Eines schönen Tages im November 1863: Der dänische König Friedrich VII war gerade gestorben und sein Nachfolger, Christian IX, war frisch im Amt. Und wie das so ist mit neuen Besen – wir kennen das dieser Tage gut von unserem Kanzler – gehen da schon mal die Allmachtsphantasien mit einem durch und man redet eine Menge Quatsch. So auch König Christian. Der stellte nämlich beim Durchgehen seiner Papiere fest: „Ach Mensch! Ich bin ja gar nicht bloß König von Dänemark! Ich bin ja auch noch Herzog von Holstein, Schleswig und Sachsen-Lauenburg. Wo ist Letzteres noch mal genau? Ach, egal! Wo Schleswig ist, weiß ich. Das ist ein Lehen von mir? Kuck mal an. So, so, Holstein gehörte bis vor 50 Jahren noch zum heiligen Römischen Reich. Na, da hätte ich auch selber drauf kommen können.“ So faselte er vor sich hin, kritzelte wild auf der Karte herum und beschloss dann: „Klarer Fall! Schleswig und Holstein mit all seinen Inseln und Halligen soll fortan zu Dänemark gehören! Weg mit den Nationalliberalen, das gehört jetzt alles mir!“ Sprach‘s und machte sich daran, ein Pamphlet zu schreiben, das er, ganz wichtig, „Novemberverfassung“ nannte. Das schien ihm kreativ und passend. Nämliche Nationalliberalen, sowohl deutsche als auch dänische, hatten sich dort in den letzten 200 Jahren recht wohl gefühlt – nicht großartig von der dänischen Krone und den bekloppten Deutschen behelligt. Doch jetzt sah die Sache anders aus. König Christian also: „Meins! Meins! Meins!“ und die Preußen daraufhin so: „Äääähh, nein?!“. Danach ein Vierteljahr lang „nein, doch, oh!“ – man kennt das –, bis die Preußen schließlich zusammen mit ihren österreichischen Kumpels fanden, sie müssten da jetzt mal hin und die Sache klären. Hämisch setzten sie ihre preußischen Füße über Eider und Levensau. Diese Flüsse stellten die Grenze dar und die Dänen fanden das nicht lustig. „Haut ab, ihr ollen Speckdänen! Das Gebiet hängt an Deutschland dran, also gehört es uns!“. Die Dänen, in ihrem Nationalstolz gekränkt, antworteten vermutlich so was wie „Du må være skør!“, was man ungefähr mit „Das könnt ihr so was von knicken!“ übersetzen könnte. Handgemenge. Fast ein Dreivierteljahr lang, von Februar bis Oktober 1864, gab es Fratzengeballer am laufenden Band und die Preußen gewannen am Ende.
Plötzlich sahen sich Schleswig, Holstein, die Nordfriesischen Inseln und Halligen mit preußischem Kokolores konfrontiert. Wehrpflicht und solcher Quatsch. „Nein, danke schön, da verzichten wir!“ und ein hoher Prozentsatz der Friesen suchte das Weite. Das ganz Weite. Um präzise zu sein: Amerika. Bis dahin war es ein ziemliches Stück, weshalb die Meisten bereits in New York die Nase voll vom Reisen hatten und gleich da blieben. So bildete sich schnell eine große friesische Gemeinschaft, was sich einige Jahrzehnte später und noch mal später als nützlich erweisen sollte. Denn auch die beiden großen Kriege trieben weitere Auswanderer nach Ellis Island, so dass zeitweise mehr Friesen in New York lebten als auf den Inseln Amrum und Föhr. Aber sie vermissten ihr Zuhause! Und was machen viele Auswanderer, wenn sie Heimweh bekommen? Wir kennen das von RTL II: Sie fangen das Trinken an. Zum Glück hatte Präsident Roosevelt den Fusel schon 1933 wieder freigegeben und die Friesen konnten sich ganz legal einen hinter die Binde kippen. Half aber alles nichts, das Heimweh blieb. Deshalb nutzen Viele das wirtschaftlich starke Amerika, um noch ein paar Jahre lang ordentlich Geld zu verdienen, welches sie dann zurück nach Norddeutschland trugen. Allerdings hatten sie Gefallen an den amerikanischen Cocktails gefunden, solch tolles Zeug gab‘s nämlich Zuhause nicht. Also nahmen sie davon auch noch was mit, um daheim mit ihrer weltmännischen Lebensart prahlen zu können. Und so kam der Manhattan nach Norddeutschland, wenn auch in leicht abgewandelter Form. Dort erfreute er sich großer Beliebtheit und man stellte mit Genugtuung fest: Egal, ob man „Prost!“, „Skål!“, „Sündjhaid!“ oder sogar „Cheers!“ sagt, wenn man sein Glas hebt und dabei freundlich nickt, verstehen alle, was gemeint ist. Warum soll man sich da noch kloppen?
