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Stadtkinder essen: Umami Bliss

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Stadtkinder essen: Umami Bliss


Lust auf „eine moderne Hommage an die asiatische Fusionsküche“? Wer sich das auch noch nie gedacht hat, aber findet, dass dieses Versprechen spannend klingt, kann nun bei Umami Bliss in der Osterstraße herausfinden, was dahinter steckt. Das Lokal ist deutschlandweit das dritte seiner Art, die Kette möchte sich in 2027 um drei weitere Filialen vergrößern.

Das Restaurant ist mit kompakter Holzmöblierung ausgestattet und ziemlich gut besucht. Kein Wunder also, dass es auch entsprechend laut ist. Für den besonderen Charme sorgen vor allem die Lampen: Über 100 mit Stoff ummantelte Metallgestelle hängen von der Decke, teilweise mit dem Namen des Restaurants beschriftet. Ein schicker Hingucker! Auch wenn ordentlich Betrieb ist, läuft bei unserem Besuch alles erstaunlich schnell. Das Personal ist sehr zuvorkommend und aufmerksam.

Zum Start gibt es zwei Drinks: Ginger Coriander und Floral Green (je 6,20 Euro). Beim Ginger Coriander dominiert zunächst ganz klar das Ginger Beer. Der Koriander macht sich eher optisch bemerkbar und wirkt anfangs wie reine Deko. Dazu kommt allerdings eine feine Mandelnote vom Mandelsirup, die überraschend gut mit dem Ingwer harmoniert. Je länger wir trinken, desto deutlicher wird auch der Koriandergeschmack. Der Floral Green ist dagegen angenehm wenig süß und leicht bitter – eigentlich eine gute Kombination. Der Holunder bleibt allerdings ziemlich dezent, insgesamt ist der Drink dadurch eher etwas unspektakulär.

Als Vorspeise entscheiden wir uns für die Soul Soup (6,50 Euro), eine Suppe mit Dumplings, und Green Steam (6,90 Euro), gedämpften Teigtaschen. Die Brühe der Suppe ist etwas salzig, bleibt aber noch im Rahmen und bringt ordentlich Umami mit. Darin finden sich Zucchini, Frühlingszwiebeln, Brokkoli und Möhren. Das Gemüse ist angenehm gegart und nicht matschig. Die Dumplings haben eine leckere Füllung, zerfallen in der Suppe allerdings leider ziemlich schnell. Bei Green Steam müssen wir feststellen, dass es sich um die gleichen Dumplings handelt, die auch in der Suppe serviert worden sind. Diese kommen mit hausgemachtem Krautsalat – und der ist richtig gut! Schade nur, dass davon ein bisschen mehr im Schälchen liegen dürfte. Dazu gibt es eine sehr süß-salzige Sauce auf Soja-Basis, die auf jeden Fall zunächst vorsichtig dosiert werden sollte.

Bei den Hauptgerichten hätten wir uns eine etwas größere pflanzliche Auswahl gewünscht. Den schicken Bliss Burger im Bao-Brötchen, eines der Highlights der Karte, gibt es leider nur mit Rindfleisch. Schade! Wir entscheiden uns für die Buddha Bowl und Zen Saté (je 14,90 Euro). Die Bowl kommt mit Pilzen, Gemüse, Reisbandnudeln, Tofu und Seitan. Das Gemüse ist gar und trotzdem knackig, der Tofu weich und cremig, während der Seitan einen angenehm deftigen Eigengeschmack mitbringt. Bei den Pilzen fällt außerdem eine leichte Anisnote auf. Die Sauce ist allerdings eher zurückhaltend, die Reisnudeln können durchaus etwas mehr davon vertragen. Wer – wie wir – vorher schon die Suppe und Dumplings probiert hat, wird mit der Portion definitiv vor eine Herausforderung gestellt. Satt wird man hier also auf jeden Fall. Zen Saté ist deutlich sauciger und setzt auf eine leicht scharfe Erdnusssauce. Dazu gibt es Reis und ein ähnliches Gemüse-Setting. Die Erdnusssauce bringt einen ganz anderen Geschmack auf den Teller, ist allerdings auch recht salzig.

