Tag Archive | "gründung"

Gründungsstory Dezember 2025: HERZ-BLATT

Tags: , , , , ,

Gründungsstory Dezember 2025: HERZ-BLATT


Die farbstarken Statement-Ohrringe von HERZ-BLATT fallen auf – und zwar nicht nur durch ihre Farben. Sie waren bereits im Fernsehen zu sehen, schmücken die Museumsshops im Sprengel Museum Hannover und ziehen auf Designmärkten in ganz Norddeutschland die Blicke auf sich. Hinter dem Label steht Melina Leibelt, eine erfahrene Grafikdesignerin, die seit über 20 Jahren in der Kreativbranche tätig ist.

„Ich arbeite mit geometrischen Formen in Kombination mit extravaganten Acrylfarben“, sagt sie. „Die Formen erinnern an das elegante Art-Déco der 1920er-Jahre, während meine Farben eher an die 80er und 90er angelehnt sind. Retro trifft Eleganz und Glanz – zumal ich auch mit Spiegelmaterialien arbeite.“

Erste Erfahrungen mit professionellen Industrielasern sammelte Melina bereits 2016 – zunächst für Beschilderungen und grafische Projekte. Im Sommer 2023 gründete sie schließlich ihr HERZ-BLATT DESIGN Studio. Der Start verlief klassisch über einen Etsy-Shop für hochwertige Event-Ausstattung. In einem kleinen Studio in Langenhagen, das Werkstatt, Grafikbüro und Showroom zugleich war, entstanden die ersten Produkte.

Doch der Online-Markt wandelte sich rasant. Die Plattform wurde zunehmend von Billiganbietern dominiert – ein Problem, das viele Kreative kennen. „Billige Kopien aus China haben mein ursprüngliches Geschäftsmodell zerstört“, erinnert sich Melina. „Das war ein harter Schlag, der mir zunächst den Boden unter den Füßen weggezogen hat.“ Anstatt aufzugeben, entschied sie sich für einen Neustart. Sie gab die Räume auf, blieb aber selbstständig – und entdeckte das Material Acryl neu: diesmal nicht für Dekoartikel, sondern für Schmuck.

„Ich begann, erste Stücke für mich selbst zu entwerfen – und plötzlich fragten Freundinnen und Kolleginnen, woher ich die Ohrringe habe. So entstand meine erste kleine Kollektion“, erzählt sie.

Heute bietet HERZ-BLATT handgefertigten Statement-Schmuck aus Acryl – in kleinen Serien oder als Unikate. Produziert wird mit einem eigenen Industrielaser in Hannover: farbenfroh, präzise und mit klarer Formsprache.

Besonders beliebt ist die neue „Words“-Kollektion. „‚NÖ‘ kommt übrigens in Hamburg besonders gut an“, lacht Melina. „Aber man kann sich auch ‚LOVE‘, ‚KISS‘ oder ‚FUCK‘ ans Ohr hängen – der Neon-Schmuck leuchtet sogar unter Schwarzlicht.“ Ihre Materialien bezieht sie überwiegend von deutschen Lieferanten, vieles ist bereits recycelt. „Made in Hannover“ ist für sie kein Werbespruch, sondern Überzeugung.

„Ob Leo oder Neon, filigrane Herzen oder auffällige Ohrhänger – jedes Stück entsteht mit Liebe, egal ob in Serie oder als Unikat“, sagt sie. „Und 2026 biete ich wieder Workshops an, bei denen Teilnehmende ihren ganz persönlichen Schmuck selbst gestalten können.“

Ihre Kundschaft ist so bunt wie ihre Designs. „Überwiegend sind es Frauen ab 30, die mit meinem Schmuck eigene Statements setzen möchten“, erklärt sie. Auch Drag-Queens und Style-Coaches gehören zu ihrem Netzwerk.

Mittlerweile sind HERZ-BLATT-Kollektionen in ausgewählten Concept Stores vertreten – unter anderem in Hamburg, Hildesheim und im Sprengel Museum Hannover. Dort passen ihre „Gute-Laune-Farben“ perfekt zur aktuellen Ausstellung. Und selbst Stylist*innen großer Fernsehproduktionen haben ihre Entwürfe entdeckt: „Meine Ohrringe wurden bereits bei Gute Zeiten, schlechte Zeiten getragen“, erzählt sie stolz.

