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Literarisches: Reinhard Mischke

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Literarisches: Reinhard Mischke


Reinhard Mischkes Bildband „Unterwegs im Tiergarten Hannover“ ist nicht nur eine Ruheoase für jeden, der oder die es betrachtet, sondern auch ein Ort zum Entdecken. Mit seinem Objektiv fängt er eine atemberaubende Atmosphäre ein und bringt den Duft sowie die zarten Geräusche der Natur direkt in Nase und Ohr der Betrachtenden. Vom Singvogel bis zum Rothirsch lichtet Reinhard Mischke die Bewohner des Tiergartens in ihrem natürlichen Lebensraum ab, sodass man die Chance bekommt, die Tiere auch in Momenten zu betrachten, in denen sie sich ganz unbeobachtet fühlen und man normalerweise nicht zu Gesicht bekommt.

Der Tiergarten Hannover ist nicht nur ein schöner Ort, der Ruhe und Erholung in der Stadt ermöglicht, sondern ist für viele heimische Wildtiere ein Zuhause. Sowohl in Freigehegen als auch teils freilaufend lassen sich die verschiedensten Tierarten beobachten – und Reinhard Mischke fängt sie alle mit seiner Kamera ein: Ob beim Schlafen, auf Nahrungssuche, beim Herumtollen, aus nächster Nähe oder weiter Ferne. Singvögel, Eichhörnchen, Damhirsche, Wildschweine, Rehe, Nilgänse, Rothirsche und Mufflons; sie alle finden bei ihm einen Platz. Nicht nur Tierliebhaber kommen hier auf ihre Kosten. Der Tiergarten Hannover zeichnet sich auch durch seine naturschöne Wald- und Wiesenlandschaft aus. Reinhard Mischke liefert neben besonderen Bildern auch interessante Fakten über die Historie des Parks und die abgelichteten Tiere. Geschmückt mit kleinen Anekdoten und hin und wieder eine Prise Humor, sind seine Texte unterhaltsam und für jeden verständlich aufbereitet. Als Tierarzt und Professor an der Tierärztlichen Hochschule Hannover hat er die nötigen Informationen sofort parat. Eine tolle Ergänzung zum Fotomaterial. Wer will, kann sich also einfach an der Tiervielfalt und der Liebe zum Detail sattsehen und die, die noch etwas dazulernen wollen, werden nicht enttäuscht. Entstanden sind die Aufnahmen meist am Wochenende, gelegentlich auch vor oder nach seiner Arbeit. „Für Tierbilder ist man am besten ganz früh oder relativ spät unterwegs“, berichtet er. „Im sanften Morgenlicht oder in der Dämmerung, wenn sich der Park etwas leert und die Tiere mutiger werden, lassen sich die interessantesten und schönsten Fotos gewinnen.“

Die Fotografie ist für Reinhard Mischke nicht nur eine nebenberufliche Leidenschaft. „Für mich ist es gleichzeitig ein Ausgleich zur Tätigkeit als Tierarzt, die ja viel Zeit und Kraft erfordert. Vor allem da man häufig mit den Schicksalsschlägen kranker Tiere konfrontiert wird. Da ist die Atmosphäre und beispielsweise die Beobachtung einer Mufflonherde im Tiergarten genau das Richtige, um die Gedanken kreisen zu lassen“, erzählt er. Nicht nur heimische Tiere interessieren ihn, denn Reinhard Mischke ist schon viel in der Welt herumgekommen und seine Kamera war immer dabei. Tierportraits und Landschaftspanoramen in den unterschiedlichsten Klimazonen, über oder unter Wasser konnte er bereits ablichten. Seit knapp 20 Jahren publiziert er regelmäßig seine Bilder und Fotostrecken in foto- und naturkundlichen Journals und Magazinen und liefert dazu immer spannende, wissenswerte Texte. Seine Reisen haben ihn schon an die unterschiedlichsten Orte dieser Welt geführt: Unter anderem auf die Malediven zum Tauchen mit Schildkröten, Haien und Delfinen, mehrmals nach Costa Rica zu Tapiren und Nasenbären, auf die Falklandinseln zu Pinguinen und Seeelefanten und vielen weiteren nennenswerten Zielen. „Dabei habe ich so viel erlebt, dass ich gar nicht sagen könnte, welche die schönste Reise gewesen ist“, ergänzt er. Unbedingt bereisen wolle er noch Namibia und die Atacama Wüste, unter anderem aufgrund der besonderen Landschaft. Auf die Frage, welches der vielen Tiere, die er in seinem Leben bereits gesehen hat, sein liebstes ist, hat Reinhard Mischke eine unterhaltsame, fast unerwartete Antwort: „Gegen die Erwartungen der Besitzerinnen und Besitzer meiner Patientinnen und Patienten sind meine Lieblingstiere die Meerschweinchen. Meine Frau und ich haben ein Pärchen und bei uns zu Hause, Chiquitita und Leo heißen sie.“

