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BAUKUNST.PLUS – für Nachhaltigkeit und Sichtbarkeit von Räumen

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BAUKUNST.PLUS – für Nachhaltigkeit und Sichtbarkeit von Räumen


Foto: Christian ClarkeBAUKUNST.PLUS wurde im Februar 2020 mit dem Fokus gegründet, die Baukunst – Architektur, Innenarchitektur und Landschaftsarchitektur – bemerkbarer und vor allem nachhaltiger zu machen. Dabei vereint Gründerin Kathrin Albrecht als Innenarchitektin und Kommunikationsexpertin zwei Disziplinen, die bei ihren Projekten hervorragend ineinandergreifen. Während sie sich mit BAUKUNST.PR der Architektur- und Nachhaltigkeitskommunikation widmet, macht BAUKUNST.ID Unternehmensverantwortung, Haltung und Identität in Form von Gestaltungs- und Raumkonzepten sichtbar.  

Ihr konkretes Angebot beschreibt sie mit den Worten: „Als Kommunikationsexpertin biete ich bei BAUKUNST.PR Unterstützung im Bereich der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit an. Durch mehrjährige Marketing- und PR-Tätigkeiten in Architekturbüros weiß ich, worauf es ankommt. Sei es bei Entwicklung und Implementierung eines neuen Corporate Designs, dem Erstellen von Drucksachen und Websites bis hin zur erfolgreichen Teilnahme an Vergabeverfahren. Bei BAUKUNST.ID geht es um die gebauten Orte. Hier inszeniere ich das Corporate Design im Raum und mache Marken emotional erlebbar. Am liebsten, indem ich mit der Gestaltung Geschichten erzähle.“ Ihre Auftraggeber profitieren dabei von BAUKUNST.PLUS, weil Kathrin Albrecht als Innenarchitektin Projekte und Baustellen immer ganzheitlich betrachtet, wobei ihr Herz für die Nachhaltigkeit schlägt. „Mir geht es darum, Wohlfühlorte zu schaffen, Bedürfnisse an die Raumnutzung zu hinterfragen und auch mal neue Wege zu gehen. Verblüffende Ergebnisse schafft man auch, wenn man nicht immer alles neu macht, sondern Bestehendem neue Funktionen gibt und upcycelt“, sagt sie entschieden.
Derzeit beschäftige Kathrin sich mit CSR-Kommunikation in der Architektur-PR und hat mit führenden Experten des nachhaltigen Bauens Interviews geführt.Foto: Christian Clarke Die Ergebnisse möchte sie jetzt für alle sichtbar machen, damit wir daraus etwas lernen können. Darüber hinaus arbeitet sie an unterschiedlichen Projekten der öffentlichen Hand, solange die Gelder Corona-bedingt (noch) nicht gestrichen sind. Zudem berät sie Baustoffhersteller in der Vermarktung ihrer nachhaltigen Produkte. Corona hat auch hier gezeigt, dass es echte Alternativen etwa zum Messeauftritt braucht. Außerdem erschafft sie ihren eigenen Co-Working-Space. Wer Lust hat, sich dauerhaft mit kreativen Köpfen auszutauschen, ist hier jederzeit herzlich willkommen!
Für andere GründerInnen hat sie noch einen Tipp parat: „Einfach machen und mutig sein. Ins Netzwerken gehen, sichtbar werden, die richtigen Social-Media-Kanäle nutzen. Stellt Fragen. Eine freundliche Anfrage wird meistens mit tollen Hilfestellungen belohnt. Ich habe als Gründerin die Corona-Zeit voll mitgenommen. Ich bin trotzdem drangeblieben und überzeugt, dass es positiv weitergeht. Glaubt an eure Ideen!“
Und über die Zusammenarbeit mit hannoverimpuls hat sie auch abschließend ebenfalls noch ein paar lobende Worte: „Schon vor Jahren war ich Teilnehmerin der Gründungswerkstatt. Auch in 2020 habe ich auf das Gelernte gut zurückgreifen können. Vor der Gründung hat mich hannoverimpuls bei der Erstellung von Business- und Finanzplänen unterstützt, mit mir den Antrag auf einen MikroSTARTer-Kredit erstellt und die geforderte Wirtschaftlichkeitsprüfung vorgenommen. Mit dem Businessplan habe ich 2020 dann den Plug & Work Award gewonnen. Das Preisgeld hat die Mietkosten meines Büros gedeckt, was mir im ersten Lockdown sehr geholfen hat.“     Fotos: Christian Clarke

BAUKUNST.PLUS Kathrin Albrecht
Ferdinand-Wallbrecht-Str. 2, 30163 Hannover
www.baukunst.plus, hallo@baukunst.plus
www.instagram.com/baukunst.plus

