Tag Archive | "stadtkinder essen"

Stadtkinder essen: Changle Noodle House

Tags: , ,

Stadtkinder essen: Changle Noodle House


Es vergeht kaum ein Monat, in dem nicht irgendwelche neuen asiatischen Foodtrends aus dem Digital gekrabbelt kommen. Seit einiger Zeit sind von Hand gezogene Nudeln das große, heiße und ziemlich lange Ding. Man stellt sich natürlich sofort eine Szene vor wie seinerzeit bei „Susi und Strolch“. Ob es tatsächlich auch so romantisch ist, so gut schmeckt und ob wir einen singenden Hundechor vorfinden würden, haben wir eruiert und waren in der zweiten, neueren Filiale des Changle Noodle Houses auf der Marienstraße. Deren Partnerfiliale ist schon seit längerem auf der Lister Meile zu finden und die Spezialität des Hauses sind eben nämliche Nudeln. Mit Pho oder ohne, warm, kalt, mit Gemüse und/oder Fleisch – jegliche denkbare Zubereitung. Wir fragen uns, ob der Hype berechtigt ist.

Zur Vorspeise gönnen wir uns frittierte Dumplings (5 Stück für 4,90 Euro) mit Schweinefleischfüllung, trinken ein Bier (0,33l für 4,90 Euro) und eine große Johannisbeer-Saftschorle (0,4l für 4,90 Euro) Innerhalb kürzester Zeit bekommen wir die Vorspeise serviert.

Die Dumplings sind knusprig und obwohl ein bisschen salzarm, schmecken sie doch recht gut. Wir können uns nicht ganz einigen, ob es sich um selbstgemachte oder gekaufte Ware handelt, was am Ende aber auch gar nicht so furchtbar wichtig ist. Während wir noch kauen, kommt schon eines unserer Hauptgerichte. Zum einen haben wir das zweifach gebratene Schweinefleisch mit Reis (15,90 Euro) bestellt und zum anderen natürlich das Gericht, weshalb wir hier sind: handgezogene Nudeln mit Salat, Gemüse, Hackfleisch und Five Spice-Würzung (13,90 Euro). Letzteres Gericht wird zuerst serviert, was ein bisschen ärgerlich ist. Wenn die Gerichte nicht zeitgleich kommen, wartet der Eine natürlich aus Höflichkeitsgründen auf den anderen und muss dann später lauwarmes Essen essen.

Nach einer gewissen Wartezeit wird dann auch das Schweinefleisch gebracht. Was sich als erstes bei beiden Gerichten herausgestellt: Das mit der Salzarmut zieht sich durch, generell ist das Würzen hier anscheinend verpasst worden, es schmeckt doch alles sehr… tja… naturbelassen. Leider ist auf dem Tisch weder eine Menagerie zu finden noch ist das Servicepersonal aufmerksam genug (wenn auch sehr freundlich) nachzufragen, ob alles in Ordnung sei.

Bei der Five-Spice-Gewürzmischung, die für die asiatische Küche typisch ist, schmeckt man am deutlichsten den Sternanis hervor, was das Ganze in Kombination mit den nahezu ungewürzten Restzutaten nach Nudeln mit Hustensaft schmecken lässt. Das zweifach gebratene Schweinefleisch ist, so soll es ja auch sein, ein bisschen gummig, ja fast toffeeartig klebrig. Handwerklich wirklich gut gemacht, dünn geschnitten, schön glasiert aber ebenfalls relativ geschmacksarm. Da sieht man mal wieder: Optik ist nicht alles.

Alles in allem sind wir zwar satt, besonders begeistert aber nicht. Nicht von der Einrichtung – statt der erhofften „Susi und Strolch“-Romantik hat das Changle eher Kantinencharakter – und das Signature Dish: Nun, letzten Endes sind es dann doch nur ein paar ungewöhnlich lange Eiernudeln (ohne Hundechor) für vergleichsweise viel Geld bei wenig Gewürzen. Hält sich unserer Meinung nach nicht die Waage, wiederkommen werden wir wohl eher nicht.