Seit 2024 arbeitet Melina wieder 30 Stunden pro Woche als Grafikdesignerin – HERZ-BLATT ist ihr Herzensprojekt, das sie parallel mit neuer Energie weiterentwickelt. „Ich bin ein Beispiel dafür, dass es sich lohnt, dranzubleiben – auch wenn der Weg nicht immer gradlinig verläuft“, sagt sie. Ihr wichtigster Tipp für Gründer*innen: „Man sollte sich bewusst sein, was eine Gründung wirklich bedeutet. Es geht nicht nur um Raummiete und Personalkosten – auch Bürokratie spielt eine große Rolle. Und man braucht gute Dienstleister, die einem Aufgaben abnehmen, die man selbst nicht so gut kann oder mag.“

Auf ihrem Weg wurde Melina Leibelt von hannoverimpuls begleitet. Sie nutzte den Mikrostarter-Kredit, um ihre Werkstatt auszustatten. „Bei all dem Papierkram hat mir hannoverimpuls großartig geholfen – vor allem bei den Finanzthemen. Die Beraterinnen erklären alles so lange, bis man es wirklich verstanden hat.“ Auch bei der Erstellung des Businessplans erhielt sie Unterstützung: „Der muss schließlich wasserdicht sein – besonders, wenn man einen Kredit beantragt.“

Ute Rebel, Projektleiterin Gründerinnen-Consult bei hannoverimpuls, sagt über sie:

„Melina Leibelt hat sich nicht entmutigen lassen und an ihre Idee geglaubt. Ihre Produkte zeigen, dass es sich lohnt, weiterzumachen und neue Wege zu gehen. Wir werden sie dabei weiterhin bestmöglich unterstützen.“

HERZ-BLATT ist mehr als Schmuck – es ist ein Symbol für kreative Beharrlichkeit. Melina Leibelt hat bewiesen, dass Wandel auch im Kleinen funktionieren kann: mit Leidenschaft, klarem Design und einem guten Netzwerk. Oder, wie sie selbst sagt: „Glaubt an eure Idee – und überlegt, wie ihr euch noch besser vom internationalen Wettbewerb abheben könnt.“

Kontakt:

HERZ-BLATT DESIGN Studio

Melina Leibelt

0157 86851270
info@herz-blatt.com

herz-blatt.com

instagram.com/herz_blatt_studio/

facebook.com/HERZ.BLATT.STUDIO

Abgelegt unter Menschen, Stadtkinder sind mutigKommentare deaktiviert für Gründungsstory Dezember 2025: HERZ-BLATT

Gründungsstory November 2025: Suraya – Ein Ort für Sonne, Liebe und Achtsamkeit

Tags: , , ,

Gründungsstory November 2025: Suraya – Ein Ort für Sonne, Liebe und Achtsamkeit


Wenn draußen Kälte und Dunkelheit herrschen, wächst die Sehnsucht nach Wärme, Geborgenheit und innerer Ruhe. In Linden-Nord hat Claudia Bödeker genau dafür einen Ort geschaffen: Suraya – eine Oase für Massagen, Yoga und Meditation, die Körper, Geist und Seele wieder in Einklang bringt. „Suraya stammt aus dem Nepalesischen und setzt sich aus den Worten Sonne und Liebe zusammen – genau das, was wir alle, nicht nur im Winter, brauchen“, erklärt die 47-Jährige. Doch ihre Praxis ist mehr als ein klassisches Massage-Studio. Neben der von ihr entwickelten Suraya-Massage, einer Mischung aus klassischer Massage, Reiki, bioenergetischen Techniken und einer in Nepal erlernten ayurvedischen Behandlung, bietet sie auch Yoga- und Meditationskurse für kleine Gruppen bis zu sechs Personen an. „Ich leite einige Kurse selbst, stelle meinen Raum aber auch anderen zur Verfügung, die Angebote für mehr Wohlbefinden einbringen“, erzählt Bödeker. So finden in den liebevoll gestalteten Räumen nicht nur Rücken- oder Kundalini-Yoga statt, sondern auch Kinder-Singen oder der Conscious Breath Circle. Immer wieder entstehen dadurch kreative Workshops mit ganz eigenen Ideen.