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Ein letztes Wort im März

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Ein letztes Wort im März


Herr Weil, das Corona-Update lässt sich nicht vermeiden, wir sprechen Mitte Februar, wie sehen Sie die aktuellen Entwicklungen?
Momentan stagnieren bundesweit die Infektionszahlen, in Niedersachsen haben wir es aktuell leider wieder mit ein paar Hotspots zu tun und auch leicht steigenden Zahlen. Aber man darf sich nicht täuschen lassen, es passiert gerade etwas ganz Grundsätzliches: Die erste Virus-Generation wird durch eine zweite abgelöst. Wir haben es also mit einem neuen Gegner zu tun, das sagen auch alle Expertinnen und Experten. Während also derzeit die Infektionszahlen insgesamt sinken steigt sozusagen unter der Wasseroberfläche der Anteil der Mutationen – was sehr wahrscheinlich mit dem großen Nachteil verbunden ist, dass das Virus noch einmal ansteckender ist als bislang. Das muss dazu führen, dass wir alle noch vorsichtiger sein sollten – wir müssen alle gemeinsam weiterhin mit sehr viel Umsicht agieren. Wenn die Zahlen zurückgehen, kommen auch wieder Lockerungen in Sicht, aber wie die ausfallen werden und ab welchem Zeitpunkt sie vertretbar sein werden, dass kann man jetzt seriös noch nicht beantworten.

Ich tendiere eher dazu, noch abzuwarten und beispielsweise bei den Schulen lieber noch eine Weile auf Distanz zu setzen.
Das ist natürlich eine Frage der Abwägung, man muss jeweils sehr genau hinsehen und vor allem auch das Kindeswohl insgesamt im Blick haben. Bei den Kleinen in den Grundschulen haben wir beispielsweise durch das Distanzlernen sehr massive Folgen. Ich bin überzeugt, dass es richtig war, zumindest die Grundschulen mit geteilten Klassen wieder zu öffnen. Das läuft bisher gut. Niemand sollte erwarten, dass in einigen Monaten ohne Schulbesuch der digitale Unterricht das gleiche Maß an Bildung wie beim Unterricht im Klassenzimmer vermitteln kann – zumindest gilt dies für die jüngeren Schülerinnen und Schüler. Noch gravierender sind die langfristigen Folgen für die Entwicklung unserer Kinder, denn gerade in dem Alter ist es ja wichtig, viel mit Gleichaltrigen zusammen zu sein. Das fehlt momentan und das macht mir große Sorgen, deswegen geht es immer um eine gewissenhafte Abwägung. Aber es hilft alles nichts, wir müssen weiter sehr vorsichtig bleiben und die aktuellen Entwicklungen genau beobachten.

Kommen wir mal kurz zu den Impfungen. In Niedersachsen ist das bisher ziemlich mäßig bis schlecht gelaufen …
Es gab ganz sicher zum Start Fehler – das gilt übrigens landauf landab für alle Bundesländer. Was aber neben organisatorischen Schwierigkeiten vor allem für viel Frust sorgt, dass ist der Mangel an Impfstoff. Wir haben bei den älteren Menschen auf der einen Seite eine große Impfbereitschaft und auf der anderen Seite zu wenig Impfstoff, und damit war und ist die Enttäuschung vorprogrammiert. Ich habe mich über Fehler ebenfalls geärgert, man hätte bestimmt einiges besser machen können. Aber ich bin überzeugt, dass die Corona-Schutzimpfung immer besser laufen wird. Das sieht man auch schon deutlich, wir nehmen mehr und mehr Fahrt auf. Und eines wird sich zusätzlich ändern: Wir waren in Niedersachsen bisher sehr vorsichtig, was die Verlässlichkeit bei den Lieferungen angeht – wir haben darum sehr konsequent für jede Impfdosis die notwendige zweite Dosis zurückbehalten. Das haben andere Bundesländer anders gehandhabt und mehr verimpft – mit der Folge, dass dort teilweise aufgrund der Lieferengpässe Termine für die Zweitimpfung abgesagt werden mussten – sie aber in der Tabelle der Erstimpfungen weiter oben standen. Es gibt keinen Königsweg und solche Rankings bringen uns nicht wirklich weiter. Alle Bundesländer bekommen ja, gemessen an der Bevölkerungszahl, die gleiche Menge Impfstoff. Und überall wird alles verimpft. Die Unterschiede gab es, weil eben entsprechend mehr oder weniger Impfstoff für die zweite Dosis zurückbehalten wurde. Das wird sich jetzt ändern, weil die Lieferungen verlässlicher werden und weniger zurückgestellt werden muss.