» IH

Changle Noodle House
Marienstraße 54
30171 Hannover
Di-So: 12-15 Uhr und 17-21.30 Uhr

Abgelegt unter Einkauf & Genuss, Stadtkinder essenKommentare deaktiviert für Stadtkinder essen: Changle Noodle House

Stadtkinder essen: 60 seconds to napoli

Tags: , ,

Stadtkinder essen: 60 seconds to napoli


Wie kommt man in 60 Sekunden nach Neapel? Das neue Pizza­restaurant in der Rathenaustraße, direkt hinter der Oper, scheint die Antwort darauf zu haben. 60 seconds to napoli ist mit seinem neuen Standort in Hannover das 30. Restaurant seiner Art in Deutschland und erfreut sich großer Beliebtheit. Seit Ende März hat die Filiale geöffnet und serviert neapolitanische Pizzen – das Besondere daran: ein sehr dünner Boden in Verbindung mit einem weichen, dicken Rand. Wie das schmeckt, wollen wir jetzt herausfinden.

Beim Eintreffen stellen wir direkt fest: the hype is real, denn wir müssen trotz Reservierung in einer Schlange warten. Das Lokal ist schummrig beleuchtet: dunkle Holzvertäfelungen, eine dunkelrote Decke, schwarze Garnitur und bordeauxfarbene Samtsessel. Besonders auffällig sind die großen, organisch geformten, orangen Lampen, die im Fensterbereich hängen – sehr schick! Nun aber zum Essen – wir sind heute auf pflanzlicher Mission. Ein erster Blick in die Karte verrät direkt, dass wir nicht verhungern müssen. Es gibt sechs vegane Pizzen, sogar einen pflanzlichen Nachtisch und Kaffeegetränke können mit Hafermilch bestellt werden. Wir entscheiden uns für zwei Homemade Drinks namens Pure Lady und Red Passion (je 6,50 Euro). In den Genuss dieser kommen wir nach Aufgabe der Bestellung relativ schnell. Bei Red Passion, eine Mixtur aus Zitronensaft, Himbeeren, Minze, Agavendicksaft und Sprudelwasser, dominiert definitiv die Säure der Zitrone, die Fruchtigkeit der Himbeere lässt eher zu wünschen übrig. Bei Pure Lady treffen Limettensaft und Sprudelwasser auf Pfirsich- und Himbeerpüree. Das ist eine ziemlich süße Angelegenheit. Aber je mehr von den Eiswürfeln schmelzen, desto leckerer wird das Getränk.

Auf unser Essen müssen wir leider knapp 50 Minuten warten. Uns wird mitgeteilt, es gäbe ein Problem in der Küche. Währenddessen finden wir – Internet sei Dank – heraus, dass sich der Name des Restaurants auf die Backzeit der Pizza bezieht: Nach 72 Stunden Teigruhe wird die Pizza bei 485 Grad für 60 Sekunden gebacken. Passend dazu kommen endlich unsere Pizzen. Der Beilagensalat (7 Euro) schmeckt recht beliebig, die Kalamata-Oliven on top sind aber eine echte Bereicherung. Jetzt wird es interessant: Die Vegan Nduja (15,90 Euro) ist angelehnt an eine scharf-würzige, pastenartige Rohwurst aus Kalabrien. Belegt mit einer an eben diese Wurst erinnernde Paste, grüner Paprika und Zwiebeln entsteht eine wortwörtlich runde Sache! Der Teig ist sehr lecker, der Rand lässt sich super mit ein wenig Knoblauchöl und Salz verputzen. Auch die Margherita Vegan (13,90 Euro) überzeugt uns mit ihrem Fokus auf die fruchtige Tomatensauce und den vermutlich auf Cashewkernen basierenden Mozzarella.

Zum Nachtisch darf es noch das Vegan Strawberry Crumble (8,50 Euro) und ein Espresso (2,50 Euro) sein. Letzteren hätten wir bei Abgabe einer Google-Bewertung sogar kostenlos erhalten, was die bereits über 1.000 Bewertungen des Google-Maps-Eintrags erklären könnte. Der Crumble, eine luftig-flüssige Vanillecreme auf einem Keksboden und garniert mit leider bloß vier Erdbeerscheibchen, erfüllt das Bedürfnis nach einem süßen Abschluss. Nach unserem zweistündigen Besuch sind wir sehr satt und recht zufrieden. Für die Pizza würden wir auf jeden Fall wiederkommen!

