Ehrenamtliches Engagement
Schon seit über 30 Jahren verbirgt sich hinter den Fassaden eines Wohnhauses in der Calenberger Neustadt ein Ort zum Wachsen und Wohlfühlen. In der Kindertagesstätte Zappelige Zebras e.V. stehen Bedürfnisorientierung und die individuelle Betreuung jedes Kindes an erster Stelle.
Insgesamt zehn Kinder im Alter von einem bis drei Jahren werden hier wochentags zwischen 7.30 Uhr und 15.30 Uhr liebevoll betreut. „Dabei achten wir ganz besonders darauf, auf die Wünsche der Kinder und Eltern einzugehen und auch ihre Grenzen zu respektieren“, betont Katharina Schecker, die im August 2023 die pädagogische Leitung der KiTa übernommen hat.
Das siebenköpfige Team besteht aus zwei Kindheitspädagoginnen, einer Erzieherin und einer sozialpädagogischen Assistentin sowie einer studentischen Hilfskraft mit abgeschlossener Ausbildung zur sozialpädagogischen Assistentin und zwei Minijobberinnen. Gemeinsam begleiten sie die Kleinkinder durch einen geregelten Alltag. Der Tagesablauf soll Halt und Geborgenheit vermitteln, „dient aber vor allem der Orientierung und ist immer offen für Variationen“, so Schecker. Gemeinsam mit ihren Betreuerinnen haben die Kinder mittags die Möglichkeit, verschiedene Spielplätze und Wiesen in der Umgebung zu besuchen. Dienstags wird auf dem Lindener Wochenmarkt frisches Brot für das gemeinsame Frühstück gekauft, donnerstags musizieren die Kinder zusammen und freitags geht die Gruppe in eine nahegelegene Turnhalle.
Bei den verschiedenen Aktivitäten wird stets darauf geachtet, dass sich jedes Kind wohlfühlt und den Ablauf mitgestalten kann. Außerdem lernen die Kinder, ihre persönlichen Bedürfnisse und Grenzen zu erkennen und zu kommunizieren. „Wenn wir etwa merken, dass einem Kind etwas nicht gefällt, dann regen wir dazu an, das Problem zu äußern und zusammen nach einer Lösung zu suchen. Wir fragen die Kinder beispielsweise auch, bevor wir sie wickeln, ob das für sie in Ordnung ist und von wem sie gewickelt werden möchten“, erklärt Schecker. Auf diese Weise sollen die Kinder schon von klein auf lernen, dass ihre individuellen Bedürfnisse wahrgenommen und respektiert werden.
Ein besonderes Highlight für die Kinder sind ihre Geburtstage bei den Zappeligen Zebras. Diese werden nicht etwa in der KiTa gefeiert, sondern die gesamte Gruppe besucht das Kind bei sich zu Hause. „Kinder und Eltern verbringen einen gemeinsamen Tag, feiern, essen Kuchen und wir schenken dem Geburtstagskind ein Buch, das wir vorher mit dessen Eltern angesprochen haben“.
Das Konzept des Zappelige Zebras e.V. beinhaltet außerdem die Körperwahrnehmung der Kinder und eine geschlechtersensible Pädagogik. So werden den Kindern spielerisch und in altersgerechter Form gesunde Ernährung und eine gesunde Körperwahrnehmung beigebracht. Unter dem Motto „Hilf mir, es selbst zu tun“, das aus der Montessoripädagogik bekannt ist, werden die Kinder in die Zubereitung der Mahlzeiten eingebunden und lernen neben Selbstständigkeit auch die Vielfalt an gesunden Lebensmitteln kennen. Zudem soll jedes Kind die Chance haben, das Geschlecht für sich zu entdecken, ohne dabei von sozialen und gesellschaftlichen Normen in Rollen gedrängt zu werden. „Wir begleiten die Kinder in einer sehr frühen Entwicklungsphase, daher ist es uns wichtig, dass sie genügend Raum bekommen, sich damit auseinandersetzen zu können, wenn sie es möchten“. In regelmäßigen Abständen wird bei so genannten Entwicklungsgesprächen auch mit den Eltern Rücksprache zu diesen Themen und der Entwicklung ihrer Kinder gehalten.