Für einen Nachtisch ist beim besten Willen kein Platz mehr. Stattdessen lassen wir den Abend mit einem Milky Oolong (5,90 Euro) ausklingen. Der Tee schmeckt für uns vor allem nach Reismilch, dazu kommen dezente Noten von Gewürzen und Süßholz. Zum Abschluss gibt es dann noch Glückskekse, die wir uns für später aufheben. Insgesamt hat uns der Besuch trotz genannter Kritikpunkte gefallen und wir würden wiederkommen.

Umami Bliss

Osterstr. 38

30159 Hannover

Mo-Sa 11.30-23 Uhr, So 12.30-22 Uhr

Larissa Peters

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Stadtkinder essen: Lindener Lehmofen

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Stadtkinder essen: Lindener Lehmofen


Türkische Restaurants gibt es viele in Hannover, und genauso viele Meinungen darüber, wo es den besten Döner, den besten Lahmacun oder die leckersten Köfte gibt. Um bei dieser wichtigen Debatte mitreden zu können, besuchen wir das Restaurant Lindener Lehmofen in der Falkenstraße. Das Besondere: der offene Lehmofen, in dem türkische Teigspezialitäten zubereitet werden.

Als wir vor dem Restaurant stehen und uns nicht entscheiden können, ob wir an einem der Tische draußen oder doch lieber drinnen sitzen wollen, werden wir direkt sehr freundlich begrüßt. Wir entscheiden uns dafür, reinzugehen. Anders als draußen sitzt man im Restaurant an relativ kleinen Tischen auf Barhockern, wodurch eine Mischung aus Restaurant- und moderner Imbissatmosphäre entsteht. Hinter dem Tresen in der Mitte des Raumes steht der Lehmofen, vor dem auf einem Tisch bereits Lahmacun und Brote zum Backen bereitliegen. Man kann dabei direkt beobachten, wie diese zubereitet und in den Ofen geschoben werden.

Als wir uns die Speisekarte anschauen, bekommen wir direkt das gegrillte Hähnchen mit Gemüsesoße, Reis, Salat und Fladenbrot (13,50 Euro) empfohlen. Wir entscheiden uns für die Empfehlung und bestellen zusätzlich noch einen gemischten Vorspeisenteller, ebenfalls mit Fladenbrot, (9 Euro) und einen veganen Lahmacun (3 Euro). Dazu trinken wir Çay. Die Vorspeise kommt nach wenigen Minuten. Sie besteht aus sechs unterschiedlichen Dips, etwas Bulgur und sehr gut gebackenem Fladenbrot. Auch der Salat wird schnell gebracht. Die Dips sind alle sehr lecker und abwechslungsreich. Besonders gut gefällt uns die Gemüsecreme mit Aubergine und der scharfe Dip mit Tomate. Die Hauptgerichte kommen noch, bevor wir mit der Vorspeise fertig sind. Wir teilen uns alles zu dritt und müssen deshalb nach zusätzlichen Tellern fragen. Ansonsten ist das Servicepersonal aber sehr aufmerksam und freundlich. Es stellt sich heraus, dass die Gemüsesoße zum gegrillten Hähnchen eigentlich eine Hollandaise ist. Das Gericht ist lecker, Hähnchen und Reis sind sehr gut zubereitet. Trotzdem hatte ich etwas anderes erwartet, da mir Hollandaise in der türkischen Küche bisher noch nicht begegnet ist. Der vegane Lahmacun ist statt mit Fleisch mit Linsen belegt, dazu gibt es die typischen Beilagen, Tomate, Petersilie und Zitrone. Die Soße ist würzig und eine gute vegane Alternative zum Lahmacun mit Fleisch. Das im Lehmofen gebackene Brot ist besonders knusprig und hebt sich von Lahmacun ab, den man sonst aus dem Imbiss kennt. Zwar etwas klein, aber für 3 Euro immer noch absolut preiswert. Zusätzlich zum Lahmacun gibt es auch eine vegane Pide-Option und einige vegetarische Gerichte. Auch wer kein Fleisch isst, wird hier also fündig. Als wir mit dem Essen fertig sind, trinken wir draußen noch einen Çay. Bei gutem Wetter kann man hier sehr gut sitzen und die Tische sind etwas komfortabler als drinnen. Insgesamt waren wir zufrieden und kommen gerne wieder.

