken mit original Schweizer Käsegeschmack“ beigelegt. Habt Ihr sie noch alle? Beim ersten Mal habe ich die kleinen sockenförmigen Weingummis noch probiert – und, bei Gott, ich schwöre, sie schmeckten wirklich nach altem, hornigen Männerfuß! Ich will gar nicht wissen, was ich als Werbegeschenk bekomme, wenn ich mich endlich dazu hinreißen lasse, mir Euer neues Unterhosen-Abo zu gönnen. Also hört um Himmelswillen auf mit diesem Quatsch!</p>
<p><strong>Hartmut El Kurdi</strong></p>
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		<title>kreativ x 1000!</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Sep 2009 22:00:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[titel]]></category>
		<category><![CDATA[2009-10]]></category>

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		<description><![CDATA[Hannovers Musikszene ist so bunt und vielfältig wie nie zuvor. Rund 1000 Bands proben in Hannover und der Region, manche mit großen Zielen, andere einfach, weil sie Spaß daran haben, gemeinsam zu komponieren, zu texten, zu tüfteln und zu diskutieren.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><em><span style="color: #ff0000;"><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2009/11/NETZ_3.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-5631" title="Bass! Bass! Wir brauchen Bass!" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2009/11/NETZ_3.jpg" alt="Bass! Bass! Wir brauchen Bass!" width="360" height="160" /></a></span></em></p>
<p style="text-align: left;"><em><span style="color: #ff0000;">&#8230;hannovers bandszene ist so lebendig wie nie zuvor&#8230;<br />
</span></em>Hannovers Musikszene ist so bunt und vielfältig wie nie zuvor. Rund 1000 Bands proben in Hannover und der Region, manche mit großen Zielen, andere einfach, weil sie Spaß daran haben, gemeinsam zu komponieren, zu texten, zu tüfteln und zu diskutieren. Nicht nur Rock – in den alten Bunkern und Kellern klingt alles Mögliche durch die mit Eierwaben verklebten Türen. Manch einer fragt sich, warum bei diesem immensen Potential nach den Scorpions und Fury in the Slaughterhouse kein richtig großer Name mehr aus Hannover gekommen ist. Das hat einen einfachen Grund: Die Zeiten haben sich geändert. Die Musikbranche ist heute eine völlig andere, als noch vor wenigen Jahren. Namen sind sehr schnell groß, genauso schnell aber auch wieder von der Bildfläche verschwunden. Was echter Erfolg ist, darüber kann man trefflich streiten.</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><em><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2009/11/NETZ_2.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-5632" title="Drummer at work" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2009/11/NETZ_2-107x300.jpg" alt="Drummer at work" width="107" height="300" /></a>Die Zeiten ändern sich</em></span><br />
Skeptisch betrachten die vier Jungs die schmächtige Gestalt, die dort im Halbdunkel hockt und diverse Kabel mit unzähligen Effektgeräten verbindet. Kleine Dioden leuchten und blinken, einmal knackt es kurz elektrisch, dann brummt es bedenklich in einer der Lautsprecher-Boxen. Seit zehn Minuten ist Julia nun mit ihrer Anlage beschäftigt. Sie ist blass, ungeschminkt, hat blonde, halblange Haare. „Die sieht gar nicht so schlecht aus“, hat einer der Jungs geflüstert, als sie gemeinsam (ganz die alte Schule) die beiden Boxen und den Rest der Anlage aus dem von Papa geliehenen Kombi ausgeladen und in den Übungsraum getragen haben. Julia ist heute zum Vorspielen da. Und ahnt nicht, dass sie bereits Anlass einiger Diskussionen war. Eine Frau in der Band würde nur Unruhe bringen und nicht funktionieren, so die Meinung von Thomas, dem Schlagzeuger. „Muss halt klar sein, dass keiner von uns sie anbaggert“, hatte Michael, der Bassist, geantwortet. Ein ziemlich lächerlicher Diskussionsbeitrag, denn Michael baggerte eigentlich jede Frau an, die ihm über den Weg lief. „Die anderen waren bisher alle schlecht. Die konnten gar nichts, und in zwei Wochen haben wir den nächsten Gig. Einen sehr wichtigen.“ Rafael, der Sänger der Band, sah die Dinge immer eher pragmatisch. Der alte Gitarrist studierte jetzt in Süddeutschland und war endgültig Vergangenheit. Also musste schleunigst ein neuer Gitarrist her. Egal ob männlich oder weiblich, Hauptsache er oder sie beherrschte sein Instrument. Kein Blender, kein Schwätzer, kein Poser, kein Kiffer, das hatten sie in ihre Anzeige geschrieben. Gekommen waren sie natürlich dennoch alle. 13 Gitarristen hatten sie sich inzwischen angehört. Zwei Wochen würde der oder die Neue jetzt noch Zeit haben, sich das komplette Set anzueignen. Das berühmte Bandkarussell. Es dreht sich in Hannover unaufhörlich. Ein Blick in die Stadtmagazine oder auf Rockszene.de (in Hannover sicherlich die erste Adresse in Sachen Musik – nicht nur in Sachen Rock) reicht, um einen ungefähren Eindruck davon zu bekommen. Permanent suchen verschiedene Bands neue Mitglieder via Kleinanzeige. Da geht einer zum Studieren in eine andere Stadt oder beginnt seine Lehre, setzt also Prioritäten und entscheidet sich gegen seine (vielleicht langjährige) Band. Wenn es dann trotzdem weitergehen soll, muss schnell adäquater Ersatz gefunden werden. Die meisten Bands wissen genau, was sie wollen: Stil, Ziele, geplante Auftritte, Anforderungen an das neue Bandmitglied. Gute, ambitionierte Musiker sind eine heiß gehandelte Ware. Viele spielen in zwei oder mehr Bands gleichzeitig – man hält sich damit ein paar mehr Optionen auf den Erfolg offen. Die jungen Musiker unserer Band stehen in ihrem Übungsraum zwischen Hoffen und Bangen. Der nächste Gig ist tatsächlich überaus wichtig. Eine seltene Gelegenheit. Eine Band aus Hamburg hat sie als Vorgruppe eingeladen, keine unbekannte Combo mit Plattenvertrag und allem Drum und Dran. Eine echte Chance. Wenn sie bei diesem Konzert richtig gut wären, würde die Band sie vielleicht auf die gesamte Tour mitnehmen. Gelegenheit, endlich mal vor vielen Leuten zu spielen. Wenn alles gut lief, bestand sogar die Möglichkeit, dass das Label der Hamburger Band Interesse zeigte. Oder irgendein anderes Label. Vielleicht, vielleicht, vielleicht. Aber ohne Gitarrist gab es nicht mal dieses Vielleicht. „Hat einer von euch noch einen vollen 9-Volt-Block?