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Kekse sind eine feine Angelegenheit, zumal in der Adventszeit. Je mehr Kekse, desto besser und am allerbesten ist es sogar, wenn man viele unterschiedliche Sorten hat. Bloß: Wer soll die alle backen? Und bei den aktuellen Schokoladenpreisen muss man ja fast schon sein Haus beleihen für ein bisschen Gebäck. Viel einfacher ist es da doch, wenn man ein Grundrezept hat, das man variiert, so kann man ziemlich viele Sorten Kekse mit nur einem Rezept backen. Sehr ökonomisch: wenig Aufwand, großer Ertrag.
Da wir heute im großen Stil arbeiten, nehmen wir 800g Mehl und 200g Speisestärke. Alternativ gehen natürlich auch 1000g Mehl, bei Keksen ist es aber keine schlechte Idee, ein Fünftel des Mehls durch Stärke zu ersetzen. Warum? Die ist feiner und seidiger als Mehl, das Gebäck wird dadurch noch zarter und mürber – das wollen wir. Dazu kommen jetzt 2 Päckchen Butter, also 500g, kalt und in kleine Würfel geschnitten, vier Eier, 2 EL Vanillezucker sowie brauner Zucker. Da wir später mit unterschiedlichen Zutaten experimentieren wollen, die auch alle süß sind, nehmen wir vom Zucker „nur“ 300g. Wer einfache Butterplätzchen ohne weiteres Gedöns wünscht, kann beruhigt 400g Zucker nehmen.
Aus diesem ganzen Kladderadatsch kneten wir nun einen Teig. Aber aufgepasst! Eier sind hinterhältige Biester, manche sind klein und haben nicht viel Flüssigkeit, so dass der Teig krümelig werden kann. Ist das der Fall, verhelfen ihm ein paar Tropfen eiskaltes Wasser zu absoluter Geschmeidigkeit und Flexibilität. Da braucht es nicht viel, maximal ein halbes Schnapsglas voll und schon kann der Teig im Zirkus anfangen, so elastisch ist der. Jetzt kommt der kreative Teil, das ist das Beste! Wir wollen vier Sorten machen, also teilen wir den Teig in 4 Portionen. Eine bleibt pur, eine wird mit 2EL Backkakao, etwas gemahlenem Kardamom und 2EL Schokotropfen vermischt. In die dritte kommt ein großzügiger Teelöffel Zimt und fürs Gewissen mischen wir die vierte Portion mit gehackten Cranberrys und Pekannüssen (für die Gesundheit und so). Die Teige kommen nun in Frischhaltefolie gewickelt in den Kühlschrank, wo sie anderthalb Stunden ruhen.
Aus der nicht kontaminierten Teigportion formen wir nun Kugeln mit dem Durchmesser einer Euromünze und bohren mit dem Stiel eines Kochlöffels Vertiefungen rein. Dann gehen die Werkstücke noch mal für zehn Minuten zurück in den Kühlschrank, da der Teig durch das Formen warm geworden ist. Je kälter er ist, wenn er in den Ofen kommt, desto formstabiler später der Keks.
Bei 180°C Ober-/Unterhitze backen wir jetzt erst mal die Schokoplätzchen und die mit Cranberrys und Nuss. Weil wir schlau sind, haben wir nämlich den Teig vor dem Kühlen in Rollen geformt – jetzt nur noch 1cm dicke Scheiben schneiden und ab in den Ofen. 12 Minuten reichen völlig.
Nun erhitzen wir ein Gelee unserer Wahl, bis es flüssig ist und gießen es dann in die Vertiefungen unserer inzwischen wieder gut gekühlten Teiglinge. Auch diese backen wir für 12 Minuten und heraus kommen die aller zauberhaftesten Engelsaugen.
