Tag Archive | "musikerinnenporträt"

Musikerinnenporträt März 2026: Thelma Malar

Tags: , , ,

Musikerinnenporträt März 2026: Thelma Malar


Das erste Album entstand in ihrem Kinderzimmer – jetzt steht Thelma Malar auf großen Bühnen, schreibt intensive Songs, hat ihre eigene Marke IT´S FINE ins Leben gerufen und organisiert Festivals und Writing Camps für FLINTA*-Artists.

Thelma Malar ist Künstlerin, Songwriterin und Musikerin. In ihren Songs zeigt sie sich schwach und fragil, aber auch ehrlich und stark. Ihre neusten Singles „5TB Geduld“ und „86 Tasten“ beschreibt sie in drei Worten als „beat-driven, ehrlich und komplex“. Sie findet einen Kontrast zwischen Fragilität und Stärke, der die Seele berührt.

Geboren und aufgewachsen ist die 23-jährige in Berlin. Um sich selbst und ihre Musik neu aufzustellen, ist sie nach Hannover gezogen. Die Musikindustrie in Berlin sei unfassbar intensiv und in Hannover sieht sie für sich mehr Perspektiven. Der Start in einer neuen Stadt hat ihr gut getan, erzählt sie, und es gefällt ihr hier zu leben und Musik zu machen. Dennoch agiert sie weiterhin viel in Berlin für Projekte und Sessions.

Ihre ersten Berührungspunkte mit der Musik machte sie zusammen mit ihrem Opa auf der Orgelbank. Als kleines Mädchen hat sie oft auf Familienfeiern gesungen und in der 7. Klasse dann ihren ersten Song geschrieben, verrät sie. „Es war irgendwie immer klar“, dass sie Sängerin werden wird. Nach dem Abitur hat Thelma zusammen mit ihrem besten Freund begonnen, ein Album zu produzieren. Angefangen habe alles in ihrem alten Kinderzimmer. „Das war der Startschuss“, sagt sie und nach zwei Jahren Arbeit war das Ergebnis Thelmas erstes Album „Second Pillow“.

Lange hat sie Musik auf Englisch geschrieben, doch mit ihren zwei neusten Singles, die 2025 erschienen sind, hat sie einen Neustart gewagt und erstmals Songs auf Deutsch veröffentlicht. „Ich hatte das Gefühl, dass ich schon alles gesagt habe, was ich auf Englisch sagen kann.“ Durch die Sprache sei sie noch stärker mit sich selbst verbunden. Durch den Weg ins Deutsche wünscht sie sich, dass ihre Musik und ihre Persönlichkeit in Zukunft mehr zusammenrücken.

Ihre zweite große Leidenschaft ist die Festivalorganisation. Auf dem von ihr ins Leben gerufene IT´S FINE FESTIVAL verbindet sie aufstrebende Newcomer*innen und schenkt ihnen nicht nur eine Stimme, sondern auch einen Safe Space auf der Bühne. Es ist ein Festival, das für Thelma einen nachhaltigen, feministischen Wert vertritt. In der Musikbranche werden FLINTA*-Artists oft mit Gender-Stereotypen konfrontiert. Beispielsweise werden ihnen ihre Kompetenzen in vielen Bereichen abgesprochen. Sei es das musikalische Talent, die Urheberschaft am eigenen Werk oder das Know-how im Technikbereich. Und das ist nur ein Teil – FLINTA*-Artists müssen sich meist doppelt so hart beweisen wie männliche Artists, um ernst genommen zu werden. Das führt unter anderem dazu, dass FLINTA*-Artists auf Festivals oft unterrepräsentiert sind und geringere Gagen erhalten. Außerdem steigt dadurch der Wettbewerbsdruck unter den FLINTA*-Artists immens. Thelma möchte mit ihren IT´S FINE FESTIVALS gegen diese Gender-Stereotypen und gegen diesen Druck wirken. „Man kann nicht immer tiefer in die Wunde drücken. Irgendwann muss jemand kommen und ein Pflaster drüber kleben“, sagt sie.

In ihren Writing Camps arbeitet sie eng mit Künstler*innen zusammen. Unterstützt vom Meisel Verlag und der GEMA, kuratiert sie, organisiert Workshops und Open Spaces, schafft Raum und bringt FLINTA*-Artists zusammen. Für sie ist es am wichtigsten, dass sich alle dauerhaft wohlfühlen und nicht unter dem permanenten Wettbewerbsdruck stehen, wie es häufig in klassischen Writing-Camps der Fall ist. Dieses Jahr fanden die IT´S FINE SESSIONS im Februar in den Hansa Studios in Berlin statt.

