Tag Archive | "2016-01"

Bici Diamonds

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Bici Diamonds


Bici Diamonds ist ein Start-up, das mit dem 3D-Drucker liebenswerte Deko-Gegenstände erstellt, beispielsweise kleine Blumenvasen, die an Fahrrädern oder Kinderwagen befestigt werden können – quasi eine „Vase to go“. Angeeignet hat sich Gründer Daniel Theidel (26) sein Know-how selbst, die Technologie hat ihn von Anfang an begeistert, als er in den Medien zum ersten Mal davon hörte. Und er war neugierig, wollte es selbst ausprobieren. Inzwischen ist aus dieser Neugier ein Unternehmen geworden, das er gemeinsam mit seiner Freundin und Mitgründerin Sophia Tesche betreibt.  

Der Vorteil seiner Produkte ist ganz offensichtlich. Der 3D-Druck bietet im Gegensatz zu „herkömmlichen“ Methoden die Möglichkeit, ungewöhnliche, individuelle Produkte in kleiner Auflage anzufertigen – ohne dass die Kosten explodieren. Seine ersten Entwürfe hat Daniel Theidel noch über das Internet drucken lassen, das allerdings hat ihm dann irgendwann zu lange gedauert. Also musste ein eigener Drucker her. Mit diesem ersten Drucker hat er sich dann ausprobiert und die Maschine so lange eingestellt und rumprobiert, bis er bei den fertigen Produkten ein gutes Gefühl hatte. Inzwischen sind es bereits drei Drucker. Das erste Modell war natürlich nur ein Einsteigermodell, das den Qualitätsansprüchen schnell nicht mehr genügt hat. Bei den Fortgeschrittenen-Modellen lassen sich nun weitere Parameter wie etwa die Schichtdicke einstellen. Wozu wiederum viel Know-how und Erfahrung nötig ist. Inzwischen sind die Produkte ausgereift und die hohen eigenen Ansprüche an die Qualität erfüllt.

Im ersten Leben ist Daniel Theidel noch immer hauptberuflich Landschaftsarchitekt. Was ihm den Einstieg in das 3D-Geschäft sehr erleichtert hat. Denn durch den Beruf bestand ohnehin eine Affinität zum Design und die Programme, mit denen er als Landschaftsarchitekt designt und entwirft, ähneln denen für den 3D-Drucker recht stark. Heute kann er Bici-Diamonds mit viel Leidenschaft und tatkräftiger Unterstützung von Sophia Tesche nebenbei betreiben, der zeitliche Aufwand bleibt im überschaubaren Rahmen. Seine Kunden kommen inzwischen sowohl aus dem aus privaten als auch dem Geschäftsbereich. Immer mehr Unternehmen interessieren sich für seine mobilen Vasen und nutzen sie als Give-aways. „Es ist halt noch mal etwas ausgefallener, als tausend Kugelschreiber zu verteilen“, sagt Theidel. Auch bei Veranstaltern hat sich sein Angebot mittlerweile herumgesprochen, so kommen immer wieder Anfragen, für Events eine individuelle Deko zu kreieren.

Allen Gründungsinteressierten rät Daniel Theidel, unbedingt mit Leidenschaft zu gründen. „Was man passioniert macht, macht man gut. Selbstverständlich gehört auch ein bisschen Fleiß mit dazu, aber wichtiger ist die innere Motivation.“ Profitiert hat er bei seiner Gründung auch durch die Betreuung von hannoverimpuls. „Mir haben insbesondere der Umgang und die Struktur gefallen. Es war einfach unkompliziert – Mails konnten ruhigen Gewissens formlos geschrieben werden. Innerhalb kurzer Zeit kamen Antworten, die sofort weiterhelfen konnten. Nie hieß es etwa, dass sich eine Kollegin oder eine Kollegin um etwas kümmern würde, oder man einen anderen Ansprechpartner kontaktieren solle. Der Kontakt war so sehr persönlich und serviceorientiert.“

Eine schöne und runde Geschäftsidee, ein Start-up mit ganz viel Herzblut. Und ein gutes Beispiel dafür, dass man den Schritt in die Selbstständigkeit ruhig wagen darf, wenn man an seine Idee glaubt.