Die vierte Teigportion (die mit dem Zimt) wird noch mal geteilt: Zwei Drittel rollen wir auf Backpapier zu einer Platte aus und bestreichen diese großzügig mit Pflaumenmus. Das letzte Teigdrittel zerpflücken wir zu zarten Streuseln und verteilen sie oben drauf. Nach einer Viertelstunde im Ofen haben wir den flachsten Streuselkuchen der Welt. Der wird noch warm in Rauten geschnitten und muss dann, wie auch die Engelsaugen, erst mal zwei, drei Stunden abkühlen, bis Gelee und Pflaumenmus wieder fest sind.
Abgekühlt kann man die Kekse natürlich noch schön verzieren (zum Beispiel mit einem Zuckerguss mit Cranberrysaft) oder Puderzucker drauf streuen, bevor sie in die Vorratsdosen und/oder Bäuche wandern.
Ein Teig und x Variablen, von Nutella bis zu Rosenkohl, erlaubt ist, was gefällt. Für unsere Kekse haben wir kein Backtriebmittel verwendet – war nicht nötig. Wer es luftiger und fluffiger mag (Achtung: verringerte Haltbarkeit!) oder schwere Zusätze wie größere Schokoladenstücke, saftiges Obst oder meinetwegen auch Kupfermünzen verarbeitet, sollte das aber unbedingt tun.
Bevor die Weihnachtszeit so richtig reinhaut und wir uns nur noch von Lebkuchen oder schweren Hauptgerichten ernähren, dachten wir uns, wir machen vielleicht noch mal einen Ausflug in die vegan-asiatische Welt. Auch die sozialen Medien sind voll davon und alle schwören auf ein Lokal: Das Cham in der List. Also machen wir uns auf den Weg dorthin.
Optisch macht es schon mal einen guten Eindruck – sofern wir etwas erkennen können, denn es ist relativ dunkel hier. Allerdings nicht ungemütlich. Das Cham wirbt mit „nachhaltiger“ Küche und wir sind gespannt, was das bedeuten soll. Alle Gerichte sind vegan und Hauptbestandteil der meisten Angebote auf der angenehm dimensionierten Karte ist Tofu. Über die Nachhaltigkeit im Soja-Anbau sollte vielleicht noch einmal gesprochen werden, aber dieses globale Problem wollen wir heute Abend nicht wälzen. Die Karte empfiehlt, pro Person drei der kleinen Gerichte zu je 5,90 Euro auszusuchen. Es gibt zwar auch Bowls zu je 13,90 Euro, aber wir möchten so viel wie möglich entdecken. Zu trinken wählen wir einen Grauburgunder (8,50 Euro, 0,2l) und eine hausgemachte Maracuja-Limonade namens „Passionate Asian“ (5,90 Euro). Der Wein ist schmackhaft aber nicht über die Maßen beeindruckend, bei der Limonade sieht das schon anders aus: Die vorherrschende Süße wird durch die Säure der frischen Maracuja relativiert. Extrem lecker! Zumindest, solange man sich nicht an dem eher schleimigen Fruchtfleisch stört, aber das tun wir nicht.
Schnell kommen auch unsere Wahlgerichte: „Golden Oyster Mushrooms“ – hinter diesem hübschen Namen verbergen sich gut gemachte „Schnitzelchen“ aus Austernseitling, die mit einer hausgemachten Tamarindensauce gereicht werden. Letztere überzeugt uns nicht so sehr, der Pilz aber umso deutlicher: Knusprig und sehr lecker. Die Tamarindensauce taucht auch bei den „Crispy Sea Bites“ wieder auf, veganen Shrimps am Spieß in Panko-Panade. Auch die sind extrem gut gemacht. Im Inneren befindet sich etwas, das von der Machart an Surimi erinnert. Was genau es ist, können wir nicht sagen, aber es schmeckt nach Shrimp, ist nicht zäh und macht Spaß zu essen. Toll! Auch bei „Golden Hour“ handelt es sich um ein kleines Highlight: Es ist ein rotes Curry mit frischem Gemüse und Tofu, von der Konsistenz eher eine Suppe. Sie erinnert ein wenig an Tom Kha Gai und ist perfekt abgeschmeckt – absolute Probierempfehlung. Die „Crunchy Tofu Sticks“ sind Seidentofu am Spieß im Rice Flakes-Mantel gebacken, zu denen eine Himbeer-Chili-Sauce gereicht wird. Beides begeistert uns und wir sind uns einig, wenn überhaupt, dann nur selten zuvor Tofu in so