Wer sich nun noch immer nicht an Reinhard Mischkes Bildern sattsehen kann, der darf sich freuen, denn er verrät, dass voraussichtlich nächstes Jahr ein Bildband über den Hermann-Löns-Park mit Annateich erscheinen wird, der wie der Tiergarten zu einem der bedeutendsten Gartenkunstwerke Hannovers zählt.

» Lilly Struckmeier

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Literarisches: Marco Finkenstein

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Literarisches: Marco Finkenstein


Marco Finkenstein, Zeichendozent aus Hannover, lässt sich von allem inspirieren, was ihm unter die Nase gerät. Ganz besonders schlägt sein Herz jedoch für das Fantasy-Genre. Deshalb begann er eines Tages seine eigene fantastische Welt zu Papier zu bringen und hält heute seine erste lange Comicerzählung in den Händen: „Maximillo und der Gloriogant“.

Seine künstlerische Reise startete bereits in seiner Kindheit. „Ich zeichne schon mein Leben lang. Von Kinderbildern, über Wettbewerbe und Werbung, bis hin zu Mathelehrern mit Gurkennasen“, erzählt er. Marcos Vorbilder in der Comicwelt sind zahlreich: Darunter unter anderem Carl Barks, der bekannteste Zeichner und Autor der Disney-Comics rund um die Familie Duck, Karikaturist Walt Kelly und seine „Pogo“-Comicstrips und Bill Watterson, der mit „Calvin und Hobbes“ eine Freundschaft zwischen Kind und Tiger aufs Papier brachte. Schließlich Jeff Smith, der amerikanische Zeichner und Autor der Fantasy-Reihe „Bone“, von dem sich Marco am meisten hat inspirieren lassen: „Inhaltlich ist mein Comic wohl der Welt von Jeff Smith am nächsten. Auch bei ihm gibt es kleine, eher unbedarfte Wesen, die in etwas Riesiges hineingeworfen werden. Im „Gloriogant“ geht es zunächst um Schrulliges und Obskures, dann öffnet sich das Tor ins Epische. Aus kleinen Zufällen wird plötzlich ein Gesamtbild, da lauert etwas hinter all dem Bunten. Und da geht dann richtig die Post ab.“ Im gleichen Atemzug verrät er, dass zwei Fortsetzungen geplant sind – dazu später mehr.