Vom Seelenort Nepal nach Linden-Nord

Die Idee für Suraya reifte über viele Jahre. Nach einer langen Zeit als Masseurin führte Bödeker ihr Weg nach Nepal, wo sie die jahrtausendealte Tradition der ayurvedischen Massage erlernte und vertiefte. „Nepal war immer mein Seelenort und meine Inspiration – diese Energie wollte ich weitergeben“, sagt sie. Über die Agentur für Arbeit kam sie schließlich zu hannoverimpuls, wo sich die Chance bot, passende Räume zu übernehmen. „Es passte alles zusammen. Natürlich war die Gründungsphase intensiv, aber auch unglaublich erfüllend“, erinnert sich Bödeker. Besonders hilfreich sei für sie der vierwöchige Intensivkurs „Gründung kompakt“ gewesen. „Ich habe im Schnelldurchlauf alles gelernt, was für eine Gründung wichtig ist. Gemeinsam mit Anke Pawla habe ich meinen Business- und Finanzplan erstellt, um Förderungen beantragen zu können. Das war cool!“

Eine Oase für Mütter und Menschen im Alltagstrubel

Die Zielgruppe von Suraya ist vielfältig – Menschen, die Stress abbauen, zur Ruhe kommen oder sich einfach etwas Gutes tun wollen. „Viele kommen regelmäßig, um eine kleine Auszeit zu genießen. Meine Flexibilität ist dabei ein Vorteil – ob früh am Morgen oder spät am Abend, oft findet sich ein Termin“, sagt Bödeker. Besonders beliebt sind Gutscheine – kleine Urlaube vom Alltag. Ein Herzensanliegen sind ihr außerdem Massagen für werdende und frischgebackene Mütter. Ergänzend bietet sie Elternkurse an, in denen Mütter und Väter lernen, ihre Babys selbst zu massieren. Ab dem kommenden Jahr sollen wieder Baby-Kurse mit Klangschalen und achtsamen Momenten stattfinden – begleitet von Austausch über die vielen Rollen des Frau-Seins.

Unterstützung durch hannoverimpuls

Für Anke Pawla, Projektleiterin Gründung und Entrepreneurship bei hannoverimpuls, ist Bödeker ein Paradebeispiel für eine erfolgreiche Gründerin:
„Claudia bringt viel Erfahrung aus unterschiedlichen Bereichen mit – das hat ihr bei der Gründung enorm geholfen. Sie ist stressresistent und hat zugleich die Fähigkeit, Stress bei anderen Menschen abzubauen. Wir haben ihr die nötigen Werkzeuge mitgegeben, um sich ganz auf ihre Profession konzentrieren zu können.“ Bödeker selbst rät anderen Gründerinnen und Gründern: „Unbedingt die Beratung von hannoverimpuls nutzen! Es gibt offene Sprechstunden, in denen man Ideen vorstellen und direkt Feedback erhalten kann. Und: kümmert euch von Anfang an um die Finanzen – zwischendurch kann es auch mal eng werden.“ Wer neugierig ist, kann an jedem ersten Montag im Monat auf Spendenbasis bei Suraya hereinschnuppern. Alle Termine und Buchungen laufen über die Website www.suraya.info

Kontakt:

Suraya by Claudia Bödeker
Pavillonstr. 11
30451 Hannover

Telefon: 0179 - 140 76 44
E-Mail: hallo@suraya.info

www.suraya.info

Abgelegt unter Menschen, Stadtkinder sind mutigKommentare deaktiviert für Gründungsstory November 2025: Suraya – Ein Ort für Sonne, Liebe und Achtsamkeit

Gründungsstrecke Oktober 2025: Prosimo

Tags: , , , , , ,

Gründungsstrecke Oktober 2025: Prosimo


Nachhaltigkeit auf zwei Rädern: Elektro-Kits für Vespa-Roller

Aus Leidenschaft für Vespas zur Innovation: Simon Hische elektrifiziert Klassiker

Schon als Kind schraubte Simon Hische an Vespas. Was im elterlichen Geschäft begann, hat er 2024 mit der Gründung der prosimo GmbH in Springe auf eine neue Stufe gehoben: Mit selbst entwickelten Elektro-Kits rüstet er klassische Vespa-Modelle auf Stromantrieb um. Damit bringt er die Zweirad-Ikonen ins Zeitalter der Nachhaltigkeit – und das inzwischen nicht nur in Deutschland, sondern auch in Österreich, Italien und den Niederlanden. „Das ist erst der Anfang“, sagt Hische selbstbewusst. Rund 100 Kits hat er bereits verkauft.