schöner Konsistenz gegessen zu haben. Kein bisschen Gummi- oder Spülschwamm-artig und mit der Himbeersauce eine richtig schöne Sache. Leider bleiben die letzten zwei Gerichte dahinter ein ganzes Stück zurück: „Chams Pocket“ enthüllt gebackene Teigtaschen mit Karotten-Rettich-Knoblauch-Füllung. Dazu sollte ein hausgemachtes Limetten-Chili-Dressing gereicht werden. Was wir bekommen, ist aber eine Sweet Chili-Sauce, von der wir nicht glauben, dass sie hausgemacht ist. Leider sind die Teigtaschen nicht wie angegeben knusprig. Sie sind weich und schmecken eher etwas tranig – ein bisschen wie zu lang stehengelassene Kartoffelpuffer. Rettich und Karotte sind leider nicht herauszuschmecken. Auch der „Sweet Friend Fried“ überzeugt uns nicht. Süßkartoffelpommes mit einer hausgemachten Mayonnaise mit Trüffelöl – die sollten ebenso knusprig sein. Das ist bei Süßkartoffel aber generell recht schwierig und hier nicht wirklich geglückt. Allerdings sind sie schön gewürzt, auch wenn der Einsatz des Trüffelöls in der Mayo für unseren Geschmack einen Hauch zu beherzt ausfiel. Alles in allem finden wir aber, eine gute Auswahl getroffen zu haben. Schmackhafte und ausgefallene Gerichte zu einem fairen Preis und wir versprechen: Auch einem erklärten Omnivoren wird hier nichts fehlen!
Am 15. Dezember öffnet Sushifreunde in der Straße Große Barlinge 67. Das Franchise besteht seit 25 Jahren und betreibt inzwischen 30 Filialen an 14 Standorten in Deutschland. Der Fokus liegt auf frischem Sushi, zuverlässigen Lieferzeiten und modernen asiatischen Gerichten, die immer wieder für Abwechslung sorgen. Die Auswahl an Vorspeisen bietet etwas für jeden Geschmack. Vom Glasnudelsalat über würzige Laksa-Suppe, bis hin zu Tempura-Produkten wie Frühlingsrollen, Garnelen, Hähnchen- und Lachs-Stäbchen wird alles frisch zubereitet und sorgen für ein knuspriges Erlebnis. Bei den Sushi-Rollen gibt es eine große Auswahl: Frische Maki mit sorgfältig ausgewählten Zutaten, Inside-Out-Rollen, Crunchy-Varianten und klassische Nigiri gehören zum Sortiment. Verschiedene Dips ergänzen das Angebot. Für die Mittagspause gibt es attraktive Mittags- und Sparmenüs. Kunden haben die Möglichkeit, einen Newsletter oder What’sApp-Kanal zu abonnieren, um keine Rabattaktion zu verpassen.
Große Barlinge 67, 30171 Hannover. Täglich geöffnet 11.30-21.30 Uhr.
Studio Lieblich
Beim Töpfern mit Weinbegleitung trifft Kreativität auf Genuss: Die Idee, beides miteinander zu verbinden, entstand während eines Auslandssemesters in Portugal. Dort verbrachte der Gründer von Studio Lieblich viel Zeit in Werkstätten, lernte zu töpfern, zu malen und zu nähen – und entdeckte, wie inspirierend gemeinsames Arbeiten mit den Händen sein kann. Zurück in Deutschland wollte er dieses Gefühl weitergeben: einen Ort schaffen, an dem Menschen kreativ werden, sich begegnen und genießen können. So entstand das Konzept eines Töpferstudios mit Weinbegleitung – ein Format, das Kunst und Geselligkeit gleichermaßen bietet. Seit einem Monat ist das Studio offiziell geöffnet. Die Workshops starten entspannt: Bei einem Glas Wein lernen die Teilnehmenden verschiedene Techniken kennen, arbeiten an ihren Projekten, und alle 20 bis 30 Minuten wird ein neuer Wein vorgestellt. Das Besondere ist die Balance – kein bloßes Basteln neben einem Getränk, sondern ein bewusstes Zusammenspiel von Kreativität und Wein. Töpfern bedeutet für den Gründer, etwas Eigenes zu erschaffen und Geduld zu lernen. „Du kannst nicht einfach schnell etwas machen – du musst dir Zeit nehmen, korrigieren, weitermachen. Das finde ich schön“, sagt er. Neben offenen Kursen bietet das Studio auch Workshops für Teams, Geburtstage oder Junggesell*innenabschiede an.