“ fragt Julia. Keine Antwort. Kein 9-Volt-Block. Aber stillschweigende Minuspunkte. Ein Gitarrist, der seine Anlage zum Vorspielen nicht funktionsfähig hat – kein besonders guter Einstieg. Die Ansprüche der Bands, nicht aller, aber doch vieler Bands, haben sich sehr gewandelt in den letzten Jahren. Die Szene ist insgesamt professioneller geworden. Das zeigt sich allein am Equipment, über das die Musiker, und bereits sehr junge Musiker, verfügen. Die Konkurrenz ist groß – an der Technik soll es da nicht scheitern. Dann schon eher an den musikalischen Fähigkeiten. Aber auch hier staunt man nicht schlecht. Gerade bei sehr jungen Musikern ist man häufig überrascht, wie perfekt sie ihr Instrument beherrschen. Die verschiedenen Band-Contests in der Stadt sind immer eine gute Gelegenheit, sich davon selbst zu überzeugen. Übrigens scheint die Konkurrenz inzwischen so groß, dass im Verhältnis der Bands untereinander davon kaum mehr etwas zu spüren ist. Es macht einfach keinen Sinn, sich untereinander das Leben schwer zu machen. Vor Jahren war das bei Contests noch anders. Heute geht man freundschaftlich und kollegial miteinander um. Auch das ist professionell. Man hat einfach keine Zeit mehr für Hahnenkämpfe im Backstage-Bereich. Die Entscheidung fällt sowieso auf der Bühne. Was die jungen Musiker noch nicht beherrschen, das können sie heute mehr denn je gezielt lernen. Die Bandfactory ist dafür ein gutes Beispiel. Das Workshop- und Coaching-Projekt für Bands mit professionellen Ambitionen der LAG Rock in Niedersachsen spricht vor allem Newcomerbands an, die ihre ersten Schritte im Musikgeschäft bereits erfolgreich absolviert haben, die also auf die eine oder andere CD-Veröffentlichung und auch Konzerte oder kleinere Touren verweisen können, und denen nun noch der letzte Schliff in Sachen Musik, Zusammenspiel, Außendarstellung, Bandorganisation und Booking helfen könnte, einen Einstieg in die professionelle Liga zu finden. Bewerben können sich Bands unterschiedlichster Stilrichtungen, sofern sie aus Niedersachsen kommen und noch keinen Plattenvertrag in der Tasche haben. Diese Art von Band-Coaching ist aber nur eines von zahlreichen Angeboten, auf die junge Bands heute zurückgreifen können. Wer solche Workshops scheut, dem hilft sicher auch der private Austausch mit erfahrenen Musikern. Manchmal reicht schon ein kleiner Denkanstoß an der richtigen Stelle, ein paar Sätze zum Songwriting, ein bisschen Fachwissen zur Pressearbeit, und plötzlich klappt es mit den Auftritten.</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><em>Ruhm,Ehre und ganz viel Geld</em></span><br />
„Ich gehe gerade mal zur Tanke und hole ’ne Batterie“, sagt Michael. „Dann gehe ich mal eben eine rauchen“, meint Thomas und wirft Rafael dabei einen kurzen Blick zu. „Ich auch“, sagt der und folgt ihm. „Geht ihr nur alle spazieren. Ich leiste hier unserem Gast Gesellschaft.“ Guido ist nicht nur Gentleman, er spielt den Synthesizer und bedient die Computer. Der 18-Jährige ist ein ganz wichtiger Teil der Band. Seit er dabei ist, klingt alles irgendwie moderner. Loops im Hintergrund, mehr Fläche, ihre Musik wirkt jetzt endlich so kompakt, wie Rafael sich das immer gewünscht hat. Außerdem kümmert sich Guido ums Internet, um die Homepage der Band und das Profil bei MySpace. Ohne ihn hätte die bekannte Hamburger Band nie einen Ton von ihnen gehört. Wie gesagt, die Zeiten haben sich geändert. Die Geschichte von dem netten Herrn mit dem Major-Deal in der Tasche, der irgendwann an die Übungsraumtür klopft und mit Geldscheinen winkt, war schon immer eher ein Märchen, heute aber noch viel mehr, als vor zehn oder zwanzig Jahren. Auch damals haben sich fast alle großen Namen ihren Erfolg über viele Jahre hart erarbeiten und lange Durststrecken überstehen müssen. Die Toten Hosen bewahren die zahlreichen Absagen der Plattenfirmen bis heute zur Erinnerung auf. Nach wie vor landen bei den großen Plattenfirmen tagtäglich zahllose Demos auf den Schreibtischen. Dass sich die Zeiten geändert haben, sieht man genau hier. Früher waren es Kassetten, manchmal in halbwegs professionellen Studios aufgenommen, manchmal im Übungsraum auf der Vierspur zusammengemixt. Die Plattenfirmen waren nicht unbedingt verwöhnt. Wenn da zwischendurch auf einer dilettantischen Aufnahme Gold glänzte, hat man schon mal genauer hingehört. Manchmal. Mittlerweile sind die Plattenfirmen überaus verwöhnt. Was da auf den Schreibtischen landet, das sind überwiegend bereits sehr professionell produzierte Demos, komplett mit Cover und allem, was dazu gehört. Die meisten dieser CDs könnte man direkt in die Geschäfte stellen. Die meisten dieser CDs landen allerdings eher direkt im Müll oder im Rückumschlag. Nur kurz werden die Stücke angeklickt, ein paar Sekunden, größer ist die Chance nicht, von dem richtigen Menschen zur richtigen Zeit gehört zu werden. Zu laut, zu kompliziert, zu leise, zu langsam, zu depressiv, zu schnell, zu altmodisch, zu modern, zu harmlos, zu aggressiv. Schlecht produziertes Material wird sowieso aussortiert. Und dann gibt es da noch die nächste Hürde: Wie sehen die Musiker aus? Sind die Jungs süß genug? Ist die