
Als Illustrator und Comiczeichner erzählt Tobi Wagner seit vielen Jahren Geschichten mit Zeichnungen. Anfang September erscheint nun sein erster Roman im Ovis Verlag und auch darin begleitet ihn sein Humor: „Der Hase des Unheils“, ein Roman über Ängste, Menschen und andere Zumutungen, richtet sich an junge wie fortgeschrittene Erwachsene, die sich für psychische Gesundheit interessieren. Gleichzeitig bietet er auch für die Leser*innen ohne fachlichen Bezug eine unterhaltsame Lektüre durch ihren feinen Humor, die originelle Erzählfigur „Furchtmar“ und die liebevoll überzeichneten Alltagsszenen.
Im Vorwort beschreibt der Psychiater und Neurologe Prof. Dr. Volker Busch drei Wege, mit Angst umzugehen: Tabletten, Verdrängung und Konfrontation. Tobi Wagner würde mit seinem Roman auf clevere und sensible Art den dritten Weg einschlagen. Dieser käme in den großen Lehrbüchern viel zu selten vor und sei doch so oft von Erfolg gekrönt: „Man gibt der Angst einen Namen, einen Stuhl im Wohnzimmer und ein leicht zerzaustes Fell (Tobi nennt sie Furchtmar).“ Als Arzt und Therapeut mag er die Botschaft dieses Buches sehr und stütze sie aus „vollem Herz und vollem Hirn“.
Tobi Wagner hat die Frage beschäftigt, ob sich ein Thema wie Angst und Selbstzweifel anders erzählen lässt. Nicht als Ratgeber oder therapeutischer Erfahrungsbericht, sondern als literarische Geschichte. Deshalb hat die Angst in seinem ersten Roman eine eigene Gestalt: den heruntergekommenen Hasen namens Furchtmar. Er kommentiert Frühstück, Telefonate, oder den Einkauf im Supermarkt und erklärt jede Alltagssituation zur möglichen Katastrophe.
Humor dient dabei nicht dazu, Ängste ins Lächerliche zu ziehen. Im Gegenteil: Er soll Abstand schaffen und sichtbar machen, wie sich Grübeln, Unsicherheit und innere Selbstgespräche manchmal anfühlen. Das Buch nimmt das Thema Ernst, ohne schwer zu werden.
Der Autor lebt und arbeitet mit seiner Familie in Schöppenstedt, zusammen mit Katze, Hühnern und Kaninchen. Er ist seit vielen Jahren in Niedersachsen und anderen Orten künstlerisch tätig, arbeitet als Illustrator, Comiczeichner und Autor für Verlage, Magazine und freie Projekte, war lange als Journalist und Fotograf einer Tageszeitung tätig und ist auf Geschichtscomics, humorvolle Illustrationen und erzählerische Kunst spezialisiert. Seine Werke verbindet Witz, eine feine Beobachtungsgabe und spielerische Leichtigkeit, die auch komplexe oder ernste Themen zugänglich macht.
Zudem besteht eine Verbindung aus regionalem Künstler und gesellschaftlich aktuellem Thema, auch mit Bezug zur Stadt Hannover: „Ich bin regelmäßig in der Stadt und hatte dort durch verschiedene Fotoprojekte Kontakt zu Menschen wie Klaus Meine von den Scorpions, Ulli Stein oder Ingo Siegner (Der kleine Drache Kokosnuss), mit dem ich immer noch in gutem Kontakt stehe.“ Besonders die Begegnung mit Ulli Stein, dem 2020 verstorbenen hannoverschen Cartoonisten beliebter Sketche über Alltagsituationen, bleibt ihm im Gedächtnis. „Er hat bei meinem Benefiz-Fotoprojekt mitgemacht. Anschließend saßen wir noch lange bei ihm zu Hause und haben uns über Comics unterhalten. Sein Humor hat mich schon früh geprägt. Ich habe ihm damals einen meiner Comics über 900 Jahre Wolfenbüttel mitgebracht und er meinte tatsächlich, so etwas könne er nicht. Am Ende musste ich sogar mein eigenes Buch für ihn signieren. War etwas surreal.“ Über Ulli Steins Managerin kam Wagner dann mit seiner heutigen Verlegerin vom Ovis Verlag mit Sitz in Burgwedel in Kontakt. Damit führt ein direkter Weg von Hannover zu seinem heutigen Buch. „Hannover selbst ist im Roman zwar nicht konkret zu erkennen, aber natürlich sind auch Eindrücke in die nicht näher bezeichnete Stadt im Buch eingeflossen.“
„Der Hase des Unheils“ erscheint im Ovis Verlag in Großburgwedel als Tobi Wagners erstes rein textbasiertes Buch, das auf eigene Erfahrungen, Beobachtungen und Gesprächen beruht, einen niederschwelligen Zugang zu einem hochrelevanten Thema bietet und damit in das wachsende Segment der belletristischen Literatur rund um mentale Gesundheit jenseits von Ratgebern oder Therapieberichten passt.