Wörthstraße 15, 30161 Hannover. Öffnungszeiten je nach ausgeschriebenen Workshops. Mehr Infos auf www.studiolieblich.de.
Coolblue
Alle Technikbegeisterten dürfen sich freuen, denn der führende Elektronikhändler Belgiens und der Niederlande hat nun seine erste Niederlassung in Hannover eröffnet. In zentraler Lage bietet Coolblue ein Einkaufserlebnis, das digitale Services mit persönlicher Beratung von Experten kombiniert. Auf 1.274 m² verteilen sich acht Produktwelten – von Smartphones, Laptops und Fernsehern über Audio und Gaming bis hin zu Haushaltsgroßgeräten. Ergänzend erleichtern digitale Funktionen wie QR-Code-basierte Produktvergleiche oder Virtual-Reality-Anwendungen zur räumlichen Visualisierung von Produkten in den eigenen vier Wänden die Entscheidungsfindung. Der In-Store-Modus der Coolblue App meldet Kund*innen mit Termin automatisch an – für eine reibungslose Beratung ohne Wartezeit. Alternativ bietet eine Willkommenssäule am Eingang die Möglichkeit, sich unkompliziert zur Beratung oder zur Abholung online bestellter Ware anzumelden. Für eine angenehme Einkaufsatmosphäre sorgen kostenfreier Kaffee und Tee sowie eine Spielecke mit Bausteinen für die kleinen Gäste. Bereits seit Jahresbeginn beliefert Coolblue über das eigene Logistikzentrum in Langenhagen Kund*innen im Raum Hannover mit Haushaltsgroßgeräten und Fernsehern – inklusive Lieferung, Installation und Altgerätemitnahme, bereits ab dem nächsten Werktag. Mit dem neuen Store schafft das Unternehmen nun auch eine zentrale Anlaufstelle in der Innenstadt.
Bahnhofstraße 8, 30159 Hannover. Mo-Sa 10-20 Uhr.
Abgelegt unter Einkauf & Genuss, Neu in der StadtKommentare deaktiviert für Neu in der Stadt: Sushifreunde, Studio Lieblich und Coolblue
„Lakritz ist sehr vielfältig und daher gibt es immer wieder etwas Neues zu entdecken“, erzählt Bernd Martin und verweist auf seinen Verkaufstresen voller Variationen der salzig-würzigen Nascherei. Am 12. April diesen Jahres, dem internationalen Lakritztag, hat er sein Geschäft in der Jakobistraße 55 eröffnet und verkauft seither an drei Tagen in der Woche „die schwarze Leidenschaft“.
Als „Der Lakritzmann“ ist Martin bereits seit einigen Jahren mit dem Verkaufsfahrrad auf Märkten und Festen in der Stadt und Region Hannover unterwegs. Man kennt ihn unter anderem vom Lister Meilen Fest, dem Herbstmarkt in Mardorf am Steinhuder Meer und jüngst auch vom Winterzauber Herrenhausen. „Lakritz geht immer“, lächelt er. Was mit einer kleinen Auswahl an gefüllten Lakirtzstangen angefangen hat, ist längst zu einem vielseitigen Sortiment herangewachsen. Inzwischen bietet Martin zahlreiche Varianten von buten Lakritzkugeln, -gummibärchen, -schnecken und -bonbons an.
Mit der wachsenden Auswahl wuchs mit der Zeit auch der Bedarf an Lagermöglichkeiten. „Als dann der kleine Laden samt Lagerraum hier in der List frei geworden ist, dachte ich mir ‚Wieso eigentlich nicht?‘ und habe angefangen zu renovieren“. Seit einem Dreivierteljahr verkauft er nun Lakritzspezialitäten aus Skandinavien, den Niederlanden und Deutschland.
