Der besondere Laden: Cucumberland

Der besondere Laden: Cucumberland

In der Südstadt brennen drei Freunde im wahrsten Sinne des Wortes für ihre Leidenschaft – sie brennen Gin. Mit viel Liebe und Feingespür für Details entsteht bei Christian, Guido und Christoph in Handarbeit Gin mit Hannoverbezug. Eine Geschichte, wie aus einem Weihnachtsgeschenk eine professionelle Gin-Produktion wurde – die Geschichte von Cucumberland.

Christian, der heute zusammen mit Christoph und Guido Cucumberland betreibt, bekommt zu Weihnachten eine Mini-Brennanlage geschenkt. Die Neugierde ist entfacht. Stunden verbringen Christian und sein Kumpel Guido nun, zwischen Befüllen der Destille und Abtrennen, mit dem Studieren einschlägiger Fachliteratur – unzählige Stunden Kräuterkunde, Destillenbau und Brenntechnik. 2014 stößt dann Kommunikationsdesigner Christoph dazu. Und nach einigem Suchen auch eine größere, professionelle, maßgefertigte Brennanlage.

Jetzt können die Drei endlich damit beginnen, den Gin auch für die Öffentlichkeit herzustellen. Nur ein Name fehlt noch. Doch auch der findet sich rasch: Cucumberland. „Ein Wortwitz“, erklärt Christoph. Keine andere Stadt in Deutschland ist so eng mit der Geschichte Englands, dem Mutterland des Gins, verbunden wie Hannover. „Der Herzog von Cumberland steht vor dem Hauptbahnhof, der Ernst August. Außerdem haben wir unseren ersten Gin auf den Geschmack der Gurke als Garnitur abgestimmt“, erklärt er den wundersamen Namen.

Aus über 100 Zutaten landen schlussendlich, nach einer zweijährigen Versuchsreihe, nur 27 Botanicals im ersten Gin – dem Cucumberland Hannover Dry Gin. „Im Gin darf man alles mitbrennen, ganz wie man lustig ist.“
Nur Wacholderbeere ist ein elementarer Bestandteil eines jeden Gin – sonst ist es nicht das, was draufsteht: Gin.„Es ist natürlich auch ein bisschen davon abhängig, wo man ist. Spanier*innen brennen ganz gerne Rosmarin, Lavendel und ähnliches rein, weil die das vor der Tür haben.
Wir haben dann überlegt, was haben wir denn?“ Und tatsächlich finden die Drei ein Großteil der Botanicals vor den Toren Hannovers.
Die Holunderblüten stammen aus der Region und die Fichtensprossen werden im Deister per Hand gepflückt und verlesen. Zitronenverbene wächst vor den Türen ihrer Brennerei. „Ein Gin hat immer eine florale Note, et
was Pfeffriges, etwas Zitronenartiges und etwas Kräutigeres. Je nachdem, wo man mit seiner Sorte hin möchte, kannst man das verschieben“, erklärt Christoph.

Zunächst produzieren die Drei 1000 Flaschen. „Nach zwei Monaten waren die 1.000 Flaschen alle“, erinnert sich Christoph zurück.

Der Gin kommt gut an, weitere Sorten folgen auf dem Fuße. „Als Zweites haben wir einen Sloe Gin gemacht. Das ist in England eine ganz beliebte Sorte. Die enthält Schlehe. Wir legen nur ganze Schlehen und Vogelbeeren ein. Das ist etwas besonderes“, erklärt Christoph, denn meistens werde nur der Saft oder das Konzentrat von Schlehen, Sirup und viel Zucker verwendet.

Bei Cucumberland läuft alles mit Liebe zum Detail. Die Sorten werden mit viel Feingespür und Erfahrung konzipiert, in den Etiketten finden sich Besonderheiten mit Hannoverbezug wieder, jede Flasche Cucumberland Gin trägt eine handgeschriebene Nummerierung. „Wir waren die Ersten, die einen regionalen Gin angeboten haben“, erzählt Christoph stolz.

„Wir freuen uns immer, wenn wir verschenkt werden. Und wenn die Leute uns zu unserem Gin fragen. Man darf uns alles fragen, eine E-Mail schreiben. Das ist immer ganz schön“.
Doch nicht nur per E-Mail können offene Fragen geklärt werden, denn die Drei führen auch Gin-Interessierte durch ihre Brennerei.„Es gibt oft Leute, die unseren Gin kennen und erzählen, dass sie ihn schon mal getrunken haben. Das ist schon schick“, fährt er fort.
Heute, fast acht Jahre nachdem der erste Tropfen Gin aus der Destille getropft ist, können die Drei auf aufregende, erfolgreiche Jahre zurückblicken – und sie machen auch in Zukunft leckeren Gin mit Hannoverbezug, so viel steht fest!

Jule Merx

Cucumberland

E-Mail info@cucumberland.de

www.cucumberland.de

Telefon 0511 92063622


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