Für das Jahr 2026 ist viel geplant: „Ende des Jahres soll es knallen“, verspricht Thelma. Im November spielt sie zwei große Release-Konzerte in Hannover und Berlin, soviel kann sie schon mal verraten. „Und was dann alles noch kommt, wird sich zeigen“, sagt sie mit einem verheißungsvollen Lächeln. Ihr nächster Auftritt findet am 29. März im Kulturzentrum Faust statt. Thelma ist eine von insgesamt drei FLINTA*-Artists, die an diesem Abend spielen werden.

Lilly Struckmeier

Mehr Infos: www.thelma-malar.de

Abgelegt unter Musik, MusikerporträtKommentare deaktiviert für Musikerinnenporträt März 2026: Thelma Malar

Musikerinnenporträt Dezember 2025: Nancy

Tags: , ,

Musikerinnenporträt Dezember 2025: Nancy


Wenn Worte nicht mehr ausreichen, schreibt Nancy Stunz Songs, das sagt sie selbst über sich. „Ich kann meine Gefühle besser ausdrücken, wenn ich darüber singe.“ Die 24-jährige Singer-Songwriterin kommt ursprünglich aus Nordhessen und ist vor drei Jahren nach Hannover gezogen. Musik begleitet sie schon ihr ganzes Leben. Angefangen hat alles mit Keyboard- und Klavierunterricht. „Vor etwa zehn Jahren war ich auf meinem ersten Konzert, bei Wincent Weiss, stand mitten in der Menge und dachte: Das möchte ich auch machen. Danach habe ich angefangen, Songs zu schreiben.“

Die Newcomerin hat ein duales Studium in allgemeiner Verwaltung beendet und arbeitet in Teilzeit. So soll genug Zeit bleiben, aus dem Hobby mehr als das zu machen. „Seit ungefähr anderthalb Jahren versuche ich, das professionell zu machen.“

Wird Nancy nach ihren musikalischen Vorbildern gefragt, kommt die Antwort fast wie aus der Pistole geschossen: Wincent Weiss! Der deutsche Popsänger, aber auch andere Künstler*innen, wie LEA und Kayef, prägen sie und ihre Musik, die sie als „ehrlich, direkt und verletzlich“ beschreibt.

In ihrer kürzlich erschienenen Single „Angst, mich zu verlieben“, beschäftigt sie sich mit emotionalen Themen. „Durch meine Musik fällt es mir leichter, mich verletzlich zu zeigen. Ich kann nicht so gut über meine Gefühle sprechen, aber ich kann darüber schreiben.“ Das fällt auch in ihrem neuen Song auf. Er handelt von Verlust- und Bindungsangst, vom inneren Konflikt zwischen Nähe und Rückzug: „Ich habe gemerkt, dass ich Menschen oft weggestoßen habe, wenn es ernst wurde“, erzählt Nancy. Auf Instagram ist sie auf das Thema Bindungsangst aufmerksam geworden und „dann habe ich mich mit dem Thema beschäftigt und gemerkt: Oh Gott, so bin ich ja auch.“

Am Anfang fiel es ihr nicht leicht, sich auch ihrem Publikum verletzlich zu zeigen. Aber so „entsteht Nähe“, die ihr sehr wichtig ist. „Ich bin nach Konzerten immer mit meinem Publikum im Gespräch. Es ist mir wichtig, Kontakt zu meinen Fans zu haben. Ich habe gemerkt, dass ich mit meinen Gefühlen nicht allein bin – und vielleicht hilft es anderen, wenn ich offen bin.“

Sie schreibt über Liebe, Herzschmerz und Freundschaften, über Momente, „die sich erst falsch und dann richtig anfühlen“. Ihre Songs entstehen meist am Klavier, oft aus spontanen Notizen, die sie in ihr Handy tippt. „Ich schreibe Dinge auf, wenn ich sie erlebe, und erst später, wenn ich sie verarbeitet habe, wird daraus ein Song.“

Ein besonderer Moment in ihrer noch jungen Karriere war ihr erstes Support-Konzert Anfang Oktober im Mephisto Hannover, als sie für K-Fly spielte. „Das war mein erstes richtiges Konzert überhaupt. Ich war total aufgeregt, aber danach war klar: Das ist genau das, was ich machen will.“

Langfristig will Nancy mit ihrer Musik ihren Lebensunterhalt verdienen – und auch für andere schreiben. „Ich wünsche mir, dass meine Reichweite wächst, ich neue Fans gewinne und 2026 mein erstes eigenes Konzert in Hannover spiele.“ Bis dahin arbeitet sie weiter an neuen Songs und Musikvideos.

Pia Frenk

Abgelegt unter Musik, MusikerporträtKommentare deaktiviert für Musikerinnenporträt Dezember 2025: Nancy


Folge uns