An Inspiration fehlt es Marco nicht, denn seine ganze Umwelt kitzelt kreative Ideen und Gedanken aus ihm heraus: „Mich inspiriert alles, von der Handseife im Waschbecken über zerknüllte Papierkugeln bis hin zu allem, was kreucht und fleucht.“ Hintergrunderzählungen und Charakterzüge kommen ihm mal ganz spontan in den Sinn, mal lassen sie ein wenig auf sich warten und entwickeln sich dann aber im Handumdrehen. So entstand die Figur „Maximillo“ in ihrer Rohform schon 2013. Nach vielen anderen Projekten wurde Marco schließlich von seiner Frau dazu bekräftigt, dieser Figur endlich ein eigenes Universum zu geben. Ab da begann Marco wie im Rausch, der Welt um Maximillo turbulentes Leben einzuhauchen. Gezeichnet habe er mit schwarzen Tuschestiften auf Papier, Vorzeichnungen mache er mit Bleistift. Dann werde die Zeichnung gescannt und in Photoshop nach seinem Geschmack koloriert. Nach 1.000 Arbeitsstunden war der erste Teil der Comicerzählung abgeschlossen. „Ein bisschen aufwendig war das schon“, berichtet Marco. „Organisiert habe ich das neben meinem Hauptjob als Zeichendozent so, dass ich einfach morgens um vier aufgestanden bin und dann gezeichnet habe. Zweieinhalb Jahre lang.“ Entstanden sind die Abenteuer um Maximillos Welt überall: in allen möglichen Cafés, an verschiedenen Stränden, in Hotelbars, auf dem Fußboden liegend und an knarzenden Tischen. In Hannover, Paderborn, Lübeck, Kiel, Rostock und Mailand. „Meine Frau kann sich mich überhaupt nicht mehr ohne einen ,Maximillo‘-Zeichenblock vorstellen.“

Was macht Marcos Fantasy-Welt so besonders? Für ihn ist Fantasy mehr als nur das Abrufen von Standards wie Elfen, Orks und Tolkien. „Fantasy heißt Spinnen, Fühlen, Erfinden“, sagt Marco. „Meine Welt quillt über vor seltsamen Kreaturen mit noch seltsameren Namen, alles ist irgendwie miteinander im Groove, es gibt so eine Lockerheit der Geschehnisse. Und manches ist einfach ungewöhnlich und unerwartet. Damit meine ich gar nicht so sehr die große ganze Gesamtheit der Story, sondern eher das kleine Extrazeug, was plötzlich ins Bild flupst.“ Das stimmt, denn auf ausnahmslos jeder Seite ist irgendeine, wenn auch kleine Kuriosität zu entdecken. Auch hat die Geschichte eine dezente politische Message, denn sie warnt vor zu viel Eitelkeit und Machtrausch und kann somit alle Altersklassen erreichen. „Für Kids und Verrückte!“, lacht Marco.

Momentan ist Marco auf Seite vierzehn des zweiten Bandes und kann somit ganz offiziell verraten, dass es nicht nur eine, sondern gleich zwei Fortsetzungen geben wird. Ihm gefalle jetzt schon der Schaffensprozess, das Sich-Freuen, das Handwerkliche und die innere Einkehr beim Zeichnen. „Bald werde ich auch den Titel des zweiten Buches verraten“, berichtet er, denn die komplette Story für Band zwei ist schon fertig. Jetzt freue er sich aber erstmal, dass sein Lesepublikum den ersten Teil in den Händen halten und in die Geschichte eintauchen kann. Ein kleiner Traum von ihm ist, „irgendwann mal Post von Lesenden zu bekommen, welche eine Psia, einen Maximillo oder den Glorioganten gezeichnet haben. Dann platze ich vor Glück.“ Also los, ran an die Comics und Stifte!

» Lilly Struckmeier

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Literarisches: Burkard Rabe von Pappenheim

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Literarisches: Burkard Rabe von Pappenheim