In Trägerschaft einer Elterninitiative werden die Eltern der KiTa-Kinder auch anderweitig integriert. Für die Dauer des Betreuungsverhältnisses oder auf Wunsch auch länger treten sie dem Trägerverein bei und unterstützen das Betreuerinnen-Team bei täglichen Aufgaben. Hierfür erhalten alle Elternteile Schlüssel für die Räumlichkeiten und dürfen diese auch nach der Betreuungszeit gemeinschaftlich nutzen. Auf diese Weise soll ein vertrauensvolles Miteinander für alle Beteiligten geschaffen werden. Es wird ein freundschaftlicher und familiärer Umgang ermöglicht, der den Kindern als Vorbild dienen soll. „Wir schauen bei Bewerbungsgesprächen vor allem danach, ob es zwischenmenschlich passt“, sagt Schecker, „denn das Wohlfühlen steht bei uns immer an oberster Stelle!“
● Laura Druselmann
Zappelige Zebras e.V.
Lenaustr. 7, 30169 Hannover
Tel. 0511 14006
E-Mail: info@zappelige-zebras.de
http://www.zappelige-zebras.de
Anmeldung online unter www.zappelige-zebras.de/anmeldung.
Der Auswahlprozess für das jeweilige Krippenjahr (August bis Juli) beginnt im Herbst/Winter des Vorjahres.

Seit 25 Jahren fördert das Freiwilligenzentrum Hannover (FWZH) bürgerschaftliches Engagement in Stadt und Region. Durch die Kooperation mit 700 gemeinnützigen Organisationen sowie die Initiierung eigener Projekte konnten inzwischen über 10.000 Ehrenamtliche in rund 1.000 verschiedene Einsatzbereiche vermittelt werden. Nun steht ein neues Projekt auf der Agenda: Brücken bauen – Generationen verbinden.

Tiere füttern und pflegen, Kochen und Backen, im Garten arbeiten und Naturprodukte verwerten – das und vieles mehr kann man auf dem Stadtteilbauernhof in Sahlkamp erleben. Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 17 Jahren bekommen hier die Möglichkeit, sich frei zu entfalten, gemeinsam mit Gleichaltrigen die Hofangebote wahrzunehmen und sie mitzugestalten.
Anders ist das bei den regelmäßigen Stadtteilfesten und Familienaktionstagen: „Da kann natürlich jeder kommen!“. Im Frühjahr findet traditionell das Schafschurfest statt, bei dem Jung und Alt gemeinsam beobachten dürfen, wie eine Schafschur abläuft. Im Anschluss können sich alle am Kämmen und Einfärben der Wolle beteiligen. Bei „Feuer und Flamme“ in der Vorweihnachtszeit werden Kerzenziehen und anderen Kreativ-Workshops angeboten. Man sitzt gemeinsam am Feuer, mit Stockbrot und Punsch. Während der Ferien werden außerdem Tagesreisen, beispielsweise nach Bremen oder Springe, organisiert und „für die Kinder und Jugendlichen, die regelmäßig zu uns kommen, planen wir traditionell auch mehrtägige Ausflüge mit Übernachtungen und ein paar besonderen Highlights“.
Diese Selbsthilfegruppe ist anders: Hier gibt es keine klischeehaften Treffen in Klinikatmosphäre – im Gegenteil: „Wir wollen mit unseren Aktionen und Workshops Mut machen, den Krebs in den Hintergrund rücken und den Frauen schöne Momente bereiten“, erklärt Mareen Bongartz, Vorstandsmitglied des Pinke Zitronen e.V. Unter dem Motto „Lust auf Leben“ bietet der Verein Selbsthilfe 2.0 für junge Brustkrebspatientinnen.