» Jona Daum

Lindener Lehmofen
Falkenstraße 21, 30449 Hannover
Tel. 0511 34005267
Mo-Fr 12-21 Uhr, Sa 13-21 Uhr, So 15-21 Uhr

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Stadtkinder essen: Bar Añejo

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Stadtkinder essen: Bar Añejo


Wir sitzen auf der Terrasse der Bar Añejo, einem venezolanischen Restaurant mitten in Hannover-Linden. Drinnen ist es zwar auch gemütlich, aber die Abendsonne strahlt mit ihrer letzten, prallen Kraft durch die Elisenstraße und das lassen wir uns natürlich nicht entgehen. Menschen radeln mit dem Fahrrad vorbei oder schlendern gemächlich in ihren Feierabend hinein, das geschäftige Treiben der Limmerstraße nur einen Katzensprung entfernt; doch hier ist es angenehm ruhig: weniger Hektik und kein Üstra-Trubel. Wir lehnen uns in den Stühlen zurück und sogleich werden uns von einer freundlichen Servicekraft die Karten gereicht. Eine Karte fürs Essen und eine weitere für die Getränke – schließlich versteht sich das Restaurant auch als Bar.

In der Menükarte findet man zum Start eine Erklärung der gängigsten Lebensmittel der venezolanischen Küche. So erfährt man, dass Yuca, Maniok und Casava nur verschiedene Namen für dieselbe Wurzel sind, die in Venezuela in vielen Gerichten Verwendung findet. Oder dass Tostones beziehungsweise Patacón Kochbanane bedeutet, allerdings nicht zu verwechseln mit der süßen Variante der Kochbanane, der Tajada. So können die Gerichte auf den Seiten dahinter in ihrer Originalsprache authentisch betitelt werden, ohne Menschen mit wenig oder gar keiner Kenntnis der spanischen Sprache zu verschrecken. Als Hilfestellung werden zudem unter den Gerichten nochmals die Hauptzutaten gelistet. Die Getränkeauswahl der anderen Karte ist für mich als Sonst-Nie-Alkohol-Trinkerin dagegen etwas überwältigend. Wir schicken die Servicekraft noch einmal weg – ich brauche weitere fünf Minuten.

Schließlich bestellen wir zuerst eine Cola Zero und eine Maracuja-Schorle gegen den einfachen Durst und im Anschluss zwei sommerliche Cocktails. Der Peach & Mango Flash (13,50 Euro) ist ein Schaumwein mit Pfirsichlikör. Geschmack: sommerlich-frisch, fruchtig-süß, und der Geruch von Basilikum steigt einem dezent in die Nase. Alkohol ist drin, das merkt man, aber er drängt sich nicht in den Vordergrund. Angenehm. Dazu probieren wir den Nikkey (16,50 Euro). Diese Cocktailvariante haben wir noch nie gesehen und sind gespannt. Der Nikkey ist ein Pisco mit Granatapfel, Zitronengras, Yuzu, Limette und Aquafaba (Abtropfwasser von Kichererbsen). Das Cocktailschalenglas lässt die sanfte Schaumkrone des Piscos in voller Pracht zur Geltung kommen, lässig lehnt ein Litschispieß am Rand. Wer es sauer-fruchtig mag, macht hier nichts falsch. Besonders die Granatapfelsäure ist angenehm prickelnd auf der Zunge, nicht ganz so scharf-säuerlich wie die klassische Zitronensäure. Der schaumige Pisco im Drink ist übrigens sehr beliebt in Südamerika und gilt gar als Nationalspirituose Chiles und Perus. So ganz einig ist man sich nicht – es gab bereits einige juristische Streitigkeiten zwischen den beiden Ländern.

