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Stadtkinder essen: Mosaik Café

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Stadtkinder essen: Mosaik Café


Mitten in der List, gleich oben in der Jakobistraße am Lister Platz, gibt es seit kurzem ein neues Schmuckstück. Das muss man so sagen. Denn das Mosaik Café, Patisserie und Restaurant ist wirklich eines: Allein der Schriftzug erinnert, namensgebend, an Glasmosaik, was sich drinnen fortsetzt: Schwarz gestrichene Wände mit handwerklich herausragenden Wandmalereien, bunte Mosaiklampen (na, was sonst!), Sitznischen zum Hineinkrabbeln und eine enorme Menge an Zierkissen. Meisterwerke konditorischer Handwerkskunst stehen hinter Glas in Vitrinen, schwarz gekleidete Servicekräfte im Hijab wuseln busy umher und schenken uns ein strahlendes Lächeln, als wir zu unserem Tisch geführt werden. Das afghanische Mosaik Café bietet neben spannenden Tellerfrühstücken und sensationellen Gebäckkreationen auch afghanische Küche an, naturgemäß allerdings keine alkoholischen Getränke. Dafür gibt es eine enorme Tee-Auswahl. Aus Gründen der diesbezüglichen Überforderung entscheiden wir uns für Wasser (eine Karaffe mit Orange und Zitrone, die war kostenlos) und einen einfachen Schwarztee.

Und es ist kein Witz: Das ist so ungefähr der leckerste Schwarztee des Jahrhunderts! Gereicht wird er mit einem Kandisstab, in den ein Safranfaden eingegossen ist. Ob es nun am Safran liegt oder die Teemischung eine besondere ist – keine Ahnung, aber es schmeckt herrlich. Unsere Servicekraft rät uns von unserer Vorspeisenauswahl ab und erklärt, wer ein Hauptgericht bestellt, bekommt ohnehin einen Begrüßungsteller, auf dem sich das befindet, was wir auch bestellt hätten. Und schon wenig später bringt sie uns ein frisch gebackenes, noch ganz aufgeblähtes Fladenbrot und drei Schälchen mit Dips: Eine leckere Mayonnaise-Joghurtcreme mit Knoblauch, eine Art Salad-e Shirazi (sehr fein gewürfelte Gurken, Tomaten, rote Zwiebel, Minze) und einen scharfen Dip aus Paprika- und Tomatenmark, Chilipaste und Granatapfel. Alles ist super abgeschmeckt und macht direkt glücklich und Lust auf mehr. Es dauert gar nicht lange, schon werden unsere Hauptgerichte gebracht: Qaboli mit Mahiche (22,90 Euro) und Kose Kebab mit Hähnchen (15,90).

Beim Qaboli handelt es sich um ein afghanisches Festtagsgericht: Aromatischer Basmatireis und brauner Reis gemischt, mit süßen Karottenstreifen, Rosinen und Mandeln, gewürzt mit Kardamom und Garam Masala. Dazu gibt es eine langsam geschmorte Lammkeule, für die man weder ein Messer noch Zähne braucht: Äußerst zart fällt das Fleisch schon vom Knochen, wenn man es nur zu ruppig anschaut, orientalisch gewürzt mit Zimt, Nelke und gemahlenem Koriander. Ein Volltreffer! Allerdings eine gigantische Portion, die alleine schwer bezwingbar ist, selbst, wenn man sich nicht vorfreudig auf den Begrüßungsteller gestürzt hat. Das Kose Kebab steht dem in nichts nach, im Gegenteil, allein der Serviervorgang ist schon ein aufregendes Spektakel: Das Hähnchenfleisch ist in mundgerechte Stücke geschnitten, um Zwiebeln und Paprika ergänzt, mit Curry gewürzt und in einer Tonschale gegart worden. Oben über diese Schale hat man ein Hütchen aus Brotteig gestülpt und der ganze Wahnsinn wird brennend serviert. Die Servicekraft zerfetzt das Brothütchen, damit wir uns den Schnabel nicht verbrennen und bringt noch mehr Brot zum Auflöffeln des Kebabs. Das ist extrem lecker und wir ärgern uns über unsere stark eingeschränkte Magenkapazität.