An dieser Stelle machen wir jetzt mal einen harten Schnitt, denn in unserer März-Ausgabe haben wir einen besonderen Schwerpunkt, wir haben den Weltfrauentag am 8. März zum Anlass genommen für eine kleine Bestandsaufnahme in Sachen Gleichberechtigung. Und ich habe natürlich ein paar Fragen. Hier kommt die erste: Sind Sie emanzipiert?
Ich sehe mich als Teil einer Übergangsgeneration. Ich stamme aus einer Familie mit recht konventionellen Geschlechterrollen. Meine Mutter hatte studiert und promoviert, aber nach der Hochzeit mit meinem Vater den Rest ihres Lebens der Familie gewidmet. Heute wäre meine Mutter mit Sicherheit weiter zur Arbeit gegangen und es hätte ein ganz anderes Familienleben gegeben, da bin ich mir sicher. Und ich hätte das meiner Mutter auch sehr gewünscht. Gleichzeitig bin ich jetzt seit bald 44 Jahren mit meiner Frau zusammen und schon zu Beginn unserer Beziehung lag immer die „Emma“ mit auf dem Küchentisch. Ich bin als Mann sozialisiert und geprägt, ich weiß aber auch, dass vieles am traditionellen Männerbild nicht so bleiben kann und bemühe mich persönlich, das so gut wie möglich zu leben. Allerdings muss ich auch sagen: Es gibt Männer, die von sich sagen, sie seien Feminist. Das bin ich nicht.

Was würde Ihre Frau sagen?
Da müssten Sie sie am besten selbst fragen. Ich nehme mal an, sie würde mir ein ehrliches Bemühen nicht absprechen. Aber ob mein Bemühen immer von Erfolg gekrönt ist? Ich glaube, da würde sie eher differenziert antworten.

Was ist Ihre Meinung zur Quote?
Die finde ich prinzipiell absolut richtig. Denn wenn wir mal allein auf die Parlamente blicken, sehen wir, wie eklatant Frauen unterrepräsentiert sind. Und leider ist die Tendenz so, dass es weniger und nicht mehr Frauen werden. Deshalb bin ich der festen Überzeugung, dass wir ein Paritégesetz benötigen, auch wenn es dafür zahlreiche verfassungsrechtliche Hürden zu überwinden gilt. Eine Quote allein wird diese Probleme aber nicht lösen können. Wir brauchen beispielsweise in der Politik einfach sehr viel mehr Frauen, die kandidieren, die ein Mandat wollen, die sich den Auseinandersetzungen stellen. Das ist ganz wichtig, dass man die Männer an der Stelle nicht in Ruhe lässt, sondern herausfordert. In der SPD hat das ganz gut funktioniert. Wir haben die Quote ja schon Ender der 80er Jahre beschlossen. Aber man sieht leider auch, dass die Quote allein noch nicht die Gleichstellung bringt. Sie ist wahrscheinlich ein notwendiges, aber noch kein hinreichendes Mittel.

Aber sie ist ein Hebel.
Das auf jeden Fall, ein Hebel und ein gutes Druckmittel. Also zwingend notwendig. Aber wer glaubt, mit der Quote wäre die Arbeit erledigt, der täuscht sich gewaltig.

In den Aufsichtsräten sieht es auch noch immer ziemlich mau aus.
Ja, das ist sehr mühsam. Das sieht man schon daran, dass meine beiden Parteikolleginnen Bundesjustizministerin Christine Lambrecht und Familienministerin Franziska Giffey gegen viele Widerstände zu Jahresbeginn endlich einen Kabinettsbeschluss erreicht haben, der neue Frauenqouten für Dax-Konzerne und insbesondere für Unternehmen mit Bundesbeteiligung vorsieht. Aber dieser Gesetzesentwurf muss noch vom Bundestag in dieser Legislaturperiode beschlossen werden – dafür müssen wir uns alle (auch wir Kerle) einsetzen und die Kritiker – vor allem in den Reihen des Koalitionspartners – überzeugen. Aber auch das wäre nur ein allererster Schritt. Wir haben nach wie vor die Situation, dass die beruflichen Laufbahnen von Männern und Frauen sehr unterschiedlich, aber dennoch nach einem bestimmten Muster verlaufen: Familienphasen werden nach wie vor nicht gleichgestellt wahrgenommen und anerkannt, Frauen finden sich sehr häufig in Teilzeitbeschäftigungen und werden dann nicht gleichberechtigt für ihre Arbeitsleistung beurteilt, es gibt sehr viele Beispiele für strukturelle Benachteiligungen.