Der 36-Jährige vereint Handwerk und Hightech: Meisterbrief in Kfz-Technik, Studium der Elektrotechnik und Informatik, dazu eine Ausbildung als Mechatroniker. „Ich habe immer schon viel an Vespas repariert. 2016 fiel mir auf, dass Motoren zunehmend kaputtgingen. Das war frustrierend. Also habe ich nach einer besseren Lösung gesucht – und bin beim Elektroantrieb gelandet“, erzählt er. Weil es damals kein entsprechendes Produkt gab, entwickelte er kurzerhand einen eigenen Prototyp, der 2018 erstmals legal zugelassen wurde. Schritt für Schritt folgten TÜV-Zertifizierung, Patent und Markenschutz – und schließlich die Gründung der prosimo GmbH. „Alles, was ich einnehme, fließt zurück ins Unternehmen. Meinen Lebensunterhalt verdiene ich bis heute hauptberuflich bei einem Automobilzulieferer in Wolfsburg.“

Die Idee dahinter: Vespa-Fahrer sollen ihre Klassiker nicht wegen drohender Fahrverbote für Zweitakter aufgeben müssen. „Natürlich gibt es viele Elektroroller auf dem Markt – aber keiner hat den Kultstatus einer Vespa. Gerade die alten Modelle will ich retten. Wir machen die Roller leise, sauber und zukunftsfähig – ohne Stil, Form oder Charakter zu zerstören.“ Die Vorteile beschreibt er anschaulich: „Das Schalten entfällt, das Anfahren ist kraftvoll und direkt, es riecht nichts mehr nach Abgas. Statt Minuten dauert es nur Sekunden von 0 auf 80 km/h.“

Hische setzt auf Qualität aus der Region. Produziert, assembliert, getestet und versendet wird in Eldagsen. Sein Baukastensystem bietet vier Leistungsstufen von 45 bis 100 km/h, mit Reichweiten zwischen 50 und 120 Kilometern. Die Akkus sind herausnehmbar, können an öffentlichen Ladesäulen oder der Steckdose geladen werden. Die Kits kosten zwischen 3.999 und 6.999 Euro. „Deutlich günstiger als viele neue Roller – und der Sammlerwert der Vespa bleibt erhalten.“

Doch der Gründer steht vor der nächsten Herausforderung: Wachstum. „Aktuell suche ich einen Investor, um größere Stückzahlen produzieren zu können. Derzeit bin ich regelmäßig ausverkauft, weil ich nur einkaufe, was ich einnehme – das hemmt das Wachstum.“ Parallel baut er ein Netzwerk von Partnerwerkstätten in ganz Europa auf. Sein nächstes Ziel: Elektro-Kits für große Vespas und klassische italienische Dreiräder. „Meine Vision ist ein modulares Baukastensystem, mit dem künftig eine Vielzahl von Zwei- und Dreirädern elektrifiziert werden kann – inklusive vereinfachter Wartung und Reparatur.“

Unterstützung findet er bei hannoverimpuls. „2023 habe ich nach Fördermöglichkeiten gesucht und hannoverimpuls kontaktiert. Kurz darauf meldete sich Olaf Daebler über LinkedIn und machte mich auf einen Pitch-Abend aufmerksam. Seitdem bin ich gut vernetzt, halte Vorträge und werde regelmäßig zu Veranstaltungen eingeladen.“ Besonders schätzt er die professionelle Beratung: „Es ist sehr wertvoll, wenn Profis von außen auf das Geschäftsmodell schauen – gerade bei den Finanzen. Für mich ist das eine große Hilfe.“

Auch von offizieller Seite kommt Rückenwind. „Ich sehe in der prosimo GmbH von Simon Hische enormes Potenzial“, sagt Daniel Bogaerts, Projektleiter Gründung und Entrepreneurship bei hannoverimpuls. „Er ist nicht nur ein ausgewiesener Fachmann, sondern treibt sein Unternehmen mit innovativen Ideen konsequent voran. Wir werden ihn bestmöglich dabei unterstützen, von Hannover aus in ganz Europa durchzustarten.“