Foto: © FxKlein

3DT Printed Ideas
Velberstraße 13a, 30451 Hannover
www.bici-diamonds.de

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Ganymed Edition

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Ganymed Edition


Ein neuer Verlag mit einem großen Namen

In der griechischen Mythologie ist Ganymed der „Schönste aller Sterblichen“. Selbst Zeus konnte dem Sohn eines trojanischen Königs nicht widerstehen, der größte Mond im Sonnensystem wurde nach ihm benannt und sogar berühmte Künstler wie Michelangelo, Rubens, Rembrandt oder Hölderlin ließen sich von Ganymeds Geschichte inspirieren. Den Namen dieses sagenumwobenen Jünglings trägt nun ein neuer Verlag aus Hemmingen, die Ganymed Edition, die sich der Veröffentlichung von Büchern und e-Books unterschiedlicher Sparten widmet. Verleger Andreas Brandtner und seine Kollegin Martina Noske starteten offiziell mit dem Herbstprogramm 2015.

Die Ganymed Edition gibt es bereits seit Herbst 2014. Dass Andreas Brandtner einmal als Verleger arbeitet, war so gar nicht geplant. Vor zwei Jahren machte er sich selbstständig, gründete das Unternehmen kotido und ist seitdem einerseits als Berater und Coach, andererseits als Autor tätig. „Tatsächlich habe ich das Label Ganymed Edition zunächst entwickelt, um als Self-Publisher eigene Bücher zu veröffentlichen und zu vermarkten. Vor einem guten halben Jahr bekam das aber einen anderen Dreh. Mir wurden erste Titel von anderen Autoren vorgeschlagen, Kooperationen entstanden – und nun ist die Ganymed Edition ein „richtiger“ Verlag“, erzählt Brandtner. Bereits im Frühjahr diesen Jahres erschienen die ersten belletristischen Titel, ein Kinderbuch sowie drei Sachbücher. Zunächst konzentriert sich der Verlag auf die Genres Belletristik, Science Fiction, Kinder- und Sachliteratur und sogar erotische Lektüre ist bei der Ganymed Edition zu finden, sofern sie anspruchsvoll und intelligent ist. „Wir möchten Bücher publizieren, die wir selbst gern lesen wollen. Das erklärt ein wenig die Rubriken, in denen wir arbeiten, aber auch, was wir nicht publizieren – etwa Kochbücher oder Western. Wobei – wir sind grundsätzlich offen. Wenn ein wirklich interessantes Projekt kommt … Wir haben allerdings nur beschränkte Kapazitäten. So um die zehn Neuerscheinungen sind jährlich geplant“, beschreibt Brandtner sein Konzept.

Neben jungen Autoren wie zum Beispiel die Indonesierin Eri Maryana, die im Ganymed-Verlag den Tatsachenroman „Das Lied der Papierblumen“ veröffentlichen konnte, sind auch einige Klassiker im Programm zu nennen. So erschien Ende November der utopische Roman „Wir“ des 1934 verstorbenen Jevgenij Samjatin aus Russland, der in einem Atemzug mit George Orwells „1984“ oder Aldous Huxleys „Brave New World“ zu nennen ist. Bis Jahresende wird es voraussichtlich drei neue Kinderbücher geben. Und natürlich erscheinen auch weiterhin Brandtners eigene Bücher in der Ganymed Edition, darunter der Roman „Die Fallen der Zeit #1: Doppelschwarzadler“ oder als e-Book „Ein Mond, die Kometen und Du“ sowie die Kindergeschichte „Der liebe kleine Löwe“, die in Zusammenarbeit mit der Illustratorin Elena Boulé entstanden ist.