Aufgrund des hohen Aufkommens an Laufkundschaft sei ausdrücklich zum Reservieren geraten, wir haben diverse Gäste enttäuscht abziehen sehen, weil das Café ausgebucht war.

Hier waren auch wir definitiv nicht zum letzten Mal!

Mosaik Café, Patisserie und Restaurant

Jakobistraße 6

30163 Hannover

So.-Do.: 08-20 Uhr

Fr.-Sa.: 08-22 Uhr

www.mosaik.cafe

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Stadtkinder essen: Cape Town

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Stadtkinder essen: Cape Town


Cape Town

Die Entfernung zwischen Hannover und Kapstadt beträgt 9632,78 Kilometer Luftlinie. Das sind ungefähr 11,5 Stunden mit dem Flugzeug, keine akzeptable Strecke also für Lieferando oder Uber eats. Darüber nachzudenken ist aber auch gar nicht nötig, gibt es doch seit ein paar Monaten die Möglichkeit, authentisches südafrikanisches Essen in Hannovers Altstadt zu genießen. Die Online-Bewertungen überschlagen sich, Südafrikaner finden, es schmecke „wie zuhause“. Aber wie schmeckt das denn wohl, da zuhause? Finden wir’s raus!

Da im selben Gebäude zuvor ebenfalls ein afrikanisches Restaurant untergebracht war, hat man, ganz pragmatisch, an der Deko nicht viel gemacht. Holzmasken glotzen von den Wänden, schweigen sich aber darüber aus, ob sie süd- oder zentralafrikanischer Herkunft sind. Soll uns egal sein, bedrohlich wirken sie nicht. Im Gegenteil, es ist recht gemütlich hier: Dekostoffe mit Giraffenprint als Tischdecken, das Personal ist aufmerksam und zugewandt. Als erstes werfen wir einen Blick auf die Weinkarte. Aus Südafrika kommt sehr guter Wein, das weiß man schließlich. Wir entscheiden uns für Sauvignon Blanc und Pinotage zu je 7 Euro pro Glas mit 0,2 Liter.

Boah. Gute Wahl. Eine sehr gute Wahl.

Als Vorspeise bestellen wir uns Samosas mit Lammfüllung (3 Stück 7,90 Euro). Richtig gut! Der Teig ist blättrig, sehr knusprig und die Füllung aus Lammhack und Erbsen ist toll gewürzt, das Aprikosenchutney passt sehr gut dazu. Daneben finden wir eine frische Salatbeilage mit Dressing – aber nicht zu viel – und Saatengarnitur. Alles in allem ein exzellentes Entrée. Beim Hauptgang sind wir unschlüssig. Ja, sicher, Zebrafleisch ist exotisch und alles, aber wir haben keine Vergleichsmöglichkeiten. Wir können sagen: schmeckt oder schmeckt nicht. Ganz subjektiv – wenig repräsentativ also. Nein, wir machen das anders. Bei Bobotie (14,50 Euro) handelt es sich um ein südafrikanisches Nationalgericht, das mit uns durchaus bekannten Zutaten hergestellt wird: Eine stark gewürzte, mit Aprikosen verfeinerte Masse aus Hackfleisch und eingeweichtem Weißbrot, die mit einer Haube aus Eiern und Sahne bedeckt und gegart wird. Im Grunde Hackbraten mit Mütze. Die starken Gewürze, besonders Zimt kommt hier deutlich zum Ausdruck, und die Süße der Aprikose harmonieren sehr gut miteinander. Ein richtiges Wohlfühlgericht, das man am liebsten mit einem großen Löffel einstrudeln möchte. Auch zum Bobotie wird eine Salatbeilage serviert, was Sinn ergibt, denn ohne wäre das Gericht vielleicht zu schwer und mächtig – Fresskomaalarm wegen lecker.