Und bei der Bezahlung hapert es außerdem.
Die unterschiedliche Bezahlung von Frauen und Männern in Deutschland ist nach wie vor ein Skandal, das muss man einfach so sagen. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit, davon sind wir noch sehr weit entfernt. Unterm Strich muss sich ganz grundsätzlich in den Köpfen etwas verändern. Ich sage es mal so: Männer haben untereinander in vielen Generationen ihre Mechanismen entwickelt, wie man in relevante Positionen kommt und dort auch bleibt. Und die Frauen werden das knacken, wenn sie sich offensiv in diese Auseinandersetzungen begeben und sich einmal weniger häufiger fragen „Kann ich das?“, sondern weniger bescheiden und mit mehr Selbstbewusstsein auftreten, denn häufig können sie es viel besser! Die Parteien sind dafür ein gutes Beispiel. Rein, kandidieren, kämpfen, auch Niederlagen riskieren. Ich würde mich sehr darüber freuen, wenn wir in der niedersächsischen SPD noch mehr Frauen für politische Ämter gewinnen können und ich bin mir sicher, da spreche ich sogar für alle demokratischen Parteien.

● Interview: Lars Kompa

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Neu in der Stadt im März

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Neu in der Stadt im März


KulturKaffee Rautenkranz: GedankenFenster
Auch wenn einige es immer noch nicht wahrhaben wollen: Kunst und Kultur sind systemrelevant! Damit die Akteur*innen der Szene auch in dieser kniffligen Zeit nicht in Vergessenheit geraten, haben Karin und Stefan Rautenkranz vom KulturKaffee in Isernhagen die Kunstaktion „GedankenFenster“ ersonnen: Die fast drei mal drei Meter große Fensterfläche des Kaffees wird zu einer multifunktionalen Kunstfläche, auf der wechselnde Künstler*innen ihre Werke präsentieren können. Von draußen für Passant*innen auf der anliegenden Hauptstraße gut sichtbar erhalten die Arbeiten auf diese Weise doch noch ein Publikum, auch wenn Museen, Galerien und begehbare Ateliers derzeit noch geschlossen bleiben müssen. Die Aktion läuft bereits seit Januar und hat bislang den Künstler*innen Barbara Diabo (Berlin), Sabine Öllerer (Hannover), Uli Strempel (Stoltebüll), Käthe Schönle (Wien), Brigitte Gläsel (Achim), Eva Bellack (Hannover) und Helmut Hennig (Hannover) Raum gegeben. Aktuell werden die Werke von Sissy Pink aus Wien gezeigt (noch bis zum 5. März), anschließend stellen Silke Jüngst aus Burgdorf (7. bis 12. März) und Wolfgang Feik aus Dachau (15. bis 19.März) aus. Zu sehen sind die Arbeiten rund um die Uhr durch die große Frontscheibe des KulturKaffees Rautenkranz, Hauptstr. 68, 30916 Isernhagen. Mehr Infos gibt es auf www.kulturkaffee-rautenkranz.com.

 

Black Apron
Nachdem die Kaffeekette Balzac im letzten Jahr ihre Filiale im Alten Rathaus aufgegeben hat, ist das Black Apron in die Räume eingezogen und hat wenig später im Dezember eröffnet. Leider hat der Lockdown bisher keinen normalen Betrieb möglich gemacht – dafür bietet die High-End-Bakery im amerikanischen Stil ihren Kaffee und Kuchen vorläufig to go an! Es ist bereits die dritte Filiale der Kette von Gründerin Özlem Sögüt: 2015 wurde der erste Standort in Hildesheim eröffnet, 2018 folgte der zweite in Berlin. Mit Hannover hatte man sich schon längere Zeit beschäftigt, doch einfach keine Location gefunden, die Sögüts Vorstellungen vollends entsprach. Als dann die Räumlichkeiten in der Karmarschstraße frei wurden, schlug sie sofort zu, und nach einer Phase des Umbaus ist hinter der historischen Fassade nun ein exquisiter Coffeeshop mit US-typischem Sortiment zu finden. Aktuell wird im Black Apron Hannover ein wechselndes Programm aus Gebäck und Kuchen, handgemachten Croissants und anderem Blätterteiggebäck geboten, dazu gibt es diverse Cheesecakes, Banana Bread und selbstverständlich Kaffee. Der absolute Verkaufsschlager ist aber der „Cruffin“, ein Gebäck mit Croissantteig in Muffinform, das mit Bratäpfeln oder karamellisierter Kondensmilch gefüllt ist. Auch ein Brunch-Angebot ist zurzeit in Arbeit und kann hoffentlich bald direkt vor Ort genossen werden. Karmarschstraße 42, 30159 Hannover, Öffnungszeiten (für Abholung to go): Mo–Fr 8–17 Uhr, Sa 10–17 Uhr, So 11–17 Uhr. Mehr Infos gibt’s demnächst auf www.blackapron-bakery.com.