» Larissa Peters

60 seconds to napoli
Rathenaustraße 12, 30159 Hannover
60secondstonapoli.de
Mo-So 11.30-0 Uhr

Abgelegt unter Einkauf & Genuss, Stadtkinder essenKommentare deaktiviert für Stadtkinder essen: 60 seconds to napoli

Stadtkinder essen: Mosaik Café

Tags: , ,

Stadtkinder essen: Mosaik Café


Mitten in der List, gleich oben in der Jakobistraße am Lister Platz, gibt es seit kurzem ein neues Schmuckstück. Das muss man so sagen. Denn das Mosaik Café, Patisserie und Restaurant ist wirklich eines: Allein der Schriftzug erinnert, namensgebend, an Glasmosaik, was sich drinnen fortsetzt: Schwarz gestrichene Wände mit handwerklich herausragenden Wandmalereien, bunte Mosaiklampen (na, was sonst!), Sitznischen zum Hineinkrabbeln und eine enorme Menge an Zierkissen. Meisterwerke konditorischer Handwerkskunst stehen hinter Glas in Vitrinen, schwarz gekleidete Servicekräfte im Hijab wuseln busy umher und schenken uns ein strahlendes Lächeln, als wir zu unserem Tisch geführt werden. Das afghanische Mosaik Café bietet neben spannenden Tellerfrühstücken und sensationellen Gebäckkreationen auch afghanische Küche an, naturgemäß allerdings keine alkoholischen Getränke. Dafür gibt es eine enorme Tee-Auswahl. Aus Gründen der diesbezüglichen Überforderung entscheiden wir uns für Wasser (eine Karaffe mit Orange und Zitrone, die war kostenlos) und einen einfachen Schwarztee.

Und es ist kein Witz: Das ist so ungefähr der leckerste Schwarztee des Jahrhunderts! Gereicht wird er mit einem Kandisstab, in den ein Safranfaden eingegossen ist. Ob es nun am Safran liegt oder die Teemischung eine besondere ist – keine Ahnung, aber es schmeckt herrlich. Unsere Servicekraft rät uns von unserer Vorspeisenauswahl ab und erklärt, wer ein Hauptgericht bestellt, bekommt ohnehin einen Begrüßungsteller, auf dem sich das befindet, was wir auch bestellt hätten. Und schon wenig später bringt sie uns ein frisch gebackenes, noch ganz aufgeblähtes Fladenbrot und drei Schälchen mit Dips: Eine leckere Mayonnaise-Joghurtcreme mit Knoblauch, eine Art Salad-e Shirazi (sehr fein gewürfelte Gurken, Tomaten, rote Zwiebel, Minze) und einen scharfen Dip aus Paprika- und Tomatenmark, Chilipaste und Granatapfel. Alles ist super abgeschmeckt und macht direkt glücklich und Lust auf mehr. Es dauert gar nicht lange, schon werden unsere Hauptgerichte gebracht: Qaboli mit Mahiche (22,90 Euro) und Kose Kebab mit Hähnchen (15,90).

Beim Qaboli handelt es sich um ein afghanisches Festtagsgericht: Aromatischer Basmatireis und brauner Reis gemischt, mit süßen Karottenstreifen, Rosinen und Mandeln, gewürzt mit Kardamom und Garam Masala. Dazu gibt es eine langsam geschmorte Lammkeule, für die man weder ein Messer noch Zähne braucht: Äußerst zart fällt das Fleisch schon vom Knochen, wenn man es nur zu ruppig anschaut, orientalisch gewürzt mit Zimt, Nelke und gemahlenem Koriander. Ein Volltreffer! Allerdings eine gigantische Portion, die alleine schwer bezwingbar ist, selbst, wenn man sich nicht vorfreudig auf den Begrüßungsteller gestürzt hat. Das Kose Kebab steht dem in nichts nach, im Gegenteil, allein der Serviervorgang ist schon ein aufregendes Spektakel: Das Hähnchenfleisch ist in mundgerechte Stücke geschnitten, um Zwiebeln und Paprika ergänzt, mit Curry gewürzt und in einer Tonschale gegart worden. Oben über diese Schale hat man ein Hütchen aus Brotteig gestülpt und der ganze Wahnsinn wird brennend serviert. Die Servicekraft zerfetzt das Brothütchen, damit wir uns den Schnabel nicht verbrennen und bringt noch mehr Brot zum Auflöffeln des Kebabs. Das ist extrem lecker und wir ärgern uns über unsere stark eingeschränkte Magenkapazität.