In Durban leben 25% Asiaten, die meisten davon haben, geografisch bedingt, indischen Hintergrund. Deshalb ist es auch kaum verwunderlich, dass uns ein Durban Curry angeboten wird. Erhältlich ist es mit Huhn (15,90 Euro) und ohne. Auch, wenn die Karte es als scharf ausweist, ist es das nicht, eher recht würzig. Zwiebeln, grüne Bohnen und Blumenkohl herrschen hier vor. Das Hühnerfleisch hingegen wirkt etwas fehl am Platz, als sei es separat gekocht und erst gegen Ende hinzugefügt worden. Nichts Falsches daran, aber nicht so richtig unser Geschmack, deshalb unser Tipp: Das Curry lieber vegetarisch bestellen. Auch hätte hier eine frische Note in Form von Salat nicht geschadet; bei Curry läuft man schnell mal Gefahr, dass der Geschmack leicht staubig gerät. Alles in allem sind wir aber sehr angetan von Essen, Getränken und Service und werden sicher noch einmal wieder kommen – vielleicht trauen wir uns dann ans Zebra.

Cape Town

Knochenhauerstraße 2

30159 Hannover

www.restaurant-capetown.de

Di-So 17.00-23.00 Uhr

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Stadtkinder essen: Panu

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Stadtkinder essen: Panu


Im Südwesten Italiens liegt die Region Kampanien. Und was machen die Kampanier, wenn sie im Schatten des Vesuvs an der Küste des Golfs von Neapel entlang flanieren? Ein Sandwich essen! Genauer gesagt, ein Panuozzo. Optisch erinnert das Teil an den ungepflegten Bruder einer Calzone, ist aber im Gegensatz dazu meist mit Gemüse gefüllt und viel weniger mit lavaartigem Käse vollgestopft. Und Panuozze gibt es jetzt auch in Hannover. Zwar wirft nicht der Vesuv seinen Schatten auf das Lokal sondern irgendein Justizgebäude hinter dem Bahnhof und statt einer milden Golfstrom-Brise herrscht rauer Februarwind, aber wir sind da nicht kleinlich und testen heute das Panu in der Augustenstraße.

Ein kleiner Laden, gemütlich vollgestopft mit italienischer Deko, die sich die Aufmerksamkeit mit einem Wandgemälde teilt, das einen als Cowboy verkleideten und mit Bananen bewaffneten Affen zeigt. Dazu tönt 70erjahre Disco-Soul aus den Boxen. Nett! Bestellt wird über einen QR-Code, der den jeweiligen Tischen zugewiesen ist. Wir entscheiden uns für eine Flasche Grapefruitlimonade und ein Wasser (3,50 bzw. 2,50 Euro), für eine Pizza Bresaola mit zusätzlichen Artischocken (14,90 Euro plus 2 Euro) und ein Tacchino Panuozzo (11,90 Euro). Schon bald erhalten wir unsere Getränke sowie eine Schale, die uns als Salat präsentiert wird, als Gruß aus der Küche. Streng genommen ist dieser Salat roher Fenchel, der etwas angemacht wurde. Schmackhaft, aber zu dick geschnitten um sich gut verzehren zu lassen. Doch kurz danach kommen schon die Hauptgerichte, die, das lässt sich nicht leugnen, eindrucksvoll aussehen.

