Mitten in der Nordstadt, ein paar Schritte abseits vom Trubel, fühlt sich das Dinky Café an wie ein Besuch bei Freund*innen: klein, warm, ein bisschen zusammengewürfelt – und genau deshalb so charmant. Gründerin Lena Mähnß hat sich hier ihren Traum erfüllt: ein Café, das nicht auf Lautstärke setzt, sondern auf Atmosphäre.
Zwölf Plätze gibt es drinnen, sechs draußen – und schon für 2026 sind zusätzliche Sitzplätze im Außenbereich geplant. Der Name passt perfekt zum Konzept: Dinky bedeutet im Englischen „klein“ und „schnuckelig“. Oder wie Lena es selbst beschreibt: „Es ist die Wohnzimmeratmosphäre – das Gemütliche und vielleicht auch das leicht Zusammengewürfelte mit viel Liebe zum Detail.“
Tatsächlich erzählt jeder Winkel im Dinky eine kleine Geschichte. An den Wänden hängt Kunst von lokalen Künstler*innen, auf den Tischen stehen Pflanzen, und sogar die Keramik hat ihren eigenen Ursprung: „Wir verkaufen Keramik aus einem kleinen Studio aus der Südstadt. Dort wurden auch unsere Flat-White-Tassen von Hand getöpfert“, sagt Lena. Dazu kommen kleine Formate, die das Café zu einem Treffpunkt machen – nicht nur für Kaffeefans, sondern für Menschen, die sich nach Gemeinschaft sehnen.
Auch das Angebot folgt einer klaren Idee: Qualität, Transparenz – und konsequente Haltung. Der Kaffee stammt aus einer kleinen Rösterei, die Bohnen sind fair gehandelt, die Lieferkette nachvollziehbar, die Herkunft sortenrein von einer einzelnen Plantage. Dazu gibt’s ausschließlich vegane Kuchen und Backwaren – und ein Aushängeschild, das mittlerweile vielen in der Nordstadt ein Begriff sein dürfte: „Lenns selbstgemachte Zimtschnecke“. Ergänzt wird die Karte durch gefüllte Donuts und hausgemachte Quiche. Lenas Zielgruppe? Möglichst alle. „Alle sind herzlich willkommen: Menschen aus der Nachbarschaft, aus der Uni, jüngere und ältere Gäste – alle, die gerne guten Kaffee trinken“, sagt sie. Und auch hier setzt sie einen Akzent, der zum Dinky passt: „Bei uns kostet Kuhmilch einen Aufpreis. So drehe ich den Spieß um und schaffe einen Anreiz für Hafermilch. Und es funktioniert tatsächlich.“
Dass Lena einmal ihr eigenes Café führen würde, war nicht von Beginn an Plan A: „Während meines Studiums habe ich in der Gastronomie in der Küche gearbeitet – und hatte richtig Spaß daran. Außerdem backe ich sehr gerne“, erinnert sie sich. Nach dem Bachelor in Wirtschaftsmathematik wurde aus der Idee schließlich ein echtes Vorhaben: „Die Idee eines eigenen Cafés hat aber erst nach meinem Bachelor richtig Fahrt aufgenommen.“
Mutig war dabei nicht nur die Idee – sondern vor allem das Durchhalten. Denn ursprünglich war das Projekt nicht als Solo-Nummer gedacht. „Anfangs waren wir zu dritt. Als im Februar der Mietvertrag anstand, sind die anderen beiden abgesprungen. Ich wollte es aber unbedingt – und habe es dann allein durchgezogen.“ Heute arbeitet Lena mit einer Teilzeitkraft und drei Minijobberinnen zusammen. Und weil kreative Synergien in der Nordstadt oft nur eine Tür weiter liegen, teilt sie sich die Miete mit einem kleinen Tattoo-Studio im selben Gebäude. Beide Unternehmen sind eigenständig, aber eng verbunden: Tattoo-Kund*innen bekommen Rabatt im Café – und die Kunst der Artists ist im Dinky ausgestellt.
Unterstützung auf dem Weg in die Selbstständigkeit fand Lena auch bei hannoverimpuls. „Ich habe dort alle wichtigen Informationen bekommen, zum Beispiel zum Gründungszuschuss und zu den Voraussetzungen“, sagt sie. Besonders entscheidend sei die Hilfe beim Finanzplan gewesen: „Das Team stand mir bei allen Fragen zur Seite.“ Für Lena war nicht nur das Wissen wichtig, sondern auch das Gefühl, ernst genommen zu werden. „Die respektvolle und persönliche Betreuung war großartig und hat mein Selbstbewusstsein für die Umsetzung meines Traums enorm gestärkt.“
Auch Kristina Ebel, Projektleitung Gründerinnen-Consult bei hannoverimpuls, erinnert sich an den Start: „In Lena spürte ich direkt, dass das Dinky ihr Herzensprojekt ist. Sie ist die Seele des Cafés – und das merken sicherlich auch die Gäste.“ Genau das sei der Kern der Beratung: „Wir unterstützen, vernetzen und stehen mit Rat und Tat zur Seite, um Träume wie den von Lena Wirklichkeit werden zu lassen.“
Lena dazu: „Einfach mal machen – auch wenn es leichter gesagt als getan ist. Geht zu Beratungsstellen wie hannoverimpuls und holt euch Unterstützung. Die wissen, wie es geht.“
Wer im Dinky Café sitzt, eine Zimtschnecke vor sich und die handgetöpferte Tasse in der Hand, merkt schnell: Das hier ist nicht einfach nur ein Geschäftsmodell. Es ist ein Gefühl. Und genau das macht das Dinky so besonders.
AL
Dinky Café
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag, 10–18 Uhr
An der Lutherkirche 5
30167 Hannover
Instagram: @dinky.cafe

