Lust auf „eine moderne Hommage an die asiatische Fusionsküche“? Wer sich das auch noch nie gedacht hat, aber findet, dass dieses Versprechen spannend klingt, kann nun bei Umami Bliss in der Osterstraße herausfinden, was dahinter steckt. Das Lokal ist deutschlandweit das dritte seiner Art, die Kette möchte sich in 2027 um drei weitere Filialen vergrößern.
Das Restaurant ist mit kompakter Holzmöblierung ausgestattet und ziemlich gut besucht. Kein Wunder also, dass es auch entsprechend laut ist. Für den besonderen Charme sorgen vor allem die Lampen: Über 100 mit Stoff ummantelte Metallgestelle hängen von der Decke, teilweise mit dem Namen des Restaurants beschriftet. Ein schicker Hingucker! Auch wenn ordentlich Betrieb ist, läuft bei unserem Besuch alles erstaunlich schnell. Das Personal ist sehr zuvorkommend und aufmerksam.
Zum Start gibt es zwei Drinks: Ginger Coriander und Floral Green (je 6,20 Euro). Beim Ginger Coriander dominiert zunächst ganz klar das Ginger Beer. Der Koriander macht sich eher optisch bemerkbar und wirkt anfangs wie reine Deko. Dazu kommt allerdings eine feine Mandelnote vom Mandelsirup, die überraschend gut mit dem Ingwer harmoniert. Je länger wir trinken, desto deutlicher wird auch der Koriandergeschmack. Der Floral Green ist dagegen angenehm wenig süß und leicht bitter – eigentlich eine gute Kombination. Der Holunder bleibt allerdings ziemlich dezent, insgesamt ist der Drink dadurch eher etwas unspektakulär.
Als Vorspeise entscheiden wir uns für die Soul Soup (6,50 Euro), eine Suppe mit Dumplings, und Green Steam (6,90 Euro), gedämpften Teigtaschen. Die Brühe der Suppe ist etwas salzig, bleibt aber noch im Rahmen und bringt ordentlich Umami mit. Darin finden sich Zucchini, Frühlingszwiebeln, Brokkoli und Möhren. Das Gemüse ist angenehm gegart und nicht matschig. Die Dumplings haben eine leckere Füllung, zerfallen in der Suppe allerdings leider ziemlich schnell. Bei Green Steam müssen wir feststellen, dass es sich um die gleichen Dumplings handelt, die auch in der Suppe serviert worden sind. Diese kommen mit hausgemachtem Krautsalat – und der ist richtig gut! Schade nur, dass davon ein bisschen mehr im Schälchen liegen dürfte. Dazu gibt es eine sehr süß-salzige Sauce auf Soja-Basis, die auf jeden Fall zunächst vorsichtig dosiert werden sollte.
Bei den Hauptgerichten hätten wir uns eine etwas größere pflanzliche Auswahl gewünscht. Den schicken Bliss Burger im Bao-Brötchen, eines der Highlights der Karte, gibt es leider nur mit Rindfleisch. Schade! Wir entscheiden uns für die Buddha Bowl und Zen Saté (je 14,90 Euro). Die Bowl kommt mit Pilzen, Gemüse, Reisbandnudeln, Tofu und Seitan. Das Gemüse ist gar und trotzdem knackig, der Tofu weich und cremig, während der Seitan einen angenehm deftigen Eigengeschmack mitbringt. Bei den Pilzen fällt außerdem eine leichte Anisnote auf. Die Sauce ist allerdings eher zurückhaltend, die Reisnudeln können durchaus etwas mehr davon vertragen. Wer – wie wir – vorher schon die Suppe und Dumplings probiert hat, wird mit der Portion definitiv vor eine Herausforderung gestellt. Satt wird man hier also auf jeden Fall. Zen Saté ist deutlich sauciger und setzt auf eine leicht scharfe Erdnusssauce. Dazu gibt es Reis und ein ähnliches Gemüse-Setting. Die Erdnusssauce bringt einen ganz anderen Geschmack auf den Teller, ist allerdings auch recht salzig.
Für einen Nachtisch ist beim besten Willen kein Platz mehr. Stattdessen lassen wir den Abend mit einem Milky Oolong (5,90 Euro) ausklingen. Der Tee schmeckt für uns vor allem nach Reismilch, dazu kommen dezente Noten von Gewürzen und Süßholz. Zum Abschluss gibt es dann noch Glückskekse, die wir uns für später aufheben. Insgesamt hat uns der Besuch trotz genannter Kritikpunkte gefallen und wir würden wiederkommen.
Umami Bliss
Osterstr. 38
30159 Hannover
Mo-Sa 11.30-23 Uhr, So 12.30-22 Uhr
Larissa Peters