Das Verlagsteam besteht lediglich aus zwei Hauptverantwortlichen: Andreas Brandtner selbst und Martina Noske, die mit ihrer Leidenschaft für Bücher und vor allem ihrem beruflichen Know-how eine wichtige Unterstützung für den Verlag darstellt. „Martina und ich haben uns in einer ganz anderen Branche kennengelernt, in der wir beide als Kommunikatoren gearbeitet haben. Jetzt kommt uns zugute, dass Martina über 20 Jahre Verlagserfahrung einbringen kann, mit Schwerpunkten bei PR und Marketing, und ich eigentlich immer schon vom Schreiben, Redigieren und Konzipieren gelebt habe. Alles in allem können wir unseren Autoren also einige Erfahrungen bieten“, so Brandtner über die Zusammenarbeit mit seiner Kollegin. „Wir haben ein kleines Netzwerk aufgebaut, zu dem Grafiker, Lektoren, Korrektoren und Übersetzer gehören, die mit uns zusammenarbeiten.“ Wer als Autor daran interessiert ist, sein Manuskript bei der Ganymed Edition einzureichen, kann sich ganz einfach unter www.ganymed-edition.de über die weitere Vorgehensweise informieren. Dass sich Andreas Brandtner offenbar leidenschaftlich gern mit dem Schreiben und der Literatur im Allgemeinen beschäftigt, wird nicht nur durch seine Tätigkeit als Verleger und Roman-Autor deutlich, auch die Betreuung diverser Online-Magazine bei flipboard.com, darunter „On Writing“ oder „On Reading“, zählt zu seinen Aufgabengebieten. Eine Menge Arbeit – wie ist das bloß zu schaffen? Auch da weiß Brandtner eine Antwort: „Durch Fokussierung. Ich leiste mir den Luxus, in den beruflichen Feldern nur noch das zu machen, was ich wirklich will.“

Katja Merx

Mehr Infos unter: www.ganymed-edition.de
Kontakt: A. Brandtner, M. Noske, contact@ganymed-edition.de

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Bärenhöhle

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Bärenhöhle


Die Bärenhöhle in der List ist eine Institution. Hier gibt es seit zwanzig Jahren Bären jeder Art und jeden Alters sowie Bärenmacherbedarf und vor allem auch Hilfe für Bäreneltern mit plüschigen Patienten – Hanne Mahnke ist eine der wenigen Bärendoktorinnen des Landes. Doch nach dem Jubiläumsjahr hat das Ehepaar Mahnke nun eine traurige Mitteilung zu machen: Die Ladenräume werden zu privatem Wohnraum umgewandelt, am 31. März muss das Geschäft seine Türen schließen. Noch wird fieberhaft an einer Nachfolgelösung gearbeitet, aber eins ist sicher: Auch wenn Hannover wieder um einen kleinen inhabergeführten Laden ärmer wird – die Firma Bärenhöhle mit der Bärenklinik, dem Online-Handel und den Workshops bleibt weiter bestehen.

Mitten in der heißen Phase für die Festvorbereitungen zum Jubiläum der Bärenhöhle erhielten die Mahnkes die kurzfristige Kündigung für das Geschäft in der Flüggestraße. Durch einen Besitzerwechsel wurde Eigenbedarf angemeldet, der Bärenladen wird zukünftig zum Wohnzimmer der dahinterliegenden Erdgeschosswohnung, die bereits einen neuen Eigentümer hat. Ein Schock für die Geschäftsinhaber, denn eine bezahlbare Alternative zu finden, ist nahezu aussichtslos. Ab Januar startet das Ehepaar deshalb einen Räumungsverkauf mit 30% Rabatt auf das gesamte Warenangebot. Schweren Herzens geben sie zwar den Laden auf, nicht aber das Gewerbe: Die Mahnkes bleiben weiterhin in Sachen Bären tätig.

Die Wahl-Hannoveranerin, die eigentlich Lehrerin für Deutsch, Kunst und textiles Gestalten ist, und ihr Mann machten sich 1995 mit der Bärenhöhle selbstständig. Da Peter Mahnke weiterhin als Orthopädie-Schuhmachermeister arbeitet, war Hanne Mahnke immer die Ansprechpartnerin für die Kunden im Laden und führt auch den Großteil der Reparaturen an den lädierten Teddys durch, die aus aller Welt in die Bärenklinik eingeliefert werden. Ob neue Augen für erblindete Bärchen oder die Komplett-Restaurierung für wertvolle Exemplare aus der Steiff- oder Hermann-Kollektion – die Bärendoktorin heilt behutsam selbst die abgeliebtesten Plüschpatienten. Bei großen „Eingriffen“ unterstützt sie ihr Mann gerne mit Kenntnissen aus seinem Metier. Das wichtigste ist es dabei, den Charakter der tierischen Gesellen zu erhalten, denn manche sind jahrzehntelange Weggefährten und ihren Besitzern sehr ans Herz gewachsen. Ein Bärenpapa, der in China lebt, kam mit seinem bärigen Schützling sogar extra den weiten Weg nach Hannover geflogen, weil er Angst hatte, beim Versand könne etwas schief gehen.