 

Atelier KNALLROT: Online-Kurse
Weil ihre Kunstkurse und Workshops derzeit nicht wie gewohnt stattfinden können, hält Sabina von Kameke ihr Atelier KNALLROT eben online in Bewegung. Dass der digitale Weg für sie eine gute Ausweichmöglichkeit ist, hat sie bereits während des ersten Lockdowns feststellen können, als sie auf Drängen vieler Kunstfreund*innen ihren Kurs „Perspektivisch Zeichnen“ ins Internet verlegte. Der Erfolg war überwältigend, und so bietet von Kameke nun auch im zweiten Lockdown wieder viele Online-Kunstformate an. Eines hat bereits am 25. Februar begonnen – der Workshop „Zeichnung und Colorierung“. Die „Grundlagen des Porträtzeichnens“ wiederum kann man ab dem 15. April in dem nächsten Kurs erlernen. So überzeugend die Resultate ihrer Online-Workshops auch sind, sie sind selbstverständlich nur eine Übergangslösung, bis von Kameke interessierte Hobbykünstler*innen wieder vor Ort in ihrem Atelier begrüßen kann, das seit 2012 in einem historischen Altbau in der Südstadt mit schönen, großen Fenstern gelegen ist. Im KNALLROT finden normalerweise Kunstkurse, Workshops und Ausstellungen statt, darunter auch die mittlerweile legendäre „Weihnachtsausstellung“, die 2020 leider ebenfalls dem Virus zum Opfer fiel. Alles das wird aber hoffentlich bald nachgeholt werden. Und bis dahin findet der Kunstspaß eben im Wohnzimmer statt! Detmoldstr. 4, 30171 Hannover. Kontakt: info@kunstgut.eu. Infos zu den Aktivitäten des Ateliers gibt es auf www.kunstgut.eu und auf dem Instagram-Kanal Atelier_KNALLROT.

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Das Ding

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Das Ding


Spezialitäten vom offenen Feuer, das war von Anfang an voll ihr Ding – seit der Eröffnung des ersten Dings 1969 in Hannover (damals in der Goethestraße) werden nach US-amerikanischem Style die Steaks und Ribs mit dem schwenkbaren Grill über würzig duftender Buchenhozflamme direkt im Gastraum gebraten. Speisennamen und Inneneinrichtung des heutigen Domizils im gelb gestrichenen Lister Haus sind einem Wild-West-Diner nachempfunden, der hauseigene Slang entsteht durch US-Krautsalat, Ding-Dips sowie ein eigenes Gewürz-Arrangement, die den typischen Ding-Taste ausmachen. Neben dem kunstgerechten Schwung des Grillmeisters, Herr über die zarten Schweine-, Rindfleisch- und Puten-Kaminbraten, sorgen Brot und Kartoffeln aus dem Ofen und handmade Steaksoßen sowie Sour Cream eigener Kreation, Sandwiches und der echte Ding-Burger auf Übersee-Weise für guten Appetit und volle Mägen. Momentan reitet der Bringdienst im gesamten Stadtgebiet von Hannover herum und bringt die leckeren Dinger zu denen, die die Speisen nicht selber abholen wollen.