Sängerin zu dick? Hat der Sänger Hasenzähne? Freddie Mercury hätte es heutzutage sicher nicht leicht. Ein paar eigene Stücke aufzunehmen und sie an die großen (und die kleinen) Vertreter der Musikbranche zu schicken, gehört zum Repertoire der Möglichkeiten. Es (war und) ist aber längst nicht die einzige Möglichkeit, um als Musiker auf sich aufmerksam zu machen. Natürlich helfen Auftritte. Spielen, spielen, spielen, wo immer sich die Möglichkeit bietet, das kann man allen Bands nur empfehlen. Man lernt mit jedem Auftritt, wird routinierter. Da starrt ein Gitarrist nach fünf Konzerten vielleicht nicht mehr konzentriert auf seine Finger, sondern entdeckt, dass vor ihm ein Publikum steht, das er nicht allein mit seinem Instrument unterhalten kann. Die Show gehört heute zu jedem professionellen Auftritt dazu. Und eine gute Show spricht sich schnell herum. Konzertbesucher sind im Allgemeinen recht kommunikative Menschen. Das nächste Konzert in der Stadt wird voller. Auch Networking ist längst Teil der Branche. Bands mit guten Kontakten zu Bookern haben bessere Chancen. Diese Kontakte wollen gepflegt sein. In einer Stadt wie Hannover ist es darum wichtig, auf Konzerten und Festivals unterwegs zu sein, auch wenn man selbst nicht spielt. Der eine oder andere Entscheider (Booker) läuft einem dort ziemlich verlässlich über den Weg. Wer sich regelmäßig in Erinnerung ruft, wird früher oder später nicht mehr vergessen (nerven sollte man natürlich nicht). Daneben hat das Internet inzwischen eine ungemein wichtige Funktion. Gepflegte Seiten bei MySpace sind ein absolutes Muss. Hier schnüffelt jeder, ob Produzent oder Booker. Und manchmal eben auch eine bekanntere Band, auf der Suche nach einem passenden Support. „Das ist doch wieder reine Zeitverschwendung“, sagt Thomas draußen zu Rafael. „Dicke Anlage, gestiftet von Papi und Mami. Wahrscheinlich spielt sie uns gleich Stairway to Heaven vor. Wir sollten einfach diesen André nehmen. Der konnte zwar nichts, sah aber wenigstens gut aus. Den drehen wir auf der Bühne einfach leise und Guido trickst ein bisschen was.“ Rafael bläst genervt den Rauch in die Luft. „Jetzt warte es doch erstmal ab. André hat vorher alle Stücke bekommen, und er konnte nur eins, und das unglaublich schlecht. Der geht schon mal gar nicht.“ Michael kommt zurück, bewaffnet mit ein paar Batterien. „Geht das auf die Bandkasse?“ fragt er im Vorbeigehen. „Nö, das geht auf deine persönliche Schleimer-Rechnung“, antwortet Thomas. Fünf Minuten später stehen sie wieder zusammen im Übungsraum, jeder an seinem Platz. „Habt ihr sowas wie eine Setliste?“ fragt Julia und stimmt noch kurz lautlos ihre Gitarre. Rafael reicht ihr einen Zettel mit dem Programm. Weitere skeptische Blicke. Die Gitarre hängt ziemlich weit oben. Wirklich coole Gitarristen spielen ihr Instrument ungefähr auf Kniehöhe. Julia bemerkt die Blicke. „Das sitzt so drin vom Klassik-Unterricht. Ich arbeite dran“, sagt sie. „Womit willst du anfangen?“ fragt Rafael. „Wir können ruhig vorne anfangen. Und dann einfach nacheinander weg. Ist jetzt gerade fünf Uhr. Um sieben muss ich den Wagen wieder zu Hause abliefern.“ Thomas stöhnt hörbar hinter seinem Schlagzeug. Guido startet das Intro via Computer. Und dann spielt Julia die Vier förmlich gegen die Wand. Auch so eine neue Erscheinung in der Musikszene. Frauen erobern mehr und mehr die Bühnen, ob nun als reine Frauenband oder als Teil einer gemischten Combo. Bei Julia passt jeder Ton. Ohne Unterbrechung spielen sie das gesamte Set, und dann stehen sie überhaupt nicht mehr skeptisch, aber immer noch ziemlich ungläubig, vor Julias Anlage. „Was ist denn das da eigentlich für ein Ding?“ fragt Thomas und deutet auf eines der Effektgeräte. „Ein Whammy. Das gleiche hat der Gitarrist von Rage Against the Machine. Und, was sagt ihr? Hab ich Chancen? Soll ich mal rausgehen, damit ihr reden könnt? Hat einer von euch vielleicht ’ne Zigarette?“ Thomas gibt ihr eine und Julia verschwindet nach draußen. Rafael grinst die anderen an. „Hat einer von euch noch irgendwelche Fragen?“ „Unfassbar“, sagt Thomas. „Die Kleine ist der absolute Hauptgewinn. Die ist gekauft. Auf jeden Fall.“ „Das war ja für den Anfang schon mal gar nicht so übel“, sagt Rafael wenig später zu Julia. „Ich denke, deine Chancen stehen gar nicht so schlecht. Es kommen aber noch drei andere Gitarristen. Ich rufe dich dann am Samstag mal an.“ Natürlich sind diese drei anderen Gitarristen eine reine Erfindung. Aber solche Spielchen gehören halt dazu. Als sie weg ist, entlädt sich bei den vier Jungs die Spannung. „Mit der sind wir ganz weit vorne“, sagt Rafael. „Ganz nah dran“, ergänzt Guido. Und meint damit das, wovon alle Bands träumen: Plattenvertrag, große Hallen, noch größere Festivals, Ruhm, Ehre und ganz viel Geld. Dass dieser Traum Wirklichkeit wird, ist eher unwahrscheinlich. Immerhin träumen tausende Bands in Deutschland diesen einen Traum. Und seit Deutschland im Fernsehen seine Superstars sucht, sind die Chancen nicht unbedingt gestiegen. Es ist unglaublich schwer, fast unmöglich, es ganz nach oben zu schaffen. Schwerer wahrscheinlich als ein Sechser im Lotto. Das Geschäft mit der Musik ist schnelllebiger geworden. Die Casting-Shows im Fernsehen dominieren zwar nicht den gesamten Markt, aber sie spiegeln die Realität. Dass eine Band von einer großen Plattenfirma über Jahre aufgebaut und unterstützt wird, ist mittlerweile eine absolute Ausnahme. Was zählt, ist das schnelle Geld. Und vor allem unter diesem Gesichtspunkt suchen die großen (und vermehrt auch die kleinen) Labels permanent nach der nächsten großen Nummer. Vielleicht proben die Nachfolger von Tokio Hotel ja bereits in einem Keller in Hannover. Die Branche hat sich stark verändert. Sie ist zur Marketingbranche geworden. Soll eine Band es nach ganz oben schaffen, dann muss eine Plattenfirma sehr viel Geld in die Hand nehmen. Ein fulminantes Marketing ist die halbe Miete. Floppt die Band, ist das Geld zum Fenster rausgeworfen. So ist man vorsichtig geworden bei der Bandauswahl. Da muss dann wirklich alles stimmen, denn das Geld in der Branche ist knapp. Viel ist nicht mehr da, um es zum Fenster rauszuwerfen. Die Plattenfirmen haben in den letzten Jahren sehr gelitten und leiden noch. Mit dem Internet sind die Umsätze nachhaltig eingebrochen. Bleibt der Erfolg aus, rollen Köpfe, im Grunde genau wie in der Bundesliga. Im Musikgeschäft geht es inzwischen nur noch ein bisschen härter zur Sache.</p>
