Ein beispielhaft irrelevanter Boomer-Rant
Ich habe kürzlich beschlossen, nicht wie andere Männer meiner Generation politisch komplett abzudriften – indem ich mich etwa demagogisch übers Gendern ereifere, den Veganismus als sektenhafte Para-Religion darstelle oder paranoid eine „Woke-Diktatur“ herbeiphantasiere. Oder was manche meiner Mitboomer eben so machen, wenn die Prostata zwackt, das Haupthaar sich verabschiedet und sie langsam aber sicher auf eine Gleitsichtbrille umsteigen müssen. Man staunt wirklich, was Menschen, die man mal für halbwegs liberal, vielleicht sogar für links, zumindest aber für rational denkende Wesen gehalten hat, inzwischen so von sich geben: Da wird Leuten, die sich über Alltagsrassimus beschweren, unterstellt, sie seien einfach nur zu empfindlich, die Ampel wird für die Wahlerfolge der AfD verantwortlich gemacht, die Grünen werden nur noch „die Verbotspartei“ genannt, Greta Thunberg wird zur Anführerin der klimapolitischen Roten Garden und die „Letzte Generation“ zur neuen SA erklärt …
Von meinen Alters- und Geschlechtsgenossen, aus denen so etwas heraussuppt, möchte ich mich hiermit aufs heftigste distanzieren. Ich habe mir stattdessen fest vorgenommen, politisch vernünftig zu bleiben und meine vermutlich unvermeidlichen reaktionären Reflexe in eine andere Richtung zu lenken. Wenn überhaupt, werde ich mich, was junge Menschen betrifft, nur über ganz und gar unwichtige Dinge aufregen. Über Äußerlichkeiten, inhaltsfreie Petitessen und banale Kinkerlitzchen. Zum Beispiel über eklige Seventies-Schnurrbärte bei jungen Männern. Oder die Angewohnheit mancher jungen Frauen, wenn sie etwas referieren, jedem dritten Satz ein – die eigene Aussage bestätigendes – „Genau!“ anzuhängen. Oder in der anderen Variante, das „Genau…“ langgezogen nachdenklich halblaut in sich hinein zu sprechen. Während sie überlegen, was sie als nächstes sagen. Quasi als moderne „Äh“-Variante.
Oder über Hipster-Eisläden, die neben den Geschmacksnoten „Lavendel“, „Matscha“, „Ziegenmilch-Ricotta-Rhabarbermarmelade“, „Basilikum“ und „Moscow Mule“ neuerdings auch den Klassiker „Spaghetti-Eis“ anbieten. Aber dabei 1. die traditionelle, ästhetisch geradezu vollkommene, 1969 vom Eisdielenbesitzer-Sohn Dario Fontanella in Mannheim erfundene Darreichungsform dieses einzigartigen Eis-Gerichts ignorieren, indem sie es lieblos in ein Weck-Glas (!) schlunzen. Und in denen, also in den Hipster-Eisläden, sich 2. Dialoge wie dieser ereignen. Ich: „Ein Spaghetti-Eis, bitte.“ Hipster-Eis-Dieler: „Da sind zwei Kugeln Eis drin. Welche Sorten möchtest du?“ Ich: „Äh … es ist’n Spaghetti-Eis! Also Vanille.“ Hipster-Eis-Dieler: „Du kannst auch andere Sorten nehmen.“ Ich: „Nochmal: Es ist ein Spaghetti-Eis. Ich möchte bitte zwei Kugeln Vanille da rein! So wie es sich gehört.“ Hipster-Eis-Dieler: „Beliebt sind zum Beispiel Salted Caramel, Cookie Dough oder…“ Ich: „Vanille!!!!!“ Hipster-Eis-Dieler: „Ja, is ja schon gut …“
Selbstverständlich weiß ich, dass auch in italienischen Eis-Dielen inzwischen Spaghetti-Eis-Varianten mit anderen Eis-Sorten und Soßen angeboten werden. Die heißen dann: „Spaghetti-Carbonara“, „Spaghetti-Bonito“, „Schoko-Spaghetti“, „Spaghetti-Joghurt“ oder – man mag es kaum hinschreiben – „Spaghetti-Müsli“ …
Wenn man aber in einer old-school-italienischen Rialto-Venezia-San-Marco-Eisdiele einfach nur „ein Spaghetti-Eis“ bestellt, bekommt man nach wie vor: Sahne, Vanille-Eis, Erdbeersoße, weiße Raspel-Schokolade und eine eingesteckte Rundwaffel. Punkt. Ohne Nachfrage. Ohne Diskussion. Hübsch angerichtet auf einem geschmacklosen Buntglasteller, der wiederum auf einem kleinen ovalen Metalltablett steht. Und zwischen Teller und Tablett klemmt die klassische, quasi komplett-imprägnierte, wasserfeste, null saugfähige und somit durch und durch sinnlose Papierserviette. So und nicht anders muss das sein! Diese Papierservietten habe ich übrigens noch nie in anderen Lokalitäten gesehen. Vermutlich werden sie in einer unterirdischen Papierserviettenfabrik in den Dolomiten – im berühmten Eismacher-Tal „Val di Zoldo“ – ausschließlich für italienische Eisdielen in Deutschland hergestellt.
