Heike Wolpert ist im Pool hiesiger Lokal-Autor*innen längst fest etabliert. Mit bekannten Kolleginnen wie Bettina Reimann, Sibylle Narberhaus oder Claudia Rimkus war sie schon häufiger Teil gemeinschaftlicher Projekte, ihre Katzenkrimi-Reihe um Kater Socke ist bereits in die fünfte Runde gegangen – bzw. in die sechste Runde, wenn man ihr Weihnachtsbuch „Vier Pfoten für ein Wunder“ mitzählt – und Lesungen hält Wolpert auch immer wieder ab, demnächst etwa am 17. April im Theater der Nacht in Northeim. Bei ihnen zeigt sich dann nicht nur immer wieder, dass die Leser*innenschaft ihrer Katzenkrimis vornehmlich weiblich ist, sondern dass diese Romane, die ja stets auch Hannover-Romane sind, weniger die Regionalkrimi-Fans begeistert, sondern eben vor allem die Katzenroman-Liebhaber*innen – aus welcher Region sie auch stammen mögen …
Den Boom der in den letzten Jahren merklich angewachsenen Katzenromane kann Wolpert gut nachvollziehen: „Katzenkrimis anderer Autor*innen gibt es einige – und die sind alle klasse. Gerade habe ich für mich die Krimis von Martina Hancke neu entdeckt: ,The Pussycat Poisener‘ und ,The Dog Racing Dealer‘ – Cosy-Crime mit Kater, Hund und viel Humor.“ Ähnlich dürften auch andere Leser*innen über Wolperts Katzenkrimis denken, denn inzwischen erhält Wolpert „Rückmeldungen von Katzen-Fans aus ganz Deutschland und darüber hinaus, was mich sehr freut!“ Darunter befand sich sogar „eine Postkarte des Bürgermeisters von Bad Harzburg, der mich nach der Lektüre von ,Schönheitsfehler‘ sogar spontan in den Harz eingeladen hat.“
Im Februar darf ihr vierbeiniger Ermittler Kater Socke nun sein erstes Schnapszahl-Jubiläum feiern und – während Wolpert selbst Ende Februar ihren 60. Geburtstag begeht – auf elf Jahre erfolgreichen Ermittlerdaseins zurückblicken, denn Wolperts Debütroman „Schönheitsfehler“ kam Anfang Februar 2015 auf den Buchmarkt. Ausgesetzt in einer Katzenbox stieß Kater Socke damals auf einen Leichnam und ging der Angelegenheit neben dem Hauptkommissar Peter Flott auf den Grund. Schon im Folgejahr ließ Wolpert „Schlüsselreiz“ folgen: Darin geht Socke zunächst auf der hannoverschen Heimtiermesse eigenen Verwandtschaftsverhältnissen auf den Grund, ehe plötzlich ein toter Wachmann gefunden wird und Flott und Socke wieder alle Hände respektive Pfoten zu tun haben.
Seitdem ist Socke immer wieder aktiv: in „Katertrunk“ (2018), in „Katergericht“ (2019) und in „Katzenrausch und Katertausch“ (2023) sowie dem erwähnten, liebevoll illustrierten Weihnachtsbuch, das im August des letzten Jahres herauskam – und worin es Kater Socke samt Tigerkatze Clooney mit einem verschwundenen Mädchen und dem süßen Hund Fiete aus dem Tierheim zu tun bekommt.
Inspiration aller Kater-Socke-Romane ist Wolperts eigener Kater Socke, der ihr und ihrem Mann im Jahr 2009 zugelaufen ist. Damals lebte die gebürtige Bad Mergentheimerin bereits seit 19 Jahren in Hannover – bei der Norddeutschen Landesbank unter anderem für Programmierung und Businessanalyse zuständig. Der Vierbeiner machte aus der Krimi-Liebhaberin zunächst auch einen Fan von Katzenromanen – und schließlich eine Katzenkrimi-Autorin, die selbstverständlich, etwa mit ihren „Taubertal“-Bänden, auch ohne tierische Protagonist*innen auskommt. Der Plan eines eigenen Katzenkrimis reifte Anfang 2013 heran, das Manuskript war dann Anfang 2014 fertig. Für Wolpert ist „Schönheitsfehler“ als erster eigener Roman freilich etwas ganz besonderes; zugleich hält sie „Katzenrausch und Katertausch“ aufgrund der eigenen Weiterentwicklung für ihren gelungensten Katzenkrimi.
Und weitgehen soll es auf jeden Fall: Da wäre zunächst Wolperts bzw. Kater Sockes „Kolumne in einer Katzenzeitschrift, die auch 2026 fortgeführt wird“, wie Wolpert verrät. Im Frühjahr wird sie zudem bei der Anthologie „Mord auf Norddeutsch“ mit dabei sein, gegen Jahresende voraussichtlich auch in einem dritten Band der Reihe „Plätzchen, Diebe, Fest der Liebe“. Und neue Romanprojekte? „Da habe ich viele. Ob mit oder ohne Katze, vielleicht sogar zusammen mit einer Co-Autorin? Da geht mir einiges durch den Kopf. Auf jeden Fall wird es etwas mit viel (schwarzem) Humor werden.“ Man darf also gespannt sein …
CK