Die Pizza kommt nicht mit einer Tomatensauce, sondern mit einer weißen Basis aus Parmesan und ist großzügig beladen mit hausgemachtem Pesto, Fior die Latte, Bresaola, Kirschtomaten, Walnüssen, Rucola, Ricotta, den bestellten Artischocken und zusätzlichem Parmesan. Der Teig hat offenkundig lange geruht und wirft herrliche Blasen, er ist ganz leicht, fluffig und stopft nicht. Handwerklich eine Eins! Auch geschmacklich wirklich gut, es sind hochwertige Zutaten verwendet worden. Allerdings schmecken diese eher einzeln hervor, statt ein allumfassendes Umami-Gefühl zu erzeugen. Das ist der Job, den bei einer Pizza sonst die Tomatensauce übernimmt – oder zumindest der eine oder andere Champignon. Hier allerdings fehlt das Verbindende und der Geschmack bleibt eher heterogen. Nun aber zum Signature Dish, dem Panuozzo: Gefüllt mit grünem Pesto, Fior die Latte, Ricotta, Rucola, getrockneten Tomaten und Truthahnschinken – so haben wir das bestellt. Außerdem finden wir noch geriebene Möhren, einige Kartoffelscheiben und etwas blanchierte Zucchini unter dem zusammengeklappten Pizzateig. Serviert wird das Gericht mit einer kleinen Schale Kartoffelchips. Das ist ja spannend! Geschmacklich gibt es hier einiges zu entdecken – wer würde schon auf die Idee kommen, Möhrenrohkost in Pizzateig zu wickeln? Es ist ein bisschen schwierig zu essen und trotz der hier vorhandenen Tomate fehlt etwas Abrundendes, Gewürze als solche vermissen wir fast vollständig. Mit den Gerichten bekommen wir eine Menagerie mit Knoblauchöl und einer roten Paste, mutmaßlich Harissa, gereicht. Letztere schmeckt allerdings viel zu rauchig, fast staubig, um wirklich eingesetzt zu werden. Beide Essen lassen uns einigermaßen ratlos zurück: Es gibt absolut nichts auszusetzen, begeistert sind wir trotzdem nicht. Und doch war es ein Erlebnis, dieser kleine süße Laden mit dem freundlichen Personal und einem Gericht, das man sich selbst nie so ausgedacht hätte und das vermutlich im neapolitanischen Sommer ganz anders schmeckt als im hannoveraner Februar. Vielleicht kommen wir noch mal zurück, wenn es etwas wärmer ist!

Panu

Augustenstraße 2

30161 Hannover

Mo-Fr.: 11-21 Uhr

Sa-So.: 15-22 Uhr

www.panu-pizza.de

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Stadtkinder essen: Misik

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Stadtkinder essen: Misik


Südkoreanische Exporte sind derzeit der heiße Scheiß. Während der dicke Kim im Norden wie eine schwer bewaffnete Glucke auf allem sitzt, was er als seins betrachtet, haut der Süden einen Trend nach dem anderen raus. K-Pop Demon Hunters, Dalgona-Kaffee, ultrascharfe Ramen – you name it. TikTok sei Dank kennen wir das auch alles und es ist gar kein Wunder, dass koreanischer Krempel hier so boomt. Passend dazu gibt es seit Oktober in der List, genauer gesagt in der Robertstraße, ein neues koreanisches Restaurant. Das Misik konzentriert sich nicht unbedingt auf seit Jahrhunderten tradierte Spezialspezialitäten, sondern auf das, was Koreaner tagtäglich essen. Das koreanische Pendant zu unserem gutbürgerlichen Mittagstisch mit Senfeiern also. Klingt spannend. Wir gehen hin.