Ein Förster, ein Mord, und ganz viel Waldwissen. Burkhard von Pappenheim verbindet all
das in einem Krimi. Knapp, dialoggetrieben, auf 150 Seiten.
Wald, Wild, Tod – ein Försterroman von Burkard Rabe von Pappenheim (B.Rabe). Als
Journalist schreibt von Pappenheim sein Buch anders als andere Autorinnen. Eine Krimi-Geschichte, Wissen über den Wald und eine Liebesgeschichte auf 150 Seiten. „Ich mag keine Texte, bei denen ich das Gefühl habe, da wird etwas wiederholt, das ich schon weiß. Redundanzen stören mich. Ich schreibe lieber klar und zielgerichtet“, sagt Burkhard von Pappenheim über sein erstes Buch. Der Journalist und Autor besitzt in Liebenau, im Dreiländereck Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, ein Stück Wald, das er bewirtschaftet. „Dort kümmere ich mich intensiv um unseren kleinen Wald von 100 Hektar und habe angefangen, ihn im Sinne der naturnahen Waldwirtschaft umzubauen. Ich arbeite da auch selbst mit: pflanze und arbeite mit der Motorsäge – immer mit Profis. Dadurch habe ich einen Einblick in die ganze Bandbreite bekommen.“ Schon lange wollte von Pappenheim das, was er dort tagtäglich erlebt, zu Papier bringen und etwas über die Leute schreiben, „die sich schon seit Jahrzehnten dafür einsetzen, den Wald vorsichtig und nachhaltig zu behandeln“. So kam die Idee, Wissenswertes mit einem Krimi zu verbinden – Pappenheims Lieblingsgenre. „Die Geschichte hat in meinem Kopf rumgegeistert. Das hat mich irritiert und ich habe gemerkt, ich werde sie nur los, wenn ich sie aufschreibe.“ Der Förster Alexander Wilesen wird zu einer der Hauptfiguren in Wald, Wild, Tod. In seinem Waldrevier häufen sich die Probleme: Ein Wolf wird erschossen. Dann ein Jäger. Dazu schleichen Wilderer durch Wälder, der Borkenkäfer frisst sich durch Fichten und eine Frau protestiert lautstark gegen die Jagd. Alexander muss entscheiden, ob er eingreift. Ein Krimi über Wald, Mensch, Liebe und die Frage, wie weit man für das einsteht, was man kennt und schützen will. Von Pappenheim ist in seinem Roman nicht der klassische allwissende Erzähler. Er sagt über sich: „Ich bin ein handlungsgetriebener Leser: Wenn jemand aus der Tür geht und nach rechts abbiegt, möchte ich nicht wissen, warum – sondern wohin.“ Als Autor wählt er also Dialoge als Stilmittel, um Handlung, Gesehenes und natürlich auch Gesagtes zu beschreiben. „Dialoge treiben einen Text voran, machen Spaß und bringen Leben ins Buch. Deshalb erkläre ich Dinge lieber im Dialog als in Beschreibungen.“ Durch die fehlenden Ausmalungen liest sich von Pappenheims Roman beinahe protokollartig, kantig. Das Werk eines Journalisten, dem das „Bla-Bla abgewöhnt“ worden ist. Wald, Wild, Tod ist im Eigenverlag erschienen. Dadurch lassen sich kleine Makel finden: Es gibt keine Seitenzahlen, das Buch ist nicht im Blocksatz gelayoutet und ohne professionelles Lektorat haben sich auch kleine Schreibfehler eingeschlichen. Vorerst ist von Pappenheims Försterroman sein einziges Buch. Aber „es irrlichtet wieder etwas in meinem Kopf. Ich denke, irgendwann wird da wieder so viel sein, dass es raus muss.“ Bisher vorwiegend in seinem näheren Umfeld gelesen, „sickert“ das Buch unterdessen in eine breitere Leserinnenschaft. „Ich habe sehr gute Rückmeldungen
bekommen, keiner hat sich abfällig geäußert. Ich hätte also den Mut, ein zweites Buch zu
schreiben. Dann aber in Zusammenarbeit mit einem Verlag.“
Burkhard von Pappenheim verwebt in Wald, Wild, Tod Sachbuch mit Kriminalroman und
erfindet so ein neues Genre, das „amüsant und unterhaltend“ Wissen vermitteln möchte. Der
Försterroman ist ein „Plädoyer für die naturnahe Waldwirtschaft im Gewand einer
spannenden Geschichte über eine mörderische Auseinandersetzung zwischen Jagdgegnern
und Jägern.“