Fairerweise muss ich aber zugeben, dass alle Hipster-Eise im Weck-Glas, die mir bisher serviert wurden, geschmacklich nicht zu beanstanden waren. Trotz der zweifelhaften Optik. Sogar die vegane Variante ohne Sahnekern, die ich kürzlich im Prenzlauer Berg aß. Obwohl diese, ich möchte das nochmal betonen, wirklich extrem scheiße aussah!
Soviel grumpy Boomertum muss auch mir erlaubt sein.
Hartmut El Kurdi

Der Name des Cafés drückt Erstaunen und Bewunderung aus. Wer hier zu Tisch geht, darf sich die Hände reiben: ob Pancakes, Granola oder Eggs Benedict, bestehend aus pochierten Eiern mit Sauce Hollandaise – alles ist hausgemacht … auch der gebeizte Lachs, das Kernbrot, die Aufstriche und vieles mehr.
Der gelernte Koch wollte schon immer etwas Eigenes auf die Beine stellen und ist nach einigen Jahren des Fine Dinings in Berlin, Hamburg und München in Hannover, seiner Heimatstadt, angekommen.
Knochenhauerstraße 16, 30159 Hannover
Der dänische Designmöbeleinzelhändler BoConcept verkündete die Übernahme des BoConcept Stores Hannover mit neuem Franchisepartner und eröffnete am 10.06. die neue Filiale in Mitte.
Getreu dem Motto „Live Ekstraordinær“ will BoConcept und Franchiseinhaber Sören Boldt Kundinnen und Kunden mit einer branchenführenden Gestaltungsfreiheit zu einem einzigartigen, außergewöhnlichen und durch und durch individuellen Zuhause verhelfen.
Ob Sofas, Sessel, Betten, Tische oder Aufbewahrungslösungen: Nahezu alles aus den Kollektionen von BoConcept kann hinsichtlich Größe, Farbe und Material an die Wünsche und Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden angepasst werden. Ein besonderes Highlight ist auch die große Auswahl an Stoffen und Ledern. Mit dem exklusiven Interior Design Service hilft ein Team an erfahrenen Einrichtungsberatenden, Kundinnen und Kunden bei der Auswahl, Gestaltung und Kombination ihrer neuen Möbel.
Inhaberin und Gründerin der Auftragskonditorei mundus-Fine Art Bakery Eghlima Wehrmann wurde im Iran geboren und ist studierte Biologin M.Sc. Als sie 2015 die mundus-Fine Art Bakery gründete, machte sie ihr Hobby zur Berufung.
Mittlerweile steht hinter Eghlima Wehrmann ein ganzes Team aus 14 Mitarbeiterinnen. Jetzt eröffnete das erste To-go Café in der Südstadt, in dem nicht nur auf Bestellung Wehrmanns Backwaren verköstigt werden können, zusammen mit einer leckeren Tasse Kaffee. Für Besprechungen und Aufträge bleibt weiterhin das Headquarter in Döhren/Wülfel.
Marienstraße 24, 30171 Hannover
Herr Weil, es geht in die politische Sommerpause und ich bin ganz erleichtert – zwei Monate kein Ampel-Streit. Danach fetzen sich dann wieder alle ausgeruht wie die Kesselflicker, oder erwarten Sie, dass sich an der Performance demnächst wirklich etwas ändert? Hat man dazugelernt?