Die Vorspeisen kommen fix. Es gibt Yucas con Guacamole (8,50 Euro) Maniokpommes mit Guacamole. In meiner Vorstellung das Pendant zu belgischen Fritten. So ganz unrecht habe ich auf den ersten Blick nicht, die gesalzenen und gebratenen Yucas kommen in dicken Scheiben daher. Die Guacamole ist frisch und ergänzt hervorragend den etwas erdigen Geschmack der Maniokpommes. Die Yucawurzel ist außen knusprig und innen ganz weich. Der Geschmack ist mild und nicht vergleichbar mit Kartoffeln. Als zweite Vorspeise kommen Tequeños (8,90 Euro), Teigstäbchen mit Käsefüllung und Rosada-Dip. Deftig im Geschmack, außen der krosse Teigmantel, innen zergeht die Käsefüllung perfekt auf der Zunge. Besonders lecker ist die leicht süßliche Soße dazu. Der Dip schmeckt ähnlich wie eine Cocktailsoße.

Kurz darauf kommen die Hauptspeisen. Beim Arepa Duo (18,50 Euro) bekommt man zwei traditionelle Maisteigfladen serviert, mit Pico de Gallo, Bananenchips und Guasa-Dip. Die Füllung der Teigtaschen kann man selbst wählen. Es gibt vier verschiedene Möglichkeiten, zwei Fleischvarianten, eine vegetarische und eine vegane Version. Wir haben die Pelua-Variante bestellt. In unseren zwei Maisteigtaschen steckt Pulled Beef mit geriebenem Gouda. Der erste Fladen ist perfekt kross, der andere weicht durch die Füllung ein wenig auf. Das ist nicht weiter schlimm, aber fällt auf, da der erste makellos zubereitet war. Der Salat schmeckt knackig und der Dip ist limettenlecker. Der ist allerdings bei dem Gericht für Viel-Soßen-Liebhaber*innen zu sparsam. Wer den Dip nur für die salzigen Bananenchips nutzt, dem reicht’s.

Als zweite Hauptspeise probieren wir das venezolanische Nationalgericht Pabellón Vegetariano (16,50 Euro) – allerdings in der veganen Variante, die in der Karte gleich mit aufgelistet ist. Man muss also nicht extra fragen und Sonderwünsche äußern. Das Pabellón Vegano ist nett angerichtet – eine riesige Portion mit schwarzen Bohnen, Reis, Guacamole, Avocadostücken, Kochbanane und Pico de Gallo. Letzteres ist eine klassische südamerikanische Tomaten-Salsa, ähnlich der italienischen Bruschetta. Die Kochbanane ist nicht einfach süß und matschig, sie ist lecker angebraten und dezenter im Geschmack als angenommen. Ähnlichkeit mit der Banane, die ich mir morgens in den Smoothie mixe, hat sie kaum. Sie schmeckt eher wie ein Gemüse. Der trotzdem leicht mehlig-erdige Geschmack korrespondiert dabei ausgezeichnet mit der fruchtig-sauren Tomatensalsa und der Guacamole. Auch die Bohnen überzeugen. Die Caraotas Negras sind in Venezuela eines der Grundnahrungsmittel und bestechen durch ihre sämige Konsistenz. Wer sich in Sachen Ernährung auskennt, weiß: Bohnen sind nicht nur lecker, sondern verdammt gesund und ein echtes Superfood. Das gesamte Gericht ist in seiner Kombination aus Gemüse, Frucht und Reis eher ein Plain-Food als ein fancy Food. Die Zutaten stechen durch ihren natürlichen Geschmack heraus, die Würzung ist dezent gehalten und nur durch die unterschiedlichen Komponenten entsteht der besondere Geschmack. Für manche mag das simpel sein, für andere unverfälscht lecker.

» AS

Bar Añejo
Elisenstraße 22
30451 Hannover-Linden
Di-Sa ab 18 Uhr
www.bar-anejo.com

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Stadtkinder essen: Changle Noodle House

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Stadtkinder essen: Changle Noodle House


Es vergeht kaum ein Monat, in dem nicht irgendwelche neuen asiatischen Foodtrends aus dem Digital gekrabbelt kommen. Seit einiger Zeit sind von Hand gezogene Nudeln das große, heiße und ziemlich lange Ding. Man stellt sich natürlich sofort eine Szene vor wie seinerzeit bei „Susi und Strolch“. Ob es tatsächlich auch so romantisch ist, so gut schmeckt und ob wir einen singenden Hundechor vorfinden würden, haben wir eruiert und waren in der zweiten, neueren Filiale des Changle Noodle Houses auf der Marienstraße. Deren Partnerfiliale ist schon seit längerem auf der Lister Meile zu finden und die Spezialität des Hauses sind eben nämliche Nudeln. Mit Pho oder ohne, warm, kalt, mit Gemüse und/oder Fleisch – jegliche denkbare Zubereitung. Wir fragen uns, ob der Hype berechtigt ist.