<p><em><span style="color: #ff0000;">Schlechte Aussichten?</span></em><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2009/11/NETZ_1.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-5633" title="Gitarren-Inferno" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2009/11/NETZ_1-222x300.jpg" alt="Gitarren-Inferno" width="222" height="300" /></a><br />
Das alles klingt nach eher schlechten Aussichten für junge, ambitionierte Bands. Doch was ist eigentlich echter Erfolg? In einer Fernsehshow verheizt zu werden, ein oder zwei Jahre ein Superstar zu sein, um dann wieder in der Versenkung zu verschwinden? Doch wohl eher nicht. Wenn man über erfolgreiche Bands oder Musiker spricht, dann meint man meistens eine ganz bestimmte Sparte, in der sich Größen wie Madonna, U2, Coldplay oder Robbie Williams tummeln. In Hannover spricht man von den Scorpions und Fury in the Slaughterhouse. Danach fallen einem keine Namen mehr ein. Doch Erfolg spiegelt sich nicht allein in Chartplatzierungen. Im Genre Metal haben in den letzten ein bis zwei Jahren beispielsweise einige aus dem erweiterten Kreis der hannoverschen Musikszene stammende Bands von sich reden gemacht. Cripper, Drone, Grailknights und Excrementory Grindfuckers werden deutschlandweit positiv wahrgenommen, ihre Albumveröffentlichungen redaktionell von großen überregionalen Musikmagazinen begleitet. Zudem sind diese Bands immer wieder bei wichtigen und großen überregionalen Festivals (z.B. beim Wacken open Air) dabei. Ist das kein Erfolg? Für jedes Genre finden sich in Hannover positive Beispiele eines – nennen wir es mal „soliden Erfolgs“. Auch wenn der ganz große Schritt an die Spitze der Charts für einen Hannover-Export schon eine Weile her ist, Hannovers Musikszene produziert Qualität, und so manche Band kann von dieser Qualität ganz nett leben. Natürlich fragt man sich, warum bei Namen wir Terry Hoax (feiern übrigens bald ihr Comeback), Be, Mellow Sirens, No Sex Until Marriage, Peek-a-boo, Darwins, Engelhai und vielen anderen der endgültige Durchbruch nicht gelungen ist. Sie alle standen doch eigentlich in den Startlöchern, waren kurz davor. Bei jeder dieser Bands gab es Gründe. Welche, das muss man in den meisten Fällen wohl einfach die großen Plattenfirmen fragen. Vielleicht war man auch zur falschen Zeit am richtigen Ort oder zur richtigen Zeit am falschen Ort. Zufall und Glück spielen in diesem Geschäft keine kleine Rolle. Augenblicklich werden schon wieder einige Namen hoch gehandelt. Viele, die es wissen müssen, sprechen gerade von „IchKann-Fliegen“. Wir drücken natürlich die Daumen. Bis man sich als Band einen Namen erspielt hat, vergehen manchmal Jahre. Die meisten Bands starten in der Schule. Man ist befreundet, entdeckt gemeinsam die Musik als Hobby, schreibt die ersten Stücke, probt im Schulkeller. Dann wechseln die Mitglieder. Nicht selten bleiben Freundschaften auf der Strecke. Da hinkt einer musikalisch hinterher, spielt sein Instrument nicht gut genug – und fliegt aus der Band (Freundschaft hin oder her). Da legt eine Sängerin nach der Pubertät plötzlich zu, kämpft mit Übergewicht. Schöne Stimme hin oder her – das sieht nicht gut aus für die Sängerin. Viele kleine Dramen spielen sich tagtäglich auch in Hannover in den Übungsräumen ab. Viele Tränen wer- den dort vergossen. Schafft es eine Band, trotz aller Wechsel in der Besetzung und unzähliger Auseinandersetzungen über Stil und nicht geleerte Aschenbecher, kontinuierlich zu arbeiten, stehen die Chancen aber gar nicht so schlecht für einen „soliden Erfolg“.</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><em>Soft Skills</em></span><br />
Die Auftrittsmöglichkeiten in Hannover sind zahlreich und meistens recht professionell ausgestattet. Früher gab es übrigens nicht mehr Clubs in der Stadt, sondern eher weniger. Man kann und darf spielen, wenn man als Band seine Hausaufgaben macht. Natürlich ist der Weg oft nicht angenehm. Gage dürfen Bands bei den ersten Schritten auf die Bühnen der Stadt meistens nicht erwarten. Den Veranstaltern kann man an dieser Stelle gar keinen Vorwurf machen. Konzerte sind immer ein Risiko. Eine Gage will erstmal durch die Eintrittsgelder erwirtschaftet sein. Viele Veranstalter lassen die Bands darum auf eigenes Risiko spielen, d.h. die Musiker bekommen einen Teil oder die gesamte Abendkasse. So kommt es vor, dass eine Band 20 Freunde und Verwandte auf die Gästeliste setzt, um schließlich vor weiteren zehn zahlenden Gästen ein recht intimes Konzert zu spielen. Das kann bei 3,- Euro Eintritt eine recht bittere Erfahrung sein. Vorher hat diese Band tausendmal geprobt, am großen Tag das Equipment im Übungsraum abgebaut, Bassist und Gitarrist haben sich extra noch einen neuen Satz Saiten besorgt, dann haben sie das ganze Zeug zum Auftrittsort gefahren, dort aufgebaut, vielleicht ein liebevoll selbst gemaltes Banner aufgehängt, um dann zwei Stunden zehn unbekannte Gäste zu unterhalten, von denen zwei nur zufällig gekommen