Im selben Boot sitzen einige der Vereinsmitglieder wortwörtlich. Eines der sportlichen Angebote der Pinken Zitronen ist das Drachenbootfahren. Ansässig im Hannoverschen Kanu-Club von 1921 e.V. gibt es die Amateursportmannschaft, Pink Dragonistas, die in den vergangenen Jahren sowohl den deutschen Meistertitel geholt als auch Europa- und Weltmeisterschaften in der Pink Paddling Sparte gewonnen hat, und die Hannover Pinkx, eine Fun-Sport-Gruppe für Einsteigerinnen. „Drachenbootfahren ist nicht nur medizinisch gut für Brustkrebspatientinnen, weil es den Lymphfluss anregt, sondern hat auch eine tolle Symbolkraft“, schildert Bongartz, die selbst lange Zeit mit den Pink Dragonistas gepaddelt ist. Die Frauen beschäftigen sich mit den gleichen Thematiken, haben die gleichen Sorgen und Ängste und sitzen gemeinsam mit Gleichgesinnten im Drachenboot. „Du schaltest nicht nur alles andere aus, du empfindest auch ein extremes Gemeinschaftsgefühl und merkst, du bist nicht allein.“ Zusätzlich zu den zwei Paddel-Teams, gibt es die Lauf- und Walking-Gruppe Pink Runners und die YogaLemons. Außerdem wird die Möglichkeit geboten, an Tanzworkshops und am jährlichen Muddy Angel Run teilzunehmen. Abseits von ihren Sportangeboten gehen die Pinken Zitronen zusammen ins Upcycling-Bastelzimmer, ins Malcafé, zum Action-Painting, treffen sich zum Kochen oder Backen. Einmal im Monat kommen sie zum gemeinsamen Frühstück im Café Mezzo in der Oststadt zusammen.
Auch an die Kinder von Brustkrebspatientinnen wird bei den Pinken Zitronen gedacht. Die so genannten LemonKids sind Stärkungsgruppen, in denen Kinder und Jugendliche mit Gleichaltrigen und unter psychoonkologischer Betreuung zielgruppengerechte Workshops abhalten können. Zusätzlich gibt es gelegentliche Familienausflüge, um den Kindern eine Auszeit vom Alltag zu ermöglichen. „Wir waren schon zusammen im Wisentgehege und im Zoo, sind mit Hannover 96 und mit den Recken vernetzt“, berichtet Bongartz und erzählt, dass die Kinder beim Handball bereits Spalierstehen durften.
Ehrenamtliches Engagement – Der Wunschbaum im Freiwilligenzentrum Hannover
„Die Gemeinschaft, die Dankbarkeit, die man da spürt – das ist wirklich schön“, meint Constance. Knapp 500 Wünschen werden so dieses Jahr erfüllt. „Wir merken einfach, dass der wirtschaftliche Druck auf viele Familien größer geworden ist. Auch aus den Quartieren bekommen wir widergespiegelt, dass dieses Projekt wirklich ein wichtiger Beitrag ist, weil die Familien sich sonst schlicht und ergreifend diese Geschenke nicht leisten könnten“, betont Kurt. Möglich ist das ganze aber nur durch Bürger*innen, die zu Weihnachtselfen werden. „Die Bereitschaft zum Schenken ist weiterhin groß. Das beweist, dass es schon noch Solidarität in der Gesellschaft gibt. Und das ist schön und sehr beruhigend zu wissen“, meint Constance.
Den Wunschbaum gibt es seit 2006. Entsprungen ist diese Idee aus einer Weihnachts-Päckchen-Aktion, bei der es darum ging, alleinerziehende Mütter zu unterstützen. „Und das hat sich dann entwickelt. Ein Rest ist von diesem Projekt immer noch übriggeblieben“, erklärt Kurt. Die Päckchen sind inzwischen zu Säcken geworden. „Spenden sind natürlich auch immer sehr willkommen. Je mehr Spenden, desto mehr kann in den Weihnachtssäcken mitgegeben werden“, erklärt Constance.
Nächstes Jahr feiert das Freiwilligenzentrum 25-jähriges Jubiläum. „Ich bin den ganzen Protagonist*innen sehr dankbar, die dazu getragen haben. Und zuallererst natürlich den Ehrenamtlichen. Ehrenamt ist tatsächlich nie out.“