„Oh nein!“, denken wir, „Nicht schon wieder diese blöden Piepser am Tisch!“ Sekunden später werfen wir uns mental in den Staub. Diese Piepser sind dafür da, das Personal auf uns aufmerksam zu machen, man läutet wortwörtlich nach ihnen. Schon kommt jemand angeflitzt und nimmt unsere Bestellung auf – fabelhaft! Die Karte ist übersichtlich gestaltet. Drollige Illustrationen und kleine Fun-Facts („Dieses Bier mischen wir Koreaner gerne mit Soju-Schnaps. Frag uns nach dem richtigen Mischungsverhältnis!“) machen sie fast zu einer unterhaltsamen Lektüre. Nur mühsam entscheiden wir uns, obwohl die Karte nicht so groß ist wie bei vielen anderen Lokalen. Aber es klingt nun mal alles sehr lecker! Unsere Wahl fällt auf eine große Cola (5,50 Euro, 0,5l), koreanisches Bier und Soju (3,80 Euro und 3 Euro) – schmeckt spannend! Zur Vorspeise hätten wir gern Mandu (6,50 Euro) und eine kleine Portion Ganjang-Huhn (9 Euro). Bei Mandu handelt es sich um fünf Teigtaschen, die frittiert werden. Dabei ist die Füllung wählbar: Shrimp, Tofu-Gemüse, Kimchi oder Bulgogi. Wir entscheiden uns für Letzteres – zum Thema Bulgogi kommen wir noch. Das Huhn wird paniert, frittiert und kann in mild und scharf bestellt werden, wir nehmen natürlich scharf. Und siehe da: Als wenig später serviert wird, finden wir kleine Chilischoten in der süß-scharf-klebrigen Sauce, die wir begeistert mitessen. Auch das Hühnchen ist klasse. Hörbar knusprig, innen aber saftig. Der Teigmantel ist würzig, aber nicht auf chemisch-schmeckende Art. Auch die Portion ist gut gewählt und dem Preis durchaus angemessen. Die Mandu werden mit einer scharfen Sojasauce und Sriracha-Mayo serviert, sind außen knusprig und durch die fein pürierte Füllung würzig und saftig. Extrem gut! Unsere Hauptgänge bestehen aus Käse-Donkatsu (18,50 Euro) und dem sagenumwobenen Bulgogi (17 Euro). Das ist im Grunde eine Art Barbeque-Marinade. Es gibt sie in süß-würzig und scharf-würzig für jede Art von Fleisch, klassisch – und hier auch so angeboten – ist aber das süß marinierte Rindfleisch. Es ist hauchdünn geschnitten, fast wie Carpaccio, und bei großer Hitze sehr schnell gegart, so dass es ein leichtes Raucharoma entwickelt. Hier ist es, und ja, das ist ein großes Wort, genial. Buttrig, rauchig und würzig – schwer vorstellbar, das besser machen zu können. Absolute Empfehlung! Serviert wird es mit Reis, einer Tasse Katsobushi-Suppe und sauer eingelegtem Gemüse (hier Gurke und Spinat). Beim Käse-Donkatsu handelt es sich um eine Schweinekrokette mit Käsefüllung, die in Scheiben geschnitten wurde. Wie ein Cordon Bleu ohne Schinken, stattdessen aber mit dreifach Käse – unglaublich befriedigend zu essen. Auch dazu gibt es Reis, einen tollen Kohlsalat, eingelegtes Gemüse (Rettich und Sellerie), Wasabi, Maldon-Salz, Trüffelöl, Donkatsu-Sauce (etwa wie fruchtiger Ketchup mit Worcestershire-Sauce) und Katsobushi-Suppe. Letztere ist eher eine Brühe aus getrockneten Bonito-Flocken (Makrelen-Thunfisch-Tier) und wirklich Geschmackssache, göttlich für einige, „Regentonne“ für andere. Sie ist aber sehr gut gemacht und eignet sich prima als Beilage. Wir sind satt. Wir sind begeistert. Und wir werden so was von wieder kommen, denn die Fisch-, vegetarischen und veganen Gerichte wollen schließlich auch probiert werden!

Misik

Robertstraße 7

30161 Hannover

www.misik-hannover.com

Di-Sa: 12-15 Uhr und 18-22 Uhr

So: 18-22 Uhr

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Stadtkinder essen: Cham The Vegan Kitchen

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Stadtkinder essen: Cham The Vegan Kitchen


Bevor die Weihnachtszeit so richtig reinhaut und wir uns nur noch von Lebkuchen oder schweren Hauptgerichten ernähren, dachten wir uns, wir machen vielleicht noch mal einen Ausflug in die vegan-asiatische Welt. Auch die sozialen Medien sind voll davon und alle schwören auf ein Lokal: Das Cham in der List. Also machen wir uns auf den Weg dorthin.

Optisch macht es schon mal einen guten Eindruck – sofern wir etwas erkennen können, denn es ist relativ dunkel hier. Allerdings nicht ungemütlich. Das Cham wirbt mit „nachhaltiger“ Küche und wir sind gespannt, was das bedeuten soll. Alle Gerichte sind vegan und Hauptbestandteil der meisten Angebote auf der angenehm dimensionierten Karte ist Tofu. Über die Nachhaltigkeit im Soja-Anbau sollte vielleicht noch einmal gesprochen werden, aber dieses globale Problem wollen wir heute Abend nicht wälzen. Die Karte empfiehlt, pro Person drei der kleinen Gerichte zu je 5,90 Euro auszusuchen. Es gibt zwar auch Bowls zu je 13,90 Euro, aber wir möchten so viel wie möglich entdecken. Zu trinken wählen wir einen Grauburgunder (8,50 Euro, 0,2l) und eine hausgemachte Maracuja-Limonade namens „Passionate Asian“ (5,90 Euro). Der Wein ist schmackhaft aber nicht über die Maßen beeindruckend, bei der Limonade sieht das schon anders aus: Die vorherrschende Süße wird durch die Säure der frischen Maracuja relativiert. Extrem lecker! Zumindest, solange man sich nicht an dem eher schleimigen Fruchtfleisch stört, aber das tun wir nicht.