sind und weitere drei früher gehen. Später sitzt man noch gemeinsam bei McDonald&#8217;s, verprasst die 30,- Euro und diskutiert über die gemeinsame Zukunft. Die falsche Musik? Hätte man mehr Plakate aufhängen, mehr Flyer verteilen müssen? War eventuell zeitgleich irgendein anderes Konzert in Hannover? Haben Coldplay gespielt? Falls ja, hat man wenigstens eine halbwegs plausible Erklärung. Einfach dranbleiben ist die richtige Devise. Man muss lernen, mit Enttäuschungen zu leben. Es gibt zwei Höchststrafen für Musiker: Ein Publikum, das nicht klatscht oder während des Konzerts geht. Und gar kein Publikum. Leider machen gerade Bands aus Hannover in Hannover nicht selten diese Erfahrung. Der König zählt wenig im eigenen Land. Ein nicht ganz so perfekter Live-Auftritt einer nicht ganz so perfekten Band lockt oft nur wenig Zuschauer, nichtsdestotrotz mit hoher Erwartungshaltung. Von wirklich vollen Konzertsälen bei Auftritten heimischer Bands können Veranstalter nur träumen. Woran liegt’s? Das Publikum sei inzwischen einfach zu verwöhnt, sagen manche. Die Argumentation leuchtet ein. Die großen Shows sind perfekt, die Musik der Qualität auf den CDs unglaublich nah. Fernsehen und Internet holen die Musiker problemlos in die heimischen Wohnzimmer. Warum soll man da noch vor die Tür gehen? Glücklicherweise scheint dieser Trend sich gerade umzukehren. Vor allem die jüngere Generation entdeckt augenblicklich wieder die Konzertsäle. Aber das Publikum will abgeholt und nicht enttäuscht werden. Bands und Veranstalter können an dieser Stelle eine Menge tun. Nicht jede Band passt zum Stammpublikum eines Ladens. Kluges Booking ist also die erste Voraussetzung, und dazu braucht es eine Menge Erfahrung. Zudem muss das Marketing stimmen. Bands sollten bei jedem Konzert den gesamten Freundeskreis mobilisieren, die hiesige Presse informieren, ruhig mal nach einem Tagestipp in einem der Stadtmagazine fragen. Und Veranstalter können zum Beispiel ihr Stammpublikum informieren. Ein Newsletter ist recht schnell aufgebaut. Genug Auftrittsmöglichkeiten sind natürlich besonders wichtig für die nachwachsende Musikszene. Viele Veranstalter haben bereits Konzertreihen im Programm, scheuen aber das Risiko bei ganz jungen Bands, die vielleicht noch nie oder kaum auf der Bühne gestanden haben. Das ist nicht schön, aber nachvollziehbar, denn bei so einem Konzert zahlen die Veranstalter fast immer drauf. Wenn es in Hannover in Sachen Musik an einer Stelle schwierig ist, dann an dieser. Für den jüngsten Nachwuchs fehlen tatsächlich Auftrittsmöglichkeiten. Vielleicht wäre es also gar keine so schlechte Idee, genau diesen Bereich gezielt zu fördern. Die Beträge wären sicher überschaubar. Würde die öffentliche Hand monatlich nur 1.000,- Euro in die Hand nehmen und auf die zehn ersten Veranstalter verteilen, die ein Konzert mit einer Nachwuchsband aus Hannover ankündigen, wäre den Veranstaltern und auch den Bands bereits geholfen. Mit 100,- Euro wären einige der ärgerlichsten Kosten wenigstens zum Teil gedeckelt. Vielleicht könnte das ein Anreiz für die Veranstalter sein, auch sehr jungen Nachwuchsbands eine Chance zu geben. Natürlich ist das nur einer von vielen Vorschlägen. Und die Stadt ist auch längst nicht mehr tatenlos. Mit „Random Play“ wird sie am 24. Oktober versuchen, die Live-Musikszene in Hannover zu beleben, und hofft auf viele offene Ohren. Übrigens eine Idee aus dem Büro des Bürgermeisters. Bei allen Konzerten steht an diesem Tag jeweils mindestens eine Band aus Hannover auf den Bühnen. Im Rathaus hat man erkannt, dass die Musikszene einer Stadt durchaus ein positiver Imageträger sein kann (mehr zu dieser Veranstaltung auf Seite 33). Und nicht nur das. Wer einmal Mitglied in einer Band war, der weiß, wie viel gerade junge Menschen in so einer Gemeinschaft lernen können. Man muss Kompromisse machen, geduldig sein, im Team arbeiten, ein gemeinsames Ziel voranbringen. All das sind Soft Skills, die später im Berufsleben nicht unwichtig sind. Hannover kann froh sein über jede einzelne Band, die in den Bunkern und Kellern probt. Vielleicht wird eine dieser Bands mal reich und berühmt. Vielleicht werden ihre Mitglieder aber auch einfach Messechef, Bürgermeister oder Zoodirektor.</p>
<p><strong>Lak</strong></p>
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		<title>einzigARTig-kreativ</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Sep 2009 22:00:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[der besondere laden]]></category>
		<category><![CDATA[2009-10]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit Anfang September hat sich Sonja Schütze mit ihrem Micro-Label einzigARTig-kreativ bei Meike Tietz in der Kreativ Zone eingemietet.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2009/11/NETZ_10-27_Stadtkind.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-5601" title="Achtung! Kreativ Zone" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2009/11/NETZ_10-27_Stadtkind-300x287.jpg" alt="Achtung! Kreativ Zone" width="300" height="287" /></a>Seit Anfang September hat sich Sonja Schütze mit ihrem Micro-Label einzigARTig-kreativ bei Meike Tietz in der Kreativ Zone eingemietet. Bunte Täschchen, Schlafbrillen und diverse Accessoires werden von der Jungdesignerin in Handarbeit angefertigt. Stadtkind hat sich vor Ort umgesehen. Früher hat Sonja Schütze ihre Produkte online und auf Ausstellungen angeboten. Sie nun zusätzlich in einem eigenen Verkaufsraum zu präsentieren, ist eigentlich nur der logische nächste Schritt. Denn ihre Unikate erfreuten sich immer großer Beliebtheit. So suchte und fand sie die Kreativ Zone, in der sie bereits vorher ihre Stücke auf Kommission vertrieben hatte, und mietete sich ein Stück Ladenfläche. Schon der Blick in das Schaufenster macht neugierig.</p>