Auch wenn man das rustikale Ambiente des offenen Kaminfeuers, die große Terrasse und den freundlichen und herzlichen Service des Ding-Teams zur Zeit nicht live erleben kann, auch wenn Starter wie der Brotkorb mit ofenfrischem Landbrot und Kräuterquark zum Dippen fehlen und Snacks wie Potato-Twisters mit würzigem Überzug einfach nur vor Ort so richtig schmecken, so muss man doch nicht auf das herzhafte Fleisch mit dem intensiven Buchenholzaroma und die hausgemachten Beilagenclassics verzichten.
Unter „Rabbit Food“ Laufendes, knackige Salate etwa (dann doch mit warmen Hühnchenbruststreifen und Thousand-Island Dressing für 10,90 Euro), die Triple-Decker-Club American Sandwiches, zum Beispiel mit kleinem Schweinesteak, Tomaten, Käse und gebratenem Speck (für 11,50 Euro inklusive Pommes und Coleslaw), Salat mit Geflügelwürfel auf Toast (für 9,50 Euro) und die Ding-Burger aus hundertprozentigem Rindfleisch oder Hühnchenfleisch, im Sesambrötchen serviert, versorgen einen auch zu Hause mit den vermissten Dingen. Der Old Fashioned Burger (für 9,20 Euro) macht mit Salat, Tomaten, Zwiebeln und Dillpickles zubereitet, einer schlanken Portion Pommes frites oder Wedges und mit Coleslaw US-Krautsalat die meisten schon rundum satt. Darüber hinaus kann der größere Hunger wirkungsvoll mit kross panierten Golden Nuggets (für 6,50 Euro), Chicken Wings mit pikanter Soße (für 7,30 Euro) knusprigen Rippchen (traditionell mit Barbecue-Soße für 13,70 Euro) und beigelegter Back-Kartoffel mit Quarkdressing und Krautsalat beseitigt werden.
Da wir die Sprache des Hauses sprechen (uns also auskennen), haben wir das kleine Ding (für 12,20 Euro) bestellt, ein dünnes, ca. 160 Gramm schweres Steak vom Schwein, das uns mit rotem und weißem Krautsalat sehr gut mundet sowie vollkommen ausreicht. Das würzig marinierte Fleisch ist zart und lässt einem die Vorstellung eines Campfires unterm Sternenzelt förmlich auf der Zunge zergehen. Frühere Besuche im Ding haben uns gelehrt: Selbst Gringos, die sonst keinen Krautsalat mögen, werfen bei dieser saftigen, gekonnt angemachten, überhaupt nicht säuerlichen US-Hausmannskost vor Begeisterung den Cowboyhut in die Luft. Auch aus Erfahrung klug geworden, lassen wir uns die dazubestellte Sour Cream und extra grüne Sauce auf dem noch ein wenig ofenwarmen Brot schmecken. Der aus nicht ermittelbaren Kräutern und Zwiebeln, Petersilie und Knoblauch bestehende sattgrüne Dip bringt neuartige, bittere und zugleich frische Dialekte mit ins Gespräch, der Kräuterquark ist ohnehin one of the best things in the house.
Seit Eröffnung des ersten Restaurants im November 1969 unverändert auf der Speisekarte sind das Schweinefilet, einmal der Länge nach aufgeschnittene ca. 300 Gramm (für 17,90 Euro), das Rumpsteak, 200 Gramm aus dem jungen Rinderrücken (für 18,50 Euro), und der „Ding-Drittel-Mix“, ein kräftiges Stück vom Schwein, vom Roastbeef und vom Rinderfilet (für 21 Euro). Mushrooms, sprich Champignons mit Kräutern in Sahnesoße (für 3,80 Euro), Baked Beans in Tomatensoße (für 4 Euro) oder Corn on the Cob (für 3,80 Euro) könnten dazu auch ohne Kamin Lagerfeuerfeeling aufkommen lassen.
Wir haben stattdessen noch das beliebte Putenbruststeak mit Sahnesoße und grünem Pfeffer bestellt (für 14,60 Euro), die herkömmlichen Pommes gegen eine Ofenkartoffel ausgetauscht, und sind mit unserer demokratischen Wahl vollauf zufrieden – das Fleisch schmeckt ohne Sauce schon nach was und mit noch viel besser, die Ofenkartoffel mit Sour Cream wie erwähnt top und der Krautsalat knackig und frisch. Noch nicht Wahlberechtigte, im Ding als „Young Guns“ bekannt, könnte man gut mit dem „Mini Mix Kids“ aus gebackenen Hühnchenstücken und Wings (für 8,90 Euro) abspeisen, die wie alle Kids Menues mit Coleslaw und Pommes kommen. Hot Apple Pie (für 4,20 Euro) oder Hot Cherries mit Vanilleeis (für 6,20 Euro) sparen wir uns für den nächsten Wild-West-Trip ins Ding auf und freuen uns schon jetzt darauf!
● Anke Wittkopp

Wöhlerstr. 34
30163 Hannover
Tel. (0511) 39 29 99
Normalerweise von 12 – 23 Uhr geöffnet,
während des Teil-Lockdowns täglich ab 16:30 – 22 Uhr
Außerhaus-Verkauf und Bringdienst

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Stefanie Gräf:  F*ck You, Angst!

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Stefanie Gräf: F*ck You, Angst!


Jede*r hat vor etwas Angst – seien es Spinnen, Schlangen, Flüge oder Bewerbungsgespräche. Richtig problematisch wird es aber erst, wenn die Angst die totale Kontrolle übernimmt, sodass man jede auch nur entfernt bedrohlich erscheinende Situation vermeidet. Sowas kann nicht nur sehr anstrengend sein, es schränkt einen auch enorm in seinen Aktivitäten und Entscheidungen ein. Und im schlimmsten Fall traut man sich gar nichts mehr … Wem jetzt das Herz in die Hose gerutscht ist, der*die kann sich über eine gute Nachricht freuen: Akute Angst ist heilbar! Dazu braucht es nur ein bisschen Willenskraft und einen vernünftigen Bewältigungsplan. Wie man so einen erstellt, erklärt Dr. Stefanie Gräf in ihrem neuen Buch, in dem sie nicht nur nützliche Infos und Verhaltenstipps liefert, sondern auch ihre Leser*innen auf humorvolle Weise dazu ermuntert, ihren Ängsten ein selbstbewusstes „Fuck You!“ entgegenzurufen.