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Literarisches: Mareike Deppe

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Literarisches: Mareike Deppe


„Ich habe zwei Mädels und mit denen hat eigentlich alles angefangen.“ Mareike Deppe ist 44
Jahre alt, kommt aus Hannover und ist studierte Bioverfahrenstechnikerin. Zum Schreiben
ist sie durch ihre Töchter gekommen, die zum Einschlafen immer selbstausgedachte
Gute-Nacht-Geschichten von ihr verlangt haben. „Und wie das dann bei Kindern so ist,
wollten sie am nächsten Tag nochmal die gleiche Geschichte hören. Dann habe ich
angefangen, sie aufzuschreiben, und gemerkt: Das macht mir total Spaß.“
Sie ist diejenige, die zu Hause den Haushalt schmeißt und sich um die Kinder kümmert.
„Mein Alltag war ohnehin sehr von Kinderdingen geprägt und Kindergeschichten gingen
schnell. Aber das hat mich intellektuell nicht so gefordert. Deswegen wollte ich gerne ein
Projekt haben, außerhalb von Geschirrspülmaschine ausräumen und Waschmaschine
anstellen.“
Mareike Deppe hat dann viele Schreibkurse der Volkshochschule besucht und in einem
dieser Kurse entstand schließlich die Idee für ihren aktuellen Roman „Die Schattenseiten
von Sansibar“. „Wir haben die Aufgabe bekommen, eine Kurzgeschichte zu schreiben.
Anhaltspunkt war eine Person, die in einem Laden arbeitet.“ So entstand Pauline – die
Hauptfigur in Deppes Roman –, die auf Sansibar das Gewürz- und Tee-Geschäft ihrer Eltern
führt. „In dem Kurs habe ich dann gedacht, dass ich gar keine Kurzgeschichte geschrieben
habe, sondern eher das erste Kapitel von meinem neuen Roman.“
Pauline ist die Tochter einer englischen Familie, die sich zu Kolonialzeiten auf Sansibar
ansiedelt. Paulines Familie möchte sie bald verheiraten, und als Nathan, ebenfalls
englischer Kolonist, auf die Insel kommt, sieht es zunächst so aus, als hätte sich ein
passender Mann gefunden. Im Laufe der Geschichte wird klar: Pauline möchte sich gar nicht
mit Nathan verloben. Sie liebt jemanden anderen: Samé. Der als Sklave in Mozambique
gefangen genommen und nach Sansibar an einen Plantagenbesitzer verkauft wird. Nathan
entwickelt währenddessen eine gefährliche Obsession mit Pauline und will sie nun um jeden
Preis besitzen.
Der Roman beinhaltet nicht nur eine verworrene Liebesgeschichte und krankhafte
Obsessionen, sondern behandelt auch die Kolonialgeschichte Sansibars und dabei auch
explizit Sklaverei und Gewalt. Mareike Deppe rät daher, ihr Buch erst ab 18 Jahren zu lesen.
Für ihre Recherche war die Autorin selbst auf der Insel vor Tansania. „Ich habe mich mit der
Historie auseinandergesetzt und versucht, das so getreu wie möglich wiederzugeben.“ Das
führt auch dazu, dass die Autorin in ihrem Buch das N-Wort benutzt. Weshalb sie auch von
einem Verlag abgelehnt wurde. Deppe sagt dazu: „Das Wort steht jedes Mal in wörtlicher
Rede. Und ich finde es schwierig, in der heutigen Zeit, das alles vergessen zu wollen und
immer nur zu sagen: ‚Das darf man nicht mehr sagen.‘ Natürlich darf man das nicht mehr
sagen. Aber früher haben die halt so gesprochen.“
Auf die Frage, warum sie sich dazu entschieden hat, zwei weiße, englische Personen aus
Kolonistenfamilien zu ihren Hauptfiguren zu machen, antwortet sie: „Diese Kultur war mir
einfach näher. Ich hätte schwer über eine islamische Kultur in der Zeit schreiben und
originalgetreu bleiben können. Außerdem hatte ich in dem VHS-Kurs mit Pauline schon
meinen Grundstein für die Geschichte gelegt und im Islam zu dieser Zeit, hätte niemals eine
Frau einen Laden geführt.“
Aktuell arbeitet Mareike Deppe schon am zweiten Teil des Romans. Dieser soll in Indien
spielen. „Es geht natürlich in erster Linie um die Personen aus dem ersten Teil. Aber ich
habe mich da an der Fernsehserie Bridgerton orientiert. Hier kommen zwar die gleichen
Personen vor, aber die Perspektive ändert sich.“
Zudem schreibt Deppe auch noch an weiteren Büchern. Ihr Kinderbuch „Leonie tanzt“ steht
schon in den Startlöchern. „Ich finde, es gibt wenig Bücher über behinderte Kinder – zum
Beispiel über Kinder mit Down-Syndrom. Deswegen ist es mir auch ein Anliegen, Bücher zu
veröffentlichen, die Anderssein zeigen.“ In „Leonie tanzt“ findet ein Mädchen mit
Down-Syndrom, das von Deppes jüngerer Tochter inspiriert ist, durchs Tanzen
Freund*innen.
Die Autorin möchte dazu auch die Rubrik Jugendbuch umkrempeln. „Wenn ich diese Bücher
lese, die für Zehnjährige geschrieben sind, könnte ich kotzen. Es geht entweder um Fußball
oder um Ponyhöfe.“ Dem will sie sich mit neuen Ideen widersetzen. „Ich will zum Beispiel
zeigen, dass auch Kinder schon in jungen Jahren Schicksalsschläge erleben und lernen,
damit umzugehen.“
Während diese noch unveröffentlichte Gedanken sind, hat Mareike Deppe mit „Die
Schattenseiten von Sansibar“ ihren ersten Roman veröffentlicht. Erschienen im Oktober
2025 bewegt er sich irgendwo zwischen „historischem Liebesroman und Dark-Romance“,
wie die Autorin selbst sagt. Am 6. Juni wird Deppe ihr Buch in der
Booksbaum-Buchhandlung in Isernhagen vorstellen.