Seinen Rat an andere Gründerinnen und Gründer gibt Hische offen weiter: „Kümmert euch frühzeitig um Förderungen und gute Beratung. Ich habe sicher viel Geld verschenkt, weil ich nicht wusste, was möglich ist. Jede Pitch-Präsentation hilft, das Geschäftsmodell zu schärfen. Und: Habt keine Angst, über eure Idee zu sprechen – jede Erfahrung bringt euch weiter.“

Kontaktdaten:

prosimo GmbH
Im Loffenkamp 1
31832 Springe

Telefon:+4915155656397
E-Mail: info@prosimo.de

www.prosimo.de

Abgelegt unter Menschen, Stadtkinder sind mutigKommentare deaktiviert für Gründungsstrecke Oktober 2025: Prosimo

Gründungsstrecke 2025: Die Godje Mahn Manufaktur

Tags: , , , ,

Gründungsstrecke 2025: Die Godje Mahn Manufaktur


Kaputte Fahrradschläuche, ausrangierte Airbags, alte Geldsäcke oder nicht mehr gebrauchte Werbebanner: Was anderen als Müll gilt, ist für Godje Mahn der Anfang von etwas Neuem. In ihrer Manufaktur entstehen daraus Taschen in allen Formen und Größen – jedes Stück ein Unikat, jede Naht ein Statement für Nachhaltigkeit und Kreativität. Gemeinsam mit ihrer Tochter Pauline verbindet sie seit über sieben Jahren Upcycling mit anspruchsvollem Design. Ob Airbag-Shopper, Umhängetaschen aus Steppjacken oder Bauchtaschen in Dackel- oder Fischform – hier bekommt ausgedientes Material ein zweites Leben.

Die Godje Mahn Manufaktur ist damit weit mehr als ein kreatives Herzensprojekt: Sie steht für eine Erfolgsgeschichte, die zeigt, wie aus Leidenschaft, handwerklichem Können und einer guten Portion Mut ein nachhaltiges Geschäftsmodell werden kann – und das ganz bewusst mit Leichtigkeit, im Nebenerwerb und ohne Druck.

„Nähen ist meine Leidenschaft“, erzählt Mahn. „Ich sitze eigentlich seit meinem zwölften Lebensjahr an der Nähmaschine.“ Das Handwerk brachte sie sich zunächst selbst bei, später folgte eine Ausbildung. Ihre Begeisterung galt schon immer dem Gedanken, aus Altem Neues zu schaffen – und dabei nicht nur auf Stoffe zu setzen. Die ersten Upcycling-Taschen, die sie im Freundeskreis verschenkte, fanden schnell Anklang. Vor sieben Jahren meldete sie ein Kleingewerbe an und baute die Manufaktur Schritt für Schritt aus. Tochter Pauline übernahm Marketing, Organisation und entwickelte gemeinsam mit ihr immer neue, auch mal verrückte Ideen.

Besonderen Wert legt Mahn auf Individualität. „Jede Tasche ist ein Einzelstück“, sagt sie. „Wir haben schon aus einem alten Kirchenbanner einen personalisierten Shopper für einen Pastor gefertigt oder ein kaputtes Planschbecken in eine Tasche verwandelt.“ Viele Aufträge entstehen im direkten Austausch mit Kund*innen, von der Idee bis zur fertigen Tasche. Kreativität hat dabei ihren eigenen Rhythmus: „Manches dauert etwas länger, wird dafür aber umso cooler.“ Auch wenn Futterstoffe, Knöpfe oder Reißverschlüsse zugekauft werden müssen, geschieht das ausschließlich regional – oft bei anderen Startups.

Die Zielgruppe ist vielfältig. „Unsere Taschen tragen Kinder, Eltern, Großeltern – und das inzwischen nicht mehr nur in Hannover“, berichtet Mahn. Social Media macht’s möglich: Die handgefertigten Stücke finden ihren Weg bis an die Küste und nach Bayern.

