Parkrestaurant Alte Mühle

Die alte Mühle, der das Parkrestaurant im malerischen Hermann-Löns-Park seinen Namen verdankt, wurde 1580 errichtet. Heute treffen sich an ihrem ehemaligen Standort Karmarschstraße und Friedrichswall. Siebenmal wechselte sie seither ihren Platz, bis sie 1938 ihren jetzigen am Annateich fand. Das Restaurant selbst liegt daneben in der alten Meierei von 1721 aus Wettmar – unter Wahrung der alten Formen und Verwendung des alten Baumaterials wurde dieses schöne alte Bauwerk hier wieder aufgebaut. Im stilecht gestalteten Innenraum werden ganzjährig gutbürgerliche Saisongerichte serviert, im Sommer im idyllischen Gartencafé natürlich auch Kaffee und Kuchen.

Wir sind nach unserer Fahrradtour aus Linden durch die Eilenriede in ers­ter Linie durstig und erfrischen uns mit einem fruchtig-sauren Pfirsich-Maracuja-Eistee und einem seidig matten Grevensteiner. Danach wählen wir aus der Wochenend-Mittagskarte zuerst einen Salat (für 14,20 Euro) mit hausgebeizten (dick geschnittenen) Lachsstreifen. Eingelegten Früchten des regionalen Gemüsegartens wie Schalotten, Pilzen und Zucchini wird mit Kaviar, Koriander und leuchtend grünen Wakame-Algen ein asiatischer Touch verliehen – mit knusprigem Kartoffelstroh und senfiger Vinaigrette ein vielseitiger Auftakt, jede Gabel schmeckt anders.

Das Gaumenkino im Park bietet für den Start oder zwischendurch heiß Gelöffeltes in klassischer Form (zur Zeit etwa niedersächsische Hochzeits- oder Spargelsuppe), dazu gibt’s streichfesten Kräuterquark und eine Café-de-Paris-Buttermischung mit Brot – lecker und angesichts der angesagten Wartezeiten von rund einer Stunde auch hilfreich gegen knurrende Mägen. Die Schnitzelkultur wird hier groß gefeiert und auch Gerichte wie Kalbsleber und Filetbraten punkten mit Fleisch von deutschen Höfen, wo Tiere noch wie Tiere leben (Wild wird über das Jagdschloss Springe bezogen). Entsprechend schmeckt die Lammhuft (für 28,60 Euro) auch: Zart rosa gebraten, mit delikater Schmorsauce, bunter Gemüsemischung und Rosmarinkartoffeln ein schöner Teller für Freunde ehemals glücklicher Weidetiere.

Fleischlos glücklich wird man abends zum Beispiel mit veganen Verlockungen wie Vanille panna cotta im Zucchinimantel. Wir wenden uns der heute einzigen vegetarischen Mittags-Alternative zu, einem hausgemachten Kartoffelrösti (für 16,70 Euro). Das gute Stück trägt eine schmackhafte Spinatdecke mit tiefroten Cocktailtomätchen, der Mozzarella obendrauf hätte gerne ein kräftigerer Käse und/oder zerlaufener sein können – ansonsten wird mit den Blattsalaten und einem tollen beerigen Dressing eine runde Sommersache daraus.
Wir beobachten von unseren stark begehrten Plätzen aus: Kinder können auf der angrenzenden Wiese toben, werden hier rührend (sogar mit Spielzeug) umsorgt und können zwischen vier typischen Kinder-Lieblingsessen wählen.

Der Biergarten hat Platz für 40 Gäste, das Gartencafé für 200 und der Fontänengarten nochmal für 25 bis 60. Im Restaurant finden bis zu 140 Personen Sitzplätze und können zwischen abgegrenzten Nischen wählen, oder bei einer Gruppengröße bis maximal 24 Leuten, das separate Lönshaus (ein aus dem Jahre 1636 stammender ehemaliger Kornspeicher) buchen. Ein lohnendes Ausflugsziel und eine perfekte Location für Feierlichkeiten aller Art. Einziger Nachteil für mobilitätseingeschränkte Gäste: Die Toiletten befinden sich im ersten Stock.

Text: Anke Wittkopp

Hermann-Löns-Park 3
30559 Hannover-Kirchrode
Tel. (0511) 55 94 80
www.alte-muehle.de
Öffnungszeiten:
Mi – So 11.30-22 Uhr
Mo und Di Ruhetag


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