Zur Vorspeise gönnen wir uns frittierte Dumplings (5 Stück für 4,90 Euro) mit Schweinefleischfüllung, trinken ein Bier (0,33l für 4,90 Euro) und eine große Johannisbeer-Saftschorle (0,4l für 4,90 Euro) Innerhalb kürzester Zeit bekommen wir die Vorspeise serviert.

Die Dumplings sind knusprig und obwohl ein bisschen salzarm, schmecken sie doch recht gut. Wir können uns nicht ganz einigen, ob es sich um selbstgemachte oder gekaufte Ware handelt, was am Ende aber auch gar nicht so furchtbar wichtig ist. Während wir noch kauen, kommt schon eines unserer Hauptgerichte. Zum einen haben wir das zweifach gebratene Schweinefleisch mit Reis (15,90 Euro) bestellt und zum anderen natürlich das Gericht, weshalb wir hier sind: handgezogene Nudeln mit Salat, Gemüse, Hackfleisch und Five Spice-Würzung (13,90 Euro). Letzteres Gericht wird zuerst serviert, was ein bisschen ärgerlich ist. Wenn die Gerichte nicht zeitgleich kommen, wartet der Eine natürlich aus Höflichkeitsgründen auf den anderen und muss dann später lauwarmes Essen essen.

Nach einer gewissen Wartezeit wird dann auch das Schweinefleisch gebracht. Was sich als erstes bei beiden Gerichten herausgestellt: Das mit der Salzarmut zieht sich durch, generell ist das Würzen hier anscheinend verpasst worden, es schmeckt doch alles sehr… tja… naturbelassen. Leider ist auf dem Tisch weder eine Menagerie zu finden noch ist das Servicepersonal aufmerksam genug (wenn auch sehr freundlich) nachzufragen, ob alles in Ordnung sei.

Bei der Five-Spice-Gewürzmischung, die für die asiatische Küche typisch ist, schmeckt man am deutlichsten den Sternanis hervor, was das Ganze in Kombination mit den nahezu ungewürzten Restzutaten nach Nudeln mit Hustensaft schmecken lässt. Das zweifach gebratene Schweinefleisch ist, so soll es ja auch sein, ein bisschen gummig, ja fast toffeeartig klebrig. Handwerklich wirklich gut gemacht, dünn geschnitten, schön glasiert aber ebenfalls relativ geschmacksarm. Da sieht man mal wieder: Optik ist nicht alles.

Alles in allem sind wir zwar satt, besonders begeistert aber nicht. Nicht von der Einrichtung – statt der erhofften „Susi und Strolch“-Romantik hat das Changle eher Kantinencharakter – und das Signature Dish: Nun, letzten Endes sind es dann doch nur ein paar ungewöhnlich lange Eiernudeln (ohne Hundechor) für vergleichsweise viel Geld bei wenig Gewürzen. Hält sich unserer Meinung nach nicht die Waage, wiederkommen werden wir wohl eher nicht.

» IH

Changle Noodle House
Marienstraße 54
30171 Hannover
Di-So: 12-15 Uhr und 17-21.30 Uhr

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Stadtkinder essen: 60 seconds to napoli

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Stadtkinder essen: 60 seconds to napoli


Wie kommt man in 60 Sekunden nach Neapel? Das neue Pizza­restaurant in der Rathenaustraße, direkt hinter der Oper, scheint die Antwort darauf zu haben. 60 seconds to napoli ist mit seinem neuen Standort in Hannover das 30. Restaurant seiner Art in Deutschland und erfreut sich großer Beliebtheit. Seit Ende März hat die Filiale geöffnet und serviert neapolitanische Pizzen – das Besondere daran: ein sehr dünner Boden in Verbindung mit einem weichen, dicken Rand. Wie das schmeckt, wollen wir jetzt herausfinden.