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Literarisches: Matthias Brodowy

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Literarisches: Matthias Brodowy


Matthias Brodowy, obwohl in Braunschweig geboren und bundesweit bekannt und geschätzt, ist ohne Zweifel ein echtes Stadtkind Hannovers! Richtig gut und trotzdem bescheiden! Egal wo er in Hannover auftritt, der große Saal oder die kleine Konzertstube sind immer voll. Bei seinem übervollen Terminkalender und seiner Familienverbundenheit hätte er es nicht nötig, auf den zahlreichen kleinen Bühnen der Region aufzutreten, aber da spielt sein menschenfreundliches und auch soziales Herz nicht mit. Er ist nun mal eben nicht nur der gefragte Kabarettist, Komiker, Conférencier, Sänger, Pianist, Komponist und Sozialaktivist, er will mit seinen feinsinnigen, nie unter der Gürtellinie angesiedelten Texten und seinen nie mit unmenschlichen persönlichen Herabwürdigungen verbundenen satirischen Auslassungen den Menschen (und auch den kleinen Spielstätten) einfach eine Freude machen. Keine Spur von Agitation wie bei Dietrich Kittner, dafür viel weiser, heiterer Humanismus à la Hanns-Dieter Hüsch. Jetzt wird er auch noch literarisch aktiv und man fragt sich automatisch: Wann und wie schafft dieses umtriebige Multitalent das alles.