<p>Dort liegen einige ausgewählte Stücke aus Sonjas Kollektion. Man bekommt einfach Lust, das Geschäft zu betreten. Der kleine und sehr feine Eingangsbereich wirkt durch die zahlreichen, farbenfrohen Taschen, Mützen und Pullover sehr einladend. Hier sieht man hauptsächlich die handgemachte Mode und die Wohnaccessoires der Inhaberin Meike Tietz. Sie hat sich auf Strick-Design spezialisiert. Wer nun stricken hört und an die ältere Generation denkt, der irrt. Moderne Schnitte in Kombination mit dem weichen Material Wolle, das ergibt Mode für fast alle Generationen. Auch junge Kunden kommen gerne.</p>
<p>Meike Tietz arbeitet darum fast zwangsläufig Tag und Nacht, entwirft und strickt neue Artikel. Hier bestimmt die Nachfrage die Arbeitszeit, und das heißt in diesem Fall selbst und ständig. Nicht nur die Eigenkreationen der beiden Designerinnen sind sehr originell, der Laden ist insgesamt mit viel Liebe zum Detail ausgestattet und wird circa alle zwei Wochen komplett umdekoriert und umgeräumt, um immer wieder eine ganz neue Atmosphäre zu schaffen. Meistens wird nach Farben sortiert. Sind alle Kleidungsstücke und Accessoires fertig drapiert, erinnert der Laden fast an einen bunten Regenbogen. Mut zur Farbe, lautet die Devise.</p>
<p>Auf dem Tresen am Ende des Raums findet sich außerdem ein Ständer mit selbst gefertigtem Schmuck. Natürlich sind auch hier zahlreiche Farben und Formen vertreten. An der Kasse vorbei und durch den kleinen Flur gelangt man in einen weiteren Raum und zu Sonja Schütze. Im hinteren Bereich springen einem die vielen Taschen und Täschchen im Retro-Style sofort ins Auge. Die Stoffe hierfür kauft Sonja Schütze in Holland oder auf Märkten ein. Außerdem gibt es bunte Schlafbrillen, Schlüsselanhänger und ausgefallene Haarbänder. Also alles, was (meist) das Frauenherz begehrt. Farben wohin das Auge blickt. Zur kommenden, kalten Jahreszeit wird sie außerdem Handschuhe und Stulpen anbieten. Die ersten Stücke liegen bereits im Verkaufsraum aus.</p>
<p>Sobald eine neue Idee in ihrem Kopf Formen angenommen hat, setzt sich die junge Designerin an ihre Nähmaschine, entweder direkt im Laden oder im Atelier zu Hause. Und kreiert die nächste Kleinserie. Die Unikate sind tragbar und erschwinglich für jeden, der ausgefallene Modeartikel mag. Übrigens sind die Artikel auch als Geschenk bestens geeignet, sogar mit freier Geschenkpapierwahl. Hier ist der Kunde definitiv König. Das Einkaufen und Stöbern im Laden macht großen Spaß, und das liegt nicht zuletzt auch an der herzlichen Art, die hier gepflegt wird. Ein besonderes Highlight ist in den nächsten Wochen die Erweiterung des Sortiments um eine Babykollektion. Sonja Schütze arbeitet bereits an Babymützen, Babytaschen und Schnullerhaltern. Es bleibt also spannend in der Kreativ Zone. Eigentlich müsste man täglich kurz reinschauen.</p>
<p><strong>Anette Burzynski<br />
</strong></p>
<p><strong>Kreativ Zone<br />
Edenstr.38<br />
30161 Hannover<br />
Sonja Schütze<br />
Tel.:0172- 8718949<br />
Mail:info@einzigartig-kreativ.de<br />
www.einzigartig-kreativ.de</strong></p>
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		<title>serkan salihoğlu</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Sep 2009 22:00:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[die türkische seite]]></category>
		<category><![CDATA[2009-10]]></category>

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		<description><![CDATA[Serkan Salihoğlu wurde in Istanbul geboren, ging dort auf ein deutsches Gymnasium und lebt seit sechs Jahren in Deutschland. Er studierte in München Theaterwissenschaften und arbeitete bereits bei den Münchner Kammerspielen als Regieassistent im Kreis von Lars-Ole Walburg, dem neuen Intendanten am Schauspiel Hannover. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2009/11/NETZ_36-37_Stadtkind.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-5659" title="Serkan Salihoğlu" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2009/11/NETZ_36-37_Stadtkind-184x300.jpg" alt="Serkan Salihoğlu" width="184" height="300" /></a>Serkan Salihoğlu wurde in Istanbul geboren, ging dort auf ein deutsches Gymnasium und lebt seit sechs Jahren in Deutschland. Er studierte in München Theaterwissenschaften und arbeitete bereits bei den Münchner Kammerspielen als Regieassistent im Kreis von Lars-Ole Walburg, dem neuen Intendanten am Schauspiel Hannover. Beim Theater geht man häufig gemeinsame Wege. Auch Serkan Salihoğlu arbeitet in dieser Saison am Schauspiel. Stadtkind hat mit ihm über das Theater, seine türkischen Wurzeln und derzeitige Projekte gesprochen.</strong></p>
<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong>Lars-Ole Walburg hat Sie als Regieassistent nach Hannover geholt. Wie kam es dazu?</strong><br />
Ich habe in München an der LMU Theaterwissenschaften studiert und am Theater hospitiert, war dort aber nicht fest angestellt. Ole und ich haben uns bei dem Projekt „Schnee“ von Orhan Pamuk kennen gelernt. Wir arbeiteten dann noch an einem weiteren Projekt zusammen. Ich kenne Ole jetzt seit eineinhalb Jahren. In Hannover assistiere ich aber derzeit nicht Ole, sondern Florian Fiedler. Ich bin gut mit Ole befreundet, und als er mich fragte, ob ich mit nach Hannover kommen würde, habe ich direkt ja gesagt. Nach einem Monat in Hannover kann ich schon sagen, dass das eine gute Entscheidung war. Schauspieler und Assistenten ergeben zusammen ein gutes Team. Wir haben Spaß an der Arbeit, wollen Neues wagen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong>Wie genau kamen Sie zum Theater?</strong><br />