Neben antiken und brandneuen, Mini-Bären und Riesenbären, Markenteddys und zahlreichen eigenen Entwürfen von Hanne Mahnke und anderen Bärendesignerinnen sowie Bärenkleidung bietet das Sortiment der Bärenhöhle auch andere Plüschtiere, altes Spielzeug und niedliche Puppenstubenminiaturen. Und wer seinen eigenen Bären herstellen möchte, bekommt nicht nur alles vom Teddyplüsch bis zum passenden Werkzeug und komplette Bastelsets mit ausführlicher Anleitung, sondern kann auch einen Bärenmacher-Kurs bei der Bärenfachfrau oder weiteren Teddykünstlern belegen. Die Workshops, der Online-Handel und die Bärenklinik bleiben definitiv erhalten: Über die Homepage kann man dazu aktuelle Informationen finden und die Bärenhöhlenbesitzer kontaktieren. Auch wenn Bärenliebhaber mit ihren Anliegen rund um die pelzigen Kuscheltiere dann bei der Bärenhöhle immer noch an der richtigen Adresse sind, verliert Hannover dennoch einen bärenstarken Laden, der mit viel Liebe für das Detail und die knuddeligen Stofftiere gestaltet und geführt wurde. Schade!

A.W.

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Hörbänd

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Hörbänd



Dem A-cappella-Jungs-Quintett VOiCE entsprungen, singen HörBänd sich ohne Rücksicht auf Stilgrenzen mit hörbarem Spaß durch alle Genres. Nach Umbesetzung und Namenswechsel sind sie zwar nach wie vor zu fünft, jedoch nicht mehr allein unter Männern. Sängerin Laura Saleh (Sopran) macht die Band neben Sven-Arne Zinnke (Tenor), den Brüdern und damaligen VOiCE-Mitgliedern Joshua und Silas Bredemeier (Bariton) sowie Martin „Ohlsen“ Kleine (Bass) komplett. Auch Jan Thomas Pruscha, der das Bandfoto ziert, soll an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben. Zum Jahresende verlässt er die Band und gibt Martin endgültig das Zepter für die tiefen Töne in die Hand. Zuvor hat er noch mal stimmgewaltig seinen Abschied bei der kleinen Adventstour „Weihnachten mit HörBänd“ gefeiert.

Ende März 2014 haben HörBänd ihr erstes Konzert nach ihrer Metamorphose von VOiCE zur „wahrscheinlich weiblichsten Boygroup der Welt“ gespielt. „Der Umbruch war zunächst gar keine aktive Entscheidung. Es haben immer mal wieder einzelne Sänger die Gruppe verlassen müssen, weil sie ins Ausland gegangen sind oder es zeitlich nicht mehr geschafft haben. Als 2014 dann Aaron, ein Mitbegründer der Urbesetzung, die Gruppe aus beruflichen Gründen verlassen hat, haben wir entschieden, einen größeren Schritt zu gehen. Wir wollten uns einfach musikalisch weiterentwickeln. Silas ist dann auf die glorreiche Idee gekommen, die höchste Stimme bei uns von einer Frau singen zu lassen. In der A-cappella-Welt gibt es aus unerklärlichen Gründen wahnsinnig viele Männer, die in Frauenlagen singen. Die Überraschung war also groß, als wir dieses Stimmfach mit einer dort beheimateten Stimme besetzt haben und es einfach viel natürlicher klang. Das hat sich musikalisch insofern bemerkbar gemacht, als dass wir in unseren Liedern jetzt eine viel größere Bandbreite abdecken können.“ Bemerkbar macht sich das auch in anderer Hinsicht: Kaum zwei Wochen nach ihrem Bühnendebüt – damals noch mit Karolina Eurich, die vor einem Jahr durch Laura abgelöst wurde – haben sie ihren ersten Preis ersungen und den „A-Capideo“-Wettbewerb der Internationalen A-cappella-Woche Hannover gewonnen.

Seitdem können sich die fünf, die sich beim Studium an der Musikhochschule Hannover kennengelernt haben, vor Auszeichnungen kaum retten. Einheimsen konnten sie unter anderem (!) den 1. Platz beim Wettbewerb des Vocalfestivals „acappellica“ in Hamburg und beim 32. Deutschen Rock & Pop Preis den 1. Platz in der Kategorie „Beste A-cappella-Band“ sowie den 2. Platz in der sonst eher instrumentelastigen Hauptkategorie „Beste Pop-Band“. Zuletzt haben sie Anfang November beim Finale des „Jugend kulturell Förderpreis 2015“ in Hamburg den 2. Platz bei der Vergabe des Jury-Preises und den Publikumspreis abgesahnt.