Beim Eintreffen stellen wir direkt fest: the hype is real, denn wir müssen trotz Reservierung in einer Schlange warten. Das Lokal ist schummrig beleuchtet: dunkle Holzvertäfelungen, eine dunkelrote Decke, schwarze Garnitur und bordeauxfarbene Samtsessel. Besonders auffällig sind die großen, organisch geformten, orangen Lampen, die im Fensterbereich hängen – sehr schick! Nun aber zum Essen – wir sind heute auf pflanzlicher Mission. Ein erster Blick in die Karte verrät direkt, dass wir nicht verhungern müssen. Es gibt sechs vegane Pizzen, sogar einen pflanzlichen Nachtisch und Kaffeegetränke können mit Hafermilch bestellt werden. Wir entscheiden uns für zwei Homemade Drinks namens Pure Lady und Red Passion (je 6,50 Euro). In den Genuss dieser kommen wir nach Aufgabe der Bestellung relativ schnell. Bei Red Passion, eine Mixtur aus Zitronensaft, Himbeeren, Minze, Agavendicksaft und Sprudelwasser, dominiert definitiv die Säure der Zitrone, die Fruchtigkeit der Himbeere lässt eher zu wünschen übrig. Bei Pure Lady treffen Limettensaft und Sprudelwasser auf Pfirsich- und Himbeerpüree. Das ist eine ziemlich süße Angelegenheit. Aber je mehr von den Eiswürfeln schmelzen, desto leckerer wird das Getränk.

Auf unser Essen müssen wir leider knapp 50 Minuten warten. Uns wird mitgeteilt, es gäbe ein Problem in der Küche. Währenddessen finden wir – Internet sei Dank – heraus, dass sich der Name des Restaurants auf die Backzeit der Pizza bezieht: Nach 72 Stunden Teigruhe wird die Pizza bei 485 Grad für 60 Sekunden gebacken. Passend dazu kommen endlich unsere Pizzen. Der Beilagensalat (7 Euro) schmeckt recht beliebig, die Kalamata-Oliven on top sind aber eine echte Bereicherung. Jetzt wird es interessant: Die Vegan Nduja (15,90 Euro) ist angelehnt an eine scharf-würzige, pastenartige Rohwurst aus Kalabrien. Belegt mit einer an eben diese Wurst erinnernde Paste, grüner Paprika und Zwiebeln entsteht eine wortwörtlich runde Sache! Der Teig ist sehr lecker, der Rand lässt sich super mit ein wenig Knoblauchöl und Salz verputzen. Auch die Margherita Vegan (13,90 Euro) überzeugt uns mit ihrem Fokus auf die fruchtige Tomatensauce und den vermutlich auf Cashewkernen basierenden Mozzarella.

Zum Nachtisch darf es noch das Vegan Strawberry Crumble (8,50 Euro) und ein Espresso (2,50 Euro) sein. Letzteren hätten wir bei Abgabe einer Google-Bewertung sogar kostenlos erhalten, was die bereits über 1.000 Bewertungen des Google-Maps-Eintrags erklären könnte. Der Crumble, eine luftig-flüssige Vanillecreme auf einem Keksboden und garniert mit leider bloß vier Erdbeerscheibchen, erfüllt das Bedürfnis nach einem süßen Abschluss. Nach unserem zweistündigen Besuch sind wir sehr satt und recht zufrieden. Für die Pizza würden wir auf jeden Fall wiederkommen!

» Larissa Peters

60 seconds to napoli
Rathenaustraße 12, 30159 Hannover
60secondstonapoli.de
Mo-So 11.30-0 Uhr

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Stadtkinder essen: Mosaik Café

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Stadtkinder essen: Mosaik Café