„Lakritz gibt es in nahezu jeder Form“, erklärt der Inhaber. „Mittlerweile auch glutenfrei und vegan“. Und auch geschmacklich gibt es keinerlei Grenzen. Chili- und Kokos-Lakritz reihen sich in den Regalen neben Schaumzuckermäusen mit Lakritzgeschmack und Sorten wie „Raspberry Cheesecake“ ein. Einiges aus dem Sortiment, darunter Lakritzkugeln mit Zitrus- oder Cappuccinomantel, erinnern zunächst nicht an die klassischen Happen aus Süßholzwurzel. „Manche glauben gar nicht, dass in den bunten Kugeln wirklich Lakritz ist, denn beim ersten Bissen schmecken sie erstmal nach ihrer Ummantelung. Aber natürlich ist da auch Lakritz drin“, so Martin. „Man könnte sagen, das sind Lakritzpralinen“.
Besonders stolz ist er auf seine große Auswahl an Lakritz der Marke Haupt. „Geschmack und Qualität der verschiedenen Haupt-Lakritze sind wirklich herausragend“. Die Produktion der handgemachten süßen wie salzigen Kugeln, Bonbons und Stangen knüpft an rund 3500 Jahre Lakritztradition an. Gleichzeitig wollen die Hersteller aber auch „die Regeln für den Geschmack und die Verwendung von Lakritz neu definieren“, was sich unter anderem in ihrem „salzigsten Lakritz der Welt“ widerspiegelt. „Zum Probieren oder Verschenken habe ich ein paar dieser so genannten schwedischen Bastarde in kleinen Mengen abgefüllt – die sind wirklich nicht ohne!“
Wer also auf der Suche nach etwas Außergewöhnlichem ist, ist bei Bernd Martin an der richtigen Adresse. Neben Essbarem sind ebenso, Lakritzgin, Lakritzlikör und Lakritzcola Teil seines Sortiments. Und auch pures, kristallines Lakritz kann man in seinem Geschäft probieren. „Das ist natürlich nicht jedermanns Geschmack, aber interessant, wenn man nur das handelsübliche Lakritz kennt“. Jetzt in der Vorweihnachtszeit bietet Martin außerdem einen eigens zusammengestellten Lakritz-Adventskalender an.
Der besondere Geschmack der Süßholzwurzel lässt sich beliebig kombinieren, sodass das Angebot bei Lakritz Hannover so vielfältig wie variabel ist. „Ich weiß, nicht jeder mag es, aber fast jeder kennt jemanden, der es mag“, strahlt Martin. Wer sich unsicher ist, darf auf Nachfrage die eine oder andere Sorte probieren oder sich eine Auswahl mit nach Hause nehmen. Abgewogen in kleinen Boxen gibt es zum 100g-Preis jede Menge zu entdecken. „Man kann sich ganz einfach etwas nach seinen Wünschen zusammenstellen – für sich selbst, für Freunde oder Familie. Ich freue mich über jeden, der neugierig ist und vorbeikommt.“
Herr Lies, so viel hat sich ja noch nicht verändert hier im Büro. Keine Zeit? Keine Lust?
Der Tisch ist größer geworden. Aber an die Bilder an den Wänden, an die Kunst, haben sich ja alle gewöhnt. Und ich bin demjenigen, der hier sehr kunstbeflissen für ein gewisses Ambiente gesorgt hat, gar nicht so undankbar.
Ich habe gehört, dass sie eine unglaubliche Schlagzahl haben und Schlaf eher Nebensache ist. Ein Feldbett sehe ich glücklicherweise nicht. Schaffen Sie es noch jeden Tag nach Hause?
(Lacht) Ich schaffe es in meine Wohnung in Hannover. Ich bin jetzt seit 13 Jahren Wochenendpendler, das ist mittlerweile Routine. Unter der Woche wohne ich hier in Hannover, am Wochenende fahre ich nach Hause nach Sande – das versuche ich jedenfalls. Es wird schwieriger, aber es ist mir wichtig, wenigstens dann bei der Familie in Friesland zu sein. Also keine Sorge, ich schlafe nicht im Büro.
Sie haben in Sande auch viele Tiere. Das ist wahrscheinlich der Ort, um runterzukommen, oder?
Ja, absolut. Das ist am Wochenende ein echter Rückzugsort. Dort spielt Politik keine Rolle, da ist einfach die Familie. Und natürlich unsere Tiere. Man kommt runter, wird geerdet und bekommt den Kopf frei.
Ich habe gelesen, Esel haben es Ihnen angetan. Gibt es da charakterliche Ähnlichkeiten? Sind Sie stur?