„Wir sind immer noch ganz aus dem Häuschen, wenn wir auf unser letztes Jahr zurückblicken. Wenn man unsere Erfolge so auflistet, sieht das nach einem absoluten Überflug aus. Das ist allerdings totaler Quatsch. Nur dass wir alles, was zwischendurch so passiert, natürlich nicht veröffentlichen. Wir haben wirklich viel gearbeitet und auch sehr viel Hilfe von Freunden und Fachleuten der Szene bekommen. Diese Preise sind sozusagen der amtliche Stempel unter unserer positiven Entwicklung.“ Ihr Erfolgsprogramm „Erfräulich weiblich“ besteht im Wesentlichen aus deutschen, poppigen Eigenkompositionen. „Darin besingen wir das, was uns gerade so beschäftigt. Lustig, ernst, laut, leise. Manchmal sogar traurig. Dazu kommen eigene Versionen von bekannten Popsongs und ab und an auch mal ein Volkslied in neuem Arrangement.“ Doch nicht nur ihre Arrangements machen HörBänd einzigartig unterhaltsam, sondern auch ihre Bühnenperformance. „Wir sind alle fünf unglaublich bemühte Tänzer und scheuen uns nicht, das auch gelegentlich zu zeigen.“

„Band I“, das erste unter dem Namen HörBänd veröffentlichte Album, ist noch vor dem ersten gemeinsamen Konzert entstanden. „Joshua wollte den Besetzungswechsel unbedingt mit einer neuen CD präsentieren und hat deshalb einen Haufen neue Lieder geschrieben und mit uns in einem dunklen Keller aufgenommen. Von der Idee über das Arrangement bis zur fertigen Aufnahme auf der CD ist also alles aus einem Guss.“ Der zweite Guss wird auch schon angerührt: „Wir nehmen im Frühjahr eine frische CD auf. Das wird klasse! Und dann sind wir hoffentlich auch schon bald wieder hier zu hören.“

Manuela Sender

Alle Infos, Termine und das Album gibt’s im HörBändWäb unter www.hoerbaend.de.

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Fäden spinnen für Hannovers Modeszene

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Fäden spinnen für Hannovers Modeszene



Couture-Hochburg Hannover? Möglicherweise noch etwas übertrieben. Dennoch hat die Leinestadt mehr Mode zu bieten als zunächst gedacht: Hochkarätiger Nachwuchs, vielversprechende Labels oder talentierte Designer – alles längst vor Ort. Dass es die Welt auch erfährt, ist die Mission von Rüdiger Oberschür.

Vier Modeschulen, ein prall gefüllter Veranstaltungskalender samt Fashion-Shows und Modepreis, erfolgreiche Marken wie Fritzi aus Preußen oder eve in paradise: klare Zeichen für die Vitalität von Hannovers Modelandschaft. Fehlt nur noch ein Magazin, das die vielfältigen Aktivitäten dokumentiert und einer breiten Öffentlichkeit präsentiert, dachte sich Rüdiger Oberschür. „Stadtbezogene, journalistische Beiträge über Mode sind in den lokalen Medien eher unterrepräsentiert. Insofern habe ich eine Nische gefunden“, freut sich der Mitdreißiger. Im April 2015 ging der klassisch ausgebildete Journalist und Diplom-Theaterwissenschaftler mit Hannover Fashion Weeks online. „Hannover Fashion Weeks soll kein typischer Fashion-Blog sein, sondern vor allem auch Chronik und kommunikative Klammer für das, was in Sachen Mode in der Region passiert.“
In seinen multimedialen Label- und Designerportraits, Show- und Szene-News kommt es ihm auf fachjournalistische Qualität an. Den Anspruch bringt er aus 15 Jahren Erfahrung mit. Fachmagazine und Unternehmen versorgt er mit redaktionellen Inhalten, hinzu kommen Eventmarketing und -organisation, auch Merchandising und eigene Fashion-Produktionen stehen in den Startlöchern. Weitere Ideen sind das Anfang Dezember initiierte Fashion-Blogger-Bistro oder ein gedrucktes Fashion-Jahrbuch, das für 2016/17 geplant ist. Oberschürs Ziel ist, Hannover Fashion Weeks als Media House mit Content-Service für Medien, Labels und Firmen zu etablieren. Einen Schwerpunkt von Hannover Fashion Weeks legt Oberschür auf die hiesigen Modeschulen. „Den Zugang zu den Ideen der Nachwuchs-Designerinnen und -Designer empfinde ich als sehr bereichernd – und sie verdienen eine größere Bühne.“