Aufgrund des hohen Aufkommens an Laufkundschaft sei ausdrücklich zum Reservieren geraten, wir haben diverse Gäste enttäuscht abziehen sehen, weil das Café ausgebucht war.

Hier waren auch wir definitiv nicht zum letzten Mal!

Mosaik Café, Patisserie und Restaurant

Jakobistraße 6

30163 Hannover

So.-Do.: 08-20 Uhr

Fr.-Sa.: 08-22 Uhr

www.mosaik.cafe

Abgelegt unter Einkauf & Genuss, Stadtkinder essenKommentare deaktiviert für Stadtkinder essen: Mosaik Café

Stadtkinder essen: Cape Town

Tags: , ,

Stadtkinder essen: Cape Town


Cape Town

Die Entfernung zwischen Hannover und Kapstadt beträgt 9632,78 Kilometer Luftlinie. Das sind ungefähr 11,5 Stunden mit dem Flugzeug, keine akzeptable Strecke also für Lieferando oder Uber eats. Darüber nachzudenken ist aber auch gar nicht nötig, gibt es doch seit ein paar Monaten die Möglichkeit, authentisches südafrikanisches Essen in Hannovers Altstadt zu genießen. Die Online-Bewertungen überschlagen sich, Südafrikaner finden, es schmecke „wie zuhause“. Aber wie schmeckt das denn wohl, da zuhause? Finden wir’s raus!

Da im selben Gebäude zuvor ebenfalls ein afrikanisches Restaurant untergebracht war, hat man, ganz pragmatisch, an der Deko nicht viel gemacht. Holzmasken glotzen von den Wänden, schweigen sich aber darüber aus, ob sie süd- oder zentralafrikanischer Herkunft sind. Soll uns egal sein, bedrohlich wirken sie nicht. Im Gegenteil, es ist recht gemütlich hier: Dekostoffe mit Giraffenprint als Tischdecken, das Personal ist aufmerksam und zugewandt. Als erstes werfen wir einen Blick auf die Weinkarte. Aus Südafrika kommt sehr guter Wein, das weiß man schließlich. Wir entscheiden uns für Sauvignon Blanc und Pinotage zu je 7 Euro pro Glas mit 0,2 Liter.

Boah. Gute Wahl. Eine sehr gute Wahl.

Als Vorspeise bestellen wir uns Samosas mit Lammfüllung (3 Stück 7,90 Euro). Richtig gut! Der Teig ist blättrig, sehr knusprig und die Füllung aus Lammhack und Erbsen ist toll gewürzt, das Aprikosenchutney passt sehr gut dazu. Daneben finden wir eine frische Salatbeilage mit Dressing – aber nicht zu viel – und Saatengarnitur. Alles in allem ein exzellentes Entrée. Beim Hauptgang sind wir unschlüssig. Ja, sicher, Zebrafleisch ist exotisch und alles, aber wir haben keine Vergleichsmöglichkeiten. Wir können sagen: schmeckt oder schmeckt nicht. Ganz subjektiv – wenig repräsentativ also. Nein, wir machen das anders. Bei Bobotie (14,50 Euro) handelt es sich um ein südafrikanisches Nationalgericht, das mit uns durchaus bekannten Zutaten hergestellt wird: Eine stark gewürzte, mit Aprikosen verfeinerte Masse aus Hackfleisch und eingeweichtem Weißbrot, die mit einer Haube aus Eiern und Sahne bedeckt und gegart wird. Im Grunde Hackbraten mit Mütze. Die starken Gewürze, besonders Zimt kommt hier deutlich zum Ausdruck, und die Süße der Aprikose harmonieren sehr gut miteinander. Ein richtiges Wohlfühlgericht, das man am liebsten mit einem großen Löffel einstrudeln möchte. Auch zum Bobotie wird eine Salatbeilage serviert, was Sinn ergibt, denn ohne wäre das Gericht vielleicht zu schwer und mächtig – Fresskomaalarm wegen lecker.