„Der Leuchtturmhüter“, eine Co-Produktion mit dem Maler Ole West war 2017 der Anfang. Dann erschienen 2023 im zu Klampen Verlag die satirisch-phantastischen Miniaturen „Klappstuhl und ich!“ und jetzt ebenfalls bei zu Klampen „Erinnerungen, die noch nicht stattgefunden haben, sind umgehend nachzuholen“. Es ist kein Roman, keine Novelle, es ist – in aller brodowyschen Bescheidenheit – „nur“ eine ziemlich „verrückte“ satirische Erzählung. Dafür mit genial und ganz nebenbei verstecktem Tief- und Hintersinn und alles in allem ein ausgesprochener, in dem Fall aufgeschriebener Lesespaß.

Sorry, dieser letzte Satz müsste eigentlich am Ende dieser Buchvorstellung stehen, aber diese unübliche Vorgehensweise lässt mich hoffen, dass meine Rezension zu Ende gelesen wird: Das Buch beginnt und endet mit einem verflixten Zauberwürfel. Dazwischen liest man ebenso skurrile wie wortspielerische, ironische, satirische, echte und erfundene Begebenheiten, Beobachtungen, Reflexionen, Absurditäten, witzige Dialoge, nachdenkliche, beklemmende Erinnerungen, verblüffende Einsichten, aktuelle Zeiterscheinungen und Zufälle, die keine sind. Das hört sich alles wie ein wilder Mix an, ist es aber nicht, denn alles ist ganz logisch und lesefreundlich in den höchst originellen Frage-Rahmen „verpackt“, was in diesem Büchlein eigentlich alles stehen soll. Was das Lesevergnügen noch erhöht, ist ein nicht hochgestochener Schreibstil, sondern die Kunst, sich mit einer einfachen, jedoch feinen Sprache glasklar auszudrücken. Und was für mich dieses Büchlein geradezu wertvoll macht, sind zum einen die nachdenklichen „Sätze für die Ewigkeit“ sowie seine ganz altmodisch per Füllhalter notierten Einträge in sein „Sudelbuch“. Das sind ohne Frage originäre literarische Perlen! So ganz nebenbei wird darüber hinaus eine brandheiße, höchst aktuelle Frage mit all‘ ihren Sichtweisen ins Spiel gebracht. Ohne besserwisserischen Zeigefinger und ohne konkrete Antwort. Um welche Frage es sich dabei handelt, sei an dieser Stelle nicht verraten. Schließlich sollen Sie das Büchlein ja lesen und die aufgeworfene Frage selbst beantworten. Aus meiner Sicht: Unbedingt!

Erwin Schütterle

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Literarisches: Heike Wolpert

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Literarisches: Heike Wolpert


Heike Wolpert ist im Pool hiesiger Lokal-Autor*innen längst fest etabliert. Mit bekannten Kolleginnen wie Bettina Reimann, Sibylle Narberhaus oder Claudia Rimkus war sie schon häufiger Teil gemeinschaftlicher Projekte, ihre Katzenkrimi-Reihe um Kater Socke ist bereits in die fünfte Runde gegangen – bzw. in die sechste Runde, wenn man ihr Weihnachtsbuch „Vier Pfoten für ein Wunder“ mitzählt – und Lesungen hält Wolpert auch immer wieder ab, demnächst etwa am 17. April im Theater der Nacht in Northeim. Bei ihnen zeigt sich dann nicht nur immer wieder, dass die Leser*innenschaft ihrer Katzenkrimis vornehmlich weiblich ist, sondern dass diese Romane, die ja stets auch Hannover-Romane sind, weniger die Regionalkrimi-Fans begeistert, sondern eben vor allem die Katzenroman-Liebhaber*innen – aus welcher Region sie auch stammen mögen …