Auf dem Weg in die Selbständigkeit nutzte Rüdiger Oberschür die Unterstützung von hannoverimpuls. Die Workshops und Einzelberatungen, etwa zu Tragfähigkeit und Businessplan, hätten „enorm geholfen.“ Im Juni 2015 konnte er zudem den Kreativ-Gründungswettbewerb drei|v gewinnen, den hannoverimpuls gemeinsam mit dem Kreativnetzwerk [kre|H|tiv] und anderen Partnern vergibt. Damit verbunden: ein Mentoren-Programm, das Jungunternehmer auch über die Gründungsphase hinaus begleitet. „Nach wie vor eine sehr gute Stütze. Mein Mentor Ruben Loos ist der Leiter der Akademie Deutsche Pop, einer der örtlichen Nachwuchs-Schmieden. Da schließt sich perfekt der Kreis“, sagt Oberschür. Das Preisgeld investierte er vor allem ins Online-Marketing – mit Erfolg: Bis zu 3.000 Erstbesucher greifen monatlich auf Hannover Fashion Weeks zu – doppelt so viele wie zu Beginn. Mittlerweile verstärken sich On- und Offline-Präsenz gegenseitig: „Die persönlichen Kontakte zu den Szene-Akteuren nehmen zu, gleichzeitig steigt die Aufmerksamkeit für die Internetseite. Das Angebot wird bereits als städtisches Fashion-Forum wahrgenommen“ – womit auch Hannover auf dem Weg zur Modemetropole einen weiteren kleinen Schritt vorangekommen sein dürfte.

Hannover Fashion Weeks
Rüdiger Oberschür
Publisher / Editor-at-large
Podbielskistraße 122, 30177 Hannover
redaktion@hannoverfashionweeks.com
www.hannoverfashionweeks.com

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Nicola Tyszkiewicz

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Nicola Tyszkiewicz


Musikproduzentin, Enkelin von Heinz Erhardt
Sternzeichen: Jungfrau

Die Enkelin des Komikers, Musikers, Komponisten, Schauspielers und Dichters kümmert sich als treibende Kraft der Erbengemeinschaft seit 20 Jahren um das kreative Erbe ihres Großvaters: Sie betreut Anfragen, veröffentlicht Tribute-Editionen und bringt noch unbekannte Schätze aus dem Nachlass ans Tageslicht. Bei der ersten Ausstellung zum Werk und Leben des Multitalents hat sie eng mit dem Theatermuseum Hannover zusammengearbeitet. „Heinz Erhardt: Privater!“ ist dort noch bis zum 07. Februar zu sehen.

Da die umtriebige Erhardt-Enkelin in Hamburg wohnt, verabreden wir uns zum Telefoninterview – und sind sofort mitten drin in einem netten Gespräch, bei dem viel gelacht wird. Die herzliche Art hat Nicola Tyszkiewicz offenbar mit ihrem Großvater gemein. Der ist zwar so oft unterwegs gewesen, dass sie nicht viel von ihm gehabt hat, sie schwärmt aber trotzdem in den höchsten Tönen von ihm: „Nach und nach kam das Bewusstsein, dass er – abgesehen von seiner Kunst – auch als Mensch was Besonderes war. Er hat es geschafft, eine Person zu kreieren – wobei, er war diese Person auch selbst – die irgendwie nie fies war. Und hat Freude in die Wohnzimmer hinein verbreitet, in einer Zeit, wo es nicht so viel zu lachen gab.“ Auch wenn der Fokus seiner Karriere auf dem Schauspiel und dem Schreiben lag, galt Erhardts Liebe eigentlich der Musik, und um die kümmert sich Produzentin Tyszkiewicz auch schwerpunktmäßig: Zum 100. Geburtstag hat sie seine Lieder mit Orchester und namhaften Künstlern wie Peter Maffay und Götz Alsmann vertonen lassen. Außerdem Stücke, die vorher noch nie gespielt wurden – Joja Wendt habe sich tagelang weggesperrt und sei fast wahnsinnig geworden beim Üben, so anspruchsvoll seien die, verrät die Auftraggeberin. Und es gibt weitere 40-50 Kompositionen, die noch nie jemand gespielt hat – derzeit ist sie auf der Suche nach Musikhochschulen, die sich für das ambitionierte Projekt begeistern könnten. „Mich hat es immer sehr interessiert, wo die Sachen sind, die noch nicht veröffentlicht wurden. Ich bin in sämtliche Keller der Welt gestiegen und habe sehr viel wiedergefunden und auch veröffentlicht.“ Z.B. den Film „Geld sofort“, den sie in einem Archiv entdeckt und ins Fernsehen und auf DVD gebracht hat. Unter den Briefen, die Erhardt aus dem Krieg nach Hause schrieb, hat die findige Enkelin ein paar frühe – zeitgemäß nicht so lustige – Gedichte aufgetan, die sie vermengen will mit Situationsbeschreibungen aus den Briefen, die zum Teil doch wieder sehr süß und lustig sind. Heinz Erhardt mal etwas – aber nicht zu viel – privater.