Der Kontakt zu hannoverimpuls entstand aus dem Wunsch, die Manufaktur weiterzuentwickeln. „Wir haben uns gefragt, ob wir alles richtig machen, und welche Möglichkeiten es noch gibt“, erinnert sich Mahn. Über hannoverimpuls erhielt sie nicht nur wertvolle Tipps, sondern auch Kontakte. „Wir haben gelernt, dass wir nicht alles selbst erledigen müssen. Das spart Zeit und Nerven – und wir können uns aufs Wesentliche konzentrieren.“ Die Zusammenarbeit öffnete zudem neue Vertriebswege, von Popup-Stores bis Podcasts, und brachte zahlreiche Begegnungen mit inspirierenden Menschen.

Daniel Bogaerts, Projektleiter Gründung und Entrepreneurship bei hannoverimpuls, beschreibt die Kooperation als Paradebeispiel für erfolgreiche Unterstützung: „Es ist nie zu spät, sich bei uns zu melden. Gemeinsam schauen wir auf das Unternehmen, optimieren und bereiten die nächsten Schritte für weiteres Wachstum vor.“

Für andere Gründer*innen hat Mahn klare Ratschläge: „Bewahre dir die Leichtigkeit und nimm den Druck raus. Natürlich setzen wir uns Ziele, aber ohne Druck. Erlaubt euch, Menschen reinzunehmen und Aufgaben abzugeben. Man muss nicht alles selbst machen.“

Kontakt:

Godje Mahn Manufaktur
kontakt@mahn-manufaktur.de

Instragram: @godjemahnmanufaktur

Abgelegt unter Menschen, Stadtkinder sind mutigKommentare deaktiviert für Gründungsstrecke 2025: Die Godje Mahn Manufaktur

Gründungsstrecke August 2025: AI Co.Innovation

Tags: , , , , ,

Gründungsstrecke August 2025: AI Co.Innovation


Mit Karten zur KI – Wie ein Startup aus Hannover Innovation neu denkt

Mitten im Herzen Hannovers hat Carl Robert Brand im Januar 2025 das Unternehmen AI Co-Innovation gegründet. Sein Ziel: Die Potenziale Künstlicher Intelligenz (KI) für Innovationsprozesse greifbar und sofort nutzbar zu machen. Herausgekommen ist ein Kartenset, das Methoden aus dem Design Thinking mit intelligenten Prompt-Vorlagen kombiniert – analog, digital und intuitiv einsetzbar. „Innovation soll Spaß machen – und KI darf dazugehören“, bringt Brand sein Credo auf den Punkt.

Die zündende Idee kam ihm während eines Seminars mit dem Titel „Mit KI in 60 Minuten bis zum Prototyp“. „Das hat mich total begeistert – vorher war ich eher skeptisch, ob ChatGPT & Co. wirklich hilfreich sind“, erinnert sich Brand. Der Aha-Moment führte direkt zur Produktidee: „Ich wollte ein Tool schaffen, das den Einstieg in KI für Innovatoren leicht macht – spielerisch, konkret, sofort anwendbar.“

Das Ergebnis ist das AI Co-Innovation Card Deck, ein physisches Kartenset mit digitalen QR-Codes. Jede Karte steht für eine konkrete Innovationsmethode wie Brainstorming, Nutzerinterviews oder Prototyping – ergänzt um einen direkt nutzbaren Prompt für eine KI-Anwendung. „Karte ziehen, scannen, Prompt kopieren – und mit der KI loslegen“, erklärt Brand das einfache Prinzip. Der Ansatz senkt die Hemmschwelle gegenüber KI: „Man muss kein Prompt-Engineer sein. Viele nutzen es für Teamworkshops, andere ganz individuell. Und das Schöne: Man kommt sofort ins Machen.“

Ob Innovationsberater*innen, Coaches, Unternehmen, Hochschulen oder Gründungszentren – das Set spricht eine breite Zielgruppe an. Brand berichtet von Einsätzen an der Hochschule Hannover, bei NEXSTER oder im Innovationsumfeld von Miele. „Innerhalb der ersten drei Monate nach dem Launch wurden über 70 Sets verkauft – das zeigt mir, dass der Bedarf da ist.“

Was AI Co-Innovation besonders macht, ist die enge Verzahnung mit dem regionalen Ökosystem. „Das Kartenset wurde mit der Agentur Senf aus Hannover gestaltet, gedruckt bei qubus.media – alles vor Ort“, so Brand. Auch Hafven, NEXSTER und hannoverimpuls haben unterstützt. „Ich wollte zeigen: Innovation made in Hannover funktioniert.“ Der Mix aus analogem Tool und digitaler KI wird dabei oft als besonders niedrigschwellig empfunden: „KI wird plötzlich praktisch erlebbar.“