Herzrasen, Panikattacken, Schwindel und Schweißausbrüche – schon die Symptome von Angst können einem richtig Angst machen. Dabei hat dieses Gefühl einen wichtigen Anteil an der erfolgreichen Entwicklungsgeschichte des Menschen: „Wir alle, die wir heute leben, sind die Nachkommen der Wegläufer. Und zwar der ganz besonders schnellen und guten Wegläufer. Ja, genau, wir stammen von den besonders vorsichtigen und ängstlichen Ur-Menschen ab.“ Da die Angsthasen damals einfach die besseren Überlebenschancen hatten, konnten sie sich vermehrt fortpflanzen. Den für sie so nützlichen Fluchtinstinkt haben sie dabei an ihre Ur-Ur-Ur-…Enkel*innen, die heutigen Menschen, weitergegeben. Und auch wenn wir uns in unserem Alltag nicht mehr vor Mammuts und Säbelzahntigern zu fürchten brauchen, gibt es doch immer wieder Situationen, in denen der kleine Adrenalinstoß uns vor ernsten Gefahren rettet.
Dass Gräf in ihrem Selbsthilfebuch derart weit in die Vergangenheit ausholt, hat einen triftigen Grund. Denn schließlich kann man erst durch Grundlagenwissen bedrohliche Phänomene richtig einordnen. ‚Kenne deinen Feind – und erkenne, dass er es eigentlich gut mit dir meint‘, lautet die Devise, auf der ihre weiteren Ausführungen aufbauen. Schritt für Schritt lernen die Leser*innen die Ursachen für ihre Stress(über)reaktionen kennen, die oftmals an einer verinnerlichten, schädlichen Bewertungspraxis liegen („Wenn ich jetzt ins Stottern komme, habe ich versagt!“). Anschließend bekommen sie Tipps und Vorschläge, wie sie sich solche automatischen Abwertungen wieder bewusst machen können und dadurch Veränderungen der Einstellung möglich werden. Im zweiten Teil des Buchs geht es dann richtig ans Eingemachte, wenn konkrete Handlungsanweisungen zum täglichen Umgang mit der Angst geliefert werden, durch die man festgefahrene Vermeidungsmuster wieder aufbricht. Dabei bedient sich die Autorin immer wieder witziger Gedankenbilder und berühmter Beispiele, um den Erzählfluss aufzulockern.
Viele der Methoden orientieren sich an der Vorgehensweise der Kognitiven Verhaltenstherapie – ein Ansatz, den die zertifizierte Psychologische Beraterin und Coach für Mentaltraining auch in ihrer Praxis in Neustadt am Rübenberge anwendet. Zuvor war sie mehrere Jahre lang für das Gesundheitsmanagement in einem international agierenden Unternehmen verantwortlich, wo sie als Ansprechpartnerin für die Mitarbeiter*innen fungierte. Auch schriftstellerisch ist Gräf kein absoluter Neuling, denn sie hat bereits als Co-Autorin an der erfolgreichen Buchserie True Crime International von Adrian Langenscheid mitgewirkt. Bevor sie sich an das Schreiben über ihr Herzensthema, die Angstbewältigung, herantraute, musste Gräf in gewisser Weise aber erst einmal ihre eigene Angst überwinden – nämlich die Befürchtung, der bereits ziemlich umfassend beackerten Ratgeberlandschaft ein weiteres Buch hinzuzufügen, das aber gar nichts Neues bietet. Diese Sorge ist jedoch unbegründet, denn ein so freches und mitreißendes Selbsthilfebuch findet man nur selten!
● Anja Dolatta

 

F*ck You, Angst!
Zeig Deiner Furcht
den Mittelfinger
von Stefanie Gräf
ISBN: 9798694149969
Independently
Published
218 Seiten
19,99 Euro
Erhältlich u.a. auf
www.federnimkopf.com

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Tonträgerinnen im März

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Tonträgerinnen im März


beatbar: No Buyers Found
„Stay the f*** at home“ kann sehr Kreatives hervorbringen, wenn frau über Homerecording-Skills verfügt. So hat die hannoversche Band beatbar bereits ein Jahr nach „Blue Shine” ihr neues Album mit zehn sehr unterschiedlichen, überwiegend tanzbaren Elektropop-Tracks am Start. Gar nicht typisch, aber unbedingt reinhörenswert ist die hypnotisch-laszive Ballade „Come Into”.