Ich interessierte mich schon früh für Filme, habe Theaterzeitschriften gelesen. An meiner Schule gab es dann eine Theater-AG. Dort arbeitete ich als Schauspieler und Regisseur mit und entdeckte meine Liebe zum Theater. Im zweiten Jahr war ich in der deutschen Schauspielgruppe, und wir waren mit einem Projekt in Deutschland. Bei der Gelegenheit sprach ich mit Regisseuren und fragte, was genau man in dieser Richtung studieren könnte. So kam ich dann zu meinem Studium in München.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong>Ihr Vater ist Grieche und Ihre Mutter Türkin. Das ist ja eher ungewöhnlich.</strong><br />
Meine Großeltern lebten in Griechenland, in einem türkischen Dorf. Mein Vater blieb dort, bis er 17 Jahre alt war, und kam dann in die Türkei, wo er bei seinem Zahnmedizinstudium meine Mutter kennen lernte. Er kann noch Griechisch sprechen, ich kann allerdings nur noch ein paar wenige Wörter.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong>Welcher Mentalität fühlen Sie sich eher zugehörig</strong><strong>?</strong><br />
Ich bin in der Türkei aufgewachsen, aber die deutsche Schule hat mich sehr geprägt. Unsere Unterrichtssprache war Deutsch und ca. 80% unserer Lehrer waren Deutsche. Die typischen deutschen Werte wie Disziplin und Ordnung habe ich wohl ein bisschen verinnerlicht. Jedenfalls haben die türkischen Kollegen an einem Theater in Istanbul meine Arbeitsweise als eher streng bezeichnet. Auch wenn ich bis zu meinem 19. Lebensjahr nicht in Deutschland gelebt habe, bin ich doch mit beiden Mentalitäten aufgewachsen. Bei meinem Studium hat mir das sehr geholfen. Ich sehe es als Bereicherung, beide Mentalitäten in mir zu tragen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong>Wie kam es dazu, dass sie auf eine Deutsche Schule gingen?</strong><br />
In der Türkei geht man ab der fünften Klasse auf ein Gymnasium. Meine Eltern schwankten zwischen einer deutschen Schule und einer amerikanischen Schule. Sie recherchierten und fanden heraus, dass man auf der deutschen Schule mehrsprachig unterrichtete. Neben Deutsch auch Englisch. Also entschieden sie sich für die deutsche Schule. Viele aus meinem Abschlussjahrgang studierten in den USA, in Harvard oder Yale, andere gingen nach Deutschland und studierten beispielsweise Medizin in Heidelberg. Von den 26 ehemaligen Klassenkameraden bin ich der einzige, der etwas Kreatives studiert hat.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong>Ist das Theater in der Türkei anders als in Deutschland?</strong>Absolut. Als ich bei dem Privattheater „dot“ in Istanbul arbeitete, hatten wir beispielsweise einen Textilsponsor, der uns subventionierte, dazu einen türkischen Serienstar. Das läuft heute auch noch so. Serienstars nutzen das in den Serien verdiente Geld, um Privattheater zu unterstützen. In der Türkei ist das System ein ganz anderes als in Deutschland. Die Politik nimmt starken Einfluss. Es ist möglich, dass die Intendanz das gesamte Team drei- bis viermal im Jahr komplett ändern kann. Es gibt keine Saisonverträge wie hier in Deutschland.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong>Nimmt man auch Einfluss auf die Auswahl der Stücke?</strong><br />
Ja. Beispielsweise werden an normalen türkischen Staatstheatern Popstücke aus den 90ern nicht aufgeführt. Auch wenn man von offizieller Seite bestreitet, dass es eine Zensur gibt – die Politik bestimmt über die Stückauswahl. Bei den privaten Theatern ist das anders. Ohne die TV-Serienstars, die die Privattheater unterstützen und in den Stücken spielen, wäre das Theater in der Türkei wahrscheinlich ziemlich langweilig. Fehlt diese Unterstützung, haben es Privattheater sehr schwer. Viele müssten aufgeben. Die Investition in ein Privattheater ist nicht unbedingt lukrativ – das ist eher ein Privatvergnügen. Die privaten Theater sind also abhängig von den Serienstars und ihrer Popularität.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong>Wenn ich mir vorstelle, dass deutsche Stars aus den Seifenopern in Theatern auftreten, graust es mir. Sind diese Produktionen denn gut?<br />
</strong>Ich weiß nicht, ob deutsche TV-Stars wirklich Schauspiel studiert haben müssen, aber in der Türkei haben die meisten eine abgeschlossene Ausbildung. Ob diese Stücke wirklich gut sind, darüber kann man sicherlich diskutieren. Viele Schauspieler in der Türkei sehen die Serien nur als Möglichkeit, um Geld zu verdienen. Sie stehen nicht unbedingt hinter diesen Serien. Aber die Fernsehproduktionen sind eben nötig, um ihre Aktivitäten im Theater finanzieren zu können.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong>Interview: Natalie Moser, Übersetzung: Cuma Aktas</strong></p>
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		<title>&#8230;von der großen schwester</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Sep 2009 22:00:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[...bekommen ratschläge]]></category>
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		<description><![CDATA[1. Wenn ein Mann mit weißlich belegter Zunge nach Hause kommt, ist was am Magen oder im Argen. 2. Männer, die beim Pinkeln sitzen, haben auch sonst kein Stehvermögen. 3. Ein Zoll breit daneben ist voll im Arsch.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>1. Wenn ein Mann mit weißlich belegter Zunge nach Hause kommt, ist was am Magen oder im Argen.</p>
<p>2. Männer, die beim Pinkeln sitzen, haben auch sonst kein Stehvermögen.</p>
<p>3. Ein Zoll breit daneben ist voll im Arsch.</p>
<p><strong>MS</strong></p>
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		<title>Das Auge &#8211; Nils Loof</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Sep 2009 22:00:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolke</dc:creator>