Ich? Das kann ich mir gar nicht vorstellen! Aber gewisse Vergleiche würde ich mir schon gefallen lassen. Esel sind ja zum Beispiel sehr intelligente Tiere (lacht). Als wir vor 25 Jahren ein Haus gesucht haben, war klar: wir kaufen nur eins, bei dem wir Esel halten können. Und so haben wir es auch gemacht. Der erste Esel war schon da, bevor wir eingezogen sind. Über die Jahre sind ein paar mehr dazugekommen – meist Tiere, die ein Zuhause suchten. Unser Haus war früher eine Nebenerwerbsstelle – mit Außenbereich, wo man früher nach dem Krieg Tiere halten konnte. Es ist so eine Art geschrumpftes Bauernhaus.
Schaffen Sie es als Ministerpräsident noch aufs Motorrad?
Ganz selten. Das ist schwierig geworden. Vor Jahren hatte ich mal den Gedanken, eins mit nach Hannover zu nehmen. Aber es fehlt einfach die Zeit. Und wenn ich zu Hause in Sande bin, steht die Familie im Mittelpunkt. Da fahre ich ja nicht allein mit dem Motorrad durch die Gegend. Da ist es mittlerweile eher das Fahrrad, da können wir gemeinsam unterwegs sein.
Wann haben Sie zuletzt auf dem Trecker gesessen?
Oh, das ist schon etwas länger her. Meinen eigenen alten Trecker musste ich irgendwann verkaufen, der hat einfach zu viel Platz gebraucht. Aber mein Neffe hat einen, ein bisschen moderner, da steige ich gelegentlich mal drauf. Das macht mir schon Spaß. Wir haben ja auch Land, das man ab und zu bearbeiten muss. Das ist erdend im wahrsten Sinne des Wortes. Ich mag das sehr.
Ich frage mich immer, wie man in so einer Position nicht die Bodenhaftung verliert. Die Termine eng getaktet, alle wollen irgendwas, im Zweifel präsentieren sich alle von der besten Seite und Sie sind nicht Olaf Lies, sondern der Ministerpräsident. Gelingt Ihnen diese Trennung zwischen Amt und Mensch? Wissen Sie, wer gerade gemeint ist? Und wie ist die Verwechslungsgefahr bei Ihnen selbst?
Ich habe glücklicherweise schon in den Ministerämtern meine Erfahrungen sammeln dürfen. Aber klar, Ministerpräsident ist jetzt natürlich noch mal etwas ganz anderes, verbunden mit anderen Erwartungen und anderen Gesprächen, die breiter aufgestellt sind. Aber ich glaube, das kann man gut trennen. Ich sehe mich nicht als „Herr Ministerpräsident“, ich habe einen Namen. Mit allen, die mich ein bisschen besser kennen, duze ich mich, da bin ich dann einfach Olaf, und ansonsten Herr Lies. Aber ich bin nicht „Herr Ministerpräsident“. Das ist ein Amt auf Zeit, verbunden großer Verantwortung und mit gewissen Möglichkeiten. Und natürlich begegnet man darum vielen Menschen, die Interessen haben und etwas erreichen wollen. Aber das will ich ja auch. Ich will Niedersachsen voranbringen.
Würden Sie sagen, dass Sie Menschen um sich haben, die Ihnen sagen, was sie denken?
Auf jeden Fall. Mit einigen arbeite ich schon sehr lange zusammen und das Verhältnis ändert sich ja nicht durch ein neues Amt. Die Gespräche sind bei mir auch nicht immer nur reduziert auf den Beruf und fachliche Themen. Es gibt auch sehr persönliche und vertrauensvolle Gespräche. Es wäre auch nicht schön, wenn das anders wäre. Ich verbringe ja momentan den allergrößten Teil meines Lebens hier. Darum ist es gut, wenn ich mich auch ein Stück weit hier zu Hause fühlen kann.
Kommen wir kurz zur SPD. 2002 eingetreten. Wie ist Ihnen das passiert?