Mitten in der List, gleich oben in der Jakobistraße am Lister Platz, gibt es seit kurzem ein neues Schmuckstück. Das muss man so sagen. Denn das Mosaik Café, Patisserie und Restaurant ist wirklich eines: Allein der Schriftzug erinnert, namensgebend, an Glasmosaik, was sich drinnen fortsetzt: Schwarz gestrichene Wände mit handwerklich herausragenden Wandmalereien, bunte Mosaiklampen (na, was sonst!), Sitznischen zum Hineinkrabbeln und eine enorme Menge an Zierkissen. Meisterwerke konditorischer Handwerkskunst stehen hinter Glas in Vitrinen, schwarz gekleidete Servicekräfte im Hijab wuseln busy umher und schenken uns ein strahlendes Lächeln, als wir zu unserem Tisch geführt werden. Das afghanische Mosaik Café bietet neben spannenden Tellerfrühstücken und sensationellen Gebäckkreationen auch afghanische Küche an, naturgemäß allerdings keine alkoholischen Getränke. Dafür gibt es eine enorme Tee-Auswahl. Aus Gründen der diesbezüglichen Überforderung entscheiden wir uns für Wasser (eine Karaffe mit Orange und Zitrone, die war kostenlos) und einen einfachen Schwarztee.

Und es ist kein Witz: Das ist so ungefähr der leckerste Schwarztee des Jahrhunderts! Gereicht wird er mit einem Kandisstab, in den ein Safranfaden eingegossen ist. Ob es nun am Safran liegt oder die Teemischung eine besondere ist – keine Ahnung, aber es schmeckt herrlich. Unsere Servicekraft rät uns von unserer Vorspeisenauswahl ab und erklärt, wer ein Hauptgericht bestellt, bekommt ohnehin einen Begrüßungsteller, auf dem sich das befindet, was wir auch bestellt hätten. Und schon wenig später bringt sie uns ein frisch gebackenes, noch ganz aufgeblähtes Fladenbrot und drei Schälchen mit Dips: Eine leckere Mayonnaise-Joghurtcreme mit Knoblauch, eine Art Salad-e Shirazi (sehr fein gewürfelte Gurken, Tomaten, rote Zwiebel, Minze) und einen scharfen Dip aus Paprika- und Tomatenmark, Chilipaste und Granatapfel. Alles ist super abgeschmeckt und macht direkt glücklich und Lust auf mehr. Es dauert gar nicht lange, schon werden unsere Hauptgerichte gebracht: Qaboli mit Mahiche (22,90 Euro) und Kose Kebab mit Hähnchen (15,90).

Beim Qaboli handelt es sich um ein afghanisches Festtagsgericht: Aromatischer Basmatireis und brauner Reis gemischt, mit süßen Karottenstreifen, Rosinen und Mandeln, gewürzt mit Kardamom und Garam Masala. Dazu gibt es eine langsam geschmorte Lammkeule, für die man weder ein Messer noch Zähne braucht: Äußerst zart fällt das Fleisch schon vom Knochen, wenn man es nur zu ruppig anschaut, orientalisch gewürzt mit Zimt, Nelke und gemahlenem Koriander. Ein Volltreffer! Allerdings eine gigantische Portion, die alleine schwer bezwingbar ist, selbst, wenn man sich nicht vorfreudig auf den Begrüßungsteller gestürzt hat. Das Kose Kebab steht dem in nichts nach, im Gegenteil, allein der Serviervorgang ist schon ein aufregendes Spektakel: Das Hähnchenfleisch ist in mundgerechte Stücke geschnitten, um Zwiebeln und Paprika ergänzt, mit Curry gewürzt und in einer Tonschale gegart worden. Oben über diese Schale hat man ein Hütchen aus Brotteig gestülpt und der ganze Wahnsinn wird brennend serviert. Die Servicekraft zerfetzt das Brothütchen, damit wir uns den Schnabel nicht verbrennen und bringt noch mehr Brot zum Auflöffeln des Kebabs. Das ist extrem lecker und wir ärgern uns über unsere stark eingeschränkte Magenkapazität.

Aufgrund des hohen Aufkommens an Laufkundschaft sei ausdrücklich zum Reservieren geraten, wir haben diverse Gäste enttäuscht abziehen sehen, weil das Café ausgebucht war.

Hier waren auch wir definitiv nicht zum letzten Mal!

Mosaik Café, Patisserie und Restaurant

Jakobistraße 6

30163 Hannover

So.-Do.: 08-20 Uhr

Fr.-Sa.: 08-22 Uhr

www.mosaik.cafe

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