Schnell kommen auch unsere Wahlgerichte: „Golden Oyster Mushrooms“ – hinter diesem hübschen Namen verbergen sich gut gemachte „Schnitzelchen“ aus Austernseitling, die mit einer hausgemachten Tamarindensauce gereicht werden. Letztere überzeugt uns nicht so sehr, der Pilz aber umso deutlicher: Knusprig und sehr lecker. Die Tamarindensauce taucht auch bei den „Crispy Sea Bites“ wieder auf, veganen Shrimps am Spieß in Panko-Panade. Auch die sind extrem gut gemacht. Im Inneren befindet sich etwas, das von der Machart an Surimi erinnert. Was genau es ist, können wir nicht sagen, aber es schmeckt nach Shrimp, ist nicht zäh und macht Spaß zu essen. Toll! Auch bei „Golden Hour“ handelt es sich um ein kleines Highlight: Es ist ein rotes Curry mit frischem Gemüse und Tofu, von der Konsistenz eher eine Suppe. Sie erinnert ein wenig an Tom Kha Gai und ist perfekt abgeschmeckt – absolute Probierempfehlung. Die „Crunchy Tofu Sticks“ sind Seidentofu am Spieß im Rice Flakes-Mantel gebacken, zu denen eine Himbeer-Chili-Sauce gereicht wird. Beides begeistert uns und wir sind uns einig, wenn überhaupt, dann nur selten zuvor Tofu in so schöner Konsistenz gegessen zu haben. Kein bisschen Gummi- oder Spülschwamm-artig und mit der Himbeersauce eine richtig schöne Sache. Leider bleiben die letzten zwei Gerichte dahinter ein ganzes Stück zurück: „Chams Pocket“ enthüllt gebackene Teigtaschen mit Karotten-Rettich-Knoblauch-Füllung. Dazu sollte ein hausgemachtes Limetten-Chili-Dressing gereicht werden. Was wir bekommen, ist aber eine Sweet Chili-Sauce, von der wir nicht glauben, dass sie hausgemacht ist. Leider sind die Teigtaschen nicht wie angegeben knusprig. Sie sind weich und schmecken eher etwas tranig – ein bisschen wie zu lang stehengelassene Kartoffelpuffer. Rettich und Karotte sind leider nicht herauszuschmecken. Auch der „Sweet Friend Fried“ überzeugt uns nicht. Süßkartoffelpommes mit einer hausgemachten Mayonnaise mit Trüffelöl – die sollten ebenso knusprig sein. Das ist bei Süßkartoffel aber generell recht schwierig und hier nicht wirklich geglückt. Allerdings sind sie schön gewürzt, auch wenn der Einsatz des Trüffelöls in der Mayo für unseren Geschmack einen Hauch zu beherzt ausfiel. Alles in allem finden wir aber, eine gute Auswahl getroffen zu haben. Schmackhafte und ausgefallene Gerichte zu einem fairen Preis und wir versprechen: Auch einem erklärten Omnivoren wird hier nichts fehlen!

Cham – The Vegan Kitchen

Wedekindstraße 34

30161 Hannover

www.chamthevegankitchen.de

Mo-Sa: 11.30-22.30 Uhr

So: 14-22.30 Uhr

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Stadtkinder essen: 1666 – Café & Törtchenboutique

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Stadtkinder essen: 1666 – Café & Törtchenboutique