In Durban leben 25% Asiaten, die meisten davon haben, geografisch bedingt, indischen Hintergrund. Deshalb ist es auch kaum verwunderlich, dass uns ein Durban Curry angeboten wird. Erhältlich ist es mit Huhn (15,90 Euro) und ohne. Auch, wenn die Karte es als scharf ausweist, ist es das nicht, eher recht würzig. Zwiebeln, grüne Bohnen und Blumenkohl herrschen hier vor. Das Hühnerfleisch hingegen wirkt etwas fehl am Platz, als sei es separat gekocht und erst gegen Ende hinzugefügt worden. Nichts Falsches daran, aber nicht so richtig unser Geschmack, deshalb unser Tipp: Das Curry lieber vegetarisch bestellen. Auch hätte hier eine frische Note in Form von Salat nicht geschadet; bei Curry läuft man schnell mal Gefahr, dass der Geschmack leicht staubig gerät. Alles in allem sind wir aber sehr angetan von Essen, Getränken und Service und werden sicher noch einmal wieder kommen – vielleicht trauen wir uns dann ans Zebra.

Cape Town

Knochenhauerstraße 2

30159 Hannover

www.restaurant-capetown.de

Di-So 17.00-23.00 Uhr

Abgelegt unter Einkauf & Genuss, Stadtkinder essenKommentare deaktiviert für Stadtkinder essen: Cape Town

Stadtkinder essen: Panu

Tags: , ,

Stadtkinder essen: Panu


Im Südwesten Italiens liegt die Region Kampanien. Und was machen die Kampanier, wenn sie im Schatten des Vesuvs an der Küste des Golfs von Neapel entlang flanieren? Ein Sandwich essen! Genauer gesagt, ein Panuozzo. Optisch erinnert das Teil an den ungepflegten Bruder einer Calzone, ist aber im Gegensatz dazu meist mit Gemüse gefüllt und viel weniger mit lavaartigem Käse vollgestopft. Und Panuozze gibt es jetzt auch in Hannover. Zwar wirft nicht der Vesuv seinen Schatten auf das Lokal sondern irgendein Justizgebäude hinter dem Bahnhof und statt einer milden Golfstrom-Brise herrscht rauer Februarwind, aber wir sind da nicht kleinlich und testen heute das Panu in der Augustenstraße.

Ein kleiner Laden, gemütlich vollgestopft mit italienischer Deko, die sich die Aufmerksamkeit mit einem Wandgemälde teilt, das einen als Cowboy verkleideten und mit Bananen bewaffneten Affen zeigt. Dazu tönt 70erjahre Disco-Soul aus den Boxen. Nett! Bestellt wird über einen QR-Code, der den jeweiligen Tischen zugewiesen ist. Wir entscheiden uns für eine Flasche Grapefruitlimonade und ein Wasser (3,50 bzw. 2,50 Euro), für eine Pizza Bresaola mit zusätzlichen Artischocken (14,90 Euro plus 2 Euro) und ein Tacchino Panuozzo (11,90 Euro). Schon bald erhalten wir unsere Getränke sowie eine Schale, die uns als Salat präsentiert wird, als Gruß aus der Küche. Streng genommen ist dieser Salat roher Fenchel, der etwas angemacht wurde. Schmackhaft, aber zu dick geschnitten um sich gut verzehren zu lassen. Doch kurz danach kommen schon die Hauptgerichte, die, das lässt sich nicht leugnen, eindrucksvoll aussehen.