				<category><![CDATA[im porträt]]></category>
		<category><![CDATA[2009-10]]></category>

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		<description><![CDATA[Zwei Jahre lang hat er an dem Haarmann-Film, der 2010 vom NDR gesendet wird, gearbeitet, hat zusammen mit den Co-Autoren Maimona Id und Tobias Premper recherchiert, sämtliche Literatur zum Fall des Massenmörders gesichtet und im Landes- und Stadtarchiv nach alten Akten gekramt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2009/11/NETZ_38-88.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-5662" title="Nils Loof" src="http://www.stadtkind-hannover.de/wp-content/uploads/2009/11/NETZ_38-88-300x268.jpg" alt="Nils Loof" width="300" height="268" /></a>Name: Nils Loof<br />
Beruf: Autor und Regisseur<br />
Alter: 38<br />
Sternzeichen: Schütze<br />
Familienstand: ledig<br />
Online-Community: MySpace</p>
<p>Die letzte Klappe für die TV-Doku „Puppenjungs &#8211; Der Fall Haarmann“ ist gefallen und Regisseur Nils Loof ist zufrieden. Er sitzt am Schreibtisch seines schönen und geräumigen Büros im Tiedthofkomplex, wirkt entspannt und beobachtet mich mal neugierig, mal skeptisch und distanziert. Zwei Jahre lang hat er an dem Haarmann-Film, der 2010 vom NDR gesendet wird, gearbeitet, hat zusammen mit den Co-Autoren Maimona Id und Tobias Premper recherchiert, sämtliche Literatur zum Fall des Massenmörders gesichtet und im Landes- und Stadtarchiv nach alten Akten gekramt. In diesem Sommer war die Geschichte über den „Werwolf von Hannover“ nun endlich filmreif und wurde mit 100 Darstellern und einem 30-köpfigen Team in 15 Tagen an Schauplätzen in der Stadt und Region gedreht. Herauskommen wird am Ende ein 43-minütiges Doku-Drama, das von jenen Aspekten handelt, die Loof am Fall Haarmann am meisten interessieren – zum Beipiel die Beziehung des Serienkillers zu seinem jugendlichen Freund und Helfer Hans Grans sowie Moral und Gesellschaft in Hannover zu Beginn des 20. Jahrhunderts. „Wir haben Theodor Lessing* als Sprachrohr benutzt, um nicht so zu tun, als sei das Ganze objektiv“, sagt Loof, „bestimmte Szenen wurden nachgespielt, aber wir wissen natürlich nicht, ob sie sich tatsächlich so ereignet haben.“ Der 38-Jährige, der wie Franziska Stünkel Drehbuch und Regie an der Kunsthochschule in Kassel studiert hat, interessiert sich seit seinem zwölften Lebensjahr für bewegte Bilder. „Auslöser war der Film ‚Zur Sache, Schätzchen’“, sagt Loof und lacht, „anschließend habe ich Daumenkinos gezeichnet – meist Autorennen – und mit 18 Jahren habe ich mit meiner ersten Videokamera und einigen Freunden absurde Geschichten gedreht.“ Bei Kritikern kam das so gut an, dass Loof beim zweiten Up- and Coming- Festival einen Förderpreis gewann. Mittlerweile wurde der Regisseur, der auch als Kameramann tätig gewesen ist und ab dem Wintersemester an der FH dozieren wird, mit18 internationalen Preisen für seine Kurzfilme ausgezeichnet, die in über 30 Ländern gezeigt wurden. Loofs Arbeit wird unter anderem von der Stadt und dem Land gefördert, schließlich könnten die wenigsten Filmemacher unabhängig agieren, sagt der Regisseur, dessen Arbeitstag in der Regel um 10 Uhr beginnt und um 20 Uhr endet. Außer Fernsehproduktionen dreht der Hannoveraner, der in Linden wohnt, auch Werbespots. 2006 war das zum Beispiel eine Animation über Al Salam City, Boomtown in Dubai am arabischen Golf. Einen roten Faden – ein Leitthema – habe und suche er nicht, sagt Loof und weigert sich, zu verallgemeinern, worum es in seinen Geschichten geht. Trotzdem leuchten seine Augen, als er von seinem nächsten großen Projekt berichtet: einem Spielfilm. Loof will darin über eine Frau auf der Suche nach ihren familiären Wurzeln erzählen. Drehort ist New York. „Aber bitte noch nicht mehr darüber schreiben“, sagt Loof zu mir, „bis das ganze Ding fertig ist, ziehen noch drei Jahre ins Land. Bis dahin kann sich die ganze Geschichte noch einmal ändern.“</p>
<p>* Anmerkung d.Red.:Der Kulturkritiker Theodor Lessing hat am Haarmann-Prozess teilgenommen und darüber berichtet.</p>
<p><strong>Kurz nachgefragt&#8230;</strong></p>
<p><em>1) Hast du immer einen genauen Plan bei der Arbeit?</em> Ich bewahre mir ein Stück Chaos, aber irgendwann wird’s strukturiert.</p>
<p><em>2) Worum geht es dir beim Filmen?</em> Um gepflegte Unterhaltung.</p>
<p><em> 3) Todsünde beim Regieführen?</em> Den Überblick zu verlieren.</p>
<p><em> 4) Bist du peinlich berührt, wenn Liebesfilme kitschig sind?</em> Nö. Guter Kitsch ist super.</p>
<p><em> 5) Deine Top Five der besten Filme?</em> Spontan fallen mir beste Szenen ein, zum Beispiel die Autobahnszene aus Fellinis „Roma“ oder die erste halbe Stunde von „Spiel mir das Lied vom Tod“. Okay, hier meine Top Five: „Sugarland Express“, „Koyaanisqatsi“, „Oktober“, „Spiel mir das Lied vom Tod“ und „Sein oder Nichtsein“.</p>
<p><em> 6) Welchen Regisseur bewunderst du besonders?</em> Ernst Lubitsch, weil der so viel Stil hatte.</p>
<p><em> 7) Welche Story hättest du gern selbst geschrieben?</em> Die Bibel.</p>
<p><em> <img src='http://www.stadtkind-hannover.de/wp-includes/images/smilies/icon_cool.gif' alt='8)' class='wp-smiley' /> Welches Genre liegt dir am meisten?</em> Komödie und Drama, da gibt es ja auch einen Zusammenhang.</p>
<p><em> 9) Deine aktuelle Lieblingsklamotte?</em> Mein Parker.</p>
<p><em> 10) Der Sound des Sommers?</em> Zurzeit höre ich keine Musik.</p>
<p><em> 11) Wer bekommt deine Stimme bei der Bundestagswahl?</em> Ich wähle nicht. Ich sage aber „ja“ zur Demokratie.</p>
<p><em> 12) Lieblingsclub in Hannover?</em> Das Bronco’s.</p>
<p><strong>Simone Niemann</strong></p>
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