Ehrenamtliches Engagement: CleanUp Hannover

Was als Spaziergang im Covid-Lockdown begann, ist heute eine feste Größe im hannoverschen Ehrenamt: CleanUp Hannover mobilisiert zahlreiche Menschen für saubere Stadtteile, mehr Umweltbewusstsein und das gute Gefühl, gemeinsam etwas zu bewegen.

„Ich hatte lange das Gefühl, es interessiert die Leute nicht. Aber es werden immer mehr auf uns und das, was wir tun, aufmerksam“, strahl Jacqueline Perrineau, Projektleiterin bei CleanUp Hannover. „Es ist ein tolles Gefühl, wenn die Arbeit plötzlich wahrgenommen wird. Und zwar nicht nur als ewige Kleinarbeit, sondern als sichtbare Bewegung in der Stadt.“ Regelmäßig sind die acht Ehrenamtlichen von CleanUp Hannover gemeinsam mit einer Vielzahl von anderen Aktiven in der Stadt unterwegs, um Abfälle einzusammeln und Hannover ein Stück schöner zu machen.

„Man merkt erst, wie viel da liegt, wenn man wirklich hinschaut“, erklärt Leonie Müller, die seit 2023 dabei ist. Das stille Müllproblem, über das viele Hannoveraner*innen hinwegsehen, wird durch die CleanUps sichtbar. „Viele Leute nehmen den Müll gar nicht mehr wahr. Wenn wir aber mit unserem CleanUp fertig sind, fällt ihnen plötzlich auf, wie viel schöner es ist.“

Und der Bedarf ist riesig: Allein bei einem CleanUp-Event im letzten Jahr sind innerhalb kürzester Zeit rund 70 Müllsäcke voll geworden, dabei war die Gruppe nur auf einer kleinen Fläche unterwegs. Auch sperrige Gegenstände wie Autoreifen oder Kühlschränke finden sie immer wieder. „Müll zieht Müll an“, resigniert Jacqueline. „Es dauert keine zehn Minuten nach Beginn eines CleanUps und die ersten kommen schon mit vollen Säcken zurück zum Treffpunkt.“

Die Aktionen des Projektes sind so vielfältig wie die Orte, an denen sie stattfinden: klassische CleanUps mit Zeltstand, bei dem jede*r spontan vorbeikommen kann, Touren mit Bollerwagen durch Parks oder sogar ein „CleanUp Rave“ mit Musik. Bekannt macht Jacqueline die CleanUp-Termine via Instagram. Sie arbeitet oft schon Tage im Voraus an Ablaufplänen, Kooperationsgesprächen und Social-Media-Posts, weil sie will, „dass die Leute wissen, dass wir existieren müssen.“

Dass ihr Engagement Wirkung zeigt, bestätigt die Zusammenarbeit mit anderen Initiativen und der Stadt: Bei Events wie dem „World Cleanup Day“ arbeiten sie mit lokalen Partnern zusammen und machen gemeinsam auf die Problematik aufmerksam – kostenfrei und offen für alle.

Der Kern des Engagements von CleanUp Hannover geht aber über das bloße Beseitigen von Abfall hinaus. Es geht auch um Sensibilisierung. „Es sollte nicht normal sein, dass überall Müll rumliegt“, betont Leonie. „Wenn ich zum Picknicken in den Park gehe und meine Sachen dafür mitbringe, kann ich den Müll danach doch auch wieder mitnehmen. Das würde schon einen großen Unterschied machen.“

Diese Haltung führt die Gruppe auch zu Gesprächen über Prävention. Jacqueline träumt davon, in Schulen zu gehen und junge Menschen schon früh auf das Thema aufmerksam zu machen, statt ihnen hinterherräumen zu müssen. Auch wenn CleanUp Hannover hauptsächlich bei der Organisation der Sammelaktionen mit Equipment wie Greifzangen, Handschuhen und Beuteln unterstützt, soll Aufklärung langfristig ein zentraler Punkt ihrer Arbeit sein.

Im Grunde hält CleanUp Hannover der Stadtgesellschaft einen Spiegel vor. Die Ehrenamtlichen machen auf das Müllproblem aufmerksam, indem sie anpacken. Sie sind nicht einfach eine Gruppe von Menschen, die Abfall sammelt. Sie sind eine Bewegung für mehr Achtsamkeit und Respekt im öffentlichen Raum und der Natur, mit der klaren Botschaft, dass jede*r das Stadtbild selbst in der Hand hat.

Laura Druselmann

CleanUp Hannover

moin@cleanuphannover.de

Instagram: cleanup.hannover

Nächster Termin

Wann: 15.03.2026, 13 bis 16 Uhr

Wo: Stadtteilzentrum Ricklingen

Foto-Copyright ist CleanUp Hannover.


Schlagwörter: , ,

Kommentare sind geschlossen.

Partner