So wie in der Ausstellung im Theatermuseum: „Die haben sich wahnsinnig viel Mühe gegeben und es sehr liebevoll gemacht – die Ausstellung zeigt einen großen Bogen seines Schaffens. Das sieht man einfach, ob jemand nur den simplen kommerziellen Nutzen darin sieht oder ob sich jemand für den Mann dahinter interessiert“, betont die Heinz-Erhardt-Expertin. Ihr Lieblingsstück ist das großväterliche Bühnenbuch: „Da hat mein Großvater Sachen reingeklebt, reingekritzelt, reingeschrieben, Zettel reingeklemmt – immer, wenn er Abende auf der Bühne gegeben hat, hatte er dieses Buch dabei. Da steckt viel Arbeit und viel von ihm drin. Das liebe ich sehr.“

Viel zu arbeiten – auch das hat die Produzentin mit ihrem Künstler-Ahnen gemeinsam. „Ich habe mit Sicherheit das disziplinierte Arbeiten – non-stop, 24/7 – von ihm übernommen. Das Wort „Feierabend“ habe ich eigentlich nie in den Mund genommen. Aber ich bin glücklich mit meinem Leben, ich mag das sehr, mit Künstlern zu arbeiten, mir neue Produktionen auszudenken.“ Aktuellstes Projekt ist die CD „Displaced“ zugunsten der Arbeit von Amnes­ty International, für die Nicola Künstler wie Roger Cicero und Andrew Roachford zusammengetrommelt hat. Jörg Achim Keller arrangierte Pop-, Soul- und Jazzsongs neu, die um Themen wie Flucht, aber auch Hoffnung kreisen. Das Musikprojekt ist damit allerdings nicht beendet, sondern längerfristig angelegt: Ab Sommer 2016 wird es Live-Konzerte geben, ein zweites Album ist in Planung. Hier möchte Nicola vielleicht ein Erhardt-Stück mit einbringen: „Es gibt vier Lieder mit Texten von Heinrich Heine – wenn davon was passt und ich jemanden finde, der das auch singen kann, dann fände ich das ganz schön.“

Anke Wittkopp

Foto Nicola: Steven Haberland

 

Kurz nachgefragt

Lieblings-Heinz-Erhardt-Lied?
Was viele kennen, ist natürlich „Mein Mädchen“. Da gibt es einen Clip aus dem Jahr 1939, glaube ich, da ist er quasi der erste Rapper. Das singt er so wahnsinnig schnell und das ist so witzig – das kann keiner nachmachen.

Der witzigste private Moment mit ihm?
Auf einer Autofahrt, da war er leider schon sehr krank und konnte auch nicht mehr sprechen, hab ich mal zu viel aufs Gas getreten, sodass wir richtig nach vorne schossen – da hat er wahnsinnig gelacht und mir aufs Bein gehauen, so als wolle er sagen: „Cool!“ (lacht herzlich).

Worüber konnte er nicht lachen?
Er konnte es nicht leiden, wenn Kollegen unprofessionell gearbeitet haben.

In welchen Situationen denken Sie an ihn?
Es gab eine Zeit, da haben sich innerhalb der Familie irgendwie alle missverstanden – da hab ich ein paarmal gedacht: „Alter Schwede, komm doch jetzt mal runter und mach hier mal kurz Ordnung bitte!“

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