Die Pizza kommt nicht mit einer Tomatensauce, sondern mit einer weißen Basis aus Parmesan und ist großzügig beladen mit hausgemachtem Pesto, Fior die Latte, Bresaola, Kirschtomaten, Walnüssen, Rucola, Ricotta, den bestellten Artischocken und zusätzlichem Parmesan. Der Teig hat offenkundig lange geruht und wirft herrliche Blasen, er ist ganz leicht, fluffig und stopft nicht. Handwerklich eine Eins! Auch geschmacklich wirklich gut, es sind hochwertige Zutaten verwendet worden. Allerdings schmecken diese eher einzeln hervor, statt ein allumfassendes Umami-Gefühl zu erzeugen. Das ist der Job, den bei einer Pizza sonst die Tomatensauce übernimmt – oder zumindest der eine oder andere Champignon. Hier allerdings fehlt das Verbindende und der Geschmack bleibt eher heterogen. Nun aber zum Signature Dish, dem Panuozzo: Gefüllt mit grünem Pesto, Fior die Latte, Ricotta, Rucola, getrockneten Tomaten und Truthahnschinken – so haben wir das bestellt. Außerdem finden wir noch geriebene Möhren, einige Kartoffelscheiben und etwas blanchierte Zucchini unter dem zusammengeklappten Pizzateig. Serviert wird das Gericht mit einer kleinen Schale Kartoffelchips. Das ist ja spannend! Geschmacklich gibt es hier einiges zu entdecken – wer würde schon auf die Idee kommen, Möhrenrohkost in Pizzateig zu wickeln? Es ist ein bisschen schwierig zu essen und trotz der hier vorhandenen Tomate fehlt etwas Abrundendes, Gewürze als solche vermissen wir fast vollständig. Mit den Gerichten bekommen wir eine Menagerie mit Knoblauchöl und einer roten Paste, mutmaßlich Harissa, gereicht. Letztere schmeckt allerdings viel zu rauchig, fast staubig, um wirklich eingesetzt zu werden. Beide Essen lassen uns einigermaßen ratlos zurück: Es gibt absolut nichts auszusetzen, begeistert sind wir trotzdem nicht. Und doch war es ein Erlebnis, dieser kleine süße Laden mit dem freundlichen Personal und einem Gericht, das man sich selbst nie so ausgedacht hätte und das vermutlich im neapolitanischen Sommer ganz anders schmeckt als im hannoveraner Februar. Vielleicht kommen wir noch mal zurück, wenn es etwas wärmer ist!

Panu

Augustenstraße 2

30161 Hannover

Mo-Fr.: 11-21 Uhr

Sa-So.: 15-22 Uhr

www.panu-pizza.de

Abgelegt unter Einkauf & Genuss, Stadtkinder essenKommentare deaktiviert für Stadtkinder essen: Panu

Stadtkinder essen: Misik

Tags: , ,

Stadtkinder essen: Misik


Südkoreanische Exporte sind derzeit der heiße Scheiß. Während der dicke Kim im Norden wie eine schwer bewaffnete Glucke auf allem sitzt, was er als seins betrachtet, haut der Süden einen Trend nach dem anderen raus. K-Pop Demon Hunters, Dalgona-Kaffee, ultrascharfe Ramen – you name it. TikTok sei Dank kennen wir das auch alles und es ist gar kein Wunder, dass koreanischer Krempel hier so boomt. Passend dazu gibt es seit Oktober in der List, genauer gesagt in der Robertstraße, ein neues koreanisches Restaurant. Das Misik konzentriert sich nicht unbedingt auf seit Jahrhunderten tradierte Spezialspezialitäten, sondern auf das, was Koreaner tagtäglich essen. Das koreanische Pendant zu unserem gutbürgerlichen Mittagstisch mit Senfeiern also. Klingt spannend. Wir gehen hin.