Das Leben kann scheiße sein. Da lebst du eine sorglose Kindheit, genießt alle Privilegien, die man im 17. Jahrhundert halt so genießen kann und heiratest mit 16. Von da an geht’s bergab. Du heiratest auch nicht irgendwen, sondern deinen Cousin 1. Grades. Blutlinie, Besitztümer, der ganze Quatsch. Dass du den Typen überhaupt nicht leiden kannst, interessiert keine Sau. Außerdem geht der Vogel die ganze Zeit fremd, hat sogar zwei Kinder mit seiner Mätresse. Da denkst du dir: Das kann ich auch! Geht aber nicht lange gut, dann kommt alles raus, dein Lover verschwindet mysteriöserweise und taucht nie wieder auf. Wenn du jetzt die Klappe hältst, läuft schon alles und mit ein bisschen Glück wirst du noch Königin von England. Aber nein, du musst dich ja unbedingt scheiden lassen und zur Strafe für den Rest deines Lebens in irgendeinem abgelegenen Schloss am Arsch der Heide rumhängen. Ja, das Leben kann scheiße sein.

So. Wo wir jetzt alle so schön deprimiert sind, brauchen wir etwas Gebäck zur Aufmunterung. Da bietet sich das 1666 förmlich an. Das heißt nämlich so, weil es das Geburtsjahr von oben genanntem Pechvogel ist: Sophie Dorothea Herzogin von Braunschweig-Lüneburg. Und aus irgendeinem Grund hängt ein riesiges Porträt an der Wand des Cafés, was dann namensgebend wurde. In der schönen Altstadt, genauer gesagt, in der Kramerstraße, speist es sich hochherrschaftlich und gegen ein bisschen Dekadenz – Torte an einem Mittwochnachmittag – ist nichts einzuwenden. Wir bestellen zwei Mal die Pumpkin Spiced Latte (je 5,50 Euro), ein Stück Cappucino-Birnen-Torte (5,50 Euro), ein Stück Quiche der Woche, in unserem Fall Brokkoli-Kürbis (6,90 Euro) und zwei Riesencookies (je 3,10 Euro), einen mit weißer Schokolade und Pistazien, einen mit Oreos. Alles ist hausgemacht und vor Ort hergestellt, die Quiche und die Cookies sind sogar vegan.

Die Pumpkin Spiced Latte ist es nicht, aber, nimm dies, Starbucks und Konsorten: Es ist echtes Kürbispüree drin. Nicht bloß irgendein Sirup! Und viele Gewürze; Nelke, Zimt, Kardamom, vielleicht auch Pfeffer. Der Espresso kommt nicht so richtig durch, aber meine Güte: Was für ein leckeres Getränk. Auch die Cookies sehen recht einladend aus. Sie haben etwa den Durchmesser einer CD, müssen aber noch warten, bis wir Torte und besonders die Quiche verzehrt haben, kalte Quiche schmeckt nämlich nicht. Warme schon! Brokkoli und Kürbis sind frisch und haben noch einen leichten Biss, eine Art Bechamelsauce sorgt für Saftigkeit. Auch der Teig ist gut gemacht, schön dünn und nicht zu viel. Jedoch, und man möge mich dafür steinigen: Nichts schmeckt wie Butter außer Butter und ein leichter Buttergeschmack hätte dem Gericht für mich die Krone aufgesetzt. Die Cappucino-Birnen-Torte ist handwerklich sehr gut. Die Birnen haben noch eine schöne Konsistenz, die Sahne ist sahnig und die Creme cremig. Insgesamt ist der Geschmack eher dezent, was aber vermutlich daran liegt, dass die Geschmacksnerven nach einem Schluck des Kürbisgetränks gerade mit Polonaisetanzen beschäftigt sind. Die Cookies enttäuschen uns leider ein bisschen. Okay, Cookies sind keine Plätzchen, sie dürfen, sollen sogar etwas weicher sein, aber wir haben den Eindruck, dass diese hier noch nicht ganz durch sind. Zudem sind sie uns viel zu süß und nach dem Geschmack von Pistazie fahnden wir vergebens. Dafür finden wir sie mit 3,10 Euro pro Stück unangemessen teuer. Bei Hofe hätten die nicht standgehalten. Insgesamt aber überzeugt uns unser süßer Ausflug in die Altstadt.

1666 Café & Törtchenboutique

Kramerstraße 14

30159 Hannover

Öffnungszeiten:

Mo, Mi, Do, Fr 12.00-18.00 Uhr

Sa-So 11.30-18.00 Uhr

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