 

 

 

 

 

Joplyn: Pappelallee
Die junge Berliner Songschreiberin, Produzentin und Sängerin mit deutschen, vietnamesischen und kanadischen Wurzeln kombiniert ethnische Klänge mit modernen Dance-Produktionen und fragilen Vocals zu cluborientiertem Deep House. Sie setzt dabei erfolgreich auf Plattformen wie Spotify, wo sie, geadelt durch Remixe von Booka Shade, Robot Koch und John Monkman, schon millionenfach gestreamt wurde.

 

 

 

 

 

Tash Sultana: Terra Firma
„Loopstationwunder“ wird die 25-jährige Australierin genannt, die neben der Gitarre noch zehn weitere Instrumente beherrscht und sie live auch gern alle gleichzeitig auf die Bühne bringt. Sie jammt per Loopstation gewöhnlich also mit sich selbst, betritt für ihr zweites Album aber Neuland: Eine Live-Band für die anstehende „Terra Firma“-Tour steht schon in den Startlöchern.

 

 

 

 

 

Masha Qrella: Woanders
Auf ihrem sechsten Album vertont die 1975 in Ost-Berlin geborene Sängerin und Songschreiberin Texte des 1976 aus der DDR ausgebürgerten und 2001 in Berlin verstorbenen Schriftstellers, Dramatikers und Regisseurs Thomas Brasch. Erstaunlich gut eignen sich diese Texte zur Vertonung in Form von ganzen siebzehn recht minimalistischen, sehr eingängig-tanzbaren Popsongs.

 

 

 

 

 

Karl die Große:  Was wenn keiner lacht
Die sechsköpfige Band um Sängerin und Songschreiberin Wencke Wollny macht schlauen, kreativen und facettenreichen Indie-Pop mit ebenso klugen wie witzigen Texten. „Was wenn keiner lacht“ ist vielleicht genau das Album, dass man mal anhören sollte, weil es bei unerwarteten Brechungen und der richtigen Melodie an der richtigen Stelle immer noch eine Schippe drauflegt.

 

 

 

 

 

Lizzard: Eroded
Ein wunderbares viertes Album des britisch-französischen Progressive-Rock oder auch -Metal Trios des Bassisten William Knox, des Sängers und Gitarristen Mathieu Ricou und der Schlagzeugerin Katy Elwell, das keine Wünsche offen lässt. Elwell liefert ihren Bandkollegen ein so herrlich hingeprügeltes, polyrhythmisches Fundament, dass ich mich dann doch auf Progressive-Metal festlegen möchte.

 

 

 

 

 

The Pretty Reckless: Death By Rock And Roll
Kopf der Band ist die Ex-Schauspielerin Taylor Momsen, die durch die Rolle der Jenny Humphrey in der Serie „Gossip Girl“ zwischen 2007 und 2012 bekannt wurde. Währenddessen war sie aber schon, quasi mit einem Auge, auf der Suche nach geeigneten Bandmitgliedern. Stimmlich prädestiniert dafür, echten Schweinemetal zu präsentieren, tut sie genau das in wechselnder Besetzung seit 2009, mit kleineren Abstechern Richtung Schweinerock mit eine Hauch Country. Als Gastmusiker für ihr viertes Album konnte sie Matt Cameron (Pearl Jam, Soundgarden), Kim Thayil (Soundgarden) und Tom Morello (Rage Against The Machine) gewinnen. Und hier wird erwartungsgemäß gerödelt, was das Zeug hält. Wer in seinem Herzen ein kleines Plätzchen freihält für die genannten Genres, kommt voll auf seine oder ihre Kosten. Herausragend ist die Ballade „25“ in wunderbarster Chris-Cornell-Manier.

 

 

Brisa Roché / Fred Fortuny: Freeze Where U R
Als echte Allrounderin schreibt die 44-jährige Roché nicht nur Songs, sondern arbeitet auch als Autorin und Malerin. Ihr Debütalbum erschien 2005 bei Blue Note Records, doch verließ die die in Paris lebende Kalifornierin ihr Jazz-Fundament, um sich in den Folgejahren Genres wie Pop, Neofolk, Elektro oder Postpunk anzueignen und dann auch gleich wieder weiterzuziehen. Zusammen mit dem Songschreiber und Filmkomponisten Frédéric Fortuny hat sie sich nun wieder dem klassischen Songwriting zugewandt. „Freeze Where U R“ ist ein nostalgisch anmutendes Album, dass da anknüpft, wo The Mamas & the Papas, The Byrds oder auch Joni Mitchell zu Beginn der Siebzigerjahre standen. Hier wird melodisch in die Vollen gegriffen, immer wieder unterbrochen von experimentellen Tracks, die allen von stilistischer Einheitlichkeit Träumenden kräftig eins hinter die Ohren geben.
 

 

 ● Annika Bachem

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