„Oh nein!“, denken wir, „Nicht schon wieder diese blöden Piepser am Tisch!“ Sekunden später werfen wir uns mental in den Staub. Diese Piepser sind dafür da, das Personal auf uns aufmerksam zu machen, man läutet wortwörtlich nach ihnen. Schon kommt jemand angeflitzt und nimmt unsere Bestellung auf – fabelhaft! Die Karte ist übersichtlich gestaltet. Drollige Illustrationen und kleine Fun-Facts („Dieses Bier mischen wir Koreaner gerne mit Soju-Schnaps. Frag uns nach dem richtigen Mischungsverhältnis!“) machen sie fast zu einer unterhaltsamen Lektüre. Nur mühsam entscheiden wir uns, obwohl die Karte nicht so groß ist wie bei vielen anderen Lokalen. Aber es klingt nun mal alles sehr lecker! Unsere Wahl fällt auf eine große Cola (5,50 Euro, 0,5l), koreanisches Bier und Soju (3,80 Euro und 3 Euro) – schmeckt spannend! Zur Vorspeise hätten wir gern Mandu (6,50 Euro) und eine kleine Portion Ganjang-Huhn (9 Euro). Bei Mandu handelt es sich um fünf Teigtaschen, die frittiert werden. Dabei ist die Füllung wählbar: Shrimp, Tofu-Gemüse, Kimchi oder Bulgogi. Wir entscheiden uns für Letzteres – zum Thema Bulgogi kommen wir noch. Das Huhn wird paniert, frittiert und kann in mild und scharf bestellt werden, wir nehmen natürlich scharf. Und siehe da: Als wenig später serviert wird, finden wir kleine Chilischoten in der süß-scharf-klebrigen Sauce, die wir begeistert mitessen. Auch das Hühnchen ist klasse. Hörbar knusprig, innen aber saftig. Der Teigmantel ist würzig, aber nicht auf chemisch-schmeckende Art. Auch die Portion ist gut gewählt und dem Preis durchaus angemessen. Die Mandu werden mit einer scharfen Sojasauce und Sriracha-Mayo serviert, sind außen knusprig und durch die fein pürierte Füllung würzig und saftig. Extrem gut! Unsere Hauptgänge bestehen aus Käse-Donkatsu (18,50 Euro) und dem sagenumwobenen Bulgogi (17 Euro). Das ist im Grunde eine Art Barbeque-Marinade. Es gibt sie in süß-würzig und scharf-würzig für jede Art von Fleisch, klassisch – und hier auch so angeboten – ist aber das süß marinierte Rindfleisch. Es ist hauchdünn geschnitten, fast wie Carpaccio, und bei großer Hitze sehr schnell gegart, so dass es ein leichtes Raucharoma entwickelt. Hier ist es, und ja, das ist ein großes Wort, genial. Buttrig, rauchig und würzig – schwer vorstellbar, das besser machen zu können. Absolute Empfehlung! Serviert wird es mit Reis, einer Tasse Katsobushi-Suppe und sauer eingelegtem Gemüse (hier Gurke und Spinat). Beim Käse-Donkatsu handelt es sich um eine Schweinekrokette mit Käsefüllung, die in Scheiben geschnitten wurde. Wie ein Cordon Bleu ohne Schinken, stattdessen aber mit dreifach Käse – unglaublich befriedigend zu essen. Auch dazu gibt es Reis, einen tollen Kohlsalat, eingelegtes Gemüse (Rettich und Sellerie), Wasabi, Maldon-Salz, Trüffelöl, Donkatsu-Sauce (etwa wie fruchtiger Ketchup mit Worcestershire-Sauce) und Katsobushi-Suppe. Letztere ist eher eine Brühe aus getrockneten Bonito-Flocken (Makrelen-Thunfisch-Tier) und wirklich Geschmackssache, göttlich für einige, „Regentonne“ für andere. Sie ist aber sehr gut gemacht und eignet sich prima als Beilage. Wir sind satt. Wir sind begeistert. Und wir werden so was von wieder kommen, denn die Fisch-, vegetarischen und veganen Gerichte wollen schließlich auch probiert werden!

Misik

Robertstraße 7

30161 Hannover

www.misik-hannover.com

Di-Sa: 12-15 Uhr und 18-22 Uhr

So: 18-22 Uhr

Abgelegt unter Einkauf & Genuss, Stadtkinder essenKommentare deaktiviert für Stadtkinder essen: Misik

Folge uns