Den Boom der in den letzten Jahren merklich angewachsenen Katzenromane kann Wolpert gut nachvollziehen: „Katzenkrimis anderer Autor*innen gibt es einige – und die sind alle klasse. Gerade habe ich für mich die Krimis von Martina Hancke neu entdeckt: ,The Pussycat Poisener‘ und ,The Dog Racing Dealer‘ – Cosy-Crime mit Kater, Hund und viel Humor.“ Ähnlich dürften auch andere Leser*innen über Wolperts Katzenkrimis denken, denn inzwischen erhält Wolpert „Rückmeldungen von Katzen-Fans aus ganz Deutschland und darüber hinaus, was mich sehr freut!“ Darunter befand sich sogar „eine Postkarte des Bürgermeisters von Bad Harzburg, der mich nach der Lektüre von ,Schönheitsfehler‘ sogar spontan in den Harz eingeladen hat.“

Im Februar darf ihr vierbeiniger Ermittler Kater Socke nun sein erstes Schnapszahl-Jubiläum feiern und – während Wolpert selbst Ende Februar ihren 60. Geburtstag begeht – auf elf Jahre erfolgreichen Ermittlerdaseins zurückblicken, denn Wolperts Debütroman „Schönheitsfehler“ kam Anfang Februar 2015 auf den Buchmarkt. Ausgesetzt in einer Katzenbox stieß Kater Socke damals auf einen Leichnam und ging der Angelegenheit neben dem Hauptkommissar Peter Flott auf den Grund. Schon im Folgejahr ließ Wolpert „Schlüsselreiz“ folgen: Darin geht Socke zunächst auf der hannoverschen Heimtiermesse eigenen Verwandtschaftsverhältnissen auf den Grund, ehe plötzlich ein toter Wachmann gefunden wird und Flott und Socke wieder alle Hände respektive Pfoten zu tun haben.

Seitdem ist Socke immer wieder aktiv: in „Katertrunk“ (2018), in „Katergericht“ (2019) und in „Katzenrausch und Katertausch“ (2023) sowie dem erwähnten, liebevoll illustrierten Weihnachtsbuch, das im August des letzten Jahres herauskam – und worin es Kater Socke samt Tigerkatze Clooney mit einem verschwundenen Mädchen und dem süßen Hund Fiete aus dem Tierheim zu tun bekommt.

Inspiration aller Kater-Socke-Romane ist Wolperts eigener Kater Socke, der ihr und ihrem Mann im Jahr 2009 zugelaufen ist. Damals lebte die gebürtige Bad Mergentheimerin bereits seit 19 Jahren in Hannover – bei der Norddeutschen Landesbank unter anderem für Programmierung und Businessanalyse zuständig. Der Vierbeiner machte aus der Krimi-Liebhaberin zunächst auch einen Fan von Katzenromanen – und schließlich eine Katzenkrimi-Autorin, die selbstverständlich, etwa mit ihren „Taubertal“-Bänden, auch ohne tierische Protagonist*innen auskommt. Der Plan eines eigenen Katzenkrimis reifte Anfang 2013 heran, das Manuskript war dann Anfang 2014 fertig. Für Wolpert ist „Schönheitsfehler“ als erster eigener Roman freilich etwas ganz besonderes; zugleich hält sie „Katzenrausch und Katertausch“ aufgrund der eigenen Weiterentwicklung für ihren gelungensten Katzenkrimi.

Und weitgehen soll es auf jeden Fall: Da wäre zunächst Wolperts bzw. Kater Sockes „Kolumne in einer Katzenzeitschrift, die auch 2026 fortgeführt wird“, wie Wolpert verrät. Im Frühjahr wird sie zudem bei der Anthologie „Mord auf Norddeutsch“ mit dabei sein, gegen Jahresende voraussichtlich auch in einem dritten Band der Reihe „Plätzchen, Diebe, Fest der Liebe“. Und neue Romanprojekte? „Da habe ich viele. Ob mit oder ohne Katze, vielleicht sogar zusammen mit einer Co-Autorin? Da geht mir einiges durch den Kopf. Auf jeden Fall wird es etwas mit viel (schwarzem) Humor werden.“ Man darf also gespannt sein …

CK

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