(Lacht) Eigentlich über die Gewerkschaft. Ich war schon in meiner Ausbildungszeit aktiv, später auch Personalratsvorsitzender. Irgendwann hat mich jemand aus meinem Heimatort angesprochen: „Du machst doch ohnehin so viel, willst du nicht Kommunalpolitik machen?“ Also habe ich kandidiert – damals noch parteilos. 2001 war das. Kurz darauf hieß es: „Wir brauchen dringend einen Ortsvereinsvorsitzenden. Willst du nicht in die SPD eintreten?“ So wurde ich Mitglied – und gleich Ortsvorsitzender. Dann Gemeinderat. Und ab dem Zeitpunkt hat sich die Frage nach dem „Warum“ nicht mehr gestellt. Die Frage war immer nur, was wir als nächstes machen. Wie bringen wir die Gemeinde und den Kreis voran? Das hat mir von Anfang an Spaß gemacht.
Was kann denn eigentlich die SPD?
Die Sozialdemokratie kann für Stabilität im Land sorgen. Wir haben eine spürbare Verunsicherung in der Gesellschaft, auch viel Unzufriedenheit. Und ich denke, es braucht darum, gerade jetzt vielleicht mehr denn je, eine Partei, die es schafft, ausgleichend zu wirken. Also nicht ideologiegetrieben, nicht mit maximalen Forderungen, sondern bemüht um einen sinnvollen Konsens für unsere Gesellschaft. Wenn es so einen Konsens gibt, einen Weg, der von einer breiten Mehrheit getragen wird, dann stabilisiert das die Gesellschaft. Und ich denke, dass die SPD sehr gut ist in dieser Rolle der Vermittlung.
Sie haben neulich wieder irgendwo gesagt, dass es der SPD vor allem darum gehen muss, Jobs zu erhalten und Jobs zu schaffen. Wie kann das funktionieren?
Wenn es mehrere Dinge gibt, die wir gleichzeitig wollen, müssen wir uns entscheiden. Was ist aktuell das Wichtigste? Und für mich haben die Jobs momentan die oberste Priorität. Wir müssen uns darauf fokussieren, dass die Menschen sicher sein können, dass sie ihren Arbeitsplatz behalten oder im Zuge einer gelungenen Transformation auch morgen einen Arbeitsplatz haben. Die SPD ist die Partei der Fleißigen, deshalb ist es unsere Aufgabe für sicherere Jobs einzutreten.
Aber der Motor springt noch nicht so richtig an. Mehr Geld allein scheint nicht zu reichen. Was machen wir denn mit der Bürokratie?
Naja, Bundes- und Landeshaushalte müssen erst von den Parlamenten verabschiedet werden, insofern werden die großen Milliardeninvestitionen erst ab dem kommenden Jahr spürbar werden – dabei geht es um Investitionen in Krankenhäuser, Schulen, Schwimmbäder, Straßen, Schienen und vielem mehr. Für die laufenden Ausgaben ist das Geld allerdings weiterhin knapp, das gilt insbesondere für die Kommunen. Und ja, an einigen Stellen wird zu viel Geld ausgeben, weil über zu viel Bürokratie zusätzliche Kosten und Personalaufwand erzeugt werden, was unnötig ist. Vielleicht mal ein Beispiel, dass mich schon als Bauminister umgetrieben hat: Wir haben das Thema Wohngeld plus eingeführt, mehr Menschen haben Anspruch auf finanzielle Hilfe – was in der Sache richtig ist. Aber wir machen es derart kompliziert, dass wir allein in Niedersachsen etwa 30 Millionen Euro jedes Jahr an die Kommunen geben, damit diese ihre Verwaltungsleute bezahlen können, die das Thema bearbeiten. Warum? Weil wir uns eine Misstrauenskultur aufgebaut haben. Ich glaube, wir brauchen eine neue Vertrauenskultur. Und zur Kontrolle gibt es Stichproben. Alles andere führt zu überbürokratisierten Anträgen und unzähligen Formularen. Der Weg zu dieser Vertrauenskultur ist nicht leicht. Trotzdem wir müssen das schaffen, damit am Ende auch die zusätzlichen Investitionsmittel greifen.
Zum Schluss noch ein schnelles, letztes Wort zur Stadtbild-Debatte …
Mich ärgert daran vor allem die Länge dieser Debatte. Ich finde, man hätte das ganz einfach und schnell abräumen können. Wenn ich durch die Stadt gehe, dann sehe ich auch Probleme, das will ich gar nicht leugnen. Aber ich sehe außerdem ganz viele Menschen, die jeden Tag dazu beitragen, dass es bei uns funktioniert – ob nun mit oder ohne Migrationshintergrund, das ist mir dabei völlig egal.
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