Aktuell arbeitet Carl Brand an einer englischen Version des Sets und bereitet erste Einführungs-Workshops vor. Besonders wichtig ist ihm dabei ein positiver Zugang zur Technologie. „Ich sehe KI nicht als Gegner, sondern als Partner. Mein Tool soll Menschen in ihrer Selbstwirksamkeit bestärken – gerade jetzt, wo viele Angst haben, dass KI ihre Jobs ersetzt.“

Sein Rat an andere Gründungswillige: „Mach dir nicht zu viele Gedanken. Und: Lass dir nicht reinreden. Austausch ist wichtig – aber man muss auch seinen Weg gehen.“ Auch seine eigene Zielgruppe habe sich über die Zeit verändert. „Hab einen Plan – aber sei bereit, ihn loszulassen, wenn du merkst, dass sich Dinge anders entwickeln.“

Unterstützung fand Brand bei der Wirtschaftsförderung hannoverimpuls. „Ich war in der Gründungssprechstunde – das war extrem hilfreich. Dort hat man mir eine Fachberatung in Recht und Marketing vermittelt. Da saßen ein Brandingexperte und ein Anwalt – ich konnte konkret fragen, wie ich mein Angebot sauber aufstelle.“ Gerade die Kombination aus kritischem Blick und spielerischer Neugier habe ihm viel gebracht: „Es ist klasse, wenn jemand mitdenkt – das ist bei hannoverimpuls definitiv der Fall.“

Auch Ulrike Radtke, Projektleiterin Gründung bei hannoverimpuls, zeigt sich überzeugt: „Das Kartenset von Carl Brand macht KI im Innovationsprozess wirklich begreifbar. Es bringt Struktur und Mut in Teams, die sich auf neues Terrain wagen wollen. Besonders beeindruckt hat uns die Konsequenz, mit der hier regional entwickelt wurde – von der Idee über die Gestaltung bis zur Umsetzung. Das ist Hannover im besten Sinne.“

Kontakt:
Carl Robert Brand
E-Mail: carl@ai-coinnovation.de

Website: www.ai-coinnovation.de

Abgelegt unter Menschen, Stadtkinder sind mutigKommentare deaktiviert für Gründungsstrecke August 2025: AI Co.Innovation

Gründungsstrecke Juli 2025: Solarfreunde – Eine Familie macht ernst mit der Energiewende

Tags: , , , , ,

Gründungsstrecke Juli 2025: Solarfreunde – Eine Familie macht ernst mit der Energiewende


Wenn die Sonne scheint, profitieren nicht nur Natur und Stimmung – sondern vor allem Hausbesitzer*innen mit eigener Solaranlage. Damit in Zukunft noch mehr Menschen sauberen Strom vom eigenen Dach beziehen können, haben Katherina (23) und Henrik (27) gemeinsam mit ihrem Vater Lars Baumann (54) die Solarfreunde GmbH gegründet. Seit 2024 bieten sie in Hannover und Umgebung schlüsselfertige Photovoltaikanlagen inklusive Online-Überwachung und Blackout-Absicherung – komplett installiert an nur einem Tag. Ihr Antrieb ist klar formuliert: „Eine Familie – ein Ziel – eine grüne Zukunft.“

Mit digitalen Innovationen und dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz wollen die Solarfreunde einen Beitrag zur Energiewende leisten. Ihr Partner: der deutsche Technologieführer SMA aus Niestetal bei Kassel – weltweit etabliert für leistungsstarke Solarprodukte. „Während der Corona-Zeit hatten wir plötzlich mehr Zeit zu Hause – und nutzten sie sinnvoll“, erzählt Henrik. „Gemeinsam mit unserem Vater haben wir eine Solaranlage auf unser Elternhaus gebaut.“

Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. „Das sprach sich schnell herum“, erinnert sich Katherina. „Erst wollten die Nachbarn eine Anlage auf dem Garagendach, dann Freunde – und schließlich Bekannte von Bekannten.“ Was als Familienprojekt begann, entwickelte sich zu einer Geschäftsidee. Beide wollten es anders machen: verständlich, freundlich und nahbar. „Unser Ansatz: Solar einfach erklären, ohne Fachchinesisch“, sagt Henrik. „Wir ermitteln den Bedarf, beraten transparent – und sitzen bei vielen Kund*innen auch mal bei Kaffee und Kuchen im Wohnzimmer.“ Katherina ergänzt: „So, wie man das unter Freunden eben macht.“

Die Zielgruppe der Solarfreunde sind Hausbesitzer*innen – mit oder ohne Eigenkapital. Ob Flach- oder Schrägdach, mit oder ohne Stromspeicher: Die Angebote werden individuell angepasst. Besonders nach dem großen Stromausfall in Spanien und Portugal sei das Interesse an Speichersystemen deutlich gestiegen. „Inzwischen verbauen wir kaum noch Anlagen ohne Speicher“, erklärt Henrik. Und mit dem Mieterstrom-Modell ermöglichen sie sogar Haushalten ohne eigene Anlage den Zugang zu grünem Strom – garantiert mindestens zehn Prozent günstiger als beim Grundversorger.

Was das Team auszeichnet, ist der persönliche Einsatz. „Vom Erstkontakt bis zur Montage sind wir dabei“, so Katherina. „Unsere Installationen laufen meist samstags – wenn es auch den Kund*innen passt.“ Ein eingespieltes Team aus fünf bis sechs Leuten, bestehend aus Elektrikern, Dachdeckern und der eigenen Familie, sorgt für einen reibungslosen Ablauf. „Unser Anspruch: keine anonymen Abläufe, sondern echte Ansprechpartner – auch nach der Installation“, sagt Henrik. Dank effizienter Prozesse sei man zudem preislich sehr konkurrenzfähig.

Für die Zukunft hat das Trio klare Pläne. „Ich werde mich künftig neben meinem Masterstudium intensiver um unser Unternehmen kümmern“, sagt Katherina. Geplant sind auch Weiterbildungen in Elektrotechnik und Photovoltaik – für fundiertes, aktuelles Wissen. Henrik ergänzt: „Unser Ziel ist ein nachhaltiges, organisches Wachstum. Langfristig möchten wir uns auf das Projektmanagement konzentrieren – und dabei unseren familiären Ansatz beibehalten. Qualität statt Masse.“

Auch anderen Gründer*innen geben sie gerne Tipps mit auf den Weg. „Einfach machen – aber nicht blind“, sagt Henrik. „Vorbereitung und Wissen sind wichtig.“ Die beiden testeten ihr Konzept erst privat, sammelten Feedback – und lernten daraus. „Und wir lernen bis heute bei jedem Projekt dazu“, betont Katherina. „Feedback ist entscheidend. Und ein diverses Team hilft, Dinge aus verschiedenen Perspektiven zu sehen.“

Rückenwind gab es auch von hannoverimpuls. Die Solarfreunde nahmen am Startup-Impuls-Wettbewerb teil – und auch wenn es nicht ganz fürs Finale reichte, war die Erfahrung wertvoll. „Die Pitch-Vorbereitung, das Jury-Feedback, die Reflexion unserer Stärken und Schwächen – all das hat uns sehr geholfen“, so Katherina. Besonders profitieren sie heute vom Netzwerk der Gründungsförderung, etwa im Bereich „Female Empowerment“.

„Solarfreunde ist ein echtes Familienprojekt mit Herz und Verstand“, sagt Anke Pawla, Projektleiterin Gründung und Entrepreneurship bei hannoverimpuls. „Fachliches Know-how trifft hier auf die Visionen der nächsten Generation – mit einer klaren, gemeinsamen Zielsetzung. Die Familie packt an, nutzt jedes Feedback und bringt ihr Unternehmen mit Tatkraft und Ideen voran. Das hat Zukunft.“

Kontakt:

Solarfreunde GmbH
An der Schwarzen Riede 20
30657 Hannover
Telefon: 01739117425
Mail: kontakt@solarfreunde.de

www.solarfreunde.de

Abgelegt unter Menschen, Stadtkinder sind mutigKommentare deaktiviert für Gründungsstrecke Juli 2025: Solarfreunde – Eine Familie macht ernst mit der Energiewende

Partner